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Full text of "Sir Tristrem; mit Einleitung, Anmerkungen und Glossar, hrsg. von Eugen Kölbing"

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University  of  Ottawa 


http://www.archive.org/details/sirtristremmiteiOOthom 


DIE 

NORDISCHE   UND   DIE   ENGLISCHE 

VERSION 

DER 

TRISTAN-SAGE. 


HERAUSGEGEBEN 


VON 


EUGEN   KOLBING. 


ZWEITER  THEIL. 
SIR  TRISTREM. 


HEILBRONN. 

VERLAG  VON  GEBR.  HENNINGER. 
1882. 


MIT 


EINLEITUNG,  ANMERKUNGEN  UND  GLOSSAR 


HERAUSGEGEBEN 


VON 


EUGEN  KOLBING. 


HEILBRONN. 

VERLAG  VON  GEBR.   HENNINGER. 

1882. 


1 


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5  p  5 
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j  * 


JUIM  9     1976 


DEM  ANDENKEN 


WALTER  SCOTTS 


GEWIDMET 


VORWORT. 


Viel  später,  als  ich  es  selbst  gehofft  und  versprochen, 
bin  ich  endlich  in  der  läge,  den  zweiten  band  dieses  buches 
den  fachgenossen  zu  übergeben.  Umstände,  welche  ich  im 
vorwort  zu  meiner  ausgäbe  der  Elis  saga  berührt  habe,  ver- 
anlassten mich,  die  arbeit  am  Sir  Tristrem  für  längere  zeit 
abzubrechen  und  zuerst  jene  ausgäbe  fertig  zu  stellen.  Zudem 
beanspruchte  die  ausarbeitung  der  anmerkungen  und  des  glos- 
sars  bedeutend  mehr  zeit,  als  ich  vorausgesetzt  hatte. 

Ueber  die  gestaltung  des  textes  gibt  die  einleitung  auf- 
schluss.  Die  zuthaten  sollen  in  erster  linie  dem  zwecke  all- 
seitigster  erklärung  des  denkmals  dienen.  Was  die  anmer- 
kungen betrifft,  so  ist  es  kaum  nöthig,  zu  bemerken,  dass  ich 
dabei  die  abhandlung:  »Zur  Überlieferung  der  Tristan-sage « 
als  bekannt  voraussetze;  die  von  einer  seite  bemängelte  dis- 
position  derselben  bietet  wenigstens  doch  den  unläugbaren  vor- 
theil,  dass  der  leser  alle  bemerkungen  über  die  einzelnen  epi- 
soden  der  erzählung  in  den  verschiedenen  Versionen  auf  das 
bequemste  an  einem  orte  zusammengestellt  findet.  Ich  habe 
desshalb  auch  sehr  selten  ausdrücklich  auf  dieselbe  verwiesen. 
Im  übrigen  ging  ich  bei  der  ausarbeitung  von  der  ansieht 
aus,  dass  die  wichtigeren  und  schwierigeren  alt-  und  mittel- 
englischen texte  eines  ausführlichen  commentars  dringend 
bedürftig    sind.      Das    erste   werk    eines    deutschen    gelehrten, 


—      VIII      — 

welches  diesem  wünsche  rechnung  trug,  waren  Mätzner's  Alt- 
englische sprachproben.  Freilich  dürfen  und  müssen  heut  zu 
tage  die  anmerkungen,  dank  den  fortschritten  der  ae.  lexico- 
graphie,  einen  wesentlich  anderen  character  an  sich  tragen; 
die  erklärung  der  worte  und  formen  kann  vielfach  gespart  wer- 
den, während  in  den  sachlichen  erläuterungen  zuweilen  grössere 
ausführlichkeit  wünschenswerth  erscheint.  Wenn  ich  von  frü- 
heren, englischen  editionen  beigegebenen,  zu  der  länge  der 
betreffenden  werke  aber  in  keinem  verhältniss  stehenden  erklä- 
rungen  absehe,  so  ist  es  unstreitig  Zupitza's  verdienst,  diesem 
verlangen  in  seiner  ausgäbe  des  Guy  of  Warwick  (London 
1875 — 6)  entgegen  gekommen  zu  sein.  Den  Scharfsinn  und 
die  grosse  belesenheit  des  Verfassers,  von  der  die  Notes  zeug- 
niss  ablegen ,  habe  ich  bereits  vor  jähren  an  anderer  stelle 
rühmend  hervorgehoben.  Die  brauchbarkeit  derselben  wird 
noch  bestätigt  durch  die  vielen  Verweisungen  darauf,  denen 
wir  in  textausgaben  jüngerer  forscher  begegnen.  Höchstens  ist 
es  zu  bedauern ,  dass  diese  grosse  Sorgfalt  und  mühe  nicht 
einem  älteren  und  bedeutenderen  werke  zu  gute  gekommen  ist. 
An  zweiter  stelle  sind  zu  nennen  die  äusserst  lehrreichen  und 
einen  stattlichen  band  füllenden  anmerkungen  Skeafs  zu  Piers 
the  Plowman.  Nach  derselben  methode  ist  mein  commentar 
zu  Sir  Tristrem  abgefasst. 

Das  glossar  macht  vor  allem  anspruch  auf  absolute  Voll- 
ständigkeit, eine  forderung,  die  nach  meiner  Überzeugung  an 
jedes  Specialglossar  zu  stellen  ist.  Mit  ausnähme  weniger,  sehr 
gewöhnlicher  worte,  wo  dies  ausdrücklich  angegeben  ist,  habe 
ich  mit  absieht  kein  wort,  keine  der  vorkommenden  formen 
und  keine  belegsteile  weggelassen.  Man  findet  also  z.  b.  bei 
jedem  verbum  zuerst  nicht  nur  sämmtliche  formen  desselben 
mit  allen  belegen,  sondern,  da  es  sich  um  einen,  durch  einen 
abschreiber  mehrfach  alterirten  dialekt  handelt,  alle  diejenigen 
stellen  besonders  bezeichnet,  wo  die  formen  im  reime  stehen 
und   durch   ihn   bestätigt   oder   berichtigt  werden;    ich  gewann 


IX       

dadurch  u.  a.  auch  den  vortheil,  mich  in  der  einleitung  über 
die  grammatischen  Verhältnisse  bedeutend  kürzer  fassen  zu 
können.  Bei  den  bedeutungsansätzen  lag  mir  vor  allem  am 
herzen  eine  genaue  rücksichtnahme  auf  die  specielleren  Wen- 
dungen der  begriffe  an  den  vorliegenden  stellen  des  gedichtes. 

In  diesen  Worten  ist  gesagt ,  was  ich  erstrebt  habe :  in 
wieweit  die  ausfuhrung  dem  programme  entspricht,  darüber 
haben  andere  zu  urtheilen.  Wenigstens  die  spuren  jahrelanger 
liebevoller  beschäftigung  mit  dem  Stoffe  und  den  verschiedenen 
Versionen  desselben  wird  man  sicher  in  dem  buche  finden. 

Was  mein  verhältniss  zu  der  ausgäbe  Walter  Scott's  an- 
langt, so  erschien  es  nicht  zweckmässig,  alle  fälle  zu  be- 
sprechen ,  wo  er  geirrt  hat  und  bei  dem  mangelhaften  stände 
der  englischen  philologie  vor  80  jähren  nothwendig  irren  musste; 
um  so  lieber  habe  ich  es  dankend  hervorgehoben,  so  oft  mir 
durch  seine  noten  eine  sachliche  belehrung  gewährt  wurde. 

Möchte  meine  ausgäbe  des  Sir  Tristrem  dem  andenken 
des  unvergesslichen  mannes,  dessen  namen  ich  gewagt  habe, 
diesen  blättern  vorzusetzen,  keine  unehre  bereiten ! 

Breslau,  juli   1882. 

E.  Kölbing. 


EINLEITUNG. 


Die  Handschrift  und  die  ausgaben. 

Die  englische  Version  der  Tristan- sage  ist,  soviel  bis  jetzt  be- 
kannt, nur  in  tiner  Handschrift  erhalten,  dem  berühmten  Auchin- 
leck-ms.  in  der  Advocates  Library  in  Edinburg,  welche  aas  dem 
ersten  viertel  des  1 4 .  Jahrhunderts  stammt l)  ;  das  gedieht  nimmt  hier 
fol.  281 — 299  ein;  leider  fehlt  der  schluss,  da  nach  fol.  299  ein 
oder  mehrere  blätter  der  hs.  verloren  sind.  Der  barbarischen  lieb- 
haberei  des  späten  mittelalters,  schön  verzierte  initialen  aus  den  ma- 
nuscripten  heraus  zu  schneiden,  sind  ferner  v.  124 — 135  des  ge- 
dichtes  zum  opfer  gefallen,  welche  auf  der  rückseite  eines  solchen 
bilde s  gestanden  haben.  Wir  haben  in  dieser  niederschrift  keinesfalls 
diejenige  des  Verfassers  vor  uns;  das  ergiebt  sich  daraus,  dass  der 
im  ganzen  nicht  unsorgfältige  Schreiber  den  reim  durch  einführung 
tlnursprünglicher  dialektformen  stört  (vgl.  den  sprachlichen  theil  mei- 
ner einleitung) ,  einmal  ein  seltneres  wort  durch  ein  gebräuchlicheres 
ersetzt,  obwol  auch  dadurch  der  reim  geschädigt  wird  (vgl.  v.  352,), 
aus  versehen  sinnwidrige  worte  statt  der  richtigen  einsetzt,  was  sich 
dadurch  erklärt,  dass  sein  äuge  auf  eine  andre  zeile  der  strophe  ab- 
geirrt ist  (vgl.  v.  189  und  1045^)  endlich  sogar  zweimal  ein  zeilen- 
paar  übersprungen  hat  (v.  So  f.  und  87  4  f.).  Manche  schwierige 
oder  direkt  unerklärbare  stelle  mag  dadurch  verdorben  worden  sein, 
dass  der  Schreiber  seine  vorläge  nicht  verstand  oder  in  folge  von 
schlechten  stellen  im  pergamente  oder  rasuren  das  dort  überlieferte  nicht 
mehr  lesen  konnte. 


1)  Eine  eingehende  beschreibung  dieser  hs.  findet  sich  in  W.  Scott' s  ausgäbe 
des  Sir  Tristrem ;  eine  revidirte  tviedergabe  derselben  verspare  ich  mir  auf  meine 
ausgäbe  des  Sir  Bevis  of  Hamtotm,  falls  nicht  unterdessen  Zupitzds  ausgäbe 
der  älteren  version  des  Guy  of  Warwick  eine  solche  liefert. 


—      XIV      — 

Die  erste  ausgäbe  dieses  gedicktes  erschien  unter  folgendem  titel: 
Sir  Tristrem ;  a  Metrical  Romance  of  The  Thirteenth  Century ;  by 
Thomas  of  Ercildoune,  called  The  Rhymer.  Edited  from  the  Auchin- 
leck  MS.  by  Walter  Scott,  Esq.  Advocate.  Edinburgh:  Printed  by 
James  Ballantyne,  for  Archibald  Constable  and  Co.  Edinburgh,  and 
Longman  and  Rees,  London.  1804.  Die  zweite  ausgäbe  erschien 
1806  unter  demselben  titel,  die  dritte  181 1,  die  vierte  18 19.  Sie 
enthalten  einleitung,  text,  anmerkungen  und  glossar.  Was  die  erste 
aufläge  betrifft ,  so  ist  es  bekannt  genug,  dass  dieselbe  von  fehlem 
und  ungenauigkeiten  in  der  wiedergäbe  des  handschriftlich  überlieferten 
geradezu  wimmelt.  Nun  hat  W.  Scott  sich  freilich  an  keiner  stelle 
seiner  einleitung  darüber  ausgesproche?i,  ob  er  selbst  die  copie  besorgt 
hat  oder  nicht.  Aber  wir  werden  schwerlich  fehl  gehen,  wenn  wir 
annehmen,  dass  er  diese  arbeit  durch  irgend  welchen  lohnschreiber, 
der  tvenig  oder  nichts  von  Mittelenglisch  verstand,  habe  ausführen 
lassen.  Ganz  abgesehen  davon,  dass  er  selbst  doch  wol  sorgfältiger 
zu  werke  gegangen  sein  würde,  so  entspricht  das  letztere  genau  dem 
damaligen  usus.  Für  die  thatsache,  dass  auch  schon  zur  fertigung 
einer  genauen  abschrift  paläographische  und  sprachliche  kenntnisse 
unbedingt  erforderlich  sind,  da  sonst  häufige  Verwechselungen  ähnlich 
gestalteter  buchstaben  unvermeidlich  werden,  und  dass  nur  eine  mit 
peinlicher  gewissenhaftigkeit  gefertigte  copie  eine  sichere  grundlage  für 
eine  ausgäbe  bieten  kann,  hatte  man  um  jene  zeit  noch  absolut  kein 
Verständnis s.  Ich  will  hier  gleich  noch  hinzufügen,  dass  die  ein- 
theilung  des  gedicktes  in  drei  fyttes  von  IV.  Scott  herrührt.  Er 
sagt  darüber  p.  89 :  The  action  of  the  poem  seemed  naturally  to 
point  out  the  division  into  three  Fyttes,  or  Cantos,  wkick  has  now 
been  adopted.  Da  sich  jedoch  in  der  handschrift  keinerlei  anhalts- 
punkte  für  eine  solche  eintheilung  finden,  ja  nicht  einmal  die  anfange 
der  betreffenden  abschnitte  durch  eine  initiale  gekennzeichnet  sind,  so 
musste  bei  einer  neuen  ausgäbe  diese  eintheilung  wieder  beseitigt  wer- 
den. Die  anmerkungen  enthalten  viel  wichtiges  in  bezug  auf  die  er- 
klärung  von  realien  und  sind  auch  heute  noch  unentbehrlich.  In 
hohem  grade  mangelhaft  in  jeder  beziehung  erscheint  das  glossar. 

Es  würde  eine  pure  raumv  er  schwendung  sein,  wollte  ich  alle 
die  besserungen,  welche  eine  collation  der  ausgäbe  von  1804  mit  der 
hs.  liefert,  einzeln  aufzählen.  Nur  was  das  verhältniss  der  vier 
oben  genannten  ausgaben  zu  einander  betrifft,  mag  hier  noch  ein 
wort  gesagt  sein.      Dieselben  weichen   in   kleinigkeiten   vielfach  von 


—      XV      — 

ei n  an  da-  ab.  Der  druck  von  1806  stellt  sie//  heraus  als  ein  sehr 
sorgloser  und  liederlicher  neu  druck  von  dem  von  1804.  Er  enthält 
eine  ganze  anzahl  fehler,  welche  die  erste  aufl.  nicht  hat;  z.  b. 
v.  70.  aufl.  1  walles  =  ms. ;  aufl.  2  walls.  v.  700,  aufl.  1  J>e  =  ms.; 
aufl.  2  }?is.  v.  106,  aufl.  1  he  )?at  =  #zs.;  aufl.  2  J?at  he.  v.  266, 
aufl.  1  douke  =  ms.;  aufl.  2  douk.  v.  282,  aufl.  1  bi  =  ms . ;  aufl.  2 
be.  Nach  v.  2305  sind  sogar  zwei  zeilen  im  druck  ausgefallen; 
wie  das  bei  einem  derartigen  strophischen  gedichte  möglich  ist,  scheint 
uns  freilich  schwer  begreiflich.  Dass  ferner  für  die  folgende  auf- 
läge die  zweite  zu  gründe  gelegt  luorden  ist,  geht  daraus  mit  Sicher- 
heit hervor,  dass  sowol  in  die  aufläge  von  181.1  v)  wie  in  die  von 
181 9  fehler  der  zweiten  verschleppt  worden  sind,  welche  die  erste 
noch  nicht  aufweist;  so  bieten  auch  aufl.  2.  3  walls,  ]?is  und  douk 
gegen  die  erste.  Andrerseits  muss  aber  auch  aufl.  1  oder  die  dem 
herausgeber  vorliegende  copie  bei  der  correctur  mit  herbeigezogen  wor- 
den sein.  Nach  v.  2305  sind  bereits  in  aufl.  3  die  zwei  übersprun- 
genen zeilen  wieder  eingefügt,  auch  liest  sie  v.  106  richtig  he  J?at 
und  v.  282  bi.  Was  zumal  aufl.  4  angeht,  so  muss  hier  der  text 
gegenüber  den  beiden  ersten  auflagen  so  wesentlich  verbessert  genannt 
werden,  dass  man  fast  glauben  möchte,  es  sei  zu  ihrer  herstellung 
auf  die  hs.  zurückgegangen  worden.  Es  findet  sich  hier  richtig  v .  23 
Morgan,  aufl.  1.  2  Morgen;  v.  44  Rise,  aufl.  1.  2  Riis ;  v.  49 
Douke,  aufl.  1.  2  Douk;  v.  65  ches,  aufl.  1.  2  chess ;  v.  137 
hir,  aufl.  1.  2  her;  v.  145  leng,  aufl.  1.  2  long;  v.  156  ben,  aufl. 
1.  2  bene  u.  s.  iv.  Die  einleitung  erhielt  in  den  späteren  auflagen 
kleine  Zusätze,   anmerkungen  und  glossar  blieben  unverändert. 

Nach  der  besprechung  dieser  späteren  auflagen  von  W.  Scotts 
ausgäbe  ist  folgendes  werk  zu  nennen:  Gottfrieds  von  Strassburg 
werke  aus  den  bessten  handschriften  mit  einleitung  und  Wörterbuch 
herausgegeben  durch  Friedr.  Heinr.  von  der  Hagen.  Erster  band. 
Tristan  und  Isolde  mit  Ulrichs  von  Turheim  fortsetzung.  Mit  1  kupfer. 
Zweiter  band,  Heinrichs  von  Friberg  fortsetzung  von  Gottfrieds 
Tristan.  Gottfrieds  minnelieder.  Die  alten  französischen,  englischen, 
wallisischen  und  spanischen  gedichte  von  Tristan  und  Isolde.  Breslau, 
im  verlage  von  Josef  Max  und  komp.  1823.  Dieses  werk,  welches 
kein  Vorwort  hat  und  dessen  plan  und  anläge  auch  in  der  einleitu?ig 


\\  Die  ausgäbe  von  181 1  scheint  ziemlich  selten  zu  sein.  In  Deutschland 
habe  ich  sie  wenigstens  nirgends  auftreiben  können,  Einige  notizen  über  die- 
selbe verdanke  ich  dr.   A.  Brandt,  z.  z.   in  London. 


—      XVI      — 

mit  keiner  sylbe  angedeutet  ist,  enthält  Bd.  II  p.  123 — 239  unser 
gedieht.  Der  leser  erfährt  nicht  das  allermindeste  darüber,  wo  die 
hs.  aufbewahrt  ist  oder  wo  der  herausgeber  den  text  herge?iommen 
hat.  Durch  vergleichung  desselben  mit  den  verschiedenen  auflagen 
der  Scotf  sehen  ausgäbe  ergibt  sich  jedoch  mit  vollster  evidenz,  dass 
v.  d.  Hagen  die  von  1806  zu  gründe  gelegt  hat.  Vor  allem  fehlen 
auch  bei  ihm  v.  2306/.;  v.  30  lesen  nur  aufl.  2  und  v.  d.  Hagen 
tili,  die  anderen  ausg.  richtig  til ;  v.  106  bieten  nur  die  aufl.  von 
1806  und  v.  d.  Hagen  J?at  he  für  he  J?at ,  u.  s.  w.  Wie  der 
herausgeber  somit  den  schlechtesten  text  zu  gründe  gelegt  hat,  so  ist 
auch  von  seiner  eignen  philologischen  arbeit  an  dem  texte  wenig  gutes 
zu  berichten',  fytte  II  str.  85  und  86  hat  er  auf  eine  unsichere  ver- 
muthung  Scotf  s  hin  umgestellt,  ohne  darüber  ein  wort  zu  verlieren,  ein 
auch  für  die  zwanziger  jähre  unseres  Jahrhunderts  ganz  unentschuldbares 
umspringen  mit  der  Überlieferung,  das  einen  arglosen  benützer  dieses 
textes  in  neuerer  zeit  zu  falschen  folgerungen  verleitet  hat  (vgl.  I 
p.  XCIIf).  Auch  an  anderen  stellen  hat  er  geändert,  ohne  davon 
etwas  zu  sagen.  So  hat  er  v.  6  forsterd  richtig  in  fosterd  und 
v.  23  Morgen  in  Rouland  corrigirt.  Warum  er  v.  79  für  she,  sehe 
schreibt,  sieht  man  um  so  weniger  ein,  als  er  dieselbe  form  v.  99 
ruhig  passiren  lässt.  V.  164  adopti?'t  er  die  thörichte  conjeetur 
Scotf  s  amour  für  anour,  während  er  viele  andere  für  jeden  kun- 
digen auf  der  hand  liegende  fehler  seiner  vorläge  unangetastet  ge- 
lassen hat.  Somit  bedeutet  seine  ausgäbe  keineswegs  einen  f ortschritt 
in  der  kritik  des  liedes.  Das  glossar  ist  wesentlich  ausführlicher 
als  bei  W.  Scott,  doch  finden  sich  die  meisten  irrthümer  des  eng- 
lischen gelehrten  hier  redlich  wiederholt;  neu  ist  ein  daran  gefügter 
» Inhalt  der  eigennamena. 

Die  fünfte  aufläge  von  W.  Scotf  s  ausgäbe  des  Sir  Tristrem 
erschien  1833  u.  d.  t. :  The  Poetical  Works  of  Sir  Walter  Scott, 
Bart.  Vol.  V.  Sir  Tristrem.  Edinburgh.  Die  ehre,  unter  die  poeti- 
schen werke  Walter  Scotf  s  aufgenommen  zu  werden,  wurde  der  aus- 
gäbe nur  darum  zu  theil,  weil  derselbe  den  verlorenen  schluss  der 
romanze  neu  zugedichtet  hatte.  A??i  Schlüsse  des  Vorwortes  (p.  XIV) 
heisst  es:  It  is  only  further  necessary  to  State,  that  in  the  present 
edition  the  text  of  Sir  Tristrem  has  been  carefully  collated  with  the 
Auchinlcck  MS ;  and  an  exaet  faesimile  of  the  first  two  stanzas  of 
the  poem,  as  they  appear  in  that  very  curious  volume,  is  herewith 
annexed.     Ich  zähle  im  folgenden  die  fehler  auf,   welche  trotz  dieser 


—      XVII      — 

sorgfältigen  collation  theils  aus  den  älteren  ausgaben  in  diese  über- 
tragen, theils  neu  dazu  gekommen  sind.  v.  22  is]  /.  it.  v.  45  weren] 
/.  wer*,  v.  117  send]  /.  sent.  v.  148  Till]  /.  Til.  v.  171  Come]  /.  Com. 
^.176  all]  /.  al.  v.  188  came]  /.  cam.  ^.191  blood]  /.  blöd.  v.  205 
But]  /.  Bot.  v.  210  horse]  /.  hors.  v.  223  Rouhand]  /.  Rohand. 
v.  238  maye]  /.  may.  v.  257  all]  /.  al.  v.  305  Rouhand]  /.  Rohand. 
v.  365  flode]  /.  flod.  v.  380  all]  /.  al.  v.  392  nie]  /.  mi.  v.  396  let] 
/.  lete.  v.  401  proud]  /.  proude.  v.  422  clomb]  /.  clombe.  v.  453 
wroght]  /.  wrousjt.  v.  529  weren]  /.  wer*,  v.  570  Füll]  /.  Ful.  v.  591 
knight]  /.  ni;t,  v.  606  will]  /.  wil.  v.  609  palmer]  /.  palmers.  ^.613 
schillinges]  /.  schilinges.  v.  660  füll]  /.  ful.  v.  662  welcome]  /.  welcom. 
v.  675  bare]  /.  bere.  v.  688  füll]  /.  ful.  v.  697  gat]  /.  gate.  v.  703 
none]  /.  non.  #.715  set]  /.  sett.  ^.734  kew]  /.  knewe.  v.  776-grete] 
/.  gret.  v.  785  hond]  /.  hand.  v.  819  füll]  /.  ful.  v.  835  Till]  /.  Til. 
v.  843  bliss]  /.  blis.  v.  846  teile]  /.  tel.  v.  854  Therefore]  /.  t>erfore. 
v.  863  How]  /.  Hou.  v.  895  Till]  /.  Til.  ^.912  mak]  /.  make.  z>.  919 
the]  /.  te.  v.  921  mine  em]  /.  mi  nem.  v.  930  füll]  /.  ful.  v.  946 
Three]  /.  J>re.  v.  963  How]  /.  Hou.  v.  967  teil]  /.  teile,  v.  971  her] 
/.  hir.  v.  990  will]  /.  wil.  v.  1006  seyd]  /.  sede.  v.  1007  lext]  /. 
lexst.  v.  1028  was]  /.  nas.  v.  1073  stroke]  /.  strok.  v.  1083  mayn]  /. 
main.  v.  1127  dwl]  /.  diol.  v.  1134  Till]  /.  Til.  v.  1135  Till]  /.  Til. 
v.  1136  Shortliche]  /.  Schortliche.  v.  1150  yon]  /.  3011.  v.  1157  He] 
/.  And.  v.  12 12  leuedi]  /.  leuedy.  v.  1240  they]  /.  J?ai.  v.  1245  ar] 
/.  er.  v.  1249  gammes]  /.  gamnes.  v.  1308  urake]  /.  wrake.  v.  1334 
haue]  /.  han.  v.  1367  I]  /.  ich.  v.  1388  All]  /.  AI.  v.  1407  al]  /.  alle. 
v.  1424  Alle]  /.  AI.  v.  1514  as]  /.  als.  v.  1522  His]  /.  J>is.  v.  1530 
They]  /.  t>ai.  v.  1537  l^ereof]  /.  ]>er  of.  v.  1539  So]  /.  To.  v.  1556  weren] 
/.  wer<?.  v.  1577  slayn]  /.  slain.  v.  1580  wende  sehe  weren]  /.  whendesche 
wer*,  v.  1586  he]  /.  be.  v.  1590  oghain]  /.  ogain.  v.  1591  tha]  /.  }>ai.  v. 
i63oThough]  /.  J>o.  v.  1650  Marke]  /.  Mark.  v.  1721  her]  /.hir.  v.  1765 
cried]  /.  crid.  v.  1787  saye]  /.  say.  v.  1792  kene]  /.  ken.  v.  1873  Ych]  /. 
Ich.  v.  1887  Miri]  /.  Mirie.  v.  1913  woune]  /.  wonne.  v.  1914TI10]  /. 
J>ou.  v.  1933  tok]  /.  toke.  v.  1940  dwl]  /.  diol.  v.  1963  shalt]  /. 
schalt,  v.  1969  will]  /.  wil.  v.  2095  Y-saine]  /.  Ysame.  v.  2097  bi] 
/.  by.  v.  2108  heren]  /.  her*,  v.  2149  errand]  /.  erand.  v.  2162  Till] 
/.  Til.  v.  2205  lep]  /.  lepe.  v.  2216  sene]  /.  sen.  v.  2235  West- 
minster]  /.  Westeminster.  v.  2291  Quene]  /.  quen.  v.  2302  doughter] 
/.  douhter.  v.  2380  blöde]  /.  blöd.  v.  2426  slayn]  /.  slain.  v.  2472 
tak]  /.  take.    v.  2531   hunters]  /.  huntes.    v.  2534  Both]  /.  Bo)?e.    v. 

Kölbing,  Sir  Tristrem.  b 


—      XVIII      — 

2 53 5  1<new  hem  wel]  /.  knewe  htm  wele.  v.  2538  Quene]  /.  quen. 
v.  2547  Then]  /.  J>an.  v.  2607  Quen]  /.  quene.  v.  2742  There]  /. 
J>er.  v.  2819  Theren]  /.  J^en?.  z>.  2868  heighe]  /.  heye.  v.  3033  heighe] 
/.  heye.  v.  3 131  seighe]  /.  sey^e.  z/.  3 174 Till]  /.  Til.  v.  3220  not]  /.  nousjt. 
7-.  3278  All]  /.  After.  77.3329  young]  /.  ^ong.  v.  3341  dwlful]  /.  diolful. 

Während  somit  der  text  des  gedicktes  wesentlich  gereinigt  wurde, 
ohne  dadurch  fehlerlos  zu  werden,  behielt  das  glossar  auffallender 
weise  seine  alte,  unwissenschaftliche  form  bei.  Eine  grosse  anzahl 
Besserungen  dazu  lieferten  F[rederik]  M[adden]  und  A.  B.  in  The 
Gentleman' s  Magazine.  Vol.  CHI.  Part.  II.  p.  306^.  und  Vol.  I. 
New  Series.  p.  167  ff. 

Ausser  dieser  neueren  aufläge  ist  mir  nur  noch  bekannt  die  von 
1868,  welche  ein  ganz  genauer  ab  druck  der  zuletzt  besprochenen  ist. 
Ob  dazwischen  noch  andere  abdrücke  liegen,  habe  ich  nicht  in  er- 
fahr ung  bringen  können.  Soviel  ist  aber  sicher,  dass  trotz  der  mah- 
nungen  Madden's  und  A.  B's.  am  glossar  auch  in  der  neuesten  aus- 
gäbe nicht  das  mindeste  geändert  worden  ist. 

Strophe  IXX — CII  sind  mit  einleitung  und  anmerkungen  abge- 
druckt in  Mätzner 's  Altenglischen  sprachprobe?i,  I,  1  p.  231- — 242. 
V.  1809 — 1914  finden  sich  in  deutsche  prosa  übersetzt  in  ten  Brink's 
Geschichte  der  englischen  litter atur,    1  p.  2 ggf 


IL 

Litter  atur  geschichtliches. 
A)    Zur  Überlieferung  der  sage. 

Die  resultate  meiner  im  ersten  bände  dieses  Werkes  veröffent- 
lichten abhandlung  -»Zur  Überlieferung  der  Tristan-sage «  haben  bei 
fast  allen  beurtheilern  ?neines  buches  beifall  gefunden.  Zugestimmt 
hat  z.  b.  Vetter,  Romania  VIII  p.  2%\ff.;  Paul,  Litter.  central- 
blatt  1879  SP-  738 ,*  Löschhorn,  Jen.  litteraturz.  1879  p.  351; 
Lambel ,  Magazin  f.  d.  lit.  des  in-  und  ausländes,  Jahrg.  50 
p.  A55ff-i  Stengel,  Zeitschrift  für  rom.  phil.  IV p.  170  ff.  u.  a.; 
auch  Behaghel,  Litteraturbl .  1880  p.  97,  schliesst  sich  im  wesent- 
lichen meinen  ansichten  an  und  will  nur  Gottfried  etwas  mehr  Ori- 
ginalität  vindiciren ,    als    ich  gethan.      Der  einzige  gelehrte,   welcher 


—      XIX      — 

Widerspruch  dagegen  erhoben  hat,  ist  prof.  Heinzel ,  welcher  in 
neuester  zeit,  und  zwar  an  einem  orte,  wo  man  dgl.  an  sich  nicht 
suchen  'wurde,  nämlich  gelegentlich  einer  ausführliche?!  anzeige  meiner 
ausgäbe  der  Elis  saga i  oh  Rosamundu ,  Anz.  f.  d.  a.  VIII p.  2\2jf., 
diese  fragen  wieder  aufgenommen  hat.  Erfreulicher  weise  erschie?i 
diese  besprecht/ ng  gerade  noch  rechtzeitig,  um  von  mir  für  diesen  ab- 
schnitt der  einleitung  sorgfältig  enuogen  zu  werden.  Ehe  ich  auf 
einzelheiten  eingehe,  will  ich  nicht  versäumen ,  den  massvollen  und 
freundlichen  ton  hervorzuheben,  der  in  Heinzers  replik  herrscht;  ich 
werde  mich  bemuhen,  auch  meinerseits  möglichst  sachlich  zu  bleiben. 
Freilich  habe  ich  mich  mehrfach  darüber  zu  beklage?i,  dass  Heinzel 
auf  meine  au  seinander  Setzungen  und  einwände  mit  keinem  worte  ein- 
gegangen ist :  wenn  er  dieselben  auch  nicht  für  stichhaltig  anzusehen 
vermochte,  so  wären  sie  doch  wol  wenigstens  einer  envähnung  und  Zu- 
rückweisungwerth  gewesen.  Wie  die  sache  jetzt  liegt,  werde  ich  wieder- 
holt nur  auf  meine  eignen  früheren  ausführ ungen  zu  verweisen  haben. 
Heinzel  beginnt  p.  212  mit  der  bemei'kung,  er  habe  in  seinem  auf- 
satze  zu  zeigen  versucht,  dass  Thomas  nur  einen  grösseren  abschnitt 
der  Tristangeschichte  behandelt  habe  und  dass  der  verlorene  frz. 
Tristanroman ,  der  Gottfried  vorlag,  aus  einer  Vereinigung  des  Tho- 
mas mit  anderen  selbständigen  bearbeitunge?i  einzelner  theile  des  Tristan- 
stoffes entstanden  sein  müsse.  Gegen  diese  auffassung  des  Sachver- 
haltes sei  meine  einleitung  gerichtet.  Aus  dem  factum,  dass  für  den 
schluss  der  saga  [und,  fügen  wir  hinzu,  des  Sir  Tristrem]  dem 
nonuegischen  [und  e?iglischen]  bcarbeiter  das  frz.  gedieht  des  Thomas 
als  quelle  vorgelegen  hat ,  und  dass  alle  früheren  partien  von  der 
Vorgeschichte  ab  in  der  saga,  bei  Gottfried  [und  im  engl,  gedickte] 
nicht  nur  die  umrisse  der  begegebenheiten,  sondern  oft  die  unbedeu- 
tendsten einzelheiten  gemein  haben,  folge  nur,  dass  derselbe  frz.  ro- 
man,  welcher  G.  vorlag,  auch  nach  Norwegen  [und  England]  ge- 
drungen sei.  Es  sei  dadurch  aber  noch  nicht  bewiesen,  dass  Thomas 
Verfasser  eines  grossen  romans  sei,  der  die  ga?ize  lebensgeschichte 
Tristan' s  umfasse,  und  dass  dieses  werk  jener  frz.  roman  sei,  den 
G .  benutzt  habe.  Ich  constatire  dem  gegenüber,  dass  ich  diesen  trug- 
schluss  auch  nirgends  gezogen,  sondern  nur  (p.  CXLIII)  die  an  sich 
gewiss  richtige  bemerkung  gemacht  habe,  dass  unter  solchen  umstän- 
den die  behauptung ,  die  vorläge  aller  drei  dichter  sei  eine  aus  ver- 
schiedenen bruchstücken  zusammengeschweisste,  eher  eines  beweises  be- 
dürfe,    als    die    annähme    der   einheitlichkeit.      Heinzel  versucht   nun 

b* 


—       XX 

nachzuweisen,  dass  die  quelle  der  saga  keine  einheitliche  gewesen  sei. 
Es  wird  zuerst  angeführt,  dass  nach  saga  cap.  XXX  Tristram  von 
Isoldens  mutter  geheilt  werde,  wie  in  G.,  cap.  XLIII  dagegen  sage 
Tr.,  Isolde  selbst  habe  es  gethan;  zu  vergleichen  sei  auch  cap.  XCVI, 
wo  er  Isoldens  ärztliche  kunst  preise.  Ich  hatte  auf  diesen  punkt 
p.  CXI  VI  i)  bereits  aufmerksam  gemacht.  Doch  aber  erscheint  mir 
dieser  Widerspruch  als  ein  wenig  bedeutsamer.  Der  sagaschreiber 
komite  mit  vollem  rechte  sagen  p.  47,  22^.:  0ngan  hafeti  hann 
laekni  annan  enn  dröttninguna,  ok  0ngan  skialdsvein  ütan  Isond 
fjung]frü,  er  Jrjönadi  hänum  litillätliga ;  en  hann  optliga  J?akk- 
acti  J?eim  )?eirra  margfalt  starf  ok  gö&leika,  er  hänum 
gäfu  hvild  ok  lif  frä  J?vi  ei  tr  i ,  sem  var  1  hans  likama, 
nämlich  die  königin  durch  ihre  heilkunst,  die  prinzessin  durch  ihre 
aufmerksame  pflege.  In  diesen  Worten  sagt  uns  Robert  klar  ge?iug, 
wie  er  die  worte  Tristram'' s  p.  53,  29/.:  £11  hefir  tvisvar  gefit  mer 
lif  ok  komit  mer  ur  tvifoldum  daueta,  aufgefasst  wissen  will.  In 
genau  de?nselben  sinne  kamt  Thomas  Tristran  von  Is.  sagen  lassen : 
Quant  ele  jadis  guarrai  ma  plaie.  Wenn  im  letzten  theile  der  er- 
zähhmg  angenommen  wird,  die  medicinischen  kenntnisse  der  mutter 
seien  auf  die  tochter  übergegangen,  so  liegt  auch  darin  nichts  be- 
fremdendes. —  Ferner  ist  es  ja  richtig,  dass  Tristram  s  kämpf  mit 
einem  riesen  in  Spanien  in  Frz.  und  S.  auffallend  spät  erzählt  wer- 
den', dass  aber  dieser  eine  umstand  nicht  genügen  würde,  um  die 
erste  grössere  hälfte  des  frz.  gedicktes  Thomas  abzusprechen,  gibt 
Heinzel  selbst  p.  213  zu.  —  S.  p.  14,  36  /.  =  G.  v.  1674  f.  = 
E.  v.  205  ff.  zuird  nur  erzählt,  Kanel.  sei  im  kämpfe  gefallen  (in 
E.  etwas  ausführlicher,  durch  verrath) ;  S.  p.  28,  2  ff.  =  G.  v.  5429 
=  E.  v.  859  wird  Morgan  als  sein  mörder  genannt.  Diese  beiden 
berichte  involviren  aber  doch  keinen  Widerspruch,  sondern  deuten  nur 
hin  auf  eine  ungenauigkeit  im  ausdruck  an  der  ersteren  stelle  der 
frz.  Vorlage,  oder  die  behauptung  Tristram ^ s  ist  so  zu  erklären,  wie 
ich  I  p.  XLII  fragweise  vermuthet  habe.  —  » Mariados  wird  zwei- 
mal eingeführt,  cap.  LI  und  IXXII.a  Heber  diese  scheinbare  incon- 
gruenz  habe  ich  p.  CXXIII  gehandelt.  —  Betreffs  des  von  Heinzel 
p.  213  0.  erwähnten  bechers  könnte  ich  Mos  das  p.  CXLVI  1)  ge- 
sagte wiederholen. 

Auf  Heinzers  bemerkungen  über  das  Strassburger  fragment 
komme  ich  später  zurück.  Er  bespricht  dann  p.  213  ff.  das  Cam- 
bridger  bruchstück,  auf  welches  nach  dem  herausgeber,    Vetter  zuerst 


—      XXI      — 

wieder  aufmerksam  gemacht  hat:  es  enthalt  die  letzte  entdeckung  der 
liebenden  durch  den  könig  und  ihren  abschied.  Heinzel  bestreitet, 
dass  Thomas  diese  stelle  gedichtet  haben  könne ;  er  führt  dafür  zuerst 
die  schon  in  seinem  früheren  aufsatze  herbeigezogene  stelle  aus  Tho- 
mas. Mich.  II  i  v.  1473  ff-  an-  Ich  schreibe  derselben  noch  heute 
sehr  wenig  beweiskraft  zu  (vgl.  I  p.  CXLVI 1).  Wichtiger  erscheint, 
dass  Brangäne  a.  a.  o.  v.  262  sagt,  der  könig  sei  von  dem  liebes- 
rcrhältniss  Isoldcns  mit  Tristan  nie  ganz  überzeugt  gewesen:  II  le 
vus  ad  pur  co  suffert,  Que  il  ne  fud  uneques  ben  cert.  Dieser  äusse- 
rn ng  scheint  freilich  die  entdeckung  im  garten  direkt  zu  widersprechen. 
L  rnd  doch  lehrt  eine  genauere  betrachtung,  dass  dies  nicht  der  fall 
ist;  der  könig  kehrt  nach  der  entfernung  Tristans  mit  seinen  rittern 
zurück  und  sie  finden  Is.  allein;  da  heisst  es  in  S.  p.  82,  32  f.: 
ok  fyrir  J?vi  mättu  J?eir  0nga  sok  gefa  henni,  ok  ekki  misg0rdi  hun 
j?ä,  ok  fyrirgaf  ]?ä  konungrinn  henni  reicti  sma;  E.  v.  2610/.:  For 
J?i  J?e  kni^tes  gan  say,  J>at  wrong  Markes  had  sen.  In  G.  stellen 
die  räthe  Mark  vor,  er  bringe  sein  weib  unnöthiger  weise  in  üblen 
ruf,  v.  18396^".:  Und  habet  an  ir  noch  niht  erkant,  Daz  wider  ir 
eren  müge  gesin?  Waz  wizet  ir  der  künigin?  War  umbe  velschet 
ir  die,  Diu  nie  valsch  wider  iu  begie?  .  .  .  v.  18405^*. :  Sus  nämen 
si'n  mit  rede  dervan,  Daz,  er  in  volgen  began,  Und  aber  sinen  zorn 
lie  Und  ungerochen  dannen  gie.  Nach  dem  berichte  aller  Versionen 
suchen  die  räthe  also  den  könig  davon  zu  überreden,  dass  er  sich 
getäuscht  haben  müsse,  und  der  könig  lässt  sich  in  der  that  über- 
zeugen oder  stellt  sich  wenigstens  so.  Fassen  wir  diesen  umstand 
ins  äuge,  so  erscheint  Brangänens  äusserung  —  zumal  von  ihrem 
standpimkte  aus  —  ganz  gerechtfertigt.  Es  liegt  also  kein  genügen- 
der grund  zu  der  annähme  vor,  dass  das  Ca7nbridger  bruchstück 
?iicht  von   Thomas  verfasst  sei. 

Am  wenigsten  glücklich  scheint  mir  aber  Heinzel  bei  heranziehung 
folgeiider  verse  des  Thomas  zu  sein,  Michel  II,  1  v.  1 2  2 1  ff. :  Del 
beivre  qu'ensemble  beuimes  En  la  mer  quen  suppris  en  fusmes, 
El  beivre  fud  la  nostre  mort,  bei  der  ich  ihn  zunächst  auf  einen 
sehr  befremdlichen  widersprach  zwischen  seinen  eigenen  angaben  auf- 
merksam machen  muss;  er  sagt  p.  215;  »Das  en  la  mer  passt  nicht 
zu  saga  cap.  XL  VI,  Gottfried  293,  23,  wo  die  scene  mit  dem  lieb  es- 
trank in  einem  hafen  spielt.«.  Dagegen  p.  216,  wo  die  sachlichen 
differenzefi  zwischen  G.  und  S.  besprochen  werden :  » Saga  cap.  XL  VI 
liebestrank  auf  dem  meere,   bei  G.  293,  23  in  einem  hafen.«    Welche 


—      XXII      — 

dieser  zwei  angaben  über  die  darstellung  der  saga  ist  denn  nun  die 
richtige?  Es  heisst  S.  p.  56,  27  ff.:  Nu  siglir  Tristram,  ok  var 
fagrt  vectr,  ok  af  J?vi  at  ylrinn  var  heitr,  J?yrsti  hann  mjok,  ok 
krafdi  hann  )?ä  vfns  at  drekka,  ok  hljöp  )?egar  upp  einn  Jrjönustu- 
sveinn  Tristrams  ok  fyldi  kerit  af  legli  J?eim ,  er  dröttning  fekk 
Bringvet  at  vardveita  etc.  Es  kann  also  nicht  der  mindeste  ziueifel 
darüber  aufkommen,  dass  nach  S.  der  trank  en  la  mer  genossen 
wird,  und  genau  dasselbe  kann  nach  meiner  ansieht  von  Gottfrieds 
darstellung  gesagt  werden.  Es  heisst  G.  v.  11 661  ff. :  Nu  man 
gelante  in  eine  habe,  Nu  gie  daz  volc  almeistec  abe  Durch  banekie 
uz  an  daz  lant;  Nu  gienc  ouch  Tristan  zehant  Begrüezen  unde  be- 
schouwen  Die  Hellten  sine  frouwen ;  Und  alse  er  zuo  ir  nider  gesaz 
.  .  .  v.  11690/. :  Ie  mitten  gieng  ouch  Brangsen'  in  Unde  erkande 
daz  glas  etc.  Nun  hat  G.  früher  erzählt,  v.  11540^".:  Nu  was 
den  frouwen  zuo  ir  vart  Mit  Tristandes  rate  Ein  kielkemenäte  Nach 
heinlicher  sache  Gegeben  ze  ir  gemache.  Da  was  diu  küniginne 
Mit  ir  junefrouwen  inne  Und  mit  in  lützel  dehein  man  Wan  under- 
wilen  Tristan  :  Der  gie  wilen  dar  in  Und  tröste  die  künigin,  Da  si 
weinende  saz.  Die  Situation  kann  also  doch  nur  folgende  sein:  Da 
die  damen  von  der  Seekrankheit  schwer  zu  leiden  haben,  so  beschliesst 
Tr.,  das  schiff  in  einen  hafen  einlaufen  zu  lassen  und  ihnen  hier 
er  holung  zu  gönnen.  Dort  verlasse?!  die  meisten  leute  das  schiff,  um 
sich  auf  dem  lande  zu  amüsiren,  Tristan  aber  besucht  die  in  ihrer 
kajüte  gebliebene  Isolde,  und  hier  wird  der  liebestrank  genossen ;  also 
doch  en  la  mer,  auf  dem  w asser,  denn  es  wird  nichts  davon  be- 
richtet, dass  das  schiff  ans  land  gezogen  worden  sei,  und  andrerseits 
braucht  en  la  mer  durchaus  nicht  blos  zu  heissen :  auf  hoher 
see.  Da  auch  E.  zufolge  der  liebestrank  auf  dem  schiffe  getrunken 
wird  (vgl.  v.  1653  ff.),  so  stimmt,  gerade  was  diesen  punkt  anlangt, 
die  reminiscenz  des  Thomas  ganz  vortrefflich  zu  den  berichten  in  S., 
G.  und  E.  Dass  ein  paar  wenige  andre  bedenken  HeinzeVs  schwie- 
riger zu  beseitigen  sind,  gebe  ich  gern  zu. 

Ich  komme  jetzt  auf  die  hauptfrage  zu  sprechen :  Was  sind  die 
wesentlichen  unterschiede  zwischen  der  auffassung  HeinzeVs  und  der 
meinigen  betreffs  der  entstehung  der  quelle  oder,  wenn  man  lieber 
will,  der  quellen  von  S.,  E.  und  G.  ?  Heinzel  behauptet,  der  in 
den  frz.  frag?nenten  genannte  Thomas  habe  die  geschickte  Tristan 's 
erst  von  seiner  flucht  nach  der  Bretagne  an  dichterisch  behandelt; 
sein  werk  wurde  später  mit  anderen   selbständigen  bearbeitungen  ein- 


—      XXITI      — 

zel/ier  theile  des  Tristan-Stoffes  zu  einem  ganzen  vereinigt;  dieser 
grosse  roman  ist  ausser  naeh  Deutsehland  auch  nach  Norwegen  [und 
England  gedrungen.  Letzteres  scheint  ihm  jedoch  nach  p.  216  0. 
auch  noch  zweifelhaft  zu  sein.  Er  stützt  sich  dabei  auf  Widersprüche 
theils  zwischen  den  angaben  des  Thomas  und  der  früheren  erzählung, 
theils  zwischen  einzelnen  theilen  dieser  selbst,  welche  die  annähme 
einer  einheitlichheit  des  Werkes  ausschlössen.  Dem  gegenüber  habe 
ich  wahrscheinlich  zu  machen  gesucht,  dass  die  ganzen  vorlagen  von 
S. ,  G.  und  E.  im  wesentlichen  das  werk  des  Thomas  repräsentiren. 
Das  ist  zunächst  die  einfachere,  weniger  complicirte,  also  wahrschein- 
lichere annähme;  die  HeinzeV  sehe  bedürfte  eines  gewichtigen  nach- 
w  eis  es,  tu  elcher  durch  die  wenigen,  anderweitig  schwer  erklärbaren 
stellen  keineszvegs  geliefert  wird.  Dafür  spricht  erstens,  dass  soivol 
G.  wie  E.  gleich  am  anfange  ihrer  gedickte  sich  auf  einen  Thomas 
berufen,  der  höchst  wahrscheinlich  auch  an  der  spitze  ihrer  vorlagen 
genannt  war,  und  dann  sicher  mit  dem  in  den  frz.  fragmenten  ge- 
nannten identisch  ist.  Wer,  wie  Heinzel,  dies  merkwürdige  zusam- 
mentreffen der  drei  Thomase  für  einen  zufall  erklären  will,  hat  sich 
zum  mindesten  mit  einem  höchst  sonderbaren  zufall  abzufinden.  Zwei- 
tens habe  ich  in  meiner  abhandlung  I  p.  CXLIV  einer  dem  ausdrucke 
nach  ähnlichen  art  der  polemik  bei  G.  und  Thomas  gedacht;  es  ist 
mir  in  hohem  grade  wahrscheinlich,  dass  dieselbe  nicht  Gottfried' 's 
eigen thum ,  sondern  direkt  aus  seiner  vorläge  herübergenommen  ist. 
Also  auch  dieser  umstand,  auf  zvelchen  Heinzel  in  seiner  neuesten 
replik  nicht  eingegangen  ist,  spricht  dafür,  dass  auch  der  erste  theil 
der  geschickte  aus  Thomas  hand  hervorging.  So  würden  dem 
Thomas  also  alle  diejenigen  abschnitte  des  verlornen  frz.  gedicktes 
zuzuschreiben  sein,  in  denen  die  drei  bearbeitungen  inhaltlich  oder  gar 
wörtlich  übereinstimmen.  Wie  steht  es  aber  mit  denjenigen  partien 
der  erzählung,  wo  E.  und  S.  anders  berichten  als  G. ,  oder  gar  G. 
den  bericht  der  beiden  anderen  fassungen  als  unglaublich  oder  un- 
wahrscheinlich abweist?  Dass  dergleichen  tvidersprüche  vorhanden 
sind ,  habe  ich  natürlich  auch  keineswegs  abstreiten  wollen,  ja  ich 
habe  sie  selbst  namhaft  gemacht  und  Heinzel  hätte  eigentlich  nicht 
nöthig  gehabt,  sie  p.  216  nochmals  aufzuführen.  Freilich  wird  er 
wol  gemeint  haben,  hierin  eine  Bestätigung  seiner  ansieht  über  die 
entstehung  des  ganzen  frz.  Werkes  zu  erblicken ;  in  diesen  fällen  tvird 
ihm  zufolge  in  der  vorläge  von  E.  und  S.  der  betreffenden  scene  ein 
anderer   episodischer  lais   zu   gründe  gelegen    haben,    als    in   G. ;    so 


—      XXIV      — 

wenn  E.  und  S.  die  fahrt  nach  wäne  berichten,  während  G.  gegen 
diese  auffassung  ankämpft.  Heinzel  wird  annehmen,  hier  sei  bei  der 
Zusammensetzung  des  grossen  romans  in  der  vorläge  von  S.  und  E. 
ein  sich  an  die  Eilhart' 'sehe  sagenges talt  anschliessender  lais,  der 
Tristans  erste  fahrt  nach  Irland  erzählte,  verwendet  worden,  in  der 
vorläge  von  G.  ein  der  anderen  sagenschicht  angehöriger,  der  gegen 
die  ältere  auffassung  front  machte.  Man  wird  ihm  einhalten,  dass 
es  dann  unerklärlich  sei,  dass  doch  gerade  auch  in  dieser  episode 
sich  so  viele  wörtliche  berührungen  zwischen  allen  drei  texten  fin- 
den, wie  ich  sie  p.  L  ff.  aufgezählt  habe.  Jedoch  gegen  diesen 
einwand  hat  er  sich  im  voraus  gedeckt,  wenn  er  in  seiner  früheren 
abhandlung ,  p.  289  sagt:  »Nicht  Mos  die  verschiedenen  natürlich 
sich  ergebenden  abschnitte  der  sage  stammten  von  verschiedenen  Ver- 
fassern, auch  in  den  einzelnen  episoden  scheinen  theile  einander  ab- 
schliessender bearbeitungen  äusserlich  verbunden  worden  zu  sein. « 
Wenn  er  a.  a.  0.  fragt:  Aber  darf  man  eigentlich  von  einer  »quelle 
Gottfrieds  und  der  saga «  sprechen  ?  nur  wenn  man  zugibt,  dass  dieses 
werk  von  so  loser  composition  war,  dass  ganze  partien  ausgehoben 
und  durch  andere  ersetzt  werden  könnten « ,  so  will  er  damit  doch 
offenbar  sagen ,  dass  solche  entfernung  und  einschiebung  einzelner 
stellen  nur  denkbar  sei  bei  einem  aus  verschiedenen  theilen  zusammen- 
geflickten werke ,  wo  es  leicht  sei,  die  näthe  aufzutrennen  und  zu 
erneuern.  Das  möchte  ich  aber  doch  sehr  entschieden  bestreiten.  Es 
fehlt  keinesweges  an  analogieen  dazu,  dass  in  bestimmt  ausgeprägter 
tendenz  gedickte  interpolirt  und  einzelne  passus  durch  andere  ersetzt 
werden.  Dahin  gehört  z.  b.  das  von  mir  zuerst  bekannt  gemachte 
altfrz.  gedieht  Amys  et  Amillyoun,  von  welchem  zwei  hauptredactionen 
existiren,  die  eine  vertreten  durch  die  Londoner  (L.)  und  Cambridger 
(Cb.)  hss.,  die  andere  durch  das  Carlsruher  fragment  (C).  Vgl. 
Engl.  st.  II p.  295^.  und  V p.  465/.  Beide  weichen  stellenweise 
recht  bedeutend  von  einander  ab.  Die  liebeserklärung  der  prinzessin 
findet  nach  LCb  in  einem  abgelegenen  zimmer,  nach  C  im  garten 
statt.  In  LCb  fehlt  die  ganze  erwägung  des  Amys,  ob  er  die  liebe 
der  prinzessin  aeeeptiren  soll  oder  nicht,  ariderer  auslassungen  nicht 
zu-  gedenken.  In  diesen  stellen  entscheidet  die  englische  Übertragung 
des  frz.  gedicktes  sich  für  C.  Wichtiger  ist  noch,  dass  in  C  mehrere 
lange  episoden  aus  einer  wesentlich  anderen  phase  der  sage,  wie  sie 
die  chanson  de  geste  Amis  et  Amiles  repräsentirt,  hinein  interpolirt 
ivorden    sind.      Also   ganz   ähnliche  Verhältnisse  wie  im  vorliegenden 


—       XXV       — 

fall.  Und  doch  wird  kaum  jemand  die  ansieht  aufstellen,  das  in 
kurzen  reimpaaren  abgefasste  frz.  gedieht  sei  aus  episodischen  lais 
BUS  ammenge schweis st.  Zu  solch  episodischer  behandlung  würde  auch 
dieser  stoff  sclir  -wenig  geeignet  sein.  Daraus  ergibt  sich  aber,  dass 
aus  dergleichen  abweichungen  auf  den  ursprünglichen  litter  arischen 
character  eines  den  hm  als  keine  Schlüsse  gezogen  werden  können.  Ich 
glaube  also,  dass  es  sich  an  den  betreffenden  stellen  um  tendenziöse 
Interpolationen  und  änderungen  in  dem  gedichte  des  Thomas  handelte. 
Dass  solche  in  den  erhaltenen  fragmenten  desselben  vorkommen,  hat 
Heinzel,  abhandlung  p.  374/.,  selbst  zugegeben.  Manche  dieser  Inter- 
polationen verfolgen  den  zweck,  Eilhart' 'sehe  momente  in  die  Thomasi- 
sche fassung  einzuschmuggeln.  Hieher  rechnete  ich  z.  b.  fr  gm.  Strassb. 
v.  21  ff.,  von  dene?i  Heinzel  sehr  treffend  bemerkt  hatte,  dass  sie  in 
diese  version  nicht  passten.  In  S.  und  E.  sind  f actisch  nur  die 
ersten  20  verse  übersetzt.  Heinzel  meint  freilich,  Anz.  p.  213,  der 
Widerspruch  in  dem  uns  erhaltenen  Thomas  sei  das  echte,  die  vorläge 
bruder  Roberts  [und  des  engl,  gedichtes ! ]  verrathe  eine  ausgleichende 
redaction .  Meine  ansieht  dagegen  ist,  dass  das  Strassburger  frag- 
ment  einer  redaction  des  Thomasischen  Werkes  angehört,  in  welche 
der  Eilharf  sehe  zug  hineininterpolirt  war;  die  vorlagen  von  E.  und 
S.  hatten  diesen  zusatz  nicht  erhalten,  hatten  darum  auch  nicht 
nöthig ,  ihn  wieder  auszuscheiden.  Auf  eine  andre  tendenz  ist  es 
zurückzuführen,  ivenn  der  redactor  der  vorläge  von  S.  den  hinweis 
Morolds  auf  die  ärztlichen  kenntnisse  seiner  Schwester  eingefügt  hat, 
offenbar  in  der  absieht,  Tr.  dann  direkt  nach  Irland  reisen  zu  lassen ; 
statt  dessen  hat  er  aus  versehen  die  fahrt  nach  wäne  später  ruhig 
stehen  gelassen.  Der  redactor  der  vorläge  von  G.  hatte  eine  be- 
sondere Vorliebe  für  Brangäne ,  und  hat  ihretwegen  mehrere  stelle?! 
modificirt  u.  s.  w.  Ob  sich  ohne  neue  funde  die  eine  oder  die 
andere  auffassung  jemals  mit  absoluter  Sicherheit  wird  als  richtig 
erweisen  lassen,  ist  mir  sehr  zweifelhaft.  Jedenfalls  ist  es  jetzt  die 
sache  unparteiischer  fachgenossen,  ihrerseits  der  Streitfrage  näher  zu 
treten,  als  es  bisher  geschehen.  Am  nächsten  dürfte  diese  aufgäbe 
denefi  liegen ,  welche  neue  ausgaben  von  Gottfrieds  werk  und  den 
französische?!  fragme?ite?i  vorbereite?! :  Paul  und  Vetter. 

Am  Schlüsse  sei?ier  recensio?i  (a.  a.  0.  p.  217J  bemerkt  Heinzel, 
er  müsse  die  hauptresultate  meiner  Untersuchungen  über  die  Tristra??is 
saga  ablehnen.  Ich  möchte  dem  gegenüber  nur  constatiren,  dass  er 
in  dieser  recensio?i  wenigstens  nur  einen  sehr  geringen  bruchtheil  der- 


—       XXVI       — 

selben  wirklich  zu  widerlegen  versucht  hat.  Das  was  ich p.  CXLVIIf. 
über  das  verhältniss  des  sagaschreibers,  des  englischen  dichters  und 
Gottfried' 's  von  Strassburg  zu  seiner  quelle  gesagt  habe  —  wichtige 
punkte,  die  gerade  Heinzel  als  germanisten  in  erster  linie  interessiren 
müssen  —  wird  durch  seine  einwände  nicht  im  allergeringsten 
tangirt. 

Zur  vollständigung  der  I  p.  XII  ff.  aufgezählten  Versionen  der 
Tristansage  weise  ich  zum  Schlüsse  darauf  hin,  dass  sich  seitdem  ein 
höchst  interessantes  fragment  von  leider  nur  184  versen  einer  nieder- 
deutschen fassung  gefunden  hat,  welches  das  abenteuer  Tristants  mit 
Tristant  dem  zwerge  behandelt.  Es  ist  fast  zu  gleicher  zeit  zweimal 
edirt  worde?i,  von  Lambel,  Germ.  XXVI  p.  356  ff.  vnd  von  Titz, 
Ztschr.  f.  d.  a.  XXV  p.  248  ff.  Manche  stellen  bedürfen  einer 
nachprüf  ung,  da  die  lesungen  differiren ;  besonders  hat  Lambel,  dessen 
wiedergäbe  des  textes  mir  im  ganzen  mehr  vertrauen  einflösst,  man- 
ches in  der  hs.  gelesen,  was  Titz  erst  durch  conjeetur  erschliesst; 
vgl.  T.  v.  16  vedder,  L.  redder.  T.  v.  19  uns,  L.  wif.  T.  v.  67 
fuole,  L.  suote.  T.  v.  68  ionhiele,  L.  tonhiele.  T.  v.  95  senede,  L. 
seuede.  T.  v.  119  ier  erere,  L.  te  were.  T.  v.  125  armonye,  L.  AR- 
menye.  T.  v.  132  clage,  L.  slage.  T.v.  161  sine,  L.  Gine.  T.v.  175 
arredie,  L.  arzedie.  Die  ausgäbe  von  Titz  ist  mit  Interpunktion  ver- 
sehen, ivährend  Lambel  dankenswerthe  erörterungen  über  das  ver- 
hältniss dieser  version  zu  den  übrigen  beigefügt  hat,  deren  resultat 
ist,  dass  dem  dichter  » eine  mit  dem  frz .  texte  zwar  verwandte,  aber 
auch  wieder  mehrfach  und  in  nicht  unwesentlichen  dingen  abwei- 
chende darslellung  als  quelle  diente.«  Ich  wüsste  seinen  bemerkungen 
nichts  nennenswerthes  beizufügen. 

Zu  I  p.  CXXVI  1)  steht  in  beziehungl  F.  Wiegandt,  Heinrich 
von  Freiberg  in  seinem  verhältniss  zu  Eilhart  und  Ulrich.  Rostock 
1879.  Doch  wird  durch  diese  z.  th.  recht  oberflächliche  arbeit  die 
betr.  frage  keinesweges  endgültig  beantwortet. 

B)   Zum  englischen  gedickte. 

Was  den  Verfasser  des  englischen  gedicktes  anlangt,  so  kann  ich 
mich  ziemlich  kurz  fassen.  Der  autor  unseres  Werkes  gibt  vor,  in 
Erceldoune  gewesen  zu  sein  und  mit  Thomas  sich  unterhalten  zu 
haben.  Dort  hörte  er  in  vertrautem  gespräche  alle  details  über  die 
geschickte    von  Sir  Tristrem.      Thomas    hat  ferner   nach  der  klaren 


XXVII       — 

angabt  des  dicht  er s  auch  als  Jongleur  die  abenteuer  Tristrems  öffent- 
lich vorgetragen.  Der  name  eines  Thomas  Rymor  de  Ercildnne  ist 
aus  einer  undatirten,  bei  Murray :  T/ie  Romane e  and  Prophccics  of 
Thomas  of  Erceldoune.  London  1875,  /•  IX /•  abgedruckten  Urkunde 
nachgewiesen,  in  der  er  a/s  zeuge  fungirt.  Die  persönlichkeiten  der 
ubrige?i  zeugen  weisen  nach  den  ausfuhrungen  von  Brandt:  Thomas 
of  Erceldoune,  Berlin  1880,/.  15,  auf  die  zeit  von  1250 — 80  hin. 
Dazu  stimmt  recht  gut  eine  zweite  Urkunde  vom  jähre  1294,  w eiche 
meldet,  dass  ein  Thomas  de  Ercildoun,  filius  et  heres  Thome  Rymour 
de  Ercildoun,  dem  klostcr  Soltra  seinen  ganzen  grundbesitz  schenkt. 
Wenn  A.  B  ran  dl  a.  a.  0.  p.  15  dazu  bemerkt:  ^Wahrscheinlich  war 
also  dieser  Thomas  Rymour  1294  bereits  todt«,  so  scheint  sich  mir 
dieses  factum  aus  den  Worten :  totam  terram  meam ,  cum  omnibus 
pertinentis  suis,  quam  in  tenemento  de  Ercildoun  hereditarie  tenui 
—  sogar  mit  vollster  gewissheit  zu  ergeben.  Zu  diesen  Zeugnissen 
kommt  nun  noch  ein  drittes,  welches  den  namen  des  Thomas  of  Ercil- 
doun e  in  Zusammenhang  mit  dem  Sir  Tristrem  bringt,  die  bekannte 
und  vielbesprochene  stelle  aus  Robert  Mannyng  of  Brunne 's  prolog 
zu  seiner  chronik ,  in  The  works  of  Thomas  Hearne.  Vol.  III 
p.  XCIXf.     Es  heisst  da  v.  Tiff.1): 

Als   pai  haf  wryten  and  sayd, 

Haf  I  alle  in  myn  Inglis  layd, 

In  symple  speche,   as  I  coulhe, 

tat  is  lightest  iu  mannes  mouthe. 
75  I  mad  noght  for  no  disours. 

Ne  for  no  seggers  ne  harpours, 

Bot  for  pe  luf  of  symple  men, 

tat  stränge  Inglis  can  not  ken. 

For  many  it  ere,   bat  stränge  Inglis 
80  In  ryme  wat  neuer  what  it  is. 

And  bot  pai  wist  what  it   mente, 

Ellis  me  thoght,  it  were  al  schente. 

I  made  it  not  forlo  be  praysed, 

Bot  at  pe  lewed  men  were   aysed. 
85  If  it  were  made  in  ryme  couwee 

Or  in  strangere  or  enterlace  — 

Pat  rede  Inglis,   it  ere  inowe, 

Fat  couthe  not  haf  coppled  a  kowe  — 

Fat  outhere  in  couwee  or  in  baston 
90  Som  suld  haf  ben  fordon, 

So  that  feie  men,   bat  it  herde, 

Suld  noi  witte  howe  bat  it  ferde. 

I  see  in  song,   in  sedgeyng  tale 

Of  Erceldoun  and  of  Kendale, 
95   Non  pam  says  as  pai   pam  wroght, 


1)    Leider  steht   mir   keine   neue  collation  dieses  abschnittes  zur  Verfügung, 
doch  war  Mr.   Furnivalt  so  freundlich,  eine  correctur  zu  lesen. 


-*■      XXVIII      — 

And  in  per  sayng  it  semes  noght : 

rat  may  pou  here  in  sir  Tristrem, 

Ouer  gestes  it  has  pe  steem, 

üuer  all  pat  is  or  was, 
ioo  If  men  it  sayd,   as   made  Thomas. 

But  I  here  it  no  man  so  say, 

tat  of  som  copple  som  is  away. 

So   pare  fayre  sayng  her  beforne 

Is  pare  trauayle  nere  forlorne ; 
105   Pai  sayd  it  for  pride  and  nobleye, 

rat  non  were  suylk  as  bei  ; 

And  alle  pat  pai  wild  ouerwhere, 

Alle  pat  ilk  wille  now  forfare. 

rai  sayd  in  so  quante  Inglis, 
110  Pat  many  one  wate  not  what  it  is. 

Perfore   [I]   henied  wele  pe  more, 

In  stränge  ryme  to  trauayle   sore  ; 

And  my  witte  was  oure  thynne, 

So  stränge  speche  to  trauayle  in, 
115  And  forsoth  I  couth  noght 

So  stränge  Inglis  as  pai  wroght. 

And  men  besoght  me  many  a  tyme, 

To  turne  it  bot  in  light  ryme. 

Pai  sayd,   if  I  in  stränge  it  turne, 
120  To  here  it  many  on  suld  skurne; 

For  it  ere  names  fülle  selcouthe, 

Pat  ere  not  vsed  now  in  mouthe. 

And  perfore  for  pe  comonalte, 

tat  blythely  wild  listen  to  me, 
125   On  light  lange  I  it  began, 

For  luf  of  pe  lewed  man, 

To  teile  pam  pe  chaunces  bolde, 

Pat  here  before  was  don  and  tolde. 

Ich  sehe  im  folgenden  ganz  ab  von  den  an  diese  stelle  ge- 
knüpften argumentationen  W.  Scott' s,  p.  63  ff.,  welcher  Thomas  of 
Erceldoune  als  den  ältesten  dichter  der  Tristansage  angesehen  wissen 
wollte,  ebenso  von  dem  gegen  seine  auffassung  gerichteten  anonymen 
auf satz  in  Wartorfs  History  of  english  poetry  I.  Lo?idon  1823 
p.  181  ff.,  welcher  W.  Scott  nie  zu  gesicht  gekommen  zu  sein  scheint, 
während  derselbe  in  Hazlitfs  ausgäbe  des  Warto?i  [vgl.  bd.  II 
(London  187 1)  p.  85,  note  x)]  mit  recht  als  veraltet  weggelassen 
worden  ist. 

Robert  Mannyng  stellt  sich  in  gegensatz  zu  den  dichtem,  welche 
ihre  gedickte  dazu  bestimmen,  von  Jongleurs  in  vornehmen  kreisen 
vorgetragen  zu  werden.  Einfache  leute ,  meint  er,  können  diese 
gezierte  und  sonderbare  redeweise  in  solchen  strophischen  gedickten 
nicht  verstehen.  Ja  nicht  einmal  die  minstrels  selbst  sind  im  stände, 
sich  diese  schwierigen  und  complicirten  Strophen  zu  merken.  Das 
sieht  man  an  den  liedem  von  Erceldoun  und  Kendale,  die  niemand 
genau  wörtlich  vorträgt',  das  sieht  man  namentlich  an  Sir  Tristrem, 


—      XXIX      — 

welches  die  kröne  aller  »gestesu  sein  würde,  we?m  man  es  so  vor- 
trüge, wie  Thomas  es  gedichtet  lictt.  Aber  ich  höre  dies  gedieht 
keinen  vortragen ,  ohne  dass  in  jedem  zcile?ipaar  etwas  fehlte.  Die 
folge  ist,  dass  das  gedieht  unverständlich  wird  und  sowol  Verfasser 
wie  disour  sieh  umsonst  gemüht  haben.  Darum  will  ich  ein  möglichst 
einfaches  nietrum  wählen,  besonders  da  auch  in  meinem  Stoffe  höchst 
sonderbare,  jetzt  gar  nicht  mehr  gebräuchliche  namen  vorkommen,  die 
das  verständniss  noch  erschweren  könnten. 

Ich  hoffe  im  vorigen  den  gedankengang  der  vorrede  einiger- 
massen  getroffen  zu  haben.  Für  die  geschichte  des  gedichtes  ist  die- 
selbe lehrreich  genug.  Wir  erfahren  daraus  i)  dass  Sir  Tristrem 
zu  jener  zeit  sehr  hoch  geschätzt  wurde.  2)  dass  die  vermeintliche 
Verfasserschaft  des  Thomas  von  Ercildoun  nicht  angezweifelt  wurde 
und  sicherlich  zur  berühmtheit  des  gedichtes  nicht  wenig  beitrug. 
3)  dass  das  werk  schon  um  jene  zeit  für  schwer  verständlich  galt: 
Robert  Mannyng  will  diese  dunkelheit  freilich  nur  auf  die  entstel- 
lung  desselben  durch  die  Jongleurs  schiebe?! ,  aber  sicherlich  trug  der 
von  uns  vielfach  erörterte  eigenartige  character  des  denkmals  selbst 
wesentlich  dazu  bei:  um  so  eher  dürfen  wir  uns  trösten,  wenn  wir 
öfters  mit  unserer  interpretationskunst  am  ende  sind. 

Einige  kritische  bedenken  bezüglich  der  erklärung  der  vorrede 
bleiben  freilich  zurück.  V.  87  /.  sehe  ich  als  eingeschobenen  satz  an 
und  halte  v.  89/.  für  den  nachsatz  zu  v.  85:  If  it  were  etc.  Dann 
muss  aber  in  v.  89  das  J?at  gestricJmi  werden,  welches  leicht  aus 
den  anfangen  der  vorigen  zeilen  hier  eingedrungen  sein  kann.  —  Zu 
v.  93  ff.  bemerkt  Murray  a.  a.  0.  p.  XX f. :  »It  is  not  certain  whether  the 
1  Thomas1  here  is  Thomas  of  Erceldoun  or  Thomas  of  Kendale,  nor 
indeed  that  the  first  four  lines  refer  to  the  same  subjeet  as  those  that 
folloiv :  Sir  Tristrem  may,  for  anything  that  appears,  be  a  third 
example,-  in  addition  to  the  works  of  Erceldoun  and  Kendale,  of  the 
liability  of  cquante  Inglis  to  be  marred  by  reciters,  and  its  author 
' Thomas  may  not  be  the  Erceldoun  of  the  second  line,  especially  as 
the  earlier  German  versions  of  Sir  Tristrem  quote  as  their  author ity 
one  Thomas  von  Brittanien,  or  Thomas  of  Brittany,  who  must  have 
lived,  whoever  he  tuas,  long  before  Thomas  of  Erceldoun.«  Der  hinweis 
aiif  Thomas  von  Britanje  ist  erstens  nicht  %enau,  denn  unter  den  earlier 
German  versions  trifft  die  bemerkung  doch  nur  Gottfried]  zweitens 
aber  ist  er  nicht  passend,  da  Robert  Afannyng  sicherlich  von  den 
anderen    Thomas"1    garnichts   wusste    und  ja    auch   nur  nöthig   hatte, 


—      XXX      — 

sich  auf  die  ersten  versc  unseres  gedicktes  zu  beziehen.  Aus  dem- 
selben gründe  scheinen  mir  aber  auch  die  vorhergehenden  skepti- 
schen bemerkimgen  Murrafs  nicht  ganz  gerechtfertigt  zu  sein.  Zu- 
nächst 7üill  ich  ?iodi  erwähnen,  dass  ein  Thomas  vo7i  Kendale,  von 
dem  man  früher  nicht  das  mindeste  wusste ,  in  Mamiyngs  eigenem 
werke  noch  ein  zweites  mal  erwähnt  wird',  das  citat  findet  sich  bei 
Warton,  ed.   Hazlitt  II  p.  86;  es  heisst  p.   514: 

When  Engle  hadde  be  lond  al  borow, 

He  gaf  to  Scardyng  Scardeburghe ; 

Toward  be  northe,  by  be  see  side, 

An  hauene  hit  is,  schipes  in  to  ryde. 

Flayn  highte  his  brober,  als  seyb  be  tale, 

]?at  Thomas  made  of  Kendale ; 

Of  Scarthe  and  Flayn,  Thomas  seys. 

What  bey  were,  how  bey  dide,  what  weys. 

Daraus  möchte  man  schliessen,  Thomas  of  Kendale  sei  Verfasser 
eines  chronikenartigen  gedicktes  in  schwierigem  versmasse  gewesen. 
Sein  werk  scheint  verloren  zu  seht.  Da  wir  nun  wissen,  dass  Man- 
nyng  unseren  Sir  Tristrem  gekannt  hat,  welcher  gerade  mit  der  er- 
w ähnung  des  Thomas  von  Erceldoune  anhebt,  so  kann  doch  trotz 
der  recht  unklaren  ausdrucksweise  des  dichters  kein  zweifei  darüber 
aufkommen,  dass  v.  100  zu  v.  94  in  beziehung  steht  und  dass  auch 
dort  von  Thomas  von  Ercildoune  die  rede  ist.  Sonderbar  bleibt  es 
freilich,  dass  hier  die  heimath  der  Verfasser  statt  dieser  selbst  ge- 
nannt wird.  —  V.  101  f.  sagen,  so  wie  sie  überliefert  sind,  gerade 
das  gegentheil  von  dem,  was  erwartet  wird:  Ich  höre  es  niemanden 
so  vortragen,  dass  von  einem  reimpaar  etwas  fehlt,  statt:  ohne  dass 
etc.  Für  J>at  in  v.  102  ist  wol  But  einzusetzen.  —  V.  103/".  sind 
der  construction  nach  nicht  ganz  klar;  ich  beziehe  bare  fayre  saying 
auf  die  vortragenden  Jongleurs,  bare  trauayle  auf  die  Verfasser;  die 
beiden  ausdrücke  stehen  einander  parallel  und  das  verbum  is  forlorne 
gehört  zu  beiden;  v.  104  muss  also  vielleicht  lauten:  J^are  trauayle 
is  nere  forlorne.  —  Wie  ist  v.  107  ouerwhere  aufzufassen?  Soviel 
über  diesen  merkwürdigen  pi'olog. 

Was  die  meinung   W.   Scotfs  bet?ifft,   dass   Thomas  von  Ercel- 
doune der  Verfasser  des  engl,  gedicktes  sei,   so  schliesse  ich  mich  ein- 
fach der  in  neuerer  zeit  von  verschiedenen  gelehrten  geäusserten  an- 
sieht1) an,   dass,   da  der  uns  unbekamite  Verfasser   des   gedicktes,    in 


1)  Vgl.  War  ton  ed.  Hazlitt  II  p.  85  *),  wo  Wright  und  Hallhvell  diese 
ansieht  aussprechen ;  G.  Paris,  Revue  critique  1866  p.  57;  Murray  a.  a.  o. 
p.  XXII  f. 


—      XXXI      — 

seiner  frz.  vorläge  den  natnen  eines  sonst  nicht  näher  bezeichneten 
Thomas  wiederholt  vorgefunden  hatte,  er,  um  dem  werke  ein  leb- 
hafteres Interesse  seitens  seiner  Jandsleute  zu  sichern,  als  autorität 
für  seinen  bericht  den  berühmten  Thomas  von  Erceldoune  anführte. 
Da  eine  solche  Manipulation  doch  kaum  während  Thomas1  lebzeiten 
angegangen  wäre,  so  haben  wir  wol  anzunehmen,  dass  derselbe  kurz 
vorher  gestorben  war.  Wenn  auch  R.  Mannyng  den  Sir  Tristrem 
auf  Th.  of  Erc.  zurückführt ,  so  dürfen  wir  dari?i  ja  nicht  etwa 
ein  unabhängiges  zeugniss  für  dessen  Verfasserschaft  erblicken',  der 
ehranist  kannte,  wie  oben  bemerkt,  ohne  ziveifel  den  anfang  der  ro- 
manze  und  entnahm  seine  notiz  einfach  dorther. 

Für  die  zeit  der  abfassung  des  gedicktes  bieten  sich  nach  alle- 
dem folgende  grenzpunkte.  Robert  Mannyng,  der  es  kannte,  schrieb 
etwa  um  1330;  also  ka?in  die  romanze  nicht  später  fallen,  als  in 
das  erste  viertel  des  14.  Jahrhunderts.  Gerade  aus  dieser  zeit  stammt 
aber  auch  nach  dem  urtheile  competenter  kenner  die  Auchinleck-hs . , 
welche  ihrerseits  von  uns  (0.  p.  XIII)  als  abschrift  eines  älteren  ms. 
erkannt  worde?i  ist.  Da  endlich  der  tod  des  Thomas  kurz  vor  1294 
erfolgt  zu  sein  scheint,  so  können  wir  mit  einiger  Wahrscheinlichkeit 
die  abfassung  des  Sir  Tristrem  in  das  letzte  Jahrzehnt  des  1 3 .  Jahr- 
hunderts setzen,  eine  annähme,  welcher  wenigstens  die  spräche  des 
denkmals  nicht  widersprechen  würde,  und  welche  vortrefflich  stimmt 
zu  der  ansieht  ten  Brinkys,  dass  die  Tristansage  unter  der  regierung 
Edzuard's  I,  wenn  nicht  früher,  in  die  englische  litter atur  einge- 
treten sei  (vgl.    Geschichte  der  englischen  litter  atur  I  p.  298,). 

Es  ist  schliesslich  noch  die  frage  aufzuwerfen,  ob  eine  beein- 
flussung  späterer  englischer  dichtungen  durch  Sir  Tristrem  nachweis- 
bar ist.  Es  braucht  kaum  gesagt  zu  werden,  dass  auf  vereinzelte 
anklänge,  ja  selbst  auf  wörtliche  Übereinstimmung  einzelner  verse  in 
zwei  werken,  wie  ich  in  meinen  noten  deren  behufs  c har acter isirung 
des  epischen  Stiles  in  fast  zu  reichlicher  zahl  namhaft  gemacht  habe, 
keinerlei  sichere  Schlüsse  gebaut  werden  können.  So  ist  es  z.  b.  mög- 
lich, dass  der  Verfasser  des  Libeaus  Disconus  in  einer  kampfschil- 
derung  sich  Sir  Tr.  v.  1035  ff.  zum  vorbild  genommen  hat',  vgl. 
die  anm.  zu  d.  st.  Mit  grösserer  Wahrscheinlichkeit  lässt  sich  be- 
haupten, dass  der  dichter  von  Amis  and  A?niloun  unser  gedieht  ge- 
kannt hat;  vgl.  ?nei?te  amnerkungen  zu  v.  12.  60 f.  71 — 75.  91/. 
121.  139.  283/.  \Zdoff.  Direkt  beiueisbar  jedoch  ist  die  benutzung 
des  Sir   Tristrem    durch    einen    anderen    dichter   blos    in  ein  ein  falle. 


XXXII      — 

In  meinen  noten  zu  v.  66.  146.  177 — 187.  241.  261.  292.  443. 
510.  544.  547.  1258.  1332^.  habe  ich  eine  anzahl  frappanter  Über- 
einstimmungen in  Sir  Tristrem  und  Hörn  Childe  nachgewiesen,  bei 
denen  der  zufall  imbedingt  ausgeschlossen  ist.  Und  hier  kommt  noch 
ein  anderer  grund  hinzu,  welcher  diese  beobachtung  in  trefflicher 
weise  nnterstützt.  Schon  f.  Grimm  hat  in  seinem  aufsatze :  Horn- 
kind  und  Maid  Rimenild,  Kleinere  Schriften,  bd.  VI,  p.  56,  darauf 
aufmerksam  ge?nacht ,  dass  ein  zug  dieser  dichtung,  welcher  sich  in 
King  Hörn  nicht  findet,  lebhaft  an  eine  episode  der  Tristan-sage  er- 
innert. Einen  weiteren,  hieher  gehörigen  zug,  die  Selbsttäuschung 
der  königstochter  Acuta  bezüglich  der  vermeintliche?!  liebe  Horns  zu 
ihr,  welcher  an  das  verhältniss  Tristans  zu  Isolde  Weisshand  ge- 
mahnt, hat  Wissmann,  Anglia  IV  p.  346,  richtig  geltend  gemacht. 
Zum  überfluss  erfahren  wir  aus  dem  gedichte  noch  direkt,  dass  der 
Verfasser  den  Tristanroman  kannte;  vgl.  str.  XXVI: 

Loved  never  childer  mare 

Bot  Tristrem  or  Ysaud  it  wäre, 

Who  so  rede  ari^t. 

(Vgl.  Wissmann  a.  a.  0.).  Da  liegt  denn  doch  die  vermuthung 
mehr  als  nahe,  dass  er  denselben  nicht  in  frz.  spräche  gelesen,  son- 
dern in  der  uns  überlieferten  englischen  gestaltung  kennen  gelernt 
hat.     So  ergänzen  sich  beide  beweise. 


III. 

Die  dichterische  form  des  Sir   Tristrem. 

A)   Die  Strophe  und  der  reim. 

J.  Schipper:  Alt  englische  metrik.  Bonn  1881,  p.  386  citirt  fol- 
gende strophe  eines  He  des  von  Minot: 

King  Edward,  frely  fode, 

In  Fraunce  he  will  noght  blin, 

To  make  his  famen  wode, 

That  er  wonand  tharein. 

God,  that  rest  on  rode 

For  sake  of  Adams  syn, 

Strenkith  him  maine  and  mode, 

His  reght  in  France  to  win, 

And  have. 

God  grante  him  graces  gode 

And  fro  all  sins  us  save ! 


—      XXXIII      — 

und  bemerkt  dazu  p.  387:  »Die  grösste  ähnlichkeit  mit  jener  Minot- 
schen  Strophe  Jiat  diejenige  Strophe,  in  welcher  die  Tristrem-romanze 
geschrieben  ist,  nur  dass  die  cauda  mit  der  hauptstrophe  gemeinsame 
reime  hat  nach  dem  Schema  ABABABABbAB.«  Diese  angäbe 
stimmt  jedoch  nur  für  str.  I  und  XIV  des  Sir  Tristrem.  Von  den 
übrigen  strophen  stimme//  bezüglich  der  reimfolge  ganz  genau  zu  der 
obigen  Mino f  sehen  Strophe,  zeigen  also  das  reimschemaABABABABcAc 
nur  folgende:  IV.  VII.  VIII.  XXIII  CVIII  Fast  in  allen 
übrigen  strophen  reimt  die  10.  zeile  nicht  mit  der  1.  3.  5.  7.,  son- 
dern mit  der  2.  4.  6.  8.;  es  ergiebt  sich  also  das  Schema : 
ABABABABcBC.  Von  so?istige?i  vereinzelten  ab  ander ungen  ist  noch 
zu  bemei'kcn  1)  nach  dem  schema  ABABABABaBA:  CCII;  nach 
dem  schema  ABABABABcBC:  XXVII.   CCXCIX. 

Die  genauigkeit  der  reime  kann  hier  blos  in  soweit  behandelt 
werden  als  dieselben  unabhängig  sind  von  den  etwaigen  Veränderungen, 
welche  der  abschreiber  sich  in  bezug  auf  den  dialekt  des  gedichtes 
erlaubt  hat,  da  die  letzteren  in  einem  späteren  capitel  zu  besprechen 
sind. 

Es  finden  sich  im  Sir  Tristrem  folgende  fälle  von  reichem 
reime x) . 

a)  Beide  Wörter  sind  bei  verschiedener  bedeutung  vollständig 
gleich : 

v.  453  wrou^t  3  plpr.  :  v.  459  ywrou^t  part.pr.  v.  629  lete 
3  spr.  :  v.  637  lete  inj.  v.  960  sij? e  plur.  :  v.  964  sij?e  sing.  v.  1016 
go  inf.  :  v.  1022  go  ^seprs.  v.  1093  se  inf.  :  v.  1097  se  subst. 
v.  1191  lay  subst.  :  v.  1195  lay  $spr.  v.  1245  lij?e  adj.  :  v.  1253 
li]?e  inf.  v.  1289  say  inf.  :  v.  1293  say  isprs.  v.  1346  mou^t 
$plpr.  :  v.  1352  mou^t  3  spr.  v.  1377  wise  adj.  :  v.  1385  wise 
subst.  v.  1392  bare  3  spr.  :  v.  1396  bare  3plpr.  v.  2041  abide 
imp.  :  v.  2045  abide  inf.  v.  2246  se  :  2252  yse.  v.  2564  to 
num.  :  2570  to  inf  =  take.  v.  2690  to  inf.  =  take  :  2694  to 
num.  v.  2813  wald  subst.  :  v.  2815  wald  $spr.  v.  2934  hende 
adj.  :  v.  2936  hende  subst.  cas.  obl.  v.  2943  lede  subst.  :  v.  2947 
lede  inf.  v.  3075  lede  subst.  :  v.  3077  lede  splpr.  v.  3163  ay 
adv.  :  v.  3167  ay  subst.  v.  3191  to  adv.  :  v.  3193  to  num. 
v.   3262  wrong  3  spr.   :  v.   3266  wrong  subst. 


1)   Die  eintheilung  ist  entnommen  aus  Schipper  a.  a.  0.  p.   299^". 
Kölbing,  Sir  Tristrem.  c 


—      XXXIV      — 

b)  Das  eine  der  reimenden  Wörter  ist  ein  zusammengesetztes 
oder  überhaupt  längeres1),   das  andere  ein  einfaches: 

v.  145  abade  subst.  :  v.  154  bade  3/^r.  v.  311  bonair  : 
v.  313  air.  v.  991  hald  subst.  :  v.  993  wi)?hald  inf.  v.  1058 
ali^t  imp.  :  v.  1062  li^t  adj.  v.  1222  like  adj.  :  #.  1224  sellike 
adj.  v.  1356  reles  subst.  :  z/.  1358  les  subst.  v.  1937  yfalle 
part.pr.  :  v.  1943  bifalle  part.pr.  v.  2216  sen  part.pr.  :  v.  2222 
ei^esene  5?/^/.  z/.  2247  schip-side  :  v.  2251  side.  v.  2270  woman  : 
v.  2276  man.  z>.  2753  ride  1  sprs.  :  v.  2757  vnride  adj.  v.  2777 
side  :  v.  2779  biside.  v.  2621  sain  :  7;.  2628  Jnirchsayn  würde 
ebenfalls  hieher  gehören,  zuenn  nicht  für  sain,  say  zu  lesen  wäre, 
vgl.  u.  a.  Assonanz,  v.  1036  raundoun  subst.  :  v.  1038  doun  adv. 
v.    1200  Deuelin  eigenn.   :  line  subst. 

c)  Beide  Wörter  haben  verschiedene  sylben  vor  der  reimen- 
den'1) : 

v.    1884  riuere  :  v.    1888  yuere. 

Verhältnissmässig  häufig  erscheint  im  Sir  Tristrem  gleicher 
reim : 

v.   8  :    11  wäre.     v.   36   :   43  Morgan,     v.   67 ■  :   73   :   76  he. 
v.    101    :    109  so.     v.  201  :  205  J?ere.     v.  243  :  252  so.     v.  277  . 
283  blij?e.     v.  334  :  340  day.     v.  402  :   406  dere.     v.  437  :  439 
>ing.     444  lad  :  446  ledde.     v.   523  :  527  >an.     v.  556  :  558  >e 
v.   651    :   657   lede.     v.  684  :   692  J?are.     z/.   697  gate  :   701  gat 
v.    705    :   709  swij?e.     v.    734  sket  :    736  skete  (doch  vgl.  d.   anm 
z.   d.  st.),     v.    760  hei^e  :   766  hy.     v.  763   :   767   me.     v.  806 
810  say.     v.   840   :   846  me.     v.   873   :   879  stode.     v.  992  tan 
1000  ytan.     v.  1104  :  1108  )?are.     v.  1248  :  1250  oft.     v.  1489 
1495  TP3*,     v.  1641  :  1647  bri^t.     v.  1821  :  1825  nou^t.    v.  2005 
2007   hi^t.     v.  2104  :  2106  se.      v.   2179   :   2 181   ay  (doch  vgl.  d 
anm.  zu  v.  2 1S1).     v.    2212  :  2220  bitvene.      v.  2283  :  2287  J?ai 
v.   2360   :    2364   his   (doch  vgl.  d.   anm.  zu  v.   2364,).     v.   2378 
2384  bitvene.    v.  241 1  :  2415  hende.    v.  2545  :  2551  ay.    v.  2697 
2703  care.     v.  2807  :  2809  hald.     v.  2884   :   2890  say.     v.  2960 
2964  J?are.     v.  2963   :   2969  se.     v.   3084   :   3090  he.      v.   3092 
3096  ay.     v.   3247  :  3255  kene.     v.   3302   :  3310  he.     v.  3315 
3319  tide. 


1)  Dieser  zusatz  wird  riöthig,  da  sich  die  von  mir  zuletzt  angeführten  zwei 
belege  in  den  Schippet  sehen  rubriken  nicht  unterbringen  lassen. 

2)  Diese  rubrik  weicht  von  der  bei  Schipper  unter  %}   aufgeführten  ab 


—      XXXV      — 

Abgesehen  von  eigennamen  und  compositis  tvird  der  reim  durch 
schwebende  betonung  ermöglicht  nur  bei  Worten,  welche  auf  ing  oder 
y  ausgehen;  z.  b.  v.  433  Schilling  r.  m.  king  —  bring  —  fcing. 
v.  1007  lesing  r.  m.  bring  —  noJ?ing  —  king  —  ring.  v.  1355 
snoweing  r.  m.  bring  —  lesing  —  askeing  —  )?ing.  v.  1774  leuedy 
r.  m.  dernly  —  y  —  ly.  v.  2510  erly  r.  m.  sty  —  hei^e  —  bi  — 
titly.     v.   3237   sikerly  r.  m.  crie  —  hastilye  —  titly. 

Zuweilen  wird  durch  scheinbare  Verschiedenheit  des  vokals  fin- 
ge nauigkeit  des  reinies  verursacht;  vgl.  v.  1668  bitau^t,  r.  m.  wrou^t 

—  nou^t  —  bi)?ou^t  ebenso  v.  2848  fau^t,  r.  m.  sou^t  —  ybrousjt  — 
wrou;t,  nou^t.  Wirkliche  Verschiedenheit  liegt  vor  v.  3288  halle, 
r.  m.   stille  —  wille  —  schule  —  ille.     v.   1789  ly  r.  m.   slw  — -  to 

—  so.     v.   2218   Brengwain,   r.  m.  bitvene  —  vene  —  sen. 

Endlich  sind  folgende  fälle  von  assonanz  zu  verzeichnen : 
v.  348  gray  r.  m.  layd  —  seyd  —  pleyd.  v.  479  risjt  r.  m. 
pride  —  biside  —  hide  —  tide.  v.  502  ^iftes,  r.  m.  ri^tes  — 
li;tes  —  diätes,  v.  711  rise  r.  m.  swij?e  —  HJ?e.  v.  852  sayd 
r.  m.  slain  —  o^ain  —  swayn.  v.  1068  smot  r.  m.  hond  —  vnder- 
stond  —  brond.  v.  1246  bou^t,  r.  m.  soft —  oft  —  oft.  Ebenso 
v.  2399  brousjt,  v.  2401  wrou^t,  r.  m.  soft  —  oft.  Aehnlich  v.  31 10 
ynou^  r.  m.  now  —  trowe  —  Peticru  (7.  Peticrowe?  Doch  vgl. 
u.  p.  LXV).  v.  1723  J?ing  r.  m.  swink  —  drink  —  sink.  v.  1874 
soun  r.  m.  sounde  —  stounde  —  pounde  —  founde.  v.  2014  glad 
r.  m.  tald  —  ^ald  —  bihald.  v.  2810  beide  r.  m.  lede  —  ^ede  — 
nede.  v.  2997  gete  r.  m.  breke  —  speke  —  ysteke.  Nicht  als 
assonanz  rechne  ich  v.  56  went  r.  m.  J?ende  —  frende  —  hende, 
da  für  went  auch  wende  eingesetzt  werden  kann,  und  v.  17 10  drink 
r.  m.  ring  —  lesing  —  king,  da  für  drink  auch  sonst  die  form  dryng 
vorkommt,  so  Bödd.  P.  L.  I  v.  11-,  r.  m.  kyng  —  swyuyng  — 
ferlyng ,  sowie  v.  2597  dej?  r.  m.  lede  —  bede  —  drede,  da  für 
de)?  auch  ded  vorkommt,  z.  b.  Havel,  v.  1687.  lieber  v.  350 
flete  r.  m.  wepe  vgl.  d.  anm.  z.  v.  352.  Für  sain  2621  ist  say 
zu  lesen,      lieber  bihalt  v.   2496  vgl.  p.   LXVII. 

Bei  dem  complicirten  character  der  strophe  ist  es  von  vorn  herein 
sehr  wahrscheinlich,  dass  dieselben  reime  in  verschiedenen  stropJmi 
wiederkehren  werden,  und  zwar  die  bequemsten  und  verwendbarsten 
am  häufigsten.  Es  ist  aber  für  die  beurtheilung  der  orginalität  eines 
dichters  unzweifelhaft  von  interesse,  zu  wissen,  welchen  procentsatz 
von  neuen  reimen  im  verhältniss  zur    strophenzahl  er  zu  schaffen  im 


—      XXXVI      — 

Stande  gewesen  ist;  von  diesem  gesichtspunkte  aus  theile  ich  die  fol- 
genden Zusammenstellungen  mit,  und  fasse  dabei  zuerst  die  verse  i. 
3.  5.  7  und  2.  4.  6.  8.  10  unter  eine  rubrik  zusamme?i.  Von 
606  reimen  sind  66  verschiedene;  am  häufigsten  erscheint  ai  =  ay, 
nämlich  54  mal;  e  52  mal,  are  40  mal,  13t  36  »/«/,  ene  34  mal,  an 
26  #w7,  ide  24  mal,  ede  22  mal,  a  21  mal1),  ain  20  ;;z#/?  ing  18 
»ja/,  ous;t  17  ;;z#/,  oune  16  ;##/,  and  15  mal,  ie  15  ;//#/,  ewe  13 
;//#/,  ise  13  mal,  ode  11  m/,  ald  10  mal,  ij>e  9  mal,  ade  8  ;/w/, 
ere  8  ^/,  es  8  /##/,  inne  8  mal,  ete  7  mal,  ille  7  »w/,  alle  6  ;«#/, 
0112;  6  /##/,  ei^e  5  mal,  eld  5  mal,  in  5  ;//#/,  ong  5  mal,  ende  4 
02^/,  o  4  w/ß/,  ate  3  mal,  inke  3  w#/,  ite  3  ;##/,  iue  3  ;««/,  on 
3  ;;z#/,  orn  3  mal,  our  3  ;//<?/,  ake  2  wo/,  ayd  2  w^:/,  ayr  2  /«#/, 
edde  2  mal,  est  2  /««/,  inde  2  ;«<?/,  ine  2  »/ß/,  old  2  ;/2#/;  ounde 
2  mal,  aite  1  ;/*#/,  as  1  mal,  au^t  1  w#/;  awe  1  mal,  aj?  1  mal, 
eke  1  «ß/,  ele  1  mal,  eile  1  //z#/,  ike  1  mal,  i^tes  1  mal,  ing  1, 
«ß/,   is   1   mal,   ist   1   #/#/,    oft   1   mal,   ond   1   mal,   ow   1   0*0/. 

^4/f  ztveite  7'ubrik  führe  ich  an  die  Zeilen  9.  12  ^/<?r  strophe. 
Unter  303  reimen  finden  sich  59  verschiedene;  i^t  erscheint  28  ;;z<2/, 
ede  20  wß/,  ay  14  7;^/,  ain  14  0/0/,  are  14  ««/,  e  13  ;«ß/,  ide 
1 3  mal,  ille  1 2  //?#/,  ou^t  1 2  ;/z<7/,  and  1 1  mal,  ing  1 1  ;««/,  a  1  o 
mal,  ene  9  #?#/,  ij?e  8  m/,  ounde  9  mal,  ete  8  wß/,  ise  7  ;//#/, 
one  7  »?ß/,  an  6  02^/,  ende  6  mal,  old  6  /;/#/,  ade  4  ;;/#/,  ei^e 
(i^e)  4  mal,  eld  4  ;##/,  oke  4  ;##/,  ayl  3  ^ß/,  ewe  3  ;;z#/,  ink  3 
mal,  inde  3  wß/,  ine  3  ;#«/,  awe  2  w^/,  eile  2  /##/,  ore  2  mal, 
ote  2  Wß/,  0115  2  wß/,  our  2  ;«ß/,  ake  1  ^/,  af  1  mal,  as  1  w#/, 
ast  1  mal,  au^t  1  wß/,  eld  1  mal,  ele  1  mal,  erd  1  ;«#/,  ere  1 
mal,  es  1  »/ß/,  est  1  mal,  i  1  mal,  ilde  1  /«#/,  ile  1  mal,  inne  1 
wa/,  int  1  mal,  ist  1  mal,  od  1  /«ß/,  orn  1  mal,  oue  1  wß/,  oJ> 
1   »/ß/,   us  1   mal. 

Es  ergiebt  sich  aus  dieser  statistischen  Zusammenstellung,  dass 
dem  dichter  nicht  allzu  viel  reimcombinationen  zur  Verfügung  gestan- 
den haben.  Genauere  betrachtung  lehrt  sogar,  dass  er  häufig  nicht 
bedenken  getragen  hat,  denselben  reim  in  zwei  immittelbar  aufein- 
ander folgenden  versen  anzubringen;  so  findet  sich  der  reim  ise  in 
str.  4  und  5,  ende  in  5  und  6,  e  in  7  und  8,  e  in  21  und  22, 
ay  in  28  und  29,  ode  in  33  und  34,  are  in  34  und  35,  ou^t  in 
49  und  50,   are  zVz  62  und  63,   ay  w&  73  und  74,   e  «z  76  und  77, 


1)    /c^   rechne  hieher   auch   alle   die  fälle,    wo  o  zwar  geschrieben  ist,  aber 
ohne  Schwierigkeit  in  a  verwandelt  werden  kann. 


—      XXXVII      — 

and  in  82  und  $■$*  e  ni  $3  una*  84,  l7A  i>1  9°  un(l  9l>  i?t  in  94 
und  95,  ede  in  96  und  97,  ir/,t  ///  98  z///^/  99,  are  in  99,  100, 
101,  102  und  103,  ay  in  103  z///<7  104,  are  in  105  «//*/  106,  and 
in  106,  107  //zz</  108,  ay  in  109,  110  z/z/z/  in,  ij?e  /«  113  ?m^/ 
114,  ay  in  117  ////</  118,  ing  in  123,  124  und  125,  0113t  zV/  136 
und  137,  ay  ?Vf  138  und  139,  ide  m  140  und  141,  ain  in  144 
z/tzzt7  145,  15t  in  146  und  147,  15t  1«  149  und  150,  ink  in  150 
und  151,  ing  in  155  und  156,  a  ///  157  und  158,  ille  ?>/  158  und 
159,  en  ///  162  und  163,  ay  1«  163  und  164,  e  /^  166  und  167, 
ing  <w  169  und  170,  ay  z>z  170  und  171,  ounde  z>z  172  zm^/  173, 
ay  wi  175  und  176,  15t  /;z  178  und  179,  e  z'zz  188,  189  und  190, 
o  /;/  192  und  193,  ene  z'zz  202  und  203,  and  z/z  213  und  214, 
ene  //z  222,  223  und  224,  ay  in  229  zzzz^/  230,  15t  z/z  230  und 
231,  ene  in  237  /^//^  238,  ai  in  238  zz/zzz7  239,  e  in  239  zz/zzz7 
240,  e  in  248  zz^//  249,  ou^t  in  258  zz/zzz7  259,  ij?e  in  269  //«^/ 
270,  ei^e  in  275  zz/zzz7  276,  e  in  282,  283  zz//z/  284,  ide  in  286 
zz/zzz7  287,  ay  i?i  288,  289  zz^^z7  290,  i^t  in  293,  294  und  295, 
ide  z/z  302  und  303 ,  are  z/z  303  und  304.  Z?zV  durch  diese 
häufigen  Wiederholungen  hervorgebrachte  einförmigkeit  ist  von  unserem 
Standpunkte  aus  allerdings  nicht  als  rühmenswerth  zu  bezeichnen', 
indessen  muss  dabei  die  Schwierigkeit  und  neuheit  dieser  complicirten 
strophe,  welche  vor  dem  Sir  Tristrem  tvenigstens  nicht  nachweisbar 
ist,  billiger  massen  in  betracht  gezogen  werden,  ja  es  ist  sogar  nicht 
unmöglich ,  dass  er  darin  ein  willkommenes  mittel  zur  Verknüpfung 
der  Strophen  erblickt  hat]  vgl.  Brandt  a.  a.  0.  p.  47.  Andrer- 
seits hat  u?iser  dichter,  gleichsam  zum  ersatze,  in  einem  ander e?i 
theile  der  form  desto  grössere  kunstfertigkeit  entfaltet,  zu  dem  ich 
jetzt  übergehe. 

B)    Alliteration. 

lieber  die  alliteration  in  La^amon  s  Brut  besitzen  wir  eine  vor- 
treffliche ab  handln  ng  von  Karl  Regel,  Germanistische  Studien  I  p. 
^i  ff.  An  sie  schliesst  sich,  was  die  eintheilung  des  Stoffes  anlangt, 
ziemlich  eng  an  F.  Lindner  in  seinem  gleichfalls  da?ikenswerthen  auf- 
sah: The  Alliteration  in  Chaucer' s  Canterbury  Tales,  publicationen 
der  Chaucer  Society,  Essays  on  Chaucer,  Part  III  p.  197  ff.  Da 
es  der  Übersichtlichkeit  und  später  nöthig  werdenden  Zusammenfassung 
solcher  arbeiten  wege?i  sehr  wünschenswertJi  ist,  dass  dieselben  gleich- 
massig   angeordnet   seien,    so   gebe   auch    ich    die    nun  folgenden    zu- 


XXXVIII 


sammenstellungen,    unter   denselben  gesichtspunkten    wie    die   oben  ge- 
nannten gelehrten  [) . 

Wenn  Regel  zunächst  spricht  von  der  ?ieigung  Lai,amorfs  zur 
iviederholung  mehrerer  Wörter  am  anfange  auf  einander  folgender 
verse,  so  möchte  ich  unter  diese  rubrik  alle  die  fälle  einbegreifen, 
wo  durch  Wiederholung  auch  nur  eines  bedeutenderen  Wortes  in  der- 
selben oder  in  einer  anderen  form  innerhalb  zweier  verse  die  vom 
dichter  beabsichtigte  parallelisirung  der  zeilen  gewonnen  wird]  man 
beachte  also: 

v.    ii 90 f.: 
AI  man  er  of  gle 
And  al  maner  of  lay, 

v.   2248/.  : 
t>is  man  schal  b  e  r  e  me  ! 
Tristrem  hir  bar  bat  tide, 

v.   646/.  : 
He  hete,  he  wold  him  bring, 
And  brou^t. 

v.    296  f.  : 
More  he  coube  of  veneri, 
Pan  coube  Manerious. 

v.  1522  /.  : 
fis  tale  he  bi  g  a  n 
And  redily  gan  to  say, 
v.  1858/.: 
Tristrem  big  an  to  sing 
And  Ysonde  bigan  to  libe. 

v.   93i  /•  = 

He  herd  a  newe  tiding, 
tat  he  herd  neuer  are; 
v.   3281  f.  : 
Mani  bai  han  yslain 
And  mani   ouercomen  wib  wille. 

v.  744/-: 
Sir,  hou  may  bis  falle, 
Hou  may  y  proue  it  ri^t, 

v.  2584/.  : 
Wende  fast  as  pou  may, 
Oftake  hem,  ^if  pou  mi^t! 


zt.   179/: 

Po  Rouland  to  hem  rade, 
O^ain  him  gun  bai  ride; 

v.    1655  /• : 
So  rewe  pe  knijjtes  trewe, 
Tristrem,  so  rewe  he. 

v.  711  /. : 
Whasche,   when  bai  wald  rise, 
Pe  king  r  o  s  him  o^ain, 

v.  826  /.  : 
Rohand  bigan  to  sayn, 
To  his  kni^tes  pan  s  e  y  d  he  : 

v.  1786  /.  : 
What  seyd  hye  £ou  bitven? 
Hye  bad  ous  say  ^ou  so: 

v.   2146  /.  : 
Pou  seyst,  y  gan  pe  wrie; 
Men  seis,   pou  bi  me  lay. 

v.   1326/.: 
He  t  o  1  d  hem  al  bidene  ; 
And  sebben  Tristrem  hab  teld 

v.    1981  /. : 
AI  bat  Mark  hir  t  o  1  d  , 
A  morwe  hye  told  Bringwain. 

»■    1433  /•  : 
His  armes  weren  al  newe, 
Pat  ri eheliche  were  wrou^t. 

v.    265  /.  : 
Who  ^af  broche  and  bei^e? 
Who  bot  douke  Morgan? 
v,   606  f.  : 
So  michel  w  i  1 1  y  ^iue  be, 
Quap  Rohand,  will  ^e  ta, 


1)  Zu  vergleichen  sind  ferner  noch  die  Sammlungen  von  Horstmann,  Herrig' 's 
Archiv  bd.  LV p.  11  ff.,  sowie  Zielke,  Sir  Orfeo.  Breslau  1880,  p.  6ff.  Brandt 
a.  a.  0.  p.  46  f.  Wissmann,  King  Hörn.  Strassburg  1876,  p.  S^ff.  Lüdtke, 
The  Erl  of  Tolous.  Berlin  1881,  /.  S^ff-  Meinen  zwecken  ferner  liegt  die 
monographie  von  Seitz:  Die  alliteration  im  Englischen  vor  und  bei  Shakespeare, 
Marne  i875>  sozvie  die  sorgfältige  arbeit  von  Zeuner :  Die  alliteration  bei  neu- 
englischen dichtem.  Halle  1880.  Der  von  ihm  gegen  seine  Vorgänger  erhobene 
Vorwurf,  sie  seien  lautphysiologisch  ungenau  und  nicht  streng  genug  historisch, 
trifft  in  erster  linie  Seitz  und  Lindner,  dagegen  sehr  selten  Regel.  Die  seinen 
aufstcllungen  zufolge  auszuscheidenden  belege  zvürde  ich  übrigens  auch  ohne 
kenntniss  seiner  schrift  für  fehlerhaft  angesehen  haben. 


—      XXXIX       

Manchmal  soll  durch  diese  parallelisirung  nur  dem  betreffenden 
worte  mehr  n achdruck  verliehen  werden  (so  v.  1196  f.,  v.  3281  u. 
sonst) ;  in  anderen  fällen  soll  die  gleichzeitigkeit  der  Handlung  in 
beiden  versen  betont  zu  erden  (so  v.  1655  /•>  J79  /•  u*  s-)i  an  noc^ 
anderen  stellen  ist  diese  Wiederholung  nichts  weiter,  als  das  einfachste 
mittel  zur  Herstellung  von  alliteration. 

Sehr  benierkcnstuerth  ist  es  und  zeugt  für  bewusste  neuschöpf ung 
dieses  versschmuckes  seitens  unseres  dichters,  dass,  in  ähnlicher  weise 
wie  bei  Lai}amon  (vgl.  Regel  p.  176  f.)  gerade  die  eigennamen  mit 
unverkennbarer  Vorliebe  in  alliterirende  Bindungen  gebracht  werden. 
Ich  gebe  hier  die  belege  in  möglichster  Vollständigkeit  und  in  alpha- 
betischer anordnung.  Beginnt  eines  der  in  frage  kommenden  worte 
mit  mehreren  co?isonanten,  so  erkenne  ich  das  Vorhandensein  von  alli- 
teration für  diese  zeit  meist  nur  dann  an,  wenn  auch  das  andere 
mit  denselben  beiden  consonanten  anlautet,  während,  wenn  es  nur 
den  ersten  oder  einen  arideren  an  zweiter  stelle  aufweist,  ich  diesen 
?iicht  vollständig  gleichen  anlaut  nur  beiläufig  und  gelegentlich  berück- 
sichtigen werde.  Gleichfalls  im  gegensatz  zu  den  altgermanischen 
alliterationsgesetzen  wird  von  mir  nur  gleicher  vokalischer  anlaut  als 
volle  alliteration  gerechnet  (vgl.  Zeuner  a.  a.  0.  p.  Sf.),  und  end- 
lich können  nur  in  einer  hebung  des  verses  stehende  sylben  als  einen 
reimstab  tragende  angesehen  werden. 

1)  Personennamen,  v.  2784  i?eliagog  J?e  bo\d.  v.  2976  Belia.- 
gog  al  b\o.  v.  2942  f.  Bope  ^usked  J?at  ni^t  To  i?eliagog  in  lede. 
v.  2960/.  i?eliagog  go  J?are  And  loke,  it  bo\m  be.  —  v.  162  f.  maiden 
i?/auncheflour  AI  blipe.  —  v.  2854  A  Carolin,  )?at  hi^t  itonifas.  — 
v.  1647  =  1691  i?rengwain,  pe  br\%\..  v.  1713  i?rengwain  to  bed  was 
broxxi?X..  v.  2218/.  He  told  J?o  i^rengwain,  Tristrem  hadde  <£roken  his 
pes.  v.  2804/.  An  halle  to  maken  him  #ri^t  To  Ysonde  and  Breng- 
wain.  v.  2842  Pe  drink  hou  i?rengwain  bro\i7,t.  v.  3000  Breng- 
wain  ^ri^t  and  fre.  v.  3162  i?rengwain  br'u^t  so  bei^e.  v.  3208 
So  couJ>e  2?rengwain  bring,  v.  3214  Leue  i?rengwain,  J?e  ^ri^t. 
—  v.  3015  /.  Sir  Canados  was  )?an  Constable,  pe  quen  ful  nei^e. 
v-  3*3%  ff-  Caüados  hadde  a  spie,  Her  pauilouns  he  tobest;  Per 
come  to  Canades  crie  pe  ointre  est  and  west.  v.  3 191/.  Sir  k'mg, 
take  hede  J?er  to  :  Sir  Canados  wil  haue  p'\  quen.  —  v.  1765/. 
Sehe  <:rid  merci  anou^  And  seyd :  For  Oistes  rode!  —  v.  1178 
Gouernnil  ^an  hem  frain.  v.  1297  /.  He  bitaus;t  hem  god  and 
^ode  day ;    WiJ?  him  went   Gbuernail.    —   v.   2071  f.   To   Tristrem 


—      XL      — 

he  com  wij?  z'lle  Fram  Ksonde,  ]>e  fre.  v.  2909  /.  fcou  hast  bi 
Ksonde  lin,  While  J?i  wille  is.  —  v.  296  /.  More  he  couJ?e  of 
veneri,  fcan  cou)?e  J/anerious.  —  v.  54  /.  yJ/arkes  king  ]?ai  fond 
WiJ?  kni^tes  wani  and  hende.  z;.  666  f.  To  wite  it,  wo  is  ;;/e.  To 
/]/ark  ]?e  word  he  brou^t.  v.  1135  Til  Mark  he  gan  him  ;/zene. 
v.  1778/.  Bi  J/ark  ]?o  hye  schuld  ly ;  Y  lent  hir  mm  al  clen. 
v.  1981  /.  AI  J?at  J/ark  hir  told,  A  morwe  hye  told  Bringwain. 
z/.  2087  /.  To  Marke  hye  bilei^e  ^ze,  fcat  /«ay.  z>.  2102  /.  Sir 
y¥ark  sat  in  J?e  tre ;  Per  netten  J?ai  to.  v.  2150  /.  y¥arke,  j?i  nem, 
his  hei^e,  Anou^  he  \e  ^iue  may.  v.  2441/.  So  long  of  loue  J>ai 
;;zene,  fcat  Mark  sei:$e,  it  was  so.  v.  2689  f.  Mark,  her  lord,  \e 
king,  WiJ>  tresoun  may  hir  to.  —  v.  1926  Yl/eriadok  was  a  ;;zan. 
z/.  1948  J/eriadok  wi|>  his  mvfi.  v.  2017/.  He  ne  cou]?e  him  bot 
ftzaugre.  J/eriadok  him  answere  ?ald.  z>.  2290  J/eriadok,  mangre 
his.  — ■  z>.  978  il/oraunt,  J?at  wichel  can.  z>.  1035  J/oraunt  wij? 
his  wi^t.  z>.  1079  f.  JS/öraunt  was  vnfayn  And  fausjt  wi}>  al  his 
mvi,t.  —  v.  178  J>er  Morgan,  men  gan  bide.  z>.  728  Douke  Morgan 
gan  #gete.  v.  766  /.  To  fiajt  wi)?  il/organ  in  hy,  To  sie  him  o)?ur 
he  me.  v.  883/.  For  douke  Aforgan  sake  Man\  on  dyd  doun  ri^t. 
v.  2326  /.  fcou  slou^  mi  bro)?er  Morgan  At  ]>e  mete  ful  ri^t.  — 
v.  155  Holland,  H^t  he  radde.  v.  575  Tfohand  rewed  sare.  v.  652 
fcat  i?ohand  robes  were  torn.  z>.  683/.  A  ba)?  )?ai  brou^t  i?ohand 
inne,  A  barbour  was  redi  )>are.  v.  689/.  7?ohand  of  noble  kinne, 
\>aX  rohe  ful  fair  he  bare.  v.  797  /.  i?ohand,  J?e  riche  kni^t,  i?edy 
was  he  ay.  0.  908/.  Boun  and  al  redy.  i?ohand  he  ;af  \>e  wand. 
z>.  2630/.  Out  of  Spaine  he  rade,  i?ohande  sones  to  se.  —  v.  44 
u.  ö.  i?ouland  Hse.  v.  179  f.  fco  i?ouland  to  hem  rade,  O^ain 
him  gun  J>ai  ride.  v.  194  Of  i?ouland  was  to  rewe.  v.  199  /. 
i?ew)?e  mow  ?e  here  Of  i?ouland  His,  \e  kni^t.  —  z>.  10  =  412 
Tomas  /elles  in  foun.  —  z>.  110  THstrem,  J?e  /rewe  fere.  lieber 
ähnliche  verse  vgl.  die  anm.  z.  d.  st.  v.  650  f.  pe\  men  THstrem 
had  sworn,  He  no  trowed  it  neuer  in  lede.  v.  864  /.  Out,  trax- 
tour,  of  mi  land!  7>istrem  spak  J?at  tide.  v.  992  /.  Pe  truage 
was  tan.  THstrem  gan  it  wi}?hald.  v.  1358/.  Qua)?  7>istrem :  It 
is  les,  And  ^rowe]?  it  for  lesing.  v.  1459  /.  THstrem,  wij?  outen 
wene,  Stirt  vnder  a  tre.  v.  1655  /.  So  rewe  J?e  kni^tes  /rewe, 
THstrem,  so  rewe  he.  v.  2359  THstrem  ^rad  in  \e  blöd.  v.  2940/. 
To  ben  a  /rewe  kni^t  In  al  THstremes  nede.  v.  3004/.  THstrem 
and  Ganhardin,    T>*euJ>e  pli;ten  J>ay. 


—      XLI 

2)  Ortsnamen,  v.  905  /.  AI  com  to  his  hand  ^4/main  and 
Ermonie.  —  v.  849  Mine  //irritage  Zfermonie.  —  v.  2123  Into 
ffales  wide.  ?».  2293  /.  Tristrem,  wij>  outen  w/ene,  Into  ^ales 
he  is.  z>.  2317/.  Wales  he  wald  him  ;eld,  ^if  he  it  7#inne  may. 
2321   WiJ?  7cere    Thaies  zesan. 

3)  Thi ernamen.  v.  1673/.  An  //ounde  J?er  was  biside,  ]>at 
was  ycleped  TTodain. 

Besonders  ist  au  eh  auf  den  fall  zu  achten,  wo  in  zwei  auf  ein- 
ander folgenden,  zeilcn  zwei  cigennamen  durch  alliteration  gebunden 
sind,  in  derselben  weise  wie  Lai,amon  v.  14652  /. :  He  sende 
Zfengest  word  And  Zforse  his  broder  (Regel  p.  177,).  Man  ver- 
gleiche hier  v.  3293  /.  Into  T?retaine  oway.  i?rengwain  ha]?  her 
bone.  v.  1264/.  In  Frlond  nas  no  kni^t,  WiJ?  Fsonde  durst  play. 
v.  1353  Fsonde  of  Frlond  bring.  v.  171 1  /.  J>at  in  Frlond  was 
bou>jt.  For  Fsonde  to  J?e  king.  v.  17 18  Fsonde  to  bed  ^ede ;  Of 
Frlond  hye  asked  drink.  v.  3147  /•  <9ouernayl,  his  man  was  he, 
And  C7anhardine  his  kni^t.  v.  2843  /•  -^ark  yclad  in  palle  And 
J/eriadok  ful  of  J?ou^t.  v.  2727  f.  Vrgan  and  JTorgan  vnfre  And 
J/oraunt,  ]>e  noble  kni^t.  v.  2315  THamour  to  Tristrem  teld. 
v.    2410  /.   pe  king   THamour  ^af  him   THstrem,   ]?e  hende. 

Zu  demselben  zwecke  wird  auch  öfters  derselbe  eigenname  in 
zwei  aufeinanderfolgenden  Zeilen  angebracht',  vgl.  2985/.  And  Breng- 
wain  fair  and  gode.  T?rengwain  J?e  coupe  bore.  v.  3240  f.  Ofsent 
£anhardin  )?e  fre ;  Ganhardin  com  titly.  v.  2654  f.  Of  Fsonde  he 
made  a  song,  J>at  song  Fsonde  bidene.  v.  2314/.  Of  THamour 
tok  he  pray.  THamour  to  Tristrem  teld.  v.  1357/.  Tristrem  may 
to  }?e  bring.  Qua]?  Tristrem:  It  is  les.  v.  2930/.  Bot  he  wij? 
Tristrem  wende.    Qua]?   Tristrem :   ^if  it  so  bes. 

Vergleichen  wir  mit  dieser  Zusammenstellung  die  listen  der  eigen- 
namen  am  Schlüsse  meines  buches,  so  ergibt  sich,  dass  besonders  un- 
ter den  Personennamen  mir  sehr  wenige  nirgends  mit  anderen  worte?i 
gebunden  sind ;  dass  es  sich  hier  aber  nicht  um  zufällig  gleichen  an- 
laut  handelt,  beweist  der  umstand,  dass  mit  manchen  eigennamen 
wiederholt  dasselbe  wort  alliterirt;  so  Brengwain  mit  dem  adj.  bri^t 
oder  dem  verbum  bring ;  Mark  mit  dem  verbum  mene  oder  mit  may 
in  verschiedenem  sinne;  Meriadok  mit  maugre,  Moraunt  mit  mi^t; 
Morgan  mit  mete  als  verbum  und  subst.  ;  Rohand  mit  redy ;  Rou- 
land  mit  rewe  und  rew]?e  ;  Tristrem  mit  dem  adj.  trewe  und  dem 
verbum  trowe ;   Wales  mit  winne.    Bei  Chaucer  scheint  der  sinn  für 


—       XLII      — 

derartiges  ganz  erloschen  zu  sein ;  wenigstens  bietet  Lindner  für  diese 
kategor ie  kerne  belege,  während  solche  bindungen  in  neuerer  zeit  wie- 
der recht  in  aufnähme  gekommen  sind;  vgl.  die  belege  bei  Zeuner 
a.   a.   o.  p,   49 — 54. 

Ich  gehe  nun  zu  dem  fall  über,  dass  Wörter  desselben  Stammes 
durch  alliteration  mit  einander  verbunden  sind.  Ich  habe  mir  dafür 
folgende  belege  angemerkt: 


v.   1360  f.  : 
To  aski,   bat  neuer  no  wes, 
It  is  a  fole  a  s  k  e  i  n  g  , 

v.    2208  f.  : 
His  blöd  bende  brast  oway 
And  bled. 

v.  1 508  : 
De  de  pe  Steward  bis  dede? 

v.   1465  /.  : 
A  fot  he  tok  pe  fi^t ; 
He  fau^t  wib  his  fauchoun 

v.   502 : 
Pe  rauen  he  ^aue  his  sjiftes. 

v,    1 8 1  o  /.  : 
An  harpour  com  bitven; 
An  harp  he  gan  forp  bring. 

v.   1358/.  : 

It  is  les, 
And  troweb  it  for  1  e  s  i  n  g  , 

v.    2001  f. : 
Pou  louedest  him  neuer  a  day, 
Bot  for  his  emes  loue. 

v.   2020  f. : 
Her  loue  laike  pou  bihald 
For  pe  loue  of  nie. 

v.   1405  /.  : 
Fat  pai  euer  hadde  sene 
Wip  siijt  — 

v.   2534/-: 
Bope  Mark  hap  sene; 


He  knewe  hem  wele  bi  si'^t. 

v.   3215  /.: 
Fat  art  fair  to  sene! 
Pou  wost  our  wille  bi  si^t. 

v.    2944  : 
Ganhardin  seiije   pat  si^t. 

V.    708  /.  : 
And  seriaunce,   bal  were  bayn, 
To  serue  Tristrem  swihe 

v.   1860: 
Swiche  song  he  gan  sing, 

v.  2654/.: 
Of  Ysonde  he  made  a  song, 
Pat  song  Ysonde  bidene. 

v.   3088: 
A  tale  told  Ysonde  fre. 

v.    3252  : 
For  be  tales,  he  teld, 

v.   2075  f.  : 
And  praieb  pe  wip  wille, 
Pat  pou  wost  hir  se 

»•   2494/.: 
Pai  hadden  al  bat  bai  wold 
Wib  wille. 

v.   2997/: 
Mi  wille  ^if  y  mij;t  gete, 
Pat  leuedi  wold  y  se  : 

v.   2 1 3 1  f.  : 
It  semes,  astow  were  wo  de, 
To  wede. 


v.    3070  /.  : 
Pe  quem  was  wratped  sore, 
Wrop  to  chaumber  sehe  ^ede 


Manche  dieser  ausdrücke  kommen  mehrmals  im  gedickte  vor,  so 
^iue  a  ^ift  (v.  2921),  do  a  dede  (v.  1555.  1760.  2698.  3073. 
3168),  se  wib  si^t  [v.  1812  /.  1988/.  2065/.).  Für  die  meisten 
dürften  sich  auch  sonst  belege  finden;  zu  do  a  dede  vgl.  Lindner  a. 
a.  0.  p.  207;  zu  fixten,  fi^t  vgl.  Regel  a.  a.  0.  p.  179;  zu  ^iue 
a  jift  vgl.  Lindner  a.  a.  0. ;  zu  se  a  si^t  vgl.  iseon  siht  bei  La-t,. 
(Regel  p.  183)  und  Chaucer  (Lindner  p.  208);  zu  singen  a  song 
vgl.   Li?idner  a.   a.   0.  ;   zu  seriaunt  to  serue  vgl.   Lindner  a.  a.  0.; 


—      XLIII      — 

teilen  a  tale  ist  scJir  gewöhnlich ,    vgl.  Regel  p.    184   und  Lindner 
a.   a.   0. 

Regel  behandelt  als  zweiten  haupttheil  die  Bindung  unverwandter 
zoörter,  welche  wegen  ihres  begriff liehen  Verhältnisses  oder  ihrer  gram- 
matischen Beziehung  zusammengestellt  worden  sind. 

1)  Bindung  concreter  begriffe,  welche  innerhalb  derselben  lebens- 
gebiete  neben  einander  vorzukommen  pflegen. 

v.  366  Til  anker  hem  brast  and  are.  v.  274  £lod  and  bzx\ 
(vgl.  Lindner  p.  2ögJ.  v.  265  kröche  and  bei'^e ;  vgl.  v.  381,  3020 
und  die  aum.  zu  v.  265/  v.  5  u.  ö.  /£ing  wij?  Prolin.  v.  2717 
Were  he  £ing  or  £ni;t;  vgl.  die  bei  Regel  p.  190  aufgeführten  bin- 
dungen  mit  king.  v.  3128  derk  and  kmi,\,.  v.  2434  Cites,  Yastels 
alle.  v.  3173  <roppe  and  daper.  v.  177  Of  /olk  J?e  /eld  was 
brade  ;  vgl.  die  bindung  von  /olk  und  /olde  bei  LaT,.  (Regel  p.  187^. 
v.  1380  A  schip  wij?  ^rene  and  gr&y.  v.  2458  Bi  Voltes  and  bi 
//ille .  v.  i486  In  his  hose  next  J?e  h\o\e.  v.  498  /hier  and  Zimtes; 
dieselbe  bindung  hat  Regel  (p.  191,)  einmal  bei  Lai,  nachgewiesen, 
v.  1640  No  asked  he  /ond  no  /ij?e ;  7^/.  Regel  a.  a.  0.  v.  942 
Of  ;;/one  of  a  wold.  v.  890  Bitvene  J?e  ;/one  and  )?e  nvifL.  v.  687 
A  5<:arlet  wij?  riche  5^inne.     z/.    261   four  and  /oun. 

2)  Bindung  abstracter  begriffe,  welche  in  gemeinsamen  lebens- 
sphären  zu  einander  in  beziehung  zu  stehen  pflegen. 

v.  1281/.  J>e  quen  to  fot  and  hand  He  serued  ^/ern  and  dfere. 
v.  51  To  hei^e  and  holden  priis;  vgl.  habben  and  halden  bei  La%. 
(Regel  p.  199,).  v.  1429  Zisten  now,  who  wil  l\\>e.  v.  392  Zord, 
mi  /iif,  me  bihold!  v.  157/.  Rouland  riis  to  wedde,  At  a/eld  in 
castel  tour.  v.  176  To  zv'm  al  ]?at  he  ze/old;  vgl.  v.  1294  What 
he  wo\d,   he  Z£/an. 

3J  Bindung  gleichlaufender  worte,  welche  die  innere  begriffliche 
ähnlichkeit  mit  einander  verknüpft. 

v:  1044  bold  and  boun.  v.  142  \>\  fair  folk  and  >i  /re. 
z'.  2406  Of  him  hadde  ^amen  and  ^lewe.  v.  1940  WiJ?  diol,  ^orwe 
and  rite;  vgl.  die  ähnlichen  ausdrücke  bei  Regel  p.  205/.  v.  1377 
ze/ar  and  zx/ise ;   vgl.  Regel  p.  210,   Lindner  p.  213.     z;.  90  zmse  and 

7£/i>jt. 

4)  Bindung  von  Worten,  zaelche  begriffliche  gegensätze  aus- 
drücken . 

v.   843   Whe>er  J?ou  £lis  or  Bau.     v.  2933  Ne  ^ay  nou^t  what 


—      XLIV      — 

)?ou  ses.    v.  1207  =   1953  =  2224  To  wite  and  nou^t  at  zvenc ; 
vgl.  v.   2100  Y  7<vot,  wij?  outen  z^ene. 

$)  Substantiv  und  adjectiv  in  attributiver  oder  prädicativer  Ver- 
bindung. 

v.  7  /;old  ^aroun;  ^/.  £alde  ^eornes  bei  La%.  (Regel  p.  217^. 
v.  26  ^old  ^orwes.  v.  1354  A  ^Hd  ^ri^t  J?ai  ches.  ^.349  Firnes 
Z>rade.  v.  2379  ^rinies  ^ri^t.  z/.  2698  }>e  dem  dede.  v.  3341 
^/iolful  d'mtes.  v.  2852  a /air /est.  #.  441  J?e /orest  was /air  and 
wide ;  diese  Verbindung  ist  beliebt,  vgl.  v.  2733  Pe  /orest  was  wel 
/aire  ;  einen  beleg  aus  Chauc er  führt  Lindner  p.  219  an.  v.  1798 
Sehe  bede  hem  ^iftes  ^ode  ;  vgl.  jiuen  gode  bei  La%.  (Regel p.  218,). 
?7.  14  /.  J?is  ^reues  wexen  al  £"ray,  J>at  in  her  tirae  were  ^rene. 
v.  3274  J>ai  token  J?e  //ei^e  //eld.  z/.  377  Wi]?  /zilles,  J?at  were 
/zei^e;  vgl.  v.  421  f>e  /zilles  were  on  hilft  (Regel  p.  220,  Lindner 
p.  219^.  2;.  378  Voltes,  J?at  weren  /zare  ;  z>§7.  v.  422,  z/.  681  &tz*/ 
Zielke  a.  a.  0.  p.  9.  v.  3130  Under  /eues  /i^t.  v.  2050  Zi^t  /inden 
spon.  v.  1039  WiJ?  a  /aunce  vn/i^t.  z/.  419  He  toke  his  /od  vn/i^t. 
z>.  3154  And  lete  \>e  Zöge  vn/i^t.  v.  1444  As  a  /o]?ely  /ioun. 
v.  2377  Strokes  of  wichel  m\j}\.\  z^z7.  z/.  2791  J>at  man  of  Eichel 
//zau^t.  v.  1755  Bringwain,  |?at  ;;ziri  ;;zay.  v.  401  a  /rince  proude 
in  play ;  z/g7.  v.  994  As  /Hnce  /roude  in  pan.  v.  1891  J>urch 
J?at  semly  sand.  v.  12  ]?is  semly  Homers  day.  z*.  1244  .Salues 
haj?  he  soft,  v.  2403  .Silke  nas  non  so  soft.  v.  1238  His  sorwe 
was  vnj-ete.  v.  3032  s/ormes  strong.  v.  2347  A  stem  stroke  he 
fand.  z>.  371  }>e  wawes  were  so  wode ;  vgl.  wilde  waves  Regel 
p.  221.  27.  1730  Her  z^ening  was  al  z£'ou^.  f.  1235  To  wite  his 
wo  vnz£/inne.  v.  1029  WiJ?  wox\>\\  ziepen  wyi}\..  v.  1687  )?at  z#orJ?li 
ze/iajt.     v.   732  Hou  his  z£/onges  were  Z£'ete. 

6)  Zeitwort  oder  adjectiv  binden  sich  mit  dem  adverbium  oder 
substantivum,   welche  ihre  adverbiale  nebenbestimmung  enthalten. 

v.  1008  Mi  z>ody  to  <£atayl  y  z)ede.  v.  1323  Of  z)ot  sehe  was 
him  be\d.  v.  191  Kirch  zVinies  zVast  }>e  blöd.  v.  269  To  ^on- 
seil  he  ^alle)?  nei^e  Rohand.  v.  819  To  ornrt  £>ai  com  ful  ri^t; 
vgl.  v.  2564  To  *rourt  were  dornen  J?o  to.  v.  567  Was  dornen  of 
riche  /Hnne.  v.  208  To  z/ej?  he  him  d'vft.  v.  940  Of  siluer  /air 
y/old.  z>.  898  J>e  /olk  /el  to  his  /et;  z^/.  z>.  3301  He  /el  to 
Tristremes  /et  (Regel  p.  223,  Lindner  p.  222^.  z>.  2790  Adoun 
he /el  y/öld ;  vgl.  fallen  folden,  7?^/  /.  223.  v.  635  And  J?ou 
/eld  under /et.     z;.    204  Mi^t  non  him  /eile  in/i^t;    z^/.   v.   3150 


—      XLV      — 

To  /eile  hem  dotm  in  /i?t.  v.  2354  Zast  gan  to  /i^t.  v.  184 
Fu\  /ast  he  /eld  her  pride.  0.  1060  A /ot  )?ou  schalt /i^t.  z>.  365 
f>e  mariners  flet  on  /od  ;  »£■/.  z'.  360/.  /are  On  /lod ;  z>.  1304 
And  yärej?  ouer  J?e /lod.  z>.  2862  To  J?at  /est  gan /are.  z>.  1491 
J>at  he  no  may  /erj^er  /ar  ;  z^/.  /aren  /orct  bei  La%.  (Regel p.  223J. 
v.  643  formest  }?o  in  /old.  z>.  3054  /^alsly  canestow  /ayt.  Hieher 
gehören  folgende  bindungen  mit  ful:  z\  470  /ul  /ain  ;  diese  bindung 
ist  hier  ebenso  ivie  bei  Chaucer  sehr  beliebt',  vgl.  noch  v.  660.  710. 
1497.  1579.  1592.  1606.  1801.  1901.  1984.  v.  690/ul/air.  v.  184 
/ul  /ast.  v.  97  /ul /eile.  v.  3078 /ul /ine.  z>.  2644 /ul  of/i^t. 
z>.  1236  So  £7'imli  he  gan  ^rete ;  vgl.  v.  2376  And  ^rimli  J?ere 
J?ai  ^ret.  v.  190  On  //elmes  gun  )?ai  /^ewe ;  z^r/.  v.  103.1  And 
//ewe  on  //elmes  bri^t.  v.  2897  Z/eheliche  holde]?  he.  z/.  166  In 
hiid  nas  nou^t  to  /*ele  (vgl.  d.  anm.  z.  d.  st.),  v.  2821  In  J?e 
hold,  he  gan  him  /äde.  v.  29  J>e  wer  /asted  so  /ong ;  #£■/.  z>.  3260 
I'at  it  /ast  so  /ong;  j.  Regel  p.  224.  z>.  472  In  /ede  is  nou;t  to 
/ain;  z^/.  ».  714.  3285.  v.  1253  Ich  man  was  /ef  to  /ij>e. 
z'.  258  And  to  his  /ores  /ij?e.  v.  1677  f>ai  /oued  al  in  /ide.  z/. 
1202  =  2816  Zouesum  under  /ine.  v.  3305  Of  /oue  )?at  can 
wele  /et.  z^.  3340  Wel  /ouwe  he  dede  hem  /i^t.  z/.  168  JZekeliche 
he  gan  wele.  z>.  57  WiJ?  kni^tes  proude  in  /res.  z>.  1090  A  word 
J>at  pended  to  pride.  v.  3  I>er  herd  y  rede  in  roune ;  vgl.  Regel 
p.  204  reed  and  rune.  v.  28  And  reped  him  mani  a  res.  v. 
1036  Rode  wij?  gret  raundoun.  v.  2095  Ysame  we  nou^t  no  sdX. 
v.  1474  .SV/^amliche  he  haj>  hem  ^/?ent;  vgl.  v.  3289  £V//amly 
were  J?ai  sehende,  und  v.  2895  t>at  sr/zamely  s^ent  ar  we;  s.  Re- 
gel p.  206  u.  scome  and  j^onde.  v.  772  He  s'n,t  soxe  at  J?at  tide ; 
vgl.  sike  sore  bei  Lindner  p.  223.  ^.715  He  .fett  him  bi  his  jide ; 
z>£7.  z/.  2710  Markes  were  seit  binde,  v.  414  Bot  semly  seit  him 
doun.  v.  2006  On  me  J?ou  nnnes  sore.  v.  1447  He  smot  him 
in  J?e  s\de.  v.  1777  =  1788  And  hir  was  ^olwy  to  seil,  v.  1129 
=  2621  for  solpe  to  say  ;  z/g-/.  sothly  sain  fo/  Lindner  p.  223.  z>. 
3079  j'/ef  on  s/ede.  v.  66  WiJ>  kni^tes  5/iJ?e  on  stede«  v.  897  cites 
stipe  of  s/an.     z/.   242  J>at  leuedi  swelted  S7v\]>e. 

l)   Substantiv  vnd  zeitwort  sind  im  verhältniss   von  subject  und 
prädicat  mit  einander  verbunden. 

v.    2785  As  a  /ende  he  /ausjt.    v.  402  ZistneJ?,  /ordinges  dere ! 
vgl.    /ust,    /auerd  !    fo/   Lai,.    (Regel  p.  233/     7'.    281    He    s/odie)? 


—      XL  VI      — 

euer,  J>at  sti)>e.  v.  367  =  676  5/ormes  hem  bb/ode.  v.  2866 
Pe  water  her  wat  ay  whare.     v.   1049   So  wolf,   J?at  wald  wede. 

8,)  Zeitwort  und  Substantiv  treten  als  prädicat  und  object  in 
alliterirende  bindung. 

v.  3307  Mi  £ale  J>ou  fond  to  bet.  v.  1445  J>at  ^ataile  wald 
a/>ide  (vgl.  d.  anm.  z.  d.  st.),  v.  1008  My  />ody  to  />atayl  y  bede. 
v.  452  bestes  )?ai  brac  and  bare.  v.  285  His  Graftes  gan  he  ki}>e. 
v.  887  Oounes  J?ai  gun  crake.  v.  2069  His  /alsnesse  for  to  /ille. 
v.  3268  Her /on  fast  J?ai  /eld ;  #£•/.  #.3245  Til  her /on  were /eld 
doun  riz,t  (Regel  p.  237^.  z/.  860  /fales  J?ou  wendest  to  /and. 
z>.  2921  =  3059  A  ^ift  y  ^eue  J?e.  z/.  641  f>e  huscher  he  gaf  J?e 
£old;  vgl.  v.  2265  .geuej?  him  go\&.  v.  2267  <9old  J?ai  £ouen  him 
J?are.  v.  975  I>er  to  ich  /^eld  min  >#ond.  v.  272  And  >#eld  his 
^ert  in  an.  v.  3052  Who  wil  /esinges  /ayt.  v.  2599  In  wo  mi 
/iif  to  /ede ;  z>£/.  Regel  p.  239,  Lindner  p.  224.  z>.  2929  He  seyd7 
his  /iif  he  /es;  z>^7.  Regel  und  Lindner  a.  a.  0.  v.  2760  J/endi 
J?ou  wost  J?at  /#is.  v.  2742  J>er  J?e  werkes  were  ///ade.  v.  181  = 
1028  Swiche  //zeting  nas  neuer  ///ade.  v.  563  And  ///erkes  gun  J?ai 
///inne  (z/g-/.  */.  anm.  z.  d.  st.),  v.  1546  /roiien  ichil  his  /ride. 
v.  1258  And  romaunce  to  rede  anz,t  (vgl.  d.  anm.  z.  d.  st.),  v.  489 
He  ri^t  al  ]?e  rede.  v.  510  And  radde  J?e  riz,t  roun.  v.  885 
.SV//aftes  )?ai  gun  s^/zake  ;  z>£-/.  ^cacen  jperen  bei  La%.  (Regel  p.  240  /). 
v.  1262  To  se  J?e  sof>e  in  svz,t.  v.  2884  J>e  ^oJ?e  y  wil  J?e  say ; 
z>g7.  Regel  p.  242,  Lindner  p.  225.  z>.  2335  His  ^ok  may  no  man 
stand  (vgl.  d.  anm.  z.  d.  st.).  v.  653  £at  he  z^ered  swiche  a 
ze/ede;  vgl.  v.  2238  In  pouer  wede,  to  were.  v.  17 15  Mark  his 
wille  wrou^t ;  hier  euphemismus  für  die  begattung ;  über  den  aus- 
d?-uck  an  sich  vgl.  Regel  p.  245,  Lind?ier  p.  225/.  v.  39  J>e  pouer 
to  wirche  wo ;  z^/.  z>.  3271  J>ai  wrou^t  hem  wo  ynou^.  v.  2666 
Wrong  he  ha)?  ous  wrou^t.  z\  1506  Who  J?at  wonder  wrou^t. 
z>.  3216  J^ou  z^ost  our  wille  bi  siz,t.  v.  1235  To  z#ite  his  wo  un- 
winne.  z\  399  To  wite  J?e  ri?t  way.  z>.  3266  On  him  he  wrake 
his  w/-ong. 

Damit  ist  meine  Sammlung,  soweit  sie  denjenigen  von  Regel  und 
Lindner  parallel  geht,  abgeschlossen.  Es  ergibt  sich,  dass  im  Sir 
Tristrem  der  sinn  für  alliteration  noch  viel  lebhafter  rege  ist  als  in 
den  werken  Chaucer's.  Viele  der  von  Regel  als  altgermanisch  nach- 
geiviesenen  bindungen  finden  sich  in  unserem  ge dichte  wieder  und  viele 
neue  sind  dazugekommen.      Eine   über  das  ganze  gebiet  der  engl,  ro- 


—      XLVII      — 


manzenpoesie  sich  erstreckende  Untersuchung  würde  zu  erörte?'n  haben, 
in  wie  weit  die  alUteration  in  diesen  fällen  als  englisches  gemeingut 
des  13.  und  14.  Jahrhunderts  anzusehen  oder  auf  einen  mehr  zu- 
fälligen gleichklang  im  anlaute  zurückzuführen  ist.  Wir  wenden  uns 
ietzt  der  frage  zu,  ob  im  Sir  Tristrem  die  in  der  strophe  metrisch 
zusammengehörigen  verse  zuweilen  ausser  durch  den  reim  auch  be- 
wusster  massen  durch  alUteration  gebunden  worden  sind.  Hier  kommt 
es  natürlich  nicht  mehr  auf  etymologische  venvandtschaft  oder  gram- 
matische Zusammengehörigkeit  der  betreffenden  worte,  sondern  nur  auf 
die  gleichheit  des  anlautes  an. 

Zu  der  bemerku?ig  Schipper' s ,  a.  a.  0.  p.  385  /.,  dass  die 
neunte  zeile  der  strophe,  der  sogenannte  bob-vers,  logisch  mimer  zum 
aufgesange  gehöre,  stimmt  sehr  gut  das  factum,  dass  im  Sir  Tristrem 
nur  in  23  von  303  Strophen  dieser  vers  in  meiner  ausgäbe  dem  sinne 
nach  zum  abgesang  gezogen  worden  ist,  und  auch  da  noch  zuweilen 
zweifei  über  die  nothwendigkeit  dieser  entscheidung  rege  werden  könn- 
ten. Da  gerade  in  diesem  falle  der  reim  nichts  entscheidet,  so  lag 
es  einem  für  die  bindende  macht  der  alUteration  empfänglichen  dichter 
nirgends  näher  als  hier,  durch  anwendung  derselben  das  logische 
verhältniss  auch  sprachlich  anzudeuten.  Diesen  gesichtspunkt  im  äuge 
behaltend,  mustere  ??ian  nun  folgende,  in  streng  alphabetischer  anord- 
nung  aufgefüh?'te  achte  und  neunte  zeile?i  von  Strophen  unseres  ge- 
dicktes. 


v.    1229  f.  : 
Swiche  sei^e  pai  neuer  axe, 
Ex  pan. 

v.  2681  /.  : 
To  3oure  wenten  pai 
On  Wedele. 

v.  2901  f.  : 
Ybroken  no  schal  it  be, 
To  bete. 

v>   19/  •• 
Pat  our  elders  haue  bene, 
To  abide. 

v.   2054  /•  : 
Ysonde  wist  his  bone, 
To  a^ide. 

v.   2736  /.  : 
Hou  so  it  euer  be, 
To  ^ide. 

v.  3143  /.: 
Per  out,  as  it  was  fest, 
To  a^ide. 

v.   2208  f.  : 
His  blöd  bende  brast  oway 
And  Med. 


.  v.  162  /.  :p 

Pan  maiden  2?/auncheflour, 
AI  Wipe. 

v.  690  f.  : 
Pat  robe  ful  fair  he  £are, 
Pat  bo\d. 

v.   844/.: 
Pine  owhen  mot  it  be, 
Pou  3old! 

v.   1482  /.  : 
As  pan  bat  ^atail  was  don, 
To  böte 

v.   1933  /•  : 
A  bord  he  toke  oway 
Of  her  bour. 

v.   1636  /.  : 
Pai  golden  Ysonde,   pe  br'nft ; 
To  bring 

v.  646  f.  : 
He  hete,  he  wolde  him  bring, 
And  brou^t. 

v.  2758  /.  : 
Vn^inde  were  ous  to  £is 
As  £enne. 


XLVIII 


v.    1922  f.  : 
And  se()ben  to  «Hirt  com  bai : 
»Sir  £ing«, 

V.    1845  /.: 
At  wode  was,  dexe  to  slo, 
tat  </ay. 

v.    2285  /.  : 
Ac  Mark  for^aue  bat  </ay 
And  //ede. 

v.  2032  /. : 

And  Tristrem  ni^t  and  day 
For  //ede. 

z/.  1295  /. : 
Of  Ysonde  /or  his  play, 
Saun  /ail. 

z>.   448  /.  : 
Of  /at  hertes  y/edde 
In  /eld. 

w  470  /.  : 
And  we  wil  se  ful  /ain 
In  /eld ! 

v.   96  /  : 
Was  wounded  in  bat  /13t 
Ful  /eile. 

z/.  140  /  : 
tat  /are  y  wille  wib  be 
And  /inde 

z/.   2813  /.  : 
Fond  him  riche  wald, 
To  /ine. 

v.   3220  /.  : 
tat  sain,  he  dar  nou^t  f'vp. 
Wib  his/o! 

7/.   2428  /.  : 
Tristrem  for  to  /rain, 
tat  fre. 

v.   2626  /. : 

Fi^tes  for  to  fraxn, 
tat  fre. 

v.  2692  /  : 

For  no  hing  hir  /ro, 
tat  fre. 

v.   3000  /.  : 

Brengwain  bri^t  and  fre, 
tat  frende. 

v.   877/.  = 
Rohand  wib  help  ful  £"ode 
And  ^"ayn. 

v.  1559/.: 
To  a  bab  ^an  him  lede, 
Ful  £"ayn, 

v.  1273  /. : 

tat  al  games  of  ^rewe 
On  ^rounde. 

v.  11 63/.  : 
To  a  stede  ber  /am  was  boun, 
Nei^e  //and, 


z/.   932  /.  : 
tat  he  Äerd  neuer  are; 
On  hand 

v.    103 1  /.  : 
And  hewe  on  Helmes  brizjt 
Wib  //and. 

v.  943  /•  : 
tre  Äundred  pounde  of  latoun, 
Schuld  he. 

v.   2934  /.  : 
Bot  /zold,  astow  art  //ende, 
And  Aele ! 

v.  404  /.  : 
His  owhen  he  may  hexe 
As  //ende. 

v.   2593  /• : 
Tristrem,   ban  was  ^e? 
tat  //ende. 

v.   3033  /•: 
So  criestow  on  heye 
In  hexd. 

7/.  3022  /.  : 
His  hext  was  euer  he\7te, 
To  Aold. 

v.   657  /.  : 
Monestow  neuer  in  /ede? 
Nou^t  /ain, 

v.  3121  /. : 
In  /onging  haue  we  be, 
Nou^t  /ain : 

Hou  bai  faren  in  /ede : 
»Nou^t  /ain 

z/.  3308/.  : 
For  /oue  of  Ysonde  fre ! 
Nou^t  /ain  : 

v.  591  /.  : 

He  bi/eft  al  ni^t 
In  /and. 

v.   63  /.  : 

And  dede  wib  outen  /es 
In  /ede. 

?.  52  /•  : 
And  foren  til  Ing/ond, 
To  /ende  ; 

v.  3176/.: 

Vnder  walles  he  /ay, 
To  /ibe  ; 

v.   2087  /.  : 

To  Marke  hye  bilei^e  we, 
tat  may. 

v.   2373  /. : 

Biheld  per  wani  a  man : 
tai  wett. 

v.   382/.  : 
A  lof  of  brede  ^ete  wäre, 
tat  wilde. 


—      XLIX      — 


v.   2835  /.: 
Swiche  a  werk  nas  «ou^t 
At  wede, 

v.   30  /.  : 
TU  Morgan  asked  /es 
Puren  /ine ; 

v.    77«/.: 
Lat  mo  men  wip   pe  ride 
Ün  rowe  ! 

v.   1262  f.  : 
To  je  pe  jope  in  ji^t, 
To  jay. 

V.   569  /.  : 
And  pane  of  riche  j/rinne 
Ful  j/tet  ; 

w.   1944/.: 
As  we  finde  in   jmte  : 
Ful  sktt 

v.  1438  /. : 
Er  he  pe  dragoun  jou^t 
And  jei^e. 

v.    1251  /.  : 
To  boure  cleped,   feie  jipe, 
To  jete ; 

v.   668  /.  : 
Wil  ^e  mi  fader  je 
Wip  s\'i}V}. 

v.  1405  /.: 
tat  pai  euer  hadde  jene 
Wip  ri^t  — 

V.    181 2  f.  : 
Swiche  110  hadde  pai  neuer  jen 
Wip  ri?t; 

z/.  1988  /. : 
5^our  dedes  han  ben  jain 
Wip  ri^t. 

z/.  2065  f. : 

He  hi^t,  to  don  him  je 
Wip  ji^t, 

v.  2076  /. : 

Pat  pou  wost  hir  je 
Wip  ji^t. 

v.  2098  /. : 

As  he  hir  neuer  had  jene 
Win  ji^t. 

v.  2197  /. : 

Bot  ijif  it  vvere  jene 
Wip  s\%t. 

v.  2560  f. : 

Pat  he  hem  hadde  yjene 
Wip  ji'^t; 

v.   3242  /. : 

Pat  turnament  to  je 
Wip  ji^t. 

v.  492  /. : 
Pat  jei7,en,    pat  per  wäre 
AI  so ; 

Kölbing,  Sir  Tristrem. 


v.   1504/.: 
Hye  and  hir  moder  jou^t 
AI  jo, 

v.   2186  /. : 
And  tokening  pou  schalt  je 
Ful  jone. 

v.    822  f.  : 
Ten  kinges  Jones  pai  wäre; 
Unjou/,t 

v-  3341  /'■ 
Wip  diolful  dintes  jare, 
Unjounde. 

v.  811  /.  : 
Wip  Morgan  j/eke  wil  y 
And  spede. 

7/.   1460  f. : 
S/irt  vnder  a  tre 
AI  jrille, 

v.   2989  /. : 
In  her  hond  fast  it  j/ode, 
AI  j/ille. 

v.  2571  /. : 
Swiftly  for  to  j/ere 
A  j/ounde. 

v.   1889  /. : 
As  pai  were  on  pe  j/rand 
Pat  jfounde. 

v.   833  /.  : 
And  jwiftly  ride  ^e 
And  jwipe  ! 

v.   305  /.  : 
Sir  Rohand  him  /old 
And  /au^t ; 

z/,   3253  /.  : 
On  him  he  wrake  his  tene 
tat  /ide; 

7/.  2384/.  : 

His  scheid  he  clef  bi/z>ene 
A  tvo. 

v.  2439  /. : 
Pai  playden   ai  bi/z/ene, 

to    ^O. 

7/.   2131  f. : 

It  semes  astow  were   ?<yode, 
To  wede. 

v.  393  /•  = 
In  world  pou  wisse  me 
At  7£/ille. 

v.   459  /.  : 

So  wilde  best  ywrou^t 
At  wille. 

V.    316  /.  : 

Bere  hem  bope  oway.« 
Wip  7£/ille 

».  1735  /•: 
When  Tristrem  was  in  wo, 
Wip  7£nlle. 


v.  2153/-: 
So   bat  bou  be  oway 
Wib  wille. 

V.  2395  /.  : 
Fat  alle  be  cuntre  wist, 
Wib  wille; 

v.  2494  /.: 
Pai  hadden  al  bat  bai  wold 
Wib  wille. 

v.   371  /.  : 
Pe  wawes  were  so  wode 
Wib  winde. 

7/.  2769  /. : 
For  bi  him  was  ful  wa 
Vnwise. 

z>.  2615  f. : 
Pat  ni^t,   wib  outen  wene, 
And  wdk. 


v.   1977  /.  : 
Tristrem !   sehe  seyd  jüare ; 
»P'or  ^an 

v.    855  /.  : 
So  schal  y  ^5e,   for  ^>i 
Riijt  /ian 

z>.   1130/.: 
Forsoke  J>o  bat  kni^t 
As  j5are  ; 

v.   1 306  /.  : 
It  />ou'/;t  hem  ful  gode. 
As  ^5are 

v.  2296  f.'. 
And  fast  he  fraines  p\S, 
Ri^t  j5are. 

i>.   2747  /.  : 
Fast  he  folwed  j5an, 
Ri^t  />are  ; 


v.   2637/.: 
Pat  he  wan  hem  fre. 
He  jöou^t; 

Es  ergibt  sich  aus  dieser  liste,  dass  unter  304  Strophen  sich 
nicht  weniger  als  105  befinden,  in  denen  die  achte  und  neunte  zeile 
durch  alliteration  gebunden  sind,  und  zwar  ist  in  78  fällen  das 
alliterirende  zvort  der  achten  zeile  zugleich  das  schlusswort  derselben. 
Es  wird  demnach  als  sicher  angenommen  werden  können,  dass  der 
dichter  diesen  versscJimuck  gerade  an  dieser  stelle  mit  voller  absicht- 
lichkeit angebracht  hat,  um  die  Zugehörigkeit  der  neunten  zeile  zum 
aufgesang  dadurch  zu  markiren.  Diese  beobachtung  findet  lediglich 
ihre  bestätigung  durch  die  aufzähhmg  der  verhältnissmässig  wenigen 
fälle,  wo  der  bob-vers  ?nit  dem  zehnten  verse  der  strophe  gebunden 
erscheint.     Es  sind  folgende : 


v.   1395  /•: 
Pe  £est; 
Pe  king  present  bai  <£are 

v.   1472  /.: 
And  3rend; 
His  armes,   bat  were  br'vif., 

v.  1703  /.: 
Gan  dring. 
Ysonde  brvj^t  of  hewe 

v.  724  /.  : 
Sir  £ing! 
Knowe  it,   ^iue  ^e  <ran, 

v.   1450  /. : 
His  üfent : 
Pe  ^euel  dragouns  hide 

v-  3°78  /.  • 
Ful  _/ine. 
Bi/ore  was  stef  on  stede 


v.   680  /.  : 
In  Aand  ; 
Y  clambe  be  Voltes  Aare, 

v.   1285  f.  : 
In  /ay. 
His  /eue  he  asked  at  here, 

v.   1582/.: 
And  /ou£  : 
Nay,   moder,   nou^t  to  /ayn, 

v.  I758/-: 
In  /ede  : 
No  /ete  ifi  for  no  pay, 

v.  1769/.: 
Nou^t  /ain  : 
Ysonde,  be  /euedi  gode, 

v.  2231  f.  : 
Of  jake. 
Ysonde  .yaid  bidene, 


LI      — 

v.   1208  /. :  v.  1659  /. : 

To  jay  :  Gret  swink. 

Sehe  jent  him  a  plaster  kene,  Swete  Ysonde,  pe  fre, 

v.  416  /.  :  v.  2451  /. : 

Ful  jone  Away. 

£e  forest  forp  he  so\v/}t,  Bliper,   wip  outen  wene, 

v.  438  /.  :  v.   526  f.  : 

Ful  jone.  Swiche  /ring  : 

Ful  wel  buet  his  ping,  Alle  blipe  weren  pai  />an, 

v.   538/.: 
For  /»ou^t. 
Pe  lasse  ^af  Rohand  for  pi, 

Es   kommt   also   nur   i?i    19    Strophen  vor,   dass  die  neunte  zeile 
mit  der  zehnten  gebunden  ist. 

Ist  somit  die  absieht  seitens  des  dichters  bezüglich  dieses  f alles 
unverkennbar,  so  liegt  die  vermuthung  nahe,  dass  der  Verfasser  des 
Sir  Tristrem  auch  die  übrige?i  zusammengehörigen  verse  der  strophe 
in  derselben  weise  als  solche  gekennzeichnet  habe.  Wenn  wir  nun 
der  ansieht  ten  Brinßs  (a.  a.  0.  p.  300  f.)  beipflichten,  dass  als  der 
kern  der  Strophenbildung  vier  alexandriner  von  je  sechs  hebungen  zu 
erkennen  sei,  welche  durch  den  mittelreim  in  acht  kurzzeilen  gespalten 
werden,  und  denen  sich  ein  fünfter  —  ebenfalls  getheilter  —  alexan- 
driner durch  Vermittlung  eines  versgliedes  von  einer  hebung  anschliesst, 
so  müssen  wir  erwarten,  dass  die  verse  1  und  2,  3  und  4,  5  und 
6,  7  u?id  8,  10  und  11  besonders  oft  durch  alliteration  gebimden 
erscheinen.  Bei  einer  statistische?!  prüfung  dieses  punktes  stellt  sich 
jedoch  heraus,  dass  dies  nicht  der  fall  ist,  da  die  nichtzusammen- 
gehörigen zeilen  der  strophe  c.  eben  so  oft  gebunden  worden  sind,  als 
jene.  Nach  meiner  Zählung  ist  v.  1  und  2  in  54  strophe?i  gebunden, 
3  und  4  in  44  Strophen,  5  und  6  in  51  Strophen,  7  tmd  8  in  50 
Strophen,  10  und  11  in  38  Strophen  \  dagegen  2  and  3  in  61  Stro- 
phen, 4  u?id  5  in  40  Strophen,  6  und  7  in  50  Strophen.  Die  alli- 
teration kommt  also  nicht  nur  in  je  zwei  auf  einander  folgenden 
la?igzeilen  ziemlich  gleich  häufig  vor,  sondern  auch  durchschnittlich 
nur  halb  so  oft  als  in  zeile  8  und  9.  Wir  werden  also  zu  dem 
Schlüsse  gelangen,  dass  nur  in  diesem  letzteren  falle  der  gebrauch 
der  alliteration  durch  das  Interesse  für  die  strophenform  beeinflusst 
worden  ist.  Es  erscheint  mir  aus  diesem  gründe  auch  überflüssig, 
alle  diese  bindungen  hier  auszuheben ;  überdies  sind  auch  viele  der- 
selben bereits  in  der  ersten  hälfte  des  vorliegenden  abschnittes  ange- 
führt worden. 

(1* 


—      LH      — 

Ich  möchte  nur  noch  eine  bemerkung  zum  Schlüsse  dieses  ab- 
schnittes  beifügen.  Wissmann  sagt  in  seinen  Unters,  p.  58/".  bezüg- 
lich des  King  Harn:  ))Dass  das  gedieht  in  diese  entwickelung  aus 
alliterirender  poesie  in  reimpoesie  gehört ,  und  dass  ih m  höchst 
wahrscheinlich  alliterir ende  lieder  gleichen  inhalts 
vor  au  sge  gange  ?i ,  geht  aus  zahlreichen  resten  der  alliteration,  die 
sich  hier  erhalten  haben,  und  die  sich  zum  theil  aus  Lai,amon  noch 
als  lebendig  nachweisen  lassen,  hervor]  alliterire?ule  formein,  die 
nicht  mit  absieht  als  äusserer  schmuck  neben  dem  reime,  wie  etwa 
in  Ywain  and  Gawaine  und  anderen  romanen,  verwandt  sindt,  son- 
dern die  sich  7virklich  als  trümmer  einer  zerbrochenen  und  aufgelösten 
form  darstellen«.  So  naheliegend  eine  solche  folgerung  an  sich  ist, 
so  muss  ich  doch,  bei  betrachtung  unseres  gedichtes ,  mit  Schipper 
a.  a.  a.  p.  190  die  nothwendigkeit  derselben  bestreiten.  Auch  hier 
fanden  sich  eine  anzahl  alliterirender  formein  aus  Lai,.  wieder,  auch 
hier  ist  gerade  die  alliteration  bei  den  eigennamen  sehr  beliebt,  auch 
finden  sich  oft  in  zwei  aufeinanderfolgenden  zeilen  spuren  von  allitera- 
tion. Und  doch  seh  Hess t  der  ganze  char acter  des  auf  ei?i  französi- 
sches original  zurückgehenden  gedichtes  das  vorausgehen  alliterirender 
lieder  gleiche?!,  inhaltes  mit  aller  wimschenswerthen  Sicherheit  aus. 
Es  ist  auch  in  der  that  nicht  einzusehen,  weshalb  die  dichter,  wenn 
sie  als  versschmuck  alliteration  neben  dem  reime  anwenden  ivollten, 
durchaus  lauter  neue  for?neln  zu  schaffen  gezwungen  gewesen  wären, 
ja  es  wäre  geradezu  auffällig,  ivenn  sie  nicht  in  erster  linie  zu  den 
im  volksgeiste  noch  lebendigen  bindungen  aus  uralter  zeit  gegriffen 
hätten. 

C)    Der  vers. 

Bevor  ich  auf  einzelheiten  eingehe,  muss  ich  ausdrücklich  be- 
tonen ,  dass  ich  keinesweges  die  bedenklichkeit  verkenne ,  mit  der  bei 
dem  Vorhandensein  blos  tiner  handschrift  eines  poetischen  Werkes  die 
feststellung  von  metrischen  gesetzen  verbunden  ist,  und  der  von  einem 
beurtheiler  des  Schipper 'sehen  Werkes  (Deutsche  litteraturzeitung  1882, 
p.  141 9,)  gegen  denselben  erhobene  Vorwurf,  dass  er  bei  texten,  von 
denen  bisher  nur  eine  hs.  gedruckt  sei,  mit  seinem  urtheil  hätte  zurück- 
haltender sein  sollen,  scheint  mir  in  der  that  nicht  ganz  unbegründet 
zu  sein,  trifft  aber  auch  nicht  minder  jeden,  der  aus  dem  zustande  der 
zufällig  einzigen  hs.  ei?ies  denkmals  gewichtige  Schlüsse  ziehe?i  will. 
Trotzdem    aber   muss   wenigstens    der   versuch    dazu   gewagt   werden, 


—      L1II      — 

und  die  grössere  oder  geringere  zahl  von  versen ,  welche  sich  nicht 
unterbringen  lassen,  wird  ein  urtheil  so7uol  über  die  treue  der  Über- 
lieferung ivie  über  die  Sicherheit  der  von  uns  nortnirten  gesetze  er- 
möglichen. 

Die  verse  i — 8  und  10.  n  der  Strophe  enthalten  je  3  hebungen 
mit  stumpfem  oder  hängendem  ausgang.  Zwischen  je  zwei  hebungen 
steht  in  der  regel  eine  Senkung.  Der  ersten  hebung  geht  meist  ein- 
sylbiger  auftakt  vorher. 

Im  einzelnen  ist  folgendes  zu  bemerken. 

I)  Die  Senkung. 

1)   Die  Senkung  kann  fehlen, 
A)  nach  der  ersten  hebung  l) 

a)  bei  vorhergehendem  auftakt l  z.  b.  v.  321  :  And  pläy 
J>äi  bigmne.  v.  338  :  J>at  päns  wöld  he  läy.  v.  354: 
A  bot  and  an  äre.  v.  498:  WiJ?  hert,  liuer  and 
li^tes.     v.   535  :    Pe  best  blöwer  of  hörn. 

b)  ohne  vorhergehe?iden  auftakt',  z.  b.  v.  336  :  Päns 
för  to  pläy. 

B)  nach  der  zweiten  hebung;  z.  b.  v.  24:  J>ei  Morgan 
lörd  wes.  v.  209:  Alias  £>at  ich  while.  v.  227:  King 
Markes  mäy  rewe.  v.  256  :  He  sent  his  sönd  swi'J?e. 
v.   387  :   A  lönd  biläft  he. 

Erleichtert  wird  dieser  aus  fall  in  beiden  fällen  durch  das  Vor- 
handensein einer  pause,  z.b.  v.  457:  And  se'yd,  wönder  him  J^öu^t. 
v.  2004:   Crid :   Mark,   pi  nöre !    v.   609:   Pe  pälmers  seyd :   $ä  ! 

Die  ein  schränkung,  dass  die  Senkung  nur  dann  fehlen  könne, 
wenn  die  vorhergehende  hebung  mit  vokal,  1,  m,  n,  nt,  r  oder  s  schliesst, 
die  Lüdtke  a.  a.  0.  p.  59  für  den  Erl  of  Tolous  gelte?id  macht, 
ist  hier,   wie  die  obigen  beispiele  lehren,   nicht  vorhanden. 


1 )  Ich  bemerke  hierbei ,  dass  ich  im  folgenden  blos  auf  die  Überlieferung 
mich  stütze.  Die  frage,  ob  zuweilen  unbetontes  e  einzusetzen  ist,  um  die  Sen- 
kung zu  füllen,  oder  ob  und  in  welchen  fällen  auslautendes  e  als  stumm  anzu- 
sehen ist,  lasse  ich  aus  mehreren  gründen  ganz  intact ;  erstens  ist  zu  einer  zeit, 
wo  die  ansichten  der  verschiedenen  forscher  sich  auf  das  schroffste  gegenüber- 
stehen (Man  vgl.  z.  b.  die  behauptungen  Brandts  a.  a.  0.  p.  44  ff.  mit  dem 
urtheil  ten  BrinKs,  Deutsche  litteraturz.  1882,  p.  1382J,  ein  nur  in  einer  hs. 
überliefertes  gedieht  am  allerwenigsten  zum  untersuchungsobjeet  geeignet,  und 
zweitens  ist  einer  meiner  zuhbrer  mit  einer  den  nordenglischen  dialekt  im  ganzen 
umfassenden  abhandlung  über  das  tonlose  e  beschäftigt ,  dem  ich  hier  in  keiner 
weise  vorgreifen  möchte. 


—      UV      — 

2)    Die  Senkung  kann  mehrsylbig  sein. 
A)    V er  Schleifung  tritt  ein 

a)  wenn  die  Senkung  durch  zwei,  durch  einen  conso- 
nanten  getrennte,  tonlose  e  gebildet  wird ';  z.  b.v.  172  : 
WiJ?  hörs  and  wepenes  feie.  v.  824:  Heuedes  öf 
wild  bare. 

b)  *)  bei  auslautendem  e  mit  darauf  folgendem  vokal  oder  h 
a)  beim  verbum  v.  51:  To  hei^e  and  holden  prfis.  v.  541:  Bot 
wesche  and  ^ede  to  mete;  v.  543:  Ynöu^  J?ai  hädde  at  ete. 
v.  546:  Aske  and  haue  it  ^äre.  v.  551:  An  härpour  mäde  a 
läy.  v.  553*.  Pe  härpour  ^ede  owäy.  v.  556:  Wröng  J?an  wite 
y  j>e\  ß)  beim  subst.  v.  22:  His  näme  it  spröng  wel  wide. 
v.  49:  Pe  döuke  and  Röuland  rfis.  v.  182:  WiJ?  sörwe  on  ich 
a  sfde.  v.  568:  He  ^äf  him  röbe  of  pälle.  v.  574:  WiJ?  Märke 
he  fs  ful  dere.  v.  589:  For  mete  and  röbes  rf?t.  y)  bei  adj. 
v.  57:  Wi]p  kni^tes  pröude  in  pres.  v.  66:  WiJ?  kni^tes  stf]?e  on 
stede.  v.  89:  Hd  was  göd  e  and  hdnde.  v.  401:  Of  a  prfnee 
pröude  in  pläy.  ö)  bei  adv.  v.  198:  And  dere  his  de}>  he  söld. 
e)  bei  conj.,  v.   82:   Bot  31'ue  it  bd  J?urch  ginne. 

c)  Bei  unbetontem  e  und  schliessendem  consonanten  mit  folgen- 
dem vokal  oder  h  -J-  vokal.  a)  beim  verbum  v.  14:  ]%  greues 
wexen  al  gräy.  v.  121:  Or  lesen  al  J?ät  j?er  wäre.  #.  144: 
J>ai  büsked  and  mäked  hem  böun.  v.  567:  Was  cömen  of 
riche  kinne.  v.  584:  Nöu^t  no  semed  it  so.  v.  738:  pö  J>ai 
kfsten  him  alle,  ß)  beim  subst.  #.13:  In  Winter  it  is  nou^t  sen. 
v.  26:  His  böld  börwes  he  ches.  v.  78:  J^e  mäiden  of  hei^e 
kinne.  v.  547:  In  cöupes  or  hörnes  grete.  v.  753:  His  möder 
hou  hye  was  tän.  v.  803:  His  sönes  kni^tes  he  mäde.  y)  bei 
adv.  (resp.  präp.)  v.  268:  O^äines  him  stöde  no  man.  v.  544: 
WheJ?er  hem  leuer  wäre.     v.   767:   To  sie  him  6}>ur  he  me. 

d)  Bei  auslautendem  e  mit  folgendem,  conso?iantisch  anlauten- 
dem, in  der  rede  unbetontem  wort',  ij  mit  unbetontem  e  in  der  zweiten 
sylbe.  a)  beim  verbum  v.396:  }>ou  lete  me  neuer  spüle.  ^.474: 
Tn'strem  schäre  j?e  brest.  ß)  beim  subst.  v.  56:  To  Märke,  J?e 
kmg,    J?ai   wdnt.     v.  224:   His  söne  sehe  bäd  it  be.      y)  bei  adj. 


1)  Von  hier  ab  schliesse  ich  mich,  der  Übersichtlichkeit  wegen,  an  die  von 
Wissmann,  Litteraturbl.  für  germ.  und  rom.  Philologie,  1882,  p.  181  ff.,  auf- 
gestellten rubriken  an. 


-       LV       — 

v.  iS:  Pe  göde  ben  äl  owäy.  ö)  bei  präp.  v.  36:  Bitvene  J?e 
döuk  Morgan.  2)  mit  volltönendem  vokal  in  der  zweite7i  sylbe 
a)  beim  v  erb  um  v.  23:  Wald  Röuland  j?öle  no  wröng.  v.  61: 
To  due'lle  wij>  him  in  pes.  v.  63:  And  dede  wi]?  öuten  les. 
v.  425:  Pe  pdj>  he  töke  ful  rf;t.  v.  541  :  Bot  wesche  and  ^ede 
to  mete.  v.  1423:  J>at  täke  )?is  bätaile  swij?e.  ß)  beim  subst. 
v.  87:  Of  bäle  bot  he  me  blinne.  v.  99:  Pe  täle  J?an  he'rd 
sehe  teile,  v.  276:  2^if  höpe  no  wäre  to  rise.  y)  beim  adj.  v.  115  : 
Röhand  trewe  so  stän. 

Unter  den  Bedingungen  von  b)  und  d)  zuird  auch  auslautendes, 
unbetontes  y  (i)  verschleift;  b)  v.  40:  J>ai  spflden  mäni  a  man.  v.  55: 
WiJ?  kni^tes  mäni  and  he'nde.  d)  v.  259:  Redi  to  his  somöun. 
v.    1788:    ^our  smöck  was  sölwy  to  sen. 

Indessen ,  selbst  wenn  wir  alle  vorgenannten  fälle  abziehen ,  so 
bleiben  doch  noch  eine  grosse  anzahl  von  zweisylbigen  Senkungen  im 
inneren  des  verses  bestehen,  ivelche  nicht  auf  schlechte  Überlieferung 
des  textes  zurückgeführt  werden  können.  Doch  herrscht  hier  keines- 
weges  absolute  regellosigkeit,  eine  behauptung,  die  im  folgenden  näher 
begründet  werden  soll.  Die  Beschränkungen ,  denen  der  gebrauch 
doppelter  senkimgen  unterworfen  ist,  sind  nämlich  im  wesentlichen 
dieselben,  welche  Amelung  in  seinen  Beiträgen  zur  deutschen  metrik 
(Zeitschrift  für  deutsche  philo logie  III,  p.  z^jf.)  für  die  mittel- 
deutschen gedichte  aus  der  mitte  des  zwölften  Jahrhunderts ,  speciell 
für  den  König  Rother  überzeugend  nachgewiesen  hat.  Ich  schliesse 
mich  desshalb  im  folgenden  eng  an  die  von  ihm  aufgestellten  rubri- 
ken  an. 

1)  Auf  eine  von  natur  hochtonige  hebung  kÖ7inen  zwei  Senkungen 
folgen;   doch  muss  jede  der  beiden  Senkungen  minder  betont  sein,    als 

die  vorangegangene  hebung',  z.  b.  v.  59:  His  äuentours,  äs  it  wes. 
v.  102:  To  hir  mäistresse  sehe  gan  säy.  v.  107:  A  knäue 
child  gät  ]?ai  tvö.  v.  236:  t>at  leuedi,  nöu^t  to  läin.  v.  311: 
J>e  mariner  späc  bonäir.  v.  462:  Or  fölily  ^e  hem  spüle. 
v.  476:  Pe  heminges  swi'J?e  on  est.  v.  506:  pe  tökening 
schuld  r/,e  blöwe.  v.  578  :  WiJ?  sörwe  and  rdweful  che"re.  v.  1004: 
And  schörtliche  seyd  in  lede.  v.  1536:  So  nöblelich  he  hem 
hiijt.  v.  117:  And  se'nt  to  Röuland  onän.  v.  248:  His  öwhen 
wiif  also  tite.     v.    552:   J>at  Tristrem,   aresound  he. 

2)  Bei  doppelter  Senkung  ist  der  gebrauch  selbständiger  worte 
als  füllung  derselben  auf  bestimmte  Wortklassen  eingeschränkt.     Näm- 


—       LVJ       — 

lieh  neben  den  flexi  ons-  und  ableitungssylben ,  den  präfixen  und  den 
zweiten  gliedern  der  composita  können  nur  folgende  redetheile  zu 
diesem  zwecke  verwendet  werden. 

A)  Ohne  jede  7v eitere  einschränkung  können  folgende  redetheile 
ihren  hochton  verlieren: 

a)  der  bestimmte  artikel;  z.  b.  v.  70:  And  öuer  J?e  wälles  to 
lye.  v.  602:  Biför  him  schdres  pe  mes.  v.  782:  To  armes  ]>e 
king  lete  crie.  v.  800:  He  säiled  J?e  se'uen  däy.  v.  2255  :  Näked 
J?e  kni^tes  knevve.  v.  2564:  To  cöurt  were  cömen  J?  o  tö.  Ebenso 
zuweilen  der  verstärkte  artikel  ]?at;  z.  b.  v.  164:  After  J?at  michel 
anöur.  v.  186:  Morgan  scäped  )>at  tide.  v.  281:  He  stödiej? 
euer,  J?at  stij?e.  v.  2942:  BöJ?e  büsked  J?at  nfyt.  v.  3046: 
Ysönde  men  cällej?  }?at  fre. 

b)  Das  pron.  pers.;  z.  b.  v.  2762:  Y  slöu^  Vrgän,  y  |?e 
teile,  v.  533:  Mi  fäder  me  häj?  forlörn.  v.  678:  J^ai  golden 
me  J?ät  y  läyd.  v.  467:  OJ?er  J?ou  hast  ous  töld.  v.  843: 
WheJ?er  J?ou  bh's  or  bän.  v.  2915:  Whatwites  j?ou  hir  of  ddde. 
v.  1612  :  J>at  äfter  J?e  he  gan  long.  v.  1832:  A  miri  läy  he 
bigän.  v.  1874:  Of  Tristrem  he  häj?  a  söun.  v.  2749:  He 
bldwe  priis  as  he  cän.  v.  3261  :  His  stirops  he  mäde  him  tine. 
v.  597:  pt  pälmer  seyd ,  he  him  kndwe.  v.  3071:  WröJ?  to 
chäumber  sehe  ^ede.  v.  2481:  Had  wröu^t  it,  wij?  öuten  wöu$. 
v.  2513:  He  di^t  it  wij?  outen  näy.  v.  2670:  £>e  böke  seyt,  it 
is  nöu^t.  ^.813:  So  long  idel  we  ly.  v.  2067:  And  sdyd : 
Sir,  siker  ^e  be.  v.  428:  He  äsked  hem,  whennes  ]?ai  wäre. 
v.  452:  Bestes  ]?ai  bräc  and  bare.  Hieher  gehört  auch  men 
(=  frz.  on) ;   z.  b.   v.    109:  And  se"J>)?en  men  cleped  him  so. 

c)  Das  pron.  demonstr.,  hier  so  selten  wie  im  König  Rother', 
z.  b.  v.  1508:  Dede  J?e  Steward  ]?is  dede.  v.  2082:  For  )?öu 
me  J? i s  böde  bröu^t.     v.   2445:   Ce'rtes  J?is  J?öu^t  was  his. 

d)  Die  präpositionen ;  ich  habe  belege  notirt  für  bi,  for,  in,  of, 
on,  ouer,  to,  wij?;  z.  b.  v.  309:  A  cheker  he  fönd  bi  a  cheire. 
v.  2621:  And  sikej?  for  sö)?e  to  säy.  v.  1910:  To  ]?erl  he  seyd: 
In  J?at  nede.  v.  2498:  Tristre'm  on  an  hüle  stöde.  v.  151: 
And  kni^t,  ouer  börd  )?ai  sträde.  v.  840:  And  j?öu  hast  serued 
to  nie.  v.  876:  WiJ?  J?ät  was  cömen  to  töun.  Dahin  gehört  auch 
to  vor  dem  inf. ,  welches  häufig  in  zweisylbiger  Senkung  vorkommt] 
z.  b.  v.  70:  And  öuer  )?e  wälles  to  lye.  v.  586:  He  nö  wist, 
whider  to  gö.      v.   860:     Föles  J>ou  wendest  to  fand.     v.   2229: 


—      LVD      — 

WiJ>  höt  iren,  to  säy.  v.  2446:  Ful  wele  awreken  to  ben. 
v.  2724:  Of  hfm  ]>o\\  öwest  to  drede.  v.  1581  :  Sehe  com  \v'\p  a 
drink  of  mäin.  v.  2452  :  Bilder  wij>  öuten  wene.  v.  2481  :  Had 
wröusjt  it  wij?  öuten  wöu;. 

e)  Die  conjunetionen;  v.  2777:  Bitvene  )?e  hauber k  and  si'de. 
v.  386:  Winde  J>ai  häd,  as  J?aiwölde.  v.  2749:  He  blewe  priis, 
as  he  can.  v.  2937:  To  steuen  ?if  ]?äi  it  stele.  v.  3042: 
Piseluen  i/\{  pöu  hir  se.     v.    1429:    Listen  now,   whö  wil  \\pe. 

f)  Die  adverbien  per  und  J?o;  z.  b.  139:  Mi  rede  is  täken 
per  tflle.  z>.  853:  Amendes  ]?er  öu^t  to  ly.  #.  1376:  Knf^tes 
po  chösen  J?äi.     #.   2398:    And  Wales  )?o  ^eld  him  tflle. 

g)  Die  negationen,  selten;  v.  2883:  Broker!  No  wrä)?e  pe 
nou^t.  z>.  2901:  Ybröken  no  schäl  it  be,  v.  2108:  J^ou  no 
äugtest  nou^t  here  to  be.  v.  2526:  Sei?e  J?äi  neuer  swiche 
man   ("?). 

h)  Die  auxiliaren  verben  be,  can,  don,  ginne,  haue,  may,  wil. 
v.  3062:  No  schäl  it  neuer  be  jn'ne.  v.  355:  Hye  se'yden  :  ^önd 
is  pe  länd.  v.  76:  For  pi  chösen  was  he.  v.  686:  His  heued 
was  white  of  häre.  v.  2057:  Her  äij?er  was  öj>er  bisi'de. 
v.  2744:  pe  wäter  was  bläc  and  bräde.  v.  181:  Swiche  meting 
nas  neuer  mäde.  v.  403:  Whö  so  better  can  säy.  v.  68:  Pe 
türnament  de  de  cn'e.  v.  861:  J>i  fäder  p\  möder  gan  hide. 
v.  2104:  pe  schädowe  Tristrem  gan  se.  v.  2160:  For  pi  pe 
knf^tes  gan  säy.  v.  1138:  In  sörwe  ich  haue  ben  äy.  v.  2081: 
Mäister ,  j?änk  haue  z,e.  v.  3310:  Seuen  brevem  ha)?  he. 
v.  in  :  Pe  tre'wes,  J?at  J?äi  hadde  tän.  v.  2497:  Her  nön  mi^t 
of  öj?er  fflle  (?) .  v.  1094:  Mö  pdX  hider  wil  ride.  v.  2139: 
Of  lönd  ichil  dies  färe. 

B)  Nur  unter  besonderen  bedin gütigen  können  folgende  ihren 
hochton  verlieren : 

a)  Die  pron.  possessiva  und  indefinita  nur,  wenn  sie  adjeeti- 
visch  gebraucht  sind  und  unmittelbar  vor  dem  zugehörigen  notnen 
stehen,  a)  possessiva,  v.  234:  Röuland,  mi  lörd,  is  släin.  v.  848: 
Amendes!  Mi  fäder  is  släin.  Andere  fälle  sind  zweifelhaft,  ß)  der 
unbestimmte  artikel;  v.  309  :  A  dicker  he  fönd  bi  a  che'ire.  v.  1255  : 
Pe  king  had  a  döuhter  dere.  v.  1581  :  Sehe  com  wij>  a  drink 
of  mäin.      v.    2498:   Tristrem  on  an  hille  stöde. 

b)  Das  pron.  re/at.,   wenn  es  unmittelbar  hinter  dem  wort  stellt, 


LVIII      — 

auf  welches  es  sich  bezieht;  v.  in:  Pe  treVes  J?at  J?ai  haddc  tan. 
v.  2360:  And  fönd  pe  hönd,  ]?at  was  hfs.  v.  3288:  Pe  wräiers, 
J?at  weren  in  halle. 

c)  Die  adverbien  so  und  ful,  wenn  sie  unmittelbar  vor  dem 
adjectiv  oder  adverb  stehen;  ^.29:  pe  wä  lästed  so  long. 
v.  1481  :  No  was  he  neuer  so  fäin.  v.  2569:  No  were  j?ai  ne'uer 
so  dere.  v.  2592:  Nas  neuer  so  söri  man.  v.  283:  Of  him 
weren  ful  bli'J?e.     v.    n  13:   He  is  wöunded  ful  säre. 

d)  Als  ein  vereinzelter,  aber  wol  zweifelloser  fall  ist  noch  an- 
zusehen eine  zahl,   v.    2508:   TwelmöneJ?  J?re  wöukes  las. 

D)  Bei  folgender  doppelter  Senkung  gelte??  für  die  hebung  die 
gewöhnlichen  regehi  über  elision;  z.  b.  v.  564:  Töken  leu  e  in  pe 
halle,  v.  634:  Or  bröken  £>ine  heued  schal  be.  v.  671:  And 
sd]?J?en  schewe  him  as  knfcjt.  v.  805:  No  bläm  e  hem  no  man 
for  pi.  v.  815:  Trfstrem  dede  as  he  hi'^t.  v.  890:  Bitwene  pe 
nöne  and  pe  niz,t.  v.  943:  Pre  hündred  pöund  e  of  latöun. 
v.  1139:  SeJ?)?en  ich  a  liue  haue  be'ne.  v.  1283:  Ysönde  he 
dede  vnd  erstand.  v.  1668:  And  swete  Ysönde  it  bitäu^t. 
v.  1839:  And  äsked  rede  of  J?o  tö.  v.  187 1:  Wi}>in  a  stöunde 
of  J?e  däy.  v.  2 118:  More  menske  were  it  to  pe.  v.  2647: 
He  bede  him,  \\\p  öuten  les.  v.  2815:  Ysönde  haue  J?er  he 
wäld.  — v.  168:  Mekeliche  he  gan  mele.  v.  212:  Gret  wönder 
hadde  he  po\.\7,t  )?äre.     v.   2897:   HeJ?eliche  höldej?  he. 

Verhältniss??iässig  selte?i  tritt  der  fall  ei??,  dass  ei??e  der  beide?? 
metrisch  einsylbigen  se??k?inge?i  graphisch  zweisylbig  ist,  i??dem  ver- 
schleif ?t??g  ei??tritt.  Hieher  gehöre??  verse  wie  v.  739:  BöJ?e  lduedi 
and  kni^t.  v.  12 12:  pe  leuedy  of  hei^e  priis.  v.  1233:  pe  le- 
uedi  of  hei^e  kdnne.  v.  1883:  pe  leuedi  was  sett  on  länd. 
v.  2073:  Mi  leuedy  me  se'nt  pe  tille.  v.  2114:  J>ou  sinnest, 
leuedi,   on  me.     v.   382:   A  löf  of  brede  ^ete  märe. 

I?i  ei?i  paar  anderen  fällen  wird  durch  änderung  von  wele  in 
wel,   oder  hadde  in  had,    ver?nei??tlich  dreisylbige  se??k?ing  beseitigt. 

Es  ergibt  sich  a?is  alledem,  dass  i?n  Sir  Tristre???  doppelte  Sen- 
kung ei??e  kei??esweges  selte??e  erschei?i?ing  ist,  i?i  scharfem  gegensatz 
zu  Ki??g  Hör??,  wo  ??ach  Wissmann  (Untersuchungen  p.  49,)  diese 
licenz  sehr  selten  oder  nie  als  Vorhände??  zuz?igebe?i  ist.  A?idrerseits 
7vird  die  richtigkeit  der  vo?i  u??s  namhaft  gemachte??  beschränkungen 
bestätigt  durch  die  fälle  vo??  zweisylbiger  se??ku??g,  welche  Wissma??n, 
Litter aturbl.   a.  a,  o.   ?i??ter  IV  u??d   V  aus  de??i  Erl  of  Tolous  auf- 


—       LIX      — 

zählt ,  da  mit  ausnähme  des  von  ihm  selbst  mit  f ragezeichen  ver- 
sehenen v.  217,  wo  syr  in  der  Senkung  stehen  soll,  sämmtliche  stellen 
sich  in  Amclungs  rubriken  einordnen  lassen.  Aus  den  von  mir  ge- 
gebenen belege?i  erhellt  zugleich,  dass  zweisylbigheit  der  Senkung  sowol 
nach  der  ersten,   wie  nach  der  zweiten  hebiing  zulässig  ist. 

II)  Der  auftakt. 

1)  Der  auftakt  kann  fehlen,  z.  b.  v.  5:  Whö  was  king  wi}> 
cröun.  v.  54:  Markes  king  J?ai  fönd.  v.  67:  Gläd  a  man  was 
he.     v.   90 :    StälworJ?,   wise  and  wi'^t. 

2)  Der  auftakt  kann  zweisylbig  sein,  und  zwar  wird  man  hier 
in  den  meisten  fällen  dieselben  beschränkungen  beobachtet  finden,  wie 
bei  der  zweisylbigen  Senkung.  Doch  ist  eine  erweiterung  der  ge- 
statteten freiheiten  unverkennbar.  Ich  begnüge  mich  mit  wenigen 
belegen;  v.  389:  t>o  he  |  nö  mi^t  he'm  nou^t  se\  v.  408:  In  o  |  röbe 
Tristrem  was  böun.  v.  593  :  Of  J>e  |  pälmers  he  hädde  a  si^t. 
v.  651  :  He  no  |  trewed  it  neuer  in  lede.  v.  653:  J>at  he  |  wered 
swiche  a  wede.  v.  701  :  J>at  J?ai  |  bete  främ  J?e  gäte.  v.  732  : 
Hou  his  |  wönges  we're  wete.  v.  827  :  To  his  |  kni^tes  J?än  seyd  he. 
v.  847:  J>ine  |  erand,  whät  J?ou  wöld.  v.  869:  WiJ?  a  |  löf  Tris- 
trem smöt.  v.  871:  Of  his  |  nöse  rän  J?e  blöd.  v.  956:  Of  J?e 
schippe  J>ai  hädde  a  si^t.  v.  2404:  He  was  |  rede,  grene  and 
blewe.  v.  2412:  For  he  |  bröu^t  öut  of  dolöur.  v.  2448:  And 
bi|töke  hem  )?e  quene.  v.  2493 :  No  no  |  göde  mete  J?ai  ät. 
v.  2795  :  Ouercömen  hästow  md.  v.  2885  :  Mine  |  hörs  J?e  wäter 
vp  bröu^t.  v.  2928:  He  bi|cöm  Tristremes  fre'nde.  v.  3244: 
Fro  J?e  |  türnament  nöld  J>ai  fle. 

Schwer  erscheint  z.  b.  v.  3030:  He  seyd:  |  Dame,  J?öu  hast 
wröng.  Doch  ist  He  seyd  vielleicht  überhaupt  zu  streiche?i ;  vgl. 
das  in  Wissmann' s  Unters,  p.  53  über  diese  phrase  gesagte.  Be- 
sondere schiuierigkeiten  haben  im  anfange  der  zeile  dem  dichter  die 
drei-  und  mehrsylbigen  eigennamen  bereitet;  während  sich  z.  b.  v. 
1926  nnd  sonst  betonen  lässt:  Meriadök,  so  ist  wol  v.  2179  Meria- 
dok  zu  lesen.     Ebenso  wol  v.   2844:    And  Me|riadok    fül  of  ^öu^t. 

Indessen,  selbst  abgesehen  von  solchen  fällen,  wo  zu  lange  eigen- 
namen den  vers  holprig  machen,  bleiben  eine  anzahl  übrig,  wo  man 
gezwungen  sein  dürfte,  an  stelle  von  versen  mit  drei  hebungen  und 
zweisylbigem  auftakt,  verse  von  vier  hebungen  anzusetzen;  ich  hebe 
namentlich  die  folgenden  he  1  vor:  v.   47  :   t>at  ich  a  man  schul  iöien 


—      LX      — 

his.  v.  220:  Ac  hye  no  bade  nöu^t  ]>at  mörn.  v.  287  :  Fiftene 
^ere  he  gän  hirn  fede.  v.  313:  O^äin  an  häuke  of  noble  dir. 
v.  315  :  Whej?er  so  mätes  öj?er  fair.  v.  322  :  Ysett  he  häj?  J?e  long 
asise.  v.  342:  Tristrem  wän  )?at  J^r  was  läyd.  v.  344:  No  ldnger 
J?än  )?e  mäister  seyd.  z>.  415:  And  ete  ay  til  him  göde  J>6u^t. 
v.  445:  Tristrem  hünters  sei^e  n'de.  v.  550:  And  risen,  when 
hem  göde  J?öu^t.  v.  683  :  A  bäj>  j?ai  bröu^t  Röhand  tone.  v.  851  : 
Certes,  ]?i  fäder  )?an  slöu^  y.  v.  945:  J>e  fe'rj?  ^ere,  a  ferly  röun. 
z/.  971:  To  long  ichäue  bdn  her  bönd.  v.  1168:  Schipmen  him 
sei^e  nei^e  händ.  v.  1251  :  To  böure  cleped  feie  sij?e.  v.  1297: 
He  bitäu^t  hem  göd  and  göde  däy.  v.  1367  :  ^e  sigge,  ich  wdrn 
mi  nem  to  wiue.  v.  1468 :  His  ndj?er  chäuel  he  smöt  döun. 
v.  1496:  And  seyd;  dere  he  hädde  hir  böu^t.  v.  1541  :  Pe  quen 
äsked,  whät  he  fs.  v.  1631:  Pe  kmg  swöre,  so  göd  him  spdde. 
v.  2133/.:  Y  löued  neuer  man  wij?  möde,  Bot  him,  ]?at  hädde 
mi  mäidenhede.  v.  2206  :  J>rftti  fete,  söj?  to  säy.  v.  2549  :  J>ai 
no  |  hede  nöuz;t  of  swfche  pläy.  v.  271 1  :  Bitvene  J?e  döuke  J?ai 
häd  ben  äy.  v.  3257  :  Bitvene  Canados  and  Ganhardin.  Wie  ist 
dieser  vers  zu  lesen  ?  Gewiss  würden  manche  dieser  fälle ,  wenn 
nicht  alle ,  sich  beseitigen  lassen ,  wenn  wir  mehrere  gute  hand- 
schriften  unseres  gedieh tes  besässen.  Mit  unsicheren  conjeeturen  da- 
gegen dürfte  der  sache  tvenig  geholfen  sein . 

lieber  vers  9  der  strophe  ist  wenig  zu  sagen.  Er  enthält  tine 
hebung,  mit  männlichem  oder  weiblichem  ausgang.  Der  auf takt fehlt 
nie;  er  ist  in  der  regel  einsylbig,  selten  zweisylbig;  z.  b.  v.  1043  : 
In  )?e  |  scheid,  v.  1934:  Of  her  |  böur.  v.  2539:  At  a  |  bore. 
v.  2583:  And  J?i  |  kni^t.  v.  2979:  As  he  |  flei^e.  Schwerere 
fälle  sind,  v.  1164:  Nei^e  |  händ.  v.  2275:  SoJ?e  |  Jn'ng.  Nur 
einmal  begegnet  dreisilbiger  auf  takt,  v.    2880:    WiJ?  outen  |  öp. 


IV. 

Die  sprachliche  form  des  Sir   Tristrem. 

A)  Der  dialekt. 

Ich  werde  mich  bei  den  folgenden  erörterungen  im  wesentlichen 
beschränken  auf  die  durch  den  reim  sicher  gestellten  lautiverthe  und 
ßexionsen düngen ,    da   einmal  das  gedieht  umfangreich  ge?iug  ist ,    um 


—      LX1      — 

eine  Bestimmung  der  dialektverhältnisse  blos  aus  den  reimen  zu-  er- 
möglichen, und  andrerseits  durch  herbeiziehung  im  versinneren  stehen- 
der formen  die  Übersicht  über  das  thatsächlich  beiviesene  höchstens 
geschadigt  werden  kann. 

Es  kommt  ein  anderer  umstand  hinzu,  des  uns  erlaubt,  in  die- 
sem abschnitte  summarischer  zu  werke  zu  gehen,  als  dies  in  früheren, 
ähnlichen  Untersuchungen  möglich  erschien ,  wo  für  die  Bestimmung 
des  dialektcs  keinerlei  äusserer  anhält  gegeben  war .  Schon  die  fiction 
des  dichters,  dass  er  seine  kenntniss  von  der  geschichte  Tristreni's 
von  Tomas  of  Erceldoune ,  der  an  der  grenze  von  E?igland  und 
Schottla?id  gelebt  haben  muss ,  überkommen  habe ,  weist  mit  voller 
Sicherheit  auf  den  norden  von  England  oder  den  süden  von  Schott- 
land als  heimath  des  dichters  hin.  Hätte  er  im  süden  von  England 
gelebt  und  demgemäss  sein  gedieht  in  südlicher  mundart  abgefasst,  so 
wäre  er  wol  überhaupt  nicht  auf  die  idee  gskommen,  diese  autorität 
geltend  zu  machen,  und  vor  allem  würde  er  bei  seinen  landsleuten 
keinerlei  glauben  an  die  richtigkeit  seiner  behauptung  zu  erwarten 
gehabt  haben.  Wir  werden  uns  also  die  mühe  sparen  können,  jede 
geläufige  lautformation  blos  desshalb  namhaft  zu  machen,  weil  sie 
nicht  speeifisch  südenglisch  ist. 

Lautlehre. 

I.    Die  vokale  der  2,-reihe. 

ä.  i)  Für  die  geltung  dieses  lautes  als  a  vor  n  haben  wir 
sichere  Zeugnisse',  vgl.  v.  34  bigan,  #.38  lan,  v.  40  man,  reimend 
mit  Morgan;  v.  117  onan,  reimend  mit  tan — Morgan  —  stan,  ^.901 
ban,  reimend  mit  Morgan  —  tan  —  stan  —  nan;  v.  2324  \> an,  v.  2328 
man,  reimend  7/2// Vrgan — Morgan.  In  all  diesen  fällen  gibt  der  eigen- 
name  einen  festen  anhält.  Für  ä  vor  n  als  o  fehle?i  belege.  2)  ä 
vor  nd  ist  einmal  als  o  gesichert,  v.  969  Yrlond,  v.  973  ystond, 
v.  975  hond,  reimt  mit  bond  (==  ae.  bönda) .  a  ist  nicht  nach- 
weisbar, da  reime  mit  dem  part.  präs.  auf  and ,  wie  deren  Brandt 
a.  a.  0.  p.  52  aus  Thomas  of  Erceld.  beibringt,  hier  nicht  vor- 
kommen. Für  das  verhalten  von  ä  vor  m  und  ng  fehlen  sichere 
reime  ganz.  3)  ae.  ä  erscheint  a)  als  a,  vgl.  v.  183  glade,  reime?id 
mit  brade  —  rade  —  made,  v.  154  bade,  reimend  mit  cladde,  z>.  210 
bare,  reimend  mit  )?are  —  care  —  sare;  v.  490  bare,  reimend  mit  ^are 
—  schare  —  wäre  —  mare  ;  v.  2852  was,  reimend  mit  cas  —  Bonifas  — 


—       LXII      — 

solas.     ß)  als  e,  v.  24  wes,   reimend  mit  ches  —  res  —  pes  —  les. 
Ucbcr  die  hie  her  gehörigen  formen  von  have  s.   das  glossar. 

lieber  e  als  \-umlaut  von  a  ist  nichts  zu  bemerken;  vgl.  v.  91 
ende,  reime?id  mit  hende  —  frende  —  wende,  v.  157  wedde,  v. 
159  bedde,  reimend  mit  radde  (/.  redde)  —  fedde.  Wenn  3  hinzu- 
tritt, so  wird  ai  daraus  :  v.  1795  slain,   reimend  mit  drain  —  ogain 

—  fain  —  Brengwain. 

Für  das  verhalte?i  von  ae.  ea  vor  w  giebt  es  folgende  durch 
den  reim  gesicherte  belege;  es  erscheint  \)  als  a:  v.  2016  tald,  v. 
2018  ^ald,  v.  2020  bihald,  rei?nend  mit  glad.  Weniger  gesichert 
ist  v.  991  bald,  v.  993  wij?hald,  v.  997  bald,  r.  m.  wald,  da 
dafür  auch  wold  eintreten  könnte.  2)  als  o :  v.  645  hold  (=  ae. 
heald) ,  r ebnend  mit  mold  —  gold  —  fold.  v.  940  yfold  (=  fealden) , 
reimend  mit  vnhold  —  gold  —  mold.  3)  als  e:  v.  1073  ^e^  (sss 
ae.  geald),  v.  1075  queld,  reimend  mit  scheid  —  feld  —  biheld 
(=  biheold).  v.  231 1  held,  v.  2315  teld,  reimend  mit  vnselde  — 
^eld  (=  geldanj .  v.  3248  ^eld,  v.  3250  biheld,  v.  3252  teld, 
reimend  mit  feld.  v.  3268  feld,  v.  3272  teld,  v,  3274  held,  rei- 
mend mit  meld. 

Vor  11  schrieb  der  dichter  gewiss  a,  wenn  auch  entscheidende 
reime  fehlen,   vor  r  ist  a   gesichert:    v.    214  care,   reimend  mit  bare 

—  )?are  —  sare;  v.  380  ^are,  reimend  mit  wäre  —  hare  —  mare  — 
fare. 

Vor  2,t  entwickelte  sich  ?iach  aus  ea  gewordenem  a  ein  u :  v. 
2785  fau^t,  v.  2791  mau^t,  reimeiid  mit  tau^t  —  drau^t —  sau^t ; 
statt  au  ist  ou  eingetreten:  v.  120  mou^t  reimend  mit  ^ou^t  —  nou^t 

—  wrou^t  —  sollet.  So  ist  auch  v.  2848  fou^t  zu  schreiben  statt 
fau^t,   im  reime  auf  wrou^t  —  brou^t  —  J^ou^t  —  nou^t. 

Uebcr  e  ist  we?iig  zu  bemerken;  es  reimt  mit  e  aus  ea,  z.  b. 
v.  1069  scheid,  v.  107  1  feld  reimend  mit  2;eld  —  queld  —  biheld. 
Aus  dem  ae.  pari.  prät.  segen  von  seön  ist  entweder  durch  aus  fall 
des  g  sen  geworden,  vgl.  v.  13  sen,  reimend  mit  grene  —  wene  — 
bene  —  mene,   oder  sain ;    v.   466    sain,   reimend  mit  o^ain  —  sain 

—  vnflain  —  fain  —  lain ;    v.    1988    sain,   reimend  mit  Bringwain 

—  fain  —  o^ain  —  frain.  eo  ist  zu  e  geworden,  z.  b.  v.  1077 
biheld,  reimend  mit  scheid  —  feld  —  ^eld  —  queld ;  zu  i  gesunken 
ist  e  in  fi^t  (=  ae.  gefeoht) :  v.  204  fi^t,  reimend  mit  kni^t  — 
bri^t  —  pi^t  —  di^t. 

Ebenso    ist   nichts  besonderes  zu  sagen  über  die  Schwächung  von 


—      LXIII      — 

a  zu  u  durch  die  mittelstuf e  o ;  um  so  bemerkenswerther  ist  das 
verhalten  von  y,  dem  i- umlaute  dieses  u.  Dieser  erscheint  hier  meist 
in  der  form  i;  sichere  belege  dafür  sind  folgende ;  v.  1547  kisse, 
reimend  mit  is  —  ywis  —  )?is ;  v.  1942  lite,  reimend  mit  white  — 
site  —  scrite  —  tite  ;  v.  2069  fille,  reimend  mit  ille  —  tille  —  wille. 
/;/  anderen  fällen  lässt  sich  i  aus  dem  reime  ivenigstens  erschliessen; 
v.  1450  dent,  rei?nend  auf  flint  mit  altem  i,  beweist,  dass  auch 
dint  zu  lesen  ist,  zumal  gerade  dieser  reim  auch  sonst  in  norde,  dich- 
tungen  häufig  ist.  v.  11 12  J?enke,  reimend  auf  drink  —  swink  — 
stink,  also  J?inke  zu  lesen',  v.  2262  J?enk,  reimend  mit  sink  —  swink 
—  drink;  also  J?ink  zu  lesen;  v.  2759  kenne,  reimend  mit  inne, 
also  kinne  zu  lesen.  Mehr  Schwierigkeiten  bereitet  die  Überlieferung 
in  str.  CCXVIII ';  dort  reimt  v.  2393  deste  mit  miste  —  J?reste  — 
wist  —  kist ;  die  bindung  mit  miste  und  wist  deutet  darauf  hin,  dass 
auch  in  den  übrigen  fällen  der  lautwerth  i  gefordert  zuird;  ander- 
seits scheint  }?reste.  wenn  wir  es  mit  Stratm.3  p.  590 b  auf  ae. 
J?rsestan  zurückführen,  die  lautung  e  auch  für  die  übrigen  reimworte 
zu  beanspruchen.  Nun  findet  sich  aber  daneben  (vgl.  Stratm.3  p. 
594b)  ein  aus  isl.  J?rysta  abzuleitendes  pruste,  friste  (z.  b.  Hav.  v. 
2019^  in  demselbeti  sinne;  mit  diesem  ist  J?reste  v.  2391  zu  identi- 
ficire?i  und  demgemäss  friste  dafür  einzusetzen.  Dass  endlich  deste 
hier  und  bei  Shoreham  p.  52  dasselbe  wort  ist,  wie  dusten,  was 
Stratm.3  p.  153  une?itschieden  lässt,  beweist  der  ganz  gleiche  sinn 
beider  verba;  man  vgl.  die  von  Stratm.  Suppl.  p.  35  angeführte 
stelle  Fer.  v.  854:  He  dust  him  doun,  mit  Shoreh:  ne  non  härm 
hine  doun  deste.  Mätzner,  Wtb.  I  p.  694  verbindet  sie  mit  recht. 
Wenn  beide  (Stratm.3  p.  i68b  freilich  nur  fragend)  es  von  isl.  dusta 
ableiten,  so  ist  das  mindestens  als  unsicher  zu  bezeichnen,  da  Vig- 
fusson  nicht  eine  einzige  belegstelle  dafür  a?iführt.  Angeno??tmen  aber, 
diese  etymologie  sei  richtig  (eine  überzeugendere  iveiss  ich  auch  nicht 
beizubringen),  so  ist  offenbar  dieses  isl.  u  der  analogie  von  ae.  y, 
me.  u  gefolgt,  indem  es  in  Kent  zu  e  wurde.  Mit  demselben  rechte 
kann  dann  aber  auch  geschlossen  werden,  dass  es  im  norden  zu  i 
wurde,  wenn  der  vorliegende  beleg  auch  zufällig  der  einzige  ist. 
Wir  gewimien  somit  die  zu  erwartende  rei?nfolge:  miste  —  friste  — 
diste  —  wist  —  kist.  Endlich  v.  2172  feile,  reimend  mit  wille  — 
stille  —  ille  —  spüle,  wofür  ?iatürlich  fille  (===  ae.  fyllan,  caedere) 
einzusetzen  ist.  Trotz  alledem  bleiben  aber  doch  noch  mehrere  sichere 
belege  für  die  geltung  des  ae.  y  als  e  übrig;  ß.  2413  kende  (=  ae. 


—      LXIV      — 

gecynde),    ?-ei??iend   mit  hende  —  ende  —  sende.      Ferner   v.   2722 
vnrede,   reimend  mit  forbede  —  nede  —  drede.     Freilich  habe  ich 
über  die  Herkunft   des  ae.   geryd  nichts  befriedigendes  finden  können. 
Wichtig  ist  ferner  die  gestaltung  von  ae.   ä.    Ich  fasse  hier  das 
goth.   e  und  das  goth.  ai  e?üsprechende  ä  zusammen.      Die   entschei- 
denden reime  sind  1)  für  seine  geltung  als  ä:    v.    115   stan,   v.    117 
onan,    reimend  mit   tan  —  Morgan,      v.    145  abade,    v.    147   rade, 
v.    151   strade,    reimend  mit  made  —  fade.     v.    216    sare,    reimend 
mit  bare  —  J?are —  care.      v.   270    stan,    v.   272    an,    v.   274  ban, 
reime7id  mit  Morgan  —  man.     v.   345   bade,    v.   347   rade,  v.   349 
brade,   reimend  mit  made,   glade.     v.  354  are,  v.  362  sare,  reimend 
mit  bare  —  wäre  —  fare.      v.   364  mare,    v.   366   are,    reimend  mit 
care  —  fare.      v.   378  hare,   v.   382   mare,   reimend  mit  wäre,   ^are, 
fare.     v.    1024    brade,   v.    1030  rade,   reimend  mit  glade  —  made. 
v.    1089    sare,    reimend  mit   care.      v.    1915   rade,    v.    19 19  brade, 
v.  1921  abad,  reimend  mit  made.    v.   1979  mare,  reimend  mitwäre 
—  fare  —  care  —  J?are.     v.   2093  wate,   reimend  mit  gate  —  sat  — 
lat.    v.   2135   are,   v.  2 141  sare,   reimend  mit  wäre  —  fare.    v.  2630 
rade,   v.   2634  abade,   v.   2636   brade,   reimend  mit  made.     v.  2740 
rade,   v.  2744  brade,  reimend  mit  made  —  fade.     Vgl.  v.   3081  ^. 
Darnach  lassen  sich  in  folgenden  fällen  die  ursprünglichen  reime  her- 
stellen,     v.    540    more,    reimend  mit    schare    —    wäre  —  ^are,    ist 
in    mare    zu    ändern.      v.    1739  wroJ>,    v.    17 41    clo)?,    reime?id  mit 
ba]?e  —  raj?e,   sind  in  wraj?  &72d?  claj?  2&  verwandeln.     Für  v.  2004 
ore,  z>.   2006  sore,   reimend  mit  fare  —  wäre  —  whare,   ist  ore  ##^ 
sare  zu  lese?i. 

2)  für  die  geltung  als  6:  v.  1476  ston,  v.  1478  ichon,  v.  1480 
nekbon,  reimend  mit  don.  7;.  21 13  fo,  ^.  21 15  so,  v.  2 117  slo, 
reimend  mit  do.  #.  2880  6\>,  reimend  mit  so)?.  #.  3049  fo,  v.  3053 
go,  v.  3055  wo,  #.  3057  also,  reimend  mit  do.  ^.  3193  to,  v. 
3195  so,  reimend  mit  to  (präp.)  —  do.  Für  v.  229  moun,  rei- 
mend mit  sone,  /y/  mone  einzusetze?i.  Unentsc heidbar  ist  die  fä?'bung 
des  a  in  der  reimfolge  v.  331  ff. :  ga  —  ta  —  ma  —  so  ;  v.  77  1  ff.: 
wo  —  ta  —  slo  —  j?ro  ;    v.  3070  ff. :  sore  —  more  —  J?ere  —  £are. 

3)  für  die  geltung  als  e:  v.  2134  maidenhede,  reimend  mit 
wede.     v.   2904  swete   (sudor),   reimend  mit  bete. 

Ae.  ae  ste///  «V^  im  Sir  Tristrem  dar  1)  als  ä:  v.  11 48  J?are, 
v.  1152  bare,  reimend  mit  mare  —  ^are  —  fare.  v.  1977  J?are,  r«"- 
w£;/<^  mit  fare  —  care  —  mare.    v.  2701   wäre,   reimend  mit  care  — 


—      LXV      — 

dare  —  mare.  v.  2820  wäre,  v.  2822  j?are,  reimend  mit  z,are  — 
fare  —  mare.  Für  v.  673  were,  v.  675  bere,  reimend  mit  are  — 
z,are  —  hare,   ist  wäre  und  bare  einzusetzen. 

2)  als  e:  v.  21  mene,  reimend  mit  sen  —  grene  —  wene  — 
bene.  v.  201  )?ere,  #.  203  were,  z/.  205  J?ere,  reimend  mit  here 
(=  audire).  z'.  400  lere,  reimend  mit  fere  —  dere  —  here.  v. 
2234  J?ere,  reimend  mit  bere  —  were  —  here.  Interessant  ist,  dass 
sich  in  einer  strophe  )?are  und  J?ere  neben  einander  finden,  und  zwar 
beide  durch  den  reim  geschützt,  v.  573  J?are,  reimend  mit  sare  — 
fare  —  mare;  v.    580  j?ere,   v.   582  were,   reimend  mit  dere  —  here 

—  chere.  Für  v.  3074  J?ere,  reimend  mit  sore  —  more  —  z,are, 
ist  J>are  2^  /^.sr//,  rtfa  die  dreimal  geschriebene  form  )?ore  nicht  in 
beweiskräftigen  reimen  vorkommt.  Für  v.  442  ysprad,  v.  444  lad, 
reimend  mit  ledde  ■ —  yfedde  —  cledde  ist  wegen  yfedde,  yspred,  led 
einzusetzen. 

Ae.  6  reimt  theils  unter  sich,  theils  mit  aus  ä  entstandenem  ö, 
s.  0.  Die  Schreibung  uo  oder  u  findet  sich  nirgends  dafür.  Nur 
Hn  wort  ist  hervorzuheben,  v.  2269  sware  (==  ae.  swör),  reimend 
mit  )?are  —  bare  —  wäre.  v.  1106  sware  (=  ae.  swöron)  reimend 
mit  bare  —  J?are  —  wäre,  also  6  zu  a  verwandelt.  Nun  sind  zwar 
diese  reime  jiicht  absolut  zwingend,   da  auch  j?ore  —  swore  —  bore 

—  wore  dafür  ei/igesetzt  werden  könnte ;  insofern  jedoch  J?ore,  bore 
und  wore  sonst  im  gedickte  nicht  nachweisbar  sind  und  sware  sich 
auch  in  anderen  norde,  dichtungen  findet,  kamt  diese  Vokalformation 
als  gesichert  gelten. 

Vor  5  ivird  als  dunklerer  Vorschlag  ein  u  eingesetzt;  vgl.  v. 
2477  ff. :  slouz,  —  ynouz,  —  wouz.  —  drouz.  —  bouz,. 

e,  der  \-umlaut  von  6,  ist  durchweg  erhalten.  Für  v.  155 
radde,   reimend  mit  vvedde  —  bedde  —  fedde,   ist  redde  einzusetzen. 

II.  Die  vokale  der  i-reike. 

Sie  geben  kaum  anlass  zu  bemerkungen.  Für  1  findet  sich  öfters 
ii  geschrieben,  priis.  riis  etc.    lieber  ae.  ä  =  goth.  ai  vgl.  0.  p.  LXIV 

III.  Die  vokale  der  u-reike. 

ü  vor  nd  wird  ou  geschrieben,  z.  b.  founde,  grounde  etc.  Das 
ae.  z,eong  erscheint  in  der  form  v.  2302  zjng,  reimend  mit  king, 
wering,  J?ing. 

Ae.  ü  erscheint  im  Sir  Tristrem  durchweg  als  ou  oder  ow  und 
reimt  mit  frz.  ou,  so  gleich  in  str.  I  ow  kann  mit  frz.  u  reimen, 
:.  b.  v.  3108  Peticru.    r.   m.   now  —  trowe  —  hou. 

Kölbing,  Sil  Tristrem.  e 


—      LXVI      — 

Ae.  eö  ist  stets  zu  e  geworden]  z.  b.  v.  402  dere,  reimend  mit 
fere  —  lere  —  here. 

Ae.  eä  ist  zu  e  geworden]  z.  b.  v.  63  les,  v.  65  ches  rei- 
mend mit  pres  —  wes  —  pes.  Mit  nachfolgendem  3  hat  sich  der 
diphthong  bekanntlich  nach  zwei  Seiten  hin  entwickelt ',  zu  eyz,  und  zu 
y;  vgl.  Ellis,  On  Early  English  Pronunciation  p.  284,  Zupitza, 
Guy  0/  Warw.  p.  XI.  In  der  regel  wird  sich  aus  dem  reime  ent- 
scheiden  lassen,  wie  der  dichter  geschrieben  hat;  wenn  v.  760  hei^e, 
v.  766  hy,  reimend  mit  Ermonie  —  y,  so  entscheiden  diese  reimworte 
für  hy ;  wenn  v.  786  heye  reimt  mit  crie  —  J?i  —  by,  so  ist  eben- 
falls hy  zu  schreiben;  aus  demselbe?i  gründe  ist  v.  2150  undv.  2514 
hei^e  in  hye  zu  ändern;  ferner  ist  wegen  v.  3164  crie  auch  v. 
3158  hye  und  v.  3162  bye  zu  lesen;  ebenso  endlich  wegen  v.  3212 
li^e  auch  v.  3210  hy^e.  Demnach  wird  wol  auch  in  str.  XXV 
(bei^e  —  hei^e  —  nei^e  —  slei^e)  und  CXCVIII  (hei^e  —  bei^e  — 
slei^e  —  nei^e)  der  dichter  die  formen  auf  y%  gebraucht  haben,  ob- 
wol  die  reime  hier  nichts  entscheiden. 

Ae.  y,  als  i-umlaut  von  ü  wird  zu  1:  v.  260  ki]?e,  reimend 
mit  blij?e  —  swij?e  —  lij?e ;  v.  475  pride,  v.  481  hide,  reimend  mit 
biside  —  tide. 

In  betreff  des  y  als  \-umlaut  von  eö  ist  zu  bemerke?!,  dass  v. 
2906  yses,  reimend  mit  ywis  —  is  —  J?is  —  amis,  in  ysis  zu  än- 
dern ist. 

Ae.  y  oder  e,  als  i-umlaut  von  eä,  erscheint  als  e:  v.  199 
here  (=  ae.  heran),   reimend  mit  J?ere  —  were. 

Auf  eine  Untersuchung  über  die  geltung  oder  das  verstummen 
des  tonlosen  e  gehe  ich  hier,  aus  dem  oben  p.  IUI  angegebenen  gründe 
nicht  ein.  Der  Schreiber  wenigstens  wird  sie  schwerlich  mehr  als 
hörbar  empfunden  haben,  da  er  sonst  am  Schlüsse  der  Zeilen  kaum 
in  bezug  auf  die  setzung  und  Unterdrückung  desselben  so  sorglos  und 
inconsequent  verfahren  wäre. 


Bemerkungen  zur  flexion. 

Der  plural  der  Substantiv a  lautet  aus  1)  auf  s:  v.  496  ri^tes, 
v.  498  li^tes,  v.  502  ^iftes,  reimend  mit  diätes  (^sprs.).  2)  auf 
n:  v.  2480  dayn,  reimend  mit  Hodain  —  layn  —  sain ;  v.  3296 
schon,   reimend  mit  don  —  sone  —  bone.      3,)    Er  wird  du?-ch  um- 


—      LXVII      — 

laut  gebildet:  v.  1242  fet,  reimend  mit  lete  —  grete  —  vnsete  —  sket. 
4)  Das  pluralzeichen  fehlt  ganz,  aber  nur  bei  solchen  Worten ,  die 
allenfalls  als  collectiv begriffe  aufgefasst  werden  können.  #.341  potinde, 
reime uil  mit  stounde ;  v.  1878  und  1897  dasselbe  wort.  v.  433 
Schilling,  reimend  mit  king  —  bring  —  J?ing ;  z.  605  dasselbe  wort, 
v.  437  Jnng  s.  0.  v.  1925  dasselbe  wort.  v.  960  sij?e,  reimend  mit 
bli)?e  —  lij?e  —  sij?e  (sing.);  v.  1251  und  3256  dasselbe  wort.  v.  817 
kni^t,  reimend  mit  hi^t  —  ri^t  —  si^t.  v.  60  frende,  reimend  mit 
went,  J?ende  —  hende.  v.  824  bare,  reimend  mit  ^are  —  mare  — 
schare  —  wäre.  Fraglich  erscheint  es,  ob  si?ig.  oder  plural  anzu- 
nehme?! ist  bei  v.   265  bei^e ;   ebenso  381;  v.   2458  hille. 

Die  flexion  der  adjeetiva  ist  ganz  verloren.  Was  die  flexion 
des  verbums  betrifft,  so  erscheint  zunächst  der  inf.  präs.  fast  stets 
ohne  das  schluss-n,  mit  oder  ohne  tonloses  e.  Als  ausnahmen  sind 
zu  verzeichne?!  v.  826  sayn,  rei?nend  mit  forlain  —  sleyn  —  swayn  \ 
v.  1141  ysene,  rei??iend  mit  mene  —  bitvene  —  ben  —  wene,  v.  14 18 
tan,  reimend  ??iit  ran  —  J?an  —  wan  —  man.  Dagege?i  ist  v.  2621 
sain,  reimend  mit  oway  —  ay  —  day,  in  say  zu  ändern.  Die  inf. 
go  und  do,  bei  denen  sich  sonst  das  n  am  längsten  zu  halten  pflegt, 
erschei?ien  hier  nie  mit  demselben.  Ga?iz  vereinzelt  steht  eine  süd- 
e?iglische  infinitiv-form,   v.  3323  armi,   reimend  mit  sty  —  crie  —  J>i. 

Die  2.  pers.  si?ig.  präs.  lautet  auf  s  aus:  v.  2933  ses,  rei- 
mend ??iit  fies  —  les  —  bes;  ebe?iso  die  3.  pers.:  v.  320  lys,  rei- 
mend mit  asise  —  arise  —  wise.     v.   500  diätes,    reimend  mit  ri^tes 

—  li^tes  —  ^iftes.     v.    2906  yses   (/.  ysys),    reimend  ??iit  ywis  —  is 

—  J?is  —  amis.  v.  2927  fles  —  les  —  bes  —  ses.  Die  flexions- 
endung  fehlt  nur  in  v.  2262  J?enk,  rei??ie?id  mit  sink  —  swink  — 
drink ;  v.  2948  j?ink,  reimend  mit  brink.  Für  v.  2496  bihalt  (= 
ae.  behalde)?),  rei??iend  mit  cold  —  told  —  old  —  wold,  ist  doch 
wohl  die  präteritalfor?n  bihold  einzusetzen.  Freilich  kann  ich  die- 
selbe sonst  nicht  nachweisen.  Der  plural  erschei?it  überall  oh?ie 
flexion  1.  pers. :  v.  813  ly,  reimend  ??iit  J?i  —  Ermonie  —  by  —  y. 
v.  2932  lende,  reimend  mit  frende  —  wende  —  hende  —  hende. 
2.  pers.:  v.  462  spüle,,  rei?nend  mit  wille.  v.  2606  ride,  reimend 
mit  abide  —  side  —  tide  —  hide.  v.  3089  duelle,  reimend  mit 
spelle.  3.  pers.:  v.  321  biginne,  rei?nend  mit  inne  —  atvinne  — 
winne  —  blinne.  v.  966  grete,  reime?id  mit  unswete ;  vgl.  ferner 
v.  1527  loke,  v.  1856  bring,  v.  2441  mene,  v.  2587  yse,  v.  3136 
lye,   v.   3149  se,   v.  3312  fare. 


—      LXVIII      — 

lieber  den  conj.  p?'äs.  ist  nichts  zu  bemerken,  da  derselbe  ?iatür-, 
lieh  durchweg  flexionslos  ist.  Dasselbe  ist  bezuglich  des  imper.  sing, 
und  plur.   zu  sagen . 

Das  pari.  präs.  begegnet  nirgends  im  reime. 

Die  starken  verba  haben  im  prät.  den  Stammvokal  des  sing, 
und  des  plur.  zu  gunsten  des  sing.  ausgegliche?i ;  vgl.  folgende  plural- 
stämme:  v.  353  fand,  reimend  mit  land  —  hand  —  stand,  v.  521 
ran,  reimend  mit  man  —  J?an  —  can.  v.  1105  bigan,  reimend  mit 
J?an  —  kinsman  —  wan.  v.  147  rade,  v.  151  strade,  reimend  mit 
abade  —  made  —  fade  —  bade.  v.  1921  abad,  reimend  mit  rade 
• —  made  —  brade.  v.  1354  ches ,  reimend  mit  reles  —  les  — 
wes. 

Ob  die  2.  pers.  sing.  ind.  prät.  belegt  ist,  bleibt  zweifelhaft, 
da  v.  2128  lay,  reimend  mit  say  —  day  —  way,  und  v.  2147  lay, 
reimend  mit  say  —  may  —  oway  —  ay,  ivol  eher  als  conjunetiv-form 
zu  betrachten  ist. 

Der  plur.  prät.  hat  die  flexionse?idung  durchweg  verloren ;  die 
einzige  ausnähme  bildet  v.  2478  layn  (=  jacebant),  reimend  mit 
Hodain  —  dayn  —  sain  ;  hier  scheint  so  gut  wie  bei  dayn  und  sain 
der  durch  den  eigennamen  Hodain  verursachte  reimzwang  die  Ursache 
der  erhaltung  des  n  zu  sein. 

Das  pari.  prät.  der  starken  verba  weist  die  endung  n  auf :  v. 
13  sen,  reimend  mit  grene  —  wene  —  bene  —  mene.  v.  88  done, 
reimend  mit  sone.  v.  in  tan,  reime?id  mit  Morgan  —  stan  —  onan. 
^.234  slain,  reimend  mit  vnfain  —  lain  —  ogain.  v.  529  born,  v. 
533  forlorn,  reimend  mit  biforn  —  hörn.  Ausgenommen  sind  solche, 
deren  stamm  mit  muta  cum  liquida  schliesst:  v.  301  yfold,  reimend 
mit  hold  —  wold  —  told  —  ^old.  v.  973  ystond,  reimend  mit  Yr- 
lond  —  bond  —  hond.  Selten  fehlt  das  n  bei  einfacher  consonanz: 
v.  1956  oftore,  reimend  mit  }?erfore,  v.  2999  ysteke,  reimend  mit 
breke  —  speke  —  gete. 

lieber  die  flexion  des  verbi  subst.  vgl.  das  glossar.  Ich  hebe 
hier  nur  hervor,  dass  die  3.  pers.  sing.  ind.  präs.  nur  is,  nie,  wie 
sonst  häufig  in  norde,  denkmälem,  es  lautet;  daneben  v.  2931  bes. 
Der  pl.  are;  der  inf.  gewbhilich  be,  selten  ben.  Die  2.  pers.  sing, 
prät.   lautet  v.   759  wes. 

Bei  den  prät.  präs.  ist  die  2.  pers.  sing.  ind.  präs  =  der  3., 
ohne  flexion:    v.    1828  can,  reimend  mit  )?an   —  bigan  —  wan  — 


—      LXIX       — 

man.  v.  2584  may,  reimend  mit  day  —  play  —  say  —  oway. 
Ebenso  im  prät. :  v.  469  wold,  reimend  mit  bold  —  old  —  told. 
v.  2585  mi^t,  reimend  mit  kni^t.  Der  Stammvokal  des  sing.  präs. 
herrseht  auch  im  plur.l  v.  525  can,  reimend  mit  man  —  ran  — 
J?an ;    v.   699  wate,    reimend  mit  lat  —  gate  —  gat  —  hate. 


Mustern  lüir  jetzt  die  auf  den  vorigen  Seiten  dargelegten  und 
durch  die  reime  als  ursprünglich  bewiesenen  sprachlichen  eigenthüm- 
lichkeitcn.  welche  den  dialekt  des  Sir  Tristrem  characterisiren,  unter 
berücksichtigung  und  vergleichung  anderer,  bes.  nordenglischer  denk- 
mäler.  im  einzelnen  durch.  In  besonders  naher  beziehung  stehen  die 
hier  folgenden  erörterungen  zu  BrandPs  Untersuchung  über  dialekt 
und  Orthographie  des  Thomas  of  Erceldoune,  die  ten  Brink  kürzlich 
mit  recht  als  » dankenswerth «  bezeichnet  hat,  » wenn  auch  manches 
darin  sich  genauer  fassen  Hessen  (Deutsche  litter  aturz.  1882,  p.  1383). 
Seine  darstellung  ist  anregend,  wenn  auch  nicht  erschöpfend,  seine 
^tatsächlichen  angaben  über  sprachliche  einzelheiten  in  verschiedenen 
nie.  dichtungen  durchaus  zuverlässig.  Aber  auffallend  ist,  dass  er 
de?i  Sir  Tristrem ,  an  den  ihn  schon  der  name  seines  autors  ge- 
mahnen musste,  ganz  unberücksichtigt  gelassen  hat;  für  die  klarstel- 
lung  der  reime  wäre  W.  Scotfs  ausgäbe  doch  sicherlich  zuverlässig 
genug  gewesen.  Im  ei?izelnen  wird  sich  z.  th.. gerade  in  folge  davon 
mehrmals  veranlassung  zu  kleine?i  berichtigungen  seiner  resultate  er- 
geben. 

Dass  das  verhalten  von  ae.  ä  vor  m  und  n  für  den  dialekt 
eines  denkmals  nichts  beiveist ,  ist  bekannt;  vgl.  u.  a.  Wissmann, 
Untersuchungen  p.  9.  Wichtiger  ist  ea,  welches,  wie  tuir  oben  p. 
LXII  sahen,  im  Sir  Tristrem  als  a,  o  oder  e  erscheint.  Wenn  Wiss- 
mann bei  besprechung  dieses  ea,  a.  a.  0.  p.  12,  meint:  »In  gewissen 
dialekten  mögen  beide  formen  (sc.  a  und  o)  neben  einander  bestanden 
haben«,  so  lässt  sich  das  sogar  aus  den  älteren  nordhumbrischen  denk- 
mälern  sicher  nachweisen,  und  wenn  Brandt  a.  a.  0.  p.  52  sagt,  das 
a  sei  schon  bei  R.  Hampole  nicht  mehr  intact,  so  übersieht  er,  dass 
bi  der  nordhumbrischen  Psalmenübersetzung  (Anglo-Saxon  and  Early 
English  Psalter  ed.  Stevenson,  london  and  Edinburgh  1843,),  d*e 
ten  Brink,  litter -aturgesch.  p.^Sl  *n  d*e  zwe^e  hälfte  des  13.  jähr h. 
setzt,  neben  dem  gewöhnlichen  a  sich  auch  schon  vereinzeltes  o  findet; 
freilich  kenne  ich  nur  zwei  stellen,   Ps.   XVIII  v.    11   holde   (=  ae. 


—      LXX      — 

healden),  reimend  mit  gokle;  derselbe  reim  Ps.  CXVIIIv.  72.  Bei 
R.  Rolle  habe  ich  merkwürdiger  weise  auch  blas  den  einen  beleg  für 
o  auffinden  können,  den  Brandl  a.  a.  0.  ciiirt.  Yw.  and  Gaw. 
zeigt  nur  a,  z.  b.  v.  1009/.  halde  :  balde,  ein  reim,  der  sich  frei- 
lich nicht  controlliren  lässt.  Dagegen  finden  sich  dieselben  drei  for- 
mationen  wie  in  unserem  gedichte  auch  in  dem  sicher  dem  norden  an- 
gehörenden Sir  Perc.  1)  ein  beleg  für  a:  v.  792  balde,  v.  804  calde, 
reimend  mit  spalde  (=  ne.  spall) .  2)  belege  für  o:  v.  15 16  colde, 
v.  1520  tolde,  v.  1524  bolde,  reimend  mit  scholde  (==  ne.  should). 
v.  1322  byholde,  reimend  mit  golde  —  molde.  3)  ein  beleg  für  e: 
v.  1224  beholde,  reimend  mit  scheide1)  — felde  —  ^elde.  Es  er- 
gibt sich  daraus  wenigstens  soviel ,  dass  alle  drei  färbungen  dieses 
vokals  dem  Nordenglischen  in  der  mitte  des  14.  jähr h. 's  —  in  diese 
zeit  wird  ja  Sir  Perc.   etwa  zu  setzen  sein  —  nicht  fremd  sind. 

Dass  ae.  y,  dem  \-umlaute  von  u,  in  mittel-  und  nordenglischen 
dialekten  i  zu  entsprechen  pflegt,  ist  bekannt.  Wenn  nun  hier  daneben 
vereinzelt  auch  e  dafür  vorkommt,  so  ist  das  zwar  ei7i  hauptcha- 
racteristicum  des  kentischen  dialektes ,  findet  sich  aber  auch  in  an- 
deren südöstlichen  landschaften ;  siehe  die  Zusammenstellungen  von 
Wissmann,  Unters,  p.  22  ff.,  zu  vergleichen  mit  meinen  bemerkungen, 
Engl.  Studien  I p.  93  ff.,  sowie  Danker:  Die  laut-  und  flexions- 
lehre  der  mittelkentischen  denkmäler.  Strassburg  187 9,  p.  n  f.  Dass 
diese  form  des  vokals  auch  dem  norden  nicht  ganz  fremd  ist,  ist  bis- 
her wol  weniger  beachtet  worden.  Brandl  bemerkt  nur,  a.  a.  o.  p. 
60:  »e  statt  umlaut  -y  hat  T  in  evyll  320,  gerade  wie  R.  Hampole 
und  Barbotir.«  In  der  that  halte  er  auch  keinen  grund,  auf  diesen 
punkt  näher  einzugehen,  da  dies  e  bei  Thomas  nie  im  reime  begegnet. 
Im  nordhumbrischen  Psalter  habe  ich  nur  für  y  e  gefunden :  Ps. 
XXXII  v.  11  strende  (=  ae.  strynd),  reimend  mit  ende.  Ps.  LX 
v.  7  dasselbe,  reimend  mit  wende.  Aus  Sir  Perc.  kann  ich  keinen 
derartigen  reim  nachweisen,  aus  Ywaine  and  Gaw.  wenigstens  einen) 
v.  853  unshet  (=  schloss  auf,  von  ae.  scyttan),  reimend  mit  weket. 
evyll  ist  bei  R.  Rolle  flicht  im  reime  zu  belegen,  wol  aber  v.  6735 
J?rest  (=  ae.  J?yrst),  reimend  mit  rest,  v.  6773  dasselbe,  reimend 
mit  fest.  Wiederholt  findet  sich  dies  e  neben  i  in  Amis  and  Amiloun, 
in   seinen    lautverhältnissen    mehrfache    ähnlichkeit  mit   Sir  Tristrem 


1)  Des  reimes  wegen  muss  ci.  1228  statt  And  many  scheide  brode,  gelesen 
werden :  And  many  brode  scheide. 


—      LXXI      — 

aufweist.  Freilich  —  und  das  ist  getviss  kein  zufall  —  kommt  dies 
e  dort  blos  in  dem  worte  kende  vor,  welches  auch  im  Sir  Tristrem 
den  einzigen  sicheren  beleg  dafür  bot;  z.  b.  v.  8  kende  (=  ae. 
gecynd),  reimend  mit  hende ;  v.  14  dasselbe,  reimend  mit  wende. 
V.  303  mankende,  reimend  mit  ende  —  wende  —  sehende,  v.  15 12 
kende  (=  ae.  cynde,  neue,  kind),  reimend  mit  wende  —  hende  — 
ende.  v.  1236  unkende,  reimend  mit  wende  —  hende  —  bende. 
Aber  auch  v.  2175  kinde,  reimend  mit  bihinde  —  minde  —  finde. 
Sehr  häufig  ist  dies  e  endlich  im  King  Alis.,  der  nach  ten  Brink, 
Litteraturg.  I  p.  301  »wol  unter  Eduard  I  im  norden  des  alten 
Merciens  entstanden  ist.« 

Für  den  fall,  dass  das  i  in  unride  nicht  als  ein  umlauts-i  an- 
zusehen wäre ,  will  ich  noch  auf  die  Verwandlung  von  altem  \  in  e 
mit  ein  paar  Worten  eiiigehen.  Brandt  sagt  p.  60,  dies  e  fände  sich 
gelegentlich  wol  in  jedem  grösseren  spätnie.  denkmal.  Einen  will- 
konunenen  beleg  für  frühere  zeit  bietet  R.  Rolle  v.  4210  ]?redde 
(=  ae.  J?ridda),  reimend  mit  bredde  (von  ae.  bredan).  Man  be- 
achte ferner  v.  7133  shenshepe,  reimend  mit  kepe ;  v.  955  u.  ö. 
worshepe,  reimend  mit  kepe.  Aus  dem  vorstehenden  ergibt  sich,  dass 
die  beiden  sicheren  stellen  von  e  für  i  in  unserem  gedickte  der  an- 
nähme nordejiglischen  Ursprunges  keinesweges  widersprechen. 

Ae.  ä  hat  im  Sir  Tristre7ii  meiste?ts  die  geltung  von  a,  in  meh- 
reren fällen  jedoch  auch  die  von  o.  Es  liegt  also  das  timgekehrte  ver- 
hältniss  vor  wie  in  de?i  denkmälern  aus  dem  osten  des  mittellandes , 
wo  o  übenviegt  und  a  nur  selten  erscheint;  vgl.  Mall:  Harrow.  of 
hell,  p.  14;  Engl.  stud.  I  p.  93.  Es  liegt  uns  mm  ob,  zu  unter- 
suchen, wie  sich  betreffs  dieses  wichtigen  punktes  andere  nordenglischo 
dichtimgen  stellen.  Brandt,  der  im  Thomas  of  Erceldoune  6  a-reime 
und  3  o-reime  gefunden  hat,  handelt  darüber  a.  a.  0.  p.  50  ff.  In- 
dessen habe  ich  gerade  bezüglich  dieser  frage  gegen  seine  darstellung 
manches  zu  erinnern.  Er  beginnt  mit  der  bemerkimg,  dass  ein  ge- 
dieht mit  verhältnissmässig  so  vielen  o-reimen  im  vergleich  mit  R.  Ham- 
pole allerdings  nicht  nördlich  zu  nen7ien  sei,  da  dieser  ausnahmslos 
a  bewahrt  habe.  Er  hat  damit ,  wie  mir  scheint,  den  fehler  be- 
gangen, den  dialekt  des  eremiten  von  Hampole ,  dh.  den  von  York- 
shire,  gewissermassen  als  ideal  der  ??ordeng tischen  spräche  hinzustellen, 
ohne  zu  bede?iken ,  dass  es ,  wie  mehrere  mittelläfidische,  auch  ver- 
schiedene nordenglische  dialekte  gegeben  haben  wird.  Der  dialekt  von 
Yorkshire  zeichnet  sich  aus  durch  absolute   conservirung  des  alten  ä, 


—       LXXII       — 

in  anderen  findet  sich,   wenn  auch  selten,    o  bereits  im    i$ten  jahrh. 
Das  beste  zeugniss  dafür  liefert  die  mehrfach  schon   von  mir  herbei- 
gezogene nordhumbrische  Psalmen-Übersetzung  ;  sie  weist  folgende  durch 
den   reim    sicher  gestellte    o  auf:    Ps.   IX  v.    10  so,   reimend  mit  to 
(präp.).     Derselbe  reim  begegnet  Ps.  XVII  v.   48;   Ps.  CIV  v.  26. 
Danach  ist  Ps.  XXI  v.  24  swa,    reimend  auf  to,    in  so  zu  ändern. 
Ps.   XXVII  v.   5    so,    reimend  mit   fordo.     Ps.   LXXVII  v.   60  so, 
reimend   mit  Sylo;     Is.  IX  v.    15    euerilk-one,    reimend  mit   Syon. 
Derselbe  reim  Ps.  XCVIv.  8;  Ps.  CXXIVv.  1.   Ps.  CXVIIIv.  127 
ilk-on,    reimend   mit   topazion.      Da  letzteres  wort  sonst  auch  topa- 
sium  geschrieben  wird  (so   The  land  of  Cokayne  #.92   mit  Mätzner  s 
note),   so  kann  die  beweisbarkeit  auch  dieses  reimes  nicht  angefochten 
werden.     Ps.   XIX   v.  3   onori,     reimend  mit   Syon.     Derselbe   reim 
Ps.  XLVII  v.  3  und  v.  12;     Ps.  LXXXIII  v.   8.     Ps.  CI  v.    14. 
Ps.   CXXV  v.    1.    Ps.  IXXVI  v.   21:    one   reimend  mit   Aarane. 
Ps.  CII  v.  9  euermore,    reimend  mit  J?arfore.      Und   trotz   dieser  o- 
reime   wird  niemand  der   Übersetzung   die   nordische   herkunft   abzu- 
sprechen wagen.      Brandt  fährt  fort,   bei  anderen  nördlichen  Schrift- 
stellern werde  diese  y>reinheit  des  dialekies<f~  immer  mehr  getrübt:  schon 
L.  Minot   biete    o-reime.      Warum   Br.   L.    Minot  mit   »schon«    vor 
Ywaine  and  Gaw.   rangiren  lässt ,   vermag  ich  nicht  einzusehen',    ich 
würde  die  abfassungszeit  des  letzteren  gedieh tes  etwa  50  jähre  früher 
ansetzen  als  Minofs  lieder.      Auffallender  findet   er  einen  derartigen 
reim    in  Barbour's   Bruce;    Litteraturbl.    1881   p.  399/.   kommt    er 
auf  diesen  punkt  zurück  und  zuill  daraus,    dass  in  der  mehrere  de- 
cennien   später  verfassten    legendensammlung   sich   in    19000  versen  6 
o-reime  finden ,   in  Bruce  in   13000  blos  2,   den  schluss  ziehen,   dass 
in  dieser  Zwischenzeit  die  Invasion   des  südl.   o  in  Schottland  »  merk- 
liche« f  ortschritte   gemacht  habe.      Abgesehen   von   anderen    bedenken 
(vgl.   Schröder,   Anz.  f.   d.   a.   VIII p.  334/.,)  scheint  es  mir  höchst 
gewagt,    auf  eine  so  geringe  ver7nehrung   einer  sprachlichen  er  schei- 
nung bei  so   umfangreichen    texten  einen   so    weitgehenden    schluss    zu 
bauen.     Und  es  kommt  noch  ein  anderer  punkt  hinzu.    Noch  in  einem 
zweiten  schottischen  gedickte  aus  der  mitte  des   14.  jahrh  ,    in  Huch- 
oivn's   Pystyl  of  swete    Swsane ,   findet   sich    dies  o  wieder.     Horst- 
mann   bemerkt  Z7car,    Anglia  I  p.  87,    reime   wie    lemmon  i.  r.  zu 
one,   wone,   gone   136,    Suson   [sonst  Susan),    al  on  50,    mit  südl.   o 
vor  n,   Hessen  sich  leicht  in  die  nördliche  Schreibung  umsetzen,   über- 
sieht aber  dabei7   dass  v.  54  wone,   v.  58  one,   v.  60  none  (=nullus), 


—     lxxiii     — 

reimend  mit  trone  und  ebenso  v.  339  grei-hored ,  v.  341  rored, 
reimend  mit  lord  —  acorde  unanfechtbare  o-reime  liefern,  also 
z7C>ei  beweisende  reime  auf  366  versc.  Man  wird  sieh  also  auch 
über  die  o-reime  bei  Barbour  nicht  mehr  wundern  dürfen.  Dass 
Sir  Perc.  sich  bezüglich  der  reinheil  des  a  an  R.  Rolle  anschliesst, 
hat  Brandt  richtig  festgestellt.  Dagegen  muss  noch  hervorgehoben 
werden,  dass  sich  in  Amis  and  Amiloun  neben  dem  gewöhnlicheren  a 
(vgl.  v.    543  ff. :  care  —  mare  —  J?are  —  fare;   v.  507  ff.:  hare  — 

Iware  —  J?are  —  fare)  ebenfalls  eine  anzahl  gesicherter  o-reime  finden ; 
7'.  603  vndergo,  v.  609  so,  #.612  wo,  reimend  mit  )?erto.  v.  647 
forgon ,  reimend  mit  don.  v.  1168  so,  reimend  mit  do.  v.  1683 
cloj? ,  v.  1686  \6\> ,  v.  1692  go]? ,  reimend  mit  forsoj?.  v.  2276 
slon,  reimend  mit  Jon.  Nach  alledem  können  die  o-reime  nicht  als 
gegen  den  nordenglischen  Ursprung  des  Sir  Tristrem  sprechend  an- 
gesehen werden',  am  merkwürdigsten  ist  jedenfalls  das  o  in  v.  1484 
ton  =  taken ,  reimend  mit  don ;  es  ist  der  erste  und  einzige  bewei- 
sende reim,  den  ich  für  diese  form  im  Me.  beibringen  kann,  doch 
reicht  derselbe  aus,  um  Brandt'' s  zweifei  (a.  a.  0.  p.  $0),  ob  tone  je 
wirklich  im  gebrauch  gewesen  sei,   zu  beseitigen. 

Die  färbung  von  ä  zu  e  ist  auch  anderen  norde,  werken  geläufig. 

Ae.  se  in  Jner,  wsere,  wseron,  erscheint  im  Sir  Tristrem  in  der 
doppelform  ä  und  e.  Doch  ist  nur  whare  nachweisbar.  In  der 
Psalmen-Übersetzung  findet  sich  meist  a,  doch  ist  als  ausnähme  zu 
verzeichnen  Ps.  XLI  v.  4  wore,  reimend  mit  J?arfore.  Im  übrigen 
verweise  ich  auf  die  Zusammenstellungen  Brandts  p.  $$f.  Amis  and 
Amiloun  bietet  v.  18  were  (=w8eron),  reimend  mit  chere  —  fere  — 
here ;  v.  403  were  (=  waeron) ,  reimend  mit  chere;  v.  624  were 
(=  wiere),  reimend  mit  dere  —  here  —  frere,  neben  v.  126  wäre 
(=  weeron),  reimend  mit  ^are  —  care  —  fare;  v.  342  wäre  (=  wa?- 
ron),  reimend  mit  fare  —  bare  —  care.  v.  510  wäre  (=  waere), 
reimend  mit  hare  —  J?are  —  fare.  Aber  where  und  J?ere  findet  sich 
hier  ebenso  wenig  im  reime  als  nach  Brandts  beobachtungen  bei 
Ywaine  and  Gaw.  und  Sir  Perc.  Thomas  of  Erceldoune  verhält 
sich  dagegen  genau  ebenso  wie  Sir  Tristrem,  auch  insofern  sie  beide, 
wenigstens  in  beweisenden  reimen,  nirgends  o  aufweisen.  Wenn  Brandt 
am  Schlüsse  seiner  erörterungen  das  resultat  dahin  zusammenfasst,  im 
allgemeinen  scheine  seit  der  mitte  des  14.  Jahrhunderts  im  Nordeng- 
lischen erst  were,  dann  J?ere  vorzudringen ,  so  hat  er,  wenn  es  mit 
der  nördlichen  Herkunft  des  Sir  Tristrem  seine  richtigkeit  hat,   wenig- 


—      LXXIV      — 

stcns  ein  halbes  Jahrhundert  zu  niedrig  gegriffen.  In  anderen  Worten 
mit  ae.  sd,  wie  mene,  del  u.  s.  w.  findet  sich  im  norden  schon  früh 
durchweg  e. 

Endlich  constatire  ich  noch ,  dass  die  form  ^ing  für  ae.  5;eong 
(vgl.  über  die  gestaltungen  dieses  Wortes  ten  Brink,  Afiglia  I  p.  520,) 
im  Nordengl.  beliebt  ist;  vgl.  Sir  Perc.  v.  809  ^ynge,  reimend  mit 
brynge  —  kynge.  Amis  and  Amiloun  v.  481  s;ying,  reimend  mit 
morning.  v.  652  ying,  reimend  mit  king.  Ywaine  and  Gaw.  v.  722 
ying,   reimend  mit  king. 

Bezüglich  der  flexi '011 ,  ist  zunächst  zu  be?nerken,  dass  der  plural 
auf  s  wol  nur  darum  so  selten  im  reime  begegnet,  weil  es  dem  dichter 
an  entsprechenden,  auf  s  auslauteiiden  reimw orten  fehlte ;  das  fehlen 
der  flexion  ist,  wie  gesagt ,  überall  durch  den  collectiven  sinn  der 
betr.  worte  zu  erklären;  eine  neigung  dazu  hat  Brandt  a.  a.  0.  p.  72 
auch  bei  Thomas  of  Erc.  nachgewiesen.  Von  den  beiden  plural- 
formen auf  -n  kommt  die  eine,  nämlich  schon,  auch  sonst  im  Nord- 
humbrischen  vor;  vgl.  Brandt  a.  a.  0.  und  Morris  in  Dan  Michels 
Ayenbite  of  Inwyt,  Preface  p.  XI1);  die  andere,  dayn,  ist  offenbar 
blos  aus  reimnoth,   wegen  Hodain,   angewendet  worden. 

Dass  die  adjeetiva  flexionslos  erscheinen,  stimmt  mit  dem  cha- 
racter  des  ne.  dialektes  durchaus  überein,  ebenso,  dass  in  dem  infinit, 
das  n  zu  fehlen  pflegt.  Wenn  trotzdem  einige  n  sich  finden,  so  weist 
Brandl.  a.  a.  0.  p.  69  mit  recht  darauf  hin,  dass  der  gl.  in  Ywaine 
and  Gaw.,  sowie  in  Sir  Perc.  auch  vorkommt.  Sieht  man  übrigens 
genauer  zu,  so  zeigt  sich,  dass  nur  eine  bestimmte,  kleine  anzahl  von 
einsylbigen  v erben  das  n  bewahren  dürfen.  Ywaine  and  Gaw.  v.  994, 
v.  1501,  v.  2849,  v-  3959  liefern  belege  für  sayn,  v.  1084,  v.  1173 
und  Sir  Perc.  v.  1061  für  tane,  v.  3771  und  Sir  Perc.  v.  831  für 
bene  ;  es  handelt  sich  also  um  genau  dieselben  verba  wie  im  Sir  Tris- 
trem  ,  nur  kommt  hier  noch  sene  hinzu.  Der  einzige  infin.  auf  \, 
v.  3323  armi,  ist  freilich  in  einem  nordenglischen  denk7nal  sehr  auf- 
fällig. Morris  bemerkt  über  diese  bildung  a.  a.  0.  p.  IXIV :  y>No 
trace  whatever  of  this  inflection  is  to  be  found  in  any  northern  work, 


1)  Wenn  Morris  a.  a.  0.  sagt:  »In  the  longest  and  best  spechnens  of  the 
Northumbrian  dialect  I  kave  not  sueeeeded  in  finding  more  than  three  or  four 
plural  nouns  in  en,  as  eghen,  oxen,  and  schon«,  so  übergeht  er  eines  der  ge- 
wöhnlichsten, nämlich  fane  (=  foes),  z.  b.  Nordh.  Psalter,  Ps.  XXXVII  v.  17 
fane,  reimend  mit  ilkane;  Ps.  XLI  v.  11  fan,  reimend  mit  an.  Daneben  findet 
sich  freilich  auch  die  form  auf  s,  z.  b.  Ps.  XLIV  v.  6  faas,  reimend  mit  bou 
gas. 


—      LXXV      — 

and  ikough  met  with  in  the  West  Midland  are  of  rare  occurrence 
in  the  East  Midland  dialcct  of  the  XIVth  Century, «  und  mir  selbst 
ist  es  trotz  alles  sitchens  nicht  gelungen ,  in  nordhumbrischen  werken 
eine  parallele  zu  dieser  bildung  zu  ßndc?i. 

-es  als  endung  der  2.  und  3.  pers.  sing.  ind.  präs.  fuhrt  Horst- 
mann, Anglia  I  p.  86,  an  als  beweisend  für  den  nördlichen  dialekt 
der  Susanna.  Diese  endung  findet  sich  jedoch  auch  in  ostmittellän- 
dischen ge dichten;  vgl.  u.  a.  TVissmann,  Unters,  p.  7.  Natürlich 
spricht  sie  aber  auch  nicht  gegen  nördlichen  Ursprung.  Dass  J?ynk 
auch  sonst  im  norden  ohne  flexionsendung  erscheint,  hat  Brandt  a. 
a.   0.  p.  71   enuähnt  und  zu  erklären  versucht. 

Dass  der  ind.  plural  des  präsens  flexionslos  ist,    wo  man.  eben- 
falls s  erwarten  würde,    hat  gar  nichts  auffälliges.     Murray :     The 
dialect  of  the  southern   counties   of  Scotland,   p.  212   sagt:    »Before 
the  ' date  of  the  earliest  Northern   writings   of  the   13M  Century,    the 
form  without  the  -s  had  been  extended  to  all  cases  in  which  the  verb 
was  accompanied  by  its  proper  pronoun,    whether  before  or  after  it, 
leaving  the  füll  form  in  -s  to  be  used  with  other  nominativcs  only.«    In 
allen  von  mir  o.p.  LXVII  f.  fangeführten  fällen  ist  mit  der  verbalform 
ein  Personalpronomen  ve?'bunde?i.    In  der  Susanna  ist,   wie  aus  Horst- 
mann's   Zusammenstellungen  a.  a.  0.   p.  86  hervorgeht ,    dieser   unter- 
schied nicht  mehr  gewahrt,   da  auch  nach  dem  perso?ialpronomen  beide 
formen  neben  einander  vorkommen. 

Dass  die  starken  verba  im  plur.  prät.  denselben  ablautsvokal 
aufweisen  wie  im  si?igular,  ist  characteristisch  für  den  nord englischen 
dialekt]  vgl.  Morris  a.  a.  0.  p.  LXI;  Brandt  a.  a.  0.  p.  68;  Böd- 
deker,   Engl.  stud.  II  p.  370. 

Das  fehlen  des  n  in  vier  pari.  prät.  erscheint  befremdend,  be- 
sonders wenn  man  der  behauptung  von  Morris  (a.  a.  0.  p.  LXV) 
glaube?!  schenkt,  dass  »Northern  writers  never  omit  the  n.«  Doch 
aber  finden  sich  derartige  fälle  bereits  in  dem  nordh.  Psalter;  denn 
ich  ka?in  in  der  schon  früher  erwähnte?!  stelle,  Ps.  XVIII  v.  n." 
Yornandlike  over  J?e  golde  And  stane  derworthi  mikel  holde ,  in 
holde  mit  Mätzner  (Sprachproben  I  1  p.  272,  ?iote  zu  v.  72)  nur 
das  pari.  prät.  i?i  der  bedeutung  von  esteemed  sehe?i;  ebe?iso  Ps. 
CXVIII  v.  72.  Dadurch  würde?i  die  zuerst  von  mir  a?rgeführten 
fälle  gedeckt  sein.  Für  v.  1956  oftore,  reime?id  auf  ]?erfore  lässt 
sich  leicht  bessern  oftorn ,    rei??ie?id  ??iit   ]?erforn.     Diese  form  führt 


LXXVI      — 

freilich  Stratmanu:i  p.  582  nicht  an,  sie  ist  aber  durch  Ywaine  and 
Gaw.  v.  1842  )?arforn,  reimend  mit  lorn,  hinreichend  gesichert.  Da- 
gegen lässt  die  form  ysteke  sich  freilich  7iicht  ändern,  und  muss  die- 
selbe als  recht  auffallend  bezeichnet  werden. 

Die  von  mir  hervorgehobenen  formen  des  verbi  subst.  sowie  der 
prät.  präs.  bieten  nichts  auffälliges;  die  form  is  für  das  gewöhn- 
lichere es  kommt  schon  im  nordh.   Psalter  vor. 

Aus  unseren  erörterungen  über  die  wichtigeren  dialektischen  eigen- 
thümlichkeiten  des  Sir  Tristrem  ergibt  sich,  dass  unserer  am  anfange 
ausgesprochenen  vermuthung ,  das  gedieht  möge  wol  im  norden  Eng- 
land's  verfasst  sein,  keineidei  wirklich  schwer  wiegende  bedenken  ent- 
gegenstehen ,  wenn  auch  dabei  gern  zugegeben  werden  soll,  dass  ein- 
zelne punkte  nicht  völlig  aufgeklärt  sind',  hoffentlich  wird  durch 
weitere  forschungen  in  den  nordenglischen  mundarten  auch  auf  sie 
das  richtige  licht  fallen. 

Dies  resultat  wird  weiter  gestützt  durch  die  thatsache,  dass  wir 
einer  reihe,  wenn  nicht  allein,  so  doch  vorwiegend  nordenglischer  wort- 
formen und  ausdrücke  im  Sir  Tristrem  begegnen.  Hieher  gehört  das 
pron.  der  3 .  person  im  pl.  )?ai ,  welches  wiederholt  in  reime  vor- 
kommt;  ferner  sind  die  gekürzten  formen  ma  für  make  und  ta  füt 
take ,  nie  im  Süden  zu  finden ;  das  zu  letzterem  gehörige  part.  prät. 
tan  ist  sogar  speeifisch  nördlich;  vgl.  Brandt  a.  a.  0.  p.  68.  Ferner 
spricht  auch  der  sehr  häufige  gebrauch  von  ay  als  flickwort  für  den 
schluss  des  verses  für  den  norden;  in  nordh.  Psalter  finden  wir  es 
in  ermüdender  weise  gehäuft;  die  anwendung  von  biforn  oder  )?ar- 
forn  als  adverb  ist  in  nordhumbrischen  dichtungen  ebenfalls  sehr  be- 
liebt; es  mochte  als  reinmw7't  zu  part.  prät.,  wie  lorn  oder  born 
bequem  sein;  z.  b.  Ps.  XXX  v.  14  biforne,  reimend  mit  forlorne; 
Ps.  XXXI  v.  4  ]?arforn ,  reimend  mit  J?orn.  Ywaine  and  Gaw. 
v.  186  biforn,  reimend  mit  born;  ebenso  v.  450;  v.  1012  biforne, 
reimend  mit  scorne.  Sir  Perc.  v.  107  byforne,  reimend  mit  morne, 
und  andere  mehr.  Endlich  weist  auch  die  atiwendung  der  alliteration  l) 
sowie  der,  wie  wir  früher  sahen,  viel  mehr  nach  germanischen  wie 
nach  romanischen  prinzipiell  eingerichtete  vers  mit  seiner  menge  von 
zweisylbigen  auf  takten  und  Senkungen  entschieden  nach  dem  norden  hin. 


1)  Vgl.  Horstm.  Anglia  I  p.  86  u. :  »Der  norden  bewahrte  auch  die  alten 
formen  der  heimischen  dichtung  (wie  alliteration)  treu  in  der  zeit,  wo  sächsische 
und  normannische  eultur  in  heissem  kämpfe  lagen,  und  überlieferte  sie  später 
dem  süden  zvieder,« 


—       LXXVII      — 

Ausserdem  wird  sich  nur  soviel  noch  mit  Sicherheit  sagen  lassen, 
dass  als  heimath  des  dichters  nicht  Yorkshirc  angesehen  werden 
kann,  da  der  dialekt  dieser  graf schaff  in  mehreren,  nicht  unwesent- 
lichen punkten  von  dem  seinigen  abweicht.  Sehr  verführerisch  ist  es 
natürlich,  den  Verfasser  aus  der  nähe  von  Erceldoun  stammen  zu 
lassen,  wo  auch  Brandt  die  prophezeihungen  des  Thomas  localisiren 
möchte  (a.  a.  o.  p.  42,).  Da  die  spräche  beider  dichtungen,  beson- 
ders wenn  man  berücksichtigt,  dass  c.  ein  Jahrhundert  zwischen  ihnen 
liegt,  von  auffallender  ähnlichkeit  ist,  so  könnten  diese  annahmen  sich 
gegenseitig  unterstütze?!.  Doch  kommen  wir  hier  vorläufig  wol  über 
vermuthungen  nicht  hinaus. 

Wenn  ich  mich  schliesslich  vom  dialekte  des  dichters  dazu  we?ide, 
zu  characterisiren,  wie  der  abschreibe?'  i?i  sprachlicher  hinsieht  mit 
seinem  texte  u??igega?igen  ist,  so  gedenke  ich  ?nich  dabei  sehr  kurz  zu 
fassen;  die  a?isicht  Zupitzd's,  Am.  f.  d.  a.  VI p.  46,  er  sehe  kei- 
nen zweck  darin,  die  lautlehr e  der  einzelne?!  ha?idschriften  ausführ- 
lich zu  beha?idel?i  und  dabei  für  längst  bekannte  sacken  neue  belege 
vorzub?'i?igen ;  er  glaube,  es  kom??ie  hauptsächlich  nur  darauf  an,  den 
dialekt  des  denk??ials  selbst  zu  besti?n?ne?i,  wofür  natürlich  die  reime 
von  der  grössten  Wichtigkeit  seien  —  scheint  mir  durchaus  das  richtige 
zu  treffen.  Zude?n  gibt  ja  das  glossar  über  alle  vo?'ko??i??ienden  for- 
men aufschluss.     Ich  hebe  also  nur  folgende  hauptpunkte  he?'vor. 

Der  abschreibe?'  gehörte  de?n  Süden  an  u?id  hat  eine  g?'osse  an- 
zahl  dialektischer  besonderheite?i  seiner  heimath  i?i  die  Orthographie 
des  gedicktes  eingeführt ,  beso?iders  in  bezug  auf  die  verbalflexion. 
Der  inf.  präs.  lautet  aus  auf  i:  27.  555  mendi ;  v.  1360  aski7 
oder  auf  n  v.  121  lesen.  Die  2.  pers.  sing.  ind.  präs.  hat  die 
endung  est:  v.  1998  dredest.  Endung  der  3.  pers.  -\> :  v.  216 
rewe}?.  v.  235  speke)?.  v.  269  calle]? ;  des  plur.  -\> :  v.  1600  wite)?. 
v.  323  bej? ;  ebenso  des  imp.  pl.i  v.  35  wite)?.  v.  402  listnej?. 
Endu?ig  der  2.  pers.  sing.  prät.  schwacher  verba  ist  est:  v.  860 
wendest.  Der  plur.  prät.  geht  aus  auf  en:  v.  14  wexen,  v.  52 
foren ;  v.  283  weren,  während  im  ?wrde?i  die  endung  abfiel;  vgl. 
Morris  a.  a.  0.  p.  LXI,  ?iote  1).  Das  part.  prät.  der  starken 
verba  hat  das  schliessende  n  eingebüsst,  dafür  aber  das  präfix 
y  adoptirt:  v.  893  yslawe ;  v.  973  ystond ;  v.  983  ytaken; 
v.  998  ymade ;  v.  1000  ytan.  Der  sta??i?nvokal  des  plur  als  prät. 
der  starke?i  verba  ist  erhalten:  v.  563  gun.  Die  2  sing.  ind.  der 
prät.   präs.    fügen    die   endung  t    an:   v.    136    wilt:    v.   859    schalt. 


—      LXXVIII      — 

Der  plur.  von  schal  lautet  v.  1095  schul.  Verhältnissmässig  selten 
ist  der  im  süden  sonst  sehr  beliebte  plur.  der  subst  auf  n  eingeführt, 
doch  beachte  man  v.  3310  brej?ern.  Südlich  ist  auch  die  Bildung 
der  adverbia  auf  -liehe,  statt  auf  ly:  v.  168  mekeliche ;  v.  480  bold- 
liche; v.  264  richeliche;  v.  1004  schortliche ;  vgl.  Horstm.  Anglia 
I  p.  90.  Das  adv.  o]?er  tveist  die  südliche  comparativ-bildung  auf 
-loker  auf:  v.  1991  o)?erloker ;  vgl.  Morris  a.  a.  0.  p.  XLV. 
Unter  den  pron.  pers.  findet  sich  v.  1138  ich,  auch  mit  de?n  un- 
unmittelbar darauf  folgenden  wil  verschmolzen:  v.  1546  ichil. 
3.  pers.  si?ig.  fem.  nom.  lautet  v.  101  hye.  3.  pers.  plur.  nom. 
v-  3  55  hye-  Acc.  v.  60  hem.  Pron.  poss.  3.  pers.  plur  v.  15 
her.  Das.  dem.  pron.  )?is  bietet  im  plur.  v.  14  J?is,  für  )?ir?  Zu 
erwähnen  ist  ferner  v.  47  ich  a  man,  v.  209  J?at  ich  while,  v.  825 
ichon,  für  das  nördl.  ilk  a,  )?at  ilke,  ilkan ;  v.  181  swiche  für 
swylke.  Das  nord.  at  wechselt  vor  dem  inf.  mit  to ;  zuweilen  stehen 
beide  präp.   neben  einander,   so  v.    157/. 

Indessen  zeigt  sich  der  Schreiber  in  dieser  twisetzung  des  dialektes 
keinesweges  consequent,  er  lässt  u.  a.  folgende  nördliche  characteristica 
ruhig  bestehen.  Der  inf.  ist  häufig  flexionslos  geblieben:  v.  114 
held.  Die  2.  pers.  sing.  präs.  lautet  noch  auf  s  aus:  v.  2006 
sinnes.  Die  3.  pers.  ebenfalls:  v.  10  telles;  v.  16  dos;  v.  315 
mates;  v.  602  scheres;  v.  923  boskes;  v.  2 131  semes.  Sogar 
pluralformen  auf  s  begegnen  und  köitnen  unbedenklich  mit  als  Zeug- 
nisse für  die  nördliche  abkunft  des  dichter s  figuriren:  v.  1422  las 
se;  v.  2147  men  seis.  Das  pari.  prät.  hat  häufig  das  n  ge- 
wahrt; v.  243  geten  and  born.  Die  plur.  der  subst.  lauten  ge- 
wöhnlich auf  -es  aus;  erhalten  ist  auch  die  nördliche  form  v.  2725 
bre)?er.  Das  pron.  pers.  der  3.  person  fem.  lautet  ausser  hye  auch 
oft  sehe.  Sehr  häufig  ist  die  nördliche  pronominalform  )?ai  inner- 
halb des  verses,  auch  findet  sich  v.  8  J?air  für  das  häufigere  her. 
Das  zahlwort  v.  364  ni^en  hat  das  im  süden  gewöhnlich  wegfallende 
(vgl.  Morris  a.  a.  o.  p.  XL  VI)  n  gewahrt.  Ueber  den  gebrauch 
von  tili  für  to  s.  das  glossar  und  vgl.  Brandt  a.  a.  0.  p.  74.  Dass 
at  vor  dem  inf.  vielfach  unverändert  geblieben  ist,  wurde  oben  schon 
gesagt. 


—      LXXIX      — 


B)    Stilistische  eigenthümlichkeiten. 

Ich  stelle  an  die  spitze  dieses  abschnittes  die  kurze,  aber  vor- 
treffliche Charakteristik  der  strophischen  dichtung,  welche  ten  Brink 
a.   a.   o.  p.   312  von  derselben  entworfen  hat: 

»Nicht  blos  aus  musikalischem  bedürfniss  bedient  die  volksmässige 
poesie  sich  gerne  der  strophe.  Die  Strophe  ist  wie  ein  rahmen ,  in 
deni  ein  abgeschlossenes  bild  zur  vollen  Wirkung  gelangt ,  und  der 
volkspoesie  ist  es  um  eine  reihe  wirkungsvoller  bilder  zu  thun.  Die 
hauptmomente  der  handhing  —  dahin  gehört  alles,  was  phantasie 
oder  gefühl  lebhaft  zu  erregen  vermag  —  diese  wesentlichen  momente, 
mögen  sie  an  sich  noch  so  unwesentlieh  sein,  zur  vollen  ansc hauung 
zu  bringen,  sie  liebevoll  auszumalen j  die  vermittelnden  Übergänge 
dagegen,  deren  der  verstand  bedarf,  über  die  eine  schwunghafte 
phantasie  sich  leicht  hinwegsetzt,  kurz  anzudeuten  oder  zu  verschwei- 
gen —  das  ist  volksthümliche  dichtung.«. 

Zu  dieser  skizze  haben  zwar  hauptsächlich  die  englischen  romane 
in  ryme  couee  modeil  gesessen ,  sie  passt  aber  zug  für  zug  auch  auf 
unser  gedieht,  nur  dass  die  dort  aufgeführten  characteristica  manch- 
mal bis  ins  übertriebene  gesteigert  erscheinen,  und  das  ist  der  grund, 
weshalb  Robert  Mannyng  (vgl.  0.  p.  XXVIII f.)  mit  recht  über  die 
dunkelheit  und  unverständlichkeit  des  Sir  Tristrem  klagt. 

Meine  absieht  ist  es  nur,  unter  dieser  rubrik  einige  einzel- 
beobachtimgen  zusammenzufassen,  zu  deren  besprechung  die  anmer- 
kungen  we?iiger  gelegenheit  geboten  hatten. 

Es  mag  hier  zunächst  das  factum  berücksichtigung  finden,  dass 
einzelne  verse  in  derselben  form  oder  wenigstefis  fast  wörtlich  mehr- 
mals im  gedickte  vorkommen.  Ich  habe  mir  von  derartigen  Wieder- 
holungen die  folgenden  fälle  notirt. 

v.  11  :  t>is  auentours,  as  £>ai  wäre;  vgl.  ^.59:  His  auentours, 
as  it  wes ;  v.  673:  His  auentours,  as  it  were.  v.  17:  Ywis  and 
nou^t  at  wene ;  vgl.  v.  1207:  To  wite  and  nou^t  at  wene  = 
v.  1401  =  v.  1953;  v.  2224:  To  wite  and  nou^t  to  wene. 
#.46:  A  forward  fast  J?ai  bond;  vgl.  v.  1627  :  J>e  forward  fast  ]?ai 
band;  v.  2676:  Pe  forward  fast  he  band.  v.  66:  Wi)>  kni^tes 
sti)?e  on  stede;  vgl.  v.  3014:  J>o  kni^tes  stij?e  on  stede.  v.  67: 
Glad  a  man  was  he  =  v.  1896  ;  ^.78:  J>e  maiden  of  hei^e  kinne; 
vgl.  v.    1233:     J?e    leuedi    of  heiije    kenne,     v.    109:     And   sej?)?en 


—      LXXX      — 

men  cleped  him  so;  vgl.  v.  252  :  In  court  men  cleped  him  so. 
v.  115:  Rohand,  trewe  so  stan  =  v.  270.  v.  147:  And  out  of 
hauen  J?ai  rade  ;  vgl.  v.  347:  Out  of  hauen  )?ai  rade.  v.  181: 
Swiche  meting  nas  neuer  made;  vgl.  v.  1028:  Swiche  meting  nas 
neuer  non  made.  v.  183:  J>er  of  was  Rouland  glade  ;  vgl.  v.  1026: 
J>er  of  was  Moraunt  glade.  v.  241:  Sorwe  it  was  to  se ;  vgl.  v. 
1196:  Pat  sorwe  it  was  to  se.  v.  245:  Nas  neuer  Rohand  so  wo ; 
vgl.  v.  2027:  Nas  neuer  Ysonde  so  wo;  v.  2159:  Nas  neuer  Mark 
so  wo;  v.  2387:  Nas  neuer  are  so  wo.  v.  268:  O^aines  him 
stode  no  man;  vgl.  v.  899:  A^aines  him  stode  J?er  nan.  v.  290: 
Of  ich  maner  of  glewe ;  vgl.  v.  1190:  AI  maner  of  gle.  v.  358: 
Whe)?er  J?e  leuer  wäre;  vgl.  v.  544:  WheJ?er  hem  leuer  wäre. 
v.  366:  Til  anker  hem  brast  and  are  =  v.  677.  v.  380:  WiJ? 
als  his  wining  ^are;  vgl.  v.  679:  WiJ?  al  mi  wining  ^are.  v.  381: 
Wi]?  broche  and  riche  bei^e  =  v.  3020.  v.  396:  Vom  lete  me 
neuer  spüle;  vgl.  v.  1463:  No  lat  j>ou  me  nou^t  spüle,  v.  415: 
And  ete  ay  til  him  gode  ^ou^t ;  vgl.  v.  550:  And  risen ,  when 
hem  gode  J^ou^t.  v.  422:  He  clombe  ]>o  holtes  hare ;  vgl.  v.  681  : 
Y  clambe  J?e  holtes  hare.  v.  451  :  J>e  hunters  him  biheld  =  v.  473. 
v.  566:  Mark  gan  Tristrem  calle  =  v.  2432.  v.  569:  And  pane 
of  riche  skinne ;  vgl.  v.  687:  A  scarlet  wij?  riche  skinne.  v.  655  : 
Child,  so  god  J>e  rede;  vgl.  v.  1061:  Qua)?  Tristrem:  So  god  me 
rede.  v.  661  :  Fader!  No  wretj?e  J?e  nou^t;  vgl.  v.  2883  :  Broker! 
No  wraj?e  ]>e  nou^t.  v.  712  :  J>e  King  ros  him  o^ain  =  v.  131 5. 
v.  719:  Miche  gode  ^e  wold  him  an;  vgl.  v.  1928  :  Miche  gode  he 
him  an.  v.  765  :  Mi  leue  y  take  of  ]?e ;  vgl.  v.  919:  Mi  leue  y  take 
at  te.  v.  913  :  To  held  J?is  lond  of  me ;  vgl.  v.  915:  Schul  held 
)?is  lond  of  me.  v.  917:  J^ine  owhen  schal  it  be  =  v.  1335. 
v.  948:  Moraunt,  J?e  noble  kni^t;  vgl.  v.  1601  :  Of  Moraunt,  J?e 
noble  kni^t;  v.  2728:  And  Moraunt,  )?e  noble  kni^t.  v.  961: 
Welcom  to  him  was  he;  vgl.  v.  2633:  Welcom  to  hem  was  he. 
v.  963:  Hou  he  vvan  londes  fre ;  vgl.  v.  2637:  j^at  he  wan  hem 
fre.  v.  964:  Tristrem  seyd  J>at  si)?e ;  vgl.  v.  1427:  Seyd  Tristrem 
J?at  sij?e.  v.  980:  Marke  to  conseyl  ^ede  =  v.  1838.  v.  1031: 
And  hewe  on  helmes  bri^t  =  v.  1064.  v.  1046 :  Vp  he  stirt 
bidene;  vgl.  v.  2350:  Bot  vp  he  stirt  bidene.  v.  1052:  He  ^af 
him  a  wounde  ysene;  vgl.  v.  3255:  He  ^af  him  a  wounde  kene. 
v.  1083:  Tristrem  smot  wij?  main ;  vgl.  v.  2388:  Eft  Vrgan  smot 
wi)>  main.      v.    n  19:   Com  ]?er  Tristrem  wäre;   vgl.  v.  12 13:   Com 


—      LXXXI      — 

)?er  Tristrem   lay.       v.    1146:     Of  lond   kepe    y  na    mare;    vgl.   v. 
2920:     Of  hir  kepe  y  na  mare.      v.    11 62:     A  winde    to    wil    him 
bare;   vgl.  v.  1392:  A  winde  to  wille  hem  bare;  v.  1301  :  A  winde 
to  wil  hem  blewe  =  v.    1698.      v.    1198:    A  miri    man   were  he; 
■vgl.  v.    1232:     He    were  a  miri    man.     v.    1202:     Louesom   vnder 
line  =  v.   2816.      v.    1214:  And  asked,   what   he  is  =  v.    2753; 
vgl.  v.    1541  :     J^e  quen  asked,    what  he  is.     v.    1261  :     What  alle 
pointes    were;    vgl.  v.    1284:     What    alle    playes   were.     v.    133 1  : 
Of  loue  was  non  so  trevve ;   vgl.  v.  1342:   Of  loue  was  non  so  wise. 
v.    1523:    And  redyli  gan  to  say  =  v.   3186.     v.    1563:    Ysonde 
bri^t  of  hewe  =  v.  1651  =  v.  1704.     v.  1597  :    On  swete  Ysonde, 
J?e  bri^t;   vgl.  v.    2243:  To  swete  Ysonde  bri^t.     v.  1603:  In  ba- 
tayl  and    in   fi^t  =  v.    2796.     v.    1671:     Her    loue    mi^t   no   man 
tvin;     vgl.  v.    2172:     Her    loue    mi^t   no    man  feile,     v.    1778/.: 
Bi  Mark  ]?o  hye  schuld  ly  ;  Y  lent  hir  min  al  clen;  vgl.  v.  1789/.: 
Bi  Mark  J?o  ^e  schuld  ly;   Y  lent  hir  min  al  clene.    v.  1796:  Sehe 
swore    bi    godes    rode;    vgl.    v.   2127:     Y    swere    bi    godes    rode. 
v.    1909:    In  wode  he  gan  hir  hide ;    vgl.  v.   2604:    In  wode  him 
for    to   hide.      v.    191 1:     t>ou  hast  ytent   J?i  pride ;     vgl.  v.   3321: 
J>ai   han    ytint   her   pride.      v.    1919:     Her   blis    was    ful  brade  = 
v.  3087.    v.  1968:   Tristrem,   J?e  noble  kni^t  =  v.  2800.     v.  2021: 
For  ]?e  loue  of  me  =  v.  2719.     v.  2063:   t>er  he  sat  in  j?e  tre  === 
v.    2142.     v.   2081:     Maister,    J?ank  haue  ^e ;     vgl.  v.   2639:     He 
seyd :    f>ank  haue  ^e.     z/.  2128:    Men  said,   J?ou  bi  me  lay;    vgl.  v. 
2147  :   Men  seis,   J?ou  bi  me  lay.     v.  2130  :   Wende  for)?  in  ]>'\  way ; 
vgl*  v-   3°94:    ^ou  wende  for]?  in  J?i  way.     v.  2171:    Wi)?  Ysonde 
bri^t  so  bei^e;   vgl.  v.   3162:   Brengwain  bri^t  so  bei^e.     v.  2241: 
No  knewe  him  non  bi  si^t;  vgl.  v.   2535:   He  knewe  hem  wele  bi 
si^t.     v.   2269:   Swete  Ysonde  sware;   vgl.  v.  2278:   Swete  Ysonde 
haj>  sworn.     v.   2274:   Ferli  nei^e  he  wan  =  v.   2776.     v.   2309: 
Tristrem  wij?  gret  honour  =  v.   2414.     v.   2316:    Opon  a  somers 
day  =  v.   2576.     v.   2332:    So  kepe  y  Ipe  to  slo;    vgl.  v.   2763: 
So  hope  y  J?e  to  sla.     v.   2344:    Vrgan  al  in  tene ;   vgl.  v.   2382: 
And  Vrgan  al  in  tene.     v.    2354:   Fast  gan  to  fi^t ;  vgl.  v.    2783: 
Fast  he  gan  to  fi^t.    v.  2439:   J>ai  playden  aibitvene;   vgl.  v.2617: 
And  plaiden  ay  bitvene.     v.  2446:   Ful  wele  awreken  to  ben;   vgl. 
v .  3295  :   Ful  wele  wreken  er  ]?ay.     v.  2469  :    In  on  er)?e  hous  J?ai 
lay;   vgl.  v.   2478:   In  on  er]?e  house  J?ai  layn.     v.   2591:  Forhole 
no  may  it  be ;  vgl.  v.    2917  :   Forhole  it  mi^t  haue  be.     v.   2600: 

Kölbing.  Sir  Tristrem.  f 


—      LXXXII      — 

Bi  J?is  forestes  side  ;  vgl.  v.  3326  :  Bi  o  forestes  side.  v.  2608  : 
Tristrem  is  went  oway  =  #.2619.  v.  2651:  Wi)?  J?e  white  hand 
=  v.  2678  =  v.  3047.  v.  2654/.  :  Of  Ysonde  he  made  a  song, 
}>at  song  Ysonde  bidene;  vgl.  v.  3026/.:  Tristrem  made  a  song, 
J>at  song  Ysonde,  )?e  slei^e.  v.  2881  :  ]>'\  frendschip  schal  y  fle;  vgl. 
v.  2903  :  His  frendeschip  wil  y  fle.  v.  2921  :  A  jift  y  ^eue  )?e  =a 
7/.  3059.  v.  2938:  Ganhardin  his  treuj?e  pligt;  vgl.  v.  3134:  Gan- 
hardine  treu]?e  pli?t.    v.  3267  :   J>at  he  no  ros  na  mare  =  v.  3333. 

Diese  Übereinstimmungen  beziehen  sieh  auf  alle  Zeilen  der  Strophe, 
mit  ausnähme  von  zeile  9,  bei  welcher,  da  sie  ihrer  kürze  wegen 
schwieriger  zu  gestalten  war  als  die  übrigen,  häufigere  Wiederholungen 
von  vornherein  zu  erwarten  sind.  Es  finden  sich  folgende,  v.  20: 
To  abide  =  v.  2055  =  v.  2847  =  v.  3144.  v.  64:  In  lede 
=  2341.  v.  86:  So  sone  =  v.  262.  v.  174:  J>at  bold  = 
v.  196  =  v.  284  =  v.  691;  vgl.  v.  845:  J>ou  bold.  v.  405: 
As  hende;  vgl.  v.  2594:  I>at  hende.  v.  416:  Ful  sone  =  v.  438 
=  v.  2187  =  v.  3199.  v.  47 1  :  In  feld  =  v.  3133.  v.  482: 
Bidene  =  v.  1615  =  v.  1835  =  v.  2242  =  v.  2418  =  t>.  2605. 
v.  493:  AI  so  =  v.  1505.  7;.  504:  An  rowe  =  v.  779.  27.  559: 
Ful  sket  =  v.  570  ==  v.  1945.  #.  702  :  Wi]?  care  =  v.  1087 
=  7/.  3265;  vgl.  v.  119:  In  kare.  v.  713:  J>at  tide  =  v.  1538 
=  7/.  1714  =  v.  3155  =  7/.  3254;  vgl.  v.  2 121:  }>is  tide. 
v.  801:  On  rade;  vgl.  v.  955:  Of  rade.  v.  856:  Ri^t  )?an  = 
v.  1428  =  7/.  2319.  v.  889:  Saunfayl  =  7/.  1065  =  v.  1296. 
7/.  922:  )?at  stounde  =  t>.  1318  =  v.  1890;  vgl.  v.  339:  An 
stounde.  v.  1021:  Ywis  =  v.  2407  =  v.  2550.  v.  1098:  And 
care  =  v.  1197.  v.  1131  ;  As  J>are  =  v.  1307  =  v.  1780  = 
v.  2462.  v.  1175:  Vnsounde  =  v.  3342.  v.  1329:  AI  newe  = 
v.  2165.  v.  1692:  As  j?o  =  v.  1725.  v.  2297:  Ri^t  J?are  = 
7^.   2748.     v.   2968:    To  lij?e  =  v.   3177. 

Dieser  mehrfachen  Wiederholung  einzelner  Zeilen  nahe  verwandt 
ist  die  erscheinung,  dass  sehr  häufig  das  in  der  vorigen  Strophe  er- 
zählte in  der  folgenden  mit  denselben  oder  ähnlichen  Worten  wieder 
aufgenommen  wird;  z.  b.  str.  V  v.  54/.  .*  Markes  king  J?ai  fond  Wi)? 
kni^tes  mani  and  hende,  wird  im  beginn  von  str.  VI  repetirt  in  den 
Worten:  To  Marke,  J?e  king,  }?ai  went  Wi)?  kni^tes  proiide  in  pres. 
Str.  XXXV  v.  384/.:  Weder  J?ai  hadde  to  fare,  A  lond  )?ai  left 
J?at  childe,  erfahren  wir  in  etwas  variirter  form  am  anfang  von  str. 
XXXVI  nochmals:  Winde  )?ai  had  as  )?ai  wolde,   A  lond  bilaft  he. 


—      LXXXIII      — 

Str.  CXLIv.  1583/.:  Nay,  moder,  nou?t  to  layn,  t>is  )?ef  )?i  bro)?er 
slou?  =  str.  CXLV  v.  1585/.:  Tristrena,  )?is  J?ef  is  he,  J>at 
may  be  nou^t  forlain.  Str.  CLV  v.  1704/.:  Ysonde  bri^t  of  hewe 
)>er  spoused  Mark,  )?e  king  =  str.  CLVI  v.  1706:  He  spoused 
hir  wij?  his  ring.  Str.  CLXXII  v.  1891/.:  }>urch  )?at  semly  sand 
Ysonde  was  hole  and  sounde  =  str.  CLXXIII  v.  1893  /.:  Hole 
sehe  was  and  sounde  Purch  vertu  of  his  gle.  Str.  CCII  v.  2221/.: 
Anon  of  lond  he  ches  Out  of  Markes  ei^e  sene  =  str.  CCIII 
v.  2223/.:  Tristrem  was  fled  oway,  To  wite  and  nou^t  to  wene. 
Str.  CCXXII  v.  244.1  f.:  So  long  of  loue  )?ai  mene,  t>at  Mark 
sei^e,  it  was  so  =  str.  CCXXIII  v.  2443  f.:  Mark  sei^e,  hou  it 
is,  What  loue  was  hem  bitvene.  Str.  CCXXXVI  v.  2595/.:  For 
dout  of  de)?  y  fle,  In  sorwe  and  wo  y  wende  =  str.  CCXXXVII 
v.  2597:  Y  fle  for  dout  of  de)?.  Str.  CCLXX  v.  2969/.:  Ysonde 
for  to  se,  In  halle,  bri^t  and  bli)?e  =  str.  CCLXX/  v.  2971/.: 
To  Ysonde  bri^t  so  day  To  halle  gun  )?ai  go.  Str.  CCLXXI 
v.  2980/.:  Ganhardin  was  ful  wo,  J>at  he  com  Ysonde  so  nei^e 
=  str.    CCXXII  v.   2982:   Ganhardin  schamed  sore. 

In  der  reget  freilich  wird  die  Wiederholung  eines  gedankens  durch 
ein  neu  hinzutretendes  moment  verstärkt,  so  z.  b.  str.  LXXXIII 
v.  912  f.:  Rohand  lord  make  y,  To  held  )?is  lond  of  me.  Die 
folgende  strophe  fährt  fort,  v.  914  ff.:  J>ou  and  }?ine  sones  fiue 
Schul  held  j?is  lond  of  me ;  Per  while  )?ou  art  o  liue,  J>ine  owhen 
schal  it  be.  Str.  C XX VII  v.  1396/.:  J>e  king  present')?ai  bare 
And  asked  leue  to  rest.  Str.  C XXVIII  v.  1398  ff.  fährt  fort: 
Pe  king  present  )?ai  brou^t,  Ano)?er  to  )?e  quene;  Ysonde  for^at  J?ai 
nou^t. 

Uebrigens  ist  diese  zweimalige  erwähnung  desselben  gedankens 
keinesweges  auf  schluss  der  ersten  und  beginn  der  folgenden  strophe 
eingeschränkt ;  ich  will  hier  noch  einige  andere  fälle  namhaft  machen. 
1)  Ein  gedanke  in  der  mitte  der  vorhergehenden  strophe  wird  am 
anfang  der  folgenden  repetirt,  str.  CXLVII  v.  16 13  :  So  swore  he 
day  and  ni;t  =  str.  CXLVIII  v.  16 18:  Tristrem  swore  )?at  )?ing; 
str.  CLXXIV  v.  1909:  In  wode  he  gan  hir  hide  =  str.  CLXXV 
v.  19 15/.:  Tristrem  wi)?  Ysonde  rade  Into  )?e  wode  oway.  2)  Die- 
selbe thatsache  wird  am  Schlüsse  einer  strophe  und  in  der  mitte  der 
folgenden  fast  mit  denselben  Worten  erzählt',  str.  CC  v.  2199/.: 
Pritti  fet  bidene  Tristrem  lepe  )?at  ni^t  =  str.  CCI  v.  2205  /.: 
Tristrem    lepe   ywis    J^ritti  fete,   so)?  to  say.      Man   könnte  auf  den 

f* 


—      LXXXIV      — 

ersten  blick  geneigt  sein,  str.  CCII  v.  2212  f.  als  nochmalige  Wie- 
derholung zu  bezeichnen  '  hier  wird  jedoch  ein  neues  monient,  näm- 
lich der  rücksprung  Tristrem'  s  zu  seinem  bette,  berichtet.  $)  Zwei 
auf  einander  folgende  Strophen  werden  durch  erwähnung  desselben 
factums  eröffnet,  str.  CCXXXVIII  v.  2608  :  Tristrem  is  went  oway 
=  str.  CCXXX/X  v.  2619.  4)  Dieselbe  Schlussfolgerung  findet 
sich  am  ende  von  zwei  benachbarten  Strophen,  str.  CCXXIII  v. 
2452  f.:  BliJ?er,  wij?  outen  wene,  Neuer  ere  nar  j?ay  =  str. 
CCXXIV  v.  2463  /. :  So  blij?e  al  bidene  Nar  J?ai  neuer  are. 
5J  Dieselbe  thatsache  wird  in  der  mitte  von  ziuei  auf  einander  fol- 
genden Strophen  betont,  str.  CCLXXI  v.  2973/.:  Ysonde  J?o  sei^e 
J?ai  And  Bringwain,  boJ?e  to  =  str.  CCLXXII  v.  2984/.  :  Ysonde 
he  sei^e  ]?ore  And  Brengwain  fair  and  gode.  6)  Endlich  gehört 
sogar  die  tmederholung  eines  thatbestandes  innerhalb  derselben  strophe 
nicht  zu  den  unmöglichkeite?i ;  vgl.  str.  IV  v.  36  f. :  Bitvene  J?e 
douk  Morgan  And  Rouland,  J?at  was  J?ro  =  v.  43/..*  £at  on  was 
douk  Morgan,   t>at  o)?er  Rouland  rise. 

Hiermit  in  engstem  zusani7ne?ihange  steht  die  beobachtung,  dass 
in  unserem  gedichte  keinesweges  immer  ein  stetiger  f  ortschritt  in  der 
er  Zählung  vorhanden  ist,  wie  ihn  die  in  reimpaaren  abgefassten  ro- 
manzen  bieten',  oft  wird  der  fiuss  derselben  unterbrochen  durch  ein 
zurückgreifen  des  dichters  auf  ein  früheres  bild,  gleichsam  als  hätte 
er  das  bewusstsein,  hastiger  vorwärts  geeilt  zu  sein,  als  es  der  auf- 
fassungskraft  seiner  zuhörer  angemessen  war.  So  werden  in  str.  III 
die  kriegerischen  Unternehmungen  Rouland' 's  gegen  Morgan  besprochen 
und  erwähnt,  dass  letzterer  um  frieden  bittet,  während  in  str.  IV 
uns  nochmals  die  schrecken  der  schlackt  vorgeführt  u?id  dan?i  erst  in 
str.   V  die  friedensbe dingungen  genauer  genannt  werden. 

Wenn  wir  auf  solche  stileigenthümlichkeiten  hin  die  verwandten 
erzeugnisse  der  ro?nanzenpoesie  mustern,  so  ergibt  sich  sofort,  dass  die 
in  ryme  couee  abgefassten  dichtungen  in  Strophen  zu  12  zeilen  sie 
nicht  theilen ,'  selten  wird  der  schluss  einer  strophe  am  anfange  der 
folgenden  inhaltlich  oder  gar  wörtlich  ivieder  aufgenommen.  Auch 
der  in  einer  i6zeiligen  strophe  abgefasste  Sir  Degrevant  weist  nichts 
dergleichen  auf.  Um  so  auffälliger  und  bemerkenswert]! er  erscheint 
es  dem  gegenüber,  dass  in  dem  in  derselben  strophe  gedichteten  Sir 
Perceval  of  Galles,  der  c.  70  jähre  später  anzusetzen  ist  als  Sir 
Tristrem,  diese  besonderheit  wieder  auftritt,  und  zwar  in  viel  ausge- 
Prägterer  weise  als  dort,   angewendet,   wie  wir  unzweifelhaft  scheint, 


—      LXXXV      — 

zu  dem  zwecke,  dem  gedächtuiss  des  segger  zu  hülfe  zu  kommen,  ihm 
aus  der  einen  Strophe  in  die  nächste  herüber  zu  helfen;  vgl.  auch  o. 
p.  XXXVII.  Ich  mag  es  mir  nicht  versagen,  kurz  die  art  und 
weise  zu  characterisiren,  in  welcher  dieser  dichter  eine  solche  Ver- 
knüpfung auf  einander  folgender  Strophen  l? e7U er ks teiligt.  i)  Das 
einfachste  mittel  ist  jedenfalls,  dass  die  den  schlusssatz  der  strophe 
beendende  zeile  zugleich  zur  einleitung  des  eröffnungssatzes  der  fol- 
genden veno  endet  wird,  und  zwar  a)  ohne  Veränderung  der  Wort- 
stellung; str.  III  schliesst,  v.  47  /. :  Off  alle  the  kempes  that  he 
mett,  Wolde  he  none  forsake;  str.  IV  beginnt,  v.  49/.: 
Wolde  he  none  forsake,  The  rede  knyghte  ne  the  blake ;  b)  mit 
veränderteng  der  Wortstellung;  str.  I  schliesst,  v.  13  ff.:  In  kyng 
Arthures  haulle  Beste  byluffede  of  alle,  Percyvelle  thay  gane  hym 
calle,  Who  so  redis  ryghte;  str.  II  beginnt,  v.  17/..'  Who 
that  righte  cane-rede,  He  was  doughty  of  dede.  2)  Die  strophe 
schliesst  mitten  in  ei?ier  rede ;  die  folgende  fährt  in  derselben  fort 
und  zviederholt  die  letzte  zeile  mit  He  sayde  ;  z.  b.  str.  XXXIV,  v. 
543/.:  Thou  arte  so  semely  to  see,  And  thou  were  wele 
dighte;  str.  XXXV,  v.  545/..'  He  saide :  And  thou  were 
wele  dighte,  Thou  were  lyke  to  a  knyghte.  —  Str.  XXXV 
schliesst  v.  560  mit:  His  craftes  are  so  ryfe.  Str.  XXXVI 
beginnt  v.  561  mit:  He  sayse  :  His  craftes  are  so  ryfe.  3,)  Die 
erste  strophe  schliesst  mit  einer  rede,  die  zweite  beginnt  mit  der  aus- 
führung  des  gesprochenen;  str.  LXXIX  schliesst  v.  1266  ff '.  mit  dem 
befehl:  7j£  yone  mane  on  lyfe  be,  Bid  hym  com  and  speke  with 
me,  And  pray  hym  als  thou  kane!  Str.  LXXX  beginnt  v. 
1269  mit:  Now  to  pray  hym  als  he  kane,  Undir  the  wallis 
he  wane.  —  Str.  CXII  schliesst  v.  1790  ff.  mit:  Blythe  salle  I 
never  be,  Or  I  may  my  modir  see,  And  wete  how  scho  fare. 
Str.  CXIII  beginnt  so,  v.  1793/..'  Now  to  wete  how  scho 
fare,  The  knyght  busked  hym  ^are.  \)  Der  schluss  einer  strophe 
theilt  eine  rede  in  indirekter  form  mit,  der  anfang  der  folgenden  in 
direkter;  str.  CXXI  schliesst  v.  1933^..'  And  Percevelle  made  the 
same  othe,  That  he  come  never  undir  clothe,  To  do  that  lady 
no  lothe,  That  pendid  to  velany.  Str.  CXXI I  beginnt  v. 
1937  mit:  »I  did  hir  never  no  velany.  5)  Der  schluss  einer 
strophe  bietet  eine  indirekte  frage,  der  anfang  der  nächsten  die  ant- 
wort  ebenfalls  in  indirekter  rede;  str.  CXXXII  schliesst  v.  2 1 1 1  /. 
mit:     [He]    Bade    hym    take    what   hym    liste    Of    that    he    hafe 


F, XXX  VI      

wolde.  Str.  CXXXI II  beginnt  v.  2 113:  Percevelle  sayde,  häfe 
he  it  wolde.  Damit  sind  wenigstens  die  hauptsächlichsten  an- 
knüpfungsmittel  genannt.  Man  sieht  daraus,  dass  das,  was  im  Sir 
Tristrem  blos  in  bescheidenen  anfangen  sichtbar  wird,  hier  sich  zu 
einem,  dem  dichter  vollauf  bewussteii  7nittel  poetischer  technik  umge- 
staltet hat.  Aehnliches  findet  sich  in  dem  VI.  VII.  und  VIII.  ge- 
dichte  des  Laurence  Minot,  sowie  in  der  Antours  of  Arther.  Mit 
recht  betont  Brandt  a.  a.  0.  p.  47  f.,  dass  das  eine  besondere  eigen- 
thümlichkeit  nordenglischer  gedichte  sei. 

Fast  gänzlich  verschmäht  unser  dichter  die  anwendung  von  bil- 
dern  und  vergleichen,  die  der  spräche  einen  höheren  schwung  ver- 
leihen könnten ;  einige  male  erreicht  er  dies  durch  rhetorische  fragen, 
wie  v.  265  f.,  v.  1154;  selten  genug  las  st  er  seine  Individualität 
neben  der  ganz  objectiv  gehaltenen  erzählung  zur  geltung  kommen, 
indem  er  ein  urtheil  ausspricht  oder  einen  wünsch  für  seinen  helden 
äussert.  Von  sich  spricht  er  freilich  gleich  in  der  ersten  Strophe, 
wo  er  Tomas  of  Erceldoun  als  seinen  gewährsmann  anführt;  was 
es  mit  dieser  autorität  auf  sich  hat,  habe  ich  p.  XXVI  ff.  erörtert; 
auf  denselben  punkt  kommt  er  v.  397  ff.  zurück  und  fordert  die  Zu- 
hörer auf,  acht  zu  geben,  indem  er  sich  bereit  erklärt,  am  Schlüsse 
jedem  seinen  platz  einzuräumen,  der  die  geschickte  von  Tristrem  besser 
erzählen  kann  als  er,  sonst  aber  um  aufmunterndes  lob  bittet.  Auch 
v.    1429  f.   wendet  er  sich  an  die  zuhörer. 

Mehrmals  fügt  er  ein  Sprichwort  ein,  v.  439/.,'  v.  626  f.  Mehr- 
mals bekundet  er  den  persönlichen  antheil,  den  er  an  seinen  helden 
nimmt,  durch  ausrufe,  wie  v.  209:  Alias  J?at  ich  while!  oder  durch 
Segenswünsche,  wie  v.  1033  f.,  oder  er  meint,  es  würde  schade  um 
einen  helden  sein,  wenn  er  fiele,  v.  194/.  Dagegen  sind  Zeilen  wie 
v.  805:  No  blame  hem  no  man  for  \'\ !  nur  nothbehelfe  für  die 
füllung  der  strophe ,  denn  niemand  wird  es  einfallen,  Tristrem1  s 
freunden  ihre  freude  über  seine  rückkehr  zu  verübeln,  und  dass  der 
Verfasser  des  Sir  Tristrem ,  trotz  der  sonstigen  kürze  und  knapp- 
heit  seines  Stiles,  auch  sonst  sich  nicht  scheut,  flickwörter  zur  aus- 
füllung  des  verses  anzuwende?i,  hat  ten  Brink  a.  a.  0.  p.  299  schon 
richtig  he7'vor gehoben.  Dieselben  hier  einzeln  aufzuzählen,  würde 
zwecklos  sein;  vielfach  ist  auf  sie  auch  im  glossar  aufmerksam 
gemacht  worden.  Eine  geschichtliche  darstellung  des  Stiles  dieser  ro- 
manzen  wird  jedoch  einmal  zu  zeigen  haben,  wie  diese  nothbehelfe 
für   den    reim,    die   hier  noch    verhältnissmässig   nicht   zu  häufig  be- 


—      LXXXVII      — 

merkbar  sind,  mögen  sie  nun  aus  einzelnen  Worten  oder  phrasen  oder 
gar  aus  ganzen  Zeilen  bestehen,  sieh  mit  der  zeit  immer  mehr  häufen , 
und  diese  dichtungsgattung  zu  dem  bänkelsängerischen  wortgeklingel 
her  abdrucken )  welches   Ch  aueer  so  vo7'trefflich  parodh't  hat. 

Ich  füge  endlich  hier  noch  eine  erschöpfende  zusanmienstellung 
bei  über  den  gebrauch  der  anredepronomina  im  Sir  Tristrem.  Man 
vgl.  Skeat,  The  Roman cc  of  William  of  Palerne,  London  1867,  p. 
41  der  vorrede,  ferner  Pfeffer  1  Die  anredepronomina  bei  Shakespeare. 
Halle  1875;  endlich  Bahrs :  Ueber  den  gebrauch  der  anredeprono- 
mina im  Altenglischen,  und  Lüdtke,  The  Erl  of  Tolous  p.  279  /. 
Bahrs  hat  in  seiner  abhandlung  p.  6  ff.  auch  speciell  auf  unser  ge- 
dieht rücksicht  geno7?imen,   ohne  erschöpfendes  zu  bieten. 

I.    Leute  gleichen  ranges  oder  alters  duzen  sich. 

1)  a.    Rouland  duzt  Blauncheflour,   v.   136. 
b.    Blauncheflour  duzt  Rouland,   v.  i^Sff. 

2)  a.    Tristrem  duzt  Moraunt,   v.    1005   u.   s. 
b.    Moraunt  duzt  Tristrem,   v.    1007   u.  s. 

3)  a.    Tristrem  duzt  Ysonde,   nachdem   sie  ihn  erkannt  hat, 

v.    1608  ff.,  und  später  v.   2 113  ff. 
b.     Ysonde    duzt    Tristre?n    als    seine   geliebte,    z.   b.    v. 
2125. 

4)  Ysonde  duzt  ihre  mutier,  v.    1584. 

5)  Der  irische  ritter  duzt   Ysonde,    v.    1867,   die  er  für 
seine  geliebte  hält. 

6)  Tristrem  duzt  den  irischen  ritter,   v.  191 1  ff. 

7)  a.    Mark  duzt  seine  gemahlin    Ysond,   v.   1975  u.  s. 
b.     Ysonde  duzt  Mark,   v.    1980  u.   s. 

8)  Ysonde    Weisshand  duzt  Tristrem,  v.    2703  ff. 

9)  a.    Vrgan  duzt  Tristrem,   v.    2326  ff. 
b.     Tristrem  duzt   Vrgan,   v.    2332. 

10)  a.    Beliagog  duzt  Tristrem,   v.    2755  ff. 
b.     Tristrem  duzt  Beliagog,   v.   2762  ff. 

11)  Der  herzog  Flor  entin  duzt  Tristrem,   v.    2718^". 

12)  a.    Ganhardin  duzt  seine  schwester,   v.  2875^. 
b.     Ysonde  duzt  Ganhardin,   v.  2883^. 

13)  a.    Ganhardin  duzt  Tristrem,   v.   2909  u.   s. 

b.    Tristrem    duzt    Ga?ihardin,    a.    2921    und   sonst   stets 
mit  einer  ausnähme,    s.   u. 


LXXXVH1      — 

14)  a.    Die  königin    Ysonde  duzt  Ganhardin,   ».,3113. 

b.     Ganhardin  duzt   Ysonde,    v.   31 15.      Ueber  eine  aus- 
nähme vgl.   u. 

15)  Der  zwerg  Tristrem  duzt  Tristrem,  v.   3206. 

Es  sind  nur  drei  ausnahmen  zu  notiren,  und  zwar  ist  keine 
derselben  durch  den  reim  gesichert.  Auffällig  erscheint  zunächst  das 
schiuanken  zwischen  u'ng.  und  plur.,  wo  Rohand  die  pilger  anspricht, 
v.  hob  ff.:  So  michel  will  y  5;iue  )?e,  Qua]?  Rohand,  will  ije  ta, 
Pe  court  %e  lat  me  se.  Aber  dies  schwanken  steht  ganz  parallel  zu 
der  abwechselung  zwischen  J?e  palmer  [v.  597)  und  )?e  palmers 
[v.  593  und  609),  so  dass  auch  Rohand 's  worte  halb  an  dem  pil- 
ger, der  ihm  rede  gestanden  hat,  halb  an  beide  gerichtet  sein  können. 
—  V.  2918  redet  Tristrem  Ganhardin  mit  3011  an;  Bahrs  bemerkt 
dazu  (a.  a.  o.  p.  8) :  » Man  wird  die  annah?ne,  dass  auch  hier  aus 
höflichkeit  das  3011  als  anredewort  gewählt  sei,  schwerlich  mit  dem 
sinn  dieser  worte  vereinigen  können ;  die  stelle  mag  vielmehr  als  be- 
weis dafür  dienen,  dass  besondere  achtting  und  höflichkeit  nicht 
gerade  eine  unerlässliche  bedingung  für  den  gebrauch  des  plur.  ist. « 
Da  Tr.  Ganh.  sonst  stets  duzt,  so  scheint  es  mir  bedenklich,  aus 
diesem  einen  3011  überhaupt  eine  folgerung  ziehen  zu  wolle?i ;  viel- 
leicht meint  Tr.  mit  3011  Ganhardin  und  dessen  vater,  da  er  ja 
nicht  wissen  kann,  auf  welche  weise  jener  zit  dieser  nachricht  ge- 
kommen ist;  natürlich  ist  auch  die  annähme  eines  copistenfehlers 
nicht  ausgeschlossen.  —  Ganh.  redet  Ysonde  einmal  im  plur.  an, 
v.  3 119:  He  sent  it  3011  bi  me.  Ich  lasse  es  mit  Bahrs  unent- 
schieden ,  ob  hier  der  wohllaut  massgebend  gewesen  ist,  da  pe  bi 
me  schlecht  klingen  würde,  oder  ob  nicht  vielmehr  das  ]?e,  v.  31 15, 
durch  reimzwang  verursacht  ist. 

II.  Vorfiehme  gegenüber  geringeren,  ältere  gegenüber  jüngeren, 
oder  mächtigere  gegenüber  solchen,  die  in  ihrer  gewalt  sind,  bedienen 
sich  ebenfalls  des  »du«  in  der  anrede. 

1)  Der   kapitän    des   schiff  es  duzt  den   i$j ; ährigen   Tristrem 
v.   312. 

2)  Die  schiffer  duzen  den  hofmeister  Tristrem  s,   v.  2>$(>  ff. 

3)  Die  jäger  Markts  duzen   Tristrem,   v.   467  ff. 

4)  Mark  duzt   Tristrem,   v.   529  /. 

5)  a.    Tristrem  duzt  den  harfner,   v.  555/-,   weil  er  sich  ihm 

im  ränge  überlegen  fühlt. 


—      LXXXIX      — 

i 

b.   Der  Harfner  duzt  Tristrem,    v.   558,    wegen   seiner  Ju- 
gend. 
6)         Der  Pförtner  duzt  Rohand,  v.  620  /.,    weil  er  ihn  für 
einen  bettler  hält. 
-  7)         Ebenso  der  hussier,   v.    633  fjt.,   aus  demselben  gründe. 

8)  Rohand  duzt  Tristrem,   v.  655/.,   als  seinen  pßegesohn. 

9)  Der  könig  Morgan  duzt  Tristrem,   v.    843  ff. 

10)  Ysonde   duzt    Tristrem,    ehe   sie   seine  geliebte  wird,    v. 

i55i- 

11)  Die    knechte    duzen   die    ihnen    zur  ' tödtung    üb  ergebene 

Bringwain ,   v.    1 7  7 1 . 

12)  Mark  duzt  den  irischen  ritter,   v.    1822  f. 

13)  Ysonde  duzt  Canados,  v.   3048  ff. 

14)  Mark  duzt  Canados,   v.   3206  f. 

15)  Ysonde  'duzt  Brengwain,   v.   3214^. 

Soweit  stimmt  also  der  gebrauch  der  anredepronomina  im  Sir 
Tristrem  mit  den  regeln  überein,  welche  uns  aus  spätere?i,  nie.  dich- 
tungen,  z.  b.  dem  Erl  of  Tolous,  geläufig  sind.  Wenn  aber  nun 
für  diese  die  weitere  regel-  aufzustellen  ist,  dass  die  untergebenen  den 
herrn  oder  die  herrin,  den  fürsten  oder  die  ßirstin  und  überhaupt 
niedriger  stehende  höhergestellte  zu  ihrzen  haben,  so  fügt  sich  der- 
selben unser  gedieht  nicht.      Man  erwäge  folgende  fälle. 

I.    1)    Tristrem  duzt  den  könig  Morgan,   v.    838  ff. 

2)  Die  barone  duzen  den  könig  Mark,   v.    1356  /. 

3)  Der  irische  ritter  duzt  den  könig  Mark,   v.    1836  /. 

4)  Meriadok    duzt   den   könig  Mark,   v.    1963^.,    v.    2019^. 
u.   sonst. 

5)  Brengwain  duzt   Ysonde,   v.    1990  ff. 

6)  Der  zwerg  duzt  Tristrem,    v.    2073  ff. 

7)  Brengwain  duzt  Mark,  v.    3189  f. 

8)  Brengwain  duzt  Tristrem,   v.   3228. 

//.  Ein  schwanken  zeigt  sich  in  folgenden  fällen,  welche  einzeln 
zu  betrachten  sind. 

1)  Tristrem  duzt  seinen  Pflegevater  Rohand,  sowol  als  er  ihn 
an  Mark's  hofe  wiedererkennt  v.  661  ff.,  als  wo  er  ihm  die  herr- 
schaft  über  sein  stammland  überträgt,  v.  qi^ff.  Nur  einmal  redet 
er  ihn  mit  ?e  an,  v.  662:  Ful  welcom  er  ^e!  wo  das  reimbedürf- 
niss  gewirkt  haben  kann. 


—     xc     — 

2)  Tristrem  schwankt  in  der  anrede  Marks,  ehe  er  als  sein 
neffe  erkannt  ist,  zwischen  sing,  und  plur. ;  vgl.  v.  682  :  Til  y 
J>ine  hunters  fand,  mit  v.  668:  Wil  ^e  mi  fader  se.  Im  reime 
steht  also  keines  der  beiden  pronomina.  In  der  folge  nennt  er  seine?i 
oheim  nur  ?nehr  »du«;  vgl.  0.  765,  v.  1147/.;  auch  v.  11 50 
wird  für  das  auffällige  30U  wol  )?ou  zu  lesen  sein;  endlich  v. 
1851/. 

3)  Der  zwerg  duzt  Marke  in  der  reget,  vgl.  v.  2068;    2582^". 
Nur  bei  der  ersten  anrede,   v.  2067:   Sir,    siker  sje  be,  gebraucht  er 
den  plural. 

4)  Tristrem  duzt  den  zwerg,  v.  2082  ff.,  nur  einmal,  und 
zwar  auch  hier  bei  der  ersten  anrede,  v.  2081  :  Maister,  J?ank  haue 
5je  !   ihrzt  er  ihn. 

5)  C anados  duzt  die  königin,  v.  3030  ff.,  nur  einmal,  v.  3044, 
redet  er  sie  mie  i}  e  an,  wo  das  wort  im  reime  steht. 

Wir  werden  also  sagen  müssen,  dass  mit  ausnähme  der  ersten 
begrüssungs-  oder  anredeformel ,  bei  der  der  plural  üblicher  war, 
oder  der  fälle,  wo  der  reim  gebieterisch  eine  pluralform  forderte, 
alle  diese  personen  solche,  die  viel  höher  stehen,  als  sie,  mit  »du« 
anreden.  Von  ausnahmen  findet  sich  sehr  wenig.  So  redet  Rohand 
den  könig  Mark  mit  ?e  an,  ebenso  die  arbeiter,  zvelche  Brengwain 
tödten  sollen,   die  königin   Ysonde,   v.    17&7  ff. 

Aus  den  oben  gegebenen  Zusammenstellungen  erhellt,  dass  bezüg- 
lich der  anredepronomina  Sir  Tristrem  noch  fast  ganz  auf  dem 
älteren  Standpunkte  steht,  wo  rangunterschiede  dabei  keinerlei  einfluss 
ausübten,  nnd  dass  gerade  hier  —  was  besonders  im  gegensatz  zu 
Bahrs  auf  Stellung  (p.  6  f.)  hervorgehoben  sein  mag  —  der  einfluss 
des  frz.   Originals  am  allerivenigsten  zu  spüren  ist. 

C.    Die  einrichtung  der  ausgäbe. 

Ich  hebe  zunächst  hervor,  dass  ich  von  einer  uniformirung  der 
sprache  des  gedicktes  nach  langem  schwanken  absehen  zu  müssen  ge- 
glaubt habe,  obwol  ich  genau  weiss,  dass  mir  vielleicht  von  mehr 
als  einer  seile  daraus  ein  Vorwurf  gemacht  werden  wird. 

Obgleich  nämlich  auch  ich  (vgl.  ten  Brink,  Deutsche  litteratur- 
zeitung  1882  p.  1383)  die  ansieht  BrandPs  (a.  a.  0.  p.  6$),  dass 
wahrscheinlich   zu  jener   zeit  nicht  Mos  jeder  dialekt,    sondern  fast 


—      XCI       — 

jeder  autor  seine  eigene  Orthographie  hatte,  etwas  übertrieben  finde ■  *), 
so  ist  doch  zuzugeben,  dass  eine  betrachtung  des  dialektes  unseres 
denkmals  diese  behauptung  nicht  widerlegt.  Haben  wir  doch  trotz 
vieler  züge,  welche  es  mit  andern  vorhergehenden,  gleichzeitigen  oder 
späteren  dichtungen  gemeinsam  hat,  nicht  ein  einziges  gefunden  wel- 
ches bis  auf  alle  einzelheiten  dieselbe  spräche  repräsentirte,  soweit  sie 
sich  aus  den  reimen  erschliessen  lässt.  Dazu  kommt,  dass  wir  blos 
über  iine  hs.   des  Werkes  zu  verfügen  haben. 

Aber  vielleicht  reichten  die  aus  den  reimen  zu  ziehenden  Schlüsse 
allein  aus,  um  danach  alle  fremden  demente  aus  dem  inneren  des 
verses  zu  entfernen?  Zum  theil  gewiss,  aber  viele  punkte  würden 
unentschieden  bleiben  müssen.  So  finden  sich  viel  mehr  o  für  ae.  ä, 
als  nach  den  wenigen  o-reimen  sich  als  dem  dichter  angehörig  an- 
nehmen lassen ;  aber  dass  derselbe  ausserhalb  des  reimes  überall  a 
geschrieben  habe,  lässt  sich  ebenso  wenig  beweisen.  Ferner  ist  die 
flexionsendung  n  im  plur.  prät.  einmal  durch  den  reim  belegt ;  dass 
dieselbe  nur  aus  reimnoth  eingeführt  wurde,  ist  höchst  ivahr scheinlich, 
aber  nicht  mit  mathematischer  Sicherheit  beiveisbar ;  sollen  die  häu- 
figen plurale  auf  -en  im  inneren  des  verses  nun  auf  diese  Wahrschein- 
lichkeit hin  beseitigt  oder  auf  die  autorität  des  einen  sicheren  beleges 
hin  eonservirt  werden?  Sollen  wegen  v.  3323  armi  die  südlichen 
infinitivformen  aski  und  mendi  (s.  0.  p.  LXXVII)  beibehalten  werden? 
Und  so  sind  mir  noch  eine  ganze  anzahl  ähnlicher  bedenken  aufge- 
sessen. 

Endlich  aber  gibt  in  vielen  fällen  der  reim  überhaupt  keine  ent- 
scheidung  an  die  hand.  So  findet  sich  die  negation  ne  in  unserem 
texte  sehr  häufig  mit  dem  folgenden  hülfsverbum  zusam?n engezogen, 
vgl.  das  glossar;  während  Morris  (a.  a.  0.  p.  LXV)  ganz  richtig 
bemerkt:  » The  Northern  dialect  makes  but  little  use  of  negative 
forms,  which  are  very  common  in  Southern  writers. «  Soll  man 
darauf  hin  alle  betr.  stellen  corrigiren  oder  sie  trotzdem  in  einer 
kritischen  ausgäbe  stehen  lassen?  Das  nördliche  aussehen  des  textes 
wird  durch  diese  formen  nicht  unwesentlich  alterirt.  Nach  dem  p. 
LXXV  angeführten,  von  Murray  aufgestellten  gesetze  betreffs  der  endung 


1)  Ziemlich  ebenso  weit  geht  Schipper,  wenn  er  a.  a.  0.  p.  18  sagt:  »Die 
grammatik  jedes  einzelnen  denkmals  lässt  sich  zunächst  nur  aus  diesem  selber 
construiren.  Eine  allgemeine  alt-  oder  mittelenglische  grammatik  giebt  es  be- 
kanntlich ebenso  wenig,  wie  eine  alt-  oder  ?nittelenglische  Schriftsprache. «  Ich 
möchte  hinzufügen  :  auch  keine  nord-  oder  mittelländische. 


—      XCII      — 

des  plur.  in  die.  präs.  müssten  wir  das  südliehe  \>,  wenn  ein  Personal- 
pronomen vorhergeht  oder  folgt,  streichen,  7venn  ein  subst.  vorher- 
geht, es  in  s  vei'wandeln  (z.  b.  v.  1115  comej?,).  Aber  belege  für 
den  letzteren  fall  bieten  die  reime  nicht,  und  wissen  wir  wirklich 
genau,  ob  unser  autor  sich  an  dies  gesetz  strenger  gehalten  hat  als 
R.  Rolle  (vgl.  Brandt  a.  a.  0.  p.  72)  oder  der  dichter  der  Su- 
sanna ? 

Trotz  alledem  wäre  es  natürlich  eine  verhältnissmässig  geringe 
mühe  gewesen,  ausgeprägt  südliche  worte  und  formen  durch  nördliche 
zu  ersetzen ;  ich  meinte  aber,  dass  damit  herzlich  wenig  gewonnen 
wäre,  wenn  wir  doch  nicht  im  stände  sind,  auch  nur  annähernd  das 
gedieht  so  herzustellen,  wie  es  bezüglich  der  spräche  aus  der  hand 
des  dichters  hervorgegangen  ist;  wir  erhielten  dann  nur  ein  mach- 
werk,  welches  weder  original  noch  Überlieferung  richtig  repräsentirte. 
Aus  demselben  gründe  habe  ich  auch  an  den  vokalen  der  reimworte 
nichts  verändert,  doch  sind  alle  fraglichen  fälle  in  diesem  abschnitte 
der  einleitung  zur  besprechimg  gekommen.  Ganz  anders  würde  die 
sacke  liegen ,  wenn  es  sich  etwa  darum  handelte ,  ein  in  südliche 
mundart  umgeschriebenes  werk  R.  Rolle s  kritisch  herauszugeben]  in 
einem  solche?i  falle  würde  es  ein  schiv  er  er  fehler  sein,  wenn  man  die 
uniformirung  unterliesse,  da  nördliche  hss.  von  anderen  seiner  dich- 
hingen  uns  mit  allen  nur  irgend  wünschenswerten  kriterien  für  eine 
solche  arbeit  versehen  würden.  Unter  Verhältnissen  jedoch,  wie  sie 
hier  vorliegen ,  ist  wenigstens  für  jetzt  noch  völlige  enthaltsamkeit 
geboten.  Uebrigens  haben  die  in  neuester  zeit  gemachten  uniformi- 
rungsversuche  nicht  einmal  in  Deutschland,  geschweige  denn  in  Eng- 
land allgemeine  billigung  gefunden. 

Meine  ausgäbe  schliesst  sich  also  möglichst  genau  an  die  hs.  an. 
In  der  hs.  durch  abkürzungen  ausgedrückte  buchstaben  oder  sylben 
sind  durch  cursivdruck  als  solche  bezeichnet.  In  der  trennung  und 
zusammenschreibung  der  worte  habe  ich  mir  einige  kleine  abweichungen 
vom  ms.  gestattet.  So  findet  sich  z.  b.  der  unbestimmte  artikel  mehr- 
fach mit  dem  folgenden  worte  verbunden,  während  ich  ihn  stets  se- 
parat wiedergebe.  Fälle  wie  v.  3167  anay,  wo  es  fraglich  ist,  ob 
an  ay  oder  a  nay  zu  schreiben  ist  (vgl.  das  häufige  a  no)?er),  sind 
besonders  angemerkt.  Das  präfix  y  des  pari,  prät.,  das  bekannt- 
lich in  den  hss.  häufig  allein  steht,  habe  ich  mit  der  betr.  verbal- 
form verbunden;  ebenso  sind  unzweifelhaft  zusammengehörige  wort- 
theile   vereinigt  worde?i,    wie   bi    gan,    bi    forn,   bi  tvene,   bi  stode, 


—      XCIII      — 

/ 

for  ^eue,  a  winne,  for  lorn,  vn  troweand,  vnder  stode,  während 
wirkliche  composita  in  ihrer  trennung  belassen  wurden. 

Die  Interpunktion  ist  nach   deutschen  prineipien  geregelt. 

Conjecturen  habe  ich  nur  da  i?i  den  text  aufgenommen,  wo  ich 
dieselben  für  völlig  gesichert  hielt;  sonst  wurden  sie,  auch  wenn 
unläugbar  irgend  welche  verderbniss  vorlag,  nur  in  den  amtier kungen 
vorgebracht  und  begründet. 

Endlich  habe  ich  es  für  zweckmässig  erachtet,  von  str.  CHI 
ab  die  Scott' 'sehe  Zählung  der  Strophen  in  klammern  beizufügen,  um 
dadurch  das  auffindet!  älterer  citaie  zu  erleichtern. 


SIR  TRISTREM. 


Kölbing,  Sir  Tristrem. 


1  was  a[t  Erceldoun,]  281 a. 

WiJ?  Tomas  spak  y  J?are ; 

J>er  herd  y  rede  in  roune, 

Who  Tristrem  gat  and  bare; 
5  Who  was  king  wiJ?  croun, 

And  who  him  fosterd  ^are, 

A?id  who  was  bold  baroun, 

As  ]?air  eiders  wäre. 

Bi  ^ere 
10  Tomas  telles  in  toun 

J>is  auentours,   as  j?ai  wäre. 

II. 

Pis  semly  somers  day, 

In  winter  it  is  nou^t  sen ; 

Vis  greues  wexen  al  gray, 
1 5  }>at  in  her  time  were  grene  ; 

So  dos  J?is  world,   y  say, 

Ywis  and  nou^t  at  wene : 

Pe  gode  ben  al  oway, 

f>at  our  eiders  haue  bene, 
20  To  abide. 

Of  a  kni^t  is,   ]?at  y  mene ; 

His  name,  it  sprong  wel  wide. 

III. 

Wald  Rouland  J?ole  no  wrong, 
Pei  Morgan  lord  wes ; 


1)  Das  eingeklammerte  ist  mit  dem  darüber  stehenden  bilde  bis  auf  die 
unteren  spitzen  weggeschnitten.  Am  fttssc  der  vorhergehenden  seile  [fol.  280 cl) 
findet  sich  der  custos:  y  was  at  erceldoun;  auch  am  ivirklichen  anfange  des 
gedichtes  scheint  erceldoun,  tzichl  erceldoun  geschrieben  gewesen  zu  sein.  Nach 
Murray  s  sehr  plausibler  vermuthung  stand  in  der  vorläge  des  Schreibers  Erchel- 
doun,  was  er  für  Ertheldoun  las  und  th  seiner  sonstigen  Schreibweise  geniäss 
durch  J)  ersetzte  (vgl.  The  Romance  and  Prophecies  of  Thomas  of  Erceldoune, 
ed.  Murray.  London  1875,  p.  XXI).  6)  fosterd]  ms.  fovsterd.  »3)  Rouland  I 
Morgan  ms. 


—     4     — 

He  brak  his  castels  strong,  25 

His  bold  borwes  he  ches ; 

His  men  he  SI0112;  among 

And  reped  him  mani  a  res. 

Pe  wer  lasted  so  long, 

Til  Morgan  asked  pes  30 

Purch  pine ; 

For  so)>e  wij?  outen  les, 

His  liif  he  wende  to  tine. 

IV. 

281   •  aus  pe  batayl,   it  bigan 

—  Wite)?  wele,  it  was  so!   —  35 

Bitvene  pe  douk  Morgan 

And  Rouland,   J?at  was  ]>xo, 

PaX  neuer  J?ai  no  lan, 

Pe  pouer  to  wirche  wo; 

t>ai  spilden  mani  a  man  40 

Bitven  hem  seluen  to 

In  prise  : 

l>at  on  was  douk  Morgan, 

J>at  oJ?er  Rouland  rise. 

V. 

Pe  kni^tes,   }?at  were  wise,  45 

A  forward  fast  J?ai  bond, 
J>at  ich  a  man  schul  ioien  his 
And  seuen  5er  to  stond, 
Pe  douke  and  Rouland  riis. 

Per  to  J?ai  bed  her  hond,  50 

To  hei^e  and  holden  priis, 
And  foren  tili  Inglond, 
To  lende ; 

Markes  king  J?ai  fond 
WiJ?  kni^tes  mani  and  hende.  55 

VI. 

To  Marke,  pe  king,   J?ai  went 
WiJ?  kni^tes  proude  in  pres, 
And  teld  him  to  ]?ende 
His  auentours,   as  it  wes. 

He  preyd  hem  as  his  frende,  6o 

To  duelle  wij?  him  in  pes. 
Pe  kni^tes,  }?ai  were  hende 
And  dede  wij?  outen  les 
In  lede : 

A  turnament  J?ai  ches  65 

WiJ?  kni^tes  stij?e  on  stede. 


—     5     — 

VII. 

Glad  a  man  was  he, 
Pe  turnament  dede  crie, 
PaX  maidens  mi^t  hiw  se 

70  And  011er  pe  walles  to  lye. 

Pai  asked,   who  was  fre, 
To  win  pe  maistrie : 
J>ai  seyd,   J>at  best  was  he, 
Pe  child  of  Ermonie, 

75  In  tour; 

For  pi  chosen  was  he 
To  maiden  Blauwcheflour. 


80 


VIII. 
Pe  maiden  of  hei^e  kinne  28lC- 

Sehe  cald  hir  maisters  pxe : 


Bot  ^iue  it  be  J?urch  ginne, 
A  selly  man  is  he ; 
Purch  min  hert  wi)?  inne 
85  Ywounded  ha)?  he  me 

So  sone : 

Of  bale  bot  he  me  blinne, 
Mine  liif  days  ben  al  done !  « 

IX. 

He  was  gode  and  hende, 
9°  StalworJ?,   wise  and  wi^t; 

Into  Jns  londes  ende 

Y  not  non  better  kni^t, 

Trewer  non  to  frende, 

And  Rouland  riis  he  hi^t. 
95  To  batayl  gan  he  wende, 

Was  wounded  in  J?at  fi^t 

Ful  feile. 

Blau#cheflour,  pe  bri^t, 

Pe  tale  )>an  herd  sehe  teile. 

X. 

100  Sehe  seyd:    »Wayleway!« 

When  hye  herd,   it  was  so; 

To  hir  maistresse  sehe  gan  say, 

J>at  hye  was  boun  to  go 

To  pe  kni^t,   J?er  he  lay. 
10 5  Sehe  swouned  and  hir  was  wo  ; 

So  comfort  he  pdX  may, 

79)  Nach  dieser  zeile  hat  der  Schreiber  zwei  verse  übersprungen. 


6 


A  knaue  child  gat  J?ai  two, 

So  dere; 

And  se)?J?en  men  cleped  him  so : 

Tristrem,   J?e  trewe  fere.  no 

XL 

Pe  trewes,  J?at  J?ai  hadde  tan 
And  stabled  in  her  Jwu^t, 
J>an  brak  \>e  douk  Morgan, 
He  no  wald  held  it  nou^t. 

Rohand  trewe  so  stan,  "5 

A  letter  he  J?er  wrou^t 
And  sent  to  Rouland  onan, 
As  man  of  socour  sou^t 
In  kare, 

To  help,   what  he  mou^t,  1^o 

Or.  lesen  al  )?at  ]?er  wäre. 

XII. 


Rouland  riis  in  tene 
Tc 

281  d. 


Tok  leue  at  Markes  king 


125 


130 


XIII. 


lle,  x35 

Or  J?ou  wilt  wende  wi)?  nie.« 

» Mi  duelling  is  hir  ille : 

Bihold  and  tow  may  se; 

Mi  rede  is  taken  J?er  tille, 

t>at  fare  y  wille  wij>  )?e  J40 

And  finde 

J>i  fair  folk  and  J?i  fre 

O  lond,   ]?er  is  )>i  kinde ! « 

123)  Die  folgenden  zwölf  zeilen  standen  auf  der  rücksei te  des  auf  diesem 
blatte  ausgeschnittenen  bildes  und  sind  mit  diese?n  verloren.  Am  Schlüsse  von 
v'   r3S  glaube  ich  noch  lle  zu  lesen. 


XIV. 
J>ai  busked  and  maked  hem  boun, 
145  Nas  per  no  leng  abade ; 

J>ai  lefted  goinfainoun 

And  out  of  hauen  )?ai  rade. 

Til  J?ai  com  til  a  toun, 

A  castel,   Rohant  had  made ; 
15°  Her  sailes  J?ai  leten  doun 

And  kni^t,   ouer  bord  J?ai  strade 

AI  cladde. 

Pe  kni$tes,  J?at  wer  fade, 

J>ai  dede  as  Rohand  bade. 

XV. 

155  Rohand,  ri^t  he  radde: 

»J>is  maiden  schal  ben  oure, 

Rouland  riis  to  wedde, 

At  weld  in  castel  tour, 

To  bring  hir  to  his  bedde, 
160  J>at  brietest  is  in  bour: 

Nas  neuer  non  fairer  fedde, 

J>an  maiden  Blau^cheflour, 

AI  bli>e ! « 

After  J?at  michel  anour 
165  Parting  com  per  swi)?e. 

XVI. 

In  hird  nas  nou^t  to  hele, 

I>at  Morgan  telles  in  toun : 

Mekeliche  he  gan  mele  z%z*. 

Among  his  men  to  roun : 
i/o  He  bad  his  kni^tes  lele, 

Com  to  his  somoun 

WiJ>  hors  and  wepenes  feie 

And  rered  goinfaynoun. 

]>at  bold. 
*75  He  rode  so  king  wij?  croun, 

To  win  al  j>at  he  wold. 

XVII. 

Of  folk  pe  feld  was  brade, 
J>er  Morgan  men  gan  bide; 
Po  Rouland  to  hem  rade, 
O^ain  him  gun  J?ai  ride; 
Swiche  meting  nas  neuer  made 


180 


163,  Für  al  könnte  in  der  hs.  auch  as  gelesen  werden. 


—     8     — 

WiJ?  sorwe  on  ich  a  side. 

Per  of  was  Rouland  glade, 

Ful  fast  he  feld  her  pride. 

WiJ>  paine  185 

Morgan  scaped  J?at  tide, 

Pat  he  nas  nou£t  slain. 

XVIII. 
Morganes  folk  cam  newe 
On  Rouland  riis,  pe  gode ;  • 

On  helmes  gun  J?ai  hewe,  19° 

J>urch  brinies  brast  pe  blöd ; 
Sone  to  dej?  J?er  drewe 
Mani  a  frely  fode. 
Of  Rouland  was  to  rewe, 

To  grounde  when  he  2;ode,  *95 

]>at  bold: 

His  sone  him  after  stode, 
And  dere  his  dej?  he  sold. 

XIX. 

RewJ?e  mow  ^e  here 
Of  Rouland  riis,  pe  kni^t :  200 

J>re  hundred  he  slou^  J?ere 
WiJ?  his  swerd  bri5t; 
Of  al  ]>o7  paX  J?er  were, 
Mi^t  non  him  feile  in  fi^t, 

Bot  on  wij?  tresoun  )?ere  205 

J>urch  J?e  bodi  him  pi^t. 
WiJ>  gile 

To  de)>  he  him  di^t  — 
Alias  J?at  ich  while ! 

XX. 

His  hors  o  feld  him  bare  2I° 

Alle  ded  hom  in  his  way : 
282  b«  Gret  wonder  hadde  he  ^ou^t  J?are 

J>at  folk  of  ferly  play. 
Pt  tiding  com  wij>  care 

To  Blau/zcheflour,   J?at  may ;  215 

For  hir  me  rewej?  sare: 
On  child  bed,   J?er  sehe  lay, 
Was  born 

Of  hir  Tristrem  )?at  day, 
Ac  hye  no  bade  nou^t  )?at  morn.  22° 

187)  Ms.  uas?       189)   On]  Ms,  Of. 


—     9     — 

XXL 

A  ring  of  riche  hewe 
}>an  hadde  )?at  leuedi  fre; 
Sehe  toke  it  Rohand  trewe, 
Hir  sone  sehe  bad  it  be : 

225  »Mi  bro]?er  wele  it  knewe, 

Mi  fader  ^af  it  me ; 
King  Markes  may  rewe, 
Pe  ring,   pan  he  it  se, 
And  moun: 

2 30  As  Rouland  loued  J?e, 

}>ou  kepe  it  to  his  sone ! « 

XXII. 

Pe  folk  stode  vnfain 
Bifor  J?at  leuedi  fre: 
»Rouland,  mi  lord,  is  slain, 

2 35  He  spekej?  no  more  wij>  me! 

Pat  leuedi,  nou^t  to  lain, 
For  so)?e  ded  is  sehe ! 
Who  may  be  ogain? 
As  god  wil,  it  schal  be, 

24o  Vnbli>e.« 

Sorwe  it  was  to  se : 

f>at  leuedi  swelted  swij?e. 

XXIII. 

Geten  and  born  was   so 
Pq  child,   was  fair  and  white. 

245  Nas  neuer  Rohand  so  wo : 

He  nist  it  whom  to  wite. 
To  child  bed  ded  he  go 
His  owhen  wiif  al  so  tite 
And  seyd,   he  hadde  children  to, 

2 5°  On  hem  was  his  delite, 

Bi  Crist! 

In  court  men  cleped  him  so : 
£0  'tram'  bi  for  )>e   'trist'. 

XXIV. 

Douk  Morgan  was  blij?e, 
255  J?o  Rouland  riis  was  doun; 

He  sent  his  sond  swij?e 
And  bad,   al  schuld  be  boun 


282«. 


223    Ms.  Rouhand.      235)   Ms.  spekel5.     Das  wort  steht  z.  th.  auf  rasur. 
237)    Vor  sehe  sind  etwa  zwei  buchstaben  radirt.       246    uist  hs.? 


—     10     — 

And  to  his  lores  lij?e, 

Redi  to  his  somoun. 

Durst  non  o^ain  h\m  kij?e,  260 

Bot  ^alt  him  tour  and  toun 

So  sone : 

No  was  no  king  wij>  croun, 

So  richeliche  hadde  ydone. 

XXV. 

Who  ^af  broche  and  beider  265 

Who,   bot  douke  Morgan? 
Cruwel  was  and  hei^e, 
O^aines  \i\m  stode  no  man. 
To  conseil  he  callej?  nei^e 

Rohand  trewe  so  stan,  270 

A?id  euer  he  dede  as  J?e  slei^e 
And  held  his  hert  in  an, 
J>at  wise : 

It  brast  J>urch  blöd  and  ban, 
^if  hope  no  wäre  to  rise.  275 

XXVI. 

JNow  haj?  Rohand  in  ore 
Tristrem,   and  is  ful  blij?e. 
Pe  child  he  set  to  lore, 
And  lernd  him  al  so  swi}?e; 

In  bok,  while  he  was  J?ore,  280 

He  stodiej?  euer,   £>at  stij?e. 
Po  )>at  bi  him  wore, 
Of  him  weren  ful  blij?e ; 
)>at  bold, 

His  craftes  gan  he  kij?e  285 

O^aines  hem,when  he  wold. 

XXVII. 

Fiftene  ^ere  he  gan  him  fede, 
Sir  Rohand,   )?e  trewe; 
He  tau^t  him  ich  a  lede 

Of  ich  maner  of  glewe  29° 

And  euerich  playing  )?ede, 
Old  lawes  and  newe; 
On  hunting  oft  he  ^ede, 
To  swiche  a  lawe  he  drewe 


258)  e  in  lores  auf  rasur  geschrieben.  266)  a  in  Morgan  aus  s einem  an- 
deren Buchstaben  corrigirt.  268)  a  in  O^aines  auf  rasur.  294)  Diese  zeile 
ist  vom  abschreibet'  offenbar  anfangs  übersprungen  und  später  von  ihm  in 
kleinerer  schrift  zwischen  v.   293  und  v.  295  nachgetragen. 


—    11    — 

295  AI  )nis; 

More  he  couJ?e  of  veneri, 
J>an  cou)?e  Manerious. 

XXVIII. 

Per  com  a  schip  of  Norvvay 

To  sir  Rohandes  hold 
300  Wi}>  haukes  white  and  gray 

And  panes  fair  yfold.  282  d. 

Tristrem  herd  it  say ; 

On  his  playing  he  wold 

Tventi  Schilling  to  lay. 
30s  Sir  Rohand  him  told 

And  tau$t ; 

For  hauke  siluer  he  ^old, 

Pe  fairest,   men  him  rau^t. 

XXIX. 

A  cheker  he  fond  bi  a  cheire, 
310  He  asked,   who  wold  play. 

Pe  mariner  spac  bonair : 
»Child,   what  wiltow   lay?« 
»O^ain  an  hauke  of  noble  air 
Tventi  schillinges,  to   say  : 
Whe]?er  so  mates  o]?er  fair, 
Bere  hem  bo)?e  oway.« 
WiJ?  wille 

Pe  mariner  swore  his  faye : 
»For  so]?e,   ich  held  J?er  tille!« 

XXX. 

32°  Now  bo]?e  her  wedde  lys 

And  play  ]?ai  biginne ; 

Ysett  he  haj?  pe  long  asise 

And  endred  be)>  per  inne. 

Pe  play  biginne]?  to  arise, 
325  Tristrem  dele)?  atvinne; 

He  dede  als  so  pe  wise : 

He  2;af  has  he  gan  winne 

In  raf; 

Of  playe  ar  he  wald  blinne, 
33°  Sex  haukes  he  £at  and  %a.L 

304)  1  in  lay  ist  an  der  spitze  durch  rasur  etwas  beschädigt.  305)  Ms. 
Rouhand.  307)  Vor  he  ist  ein  buchstabe  ausradirt.  312)  1  in  lay  ist  mit 
dunklerer  tinte  nachgetragen.        325)   tristem  ms. 


—     12     — 

XXXI. 

Rohand  toke  leue  to  ga, 
His  sones  he  cleped  oway ; 
Pe  fairest  hauke  he  gan  ta, 
J>at  Tristrem  wan  J?at  day. 

WiJ?  him  he  left  ma  335 

Pans  for  to  play ; 
Pe  mariner  swore  al  so, 
Pat  pans  wold  he  lay 
An  stounde : 

Tristrem  wan  J?at  day  340 

Of  him  an  hundred  pounde. 

XXXII. 

Tristrem  wan  ]?at  J>er  was  layd. 
A  tresoun  )?er  was  made. 
No  lenger  J?an  )?e  maister  seyd, 
283 a.  Of  gate  nas  per  no  bade.  345 

As  }>ai  best  sat  and  playd, 
Out  of  hauen  j?ai  rade ; 
Opon  )?e  se  so  gray 
Fram  J?e  brimes  brade 

Gun  flete:  35© 

Of  lod  ]?ai  were  wel  glade, 
And  Tristrem  sore  wepe. 

XXXIII. 

His  maister  J?an  )?ai  fand 
A  bot  and  an  are: 

Hye  seyden:    »^ond  is  J?e  land,  355 

And  here  schaltow  to  bare : 
Chese  on  ai]?er  hand, 
WheJ?er  pe  leuer  wäre 
Sink  or  stille  stand ; 

Pe  child  schal  wij?  ous  fare  36° 

On  flod ! « 

Tristrem  wepe  ful  sare, 
J>ai  I0U5  and  J?ou£t  it  gode. 

XXXIV. 

Ni^en  woukes  and  mare 
Pe  mariners  flet  on  flod,  365 

Til  anker  hem  brast  and  are 
And  stormes  hem  bistode; 
Her  sorwen  and  her  care 
J>ai  witt  )?at  frely  fode; 
}>ai  nisten,  hou  to  fare,  37° 


—     13     — 

Pe  wawes  were  so  wode 
WiJ?  winde  : 

O  lond  J?ai  wold,   he  ^ede, 
^if  J?ai  wist  ani  to  finde. 

XXXV. 

375  A  lond  J?ai  nei^ed  nei^e, 

A  forest  as  it  wäre, 

Wi}>  hilles,  ]?at  wer^  hei^e 

And  holtes,   J?at  weren  hare. 

O  lond  )?ai  sett  J?at  slei^e 
38°  Wif>  al  his  wining  ^are, 

WiJ?  broche  and  riche  bei^e, 

A  lof  of  brede  ^ete  mare, 

Pat  milde. 

Weder  J?ai  hadde  to  fare, 
385  A  Lond  J?ai  left  J>at  childe. 

XXXVI. 

Winde  )?ai  had  as  J?ai  wolde, 

A  lond  bilaft  he; 

His  hert  bigan  te  cold, 

J>o  he  no  rrn^t  hem  nou^t  se  ;  283 *>. 

39o  To  Crist  his  bodi  he  ^ald, 

J>at  don  was  on  fce  tre : 

»Lord,   mi  liif,   me  bihold, 

In  world  £011  wisse  me 

At  wille: 
395  Astow  art  lord  so  fre, 

£011  lete  me  neuer  spüle  I  « 

XXXVII. 

\>o  Tomas  asked  ay 

Of  Tristrem,   trewe  fere, 

To  wite  J?e  ri^t  way, 
4°o  Pe  styes  for  to  lere. 

Of  a  prince  proude  in  play 

ListneJ?,   lordinges  dere ! 

Who  so  better  can  say, 

His  owhen  he  may  here 
405  As  hende: 

Of  Jnng,   J?at  is  him  dere, 

Ich  man  preise  at  ende ! 

XXXIII. 

In  o  robe  Tristrem  was  boun. 
t>at  he  fram  schip  hadde  brou^t. 


—     14     — 

Was  of  a  blihand  broun,  410 

Pe  richest,   J?at  was  wrou^t, 

As  Tomas  teile p  in  toun. 

He  no  wist,   what  he  mou^t, 

Bot  semly  sett  him  doun 

And  ete  ay  til  him  gode  Jxni^t;  41 5 

Ful  sone 

Pe  forest  for)>  he  sou^t, 

When  he  so  hadde  done. 

XXXIX. 

He  toke  his  lod  vnli^t, 
His  penis  wij?  him  he  bare ;  42° 

Pe  hilles  were  011  hi$t, 
He  clombe  J?o  holtes  hare ; 
Of  o  gate  he  hadde  si^t, 
}>at  he  fond  ful  ^are ; 

Pe  paj?  he  toke  ful  ri^t.  4*5 

To  palmers  mett  he  J?are 
On  hand ; 

He  asked  hem,   whennes  J?ai  wäre : 
J>ai  seyd  :    »Of  Yngland.« 

XL. 

For  drede,   }>ai  wald  him  slo,  43° 

He  temed  him  to  pe  king ; 
He  bede  hem  pens  mo, 
2g3c-  AiJ>er  ten  Schilling, 

^if  ]?ai  wald  wi]>  him  go 

And  to  pe  court  him  bring.  435 

» 2yis  ! «  psii  sworen  )>o 

Bi  pe  lord  ouer  al  J?ing, 

Ful  sone. 

Ful  wel  biset  his  J?ing, 

J?at  ra)?e  ha]?  his  bone.  44° 

XLI. 

Pe  forest  was  fair  and  wide, 
Wij?  wilde  bestes  ysprad, 
Pe  court  was  ner  biside, 
Pe  palmers  ]?ider  \i\m  lad. 

Tristrem  hunters  sei^e  ride,  445 

Les  of  houndes  £>ai  ledde; 
J>ai  token  in  J?at  tide 
Of  fat  hertes  yfedde 


442)  Hinter  wij)  steht  nochmals  wif),  durchgestrichen. 


—     15     — 

In  feld; 
45°  In  blehand  was  he  cledde, 

Pe  hunters  him  biheld. 

XLII. 

Jjestes  J?ai  brac  and  bare, 

In  quarters  J?ai  hem  wrou^t, 

Martirs  as  it  wäre, 
455  P2X  husbond  men  had  bou^t. 

Tristrem  J?o  spac  j?are 

And  seyd,   wonder  him  j?ou£t : 

»Ne  sei^e  y  neuer  are 

So  wilde  best  ywrou^t 
460  At  wille! 

OJ?er«,  he  seyd,   »y  can  nou^t, 

Or  folily  ^e  hem  spüle.« 

XLIII. 

Vp  stode  a  seriau^t  bold 

And  spac  Tristrem  o^ain : 
465  »We  and  our  eiders  old, 

J>us  J?an  haue  we  sain  ; 

Oj?er  J?ou  hast  ous  told : 

^ond  li|?  a  best  vnflain ; 

Atire  it,   as  )?ou  wold, 
470  And  we  wil  se  ful  fain 

In  feld!« 

In  lede  is  nou^t  to  lain : 

Pe  hunters  him  biheld. 

XLIV. 

Tristrem  schare  pe  brest, 
475  Pe  tong  sat  next  pe  pride; 

Pe  heminges  swij?e  on  est 

He  schar  and  layd  biside ; 

Pe  breche  adoun  he  )?rest,  28  3 d. 

He  ritt  and  gan  to  ri^t; 
480  Boldliche  per  nest 

Carf  he  of  J?at  hide, 

Bidene : 

Pe  bestes  he  graij?ed  J?at  tide, 

As  mani  se]?)?en  has  ben. 

XLV. 

485  Pe  spande  was  pe  first  brede, 

Pe  erber  di^t  he  ^are, 

460)  Mit  venveisungszeichen  später  nachgetragen.       464 )   tristem  ms. 


—     16     — 

To  pe  stifles  he  ^ede 

And  euen  ato  hem  schare ; 

He  ri^t  al  pe  rede, 

Pe  wombe  oway  he  bare,  490 

Pe  nouwbles  he  ^af  to  mede : 

J>at  seilen,   j?at  per  wäre 

AI  so; 

J>e  rigge  he  croised  mare, 

Pe  chine  he  smot  a  tvo.  495 

XL  VI. 

Pe  forster  for  his  ri^tes 
Pe  left  schulder  ^af  he, 
Wib  hert,   liuer  and  li^tes 
And  blöd  tille  his  quirre ; 

Houndes  on  hyde  he  diätes,  5°o 

Alle  he  lete  hem  se ; 
Pe  rauen  he  ^aue  his  ^iftes, 
Sat  on  pe  fourched  tre, 
On  rowe  : 

» Hunters,   whare  be  7,e  ?  5°5 

Pe  tokening  schuld  ^e  blowe  ! « 

XL  VII. 

He  ti^t  pe  mawe  on  tinde 
And  eke  pe  gargiloun  ; 
J>ai  blewen  pe  ri^t  kinde 

And  radde  pe  ri^t  roun.  510 

J>ai  wist  pe  king  to  finde 
And  senten  for]?  to  toun, 
And  teld  him,   vnder  linde 
Pe  best,   hou  it  was  boun 

And  brou^t.  5*5 

Marke,   pe  king  wij>  croun, 
Seyd,  J?at  feir  him  J?ou£t. 

XLVIII. 

Pe  tokening  when  bai  blewe, 
J>er  wondred  mani  a  man; 

Pe  costom  bai  nou^t  knewe,  *>zo 

For  bi  fro  bord  J?ai  ran ; 
2g4a.  No  wist  J?ai  nou^t,   hou  newe 

t>ai  hadde  hunters  ban. 
It  is  a  man  er  of  glewe, 
To  teche  hem,  bat  no  can  525 

491)   Ms.  noubles.     Die  vorläge  bot  getviss  noübles. 


—     17     — 

Swiche  ]?ing : 

Alle  bli)?e  weren  J?ai  }?an, 

J>at  ^ede  bifor  pe  king. 

XLIX. 

Pe  king  seyd :  »Where  werd  f>ou  born  ? 
53°  What  hattou,   belamye?« 

Tristrem  spac  biforn  : 

» Sir,   in  Hermonie  ; 

Mi  fader  me  ha)?  forlom, 

Sir  Rohand,   sikerly, 
535  Pe  best  blower  of  hörn 

And  king  of  venery 

For  J^ou^t.« 

Pe  lasse  ^af  Mark  for  p'\, 

For  Rohand  he  no  knewe  nou^t. 

L. 

540  pe  king  no  seyd  no  more, 

Bot  wesche  and  ^ede  to  mete ; 

Bred  J?ai  pard  and  schare, 

Ynou^  J?ai  hadde  at  ete; 

WheJ?er  hem  leuer  wäre, 
545  Win  or  ale  to  gete, 

Aske  a?id  haue  it  ^are, 

In  coupes  or  hornes  grete 

Was  brou^t; 

t>er  while  J>ai  wold,  pdi\  sete, 
55o  And  risen,   when  hem  gode  J?ou^t. 

LI. 

An  harpour  made  a  lay, 

PdX  Tristrem,   aresound  he. 

Pe  harpour  ^ede  oway : 

»Who  better  can,   lat  se!« 
555  »Bot  y  pe  mendi  may, 

Wrong  J?an  wite   y  pe ! « 

Pe  harpour  gan  to  say : 

»}>e  maistri  ^iue  y  pe 

Ful  sket ! « 
56°  Bifor  pe  kinges  kne 

Tristrem  is  cald  to  set. 

LH. 

BYipe  weren  J?ai  alle 
And  merkes  gun  J?ai  minne, 
Token  leue  in  pe  halle: 

Kölbing,  Sir  Tristrem.  2 


—     18     — 

»Who  mi$t  )?e  child  winne?«  565 

284 b.  Mark  gan  Tristrem  calle, 

Was  comen  of  riche  kinne; 

He  ^af  him  robe  of  palle 

And  pane  of  riche  skinne 

Ful  sket;  570 

His  chau/?zber  he  li)>  inne 

And  harpej?  notes  swete. 

Uli. 

INI  ow  Tristrem  lat  we  J?are, 
WiJ?  Marke  he  is  ful  dere. 

Rohand  rewej?  sare,  575 

J>at  he  no  mi^t  of  him  here  ; 
Ouer  londes  he  gan  fare 
WiJ?  sorvve  and  reweful  chere, 
Seuen  kingriche  and  mare, 

Tristrem  to  finde  J?ere,  580 

And  sollet; 

His  robes  riiien  were, 
Perfore  no  leued  he  nou^t. 

LIV. 

Nou^t  no  semed  it  so 
Rohand,   J?at  noble  kni^t ;  585 

He  no  wist  whider  to  go, 
So  was  he  brou^t  o  mi^t ; 
To  swinke  men  wold  hi;/z  to 
For  mete  and  robes  ri^t. 

WiJ?  o)?er  werkmen  mo  59° 

He  bileft  al  ni^t 
In  land ; 

Of  J?e  palmers  he  hadde  a  si^t, 
J>at  Tristrem  first  fand. 

LV. 

His  asking  is  euer  newe  595 

In  trauail  and  in  pes. 
J>e  palmer  seyd,   he  him  knewe 
And  wiste  wele,   what  he  wes : 
»His  robe  is  of  an  hewe, 

Blihand  wi)?  outen  les ;  6o° 

His  name  is  Tristrem  trewe, 
Bifor  him  scheres  pe  mes, 

582/.)  Auf  rasur  geschrieben.       590)    mo   von  jüngerer   hand  auf  rasur 
geschrieben.       S9zf)  Auf  rasur  geschrieben. 


—     19     — 

J>e  king. 

Y  bremst  him,   J?er  he  ches, 
605  He  ^aue  nie  ten  Schilling.« 

LVI. 

»So  michel  wil  y  ^iue  J?e« 

Qua)?  Rohand,   »will  ?,e  ta, 

Pe  court  ^e  lat  nie  se  ! « 

Pe  palmers  seyd :    » ^a  !  « 
610  Bli)?e  )?er  of  was  he  284« 

And  redily  ^af  him  sa 

Of  wel  gode  mone 

Ten  schilinges  and  ma 

Of  gayn : 
615  Rohand  was  ml  J?ra, 

Of  Tristrem  for  to  frain. 

LVII. 

In  Tristrem  is  his  delit 

And  of  him  spekej?  he  ay. 

Pe  porter  gan  him  wite 
620  And  seyd:    »Cherl!   go  oway, 

Opex  y  schal  pe  smite ! 

What  dostow  here  al  day?« 

A  ring  he  rau^t  him  tite 

—  Pe  porter  seyd  nou^t  nay  — 
62  5  In  hand. 

He  was  ful  wise,  y  say, 

Pat  first  ^aue  ^ift  in  land. 

LVIII. 

Rohand  J?o  tok  he 

And  at  J?e  gate  in  lete ; 
63°  Pe  ring  was  fair  to  se, 

Pe  ^ift  was  wel  swete. 

Pe  huscher  bad  him  fle : 

«Cherl,   oway  wel  sket, 

Or  broken  J?ine  heued  schal  be 
635  And  )>ou  feld  vnder  fet 

To  grounde ! « 

Rohand  bad  him  lete 

And  help  him  at  )>at  stounde. 

LIX. 

Pe  pouer  man  of  mold 
64°  Tok  for)?  ano)?er  ring, 

603)  Auf  rasur  geschrieben.       615)  Rohand]  Ms.  tristrem. 

2* 


—     20     — 

Pe  huscher  he  ^af  j?e  gold, 

It  semed  to  a  king ; 

Formest  ]>o  in  fold 

He  lete  him  in  J?ring ; 

To  Tristrem  trewe  \n  hold  645 

He  hete,   he  wold  h\m  bring, 

And  brou^t; 

Tristrem  knewe  him  no  f>ing, 

And  ferly  Rohand  J^ou^t. 

LX. 

I>ei  men  Tristrem  had  sworn,  650 

He  no  trowed  it  neuer  in  lede, 
J^at  Rohand  robes  were   torn, 
J>at  he  wered  swiche  a  wede. 
284 d.  He  frained  him  biforn  : 

»Child,   so  god  )?e  rede,  655 

How  wer^  J?ou  fram  Rohand  lornV 

Monestow  neuer  in  lede?« 

Nou^t  lain. 

He  kneled  better  spede 

And  kist  Rohand  ful  fain.  660 

LXI. 

»Fader,  no  wretj?e  J>e  nou^t, 
Ful  welcom  er  t,q  ! 
Bi  god,   J?at  man  ha)?  bou^t, 
No  J?ing  no  knewe  y  J?e ; 

WiJ?  sorwe  J?ou  hast  me  sou^t,  665 

To  wite  it,  wo  is  me ! « 
To  Mark  J?e  word  he  brou^t: 
»Wil  7,q  mi  fader  se 
WiJ>  si?t? 

Graij?ed,   y  wil,   he  be,  670 

And  sej?]?en  schewe  him  as  kni^t.« 

LXII. 

Tristrem  to  Mark  it  seyd, 
His  auentours,   as  it  were: 
Hou  he  wij?  schipmen  pleyd, 
Of  lond  hou  J?ai  h\m  bere,  675 

Hou  stormes  hew  bistayd, 
Til  anker  hem  brast  and  are : 
» J>ai  golden  me  J?at  y  layd, 
WiJ?  al  mi  wining  ^are 
In  hand;  68° 


—     21     — 

Y  clambe  )?e  holtes  hare, 
Til  y  J?ine  hunters  fand. ' 

LXIII. 

A  baj?  J?ai  brou^t  Rohand  inne, 

A  barbour  was  redi  J?are ; 
685  AI  rovve  it  was,   his  chinne, 

His  heued  was  white  of  hare ; 

A  scarlet  wij?  riche  skinne 

Ybrou^t  him  was  ful  ?are. 

Rohand  of  noble  kinne, 
69°  J>at  robe  ful  fair  he  bare, 

)>at  bold: 

Who  J?at  had  seyn  him  J?are, 

A  prince  him  misjt  han  told. 

LXIV. 

Fair  his  tale  bigan 
695  Rohand,  )?ei  he  com  lat ; 

Tristrem,   J?at  honour  can, 

To  halle  led  him  J?e  gate. 

Ich  man  seyd  )?an,  285 

Nas  non  swiche,   as  J?ai  wate, 
700  As  was  J>e  pouer  man, 

Pat  J?ai  bete  fram  J?e  gat 

WiJ>  care; 

Nas  non,  ]?at  wald  him  hate, 

Bot  welcom  was  he  J?are. 

LXV. 

70s  Water  ]?ai  asked  swij?e, 

CloJ?  and  bord  was  drain, 

Wit  mete  and  drink  li)?e 

And  seriaunce,   )?at  were  bayn, 

To  serue  Tristrem  swij?e 
7io  And  sir  Rohand  ful  fayn; 

Whasche,   when  ]?ai  wald  rise, 

Pe  king  ros  him  os;ain 

J>at  tide; 

In  lede  is  nou^t  to  layn: 
7J5  He  sett  him  bi  his  side. 

LXVI. 

Rohand,   J?at  was  J?are, 
To  Mark  his  tale  bigan: 
»Wist  ^e,  what  Tristrem  wäre, 


—     22     — 

Miche  gode  7,e  wold  him  an : 

^our  owhen  soster  him  bare,«  720 

—  Pe  king  lij?ed  him  J?an  — 

»Y  nam  sibbe  him  na  mare, 

Ich  au^t  to  ben  his  man. 

Sir  king ! 

Knowe  it,   ^iue  i}e  can,  725 

Sehe  tau^t  me  )?is  ring! 

LXVII. 

When  Rouland  riis,   pe  bold, 
Douke  Morgan  gan  mete  — « 
Pe  tale  when  Rohand  told, 

For  sorwe  he  gan  grete.  73° 

Pe  king  biheld  J?at  old, 
Hou  his  wonges  were  wete ; 
To  Marke  pe  ring  he  ^old, 
He  knewe  it  al  so  sket, 

Gan  loke:  735 

He  kist  Tristrem  ful  skete 
And  for  his  nevou  toke. 

LXVIIL 

£0  J?ai  kisten  him  alle, 
BoJ?e  leuedi  and  kni^t, 

And  seriauwee  in  pe   halle,  740 

And  maidens,   J?at  were  bri^t. 
285b'  Tristrem  gan  Rohand  calle 

And  freined  hi;/z  wij?  si^t : 
»Sir,   hou  may  Jns  falle, 

Hou  may  y  proue  it  ri^t,  745 

Nou^t  lain? 

Tel  me  for  godes  mi^t: 
Hou  was  mi  fader  slayn  ? « 

LXIX. 

Rohand  told  anon 
His  auentours  al  bidene,  75° 

Hou  pe  batayle  bigan, 
Pq  werres  hadden  yben, 
His  moder  hou  hye  was  tan 
And  geten  hem  bitvene : 

»Slawe  was  Rouland   J?an  755 

And  ded  Blau?zche,   pe  schene. 


719;    Vor  an  ist  etwas  radirt;    vgl.  auch  die  anm.  z.  d.  st.        738)    him]   i 
aus  e  corrigirt.       756';  ded  Blauwche  auf  rasur  geschrieben. 


—     23     — 

Nau^t  les, 

For  dout  of  Morgan  kene 

Mi  sone  y  seyd  }>ou  wes.« 

LXX. 

760  Tristrem  al  in  hei^e 

Bifor  pe  king  cam  he  : 

»Into  Ermonie, 

Sir,  now  longej?  me ; 

J>ider  fare  wil  y, 
765  Mi  leue  y  take  of  )?e, 

To  fi^t  wij?  Morgan  \n  hy, 

To  sie  him  of>ur  he  me 

Wi}>  hand : 

Erst  schal  no  man  me  se 
770  O^ain  in  Ingland  !  « 

LXXI. 

Po  was  Mark  ful  wo, 

He  si^t  sore  at  J?at  tide : 

»Tristrem,   \>\  rede  J?ou  ta, 

In  Inglond  forto  abide ! 
775  Morgan  is  wikk  to  slo, 

Of  kni^tes  he  ha}>  gret  pride ; 

Tristrem,   )?ei  ]?ou  be  J?ro, 

Lat  mo  men  wi]>  J?e  ride 

On  rowe ! 
780  Take  Rohand  bi  ]>i  side, 

He  wil  p'me  frendes  knawe ! « 

LXXII. 

To  armes  pe  king  lete  crie 

Pe  folk  of  al  his  land"; 

To  help  Tristrem,   for  ]>\ 
785  He  made  kni^t  wij?  his  hand; 

He  dede  him  han  on  heye  285 

Pe  fairest,   J?at  he  fand, 

In  place  to  riden  him  by, 

To  don  him  to  understand, 
79°  So  swi]?e : 

Sorwe  so  Tristrem  band, 

Mi^t  no  man  make  h'wi  blij?e. 

LXXIII. 

No  wold  he  duellen  a  ni^t, 
Per  of  nas  nou^t  to  say. 
795  Ten  hundred,   )?at  wer^  wi^t, 


—     24     — 

Wenten  wi]?  him  oway. 

Rohand,   Ipe  riche   kni^t, 

Redy  was  he  ay ; 

To  his  castel  ful  ri^t 

He  sailed  J?e  seuen   day  800 

On  rade. 

His  maister  he  gan  pay, 

His  sones  kni^tes  he  made. 

LXXIV. 

His  frendes,   glad  were  J?ai 
—  No  blame  hem  no  man  for  jn !  —  805 

Of  his  coming,   to  say, 
AI  into  Ermonie, 
Til  it  was  on  a  day, 
Morgan  was  fast  by, 

Tristrem  bigan  to  say:  810 

»Wij?  Morgan  speke  wil  y 
And  spede : 
So  long  idel  we  ly, 
Miself  mai  do  mi  nede ! « 

LXXV. 

Tristrem  dede  as  he  hi^t,  815 

He  busked  and  made  him  ^are; 
His  fiftend  som  of  kni^t, 
Wi)?  h\m  ^ede  na  mare. 
To  court  J?ai  com  ful  ri^t, 

As  Morgan  his  brede  schare;  82a 

J>ai  teld  J?o  bi  si^t, 
Ten  kinges  sones  J?ai  wäre; 
Vnsou^t 

Heuedes  of  wild  bare 
Ichon  to  presant  brou^t.  825 

LXXVI. 

Rohand  bigan  to  sayn, 
To  his  kniz;tes  J?an  seyd  he : 
»As  woman  is,   tviis  forlain, 
Y  may  say  bi  me : 

7ji  Tristrem  be  now  sleyn,  830 

285  d.  Yuel  ^emers  er  we. 

To  armes,   kni^t  and  swayn, 

801)  Von  derselben  hand  wie  mo,  v.  590,  auf  rasur  nachgetragen.  814)  mi 
nede  auf  rasur  geschrieben.  817)  His]  s  ist  ausradirt.  Das  über  i  stehende 
zeichen  halte  ich  für  einen  fetten  accent;  doch  könnte  es  auch  allenfalls  als  s 
aufgefasst  werden^ 


—     25     — 

And  swiftly  ride  7,e 
And  swi)?e ! 
835  Til  y  Tristrem  se, 

No  worj?  y  neuer  bli)?e. « 

LXXVII. 

Tristrem  speke  bigan : 

»Sir  king,   god  loke  J?e, 

As  y  J?e  loue  and  an, 
840  And  J?ou  hast  serued  to  me !  « 

Pe  douke  answerd  J?an : 

»Y  pray  mi  lord  so  fre: 

WheJ?er  J?ou  blis  or  ban, 

J>ine  owhen  mot  it  be, 
845  J>ou  bold! 

P'\  nedes  tel  J?ou  me, 

J>ine  erand,   what  J?ou  wold ! « 

LXXVIII. 

» Amendes !    Mi  fader  is  slain, 

Mine  hirritage  Hermonie  !  « 
850  f>e  douke  answerd  o^ain: 

»Certes,   ]>i  fader  )?an  slou^  y! 

Se)?J?en  )?ou  so  hast  sayd, 

Amendes  J?er  ou^t  to  ly: 

ferfore,   prout  svvayn ! 
855  So  schal  y  j?e,   for  J?i 

Ri^t  )?an 

Artow  comen  titly 

Fram  Marke,   J?i  kinsman? 

LXXIX. 

^ongling,   )?ou  schalt  abide ! 
860  Foles  )?ou  wendest  to  fand! 

f>i  fader  }>i  moder  gan  hide, 

In  horedom  he  hir  band  : 

Hou  comestow  wij?  pride  ? 

Out,   traitour,   of  mi  land ! « 
86 5  Tristrem  spak  J?at  tide : 

»J>ow  lext,   ich  vnderstand 

And  wot ! « 

Morgan  wij?  his  hand 

Wi)>  a  lof  Tristrem  smot. 

833)  Vor  ^e  ist  eine  rasur  von  1 — 2  buchstaben.  855)  So]  S  auf  ras ur 
geschrieben.  856/.;  Anf  einer  zeile  geschrieben;  jedoch  scheint  v.  857  nicht 
erst  später  nachgetragen  zu  sein. 


—     26     — 

LXXX. 

On  his  brest  adoun  870 

Of  his  nose  ran  ]?e  blöd. 
Tristrem  swerd  was  boun, 
And  ner  J?e  douke  he  stode. 


875 

WiJ?  ]>dX  was  comen  to  toun 
Rohand  wij>  help  ful  gode 
286  ».  And  gayn. 

AI  J?at  o^ain  hem  stode, 

Wi^tly  were  )?ai  slayn.  880 

LXXXI. 

To  prisoun  J?ai  gun  take 
Erl,   baroun  and  kni^t; 
For  douke  Morgan  sake 
Mani  on  dyd  doun  ri^t. 

Schaftes  )?ai  gun  schake  885 

And  riuen  scheldes  bri^t; 
Crounes  J?ai  gun  crake 
Mani,  ich  wenex  apli^t. 
Saunfayl : 

Bitvene  J?e  none  and  J?e  ni^t  890 

Last  )>e  batayle. 

LXXXII. 

J>us  haj?  Tristrem  )>e  swete 
Yslawe  ]>e  douke  Morgan: 
No  wold  he  neuer  lete, 

Til  mo  castels  wer  tan ;  895 

Tounes  J?ai  ^old  him  skete 
And  cites  sti)?e  of  stan. 
Pe  folk  fei  to  his  fet, 
A^aines  him  stode  J?er  nan 

In  land.  900 

He  slousj  his  fader  ban, 
AI  bowed  to  his  hand. 

LXXXIII. 

Tvo  ^ere  he  sett  J?at  land, 
His  lawes  made  he  cri. 

AI  com  to  his  hand  9° 5 

Almain  and  Ermonie, 


873)  &  ner  J)e  auf  rasur  geschrieben.    Nach   dieser  zeile   hat   der  Schreiber, 
wie  sich  aus  dem  metrum  ergibt,  zwei  verse  übersprungen. 


—     27     — 

At  his  wil  to  stand 
Boun  and  al  redy. 
Rohand  he  >jaf  )?e  wand 
9l°  And  bad  him  sitt  \\\m  bi, 

J>at  fre: 

»Rohand  lord  make  y, 
To  held  Jns  lond  of  me ! 

LXXXIV. 

J>ou  and  J?ine  sones  fiue 
915  Schill  held  f>is  lond  of  me; 

f>er  while  J?ou  art  o  liue, 

)>ine  owhen  schal  it  be ! 

What  halt  it  long  to  striue? 

Mi  leue  y  take  at  te: 
9*o  Til  Inglond  wil  y  riue, 

Mark,   mi  nem,  to  se, 

J>at  stounde!  «  286 ^. 

Now  boskes  Tristrem,   J?e  fre, 

To  Inglond  for  to  founde. 

LXXXV. 

BliJ?e  was  his  bosking 

And  fair  was  his  schip  fare. 

Rohand  he  left  king 

Ouer  al  his  wining  ]?are. 

Schipmen  him  gun  bring 
930  To  Inglond  ful  ^are. 

He  herd  a  newe  tiding, 

J>at  he  herd  neuer  are; 

On  hand 

Mani  man  wepen  sare 
935  For  ransoun  to  Yrland. 

LXXXVI. 

Marke  schuld  ?eld  vnhold, 

Pei  he  were  king  wij?  croun, 

t>re  hundred  pounde  of  gold 

Ich  3er  out  of  toun, 
94ö  Of  siluer  fair  yfold 

)>re  hundred  pounde  al  boun, 

Of  mone  of  a  mold, 

J>re  hundred  pounde  of  latoun 

Schuld  he ; 
945  Pe  ferj?  ^ere,   a  ferly  roun! 

J>re  hundred  barnes  fre. 

923)  Ms.  tristre.       628)  f)are]   {)  aus  einem  anderen  buchstaben  corrigirt. 


—     28     — 

LXXXVII. 

pe  truage  was  com  to  to 
Moraunt,   J?e  noble  kni^t : 
Yhold  he  was  so 

A  neten  in  ich  a  fi^t.  95° 

Pe  barnes  asked  he  po, 
Als  it  war  londes  ri^t. 
Tristrem  gan  stoutely  go 
To  lond  J?at  ich  ni^t 

Of  rade:  955 

Of  pe  schippe  }?ai  hadde  a  si?t, 
Pe  day  )?ai  pexe  obade. 

LXXXVIII. 

Mark  was  glad  and  blij?e, 
Po  he  mi^t  Tristrem  se ; 

He  kist  him  feie  si}?e,  96° 

Welcom  to  him  was  he. 
Marke  gan  tidinges  li]?e, 
Hou  he  wan  londes  fre. 
Tristrem  seyd  J?at  si)?e  : 

»Wat  may  J>is  gadering  be?  965 

286 c.  J>ai  grete!  « 

»Tristrem,   y  teile  it  pe : 
A  J?ing,   J?a  is  me  vnswete. 

LXXXIX. 

Pe  king  of  Yrlond, 
Tristrem,   ich  am  his  man :  97© 

To  long  ichaue  ben  hir  bond, 
WiJ?  wrong  pe  king  it  wan. 
To  long  it  ha]?  ystond, 
On  him  pe  wrong  bigan !  « 

»J>er  to  ich  held  min  hond«,  975 

Tristrem  seyd  J?an 
AI  stille, 

»Moraunt,   J?at  michel  can, 
Schal  nou^t  han  his  wille ! « 

XC. 

Marke  to  conseyl  ^ede  98° 

And  asked  rede  of  )?is; 
He  seyd:    »WiJ?  wrong  dede 
Pe  raunsoun  ytaken  is  !  « 


952]  Vor  rii;t  sind  mehrere  buchstaben  radirt.  955  /.)  Auf  rasur  ge- 
schrieben. 957)  j)ere]  Ms.  dede.  969)  Nach  dieser  zeile  eine  lange  rasur. 
980)  Marke]   r  über  der  zeile  nachgetragen. 


—     29     — 

Tristrem  seyd:    »Y  rede, 
985  J>at  he  J?e  barnes  mis ! « 

t>o  seyd  J?e  king  in  lede : 

«No  was  it  neuer  his 

WiJ>  ri^t ! «" 

Tristrem  seyd:    »Ywis, 
990  Y  wil  defende  it  as  kni^t ! « 

XCI. 

Bi  al  Markes  bald 

J>e  truwage  was  tan. 

Tristrem  gan  it  wij?hald 

As  prince  proude  in  pan. 
995  J>ai  graunted  )?at  Tristrem  wald, 

OJ?er  no  durst  per  nan; 

Nis  ]>er  non  so  bald 

Ymade  of  flesche  no  ban, 

No  kni^t. 
1000  Now  haj?  Tristrem  ytan 

O^ain  Moraimt  to  fi^t. 

XCIL 

Tristrem  him  seif  ^ede, 

Moraunt  word  to  bring, 

And  schortliche  seyd  in  lede : 
1005  »We  no  owe  J?e  nojnng ! « 

Moraunt  o^ain  sede: 

» J>ou  lexst  a  foule  lesing ! 

Mi  body  to  batayl  y  bede, 

To  proue  bifor  J?e  king, 
1010  To  loke.«  286d- 

He  waged  him  a  ring, 

Tristrem  J?e  batayl  toke. 

XCIII. 

J>ai  seylden  into  J?e  wide 

WiJ?  her  schippes  tvo ; 
101 5  Moraunt  bond  his  biside 

And  Tristrem  lete  his  go; 

Moraunt  seyd  )?at  tide  : 

»Tristrem!    Whi  dos  tow  so?« 

»Our  on  schal  here  abide, 
1020  No  be  J?ou  neuer  so  )?ro, 

Ywis  ! 

Whe)?er  our  to  liue  go, 

He  ha)?  anou^  of  Jns ! « 

1000/.)  Auf  rasur  geschrieben. 


—     30     — 

XCIV. 

Pe  yland  was  ful  brade, 
f>at  J?ai  gun  in  fi^t;  1025 

J>er  of  was  Moraunt  glade, 
Of  Tristrem  he  lete  li^t. 
Swiche  meting  nas  neuer  non  made 
Wip  worj?li  wepen  wi^t ; 

AiJ?er  to  o)?er  rade  1030 

And  hewe  on  helmes  bri'^t 
WiJ?  hand. 

God  help  Tristrem,   J?e  kni^t! 
He  fau^t  for  Ingland. 

xcv. 

Moraunt  wij?  his  mi^t  1035 

Rode  wi}?  gret  raundoun 
O^ain  Tristrem,   )?e  kni^t, 
And  )?ou^t  to  bere  him  doun; 
WiJ?  a  launce  vnli^t 

He  smot  him  in  J?e  lyoun,  1040 

And  Tristrem,  J?at  was  wi^t, 
Bar  him  ]?urch  Ipe  dragoun 
In  ]>e  scheid, 

J>at  Moraunt  bold  and  boun 
Smot  he  in  J?e  feld.  I045 

XCVI. 

Vp  he  stirt  bidene 
And  lepe  opon  his  stede ; 
He  fau^t  wij?  outen  wene, 
So  wolf,   ]?at  wald  wede. 

Tristrem  in  J?at  tene  I05° 

No  spard  him  for  no  drede ; 
He  ?af  him  a  wounde  ysene, 
t>at  his  bodi  gan  blede. 
287  a-  Ri?t  >o 

In  Morauntes  most  nede  I055 

His  stede  bak  brak  on  to. 

XCVII. 

Vp  he  stirt  in  drede 
And  seyd:    »Tristrem,   ali^t ! 
For  J?ou  hast  slayn  mi  stede, 
A  fot  >ou  schalt  fi?t!«  Io6° 

Qua)?  Tristrem:    »So  god  me  rede, 


1045)    he]    Ms.   him.     Das.    feld]    Ms.    scheid.         1058/.)    Auf  rasur  ge- 
schrieben. 


—     31     — 

J>er  to  icham  al  li^t ! 
Togider  ]>o  J?ai  ^ede 
And  hewen  on  helmes  bri^t. 
1065  Saunfayl, 

Tristrem  as  a  kniijt 
Fau^t  in  ]?at  batayle. 

XCVIII. 

Moraunt  of  Yrland  smot 

Tristrem  in  )?e  scheid, 
1070  f>at  half  fei  fram  his  hond 

f>er  adoun  in  ]>e  feld. 

Tristrem,   ich  vnderstond, 

Anon  J?e  strok  him  ^eld; 

Wi)?  his.  gode  brond 
!075  Moraunt  nei^e  he  queld, 

J>at  kni^t. 

Marke  J?e  batayl  biheld 

And  wonderd  of  j?at  fi;t. 

XCIX. 

Moraunt  was  vnfayn 
1080  And  fau^t  wi|>  al  his  mi^t; 

J>at  Tristrem  were  yslayn, 

He  stird  him  as  a  kni^t. 

Tristrem  smot  wij?  main, 

His  swerd  brak  in  J?e  fi^t, 
108  5  And  in  Morau;/tes  brain 

Bileued  a  pece  bri^t 

WiJ?  care; 

And  in  J?e  haunche  ri^t 

Tristrem  was  wounded  sare. 

C. 

I09°  A  word,   J?at  pended  to  pride, 

Tristrem,   J?o  spac  he  : 

»Folk  of  Yrland  side, 

^our  mirour  %e  may  se ! 

Mo  )>at  hider  wil  ride, 
I095  )>us  grayj>ed  schul  yt  be  !  « 

WiJ>  sorwe  J>ai  drou^  ]?at  tide 

Moraunt  to  )>e  se 

And  care.  2g? 

\ViJ>  ioie  Tristrem,   J?e  fre, 
1100  To  Mark,   his  em,   gan  fare. 


—     32     - 

CI. 

His  swerd  he  offred  f?an 
And  to  )?e  auter  it  bare. 
For  Markes  kinsman 
Tristrem  was  loued  J?are. 

A  forward  J>ai  bigan,  1105 

J>er  to  J?ai  alle  sware, 
For  ]?at  lond  fre  he  wan, 
J>at  king  he  schuld  be  J?are, 
To  say, 

^if  he  o  liue  wäre  mo 

After  sir  Markes  day. 

CIL 

J>ei  Tristrem  li^t  J?enke? 
He  is  wounded  ful  sare ; 
Leches  wi)?  salue  and  drink 

Hirn  comej)  wide  whare ;  ms 

t>ai  lorn  al  her  swink, 
His  pain  was  ay  ]?e  mare ; 
No  man  no  mi^t  for  stink 
Com  )?er  Tristrem  wäre 

Als  >an;  "20 

Ich  man  forsoke  him  )?are, 
Bot  Gouernayl,   his  man. 

CHI  (II  1). 

t>re  3er  in  carebed  lay 
Tristrem,   J?e  trewe  he  hi^t, 

J>at  neuer  no  dou^t  \\\m  day  II25 

For  sorwe,  he  hadde  o  ni;t : 
For  diol  no  man  no  may 
Sen  on  him  wi)?  si^t ; 
Ich  man,   for  soJ?e  to  say, 

Forsoke  ]>o  )?at  kni^t  JI3° 

As  ]?are; 

t>ai  hadde  don,  what  he  mi;t, 
f>ai  no  rou^t  of  his  fare. 

CIV  (II  II 


Til  it  was  on  a  day, 
Til  Mark  he  gan  him  mene  ;  l  x  3  5 

Schortliche,   so]?e  to  say, 
J%  tale  was  hem  bitvene  : 
»In  sorwe  ich  haue  ben  ay, 


m  7)  His]   is  auf  rasur  geschrieben. 


—     33     — 

Se)?J?en  ich  a  liue  haue  ben ! « 
1140  Marke  seyd:    »  Waylevvay  ! 

J>at  ich  it  schuld  ysene, 

Swiche  Jring  !  «  287' 

Tristrem,   wij?  outen  wene, 
A  schip  asked  J?e  king. 

CV  (II  IIl). 

11 45  »Em!«  he  seyd,   »y  spüle! 

Of  lond  kepe  y  na  mare: 

A  schip  J?ou  bring  me  tille, 

Mine  harp  to  play  me  }>are, 

Stouer  ynou^  to  wille, 
115°  To  kepe  me,   send  ^ou  ;are!« 

J>ei  Marke  liked  ille, 

Tristrem  to  schip  J>ai  bare 

And  brou^t. 

Who  wold  wij?  him  fare? 
11 55  Gouernayle  no  lete  him  nou^t. 

CVI  (II  Vi). 

Tristremes  schip  was   ^are, 

And  asked  his  benisoun; 

Pe  hauen  he  gan  out  fare, 

It  hi^t  Carlioun. 
"60  Ni^en  woukes  and  mare 

He  hobled  vp  and  doun. 

A  winde  to  wil  him  bare 

To  a  stede,   per  him  was  boun, 

Nei^e  hand : 
Il65  Deuelin  hi^t  pe  toun, 

An  hauen  in  Irland. 

CVII   (II  v). 

A  winde  J?ider  him  gan  driue, 

Schipmen  him  sei^e  nei^e  hand ; 

In  botes  J?ai  gun  him  stiue 
"70  And  drou^  him  to  pe  land. 

A  wounded  man  a  liue 

In  )>e  schip  ]?ai  fand ; 

He  seyd,  bisiden  a  riue 

Men  wounded  him  and  band 
"75  Vnsounde. 

No  man  mi^t  bi  him  stand 

For  stinking  of  his  wounde. 

1150;  send]  Ms.  son.        n 65)  Ms.  Deluelin.        1173)  a  riue]  Ms.  aride. 
Kölbing,  Sir  Tristrem.  « 


—     34     — 

CVIII  (II  vi). 
Gouernail  gan  hem  frain, 
What  hi^t  ]>e  se  Strand. 

»Deuelin!«  J?ai  seyd  ogayn,  n8o 

Pe  schipmen,   f>at  him  fand. 
£o  was  Tristrem  vnfain 
And  wele  gan  vnderstand, 
Hir  bro]?er  hadde  he  slain, 

f>at  quen  was  of  J?e  land,  "85 

287 d.  In  fi?t: 

Tristrem  he  gan  doun  lain 
And  seyd,  Tramtris  he  hi^t. 

1  CIX  (II  VII). 

In  his  schip  was  J>at  day 
AI  maner  of  gle  "90 

And  al  maner  of  lay, 
In  lond  J?at  mi^t  be. 
To  J?e  quen  )?o  seyd  ]?ay, 
Morauntes  soster,   J?e  fre, 

Ywounded  s wiche  a  man  lay.  "95 

J>at  sorwe  it  was  to  se 
And  care : 

»A  miri  man  were  he, 
2Jif  he  o  liue  wäre ! « 

/TT  \ 

CX   (II  VIII) . 

Sehe  was  in  Deuelin,  i*°° 

:     ]>e  fair  leuedi,  J?e  quene, 
Louesom  vnder  line 
And  siegest  had  ybene, 
And  mest  couJ?e  of  medicine; 
J>at  was  on  Tristrem  sene:  I20S 

Sehe  brou^t  him  of  his  pine, 
To  wite  and  nou^t  at  wene, 
To  say : 

Sehe  sent  him  a  plaster  kene, 
To  cast  J?e  stink  oway.  I2I° 

CXI   (II  IX). 

-A.  morwe,  when  it  was  day, 
J>e  leuedy  of  hei^e  priis 
Com  )?er  Tristrem  lay, 
And  asked,  what  he  is. 
»  Marchaund  ich  haue  ben  ay  ;  I2I5 


11 78)  hem]  e  aus  i  corrigirt.        1204)  Ms.  medicie. 


—     35     — 

Mi  nam  is  Tramtris. 
Robbers,  for  so)?e  to  say, 
SI0113  mine  felawes,  ywis, 
In  J?e  se; 
1220  t>ai  raft  me  fowe  and  griis, 

And  Jms  wounded  J?ai  me  1 « 

-      CXII   (II  X). 

An  heye  man  he  was  like, 

J>ei  he  wer  wounded  sare ; 

His  gles  weren  so  sellike, 
1225  £at  wonder  J?ou^t  hem  )>are. 

His  harp,   his  croude  was  rike ; 

His  tables,   his  ches  he  bare. 

J>ai  swore  bi  seyn  Patrike, 

Swiche  sei^e  J?ai  neuer  are, 
1230  Er  >an:  288*. 

»2)if  he  in  hele  wäre, 

He  were  a  miri  man !  « 

CXIII  (II  XI). 

J>e  leuedi  of  hei^e  kenne, 

His  woundes  schewe  sehe  lete, 
1235  To  wite  his  wo  vnwinne; 

So  grimli  he  gan  grete, 

His  bon  brast  vnder  skinne, 

His  sorwe  was  vnsete. 

J>ai  brou^t  him  to  an  inne ; 
I24o  A  baj?  J?ai  made  him  sket, 

So  li)?e, 

J?at  Tristrem,   on  his  fet 

Gon  he  mi^t  swij?e. 

CXIV    (II  Xll). 

Salues  ha)?  he  soft 
1245  And  drinkes,   )?at  er  lij>e ; 

J>ai  no  rou^t,   hou  dere  it  bou^t, 

Bot  held  him  al  so  swij?e. 

He  made  his  play  al  oft, 

His  gamnes  he  gan  ki)?e ; 
125°  For  J?i  was  Tristrem  oft 

To  boure  cleped,  feie  sij?e, 

To  sete ; 

Ich  man  was  lef  to  li)?e, 

His  mir)?es  were  so  swete. 

1234/  sehe]  sc  sehr  verloschen.        1245)  er  aus  u  corrigirl? 

3* 


—     36     — 

CXV  (II  Xlll). 

Pe  king  had  a  douhter  dere,  1255 

J>at  maiden  Ysonde  hi^t, 
J>at  gle  was  lef  to  here 
And  romance  to  rede  ari^t. 
Sir  Tramtris  hir  gan  lere 

Po  wij?  al  his  mi^t,  1260 

What  alle  pointes  were, 
To  se  J?e  so)?e  in  si?t, 
To  say. 

In  Yrlond  nas  no  kni^t, 
WiJ>  Ysonde  durst  play.  1265 

CXVI  (II  xiv). 

Ysonde  of  hei^e  priis, 
Pe  maiden  bri^t  of  hewe, 
Pa.t  wered  fow  and  griis 
And  scarlet,  J?at  was  newe : 

In  warld  was  non  so  wiis  1270 

Of  craft,   J?at  men  knewe, 
WiJ?  outen  sir  Tramtris, 
PzX  al  games  of  grewe 
288  t».  On  grounde. 

Hom  longej?  Tramtris,  J?e  trewe,  1275 

For  heled  was  his  wounde. 

CXVII   (II  XV). 

Sir  Tramtris  in  Irlond 
Duelled  al  a  ?ere. 
So  gode  likeing  he  fand, 

J>at  hole  he  was  and  fere.  1280 

Pe  quen  to  fot  and  hand 
He  serued  dem  and  dere; 
Ysonde  he  dede  vnderstand, 
What  alle  playes  were 

In  lay.  1285 

His  leue  he  asked  at  here, 
In  schip  to  founde  oway. 

CXVIII  (II  XVI) . 

Pe  quen,  J?at  michel  can, 
To  Tramtris  sehe  gan  say : 

»Who  so  fet  vncou)?e  man,  l29° 

He  founde)?  euer  oway  !  « 
His  hire  J?ai  golden  hi;;z  J?an, 
Gold  and  siluer,   y  say, 
What  he  wold,  he  wan 


—     37     — 

i29S  Of  Ysonde  for  his  play, 

Saun  fail. 

He  bitau^t  hem  god  and  gode  day  ; 
WiJ?  him  went  Gouernail. 

CXIX  (II  XVII). 

Riche  sail  J?ai  drewe, 
i3°°  White  and  red  so  blöd; 

A  winde  to  wil  hem  blewe, 

To  Carlioun  J?ai  ^ode. 

Now  hat  he  Tristrem  trewe 

And  farej?  ouer  J?e  flod. 
130s  Pe  schip  J?e  cuntre  knewe, 

It  J^ou^t  hem  ful  gode. 

As  )?are 

Of  wrake  J>ai  vnderstode, 

For  on  )?ai  leten  him  fare. 

CXX  (II  XVIII). 

1310  J>ai  tolden  to  J?e  king, 

I>at  J?e  schip  had  sain; 

Neuer  of  no  tiding 

Nas  Mark,  \>e  king,   so  fain. 

To  toun  ]?ai  gun  him  bring, 
I3,S  J>e  king  ros  him  ogayn ; 

Bli}?e  was  her  meteing 

And  fair  he  gan  him  frain 

J>at  stounde:  2**c- 

»Tristrem,  nou^t  to  lain, 
J32o  Heled  is  J?i  wounde?« 

CXXI   (II  XIX). 

His  em  answer  he  ?eld, 

J>at  litel  he  wald  wene : 

Of  bot  sehe  was  him  beld, 

J>at  Moraunt  soster  had  bene. 
*325  Hou  fair  sehe  haj?  him  held, 

He  told  hem  al  bidene; 

And  se)?J?en  Tristrem  ha]?  teld 

Of  Ysonde,  j?at  was  kene, 

AI  newe, 
x33°  Hou  sehe  was  bri^t  and  schene, 

Of  loue  was  non  so  trewe. 

CXXII   (II  XX). 

Mark  to  Tristrem  gan  say: 
»Mi  lond  bitake  y  )?e, 


—     38     — 

To  han  after  mi  day, 

J>ine  owhen  schal  it  be  :'  1 335 

Bring  J?ou  me  J?at  may, 

)>at  ich  hir  may  yse  ! « 

Pis  was  his  maner  ay, 

Of  Ysonde  J?an  speke)>  he, 

Her  prise,  1340 

Hou  sehe  was  gent  and  fre, 

Of  loue  was  non  so  wise. 

cxxm  (II  xxi). 

In  Inglond  ful  wide 
Pe  barouns  hem  btyou^t, 

To  fei  Tristremes  pride,  J345 

Hou  )?ai  fairest  mou^t; 
Pe  king  )>ai  rad  to  ride, 
A  quen  to  him  J>ai  sou^t, 
Pat  Tristrem  mi^t  abide, 

Pat  he  no  were  it  nou^t,  l15° 

No  king: 

Pai  seyd,   )>at  Tristrem  mou^t 
Ysonde  of  Yrlond  bring. 

CXXIV   (II  XXII). 

A  brid  bri^t  J?ai  ches 
As  blöd  opon  snoweing:  J  355 

»A  maiden  of  swiche  reles 
Tristrem  may  to  J?e  bring!« 
Qua)?  Tristrem:   »It  is  les, 
And  trowej?  it  for  lesing; 

To  aski  J?at  neuer  no  wes,  •  !36° 

It  is  a  fole  askeing 
288  d.  Bi  kinde: 

It  is  a  selli  )>ing, 

For  no  man  may  it  finde! 

cxxv  (II  xxm) . 

Y  rede,  ?e  nou^t  no  striue,  x365 

A  swalu  ich  herd  sing : 
^e  sigge,  ich  wem  mi  nem  to  wiue, 
For  y  schuld  be  ^our  king ! 
Now  bringe)?  me  atte  riue 

Schip  and  oJ?er  J?ing :  J37o 

2,e  se  me  neuer  o  liue, 
Bot  ^if  ich  Ysonde  bring, 
Pat  bri^t. 


—     39     — 

Finde  me  min  askeing, 
x375  Mine  fiftend  som  of  kni^t!« 

CXXVI  (II  XXIV) .  , 

Kni^tes  "po  chosen  j?ai, 

Pa.t  were  war  and  wise, 

AI  J?at  mest  may 

And  heilest  weren  of  priis ; 
!38°  A  schip  wij?  grene  and  gray, 

Wi}?  vair  and  eke  wi}>  griis, 

WiJ?  alle  ping,   y  say, 

P2X  pende  to  marchandis, 

In  lede : 
J385  J>ai  ferden  on  J?is  wise 

Intil  Yrlond  )?ede. 

CXXVII  (II  xxv). 

In  his  schip  was  boun 

AI  J?at  mister  wäre; 

Out  of  Carlioun 
I39°  Riche  was  his  schipfare. 

J>ai  rered  goinfaynoun, 

A  winde  to  wille  hem  bare. 

Deuelin  hat  pe  toun : 

To  lond  )?ai  comen  )?are, 
*395  pe  best; 

Pe  king  present  )?ai  bare 

And  asked  leue  to  rest. 

CXXVIII  (II  xx vi). 

Pe  king  present  )?ai  brou^t, 

AnoJ?er  to  pe  quene ; 
I4°°  Ysonde  for?at  J?ai  nou^t, 

To  wite  and  nou^t  at  wene. 

To  schip  when  j?ai  hem  j^ou^t, 

}>at  at  pe  court  hadde  bene, 

—  Swiche  mayde  nas  neu^r  wrou^t, 
x405  }>at  ]?ai  euer  hadde  sene 

WiJ?  si^t  —  289 

Pe  cuntre  alle  bidene 

fori  sei^e  fle  ful  ri?t. 

cxxix  (II  xxvn). 

Out  of  Deuelin  toun 
x4io  pe  f0ik  Wel  fast  ran, 


1385)   on]  Ms.  of.        13 91— 3)  Auf  rasur  geschrieben. 


40 


In  a  water  to  droun, 

So  ferd  were  J?ai  J?an : 

For  doute  of  o  dragoun, 

J>ai  seyd,  to  schip  J?ai  wan, 

To  hauen  )?at  were  boun;  1415 

No  rou^t  J?ai  of,  what  man 

In  lede, 

J>at  may  him  sie  or  tan, 

Ysonde  schal  haue  to  mede. 

CXXX  (II  xxvill). 

Tristrem,   bli)?e  was  he,  142° 

He  clepe]?  his  kni^tes  sti)?e : 
»What  man  he  is,  las  se, 
J>at  take  Jns  bataile  swij?e ! « 
AI  )?ai  beden  lat  be, 

Durst  non  him  seluen  ki)?e.  14*S 

» For  nede  now  wo  is  me ! « 
Seyd  Tristrem  J?at  sif>e, 
Ri?t  J?an. 

Listen  now,  who  wil  lij?e, 
AI  of  an  hardi  man  !  H3° 

CXXXI  (II  xxix). 

A  stede  of  schip  )?ai  drewe, 
J>e  best,  )?at  he  hadde  brou?t; 
His  armes  weren  al  newe, 
PaX  ri eheliche  were  wrou^t. 

His  hert  was  gode  and  trewe,  *435 

No  failed  it  him  nou^t. 
J>e  euntre  wele  he  knewe. 
Er  he  |?e  dragoun  sou?t 
And  sei^e: 

Helle  fere,  him  J>ou^t,  x44° 

Fram  J?at  dragoun  flei^e. 

CXXXII  (II  xxx) . 

Asaut  to  J>at  dragoun 
Tristrem  toke  )?at  tide ; 
As  a  lo)?ely  lioun, 

J>at  bataile  wald  abide ;  *445 

WiJ?  a  spere  feloun 
He  smot  him  in  J?e  side; 
It  no  vailed  o  botoun, 


141 7/.)    sind  auf  einer  zeile  geschrieben.       141 8)  Ich  lese  eher  can  wie  tan 
in  der  hs. 


—     41     — 

Oway  it  gan  to  glide, 
1450  His  dent: 

Pe  deuel  dragouns  hide  289 b. 

Was  hard  so  ani  flint ! 

CXXXIII  (II  xxxi). 

Tristrem  al  in  tene 

Eft  J?at  spere  tok  he, 
*455  O^ain  J>at  dragoun  kene 

It  brast  on  peces  )?re. 

Pe  dragoun  smot  bidene, 

Pe  stede  he  gan  sie; 

Tristrem,   wij?  outen  wene, 
x46o  Stirt  vnder  a  tre 

AI  stille, 

And  seyd :    » God  in  trinite, 

No  lat  J?ou  me  nou^t  spüle  ! « 

CXXXIV    (II  XXXIl). 

0?ain  )?at  fende  dragoun 
1465  A  fot  he  tok  >e  fi$t,; 

He  fau^t  wij>  his  fauchoun 

As  a  douhti  kni^t ; 

His  ne)?er  chauel  he  smot  doun 

WiJ?  a  stroke  of  mi^t ; 
x47o  J>o  was  J>e  dragon  boun 

And  cast  fere  ful  ri^t 

And  brend: 

His  armes,   J?at  were  bri^t, 

Schamliche  he  ha)?  hem  schent. 

CXXXV    (II  XXXIIl) . 

*475  Swiche  fer  he  cast  o^ain, 

J>at  brend  scheid  and  ston. 

Now  li)?  his  stede  yslain, 

His  armes  brent  ichon. 

Tristrem  rau^t  his  brain 
J48o  And  brak  his  nek  bon ; 

No  was  he  neuer  so  fain 

As  )?an  )?at  batail  was  do« ; 

To  böte 

His  tong  haj?  he  ton 
H85  And  schorn  of  bi  J?e  rote. 

145 1)  Nach  deuel  steht  noch  ein  ganz  verklexter  buchstabe.  dragouns]  o 
aus  u  corrigirt?  1465)  Auf  he  tok  folgt  im  ms.  nochmals  he  tok,  ausge- 
strichen. 148 1)  so  steht  auf  rasur  und  auch  davor  sind  zwei  buchstaben  radirt. 
1482)  Später  mit  dunklerer  tinte  zwischen  v.   148 1  und  1483  nachgetragen. 


—     42     — 

CXXXVI   (II  XXXIV). 

In  his  hose  next  pe  hide 
pe  tong  oway  he  bar. 
No  ^ede  he  bot  ten  stride, 
His  speche  les  he  j?ar ; 

Nedes  he  most  abide,  149° 

J>at  he  no  may  ferner  far. 
J>e  Steward  com  J?at  tide, 
Pe  heued  oway  he  schar 
And  brousjt 

And  toke  it  Ysonde  J?ar  149  5 

289°.  And  seyd,  dere  he  hadde  hir  bou^t. 

cxxxvn  (II  xxxv). 

J>e  steward  wald  ful  fain 
Han  Ysonde,  ^if  he  mou^t. 
Pe  king  answerd  o^ain, 

Fair  pe  bataile  him  )>ou$t.  l500 

Ysonde,   nou^t  to  lain, 
Of  him  no  wil  sehe  nou^t; 
J>ere  pe  dragoim  was  slain, 
Hye  and  hir  moder  sou^t 

AI  so,  150s 

Who  J?at  wonder  wrou^t, 
PdX  durst  pvX  dragoun  slo. 

CXXXVIII   (II  XXXVl). 

»Dede  pe  steward  J?is  dede?« 
»Certes,«  qua)?  Ysonde,   »nay! 
J>is  ich  brende  stede  151^ 

No  au^t  he  neuer  a  day, 
No  ]?is  riche  wede 
Nas  neuer  his,   so]?e  to  say ! « 
Former  als  J>ai  ^ede, 

A  man  J?ai  founde,  whare  lay  1515 

And  drou^  : 

»Certes,«  J?an  seyd  J>ai, 
» J>is  man  pe  dragoun  slou?  !« 

CXXXIX  (II  XXXVIl). 

His  mouJ?e  opened  J?ai 
And  pelt  treacle  in  }?at  man.  i52© 

When  Tristrem  speke  may, 
J>is  tale  he  bigan 
And  redyli  gan  to  say, 


1495)  {>ar]   {)  aus  7,  corrigirt. 


—     43     — 

Hou  he  \>e  dragoun  wan : 
*525  »Pe  tong  y  bar  oway, 

)>us  venimed  he  me  J?an ! « 
J>ai  loke  : 

Pe  quen,   )?at  michel  can, 
Out  of  his  hose  it  toke. 

CXL  (II  xxxvm). 

!53o  Pai  seilen,   he  hadde  J?e  ri^t, 

Pe  Steward  hadde  J?e  wou^, 

And  ?if  he  durst  fi^t 

WiJ?  him,   ]>e  dragoun  slou^. 

Tristrem  spak  as  a  kni^t, 
x535  He  wold  proue  it  anou^; 

So  noblelich  he  hem  hi^t, 

Per  of  Ysonde  lou^ 

Pat  tide; 

To  his  warau^t  he  drou^ 
xS4o  His  schippe  and  al  his  pride.  2^9( 

CXLI    (II  XXXIX). 

Pe  quen  asked,  what  he  is, 

J>at  durst  J?e  dragon  abide? 

» Marchau/zt  icham,  ywis, 

Mi  schip  li)?  here  biside ! 
JS45  He  seyt,  he  ha)?  don  J?is : 

Prouen  ichil  his  pride, 

Er  he  Ysonde  kisse  !  « 

O^aines  him  wald  he  ride 

WiJ?  mi^t. 
x55o  Ysonde  seyd  )?at  tide : 

»Alias,  j?at  J>ou  ner  kni^t!« 

CXLH   (II  XL). 

Her  chauwpioun  J?at  day 

Richeliche  gun  J?ai  fede, 

Til  hem  £>ink,   J?at  he  may 
1555  Don  a  douhti  dede. 

His  armes,  long  wer*?  )?ai, 

His  scholders  large  on  brede. 

Pe  quen,   for  soJ?e  to  say, 

To  a  ba)?  gan  him  lede 
1560  Ful  gayn, 

And  se)?)>en  hir  seif  sehe  ?ede 

After  a  drink  of  main. 


—     44     — 

CXLIII   (II  XLl) . 

Ysonde  bri^t  of  hewe 
J>ou^t,   it  Tramtris  wäre. 

His  swerd,   sehe  gan  it  schewe,  i565 

And  broken  hye  fond  it  }?are; 
Out  of  a  cofer  newe 
Pe  pece  sehe  drou^  ful  2;are, 
And  sett  it  to  J?at  trewe : 

It  nas  lasse  no  mare,  J57o 

Bot  ri^t : 

J>o  J?ou^t  Ysonde,   wij?  care, 
To  sie  Tristrem,  J?e  kni^t. 

CXLIV  (II  XLIl). 

Ysonde  to  Tristrem  ^ode 
WiJ?  his  swerd  al  drain:  *575 

»Morau^t  mi  nem,  j?e  gode, 
Traitour,   )>ou  hast  slain; 
For  J?i  J?ine  hert  blöde 
Sen  ich  wold  ful  fain ! « 

Pe  quen  whende,   sehe  wer^  wode,  I58° 

Sehe  com  wi)?  a  drink  of  main 
And  lou?: 

»Nay,  moder,  nou^t  to  layn, 
29° a-  J>is  J?ef  Jn  broJ>er  slou? ! 

CXLV   (II  XLIIl). 

Tristrem,   J?is  f>ef  is  he,  15%S 

J>at  may  be  nou^t  forlain: 
Pe  pece  J?ou  mi^t  her  se, 
J>at  fro  mi  nem  was  drain. 
Loke,   J?at  it  so  be, 

Sett  it  euen  ogain  !  «  i59° 

As  quik  J?ai  wald  him  sie 
J>er,  Tristrem,   ful  fain; 
So)?  J?ing: 

In  baf>  J?ai  hadden  him  slain, 
No  were  it  for  J?e  king.  J595 

CXLVI  (II  XLIv) . 

And  euer  Tristrem  lous; 
On  swete  Ysonde,   J?e  bri^t : 
»^ou  mi^t  haue  slain  me  ynou? 
J>o  J?at  y  Tramtris  hi^t; 
2,e  wite)>  me  wi}?  wou^  l6o° 

1584)  \>i]  Ms.  mi. 


—     45     — 

Of  Moralist,  pe  noble  kni^t: 

Y  graunt  wele,  ichim  slouz, 
In  batayl  and  in  fi^t, 
Nou^t  lain; 

l6°5  7y\i  he  hadde  had  pe  mi^t, 

So  vvold  he  nie  ful  fain ! 

CXLVII   (II  XLV). 

Po  y  Tramtris  hi^t, 

Y  lerd  pe  play  and  song, 
And  euer  wi)?  al  mi  mi^t 

1610  Of  pe  y  spac  among 

To  Marke,   pe  riche  kni^t, 

J>at  after  pe  he  gan  long !  « 

So  swore  he  day  and  ni^t, 

And  borwes  fond  he  strong 
1615  Bidene, 

Amendes  of  al  wrong, 

J>at  Ysonde  schuld  be  quen. 

CXLVIII  (II  XLVl). 

Tristrem  swore  }>at  )?ing ; 

f>ai  seyd,  it  schuld  stand, 
1620  pzX  he  schuld  Ysonde  bring, 

—  )>ai  token  it  vnder  hand  — 

To  Mark,   pe  riche  king, 

O  liue  s;if  J?ai  him  fand, 

And  make  hir  wij?  his  ring 
162  5  Quen  of  Ingeland, 

To  say  ; 

Pe  forward  fast  J?ai  band, 

Er  )?ai  parted  oway.  29°' 

CXLIX  (II  XLVIl). 

Pe  Steward  forsoke  his  dede, 
163°  J>o  he  herd,  he  Tristrem  hi^t; 

J>e  king  swore,   so  god  him  spede, 

t>at  bo)>en  schuld  haue  ri^t; 

Pe  Steward  seyd,  wrong  per  ?ede, 

For  p'\  nold  he  nou^t  fi^t. 
l635  Tristrem  to  his  mede 

J>ai  golden  Ysonde,   pe  bri^t; 

To  bring 

To  prisoun  J?at  oper  kni^t, 

Pe  maiden  biseke)?  pe  king. 

1608 )  lerd]  Ms.  lerld. 


—     46     — 

CL   (II  XLVIIl). 

No  asked  he  lond  no  li)?e,  1640 

Bot  )?at  maiden  bri^t ; 
He  busked  him  al  so  swi)?e, 
BoJ?e  squier  and  kni^t. 
Her  moder  about  was  blij>e 

And  tok  a  drink  of  mi^t,  l645 

J>at  loue  wald  ki)?e, 
And  tok  it  Brengwain,  J?e  bri^t, 
To  >ink: 

Ȁt  er  spouseing  a  ni^t 
£if  Mark  and  hir  to  drink!«  l65° 

CLI  (II  XLIX). 

Ysonde  bri^t  of  hewe 
Is  fer  out  in  )?e  se. 
A  winde  o^ain  hem  blewe, 
)>at  sail  no  mi^t  J?er  be. 

So  rewe  J?e  kni^tes  trewe,  l655 

Tristrem,   so  rewe  he, 
,Euer  as  J?ai  com  newe, 
He  on  o^ain  hem  J?re, 
Gret  swink. 

Swete  Ysonde,   J?e  fre,  l66° 

Asked  Bringwain  a  drink. 

CLII   (II  L). 

Pe  coupe  was  richeli  wrou?t, 
Of  gold  it  was,   the  pin; 
In  al  J?e  warld  nas  nou^t 

Swiche  drink,   as  ]>ei  was  in.  l665 

Brengwain  was  wrong  biJ?ou^t, 
To  J?at  drink  sehe  gan  win 
And  swete  Ysonde  it  bitau^t; 
Sehe  bad  Tristrem  bigin, 

To  say.  l67° 

Her  loue  mi^t  no  man  tvin 
29°c.  Til  her  endingday. 

CLIII  (II  Li) . 

An  hounde  )?er  was  biside, 
J>at  was  ycleped  Hodain; 

Pe  coupe  he  licked  J?at  tide,  l67S 

l>o  doun  it  sett  Bringwain; 


1657)  Nach  Euer  ist  eine  rasur  von  4 — 5  Buchstaben. 


—     47     — 

J>ai  loued  al  in  lide 
And  J>er  of  were  J?ai  fain : 
Togider  )>ai  gun  abide 
1680  In  ioie  and  ek  in  pain 

For  j?ou^t : 

In  iuel  time,   to  sain, 
J>e  drink  was  ywrou^t ! 

CLIV  (II  LIl). 

Tristrem  in  schip  lay 
1685  Wi)>  Ysonde  ich  ni^t, 

Play  miri  he  may 

Wi}>  J>at  wor.j>li  wi^t 

In  boure  ni^t  and  day. 

AI  blij?e  was  ]>e  kni^t, 
l69°  He  misjt  wij?  hir  play; 

J?at  wist  Brengwain,   J?e  bri^t, 

As  J?o : 

J^ai  loued  wi{>  al  her  mi2;t, 

And  Hodain  dede  al  so. 

CLV  (II  LIIl). 

1695  Tvai  wikes  in  }>e  Strand 

No  seyl  J?ai  no  drewe; 

Into  Inglond 

A  winde  to  wille  hem  blewe. 

Pe  king  on  hunting  J>ai  fand ; 
J7oo  A  knaue,   J?at  he  knewe, 

He  made  him  kni^t  wij?  hand 

For  his  tidinges  newe, 

Gan  bring. 

Ysonde  bri^t  of  hewe 
J7°5  J>er  spoused  Mark,   )?e  king. 

CLVI   (II  Liv). 

He  spoused  hir  wij?  his  ring ; 
Of  fest  no  speke  y  nou^t. 
Brengwain,   wi)?  outen  lesing, 
Dede  as  hye  had  )?ou^t; 

J7io  Sehe  tok  )?at  loue  drink, 

}>at  in  Yrlond  was  bousjt. 
For  Ysonde  to  J?e  king 
Brengwain  to  bed  was  brou?t 

J>at  tide: 

1677;   lide]  li  verklext. 


—     48     — 

Mark  his  wille  wrou^t  1715 

*9°d-  On  bed  Brengwain  biside. 

CLVII  (II  lv)  . 

When  Mark  had  tint  his  swink, 
Ysonde  to  bed  ?ede; 
Of  Yrlond  hye  asked  drink, 

Pe  coupe  sehe  gan  hir  bede,  1720 

Biside  hir  sehe  lete  it  sink, 
J>er  of  hadde  sehe  no  nede, 
Of  non  maner  }>ing, 
O^ain  Tristrem,   in  lede, 

As  J?o:  1725 

No  mi^t  no  clerk  it  rede, 
)>e  loue  bitven  hem  to. 

CLVIII  (II  LVl) . 

J>ai  wende  haue  ioie  anou^ : 
Certes,  it  nas  nou^t  so ! 

Her  wening  was  al  wou?,  J73o 

Vntroweand  til  hem  to; 
AiJ>er  in  langour  drou?, 
And  token  rede  to  go ; 
And  sej?]?en  Ysonde  lou?, 

When  Tristrem  was  in  wo,  J735 

WiJ?  wille. 

Now  J?enkeJ?  Ysonde  to  slo 
Brengwain  and  hir  to  spüle. 

CLIX   (II  LVIl). 

Sehe  )?ou^t:  »Y  may  be  wro]?: 
Sehe  lay  first  bi  j?e  king,  1740 

For  y  billigt  hir  clo]?, 
Gold  and  riche  wedding ; 
Tristrem  and  y  baj?e 
BeJ?  schent  for  our  playing; 

Better  is,   J?at  we  ra}>e  '745 

Hir  o  liue  bring 
AI  stille; 

J>an  doute  we  for  no  ]?ing, 
J>at  we  ne  may  han  our  wille.« 

CLX   (II  LVIIl). 

J>e  quen  bad  her  biside  17S° 

To  werkemen  on  a  day; 


1719)    Vor  drink  ist  ein  buchstabe  radirt.        1743)  baf>e]  Ms.  b°abe. 


—     49     — 

Sehe  told  hem  at  J?at  tide, 

What  was  her  wille  to  say: 

» Z,t  moten  slen  and  hide 
i75S  Bringwain,   )?at  miri  may!« 

Sehe  seyd:   »^e  schal  abide, 

Riche  to  ben  ay 

In  lede: 

No  lete  ?e  for  no  pay, 
1760  J>at  ^e  no  do  J?at  dede!«  291a. 

CLXI  (II  Lix). 

Into  a  grisly  clou^ 

J>ai  and  )?at  maiden  ^ode ; 

)>at  on  his  swerd  out  drou^, 

}>at  o)?er  bihinde  hir  stode. 
^65  Sehe  crid  merci  anou^ 

And  seyd :  » For  Cristes  rode  ! 

What  haue  y  don  \v0u3, 

Whi  wille  ^e  spüle  mi  blöde?« 

»Nou^t  lain  : 
J77o  Ysonde,   )?e  leuedi  gode, 

Ha)?  hot,  J>ou  schalt  be  slain ! « 

CLXII   (II  LX). 

Brengwain  dernly 

Bad  hem  say  J?e  quen : 

»Grete)?  wele  mi  leuedy, 
J775  J>at  ai  trewe  haj?  ben! 

Smockes  hadde  sehe  and  y, 

And  hir  was  solwy  to  sen, 

Bi  Mark  J?o  hye  schuld  ly ; 

Y  lent  hir  min  al  clen 
!78o  As  >are: 

O^ain  hir,  wele  y  wen, 

No  dede  y  neuer  mare !  « 

CLXIII   (II  LXl). 

J>ai  nold  hir  nou^t  slo, 
Bot  went  o^ain  to  )?e  quen ; 
x785  Ysonde  asked  hem  to: 

»What  seyd  hye  ^ou  bitven?« 
» Hye  bad  ous  say  ^ou  so : 
^our  smock  was  solwy  to  sen, 
Bi  Mark  )>o  yt  schuld  ly ; 

1778)  hye]  Ursprünglich  war  nur  y  geschrieben;  h  und  e  sind  mit 
schwärzerer  tinte  nachgetragen.  1787)  ous]  o  auf  rasur  geschrieben.  1789)  ^e| 
Ursprünglich  y,   mit  dunklerer  tinte  im  7}e  geändert. 

Kölbing,  Sir  Tristrem.  4 


—     50     — 

Y  lent  hir  min  al  clene  179° 

J>at  day.« 

J>o  asked  Ysonde,   pe  ken : 

»Whare  is  J>at  trewe  may?« 

CLXIV   (II  LXIlV 


Po  seyd  Ysonde  wi)?  mode : 
»Mi  maiden  ?e  han  slain !  «  1795 

Sehe  swore  bi  godes  rode, 
Pai  schuld  ben  hong  and  drain : 
Sehe  bede  hem  ^iftes  gode, 
To  fechen  hir  ogain. 

t>ai  fetten  hir,   J?er  sehe  stode;  lgoo 

Po  was  Ysonde  ful  fain, 
To  say ; 

So  trewe  sehe  fond  Brengwain, 
29lb-  I>at  sehe  loued  hir  wele  ay. 

CLXV   (II  LXlll) . 

IVlade  was  pe  sau^tening  1805 

And  alle  for^eue  bidene. 
Tristrem  wi}>  outen  lesing 
Played  wij?  pe  quen. 
Fram  Irlond  to  pe  king 

An  harpour  com  bitven;  18 10 

An  harp  he  gan  for)?  bring, 
Swiche  no  hadde  ]?ai  neuer  sen 
Wip  si^t ; 

Him  seif,   wij?  outen  wen, 
Bar  it  day  and  ni^t.  J8is 

CLXVI   (II  LXIV). 

Ysonde  he  loued  in  are, 
He  J?at  pe  harp  brou?t ; 
About  his  hals  he  it  bare, 
Richelich  it  was  wrou^t; 

He  hidde  it  euer  mare,  l8zo 

Out  no  com  it  nou^t. 
»J>ine  harp  whi  wiltow  spare, 
2Jif  J?ou  per  of  can  ou^t, 
Of  gle?« 

»Out  no  comej?  it  nou^t  lg25 

Wip  outen  sjiftes  fre !  « 


1816)    iw]    Als   1  über  der  zeile  nachgetragen.       1825)    Vor    out  steht  No, 

durchgestrichen . 


—     51     — 

CLXVII  (II  LXV). 

Mark  seyd :   » Lat  me  se, 

Harpi  hou  )?ou  can, 

And  what  J?ou  askest  me, 
1830  ^iue  y  schal  )?e  )?an ! « 

»  BleJ?ely  ! «  seyd  he ; 

A  miri  lay  he  bigan. 

»Sir  king  of  ^iftes  fre, 

Her  wij?  Ysonde  y  vvan 
183s  Bidene: 

Y  proue  J?e  for  fals  man, 

Or  y  schal  haue  )?i  quen!« 

CLXVIII  (II  LXVl) . 

Mark  to  conseyl  ?ede 

And  asked  rede  of  ]>o  to: 
1840  »Lesen  y  mot  mi  manhed 

Or  ?eld  Ysonde  me  fro ! « 

Mark  was  ful  of  drede, 

Ysonde  lete  he  go. 

Tristrem  in  )?at  nede 
1845  At  wode  was,   dere  to  slo, 

J>at  day; 

Tristrem  com  ri^t  J?o, 

As  Ysonde  was  oway.  291°. 

CLXIX  (II  LXVIl) . 

J>o  was  Tristrem  in  ten 
1850  And  chidde  wij>  J?e  king: 

»^ifstow  glewemen  J?i  quen? 

Hastow  no  no)?er  J?ing?« 

His  rote,  wij?  outen  wen, 

He  rau^t  bi  ]?e  ring; 
1855  f>o  folwed  Tristrem,  j?e  ken, 

To  schip  J?er  J?ai  hir  bring 

So  bli)?e :  % 

Tristrem  bigan  to  sing 

And  Ysonde  bigan  to  li£>e. 

CLXX   (II  LXVIIl). 

1860  Swiche  song  he  gan  sing, 

I>at  hir  was  swij?e  wo  ; 

Her  com  swiche  loue  longing, 

Hir  hert  brast  nei^e  a  to. 

J^erl  to  hir  gan  spring 
lg65  WiJ?  kni^tes  mani  mo 


—     52     — 

And  seyd :  » Mi  swete  J?ing, 
Whi  farestow  so, 

Y  pray?« 

Ysonde  to  lond  most  go, 

Er  sehe  went  oway.  1870 

CLXXI   (II  LXIX). 

»Wi)?in  a  stounde  of  J?e  day 

Y  schal  ben  hole  and  sounde : 
Ich  here  a  menstrel,   to  say, 
Of  Tristrem  he  ha)?  a  soun ! « 

J>erl  seyd:    »Da)?et  him  ay,  1875 

Of  Tristrem  ^if  ]?is  stounde ! 

J>at  minstrel  for  his  lay 

Schal  haue  an  hundred  pounde 

Of  me, 

>£if  he  wil  wi]?  ous  founde, 

Lef,   for  J?ou  louest  his  gle ! « 


1880 


CLXXII   (II  LXX) . 

His  gle  al  for  to  here 
J>e  leuedi  was  sett  on  land, 
To  play  bi  J?e  riuere ; 

t>erl  ladde  hir  bi  hand;  1885 

Tristrem,  trewe  fere, 
Mirie  notes  he  fand 
Opon  his  rote  of  yuere, 
As  J?ai  were  on  J?e  Strand  j 

f>at  stounde  1890 

J>urch  )?at  semly  sand 
-9ld-  Ysonde  was  hole  and  sounde. 

CLXXIII  (II  LXXIJ. 

Hole  sehe  was  and  sounde 
t>urch  vertu  of  his  gle; 

For  J?i  J?erl,  )?at  stounde  J895 

Glad  a  man  was  he  ; 
Of  penis  to  hundred  pounde 
He  ^af  Tristrem,  Ipe  fre ; 
To  schip  ]?an  gun  j?ai  founde, 
In  Yrlond  wald  J?ai  be  19°° 

Ful  fain; 

£erl  and  kni^tes  )?re 
WiJ?  Ysonde  and  Bringwain. 


—     53     — 

CLXXIV   (II  LXXIl) . 

Tristrem  tok  his  stede 
i9°5  And  lepe  £>er  on  to  ride ; 

J>e  quen  bad  him  her  lede 

To  schip  him  biside  ; 

Tristrem  dede,   as  hye  bede, 

In  wode  he  gan  hir  hide. 
i^o  To  )>erl  he  seyd:    »In  )?at  nede 

Pou  hast  ytent  J?i  pride, 

J?ou  dote ! 

WiJ>  Jnne  harp  J?ou  wonne  hir  J>at  tide, 

J>ou  tint  hir  wij?  mi  rote !  « 

CLXXV   (II  LXXIIl). 

I9IS  Tristrem  wi)?  Ysonde  rade 

Into  J?e  wode  oway. 

A  loghe  )?ai  founden  made, 

Was  ful  of  gamen  and  play  ; 

Her  blis  was  ful  brade, 
i92°  And  ioieful  was  )>at  may. 

Seuen  ni^t  J?ai  j?are  abad 

And  se)?)?en  to  court  com  J?ai : 

»Sir  king,« 

Tristrem  gan  to  say, 
*925  »^if  minstrels  oJ?er   Jnng  !  « 

CLXXVI   (II  LXXIV). 

JVleriadok  was  a  man.. 

J>at  Tristrem  trowed  ay; 

Miche  gode  he  him  an, 

In  o  chaumber  J?ai  lay. 
J93°  Tristrem  to  Ysonde  wan 

A  ni^t,   wij?  hir  to  play; 

As  man,   )?at  miche  kan, 

A  bord  he  toke  oway 

Of  her  bour. 
J935  Er  he  went,   to  say, 

Of  snowe  was  fallen  a  schour.  292  a. 

CLXXVII  (II  LXXV). 

A  schour  ]?er  was  y falle, 
J>at  al  )?e  way  was  white; 
Tristrem  was  wo  wij?  alle, 
J94o  WiJ?  diol,   sorwe  and  site. 

1930)   Ms.  Tristren.        1940)    diol]  i,  wie  es  scheint,  aus  e  conigirt.     Ms. 
&  sorwe  site. 


—     54     — 

Bitven  pe  bour  and  pe  halle 

Pe  way  was  naru  and  lite. 

Swiche  cas  him  was  bi falle, 

As  we  finde  in  scrite : 

Ful  sket  1945 

A  siue  he  fond  tite 

And  bond  vnder  his  fete. 

CLXXVIII   (II  LXXVI). 

Meriadok  wi)>  his  mi^t 
Aros  vp  al  bidene; 

Pe  way  he  went  ri^t,  19  5° 

Til  he  com  to  pe  quen ; 
Pe  bord  he  fond  oftvi^t, 
To  wite  and  nou^t  at  wene. 
Of  Tristrem  kertel  pe  kni^t, 

He  fond  a  pece  grene  J955 

Oftore : 

Meriadok,  pe  kene, 
Wondred  J?erfore. 

CLXXIX   (II  LXXVIl). 

A  morwe  he  tolde  pe  king 
AI  )?at  he  sei^e  wij?  si^t :  19^° 

» Lord !    WiJ?  outen  lesing, 
WiJ?  Ysonde  lay  Tristrem  to  ni^t. 
J>ou  schalt  do  swiche  a  Jnng : 
Aske,  who  her  ^eme  mi^t ! 

Pe  croice  to  Jerusalem  bring  J965 

Say,   J?ou  hast  yhi^t, 
£if  J?ou  may ! 
, Tristrem,. pe  noble  kni^t!' 
Pe  quen  hir  seif  wil  say !  « 

CLXXX  (II  LXXVIII). 

Pe  king  told  pe  quen,  x97o 

A  bed  J?o  J?ai  wäre : 
»Dame,  wij?  outen  wene, 
To  Jerusalem  y  mot  fare ; 
Loke  now  ous  bitvene: 

Who  may  pe  kepe  fram  care?«  J97S 

»For  al  o)?er  bidene 
Tristrem  !  «  sehe  seyd  )>are ; 
»For  J?an 


1957)  kene]  auf  rasur  geschrieben. 


—     55     — 

Y  loue  him  wele  ]>e  mare, 
1980  He  is  ]>\  kinsseman  ! « 

CLXXXI   (II  LXXIX). 

AI  >at  Mark  hir  told,  292 

A  morwe  hye  told  Bringwain : 

» Of  lond  wil  J?is  bold : 

Now  we  may  be  ful  fain ! 
i985  Tristrem  )?e  court  schal  hold, 

Til  he  com  o^ain !  « 

Brengwain  answere  ^olde  : 

ȣour  dedes  han  ben  sain 

Wi>  si?t: 
1990  Mark  )?i  seif  schal  frain 

AI  o)?erloker  to  ni^t! 

CLXXXII   (II  LXXX). 

Wite  J?ou  wele  his  wille: 

To  wende  wij?  him,   J>ou  say, 

And  ?if  he  loue]?  J?e  stille, 
J995  J>ou  do  Tristrem  oway! 

Biseche  him,   he  se  per  tille : 

J>i  fo  is  Tristrem  ay. 

J>ou  dredest,  he  wil  J?e  spüle, 

^if  he  J?e  maistrie  may 
2°oo  Aboue ; 

J>ou  louedest  him  neuer  a  day, 

Bot  for  his  emes  loue.« 


CLXXXIII   (II  LXXXl). 

Ysonde  J?e  nexst  ni^t 

Crid :    »  Mark,   pi  nore  ! 
2005  Mi  fo  ]?ou  hast  me  hi^t, 

On  me  )?ou  sinnes  sore ! 

Gode  ^if  J?ou  hadde  me  hi^t, 

Of  lond  wij?  j?e  to  fare, 

And  sie  Tristrem,   J?e  kni^t, 
2010  2^if  loue  of  J?e  no  wäre, 

J>is  day ; 

For  mani  man  seyt  ay  whare, 

I>at  Tristrem  bi  me  lay  ! « 

CLXXXIV   (II  LXXXIl). 

IVIark  is  blij?e  and  glad, 
201 5  For  al  )?at  trowed  he; 

1991;   Ms.  o|)er  loker.     2002)  Ms.  J)i  nemes.     2008)   £>e]  Jd  aus  m  corrigirt. 


—     56     — 


Z9*c. 


He  J?at  him  oJ?er  tald, 

He  ne  cou)?e  him  bot  maugre. 

Meriadok  him  answere  2;ald: 

»In  toun  J?ou  do  him  be: 

Her  loue  laike  )?ou  bihald 

For  J?e  loue  of  me  I 

Nou^t  wene, 

Bi  resoun  ]?ou  schalt  se, 

t>at  loue  is  hem  bitvene ! « 

CLXXXV   (II  LXXXIII). 

Mark  departed  hem  to 
And  dede  Tristrem  oway  : 
Nas  neuer  Ysonde  so  wo 
No  Tristrem,   soJ?e  to  say. 
Ysonde  her  seif  wald  slo, 
For  sorwe  Tristrem  lay. 
Ysonde  morned  so 
And  Tristrem  ni^t  and  day 
For  dede. 
Ich  man  it  se  may, 
What  liif  for  loue  )?ai  lede. 

CLXXXVI   (II  LXXXV) . 

vjua)?  Meriadok  :    »  Y  rede, 
J>ine  hunters  J?ou  bid  ride 
Fourtenni^t  at  )?is  nede, 
To  se  J?ine  forestes  wide. 
Tristrem  J?ou  hem  bede, 
Vi  seif  )?ou  here  abide, 
And  risjt  at  her  dede 
J>ou  schalt  hem  take  J?at  tide 
In  )?e  tre: 

Here  )?ou  schalt  abide, 
Her  semblaunt  J?ou  schalt  se ! « 

CLXXXVn    (II  LXXXIV) . 

Tristrem  was  in  toun, 
In  boure  Ysonde  was   don. 
Bi  water  he  sent  adoun 
Li^t  linden  spon : 
He  wrot  hem  al  wi}?  roun; 
Ysonde  hem  knewe  wel  sone; 
Bi  J?at  Tristrem  was  boun, 


2020 


2025 


2030 


2035 


2040 


2045 


2050 


2033)  Nach  dieser  zeile  ist  eine  lange  rasur,  und  v.  2034  ist  ganz  auf  ra- 
sur  geschrieben. 


—     57     — 

Ysonde  wist  his  bone, 
2055  To  abide. 

Er  a  morwe  none 

Her  aij?er  was  of>er  biside. 

CLXXXVIII   (II  LXXXVI) . 

In  orchard  mett  ]?ai  inne, 

Tristrem  and  Ysonde  fre ; 
2060  Ay  when  )?ai  mi^t  awinne, 

Per  playd  Ysonde  and  he. 

Pe  duerwe  ysei^e  her  ginne, 

Per  he  sat  in  j?e  tre. 

Mark  of  riche  kinne 
2o65  He  hisjt,   to  don  him  se 

WiJ?  si?t, 

And  seyd :    »Sir,   siker  t,q  be, 

J>i  seif  schal  se  J?at  ri^t ! « 

CLXXXIX    (II  LXXXVII) . 

His  falsnesse  for  to  fille  292 

2°7°  For)?  ]>o  went  he; 

To  Tristrem  he  com  wilp  ille 

Fram  Ysonde,  )?e  fre : 

»Mi  leuedy  me  sent  )>e  tille, 

For  ich  am  priue, 
2°75  And  praiej?  J?e  wij?  wille, 

J>at  J?ou  wost  hir  se 

WiJ>  si^t: 

Mark  is  in  o]?er  cuntre, 

Priue  it  schal  be  di^t ! « 

CXC    (II  LXXXVIII) . 

2080  Tristrem  him  bij^ou^t : 

» Maister ,   ]?ank  haue  ;e ! 

For  ]>o\i  me  J?is  bode  brou^t, 

Mi  robe  ?iue  y  J?e; 

J>at  )?ou  no  lete  it  nou^t, 
2o8S  Say  J?at  leuedy  fre ! 

Hir  wordes  dere  y  bou^t, 

To  Marke  hye  bilei^e  me, 

J>at  may: 

To  morwe  y  schal  hir  se 
209°  At  chirche,   for  so)?e  to  say !  « 


2087)   Marke]  Ms.  marke. 


—     58     — 

CXCI    (II   LXXXIX). 

pe  duerwe  toke  J?e  gate 
And  Mark  he  told  bidene: 
»Bi  J>is  robe  y  wate, 
t>at  michel  he  loue)?  )?e  quene. 
Ysame  we  nou^t  no  sat,  2095 

He  doute)?  me  bitvene; 
It  semej?  by  his  lat, 
As  he  hir  neuer  had  sene 
WiJ?  si^t : 

Y  wot,  wi)>  outen  wene,  2I°o 
He  comej?  to  hir  to  ni^t! 

CXCII   (II  XC). 

Sir  Mark  sat  in  J?e  tre; 
J>er  metten  J?ai  to. 
t>e  schadowe  Tristrem  gan  se 
And  loude  spac  he  }>o,  2I°5 

f>at  Ysonde  schuld  Mark  se 
And  calle  Tristrem  hir  fo : 
»J>ou  no  äugtest  nou^t  her<?  to  be, 
J>ou  no  hast  nou^t  here  to  go, 
No  J?ing :  2II° 

WiJ?  ri^t  men  schuld  J?e  slo, 
Durst  y  for  J?e  king ! « 

CXCIII   (II  XCI). 

293a-  »Ysonde,   J?ou  art  mi  fo, 

J>ou  sinnest,  leuedi,   on  me ! 

J>ou  gabbest  on  me  so,  2IIS 

Mi  nem  nil  me  nou^t  se; 
He  )>retene)>,  me  to  slo. 
More  menske  were  it  to  }>e} 
Better  for  to  do, 

Bi  god  in  trinke,  2I20 

t>is  tide ; 

Or  y  J?is  lond  schal  fle 
Into  Wales  wide !  « 

CXCIV   (II  XCII). 

»Tristrem,   for  so)?e  to  say, 

Y  wold  J?e  litel  gode,  2I2S 
Ac  y  J?e  wraied  neuer  day, 

Y  swere  bi  godes  rode  ! 


2092)  Mark]  Ms.  mark.      2107)    Vor  fo  steht  fro,  aber  als  ungültig  unter- 
punktet. 


—     59     — 

Men  said,   J?ou  bi  me  lay, 
t>ine  em  so  vnderstode. 
213°  Wende  for)?  in  \>\  way, 

It  semes  astow  were  wode, 

To   wede: 

Y  loued  neuer  man  wij?  mode 

Bot  him,  )?at  hadde  mi  maidenhede !  « 

CXCV   (II  XCIII). 

213s  »Swete  Ysonde,   J?i  nare ! 

J>ou  preye  }>e  king  for  me, 

^if  it  Jn  wille  wäre, 

Öf  sake  he  make  me  fre ! 

Of  lond  ichil  elles  fare, 
2i4°  Schal  he  me  neuer  se !  « 

Markes  hert  was  sare, 

J>er  he  sat  in  ]?e  tre, 

And  J?ou^t : 

»Vngilti  er  ^e 
2i4S  In  swiche  a  sclau^der  brou^t ! « 

CXCVI  (II  xciv). 

» t>ou  seyst,  y  gan  Ipe  wrie ; 

Men  seis,  J?ou  bi  me  lay; 

Ac  )?ei  ich  wende  to  dye, 

J>ine  erand  y  schal  say  ! 
215°  Marke  J?i  nem  his  hei^e, 

Anou?  he  J?e  ^iue  may; 

No  reche  y  what  y  li^e, 

So  )?at  ]?ou  be  oway 

WiJ?  wille ! « 
2155  Marke  ]>o  ]>om,t  ay : 

» £ete  he  schal  duelle  stille  ! « 

CXCVII  (II  xcv). 

Tristrem  oway  went  so,  293 

Ysonde  to  boure  ywis ; 

Nas  neuer  Mark  so  wo, 
2160  Hirn  seif  he  herd  al  J?is. 

AI  sori  Mark  gan  go, 

Til  he  mi^t  Tristrem  kisse, 

And  dedely  hated  he  J?o 

Hirn,   )>at  seyd  amis. 
2165  AI  newe 


2138)    make    steht  zweimal  in   der  hs.        2144)    Ms.    Vngiltles.       Vgl.    die 
anm.     Nach  ^e  ist  eine  rasur  von   3 — 4  bachstaben. 


—     60     — 

Per  was  ioie  and  blis, 

And  welcom  Tristrem  trewe. 

CXCVIII  (II  XCVI). 

Now  ha)?  Ysonde  her  wille, 
Tristrem  constable  is  hei^e. 

Pyq  ^ere  he  playd  stille  2I7° 

WiJ?  Ysonde  bri^t  so  bei^e ; 
Her  loue  mi^t  no  man  feile, 
So  were  )?ai  bo)?e  slei^e. 
Meriadok  wi]?   ille 

Waited  hem  ful  nei^e  2I?5 

Of  her  dede : 
£if  he  mi^t  hem  spüle, 
Fain  he  wald  spede. 

CXCIX  (II  xcvn) . 

Meriadok  wrayej?  ay, 
To  J?e  king  J?us  seyd  he:  2l8° 

»Her  folies  vsen  j?ai  ay, 
Wel  ^ore  y  seyd  it  )>e: 
Loke  now  on  a  day 
And  blöd  lat  3011  ]?re; 

Do  as  y  J>e  say,  2l85 

And  tokening  j?ou  schalt  se 
Ful  sone: 

Her  bed  schal  blodi  bene, 
Ar  he  his  wille  haue  done ! « 

CC   (II  XCVIII) . 

Blöd  leten  was  )?e  king,  2I9° 

Tristrem  and  J?e  quene ; 
At  her  blöd  leteing 
pe  flore  was  swopen  clene; 
Meriadok  dede  floure  bring 

And  strewed  it  bitvene,  2I95 

t>at  go  no  mi^t  no  Jnng, 
Bot  ^if  it  were  sene 
WiJ?  si^t. 
J>ritti  fet  bidene 
Tristrem  lepe  )>at  ni^t.  220° 


CCI  (II  xcix) . 

293 c-  Now  Tristrem  willes  is, 

WiJ?  Ysonde  for  to  play; 

2168)  Auf  rasur  geschrieben. 


61 


He  no  may  hir  com  to  kisse, 

So  ml  of  floure  it  lay. 
2205  Tristrem  lepe  ywis 

J>ritti  fete,   so)?  to  say. 

As  Tristrem  dede  Jns, 

His  blöd  bende  brast  oway 

And  bled; 
2210  And  sej?)?en  o^ain  J?e  day 

He  lepe  fram  hir  bedde. 

CCII  (II  c). 

pritti  fete  bitvene 
He  lepe,  wij?  outen  les; 
Sore  him  greued  his  vene, 

2215  As  it  no  wonder  nes. 

Mark  her  bed  hadde  sen 
And  al  blodi  it  wes. 
He  told  j?o  Brengwain, 
Tristrem  hadde  broken  his  pes 

2220  Bitvene. 

Anon  of  lond  he  ches 
Out  of  Markes  ei^e  sene. 

CCIII  (II  CI) . 


Tristrem  was  fled  oway, 

To  wite  and  nou^t  to  wene. 
2225  At  Londen  on  a  day 

Mark  wald  spourge  ]?e  quen. 

Men  seyd,   sehe  brak  J?e  lay; 

A  bischop  ^ede  bitvene ; 

WiJ?  hot  yren,   to   say, 
2230  Sehe  )?ou^t  to  make  hir  clene 

Of  sake. 

Ysonde  said  bidene, 

J>at  dorne  sehe  wald  take. 

CCIV   (II  CIl). 

Men  sett  J?e  merkes  J?ere 
2235  At  Westeminster  ful  ri?t, 

Hot  yren  to  bere 
For  sir  Tristrem,  )>e  kni^t. 
In  pouer  wede,   to  were, 
Tristrem  com  )?at  ni^t 
2240  —  Of  alle  )>e  kni^tes  here 

No  knewe  him  non  bi  si^t 
Bidene  — 


—     62     — 

To  swete  Ysonde  bri^t, 

As  forward  was  hem  bitvene. 

CCV  (II  ein) . 

293 d-  Ouer  Temes  sehe  schuld  ride,  2245 

)>at  is  an  arm  of  J?e  se : 
»To  pe  schip  side 
J>is  man  schal  bere  me !  « 
Tristrem  hir  bar  |?at  tide 

And  on  pe  quen  fei  he,  225° 

Next  her  naked  side, 
J>at  mani  man  mi^t  yse 
San  schewe ; 

Hir  queynt  abouen  hir  kne 
Naked  pe  kni^tes  knewe.  2255 

CCVI   (II  CIV). 

In  water  J?ai  wald  him  sink 
And  wers,   %\i  pdx  may. 
» Z,e  quite  him  iuel  his  swink ! « 
Pe  quene  seyd  to  hem   ay. 

»It  seme)?,   mete  no  drink  2260 

Hadde  he  nou^t  mani  a  day; 
For  pouerte,   me  J?enk, 
He  fei,   for  soJ?e  to  say, 
And  nede: 

T^enep  him  gold,  y  pray,  2265 

He  may  bidde  god  me  spede ! « 

CCVII   (II  cv) . 

vjrold  )?ai  ^ouen  \sm  pzxe, 
Pe  constori  J?ai  bigan. 
Swete  Ysonde  sware, 

Sehe  was  giltles  woman:  227<> 

«Bot  on  to  schip  me  bare, 
Pe  kni^tes  sei^e  wele  J?an; 
What  so  his  wille  wäre, 
Ferli  nei^e  he  wan, 

So|?e   ping;  22?5 

So  nei^e  com  neuer  man, 
Bot  mi  lord,   pe  king !  « 

CCVIII  (II  cvi). 

Swete  Ysonde  ha}?  sworn 
Hir  clene,   J>at  miri  may; 
To  hir  J?ai  had  ycorn  228° 


—     63     — 

Hot  yren,   y  say. 
Pe  kni^tes  were  biforn, 
For  hir  J?o  praiden  J?ai. 
Pe  yren  sehe  hadde  yborn, 
2285  Ac  Mark  for^aue  J?at  day 

And  dede : 
Meriadok  held  )>ai 
For  fole  in  his  falshede 

CCIX   (II  CVlri . 


Ysonde  is  grau/zted  clene  294a 

229°  Meriadok,  maugre  his, 

Neuer  er  nas  )?e  quen 

So  wele  wi)?  Mark,  ywis. 

Tristrem,  wij?  outen  wene, 

Into  Wales  he  is; 
2295  In  bataile  he  haj>  ben 

And  fast  he  fraines  )?is, 

Ri^t  J?are: 

For  he  ne  may  Ysonde  kisse, 

Fi^t  he  sou^t  ay  whare. 

CCX   (III  1). 

23°°  In  Wales  \>o  was  a  king, 

P2X  hi^t  Triamour ; 

He  hadde  a  douhter  3mg, 

Was  hoten  Blau/zcheflour. 

Vrgan  wij>  gret  wering 
23°5  Biseged  him  in  his  tour, 

To  winne  J?at  swete  J?ing 

And  bring  hir  to  his  bour 

Wi>  fi;t. 

Tristrem  wi}>  gret  honour 
23Jo  Bicom  \>e  kinges  kni^t. 

CCXI   (III  II) . 

Vrgan  gan  Wales  held 

Wi)?  wrong,   for  so)?e  to  say ; 

Oft  and  vnselde 

Of  Triamour  tok  he  pray. 
23T5  Triamour  to  Tristrem  teld 

Opon  a  somersday, 

Wales  he  wald  him  ^eld, 

7j{  he  it  winne  may, 

Ri^t  J?an. 
2320  Tristrem,   wij?  outen  nay, 

WiJ?  were  Wales  wan. 


—     64     — 

CCXII  (III  m). 

Tristrem  mett  Vrgan 
In  J?at  feld  to  fijjt; 
To  him  seyd  he  )?an 

As  a  douhti  kni^t :  2325 

»pon  slou^  mi  broper  Morgan 
At  J?e  mete  ful  ri^t. 
As  y  am  douhti  man, 
His  de]>  J?ou  bist  to  ni^t, 

Mi  fo  !«  2330 

Tristrem  seyd :    » A  pli^t ! 
So  kepe  y  pe  to  slo  1 « 

CCXIII   (III  IV). 

294b-  Tvelue  fete  was  pe  wand, 

J>at  Vrgan  wald  wij?  play; 

His  strok  may  no  man  stand:  2335 

Ferly,   ^if  Tristrem  may  ! 
Tristrem  van  tage  fand, 
His  clobbe  fei  oway, 
And  of  J?e  geau^tes  hand 

Tristrem  smot  J?at  day  2340 

In  lede; 

Tristrem,   for  soJ?e  to  say, 
Pe  geaunt  gert  he  blede. 

CCXIV   (III  V). 

Vrgan  al  in  tene 
Fau^t  wi)>  his  left  hand  2345 

O^ain  Tristrem  kene; 
A  stern  stroke  he  fand 
Opon  his  helme  so  schene, 
t>at  to  pe  grounde  he  wand  ; 
Bot  vp  he  stirt  bidene  *35° 

And  heried  godes  sand 
Almi^t ; 

Tristrem  wij?  his  brand 
Fast  gan  to  fi^t. 

CCXV   (III  Vi). 

Pe  geaunt  a  roume  he  stode,  2355 

His  hond  he  tint  ywis; 
He  flei^e,  as  he  were  wode, 
J>er  J?at  pe  castel  is. 
Tristrem  trad  in  pe  blöd 
And  fond  pe  hond,   J?at  was  his;  2360 


—     65     — 

Oway  sir  Tristrem  ^ode: 
Pe  geaunt  com  wi}?  ]?is 
And  sou^t : 

To  hele  his  honde,  )?at  was  his, 
2365  Salues  hadde  he  brou^t. 

CCXVI   (III  VII) . 

Vrgan,  J?e  geaunt  vnride, 

After  sir  Tristrem  wan ; 

J>e  cuntre  fer  and  wide 

Ygadred  was  bi  j?an ; 
2370  Tristrem  J?ou^t  )?at  tide: 

» Y  take  J?at  me  gode  an ! « 

On  a  brigge  he  gan  abide, 

Biheld  )?er  mani  a  man ; 

t>ai  mett : 
237S  Vrgan  to  Tristrem  ran 

And  grimli  )?ere  J?ai  gret. 

CCXVII    (III  VIII). 

Strokes  of  michel  mi^t  294°. 

Pai  delten  hem  bitvene, 

f>at  J?urch  her  brinies  bri^t 
23go  Her  bo]?er  blöd  was  sene; 

Tristrem  fau^t  as  a  kni^t, 

And  Vrgan  al  in  tene 

^af  him  a  stroke  vnli^t, 

His  scheid  he  clef  bitvene 
2385  A  tvo: 

Tristrem,   wij?  outen  wene, 

Nas  neuer  are  so  wo. 

CCXVIII   (III  IX) . 

Eft  Vrgan  smot  wij?  main 

And  of  J>at  stroke  he  miste ; 
2 3  9°  Tristrem  smot  ogayn 

And  J?urch  his  body  he  J?reste ; 

Vrgan  lepe  vnfain, 

Ouer  J?e  bregge  he  deste. 

Tristrem  ha]?  Vrgan  slain, 
2  39 5  J>at  alle  pe  cuntre  wist, 

WiJ?  wille ; 

Pe  king  po  Tristrem  kist 

A?id  Wales  )?o  ^eld  him  tille. 

2379)  briniesj  Für  ni  kann  auch  m  gelesen  werden.      2396]    wille]  lle  auf 
rasur  geschrieben. 

Kölbing,  Sir  Tristrem.  r 


—     66     — 

CCXIX   (III  x). 

t>e  king,   a  welp  he  brou^t 
Bifor  Tristrem,   ]?e  trewe ;  2400 

What  colour  he  was  wrou^t, 
Now  ichil  ^ou  schewe. 
Silke  nas  non  so  soft, 
He  was  rede,   grene  and  blewe. 
t>ai  j?at  him  seilen  oft,  24°s 

Of  him  hadde  gamen  and  glewe 
Ywis. 

His  name  was  Peticrewe, 
Of  him  was  michel  priis. 

CCXX   (III  XI) . 

Pq  king  Triamour  24io 

^af  him  Tristrem,   J?e  hende, 
For  he  brou^t  out  of  dolour 
Him  and  al  his  kende. 
Tristrem  wi)?  gret  honour 

Kidde,  J?at  he  was  hende :  24*5 

He  ^af  to  Blauncheflour 
Wales  wi]?  outen  ende, 
Bidene, 

And  Peticrowe  he  gan  sende 
To  dame  Ysonde,   J>e  quene.  2420 

CCXXI  (III  XII). 

294 d-  Ysonde,  wij?  outen  les, 

J>o  hye  J?e  welp  had  sain, 
J>at  sehe  had  made  his  pes, 
Sehe  sent  word  ogayn. 

Mark  herd,   hou  it  wes,  2425 

t>at  Vrgan  had  he  slain; 
Messangers  he  ches, 
Tristrem  for  to  frain, 
t>at  fre. 

Mark  was  ferly  fain  243° 

And  Tristrem  kist  he. 

CCXXII  (III  XIII). 

Mark  gan  Tristrem  calie 
And  toke  him  al  bidene 
Cites,  castels  alle, 

Steward  as  he  hadde  bene.  2435 

Who  was  bli)?e  in  halle, 
Bot  Ysonde,   ]>e  quene? 


—     67     — 

Hou  so  it  schuld  bifalle, 
J>ai  playden  ai  bitvene, 
244'  Po  tvo; 

So  long  of  loue  £>ai  mene, 
J>at  Mark  sei^e,   it  was  so. 

CCXXIII   (III  XIV). 

Mark  sei^e,   hou  it  is, 

What  loue  was  hem  bitvene ; 
2445  Certes,   )?is  )?ou^t  was  his, 

Ful  wele  awreken  to  ben ; 

He  cleped  Tristrem  wij?  )>is 

And  bitoke  him  J?e  quene, 

And  flemed  hem  bo)?e  ywis 
245°  Out  of  his  ei^e  sene 

Away. 

BliJ?er,  wij?  outen  wene, 

Neuer  ere  nar  )?ay. 

CCXXIV   (III  XV). 

A  forest  fled  }>ai  tille, 
2455  Tristrem  and  Ysonde,   J?e  schene. 

No  hadde  J?ai  no  won  to  wille, 

Bot  ]?e  wode  so  grene. 

Bi  holtes  and  bi  hille 

Fore  Tristrem  and  )?e  quene ; 
246o  Ysonde  of  ioie  haj?  her  fille 

And  Tristrem,   wij?  outen  wene, 

As  )?are : 

So  bli}?e  al  bidene 

Nar  J?ai  neuer  are. 

CCXXV   (III  XVI). 
2465  Tristrem  and  )?at  may  295 

Wer  flemed  for  her  dede  ; 

Hodain,   so)?  to  say, 

And  Peticrowe  wij?  hem  ^ede. 

In  on  er]?e  hous  J?ai  lay, 
247o  po  raches  wi]?  hem  J?ai  lede. 

Tristrem  hem  tau^t  o  day, 

Bestes  to  take  at  nede 

An  hast. 

In  J?at  forest  fede 
2475  Tristrem  Hodain  gan  chast. 

CCXXVI   (III   xvil). 
Tristrem,   wij?  Hodain 
A  wilde  best  he  slou^ ; 


5 


« 


—     68     — 

In  on  erj?e  house  J?ai  layn, 

J>er  hadde  J?ai  ioie  ynou^. 

Etenes  bi  old  dayn  2480 

Had  wrou^t  it,   wij?  oute«  \v0u5. 

Ich  ni^t,   so}?  to  sain, 

J>er  til  )?ai  bo)?e  drou? 

WiJ?  mi^t. 

Vnder  wode  bou^  2485 

}>ai  knewen  day  and  ni^t. 

CCXXVII   (III  XVUI) . 

In  winter  it  was  hate, 
In  somer  it  was  cold ; 
J>ai  hadden  a  dem  gat, 

J>at  J?ai  no  man  told.  2490 

No  hadde  J?ai  no  wines  wat 
No  ale,   }?at  was  old, 
No  no  gode  mete  J?ai  at : 
J?ai  hadden  al  )?at  )?ai  wold 

Wi>  wille.  2495 

For  loue  ich  oJ?er  bihart, 
Her  non  mi^t  of  o\er  fille. 

CCXXVIII   (III  XIX). 

Tristrem  on  an  hille  stode, 
As  he  biforn  hadde  mett; 

He  fond  a  wele  ful  gode,  2500 

AI  white  it  was,   pe  grete ; 
Per  to  Tristrem  30  de 
And  hende  Ysonde,   )?e  swete. 
]>at  was  al  her  fode, 

And  wilde  flesche  J?ai  ete  25°5 

And  gras: 

Swiche  ioie  hadde  J?ai  neu^r  ^ete, 
Tvelmoneth  )?re  woukes  las. 

CCXXIX  (III  XX). 

295 b-  Tristrem  on  a  day 

Tok  Hodain  wel  erly;  25io 

A  best  he  tok  to  pray 
,  Bi  a  dem  sty ; 
He  di^t  it,  wi)?  oute«  nay, 
And  hom  it  brou^t  an  hei^e. 
A  slepe  Ysonde  lay;  25I5 

2491)  |>ai  in  späterer  hand  und  anderer  tinte  über  der  zeile  nachgetragen. 
?499    As  he]  s  und  h  auf  rasur  geschrieben. 


-     69     — 

Tristrem  him  layd  hir  bi, 
Pe  quen. 

His  svverd  he  drou?  titly 
And  laid  it  hem  bitvene. 


2520 


252s 


2530 


CCXXX   (III  XXI) . 

An  hert  Mark  at  ran 
Opon  J?at  ilke  day ; 
His  hunters  after  wan, 
A  pa)>  )>o  founden  J?ai. 
Tristrem  seilen  hye  j?an 
And  Ysonde,   soJ?e  to  say. 
Sei^e  J?ai  neuer  swiche  man 
No  non  so  fair  a  may 
Wi}?  si^t; 

Bitven  hem  J?er  lay 
A  drawen  swerd  wel  bri^t. 


2535 


2540 


2545 


2550 


CCXXXI  (III  XXII). 

Pe  huntes  wenten  ri^t 
And  teld  Mark  bidene. 
Pe  leuedi  and  pe  kni^t, 
Bo)?e  Mark  haj?  sene ; 
He  knewe  hem  wele  bi  si^t, 
Pe  swerd  lay  hem  bitvene ; 
A  sonne  bem  ful  bri^t 
Schon  opon  pe  quen 
At  a  bore 

On  her  face  so  schene, 
And  Mark  rewed  J?erfore. 

CCXXXII  (III  XXIII). 

His  gloue  he  put  per  inne, 
Pe  sonne  to  were  oway, 
Wre]?e  Mark  gan  winne, 
Pan  seyd  he  :    »  Wel  ay  ! 
2^if  J?ai  weren  in  sinne, 
Nou;t  so  )?ai  no  lay ! 
Lo,  hou  )?ai  liue  atvinne, 
J>ai  no  hede  nou^t  of  swiche  play 
Ywis ! « 

Pe  kni^tes  seyden  ay : 
» For  trewe  loue  it  is  !  « 


2545)   wel]  über  der  zeile  wol  von  späterer  hand  nachgetragen. 


—     70     — 

CCXXXIII  (III  XXI v). 

295 c-  £0  waked  Tristrem,   pe  trewe, 

And  swete  Ysonde,   pe  schene ; 
Pe  gloue  oway  )?ai  drewe  255s 

And  seyden  hem  bitvene, 
For  Markes  J?ai  it  knewe, 
Pai  wist,  he  had  per  bene. 
J>o  was  her  ioie  al  newe, 

J>at  he  hem  hadde  ysene  2560 

Wi|?  si^t ; 

WiJ?  )?at  com  kni^tes  kene, 
To  feche  Ipo  to  ful  ri^t. 

CCXXXIV  (III  XXV). 

To  court  were  comen  )?o  to, 
Pat  in  pe  forest  were;  2565 

Mark  kist  Ysonde  J?o 
And  Tristrem,   trewe  fere. 
Forderten  hem  was  her  wo, 
No  were  )?ai  neuer  so  dere. 

Tristrem  pe  bailie  gan  to  2570 

Swiftly  for  to  stere 
A  stounde. 

Of  knie  who  wil  lere, 
Listen  now  pe  grounde ! 

CCXXXV  (III  XXVI). 

So  bifel  bidene  2575 

Opon  a  somers  day : 
Tristrem  and  pe  quen 
Stalked  to  her  play. 
Pe  duerwe  hem  ha)?  sene, 

To  Mark  gan  he  say  :  2580 

»Sir  king,  wij?  outen  wene, 
P'\  wiif  is  now  oway 
And  p'\  kni^t: 
Wende  fast  as  J?ou  may, 
Oftake  hem,   ^if  J?ou  mi^t !  «  2585 

CCXXXVI   (III  XXVII). 

Mark  king  after  ran, 
t>at  )?ai  bo)?e  yse. 
Tristrem  seyd  J?an : 
» Ysonde,  schent  er  we ! 


2557)    Dieser  vers   ist   mit   verweisungszeichen   unten-    auf  der  seite  nachge- 
tragen.       2570)  Ms.  bailif. 


—     71     — 

259°  For  )>ou;tes,   )?at  \ve  can, 

Forhole  no  may  it  be !  « 

Nas  neuer  so  sory  man, 

Tristrem,   }?an  was  he, 

J>at  hende : 
259s  »For  dout  of  de)?  y  fle, 

In  sorwe  and  wo  y  wende ! 

CCXXXVII  (III  xxvni). 

Y  fle  for  dout  of  de)?,  295 ■ 

—  Y  dar  no  leng  abide  — 

In  wo  mi  liif  to  lede, 
26oo  Bi  )?is  forestes  side  1 « 

A  ring  Ysonde  him  bede 

To  tokening  at  )?at  tide. 

He  flei^e  for)?  in  gret  drede, 

In  wode  hi;;z  for  to  hide 
2605  Bidene ; 

To  seken  him,   fast  )?ai  ride, 

}>ai  founden  bot  )?e  quene. 

CCXXXVIII  (III  XXIX). 

Tristrem  is  went  oway, 

As  it  nou^t  hadde  ybene ; 
2610  For  }?i  J?e  kni^tes  gan   say, 

J>at  wrong  Markes  had  sen. 

For  her  J?an  prayd  )?ai, 

}>at  Mark  forjjaf  )?e  quene. 

Tristrem  wij?  Ysonde  lay 
2615  J?at  ni^t,  wij?  outen  wene, 

And  wok,  , 

And  plaiden  ay  bitvene, 

His  leue  of  hir  he  tok. 

CCXXXIX  (III  XXX). 

Tristrem  is  went  oway 
2620  WiJ?  outen  Coming  o^ain, 

And  sike)?,    for  so)?e  to  sain, 

Wij>  sorwe  and  michel  pain. 

Tristrem  farej?  ay 

As  man,   )?at  wald  be  slain, 
2625  Bo)?e  ni^t  and  day, 

Fi^tes  for  to  frain, 

J>at  fre; 

Spaine  he  ha)?  )?urchsayn, 

Geauntes  he  slou;  )?re. 


—     72     — 

CCXL   (III  XXXI). 

Out  of  Spaine  he  rade,  2630 

Rohande  sones  to  se, 
Garnen  and  ioie  )?ai  made, 
Welcom  to  hem  was  he  ; 
As  lord  he  )?er  abade, 

As  gode  skil  wald  be.  •        2635 

}>ai  boden  him  landes  brade, 
J>at  he  wan  hem  fre. 
He  }?ou?t; 

He  seyd:    »J>ank  haue  %e\ 
^our  londes  kepe  y  nou^t !  «  2640 

CCXLI   (III  XXXII). 

296a-  Into  Bretein  he  ches, 

Bicome  J?e  doukes  kni^t ; 
He  set  his  lond  in  pes, 
J>at  arst  was  ful  of  fi^t. 

AI  )?at  )?e  doukes  wes,  2645 

He  wan  o^ain  wij?  ri^t. 
He  bede  him,   wij?  outen  les. 
His  douhter,   J?at  was  bri^t 
In  land ; 

J>at  maiden  Ysonde  hi^t  265° 

WiJ>  J?e  white  hand. 

CCXLII   (III  XXXIII). 

Tristremes  loue  was  strong 
On  swete  Ysonde,  J?e  quene ; 
Of  Ysonde  he  made  a  song, 

J>at  song  Ysonde  bidene.  265S 

J>e  maiden  wende  al  wrong, 
Of  hir  it  hadde  ybene. 
Hir  wening  was  so  long, 
To  hir  fader  hye  gan  mene 

For  nede.  266° 

Ysonde  wij?  hand  schene 
Tristrem  to  wiue  J?ai  bede. 

CCXLIII  (III  XXXIV). 

Tristrem  a  wil  is  inne, 
Has  founden  in  his  )?ou^t : 

»Mark,,  mi  nem,   ha)?  sinne,  2665 

Wrong  he  ha)?  ous  wrou;t; 
Icham  in  sorwe  and  pine, 
Pqv  to  hye  ha)?  me  brousjt. 


—     73     — 

Hir  loue,  y  say,  is  mine, 
2670  pQ  boke  seyt,   it  is  nou^t 

WiJ?  ri^t ! « 

Pe  maiden  more  he   sou^t, 
For  sehe  Ysonde  hi^t. 

CCXLIV  (III  xxxv). 
J>at  in  his  hert  he  fand 

2675  And  trewely  J>ou^t  he  ay ; 

Pe  forward  fast  he  band 
\Yij>  Ysonde,   J?at  may 
WiJ?  )>e  white  hand, 
He  spoused  ]?at  day. 

2680  O  ni2;t,   ich  vnderstand, 

To  boure  wenten  £>ai 
On  bedde. 

Tristrem  ring  fei  oway, 
As  men  to  chau?/zber  him  ledde. 


CCXLV  (III  XXXVI). 
2685  Tristrem  biheld  J?at  ring,  296 

J>o  was  his  hert  ful  wo  : 

»O^ain  me  swiche  a  ping 

Dede  neuer  Ysonde  so ; 

Mark,  her  lord,  pe  king, 
26 9°  Wij?  tresoun  may  hir  to. 

Mine  hert  may  no  man  bring 

For  no  )?ing  hir  fro, 

J>at  fre. 

Ich  haue  tvinned  ous  to, 
2695  I>e  wrong  is  al  in  me !  « 

CCXLVI   (III  XXXVII) . 
Tristrem  to  bedde  ?;ede 

Wi)?  hert  ful  of  care ; 

He  seyd  :    » Pe  dem  dede, 

Do  it  y  no  dare ! « 
27oo  pQ  maiden  he  forbede, 

7j£  it  hir  wille  wäre. 

P e  maide  answerd  in  lede : 

»J*er  of  haue  J?ou  no  care! 

AI  stille 
27os  Y  nil  desiri  na  mare, 

Bot  at  ]?ine  owen  wille ! « 

CCXLVII  (III  XXXVIII). 
Her  fader  on  a  day 
^af  hem  londes  wide, 


—     74     — 

Fer  in  J?at  cuntray 

Markes  were  set  biside.  2710 

Bitvene  pe  douke  J?ai  had  ben  ay 

And  a  geaunt  vnride  ; 

No  most  per  no  man  play, 

Pat  he  no  dede  him  abide 

And  fi^t;  271s 

Lesen  he  schuld  his  pride, 

Were  he  king  or  kni^t. 

CCXLVIII  (III  XXXIX). 

»Tristrem,   y  pe  forbede 
For  pe  loue  of  me : 

No  hunte  J?ou  for  no  nede  272o 

Bi^ond  pe  arm  of  pe  se ! 
Beliagog  is  vnrede, 
A  stern  geaunt  is  he ; 
Of  him  poxi  owest  to  drede, 

J>ou  slou^  his  bre]?er  )?re  2725 

In  fi^t: 

Vrgan  and  Morgan  vnfre 
And  Moraunt,  pe  noble  kni^t! 

CCXLIX   (III  XL). 

296 c-  ^if  ]?ine  houndes  an  hare  wele  hayre 

And  comen  o^ain  to  pe  fre,  273o 

AI  so  be  }?ou  bonaire, 

When  his  houndes  comen  to  pe  ! « 

Pe  forest  was  wel  faire 

WiJ?  mani  a  selly  tre. 

Tristrem  J?ou^t  repaire,  2735 

Hou  so  it  euer  be, 

To  bide : 

»J>at  cuntre  wil  y  se, 

What  auentour  so  bitide  !  « 

CCL   (III  XLI) . 

Tristrem  on  huntinge  rade,  274° 

An  hert  chaci  bigan ; 
Per  pe  merkes  were  made, 
His  houndes,   ouer  psd  ran ; 
Pe  water  was  blac  and  brade, 
Tristrem  com  as  a  man,  2745 

]>er  pe  douke  was  fade, 
Fast  he  folwed  J?an, 


2725)   Nach  sloitij  ist  eine  rasur  von  einem  Buchstaben.       2744)  Ms.  blalc. 


—     75     — 

Ri^t  )?are  ; 

He  blewe  priis  as  he  can, 
2750  }>re  mot  o)?er  mare. 


CCLI   (III  XLII). 
.Deliagog  com  J?at  tide 


And  asked,   wat  He  is. 

»An  hunting  per  y  ride, 

Tristrem  ich  hat  ywis !  « 
2755  »O  ]>oi\  slou^  Morau//t  wij?  pride 

Tristrem.   artow  ]?is? 

And  se]?J?en  Vrgan   vnride  — 

Vnkinde  were  ous  to  kis 

As  kenne: 
2760  Mendi  pou  most  ]?at  mis, 

Now  )?ou  mi  lond  art  inne ! « 

CCLII   (III  XLIIl). 


»Y  slou?  Vrgan,  y  pe  teile: 

So  hope  y  pe  to  sla! 

J%  forest  wil  y  feile 
2765  And  castel  wil  y  ma ; 

Her  is  miri  to  duelle, 

For  p\  p\s  lond  y  ta !  « 

Pe  geaunt  herd  }>at  spelle, 

For  p\  him  was  ful  wa 
2770  Vnwise. 

So  bitven  hem  tva 

Pe  cuntek  gan  arise. 

CCLIII   (III  XLIV) . 

Dartes  wel  vnride  296' 

Beliagog  set  gan. 
2775  Tristremes  liif  )?at  tide 

Ferly  nei?e  he  wan. 

Bitvene  pe  hauberk  and  side 

Pe  dart  Jmrch  out  ran. 

Tristrem  bleynt  biside, 
2780  God  he  j?onked  J?an 

Almi^t. 

Tristrem,   as  a  man 

Fast  he  gan  to  fi^t. 

2763)   to  slaj   o  und  sl  auf  rasur  geschrieben. 


—     76     — 

CCLIV  (III  XLV) . 

Beliagog,   pe  bold, 
As  a  fende  he  fau^t;  2785 

Tristrem  liif  nei^e  he  sold, 
As  Tomas  haj?  ous  tau^t ; 
Tristrem  smot,   as  god  wold, 
His  fot  of  at  a  drau^t ; 

Adoun  he  fei  yfold,  2790 

J>at  man  of  michel  mau^t, 
And  cride : 

»Tristrem,  be  we  sausjt.. 
And  haue  min  londes  wide ! 

CCLV   (III  XLVI) . 

Ouercomen  hastow  me  2795 

In  bataile  and  in  fi^t. 
Helden  o^aines  pe 
No  wil  y  neuer  wij?   ri^t !  « 
His  tresour  lete  he  se 

Tristrem,  pe  noble  kni^t.  28o° 

Tristrem  knewe  him  fre ; 
Beliagog  him  hi^t, 
Nou^t  lain, 

An  halle  to  maken  him  bri^t 
To  Ysonde  and  Bringwain.  28o5 

CCLVI   (III  XLVII). 

Pe  geaunt  him  gan  lede, 
Til  he  fond  an  hald ; 
Pe  water  about  2;ede, 
It  was  his  eldren  hald. 

Pe  geaunt  bad  Tristrem  beide  28l° 

WiJ?  masouns,   )?at  were  bald. 
Beliagog  in  )?at  nede 
Fond  him  riche  wald, 
To  fine: 

Ysonde  haue  J?ere  he  wald  28l5 

Luffsum  vnder  line. 

CCLVII   (III  XLVIII). 

297a-  pe  geaunt  him  tau^t  J?at  tide, 

A  ford  ]?er  it  was  ?are; 
I>er^  he  mi^t  wele  ride, 

When  his  wille  wäre.  2g2° 

In  pe  hold  he  gan  him  hide, 

2784)  Beliagog]   a  über  der  zeile  geschrieben.       2802)  him]  Ms.  in. 


—     /  /     — 

Seyd  he  nou^t,   he  was  J?are ; 
Nold  he  nou^t  long  abide, 
O^ain  ]>o  gan  he  fare, 
2825  J?at  fre. 

At  pe  castel  forper  mare 
His  werkmen  wald  he  se. 

CCLVIII  (III  XLIX). 
O^ain  went  Tristrem  ]?an, 

Beliagog  had  masouns  sou^t. 
28 3°  Tristrem,   J>at  michel  can, 

A  werk  hem  ha]?  ybrou^t; 

Nas  )?er  neuer  ^ete  man, 

J>at  wist,  what  oper  wrou^t; 

Arere  when  J?ai  bigan, 
28 35  Swiche  a  werk  nas  nou^t 

At  nede ; 

pei  al  men  hadde  it  J?ou?t, 

It  nas  to  large  no  gnede. 

CCLIX  (III  L) . 

At  his  des  in  ]?e  halle 
2g4o  Swete  Ysonde  was  wrou^t; 

Hodain  and  Peticru,   to  calle, 

J>e  drink  hou  Brengwain  brou^t ; 

Mark  yclad  in  palle 

And  Meriadok  ful  of  J^ou^t; 
2845  —  So  liifliche  weren  j?ai  alle, 

Ymages  semed  it  nou^t, 

To  abide  — 

And  Tristrem,   hou  he  fau^t 

Wip  Beliagog  vnride. 

CCLX   (III  Li). 

z85°  So  it  bifel,   a  cas, 

In  seyn  Matheus  toun, 

£at  a  fair  fest  was 

Of  lordes  of  renoun ; 

A  baroun,  )?at  hi^t  Bonifas, 
28  55  Spoused  a  leuedi  of  Lyoun; 

£er  was  miche  solas 

Of  alle  maner  soun 

And  gle, 

Of  minestrals  vp  and  doun 
2860  Bifor  J?e  folk  so  fre. 

2.829J  Beliagog]  iagog  auf rasztr  geschrieben.    J£,84i)  Ms.  Pencru.     2859)  mi~ 
nestrals]  stral  auf  rasur  geschrieben. 


—     78     — 

CCLXI  (III  LIl). 

297 b.  pe  riche  douke  Florentin 

To  J?at  fest  gan  fare, 
And  his  sone  Ganhardin, 
Wi)?  hem  rode  Ysonde  J?are. 

Her  hors  a  polk  stap  in,  2865 

Pe  water  her  wat  ay  whare  ; 
It  was  a  ferly  gin, 
So  heye  vnder  hir  gare 
It  fleisje. 

Pe  leuedi  I0113  ful  smare,  2870 

And  Ganhardin  it  sei^e. 

CCLXII   (III  LIll). 

Ganhardin,   vnbli]?e 
His  soster  )?o  cald  he : 
»Abide  now,   dame,   and  lij?e, 
What  is  pex  tidde  to  >e?  2875 

Do  now  teile  me  swi]?e, 
Astow  louest  me  : 
Whi  I0113  ]?ou  J?at  si]?e? 
For  what  J?ing  may  it  be? 

Wi)?  outen  op :  2880 

P'\  frendschip  schal  y  fle, 
Til  y  wite  J?at  so)? !  « 

CCLXIII   (III  LIV) . 

» Broker !    No  wra)?e  pe  nou^t ! 
Pe  so)?e  y  wil  pe  say. 

Mine  hors  pe  water  vp  brou^t  2885 

Of  o  polk  in  pe  way. 
So  hei^e  it  flei^e,   me  J?ou?t, 
J>at  in  mi  sadel  it  lay. 
J>er  neuer  man  no  sou^t 

So  nei^e,   for  so)?e  to  say,  2890 

In  lede : 

Broker,  wite  J?ou  ay, 
J>at  y  lou^  for  J?at  dede ! « 

CCLXIV   (III  LV) . 

Qua]?  Ganhardin:    »Y  finde, 
J>at  schamely  schent  ar  we ;  2895 

To  wiue  on  our  kinde 
He)?eliche  holde]?  he ! 
J>er  he  gan  treu)?e  binde, 


2865)   stap]   auf  rasw  geschrieben. 


—     79     — 

Fain  y  wald  it  se  ; 
2900  For  alle  }?e  gold  of  Ynde 

Ybroken  no  schal  it  be, 
To  bete. 

His  frendeschip  wil  y  fle ; 
Our  on  schal  tine  swete !  « 

CCLXV  (III  LVI) . 

2905  WroJ?  is   Ganhardin  297' 

And  ]?at  Tristrem  yses; 

What  J?ou^t  he  is  in, 

Fast  he  aske]?  ywis : 

»)>ou  hast  bi  Ysonde  lin, 
29 IO  While  J>i  wille  is  : 

Whi  nas  hye  neuer  }?ine? 

Tristrem,   tel  me  ]?is 

In  lede  : 

What  ha}?  hye  don  amis, 
29 1 5  What  wites  )?ou  hir  of  dede?« 

CCLXVI   (III  LVIl). 

»^if  it  hir  wille  wäre, 

Forhole  it  mi^t  haue  be ; 

Sehe  ha]?  ytold  it  3011  ^are, 

Quite  sehe  is  of  me  ! 
2920  Of  hir  kepe  y  na  mare, 

A  ^ift  y  ^eue  )>£  • 

To  a  leuedi  wil  y  fare, 

Is  fairer  J?an  swiche  )?re, 

To  frain !  « 
2925  Ganhardin  longe]?,   to  se 

J>at  leuedi,   nau^t  to  lain. 

CCLXVII    (III  LVHI) . 

Ganhardin  ]?e  fest  fles, 

He  bicom  Tristremes  frende  ; 

He  seyd,  his  liif  he  les, 
293°  Bot  he  wi)?  Tristrem  wende; 

Qua]?  Tristrem :    a  ^if  it  so  bes, 

In  Inglond  ]?at  we  lende, 

No  say  nousjt,   what  ]?ou  ses, 

Bot  hold,   astow  art  hende, 
293s  And  hele: 

Lay  it  al  vnder  hende, 

To  steuen  ?if  }?ai  it  stele ! « 

291 1      Vor  hye  ist  ein  y  ausradirt. 


—     80     — 

CCLXVIII  (III  LIX). 

Ganhardin  his  treu]?e  plis;t, 
To  ben  his  bro)?er,   he  bede, 
To  ben  a  trewe  kni^t  2940 

In  al  Tristremes  nede. 
BoJ?e  busked  j?at  ni^t 
To  Beliagog  in  lede. 
Ganhardin  sei^e  )?at  si^t 

And  sore  him  gan  adrede:  *945 

»To  brink 

To  sie  ]?ou  wilt  me  lede, 
To  Beliagog,   me  ]?ink !  « 

CCLXIX   (III  LX). 

297d-  »Ganhardin,  wrong  haue  )?ou  alle: 

Wel,  whi  seistow  so?  2950 

Maugre  on  me  falle, 

^if  y  }>e  wold   slo! 

Pe  geaunt  is  mi  pralle, 

His  liif  pei  y  wil  to !  « 

Tristrem  J?o  gan  him  calle ;  2955 

On  a  stilt  he  com  ]>o 

Ful  swi]?e : 

»Lord,   \>\  wille  to  do, 

J>ar  to  ar  we  blij>e !  « 

CCLXX   (III   LXI). 

»Beliagog,   go  )?are  296° 

And  loke,  it  boun  be! 
Ganhardin  and  y  wil  fare, 
J>e  leuedi  for  to  se !  « 
Swiche  castel  fond  he  J?are, 

Was  maked  of  ston  and  tre.  2965 

Ganhardin  wist  nou  are, 
J>er  duelled  Tristrem  and  he, 
To  li>e, 

Ysonde  for  to  se 
In  halle,   bri^t  and  bli]?e.  297© 

CCLXXI   (III  LXIl). 

To  Ysonde  bri^t  so  day 
So  halle  gun  J?ai  go  ; 
Ysonde  J?o  sei^e  J?ai 
And  Bringwain,   bo)?e  to, 

Tristrem,   for  so)?e  to  say,  2975 

And  Beliagog  al  blo. 


—    81     — 

As  Ganhardin  stert  oway, 
His  heued  he  brac  )>o, 
As  he  flei^e. 
298°  Ganhardin  was  ful  wo, 

Pat  he  com  Ysonde  so  nei^e. 

CCLXXII   (III  LXIll). 

Ganhardin  schamed  sore, 

His  heued  ran  on  blöd. 

Ysonde  he  sei^e  J?ore 
2985  And  Brengwain  fair  and  gode. 

Brengwain  J?e  coupe  bore ; 

Hirn  rewe  Jmt  frely  fode, 

He  swore  bi  godes  ore. 

In  her  hond  fast  it  stode, 
299o  AI  stille. 

»Tristrem,   we  ar  wode, 

To  speken  o^ain  J?i  wille! 

CCLXXIII   (III  LXIV). 

Nis  it  bot  hert  breke,  298 

J>at  swi)?e  wele  finde  we, 
2995  And  foly  ous,  to  speke 

Ani  worde  o^aines  pe. 

Mi  wille  ?if  y  mis;t  gete, 

J>at  leuedi  wold  y  se : 

Mine  hert  hye  haj?  ysteke, 
3°00  Brengwain  bri^t  and  fre, 

I>at  frende; 

BliJ?e  no  may  ich  be, 

Til  y  se  )?at  hende !  « 

CCLXXIV   (III  LXV). 

Tristrem  and  Ganhardin, 
3°°5  Treu]?e  pli^ten  J?ay, 

In  wining  and  in  tin 

Trewe  to  ben  ay, 

In  ioie  and  in  pin, 

In  al  J?ing,   to   say, 
3OI°  Til  he  wi)?  Brengwain  haue  lin, 

^if  |?at  Tristrem  may, 

In  lede. 

To  Inglond  ]?ai  toke  ]>e  way, 

t>o  kni^tes  stij?e  on  stede. 

2978;  Ms.  brac. 

Kölbing,  Sir  Tristrem.  ß 


—     82     — 

CCLXXV   (III  LXVl). 

Sir  Canados  was  J?an  30IS 

Constable,   J?e  quen  ful  nei^e; 
For  Tristrem  Ysonde  wan, 
So  wenej?  he  be  ful  slei^e, 
To  make  hir  his  leman 

Wi}>  broche  and  riche  bei^e.  3020 

For  nou^t,   J?at  he  do  can, 
Hir  hert  was  euer  hei?e, 
To  hold, 

J>at  man  hye  neuer  sei^e, 
J>at  bifor  Tristrem  wold.  3°25 

CCLXXVI  (III  LXVII). 

Tristrem  made  a  song, 
J>at  song  Ysonde,   J?e  slei^e, 
And  harped  euer  among ; 
Sir  Canados  was  nei^e ; 

He  seyd:   »Dame,  ]?ou  hast  wrong,  3°3° 

For  so]?e,   who  it  sei^e! 
As  oule  and  stormes  strong, 
So  criestow  on  heye 
In  herd. 

J>ou  louest  Tristrem  drei^e,  3°35 

To  wrong  J?ou  art  ylerd ! 


CCLXXVII  (III  LXVIII). 

Tristrem,  for  \>\  sake 
For  so]?e  wiued  ha)?  he. 
J>is  wil  J?e  torn  to  wrake : 

Of  Breteyne  douke  schal  he  be.  3°4o 

OJ?er  semblau;zt  J?ou  make, 
J^iseluen  ^if  J?ou  hir  se : 
V\  loue  hir  dede  him  take, 
For  hye  hi^t,   as  do  ^e, 

In  land:  3<H5 

Ysonde  men  callej?  J?at  fre, 
WiJ?  J?e  white  hand !  « 


CCXXVIII  (III  LXIX). 

»Sir  Canados,  J?e  waite ! 
Euer  ]?ou  art  mi  fo. 

Febli  ]?on  canst  hayte,  3°5° 

J>ere  man  schuld  menske  do. 
Who  wil  lesinges  layt, 


3050)  hayte]  t  aus  e  corrigirt. 


—     83     — 

J>arf  him  no  ferner  go. 
Falsly  canestow  fayt, 
3055  J>at  euer  worj?  J?e  wo ! 

For  )?i 

Malisoun  haue  J?ou  also 
Of  god  and  our  leuedy  ! 

CCLXXIX   (III  LXX). 

A  ?ift  ich  ?iue  ]?e: 
3o6°  V\  J>rift  mot  J?ou  tine! 

)>at  ]?ou  asked  me, 
No  schal  it  neuer  be  J>ine! 
Yhated  al  so  j?ou  be 
Of  alle  J?at  drink  wine! 
3°65  Hennes  ^ern  )?ou  fle 

Out  of  si^t  mine 
In  lede. 

Y  pray  to  seyn  Katerine, 
J>at  iuel  mot  \>ow  spede ! « 

CCLXXX  (III  LXXlV 


3070  pe  quen  was  wratj?ed  sore, 

WroJ?  to  chau;^ber  sehe  ^ede: 

»Who  may  trowe  man  more, 

J>an  he  haj?  don  J?is  dede?« 

A  palfray  asked  sehe  ]?ere, 
3°75  J>at  wele  was  loued  w  lede ; 

Di^t  sehe  was  ful  ^are, 

Hir  pauilouns  wij?  hir  J?ai  lede 

Ful  fine. 

Bifore  was  stef  on  stede 
3°8°  Tristrem  and  Ganhardine. 

CCLXXXI   (III  LXXII). 

Ful  ner  )?e  gat  ]?ai  abade  29B1 

Vnder  a  figer  tre; 

J>ai  sei^e,  where  Ysonde  rade 

And  Bringwain,   bo]?e  sei^e  he 
3°85  WiJ?  tvo  houndes  mirie  made ; 

Fairer  mi^t  non  be. 

Her  blis  was  ful  brade, 

A  tale  told  Ysonde  fre, 

J>ai  duelle. 
3°9°  Tristrem  J?at  herd  he 

And  seyd  )?us  in  his  spelle  : 

6* 


—     84     — 

CCLXXXII   (III  LXXIII). 

»Ganhardin,   ride  J?ou  ay, 
Mi  ring  of  finger  J?ou   drawe, 
t>ou  wende  forj?  in  J?i   way 

And  gret  hem  al  on  rawe,  3°95 

Her  houndes  praise  po\i  ay, 
P'\  finger  for)?  ]?ou  schawe ! 
Pt  quen,   for  so)?e  to  say, 
Pe  ring  wil  sone  knawe, 

Pat  fre :  3*0° 

Aski  sehe  wil  in  plawe, 
And  say,   J?ou  comest  fro  me !  « 


CCLXXXIII  (III  LXXIV) . 

Po  rode  Ganhardin  kene 
And  ouertakej?  hem  now ; 

First  he  gretej?  pe  quen  3105 

And  after  Brengwain,   y  trowe. 
Pq  kni^t  him  seif  bidene 
Stroked  pe  hounde  Peticru; 
Pe  quen  pe  ring  haj?  sene 

And  knewe  it  wele  ynou^,  3110 

P?X  fre. 

Hye  seyd:    »Say  me,   hou 
Com  J?is  ring  to  )?e?« 

CCLXXXIV  (III  LXXV). 

» He  J?at  au^t  )?is  ring, 
To  token  sent  it  to  j>e  ! «  3XI5 

Po  seyd  j?at  swete  ping : 
»Tristrem,   |?at  is  he!« 
»Dame,   wi]?  outen  lesing, 
He  sent  it  ^ou  bi  me ! « 

Sehe  sayd :    »Bi  heuen  king,  3120 

In  longing  haue  we  be, 
Nau^t  lain : 
AI  ni^t  duelle  we !  « 
Seyd  Ysonde  to  Bringwain. 

CCLXXXV  (III  LXXVl) . 

298 (l.  f>ai  wende,   pe  quen  wald  dye,  3I25 

So  sike  sehe  was  bi  si^t. 
Pai  sett  pauilouns  an  heye 
And  duelled,   clerk  and  kni^t. 
Ysonde  biheld  J?at  lye 

3108)   Ms.  pencru. 


—     85     — 

3*3°  Vnder  leues  li^t; 

Tristrem  hye  J?er  sey^e, 

So  dede  Brengwain  J?at  ni^t 

In  feld. 

Ganhardine  treuj?e  pli^t, 
3X35  Brengwain  to  vviue  weld. 

CCLXXXVI  (III  LXXVIl) . 

Tvo  ni^t  J?er  J?ai  lye 

In  J?at  fair  forest; 

Canados  hadde  a  spie. 

Her  pauilouns  he  tokest; 
3140  Per  come  to  Canados  crie 

Pe  cuntre  est  and  west. 

Gouernayl  was  for  J>i 

Per  out,   as  it  was  best, 

To  abide. 
3J45  He  seyd  Tristrem  prest, 

Now  it  were  time,  to  ride. 

CCLXXXVII  (III  LXXVIIl) . 

Gouernayl,   his  man  was  he, 
And  Ganhardine  his  kni^t. 
Armed  kni^tes  j?ai  se, 

3^0  To  feile  hem  doun  in  fi^t. 

Gouernaile  gan  to  fle, 
He  ran  oway  ful  ri^t; 
f>o  folwed  bond  and  fre 
And  lete  J?e  löge  vnli^t 

3155  J>at  tide. 

Oway  rode  Tristrem  J?at  ni^t 
And  Ganhardine  biside. 

CCLXXXVIII  (III  LXXIX). 

Sir  Canados,   pe  hei^e, 

He  ladde  J?e  quen  oway  ; 
3l6°  Tristrem  of  loue  so  slei?e 

No  abade  him  nou^t  )?at  day. 

Brengwain  bri^t  so  bei^e, 

Wo  was  hir  po  ay ; 

On  Canados  sehe  gan  crie 
3l65  And  made  gret  deray 

And  sede: 

»fcis  lond  nis  wor)?  an  ay, 

When  po\i  darst  do  swiche  a  dede !  « 

3167,   Ms.   anay. 


—     86     — 

CCLXXXIX   (III  LXXX). 

299 a-  Ganhardine  gan  fare 

Into  Bretaine  oway,  3J7<> 

And  Tristrem  duelled  )?are, 

To  wite,  what  men  wald  say ; 

Coppe  and  claper  he  bare 

Til  )?e  fiftenday, 

As  he  a  mesel  wäre;  3*75 

Vnder  walles  he  lay, 

To  li>e; 

So  wo  was  Ysonde,   \at  may, 

)>at  alle  sehe  wald  towriJ?e. 

CCXC    (III  LXXXI). 

Tristrem  in  sorwe  lay,  3l8° 

For  Jn  wald  Ysonde  awede, 
And  Brengwain  J?retned  ay, 
To  take  hem  in  her  dede. 
Brengwain  went  oway, 

To  Marke,  J?e  king,   sehe  ^ede  3l85 

And  redily  gan  to  say, 
Hou  J?ai  faren  in  lede : 
»Nou^t  lain, 

Swiche  kni^t  hastow  to  fede, 
V\  schäme  he  wald  ful  fain!  3J9° 

CCXCI  (III  LXXXII). 

Sir  king,   take  hede  J?er  to: 
Sir  Canados  wil  haue  \\  quen ! 
Bot  J?ou  depart  hem  to, 
A  schäme  J?er  worj?  ysene. 

Hye  drede)?  of  him  so,  3J95 

J>at  wonder  is  to  wene ; 
His  wille  for  to  do 
Hye  wernej?  him  bitvene, 
Ful  sone. 

^ete  J?ai  ben  al  clene;  320° 

Haue  )?ai  no  dede  ydone  1 « 

CCXCII   (III  LXXXIIl). 

Marke,   in  al  }>ing 
Brengwain  J?anked  he. 
After  him  he  sent  an  hei^eing, 
Fram  court  he  dede  him  be.  3205 

»t>ou  deseruest  for  to  hing, 
Miseluen  wele  ich  it  se  I « 


—     87     — 

So  cou)?e  Brengwain  bring 
Canados  for  to  fle, 
3210  J>at  hei?e. 

Glad  was  Ysonde,  J?e  fre, 
Pat  Brengwain  couJ?e  so  li^e. 

CCXCIII    (III  LXXXIV). 
t>an  to  hir  seyd  pQ  quen  :  299 ] 

»Leue  Brengwain,   pe  bri^t, 
32I5  J>at  art  fair  to  sene ! 

Povl  wost  our  wille  bi  si^t: 

Whare  ha)?  Tristrem  bene? 

Nis  he  no  douhti  kni^t? 

J>ai  leiten  al  bidene, 
322°  £at  sain,   he  dar  nou^t  fi^t 

WiJ?  his  fo !  « 

Brengwain  biheld  )?at  ri^t, 

Tristrem  to  bour  lete  go. 

CCXCIV    (III  LXXXV). 
Tristrem  in  bour  is  blij?e, 
3225  Wi)>  Ysonde  playd  he  J?are; 

Brengwain  badde  he  li)?e : 

»Who  j?er  armes  bare, 

Ganhardin  and  J?ou  J?at  si)?e 

Wi^tly  oway  gun  fare !  « 
323°  Qua)?  Tristrem:    »Crie)>  swi]?e 

A  turnament  ful  ^are 

WiJ?  mi^t : 

NoiJ?er  of  ous  nil  spare, 

Erl,   baroun  no  kni^t !  « 


CCXCV    (III  LXXXVl). 

3235  -A.  turnament  J>ai  lete  crie, 

Pe  parti  Canados  tok,  he, 
And  Meriadok,  sikerly, 
In  his  help  gan  he  be. 
Tristrem  ful  hastilye 

324©  Ofsent  Ganhardin,  pe  fre; 

Ganhardin  com  titly, 
P2X  turnament  to  se 
WiJ?  si?t. 
Fro  pe  turnament  nold  J?ai  fle, 

324S  Til  her  fon  were  feld  doun  ri?t. 

CCXCVI   (III  LXXXVIl). 
J>ai  com  into  pe  feld 
And  founde  per  knij;tes  kene ; 


—     88     — 

Her  old  dedes  J?ai  ^eld 

WiJ?  batayle  al  bidene. 

Tristrem  gan  biheld  325° 

To  Meriadok  bitvene; 

For  j?e  tales,  he  teld, 

On  him  he  wrake  his  tene 

J>at  tide ; 

He  ^af  him  a  wounde  kene  3255 

J^urch  out  bo]?e  side. 

CCXCVII  (III  Lxxxvm) . 

299c-  Bitvene  Canados  and  Ganhardin 

J>e  fi^t  was  ferly  strong  ; 
Tristrem  J^ou^t  it  pin, 

J>at  it  last  so  long ;  3260 

His  stirops  he  made  him  tine, 
To  grounde  he  him  wrong. 
Sir  Canados  J?er  gan  lyn, 
Pe  blöd  J?urch   brini  )?rong 

Wi)>  care.  3265 

On  him  he  wrake  his  wrong, 
f>at  he  no  ros  na  mare. 


CCXCVIII    (III   LXXXIX). 

Her  fon  fast  J?ai  feld 
And  mani  of  hem  J?ai  slou^  ; 
Pe  cuntre  wiJ?  hem  meld,  327o 

J>ai  wrou^t  hem  wo  ynom;. 
Tristrem  ha)?  hem  teld 
J?at  him  to  schäme  drou?. 
t>ai  token  )?e  hei^e  held 

And  passed  wele  anou^  3275 

And  bade. 
Vnder  wode  bou^ 
After  her  fomen  J?ai  rade. 

CCXCIX    (III  XC). 

Per  Tristrem  tumed  o^ain 
And  Ganhardin,   stij?e  and  stille.  32go 

Mani  J?ai  han  yslain 
And  mani  ouercomen  wij?  wille. 
Pe  folk  flei^e  vnfain 
And  socour  criden  schule ; 


3261 1  Ms.  stiropo.  3278)  ai  rade  auf  rasur  geschrieben.  3279)  ed 
o^ain  auf  rasur  geschrieben;  überhaupt  ist  die  ganze  seite  sehr  rauh  und  abge- 
schabt, namentlich  299 d,  weshalb  ich  dies  im  folgenden  einzeln  nicht  mehr 
erwähne. 


—     89     — 

32g5  In  lede  nou^t  to  layn, 

t>ai  hadde  woundes  ille 
At  J?e  nende. 

Pq  wraiers,   J?at  weren  in  halle, 
Schamly  were  J?ai  sehende. 

CCC   (III  XCI). 

3*9°  Pan  J?at  tumament  was  don, 

Mani  on  slain  £>er  lay. 

Ganhardin  went  sone 

Into  Bretaine  oway. 

Brengwain  haj?  her  bone ; 
3295  Ful  wele  wreken  er  J?ay. 

A  kni^t,   J?at  werd  no  schon, 

Hete  Tristrem,   so}?e  to  say ; 

Ful  wide 

Tristrem  sou^t  he  ay, 
33°°  And  he  fond  him  J?at  tide. 

CCCI  (III  xcn). 

He  fei  to  Tristremes  fet  *99d- 

And  merci  crid  he  : 

»Mi  leman  fair  and  swete 

A  kni^t  ha|?  reued  me; 
33°S  Of  loue  )?at  can  wele  let, 

So  Crist  hir  sende  )?e ! 

Mi  bale  £>ou  fond  to  bet 

For  loue  of  Ysonde  fre ! 

Nou^t  lain  : 
33io  Seuen  brevem  haj?  he, 

J>at  fi^tej?  me  ogain ! 

CCCII   (III  XCIII) . 

Vv=>  ich  day  J?ai  fare 

And  passe]?  fast  biside. 

Y  gete  hir  neuer  mare, 
33I5  ^if  y  tine  hir  Jns  tide. 

Fiftene  kni^tes  J?ai  are 

And  we  bot  to,   to  abide !  « 

» DaJ?et,   who  hem   spare ! « 

Seyd  Tristrem  J?at  tide, 
332°  »frs  ni^t 

t>ai  han  ytint  her  pride 

t'urch  grace  of  god  alm^t !  « 

3299     sou^t]    Zuerst  war  fond  geschrieben ;   dies  ist  unterpunktet  und  sou^t 
darüber  geschrieben. 


—     90     — 


i 


CCCIII  (III  xciv). 

J>ai  gun  hem  boJ?e  armi 
In  iren  and  stiel  )?at  tide; 

t>ai  metten  hem  in  a  sty  3325 

Bi  o  forestes  side. 
Per  wex  a  kene  crie, 
Togider  \o  )?ai  gun  ride. 
Pe  s;ong  Tristrem,   for  J?i 

Sone  was  feld  his  pride,  333° 

Ri^t  J?ore. 

He  hadde  woundes  wide, 
pat  he  no  ros  no  more. 

CCCIV   (III  XCV) . 

J?us  }>e  song  kni^t 
For  soJ?e  yslawe  was  J?are.  33  35 

Tristrem,   J?at  trewe  hi^t, 
Awrake  him  al  wij?  care. 
t>er  he  slou^  in  fi^t 
Fiftene  kni^tes  and  mare; 

Wel  louwe  he  dede  hem  li?t  334° 

WiJ?  diolful  dintes  sare, 
Vnsounde ; 

Ac  an  aruwe  oway  he  bare 
In  his  eld  wounde. 


3344)  Hier  schliesst  foL  299;    das  folgende  blatt  ist  herausgeschnitten  und 
mit  ihm  ist  der  schluss  des  gedicktes  verloren. 


Anmerkungen. 


Der  titel  des  gedichtes.  W.  Scott  hat  dasselbe  Sir  Tristrem  genannt 
und  alle  späteren  forscher  haben  diese  fassung  des  namens  beibehalten.  Jedoch 
lässt  sich  über  die  berechtigung  desselben  streiten.  Dem  p.  3  zu  v.  i  be- 
meikten  zufolge  ist  die  Überschrift  in  der  hs.  weggeschnitten,  falls  eine  solche 
überhaupt  vorhanden  gewesen  ist.  Letzteres  ist  mir  darum  unwahrscheinlich, 
weil  in  diesem  falle  doch  wol  diese,  und  nicht  die  erste  zeile  der  dichtung 
am  unteren  rande  der  vorigen  seite  als  custos  angeführt  sein  würde.  Aus  dem 
werke  selbst  aber  lässt  sich  nicht  beweisen,  dass  der  Verfasser  der  dichtung 
sich  dieser  form  des  namens  bedient  habe  da  derselbe  nie  im  reime  steht. 
Dagegen  fällt  für  die  annähme,  dass  nach  seinem  willen  der  held  der  erzäh- 
lung   Tristrdm  gehiessen  habe,  schwer  ins  gewicht  v.  252  f . : 

In  court  men  cleped  him  so : 

po  'tram'  bifor  pe  'trist'. 
In  der  that  lässt  er  sich  dann  am  irischen  hofe  Tramtris,  nicht  Tremtris, 
nennen.  Ausserdem  kann  noch  auf  die  altnordische  form  Tristram  (Trantris) 
sowie  auf  das  altfrz.  Tristran  verwiesen  werden.  Wenn  ich  trotz  alledem, 
obwol  sehr  ungern,  den  titel  Sir  Tristrem  beibehalten  habe,  so  waren  mir  da- 
bei die  thatsachen  entscheidend,  dass  erstens  der  abschreiber  ausnahmslos 
Tristrem  schreibt,  was  unerklärlich  sein  würde,  wenn  der  name  in  dieser  fassung 
nicht  ihm  und  seinen  landsleuten  geläufig  gewesen  wäre ;  dass  ferner  Robert 
Mannyng  of  Brunne  (vgl.  das  citat  in  der  Einleitung)  Sir  Tristrem  schreibt 
und  mit  steem  reimen  lässt.  Auch  Juliana  Berners  (vgl.  die  in  der  anmerkung 
zu  v.  297  ausgehobne  stelle)  führt  den  namen  so  auf.  Der  so  sich  ergebende 
Widerspruch  zwischen  Tristrem  und   Tramtris  ist  freilich  sehr  störend. 

Who  bezieht  sich  natürlich  auf  Rouland  und  Blauncheflour.  4 

Diese  zwei  verba  gete  and  bere  finden  sich  sehr  häufig  verbunden;  vgl. 
v.  243  f. 

Geten  and  born  was  so 
pe  child,  was  fair  and  white. 
Merlin  v.  5  f . : 

And  I  shall  you  informe, 
How  Merlyn  was  gotten  and  borne. 
Der  Zusammenhang  lehrt,    dass   unter  who   könig    Marke    gemeint  ist,  ja-  5 
nicht  Morgan,   obwol  sich  dafür  etwa  v.  175  als  beweisgrund  anführen  Hesse. 

Der  ausdruck  king  wip  croun  ist  in  der  romanzenpoesie  sehr  häufig; 
vgl.  u.  a.  v.   516: 

Marke,  pe  king  wip  croun. 
sowie    die   Zusammenstellungen    bei   Zielke,    Sir   Orfeo,    p.   10.      Mätzner  führt 
diesen  typischen  ausdruck  weder  unter  king  noch  unter  corone  auf. 

Während  v.  6  unzweifelhaft  auf  Rohand  zu  beziehen  ist,  könnte  man  dar-  7  f. 
über   schwanken ,    wer   unter   bold   baroun   zu    verstehen  sei.      Ich  beziehe  den 


—     92     — 

ausdruck  auf  Tristrem ,  und  demgemäss  pair  eiders,  v.  8,  auf  die  vorfahren 
Rouland's,  Marke's  und  Tristrem's. 

9  Mätzner,  Wtb.  I   p.  21 7a   zieht   diese   worte    zur   vorigen   zeile    und   setzt 

fragweise  dafür  die  bedeutung  ehemals  an.  Aber  bi  v/re  scheint  in  diesem 
sinne  sonst  nirgends  vorzukommen,  auch  vermag  ich  denselben  sprachlich  nicht 
zu  rechtfertigen,  denn  7/re  kann  doch  nicht  ohne  weiteres  dasselbe  sein  wie  are 
dawes  (vgl.  bi  me  dawes,  Havel,  v.  27).  Ich  nehme  desshalb  bi  ^ere  zum  fol- 
genden und  übersetze  es  mit  jähr  für  jähr.  In  diesem  sinne  kommt  derselbe 
ausdruck  nämlich  auch  sonst  noch  vor,  vgl.  Amad.  v.   124  f.  : 

And  had  greyt  rentes  be  yere, 

Ylke  a  yere  a  honderte  pounde 
Erl  of  Toi.   (A)  v.   28  f.  : 

He  had  rafte  out  of  hys  honde 

Thre  hundred  poundys  worth  be  yere  of  londe. 

10  Vgl.  Sir  Perc.  v.   1173  f.: 

Tide  in  towne  who  wille  teile, 

Folkes  undir  his  fete  feile. 
Hier  wie  dort  ist  vom  vortrage  des  minstrels  die  rede.    In  anderem  sinne  wird 
teilen  in  toun  v.   167  gebraucht. 

11  Alle  drei  zusätze  zu  auentours :  as  pai  zvare  sowie  as  it  wes  (v.  59)  und 
as  it  were  (v.  673)  lassen  sich  rechtfertigen;  as  pai  wäre  heisst :  wie  sie  waren, 
d.  h.  sich  begeben  hatten;  as  it  wes  oder  were  heisst:  wie  es  sich  damit  ver- 
hielt.    Vgl.  auch  Amis  and  Amil  v.   2221  f. : 

AI  so  thai  sete  togider  thare 

And  speke  of  auentours,  as  it  were. 
In  dieser  ersten  strophe  werden  uns  in  kurzen  andeutungen  einige  haupt- 
personen  des  gedichtes  vorgeführt:  Tristrem,  Rouland,  Blauncheflour,  Marke 
und  Rohand.  Auffällig  ist,  dass  sich  nicht  die  mindeste  hinweisung  auf  Ysonde 
findet,  die  doch  später  eine  der  hauptrollen  in  der  erzählung  zu  spielen  hat. 
Ein  solcher  »Speisezettel«  zu  anfang  des  gedichtes,  der  sich  einigermassen  mit 
dem  eingange  des  Nibelungenliedes  vergleichen  lässt,  findet  sich  in  me. 
romanzen  sehr  selten;  vergleichen  lassen  sich  die  beiden  ersten  Strophen  von 
Amis  und  Amiloun  sowie  Guy  of  Warw.  v.   19  ff.  : 

Of  an  Erle  y  wyll  yow  teile 
(Of  a  better  may  no  man  spelle) 
And  of  hys  stewarde  bryght  of  hewe, 
That  was  bothe  gode  and  trewe, 
And  of  hys  sone,  that  good  squyere, 
Whyll  he  was  hole  and  fere, 
And  howe  he  louyd  a  may  ^ynge, 
The  Erlys  doghtur,  a  swete  thynge. 

ia  Derselbe   vers    kehrt   Amis   and   Amiloun   v.  525    wieder.     Vgl.   auch  das. 

v.  411. 
13  f.  Wenn  hier  durch  it  das  in  der  vorigen  zeile  genannte  subject  wieder  auf- 

genommen wird,  so  hat  das  nichts  auffälliges ;  merkwürdiger  ist  es,  wenn,  wie 
v.  22,  sofort  nach  dem  Substantiv  it  folgt;  aber  auch  hier  ist  nicht  etwa  it  zu 
streichen;  vgl.  u.  a.  Mätzner,  Sprachpr.  I  p.   50  v.   25  ff.: 

Cumen  itt  mote,   cti  kingdom, 

3in  hali  wil,   it  be  al  don 

In  hevene  and  in  eräe  all  so, 
Eger  and  Grine  v.  930: 

The  sun,  it  shone  both  fresh  and  cleere. 
Bei  Koch  II2  §  302  ff.  finde  ich  darüber  nichts  bemerkt.  Zu  vergleichen  ist 
die  analoge  hinzufügung  von  he  zu  eigennamen,  über  die  a.  a.  o.  §  301  ge- 
handelt wird.  Beiläufig  sei  erwähnt,  dass  auch  der  vorangestellte  accus,  des 
Personalpronomens,  für  den  Koch  nur  eine  stelle  anführt,  öfter  zu  belegen  ist; 
vgl.  Chaucer,  Legenda  Ypsiphile  et  Medee  v.  176  f.: 


—     93     — 

And  al  this  was  compassed  on  the  nyghte 

Betwix  him,  Jason,  and  this  Ercules. 
Guy  of  Wanv.  v.   3379  f.  : 

He  defendyd  hym,  as  a  lyowne, 

And  all,  bat  was  wyth  hym,  Gyowne. 
Der  herausgeber  hat  also  wol  unrecht  daran  gethan,  hym  zu  streichen,  vgl. 
die  anm.  z.  d.  st.  Da  in  diesen  fällen,  je  nachdem  das  pronomen  oder  das 
Substantiv  voransteht ,  das  eine  als  apposition  des  andern  anzusehen  ist,  so 
habe  ich  es  für  richtig  erachtet,  die  beiden  worte  durch  ein  comma  zu 
trennen. 

Die   bezeichnung   des  waldes  als  gray  oder  hare  ist  sehr  gewöhnlich,  vgl.   14  f. 
Zielke  a.  a.  o.  p.  9.     Hier  könnte  man  in  zweifei  darüber  sein,  ob  der  dichter 
von   der   herbstlichen   färbung  der  bäume   redet   oder  von  dem  alter  derselben. 
Für    die   erstere    auffassung  spricht  der  in  v.   12  f.  berührte  gegensatz  zwischen 
somersday  uod  winter;   für  die  andere  Sir  Perc.   v.    170  ff.  : 

Salle  he  nothyng  see 

Bot  the  leves  of  the  tree, 

And  the  greves  graye. 
wo  doch  sicher  nicht  von  der  Jahreszeit  die  rede  sein  kann,     in  her  time  kann 
sowol  auf  den  sommer,  wie  auf  die  Jugend  der  bäume  gedeutet  werden. 

Diese   worte   rinden   sich   im   gedichte   noch    mehrmals  an  derselben  stelle  20 
der  Strophe,  z.  b.  v.  3144,  wo  es  den  sinn  hat:  warten,  auf  der  lauer  stehen; 
ähnlich  v.  2737  to  bide,  verweilen;  vgl.  Bödd.  Ae.  dicht.  Pol.  1.  VI  v.  20  f.  : 

Pe  heued  to  Londone  brugge  wes  send 

To  abyde. 
d.  h.  um  dort  zu  bleiben.     Ebenso. Lonelich,  Chapter  XXXV  v.  293  f.  : 

Evene  faste  by  the  se  syde 

They  leften  tho  bodyes  forto  abyde. 
Anders  hier  und  v.  2847,  wo  ich  in  diesem  verbum  nur  ein  flickwort  erkennen 
kann,   welches  sich  nicht  übersetzen  lässt.     Auch  im  Nordischen  sinkt  bicta  zu- 
weilen zum  reinen  hülfsverbum  herunter,  vgl.  Hävamäl  v.  41  : 

ef  bat  bictr  at  vercta  vel. 
Mätzner  s.  v.  abiden  führt  diese  stellen  nicht  an. 

Von  einem  ritter  ist  es,  dass  ich  rede.  21 

Analoge    ausdrücke    mit    dem    verbum    springen    sind    in    der    me.    poesie  22 
häufig;   vgl.   Bödd.   Pol.  1.  VIII  v.   12  : 

^ent  al  bis  world  is  nome  con  springe ; 
Marina  v.    103  : 

Pe  word  sprong  to  al  pe  couent. 

Havel,  v.  959  mit  Skeat's  anm.  u.  s.  w. 

Zu  der  in  dieser  Strophe  ausgesprochenen  pessimistischen  ansieht  von  der 
Verschlechterung  der  weit;  vgl.   Ywaine  and  Gawin  v.  33  ff.  : 

Thai  tald  of  more  trewth  tham  bitwene, 
Than  now  omang  men  here  es  sene ; 
For  trowth  and  luf  es  al  bylaft, 
Men  uses  now  another  craft ; 
With  worde  men  makes  it  trew  and  stabil, 
Bot  in  thair  faith  es  noght  bot  fabil ; 
With  the  mowth  men  makes  it  hale, 
Bot  trew  trowth  es  nane  in  the  tale. 
Tharfore  her  of  now  wil  i  blyn, 
Of  the  kyng  Arthur  i  wil  bygin  etc. 

Man  beachte  auch,  dass  der  gedankenübergang  von  der  allgemeinen  ein- 
leitung  zum  helden  der  erzählung  an  beiden  stellen  genau  derselbe  ist;  denn 
auch  im  Sir  Tristrem  haben  wir  zwischen  v.  20  und  21  den  gedanken  zu  er- 
gänzen :  Ich  will  nun  nicht  weiter  über  die  unerfreuliche  gegenwart  sprechen, 
sondern  — 


—     94     — 

27  Nach  Mätzner.  Wtb.  I  p.  7ob,  soll  among  hier  bisweilen  heissen,  was  mir 
schlecht  zu  passen  scheint ;  ich  übersetze  es  durch  zugleich ,  vgl.  Zup.  zu 
Guy  v.   2301. 

Vgl.  als   dem   Wortlaute   dieses    verses    sehr   nahe   stehend   Guy    of  Warw. 
v.   8738: 

And  slewe  hys  men  euyr  amonge. 
Zu  v.   25 — 27  vgl.  Ypom.  v.   161 1  ff.  : 

For  I  shall  distroye  hyr  landis  alle, 

Hyr  men  sie,  bothe  grete  and  smalle, 

Hyr  castelle  breke  and  hyr  toure. 
The  Emp.  Oct.  v.  763  ff.  : 

They  broke  castels  stronge  and  bolde, 

Ther  myz,t  no  hye  wallys  them  holde, 

Ryche  townys  they  brente. 
Zu  der  chiastischen  Stellung  der  Satzglieder  vgl.   Kudr.   81 6,  2: 

Din  bürge  sint  zebrochen,  verbrennet  ist  dm  lant. 

28  Scott  erklärt  das  wort  reped  im  glossar  so:  »Reped.  Did  excite,  from 
repean ,  Sax.  agitare.  Reped  him  mani  a  res  =  Excited  many  an  attack  against 
him.«  Aber  das  ae.  hrepjan,  hreppan  (nicht  repean)  entsprechende  me.  wort 
heisst  berühren,  bewegen,  jedoch  kaum  etwas  gegen  jemanden  erregen.  Aber 
auch  auf  andre  weise  vermag  ich  das  wort  reped  nicht  zu  erklären,  und  möchte 
deshalb  vorschlagen,  raped  dafür  zu  lesen ;  hrapen  heisst  ergreifen,  rauben ;  a 
fasse  ich  nicht  als  unbestimmten  artikel,  sondern  als  abkürzung  von  on ;  also  : 
und  raubte  ihm  manchen  beim  angriff,  d.  h.  nahm  manchen  seiner  leute  beim 
angriff  gefangen. 

32  Ueber  wip  outen  les  vgl.  Zup.  zu  Guy  v.   550. 

35  Vgl.   Sir  Fer.  v.   2356: 

Pes  frensemen  him  habbeb  aslawe  :  now  wot  y  wel  it  ys  so. 
37  Stratm.3   p.   590 b    gibt    an:    »prä,    O.  Icel.   prär   (pertinax)?    thro   minax, 

ferox?«     Diese   letztere   bedeutung    passt    für   die  vorliegende   stellt  recht   gut, 
aber  z.  b.   durchaus  nicht  für  v.   615  f.  : 
Rohand  was  ful  pra, 
Of  Tristrem  for  to  frain. 
ebenso    wenig   bold ,    confident,    wie   Mätzner  Sprachpr.  I  p.  235  zu  v.  777  an- 
nimmt; vgl.  Le  bone  Flor.  v.   11 11  ff.  : 

And  also  swythe  Syr  Egravayne 
Went  to  the  pope,  the  sothe  to  sayne, 
To  teile  he  was  füll  thra, 
How  that  Emere  was  ovyr  the  see, 
Chasyng  Garcy  to  hys  cuntre  etc. 
An   beiden   stellen   muss    es  begierig  heissen.     An  den  isl.  Ursprung  des  Wortes 
glaube    ich    allerdings    auch,   vermuthe  aber,  dass  in  demselben  zwei  ursprüng- 
lich   getrennte    nordische    stamme    zusammengefallen    sind.       prär    heisst   zwar 
nur  pertinax,    aber   es    giebt    zwei   substantiva:    1)    prä,    n.    animi  pertinacia; 
2)  prä  f.  desiderium.     Auf  diesen  stamm  führe  ich  engl,  pro  überall  da  zurück, 
wo  es  begierig  heisst. 
3  8  f.  Ich    verstehe    unter  diesem  ausdruck,  dass  durch  den  krieg  die  häuser  und 

felder  des  armen  landmanns  ruinirt  wurden. 
42  im  ruhmvollen  kämpfe.    In  demselben  sinne  wird  in  prise  mhd.  gebraucht, 

z.  b.  Kudr.   617,  4. 
44  Welchen    sinn    hier    der    beiname   Roulands,    rise,    oder    riis,    wie  er  z.  b. 

v«  49  geschrieben  wird,  vermag  ich  nicht  anzugeben.  Es  läge  natürlich  am 
nächsten,  an  unser  riese  (gigas)  zu  denken,  um  so  mehr,  als  uns  deutschen 
dabei  unwillkürlich  das  Rückert'sche :  «Roland  der  ries«  etc.  einfallen  muss. 
Eine  solche  hinzufügung  zum  namen  wäre  für  einen  helden  ja  auch  keines- 
weges  unpassend.  Doch  aber  ist  diese  schöne  erklärung  schon  aus  dem  einen 
gründe  unmöglich,  weil  das  wort  riese  zu  keiner  zeit  in  der  englischen  spräche 
vorhanden  gewesen  ist.  Im  Ae.  wird  dafür  ent  oder  pyrs,  im  Ne.  giant  gebraucht. 
W.  Scott    gibt   für   riis  im  glossar  die  bedeutung  rise  an,  was  doch  höchstens 


—     95     — 

in  dem  sinne  von  zweig,  reis  in  betracht  kommen  könnte.  Doch  ist  diese  er- 
klärung  des  beinamens  eine  sehr  unbefriedigende.  Ich  muss  also  diese  frage 
vorläufig  als  eine  offne  bezeichnen.  —  Man  beachte  übrigens  die  schleppende 
Wiederholung  des  eben  erst  in  v.  36  f.  gesagten.  Eine  derartige  auffällige 
breite  findet  sich  z.   b.   auch  in  Amis  and  Amil. ;   vgl.  v.    1625  : 

Child  Ovvaines  his  name,  it  hight, 
und  gleich  darauf  v.   1633  f .  : 

That  child,  that  was  so  fair  and  bold, 

Owaines  was  his  name  ytold, 

Wel  fair  he  was  of  blöde. 
Die    an    und  für  sich  etwas  auffällige  construction  erklärt  sich  so,  dass  in  47  f. 
dem  mit  pat  anhebenden  satze  der  inhalt  des  Vertrages  mitgetheilt  wird,   näm- 
lich, dass  jeder  in  ruhe  sich  seines  besitzes    freuen    dürfe ;    seuen   z>er  to   stond 
ist   dann   noch    eine    specialisirende    hinzufügung   zu   A  forward\    vgl.    Ipom. 
v.  614  f.  : 

Do  make  crye  vndir  this  castell  walle 

Justes  there,  thre  dayes  to  laste. 
Beide  sätze  sind  dann  durch  and  verbunden. 

Ueber  seuen  i^er  habe  ich  I  p.  XXV  gehandelt.  Vgl.  auch  Skeat  zu  P.  PI. 
C.  V  v.  82  und  VII  v.  214;  Martin  zu  Kudr.  1021,  3.  Dass  die  siebenzahl  für 
dergl.  allgemeine  Zeitbestimmungen  gerade  in  England  besonders  beliebt  war, 
beweisen  u.  a.  stellen,  wie  Laz,.  v.  430.  6903.  19287.  20229.  31798,  wo  bei 
Wace  entweder  gar  keine,  oder  andere  zahlen  angegeben  sind;  ferner  auch 
Sir  Fer.  v.  268  f. : 

To  pe  kyng  said  he  among  pe  pres  :  Y  haue  pe  serued  ^ore 
In  werre  and  eke  in  lond  of  pes  wel  seuen  3er  and  more, 
wo  die  frz.  vorläge  v.  272  bietet : 

II  a  plus  de  II  ans. 
Mein,  I  p.  XVIII  dargelegter  Vorschlag,  diesen  vers  nicht,  wie  bisher  ge-  49 
schehen,  zum  folgenden,  sondern  zum  vorhergehenden  zu  ziehen,  da  sonst  ein 
grossartiger  unsinn  herauskomme,  erscheint  Brenner,  Anz.  f.  d.  a.  V  p.  407, 
misslich:  »Gerade  zu  K.'s  auffassung  des  englischen  Werkes  passt  die  incon- 
sequenz  ganz  wol,  während  gegen  die  neue  theilung  der  zeilen  der  Wortlaut 
vielleicht  (darf  die  analogie  eines  pcir  Rouland  wirklich  für  das  Englische  her- 
beigezogen werden?),  die  sonstige  abtheilung  aber  ziemlich  entscheidend 
spricht;  ich  finde  keine  Strophe,  in  der  die  fünfte  zeile  eher  mit  der  vierten 
als  mit  der  sechsten  zu  verbinden  wäre,  auch  in  III,  27  oder  III,  22  nicht; 
kaum  in  II,  8.«  —  Ich  kann  dieser  beweisführung  nicht  zustimmen.  Incon- 
sequenzen  kommen  ja  sonst  allerdings  auch  vor,  aber  die  vorliegende  wäre 
doch  die  grellste  von  allen,  so  dass  es  uns  sehr  erwünscht  sein  muss,  den 
dichter  von  derselben  zu  entlasten.  Ferner  habe  ich  nicht  die  analogie  von 
peir  Rouland  herbeigezogen,  sondern  nur  gesagt,  pai,  v.  50,  habe  etwa  den- 
selben sinn,  wie  peir  in  dem  erwähnten  nordischen  ausdruck,  was,  da  gerade 
Rouland  zuletzt  genannt  war,  mir  nichts  anstössiges  zu  haben  scheint.  Was 
endlich  die  letzte  behauptung  Brenners  betrifft,  es  finde  sich  keine  Strophe,  in 
der  die  fünfte  zeile  eher  mit  der  vierten  als  mit  der  sechsten  zu  verbinden 
wäre,   so  vgl.  v.    102  ff.: 

To  hir  maistresse  sehe  gan  say, 

Pat  hye  was  boun  to  go 

To  pe  kni^t,   per  he  lay. 

Sehe  swouned  and  hir  was  wo. 


v.    1609  ff. 


v.   1620  ff. 


And  euer  wip  al  mi  mi^t 
Of  pe  y  spac  among 
To  Marke,   pe  riche  kniijt, 
Pat  after  pe  he  gan  long. 

Pat  he  schuld  Ysonde  bring 
—  Pai  token  it  vnder  hand  — 


v.   2  347  ff. 


v.   2676  ff. 


v.    3083  ff. 


—     96     — 

To  Mark,  pe  riche  king, 
O  liue  ^if  pai  him  fand. 

A  stern  stroke  he  fand 
Opon  his  helme  so  schene, 
Pat  to  pe  grounde  he  wand  ; 

J*e  forward  fast  he  band 
Wip  Ysonde,  pat  may 
Wip  pe  white  hand, 
He  spoused  pat  day. 


Pai  sei^e,  where  Ysonde  rade 

And  Bringwain,  bope  sei^e  he 

Wip  tvo  houndes  mirie  made, 

Fairer  mi^t  non  be. 
An   all   diesen   stellen,    auch    trotz   Brenner's   wiederspruch   in   v.   1200  ff. 
(=  II,  8),  ist  die  fünfte  zeile  eher  mit  der  vierten  als  mit  der  sechsten  zu  ver- 
binden, wodurch    die    richtigkeit  meiner  auffassung  einigermassen  gesichert  er- 
scheinen dürfte. 
51  Wenn   man   meine   erklärung   der  vorigen  zeilen  billigt,  dann  ist  natürlich 

auch  Scott's  Übersetzung  dieses  verses,  s.  v.  heighe:  To  go  to  wage  Single  com- 
bat, zu  verwerfen,  heilte  ist  hier  nicht  eilen,  sondern  erhöhen :  ihren  rühm  zu 
erhöhen  und  zu  bewahren;  vgl.  La^.  v.  5408  :  And  pine  monscipe  heien  =  and 
exalt  thy  honour.  haven  and  holden  wird  in  ähnlichem  sinne  oft  verbunden ; 
vgl.  Celestin  v.  185:  pe  erchebisshopriche  to  hauen  and  to  holde. 
55  Man    könnte   schwanken,    ob   mit   den   hier  genannten  rittern  die  begleiter 

Rouland's  oder  die  ritter  an  Marke's  hofe  gemeint   sind.     Ich   entscheide    mich 
für  die  erstere  annähme,  da  v.  56  f.,  wo  die  letzten  zeilen  der  vorigen  strophe 
recapitulirt  werden,  über  diese  beziehung  kein  zweifei  entstehen  kann. 
56  fr.  pai,  v.  56,    könnte    auffallend    erscheinen   im  verhältniss  zu  his  auentours, 

v.  59.     Trotzdem  liegt  keine  veranlassung  vor,  zu  ändern;    Rouland  und  seine 
begleiter  unterrichten  den  könig  über  seine   (R.'s)  Verhältnisse. 
57  Vgl.  Kyng  of  Tars  v.  88  : 

Tofore  the  prince  proud  in  pres 
Hörn  Childe  XIII,   8  f . : 

Melkan  king  was  on  of  po, 

Proude  in  ich  a  pres. 
Melayne  v.  1220  f.  : 

Pat  he  salle  mete  hym  here  to-morne 

With  füll  prowde  men  in  prese  : 
und  Herrtage's  note    z.  d.  st.     Obwol  proud  im  sinne  von  gewaltig  an  diesen 
stellen  wie  Sir  Tristr.  v.  401  möglich  ist,   so  könnte  man  doch  bei  vergleichung 
von  Sir  Triam,  v.  969  : 

Prynces  proved  in  pres 
und  Melayne  v.  1302: 

Oure  prynces  prouede  in  presse 
auf  die  vermuthung  kommen,  proud  sei  nur   aus  proved,  was  einen  sehr  guten 
sinn  geben  würde,  zusammengezogen.     Dagegen    sprechen   freilich    stellen   wie 
The  Song  of  Roland  v.  140  f. : 

Olyuer  and  Roger  and  ober  for  pi  prow, 

Pat  be  proud  in  pres  and  well  preuyd  knyghtis, 
60  f.  Er  bat  sie,    als   seine  freunde  in  frieden   bei  ihm  zu  verweilen.     Eine  dem 

Zusammenhang  und  z.  th.  dem  Wortlaute  nach  sehr  ähnliche  stelle,  die  fast  wie 
eine  nachahmung  aussieht,  findet  sich  Amis  and  Amil.  v.   109  ff.  : 

Than  the  lordinges  schuld  forth  wende, 

That  riche  douke,  comly  of  kende, 

Cleped  to  him  that  tide 

Tho  tvay  barouns,  that  were  so  hende, 


—     97     — 

And  preyd  kern  al  so  his  frende, 

In  court  thai  schuld  abide, 
Die  erklärung  der  folgenden  verse  bietet  mehrfache  Schwierigkeiten  dar.  62  ff. 
Zuerst  entsteht  die  frage,  ob  pe  knipesy  v.  62,  Rouland's  oder  Marke's  ritter 
sind.  Im  ersteren  falle  würden  die  gaste  im  fremden  lande,  das  sie  eben  erst 
betreten  haben,  ein  turnier  arrangirt  haben,  eine  idee,  die  selbst  diesem  zu- 
weilen sehr  konfusen  dichter  schwerlich  zuzutrauen  ist.  Wir  werden  also  an- 
zunehmen haben,  dass  es  sich  um  Marke's  ritter  handelt.  Damit  fällt  freilich 
auch  die  auf  den  ersten  blick  nahe  liegende  erklärung  von  v.  63 :  nnd  thaten 
[so]  ohne  zweifei,  d.  h.  sie  nahmen  Marke's  einladung  an.  Ueberdies  wäre  diese 
ausdrucksweise  sehr  matt  und  don  dürfte  ohne  objeet  in  diesem  sinne  schwer- 
lich nachzuweisen  sein.  Aber  auch  bei  unserer  auffassung  erregen  diese  worte 
bedenken.  Das  einfachste  wäre  ohne  zweifei,  dede  in  gode  zu  verwandeln; 
vgl.  v.  89 : 

He  was  gode  and  hende, 
Sir  Isumbr.  v.   177  : 

The  knyghte  that  was  bothe  hend  and  gude, 

Agayne  swythe  over  the  water  he  wode. 
Indessen  scheint  sich  doch  eine  erklärung  des  überlieferten  zu  bieten. 
Mätzner  hat  Wtb.  I  p.  657 a  mehrere  stellen  angeführt,  wo  do  als  verstärkend 
einem  zweiten  unverkennbaren  imperativ  vorangeht,  z.  b.  Curs.  Mundi  v.  23159  : 
Dos,  fies  hepen,  yee  maledightl  Er  erwähnt  sogar  drei  stellen,  wo  nach  einer 
form  von  don  dieselbe  personalform  eines  anderen  verbums  folgt,  wo  wir  den 
infinitiv  erwartet  hätten;   z.  b.  Townl.  M.  p.  15  : 

Whi  brend  thi  tend  so  shyre, 

Ther  myne  did  bot,   smoked? 
Dem  analog  fasse  ich  die  vorliegende  stelle:  und  thaten  [es]  sicherlich  im  volke: 
ein  turnier  nahmen  sie  in  aussieht  etc.     Vgl.  auch  die  anm.  zu  v.  2286. 

Hier   ist   kniijtes   allgemein    zu   fassen   und   bezieht   sich  nicht  speciell  auf  66 
die  begleiter  Roulands.     Derselbe  ausdruck  kehrt  wieder  v.  3014: 

t*o  kni^tes  stibe  on  stede. 
Hörn  Childe  XXII,  3  ;  LVIH,  9 ;  XCV,  9. 

Dass  die  obigen  beziehungen  richtig  aufgefasst  sind,  bestätigen  diese  verse  67  f. 
doch  wohl ;  denn  unter  he  kann  nur  Marke  gemeint  sein  (vgl.  I  p.  XVIII) ;  da- 
gegen geht  hini  v.  69  auf  Rouland.  Diese  auslegungen  stützen  sich  überdies 
gegenseitig.  Weder  kann  der  dichter  sagen,  Rouland  habe  ein  turnier  ver- 
anstaltet, damit  ihn  selbst  die  mädchen  sehen  möchten,  noch  kann  der  ältliche 
Marke  selbst  noch  darauf  speculiren,  von  den  damen  bewundert  zu  werden.  — 
Die  Unsicherheit  in  der  grammatischen  beziehung,  wie  sie  hier  allerdings  be- 
sonders grell  zu  tage  tritt,  hat  schon  Heinzel  a.  a.  o.  p.  387  mit  recht  tadelnd 
hervorgehoben. 

Vgl.  v.  3235  :  68 

A  turnament  pai  lete  crie. 
Diese    ausdrucksweise   ist   sehr   gewöhnlich;    vgl.   Guy    of  Warw.    v.  515    und 
Hörn  Childe  XXXVI,  7.     Ihr  entspricht  auf  das  genaueste   der  mhd.  kunstaus- 
druck :  den  turnei  schrien,  für  den  Niedner :    Das  deutsche  turnier  im  XII.  und 
XIII.  jahrh.  Berlin  1881,  p.  73  einige  belege  beibringt. 

Zur  sache  vgl.  Ypom.  v.  825  f.:  69  f. 

The  lady  lay  ouer  the  castell  walle 

And  byheld  the  justis  alle. 
Sir  Bev.  v.  3283  f. : 

His  moder  ouer  pe  castel  lai, 

Hire  lord  sehen  in  pe  pich  ^he  sai. 
Sir  Perc.  v.   1399  ff. : 

And  ay  lay  the  lady  brighte 

One  the  walle  and  byhelde, 

How  many  mene  that  he  had  slane. 
Vgl.  auch   Le  bone   Flor.  v.  169  fr.;    Torrent  v.  1033  f •-  i    v-  J1^S  f«i   v-   2568. 
Auch  in  den  mhd.  höfischen  epen   wird  oft  erwähnt,  dass  die  frauen  dem  tur- 

Kölbing,  Sir  Tristrem.  7 


—     98     — 

nier  von  den  fenstern  oder  der  burgmauer  aus  zusahen;  vgl.  u.  a.  Gudr.  42,  4; 
Schultz,  Das  höfische  leben  zur  zeit  der  minnesinger  II  p.  117  und  Kinzel, 
Zeitschr.  f.  d.  phil.  XIII  p.  122.  Martin  zu  Kudr.  373,  4,  und  meine  bemer- 
kung  zu  75. 

Zur    construction   von    v.  69  f.   vgl.  Zup.   zum    Guy   v.   1925 — 6.      Zu   den 
dort    aufgeführten   hülfsverben,   welche  nur  ausnahmsweise  to  nach  sich  haben, 
besonders  im  zweiten  satzgliede,   gehört  auch  may. 
71  Vor  fre   ist   so   zu  suppliren,  falls  es  nicht  wirklich  einzusetzen  ist.     Vgl. 

Sir  Perc.  v.   161 7  f. : 

Now  to  wynne  the  maystry 

To  the  castelle  gane  he  ary, 

If  any  were  so  hardy, 

The  maystry  to  wynne. 
75  In   tour  gehört   zu  pai.  v.   71   und  73  :   die  im  thurme ;    auch  von  da  aus 

sehen  die  frauen  schlachten  und  turnieren  zu;   vgl.  Ypom.   v.   1101: 

The  ledy  lay  on  toure  on  hye, 

The  rede  knyght  füll  sone  she  see. 
71 — 75  Man  vgl.  die  ganz  ähnliche  scene  in  Amis  and  Amiloun  v.  445 — 468.    Da 

dort  die  frz.  quelle  viel  kürzer  ist  und  namentlich  dieses  gespräch  zwischen 
den  hofdamen  und  der  prinzessin  nicht  bietet  (vgl.  P.  Br.  Beitr.  IV  p.  287), 
so  könnte  eine  nachahmung  des  Sir  Tristrem  vorliegen ;  denn  dass  dort  einige 
der  hofdamen  die  frage  aufwerfen  {pai  v.  71),  hier  v.  449  Belisaunt  selbst,  ist 
von  geringem  belang.  Wie  dem  auch  sei,  so  ist  jedenfalls  die  ähnlichkeit  er- 
wähnenswerth ;  hat  doch  auch  in  beiden  fällen  das  lob  des  ritters  seitens  der 
mädchen  dieselbe  folge,  nämlich  dass  von  da  die  liebe  der  prinzessin  zu  ihm 
datirt. 
76  f.  Passive   construction    statt    der    vorauszusetzenden   activen.      Er  wurde  ge- 

wählt für  Jungfrau  Blauncheflour  —  was  doch  thatsächlich  nicht  der  fall  war 
—  ist  gesagt  für :  Jungfrau  Bl.  wählte  ihn  für  sich ;  vgl.  Gregorius  (ms. 
Cleop.)  v.  1302  : 

Icham  py  sone  and  to  pe  ycoren. 
79  Für  maisters  pre  conjicirte  Heinzel  a.  a.  o.  p.  418  unter  2b  maistresse,  was 

sachlich  nicht  unannehmbar  wäre,  da  diese  maistresse  v.  102  wirklich  auftritt, 
obwol  in  den  anderen  texten  hier  nichts  davon  steht,  dass  Bl.  ihr  herzensge- 
heimniss  ihrer  amme  oder  governess  (vgl.  Skeat  zu  The  Squiers  tale  v.  374) 
anvertraut  (vgl.  I  p.  XXV) .  Entschieden  verwerflich  erscheint  diese  conjectur 
aber  vom  sprachlichen  Standpunkte  aus,  da  die  betonung  maistresse  unmöglich 
ist.  Das  überlieferte  wird  also  stehen  bleiben  müssen.  Woher  der  dichter 
diese  drei  hofmeister  hat,  wird  freilich  schwer  zu  ermitteln  sein.  Von  hof- 
meistern  einer  prinzessin  ist  auch  in  anderen  romanzen  die  rede;  vgl.  Guy  of 
Warw.  v.   65  f.  : 

Sehe  had  maysturs  at  hur  honde, 

The  wysest  men  of  that  londe, 
Aber  woher  gerade  die  dreizahl?   Vergleichen  mag  man  Sevyn  Sages  v.  725  ff., 
wo  von  einem  kinde  die  rede  ist,  welches  drei  Wärterinnen  hat : 

The  knight  hadde  a  fair  leuedi; 

A  wel  fair  child  sehe  hadde  him  bi; 

Hit  hadde  of  thre  norices  keping ; 

The  ferste  gaf  hit  soukying; 

That  other  norice  him  scholde  bathe, 

Whan  hit  was  time,  late  an  rathe ; 

The  thridde  norice  him  scholde  wassche. 
Wenn  ich  hier  und  später  derartige  sachliche  parallelen  zu  zügen,  die  sich 
nur  in  E  finden,  notire,  so  fällt  es  mir  natürlich  nicht  ein,  behaupten  zu  wollen, 
der  Verfasser  habe  gerade  diese  stelle  im  gedächtniss  gehabt,  sondern  ich  be- 
absichtige nur,  an  beispielen  die  Wahrscheinlichkeit  zu  illustriren,  dass  solchen 
unpassend  eingeführten  momenten  lesefrüchte  des  dichters  zu  gründe  liegen. 

Nach  v.  79  fehlen,  wie  schon  unter  dem  text  bemerkt  ist,  zwei  verse,  ohne 
dass  im  ms.  eine  lücke  angedeutet  oder  etwas  herausgeschnitten  wäre.     Wahr- 


—     99     — 

scheinlich  machte  in  diesen  Bl.  ihre  hofmeister  auf  den  tapferen  Rouland  auf- 
merksam ,  denn  aus  dem  rest  der  rede  konnten  sie  nicht  ersehen,  wen  das 
mädchen  meinte. 

Diese  von  Mätzner,  Wtb.  I  p.  654  b  übergangene  phrase  kehrt  in  den  ro-  88 
manzen  öfters  wieder;  vgl.  Sir  Egl.  v.  401: 

He  thoght,  his  lyfe  dayes  were  ydone. 
Gregorius  (ms.  Vernon)  v.  614: 

His  frendes  weore  for  him  sori,   po  his  lyf  dawes  weren  idon. 
Aehnl.  das.  v.  721. 
Sir  Fer.  v.  994 : 

He  fei  doun  ded  oppon  pe  ground,  is  lifdawes  wem  ido. 
Noch  genauer  stimmt  zu  der  vorliegenden  stelle  Seynt  Mergr.  v.   160: 

Y  warn  pe  wele,  for  al  his  help  pine  liif-days  ben  al  done. 
Vgl.  auch  Torrent  v.  2404.     Zur  construction   von  v.   87  f.  vgl.  man  noch  Sir 
Egl.  v.   59  f-  : 

The  love  of  hur  but  y  have, 
My  lyfe  dayes  be  at  the  laste. 

Vgl.  Amis  and  Amil  v.  2152:  91  f. 

For  better  knight  in  world  is  non. 
Ueber  god  kni^t  siehe  Wissmann  zu  King  Hörn  v.  520. 

Es   ist  für   den   stil   dieses  gedichtes  sehr  bezeichnend,  dass  wir  hier  den  94 
namen   des  helden    in    diesem   abschnitte  nochmals  zu  hören  bekommen,  wäh- 
rend der  dichter  sich  sonst  so  oft  durch  in  ihrer  beziehung  unklare  pronomina 
hilft.     Vgl.  o.  zu  v.  67  f.     Zum  Stile  vgl.  Hörn  Childe  XXVI,  5  f.  : 

Sehe  was  a  feir  may  and  a  schene, 

And  maiden  Rimneld  she  hight. 

Ueber  den  gebrauch  des  einfachen  verbums  ginnen  für  beginnen  im  Deut-  95 
sehen  und  Englischen  vgl.  Haupt  zu  Erec  v.  14. 

Ueber     den    ausdruck  per   he   lay   vgl.  v.   1800  per    sehe    stode ,    Horstm.   104 
Herrig's  Archiv,  bd.  55  p.  414  f.  und  Zup.  zu  Guy  v.   1477. 

Die    worte    So   dere   gehören   nach   des   dichters  absieht  wahrscheinlich  zu  108 
knaue  child,  obwol  sie  auch  zu  pai  tvo  gezogen  werden  könnten. 

So    wird   Tristrem    in    der   that    ja   noch   oft   im   gedichte    genannt;    vgl.    110 
v.   601  : 

His  name  is  Tristrem  trewe. 
v.   645  : 

v.    11 24: 

v.  1275: 
v.  1303  : 
v.  1886: 
v.  2400  : 
v.  2553  : 

v.   2567  : 

And  Tristrem,  trewe  fere. 
Endlich  v.    1435,   w0  über  Tristrem  gesagt  wird: 

His  hert  was  gode  and  trewe, 

Unter  pai  sind  natürlich  Rouland  und  Morgan  zu  verstehen.  111 

Diese   zeile    (=  v.  270)    ist   eine   Übersetzung   des    frz.:    Rual  li  foitenant  115 

(G.  v.  467;  vgl.  v.  466:  an  dem  er  triuwe  erkande).     Zu  der  eng.  fassung  vgl. 

noch  How  a  merchant  did  his  wife  betray : 

7^ 


To  Tristrem  trewe  in  hold. 

Tristrem,   pe  trewe  he  hi^t. 

Hom  longep  Tramtris,  pe  trewe. 

Now  hat  he  Tristrem  trewe. 

Tristrem,   trewe  fere. 

Bifor  Tristrem,  pe  trewe. 

£0  waked  Tristrem,   pe  trewe. 


—     100     — 

His  wife,  that  was  so  trewe  as  ston, 
eine   stelle,    die   schon  W.  Scott    in   den    noten   vergleicht,    ferner  The  Babees 
Boke  etc.  p.  40  v.  97  f. : 

For  with  5;iftis  men  may  woramen  ouergoon, 

£ouz;  bei  were  as  trewe  as  steel  eiher  stoon. 
Le  bone  Flor.  v.   201 : 

And  therto  trewe  as  any  stele. 
Rohand  kommt  hier  zum  ersten  male  vor;  wer  das  ist,  erfahren  wir  nicht; 
der  englische  dichter  hat  die  G.  v.  463  ff.  entsprechende  stelle  seiner  frz.  vor- 
läge übersprungen. 
118  man  steht  hier  nicht  in  der  bedeutung:  mann,  als  repräsentant  männlicher 

tüchtigkeit,  wie  v.  2745  : 

Tristrem  com  as  a  man, 
vgl.  v.  2782,  also  =  douhti  man  (v.  2328),  sondern  im  sinne  von  diensimann, 
vasall;  vgl.  v.   723  : 

Ich  auz,t  to  ben  his  man. 
Auffallend  ist  die  construction  von  sechen  mit  of  bei  dem  gegenstände  des  an- 
suchens ;  es  scheint  hier  für  beseelten   zu  stehen,   bei  dem  diese  Verbindung  die 
gewöhnliche  ist;  vgl.  Koch  II2  §  142.     be   wäre  hier  ebenso  weggefallen,  wie 
in  stadde  für  bestadde.     Vgl.  Zup.  zu  Guy  v.   8028. 

121  Vgl.  Amis  and  Amil  v.  509  f.: 

He  bileft  at  hom  in  present, 
To  kepe  al  that  ther  wäre. 

124  ff.  Ueber  den  muthmasslichen  inhalt  der  verloren  gegangenen  verse  sowie  über 

die  beziehung  von  v.  137  habe  ich  I  p.  XX  und  XXIII  gehandelt. 

138  Vgl.  Le  bone  Flor.  v.  486: 

Beholde  and  ye  may  see. 
Torrent  v.   11 60: 

Behold  and  ye  shalle  se. 
An   allen   drei   stellen  dient  der  betr.  vers  blos  zur  ausfüllung  einer  zeile. 
Ferner  liegt  Wülcker  Ae.  leseb.  II  p.  55  v.  167: 

Beholde  and  see,  what  avantage  is  his. 
Vgl.  auch  Guy  of  Warw.  v.   1642. 
139  f.  Vgl.  Hörn  Childe  LXIII,  12: 

Mi  rede  is  tan  to  fle. 

144  Vgl.  Sir  Egl.  v.  583  : 

The  yeant  buskyd  and  made  hym  bowne. 
Aehnlich  Sir  Ottuell   v.    1209.     Für   boun   findet   sich  häufiger  ^are^  wobei  das 
reimbedürfniss  massgebend  sein  dürfte,  vgl.  v.   816: 

He  busked  and  made  him  jjare. 
Sir  Egl.  v.  196  : 

The  erle  buskyd  and  made  hym  yare, 
Ebenso  das.  v.  645  und  954. 

*45  Vgl.  Le  bone  Flor.  v.   1018: 

Than  was  there  no  lenger  bode, 
146  Vgl.  v.   173: 

And  rered  goinfaynoun 
=  Hom  Childe  VI,   6;   Sir  Tristr.  v.   1391  : 

£ai  rered  goinfaynon. 
x47  riden   wird   auch  in   der   älteren   spräche    für  fahren   gebraucht;    vgl.    Le 

bone  Flor.  v.  373  : 

They  set  up  seylys  and  forthe  they  rode, 
In  demselben  sinne  wird  gon  verwendet;  vgl.   Guy  of  Warw.  v.  490: 
Thay  yede  into  the  salte  flode. 
148  f.  Ich  übersetze :  Bis  sie  zu  einer  Stadt  kamen,  einem  kästelt,  welches  Rohand 

erbaut  hatte,    fasse   also   castel  als  apposition  zu  toun  und  nehme  nach  diesem 
worte  den  ausfall  eines  rel.  praj»*Jlfis* 

r     /  \\       A-n\/ 


—     101     — 

Vgl.  Kudr.  290,   2:  150 

Ir  segele  nider  läzen  wurden  sä  ze  stunt. 
und  Martin  z.  d.  st. 

Ich  kann  mich  schwer  entschliessen,  knfyt  mit  Scott  hier  für  den  collectiv  151 
gebrauchten   sing,    von   knfyt  =  ritter,    zu    halten,  besonders  da  knii/es  gleich 
zwei  zeilen  später  wider  erscheint ;    ich  vermuthe,  es  ist  das  prät.  von  knitten, 
anbinden :  die  segel  nahmen  sie  herab  und  banden  sie  an. 

Man  könnte  in  zweifei  gerathen,  ob  fade  hier  matt  bedeutet,  oder  tüchtig,   153 
tapfer.     Im   ersteren    falle   würde   auf  die   ermüdung  durch  die  seereise  hinge- 
deutet, wie  es  La^.  v.  6205  f.  heisst : 

We  beoct  sse-werie  men 
Mid  wedere  bi-driuene. 
Ebenso    v.  4619.     In   diesen   beiden   fällen  sind  jedoch  heftige  stürme  vorher- 
gegangen,   wovon   hier   nichts   berichtet   wird,     fade   wird   also    nur  als  allge- 
meines epitheton  der  ritter  aufzufassen  sein. 

Dies  mädchen  soll  die  unsere  werden,  d.  h.  unsere  herrin.  156 

Obwol   das  wort   castel  tour  durch   diesen   vers   sicher  belegt  ist   —  eine  158 
hinzufügung  von  and  macht  schon  das  metrum  unmöglich  —  ist  es  doch  weder 
bei  Mätzner  und  Stratm.  noch  bei  Hall,  zu  finden.     Weitere  belege  bieten  die 
von  mir,  Engl.  st.  I  p.  98  ff.  edirte  Patriks-legende,  str.   108  : 
Pis  ben  our  foules  in  our  ca^e, 
And  pis  is  our  courtelage 
And  our  castel  tour. 
sowie  Torrent  v.  2696  ff.  : 

The  riche  quene  of  that  lond 
In  her  castelle  toure  gan  stond, 
And  beheld  into  the  see. 
Ferner   findet   sich   das   wort   in  Phaer's   Virgil-übersetzung,    buch   II    (bei 
Warton,  Hist.  of  english  poetry,  ed.  Hazlitt,  IV  p.  284)  : 

Lo  there  agayne  where  Pallas  sittes,  on  fortes  and  Castle  towres, 
With  Gorgons  eies  in  ligthing  cloudes  inclosyd  grim  she  loures. 
Endlich   gehört    hierher   noch   eine    stelle   aus    dem   von   Morris,    Miscell. 
p.  197  ff.  und  danach  bei  Wülcker,  Leseb.  I  p.  44  ff.  abgedruckten  Osterliede, 

v.   53  ff-  = 

Ne  miitte  us 
Saui  castel  tur 
Ne  halle. 
Die   herausgeber  haben  fälschlich  zwischen  castel  und  tur  ein  comma  ge- 
setzt.   Die  gegenüberstellung  von  casteltur  und  halle  ist  sehr  passend  ;  dass  die 
frauengemächer  im  schlossthurme  zu  sein  pflegten,  beweist  Sir  Fer.  v.  2024  ff.  : 
Wyp  hure  pan  way  forp  pay  nome  por^-out  halle  &  bour, 
Til  pay  into  hure  chambre  come,   bat  ybuld  was  on  a  tour. 
Zweifel  darüber,  ob  ein  oder  zwei  worte  anzunehmen  sind,  kann  entstehen 
an  stellen  wie  Guy  of  Warw.  v.   2735  ff. 

Ther  ys  not  lefte  in  that  euntre 
Castell  towre  nor  cyte, 
But  hyt  ys  brente  and  stroyed  all. 
Natürlich   soll    aber   überhaupt  nicht   gesagt   sein ,    dass    nicht    auch    zuweilen 
castel  und    tour  einander  gegenübergestellt   sein  könnten;    vgl.  The  Cokwold's 
Daunce  v.  220  ff.  : 

I  wer  worthy  hym  to  honour, 
Both  in  castell  and  in  towre, 
With  rede  scerlyt  and  grene. 
Vgl.  Guy  ot  Warw.  v.  1417  f.;  v.   1690;  v.  2461;  v.   5755  u.  ö. 

Wegen  des  gleichen  Zusammenhanges  wie  in  v.  157  f.  vgl.  Le  bone  Flor, 
v.  972  ff. : 

And  askyd  yf  he  wolde 
Wedde  the  beste  of  hur  elde 
And  all  hur  londys  for  to  weide. 


—     102     — 

Ueber    die    Zusammenstellung    von    wedde    und    weide    vgl.    Engl.    st.    III 
p.   102  f. 
159 f.  Ich   übersetze:    Damit  er  (sc.  Rouland)  sie   in  sein  bett   bringen    kann,    sie 

die   die   schönste   im  gemache  ist.     Der  ausdruck  :  to  bedde  bringen  scheint  eine 
typische   redeweise   für   die  Vollziehung  der  ehe  zu  sein ;   auch  kehrt  der  reim  : 
wedde  —  bedde  häufig  wieder;  vgl.  King  Hörn  v.  973  ff.: 
A  king  hire  wile   wedde 
And  bringe  to  his  bedde, 
mit  Wissmann's  note. 

Guy  of  Warw.  v.  7056  ff.  : 

In  all  the  worlde  ys  no  maye, 
But  oon,   that  euer  y  wyll  wedde, 
And  brynge  hur  vnto  my  bedde. 
Weitere  stellen  bei  Mätzner,  Sprachpr.  I  p.    39,  zu  v.   14391. 
Sir  Degr.  v.  969  ff.  : 

Y  warne  the  of  o  thing, 
Ther  shall  be  emperoure  ne  kyng, 
That  shal  the  to  bede  bryng, 
I  owttake  none, 
That  hee  wol  make  a  lettyng. 
Hörn  Childe  LXXIV,  10  ff. : 

Mani  sides  schuld  be  bibled, 
Er  he  bring  hir  to  his  bed, 
^if  Hörn  in  lond  were. 
Wie   hier    auf  mädchen ,    so    wird   derselbe   ausdruck   auch   auf  männer  ange- 
wendet;   vgl.  Robs.  p.   85: 

And  fyndus  him  in  bed  bro^te 
By  thi  laydy? 
Dieselbe  redensart   findet   sich  jedoch   auch  ohne  beziehung  auf  das  ehe- 
bett;  vgl.  die  ganz  ähnliche  stelle,  Sir  Fer.  v.  2410  f. : 

and  in  he  wente  po 
And  fyndep  pe  barons  in  bedde  ibro^t, 
d.  h.  zu  bette  gegangen.     Vgl.  The  Seven  Sages  (Hall.)   v.   564  u.  ö. 

160  Ueber  briif  in  bour  vgl.  Zup.  zu  Guy  v.  2674.     Zu  den  dort  citirten  stellen 

füge  ich  noch  Sir  Thopas  v.   31  : 

Ful  many  mayde  bright  in  bour 

161 — 3  Man   kann    in   zweifei   sein,    ob    diese   verse   noch   zur  rede  Rohand's  ge- 

hören oder  als  bemerkung  des  dichters  anzusehen  sind ;  ich  glaube  das  erstere. 
Rohand  begründet  seinen  Vorschlag  durch  die  erwähnung  ihrer  ausserordentlichen 
schönheit. 

164  W.  Scott   fragt  im    glossar   s.  v.  anour:    »Ought   we   not   rather   to   read 

amourl «  Sicherlich  nicht;  erstens  findet  sich  anour  für  honour  auch  sonst, 
und  zweitens  passt  ehre  hier  sehr  gut :  Blauncheflour  ist  die  ehre  zu  theil  ge- 
worden, Rouland's  rechtmässige  gemahlin  zu  werden,  während  sie  vorher  nur 
seine  geliebte  war.  Diese  thatsache  müssen  wir  freilich  zwischen  den  zeilen 
lesen,  denn  ausdrücklich  erwähnt  wird  nicht,  dass  Rouland  Rohand's  rath- 
schlage  folge  leistet. 
166  Dieselbe  zeile  kehrt  mit  geringen  Variationen  in  den  romanzen  öfters  wie- 

der; vgl.  Patr.  v.   70,  6: 

In  herd  is  nouz,t  to  hide. 
Derselbe  vers  in  Hörn  Childe  XXXIII,  12  und  Sir  Degr.  v.  180. 
Offenbar  damit  verwandt  ist  der  ausdruck,  v.  472  : 
In  lede  is  nou^t  to  lain. 
=  714  =  v.  3285   (wo  is  fehlt)   =  Anturs  of  Arth.  VII,  5. 
Ebenso  wenig  ist  davon  zu  trennen  Sir  Perc.  v.   143  • 
In  herte  is  no^te  for  to  layne. 
was  sich  auch  sonst  nachweisen  lässt.     Auch  mit  weglassung  der  ersten  worte, 
Hörn  Childe  LXIII,  10  f.: 


—     103     — 

King  Finlak  seyd  :  Is  nouijt  to  hide, 

tis  batayl  dar  y  nought  abide, 
Vgl.   Sir  Tristr.  v.   1501  : 

nou^t  to  lain. 
Hall.,  anm.  zu  Sir  Degr.  v.  180,  führt  zwei  parallelstellen  an,  ohne  zur  erklä- 
rung  dieser  redensart  etwas  beizubringen.  Die  von  mir,  Engl.  st.  I  p.  112 
und  540  versuchten  deutungen  sind  nicht  haltbar;  Zup.  kündigt  an,  Anz.  f.  d. 
a.  IV  p.  249,  er  werde  über  die  bedeutung  in  einer  anmerkung  zu  Guy  aus 
dem  Auchinleck  ms.  (ed.  Turnbull  v.  7135)  ins  reine  zu  kommen  suchen. 
Jedenfalls  sind  die  oben  aufgezählten  ähnlichen  ausdrücke  bei  der  erklärung 
des  uns  vorliegenden  zu  berücksichtigen.  Wenn  Hall.  Dict.  p.  450  anführt: 
,hird.  heart.  Sir  Tristrem',  so  kann  sich  das  wol  nur  auf  diese  stelle  beziehen, 
ist  aber  abzulehnen,  weil  die  media  am  Schlüsse  des  wortes  dieser  deutung 
widerstrebt.  Ich  fasse  hird  jetzt  mit  Stratm.3  p.  3i2a  auf  als  identisch  mit 
hired,  gefolg  e ;  also  :  im  gefolge  las  st  es  sich  nicht  verbergen,  d.  h.  die  künde 
davon  verbreitet  sich  überall;  herd  ist  aber  =  hird;  schon  bei  La^.  v.  4342 
findet  sich  herdes  für  das  ältere  hiredes;  vgl.  auch  Sir  Tr.  v.  3034,  wo  In 
herd  =  im  gefolge.  hird,  herd  und  lede  sind  also  im  Zusammenhang  dieser 
phrase  gleichbedeutend.  Was  hert  anlangt,  so  kann  dies  wort  natürlich  sprach- 
lich nicht  so  ohne  weiteres  mit  herd  identificirt  werden;  ich  vermuthe,  dass 
es  durch  änderung  des  nicht  mehr  verstandenen  herd  eingedrungen  ist.  Der 
ganze  ausdruck  soll  aber  gewiss  nichts  anderes  bedeuten  als  Melayne  v.  141  : 

£e  sothe  es  noghte  to  hyde ! 
also  eine  Versicherung,  dass  es  sich  offenbar  so  verhält,  wie   in   der   erzählung 
berichtet  wird,  was  ja  in  der  form  eines  flickverses  überall  hin  passt. 

Als  einigermassen  verwandten  ausdruck  mag  man  noch  vergleichen  Hörn 
Childe  LH,   1  ff.  : 

turch  a  forest  as  he  schuld  fare, 

An  armed  kni^t  mett  he  bare, 

And  bad,  Hörn  schuld  abide, 

To  ^eld  his  harneise  lesse  and  mare, 

Ober  juste,  wheper  him  lever  wäre, 

Pe  lawe  is  nou^t  to  hide. 

Ich  verstehe  die  letzte  zeile  so :  Die  sitte,  dass  ein  ritter  dem  andern  die 
alternative  stellt ,  ob  er  seine  rüstung  hergeben  oder  mit  ihm  kämpfen  will, 
lässt  sich  nicht  verbergen  oder  umgehen. 

Fat  hold  gehört  zu  He  v.    175.  174 

Ueber  folc    in   dem   sinne   von  folk  in  waffen,  heer  vgl.  Martin  zu  Kudr.   177 
v.  462,  2.     In  gleichem  zusammenhange  findet  sich  armed  men  Guy  of  Warw. 
v.    3769  : 

Of  armed  men  were  füll  be  feldes. 
brad  in  dem  sinne  von  voll,  überbreitet  mit,  kennt  Mätzner  Wtb.  I  p.  327a 
nur  aus  dieser  stelle;  vgl.  auch  GE.  v.   3 711  f.: 

And  tolden  hem,   Se  lond  is  god, 
Ful  of  erf  and  of  netes  brod. 

Morgan  halte  ich  für  den  genetiv  :    Wo  Morgan  s  leute  warteten.  1 78 

Es   muss    unentschieden    bleiben,    ob    ro   als   pronom.  adv.  oder   als  con-  179 
junction  aufzufassen  ist. 

In  v.  177 — 187  wird  der  erste  angriff  der  truppen  gegen  einander  ge-  177 — 187 
schildert,  in  der  folgenden  Strophe  der  zweite.  Das  erste  mal  behält  Rouland 
die  überhand.  Man  erkennt  hier  recht  deutlich  die  Ungeschicklichkeit  des 
dichters  in  zusammenhängenden  Schilderungen;  er  braucht  ganz  ähnliche  aus- 
drücke wie  bei  der  beschreibung  des  Zweikampfes  zwischen  Tristrem  und 
Moraunt.     Man  vgl.  : 

v.    179  :  v.    1030  : 

to  Rouland  to  hem  rade,  Aiuer  to  ober  rade 

v.    181  :  v.    1028  : 

Swiche  meting  nas  neuer  made  Swiche  meting  nas  neuer  non  made 


—     104     — 

v.    183:  v.    io26  : 

Per  of  was  Rouland  glade,  Per  of  was  Moraunt  glade. 

Es  ist  recht  interessant,  dass  in  Hörn  Childe  XVI,  5  f.,  v.  181  f.  wörtlich 
wiederkehren,  nur  dass  was  statt  nas  steht.  Ganz  ähnlich  auch  in  The  Emp. 
Oct.  v.   1604  f. : 

Soche  metyng  was  never  none 
Wyth  sorow  on  ylke  syde. 

188  newe  steht  hier  für  o  newe.  Parallelen  kann  ich  dafür  allerdings  nicht 
beibringen. 

189  Of  ist  mir  unverständlich;  es  ist  on  dafür  zu  lesen.  Der  abschreiber 
wird  auf  die  zweite  zeile  der  folgenden  strophe  mit  dem  äuge  abgeirrt  sein. 
Genau  dieselhe  verschreibung  hat  Zup.  für  Guy  v.  5334  nachgewiesen.  Ueber 
die  umgekehrte  Verwechselung  vgl.  Wülcker's  Ae.  lesebuch  II,  note  zu  6  v.  10. 

191  Vgl.  v.   3264: 

Pe  blöd  purch  brini  prong 

192  Anz.  f.  d.  a.  VI  p.  23  f.  bekämpft  Zupitza  die  ansieht  Böddeker's,  dass 
die  verben  drawen  und  dre?}en  nicht  streng  geschieden  würden.  »Ich  möchte 
das  nicht  zu  behaupten  wagen,  wenn  auch  drawen  in  der  bedeutung  aushalten, 
erdulden  vorkommt  (Mätzner  663 a).  Vgl.  damit  unser  tragen.  Dafür  dass 
umgekehrt  dreien  im  sinne  von  drawen  vorkäme ,  weiss  ich  keinen  beleg. 
156,  24  ist  sicherlich  kein  solcher:  for  duel  to  dep  y  drey^e  heisst :  denn  t'ödt- 
liches  leid  trage  ich.  Vgl.  206,  17  my  peyne  pynep  me  to  dede.«  Beide  ge- 
lehrte sind  hier  wol  im  irrthum.  Ich  bestreite  zunächst,  dass  duel  to  dep  tödtliches 
leid  heissen  kann.  Die  verglichene  stelle :  meine  pein  peinigt  mich  zu  tode, 
kann  höchstens  gegen  diese  anffassung  sprechen.  Und  wie  will  Zup.  sich 
mit  der  ganz  analogen  stelle,  Hend.  v.   283  f .  : 

When  he  shal  wende  of  pis  lyf 

Ant  drawe  to  pe  depe ; 
abfinden,  die  mit  dem  vorliegenden  verse  in  Sir  Tristrem  im  ausdrucke  genau 
zusammenstimmt?  Also  Bödd.  Ae.  dicht,  p.  156,  24  ist  zu  übersetzen:  Vor 
schmerz  treibe  ich  dem  tode  zu.  Aber  ich  begreife  auch  nicht,  warum  man  die 
form  drey^e  nicht  zu  drawen  ziehen  will,  da  doch  von  diesem  verbum  die  prä- 
sensform dreyep  (Miscell.  p.   149)  nachgewiesen  ist. 

193  Diese  zeile  kehrt  wörtlich  wieder  in  The  kyng  of  Tars  v.  177. 

195  Der   ausdruck  gon    to  grounde   begegnet  weniger   häufig,    als  zu  erwarten 

wäre;  vgl.  The  Seven  Sages   (Hall.)  v.   2728  f.: 
And  withinne  a  lytyl  stounde 
The  Sarsyns  ^eden  al  to  grounde. 
Häufiger  mit  hinzufügung  des  artikels,  vgl.  Sir  Ottuell  v.  926  f. : 
Füll  swythe  pat  Sarazene  gan  he  sloo, 
Pat  to  pe  grounde  he  ^ede. 

198  Vgl.  Sir  Bev.  v.  4290: 

We  schölle  his  dep  wel  dere  seile. 
Libius  Disc.   (P)  v.   1226  f.: 

And  soe  did  his  sonnes  4, 
To  seil  their  liues  deere. 
Ebenso    wie   seilen   kann   auch  biggen   in  diesem  Zusammenhang  gebraucht 
werden,  vgl.  Sir  Egl.  v.  549  : 

Dere  boght  thy  dethe  schalle  bee. 

208  Vgl.  Robs.  p.   59  : 

Ne  him  to  depe  di^te. 
Mätzner,  Wtb.  I  p.  636  a  kennt  nur  die  passive  construetion,  Gower  II,  5  : 
Now  wote  I  well,  my  deth  is  dight. 

209  Man  kann  in  zweifei  sein,  ob  pat  ich  white  zu  Alias  gehört  oder  zur 
vorigen  zeile  zu  ziehen  ist.     Die  vergleichung  von  Sir  Triam.   (Hall.)  v.  357: 

Alias   that  ylke  day  ! 
und  Guy  of  Warw.  v.    1 121 9  f. : 


—     105     — 

At  hys  fete  he  feile  to  grounde 
And  seyde :    Harrowde,  alias  pys  stounde ! 
entscheidet  für  die  erstere  auffassung. 

Ich   übersetze:    Als  ein  grosses  wunder  war  er  da  dem  volke  erschienen  de-  212  f. 
züglich  des  schrecklichen  kämpf  es.    Eine  grammatisch  ganz  genau  entsprechende 
stelle  habe    ich  allerdings  nicht  finden  können.     Sonst   vgl.  für   den    ausdruck 
King  Hörn  v.  282  mit  Wissmann's  note.    Unsere  stelle  dürfte  dort  für  die  bei- 
behaltung  von  gret  sprechen. 

play  als   subst.   und   verbum   wird    oft   in   kriegerischem   sinne  gebraucht ; 
vgl.  Sir  Perc.  v.   1159  f. : 

Then  salle  we  togedir  playe 
With  wapyns  unryde. 
Es   ist  bemerkenswerth,   dass   may  hier  von  einer  vermählten  dame  gesagt  215 
wird. 

Vgl.  Gregorius  (ms.  Cleop.)  v.   274:  217 

In  childbedde  as  ^eo  lai. 
riche  hat  offenbar  hier  die  bedeutung  prächtig,  nicht  kostbar;  in  derselben  221 
weise  von  der  färbe  gebraucht  findet  es  sich  Guy  of  Warw.  v.  5707: 
He  toke  a  mantell  of  ryche  colowre, 
Ebenso  Libius  Disc.   (P)  v.  923. 

Ihrem  söhne,  befahl  sie,  sollte  er  gehören.  224 

König    Markes    mag   schmerz    empfinden,     wenn    er   den    ring   sieht,    und  227 — 9 
klagen. 

Sind  diese  verse  für  eine  zusammenhängende  rede  zu  halten  oder  nicht,  234 — 240 
und  wem  ist  diese  nach  der  meinung  des  dichters  in  den  mund  zu  legen?  Die 
frage  ist  bei  dem  unklaren  Stile  des  Verfassers  schwer  zu  entscheiden.  Mir 
scheint,  er  will  in  dieser  rede  die  äusserungen  der  dienerschaar  {pefolk,  v.  232) 
über  diese  traurigen  ereignisse  und  ihre  beugung  unter  den  rathschluss  gottes 
schildern ;  dass  er  dabei  einen  sprechen  lässt,  ist  nicht  auffällig.  Dass  wir  uns 
Rohand  als  Sprecher  zu  denken  hätten  oder  dass  v.  238 — 40  eine  persönliche 
bemerkung  des  dichters  sei,  bezweifle  ich. 

Vgl.  Emare  v.  480  :  239 

As  god  wolde,  hit  sholde  be. 
Guy  of  Warw.  v.   10575  f.  : 

And  Gye  seyde  then  wyth  herte  fre  : 
As  god  wold,  so  mote  hyt  bee. 
Gregorius   (ed.  Schulz)  v.   164: 

As  god  wil,  so  schal  it  be. 
Vgl.  das.  v.  249. 

Vnblipe  nehme  ich  zum  vorigen  :    Wie  gott  will,    wird  es  geschehen,  wenn  240 
auch  in  unerfreulicher  weise. 

Vgl.  Hörn  Childe  XIX,  1  f.  :  241 

Gret  diol  it  was  to  se 
Of  hende  Hapeolf,  bat  was  so  fre. 
Zup.  zu  Guy   v.    1251   bemerkt,  die  construction    /  am   wo  für  me  is  wo,   245 
sei   entstanden   aus  fällen  wie   der   vorliegende,    wo    aus   der   form   des  eigen- 
namens  nicht  zu  erkennen  sei,   ob  derselbe  im  nom.  oder  dat.  stehe.     Ich  be- 
streite  nicht,    dass  diese  auffassung  das  richtige  treffen  mag  und  will  hier  nur 
auf  den   ganz   analogen    gebrauch   bei   lef,    wel,   lop,    warse,    better,    best  hin- 
weisen; vgl.  z.  b.  Seven  Sages  (Hall.)  v.  1240  ff.  : 

That  on  was  bothe  curteis  and  hende, 
Lef  to  give  and  lef  to  spende; 
And  that  other  lef  to  pinche, 
Bothe  he  was  scars  and  chinche. 
Egl.  v.  291  : 

He  were  wel  bettur  to  be  at  the  see ! 
Triam.    (Hall.)  v.   398  f.: 

For  sehe  wyste  not  whedur-warde 
That  sehe  was  beste  to  goone. 


—     106     — 

Le  bone  Flor.  v.   1728  f.: 

Then  ther  councell  toke  thay, 
They  were  lothe  to  seye  hur  nay. 
Das.   v.  2088  f.  : 

Yyt  y  am  warse  for  that  feyre  maye, 
That  was  so  unfrendely  flemed  away, 
Interessant   ist   das    schwanken    zwischen   unpersönlicher    und    persönlicher 
construction  Assump.  v.   396  ff.  : 

And  seide  :    Wel  pee  be,  ladi, 
And  so  be  alle,   pat  ben  pee  bi. 
Beiläufig   bemerkt,   lässt   sich  bei  berücksichtigung  dieser  stellen  gar  nicht 
entscheiden,   ob  Guy  v.  5461  f.  : 

Ye  haue  trowed  dewke  Oton, 
That  euer  was  lefe  to  doo  treson. 
that   als   nom.  oder   als    dativ    anzusehen   ist,    wie  in  der  note  zu  dieser  stelle 
bestimmt  behauptet  wird. 
246  Er  wusste   nicht,   wem  er  die  schuld  beimessen  sollte,  d.  h.  er  konnte  nie- 

manden   zur   Verantwortung   darüber  ziehen,  denn  —   as  god  wil,    it  schal  be 
(v.   239). 
249  f.  Ueber   die   erklärung   dieser   zeilen  vgl.  I   p.  XXIX  f.     Ich   gestehe,    dass 

mich   dieselbe   nicht  recht   befriedigt.      Sonst   bleibt   freilich   nur   der  ausweg, 
anzunehmen,  der  dichter  habe  sich  hier  ebenso  in  der  zahl  geirrt,  wie  v.  914, 
wo  er  Rohand  gar   fünf  söhne  andichtet;  oder  soll  man  der  vermuthung  räum 
geben,  dass  beide  male  nur  das  reimbedürfniss  die  zahl  bestimmt  habe? 
255  was  doun  =  war  todt,  dürfte  nicht  häufig  sein.    Mätzner  Wtb.  I  p.  689 a 

führt  es  nicht  an;  vgl.  The  kyng  of  Tars  v.  418  : 
Almost  he  hedde  hire  adoun, 
Es  wird  brought  zu  ergänzen  sein;  vgl.   Guy  of  Warw.  v.  3335  f.  : 
Kyng,  he  seyde,  seyst  pou  noght, 
How  owre  men  be  downe  broght? 
Vgl.  The  Song  of  Roland  v.  946. 

In  demselben  sinne  wird  under  gebraucht;  Sevyn  Sages  v.  3471  f.: 
My  hert  sold  sone  haue  broken  asonder, 
Than  had  my  maysters  bene  al  under. 

258  Vgl.  La^.  v.    14081  f.  : 

Tji  pu  mine  lare 
Wel  wult  lusten 
und  Mätzner's  note  zu  d.  st. 

259  Wegen  des  gleichen  reimes  vgl.  Sir  Ottuell  v.  226  f.  : 

Hafe  done  be-lyfe  pat  pou  be  bowne 
For  to  come  to  oure  somoun. 
261  Aus  non  in  der  vorigen  zeile  ist  jeder  für  diesen  vers   zu    ergänzen ;    zum 

ausdruck  vgl.  Hörn  Childe  LXIX,  7  ff.  : 

He  tok  Malkan  kinges  lond 
And  sesed  it  into  Hornnes  hond, 
Bope  tour  and  toun. 
Vgl.  das.  XCVI,  6. 
263  f.  Vor  so  fehlt  das  pron.  rel.,  und  zwar  nach  einem  satze,  der  eine  negation 

enthält;    vgl.    meine   Untersuchungen   über    den   ausfall    des   rel.    pron.    p.  19. 
Diese  zeilen  werden  übrigens  erst  durch  die  folgende  Strophe  verständlich,  wo 
von  Morgan's  freigebigkeit  die  rede  ist. 
265  Ueber  befye  vgl.  Mätzner,   Sprachpr.  I  p.  82,  note  zu  v.  2140.     Die  worte 

broche   und   beiqe   finden  sich  öfters  zusammengestellt;  vgl.  v.   381: 

Wip  broche  and  riche  bei^e. 
=  v.  3020;    Sir  Degr.   v.  555  f.  : 

I  wolde  nothing  off  their 
Broche  ne  bye. 
Aehnlich  ring  und  hege  GE.  v.  2139  f.  : 


—     107     — 

He  bitagte  Josep  his  ring 
And  his  bege  of  gold  for  wurcting. 
Man  beachte  die  rhetorische  frage;    vgl.  v.    1154,  2436  und  Zup.  zu  Guy 
v.   10135. 

Unter  he  ist  natürlich  Rohand  zu  verstehen.  271 

Der  sinn  dieses  verses  ist:  und  hielt  sein  herz  in  gleicher  Stimmung,  d.  h.   272 
unterdrückte   seinen   kummer.      Die   von  Mätzner  Wtb.  I  p.  77 a  und  von  Zup. 
zu  Guy  v.  5308  und  10738  für  in  an  angeführten  stellen  sind  dem  sinne  nach 
abweichend. 

Es  [sc.  das  herz]  wäre   durch   blut  und  gebein  gebrochen,  wenn  nicht  hoff-   2  74  f. 
nung   vorhanden  gewesen  wäre,  wieder  emporzukommen.     Ein  sonderbarer  aus- 
druck,  welcher  sinnlich  garnicht  zu  erklären  ist.    Wenn  nicht  ein  versehen  des 
abschreibers  vorliegt,  muss  er  gebildet  sein  nach  analogie  von  redensarten  wie 
Celestin  v.   391  f.  : 

Pe  pope  knelede  doun  on  pe  ston, 
Pe  blöde  barste  poruhe  flehse  and  bon. 
Sir  Tristr.  v.   1237 : 

His  bon  brast  under  skinne, 
Wegen  der  gleichen  ideenverbindung  vgl.  noch  Hamp.  v.   7266  (M)  : 
Warn  hope  wäre,  it  [sc.  pe  hert]  suld  brest. 
Man  wäre  auf  den  ersten  blick   geneigt,    zu   übersetzen :    und  belehrte   ihn  279 
sehr  rasch.     Wirklich   wird   ja   auch   engl,    lerne   zuweilen   in    dem  sinne    von 
lehren  gebraucht;  vgl.  Mätzner,  Sprachpr.  I    p.  59,  zu  v.   101 ;    Skeat  zu  Piers 
Plowman  Passus  II  v.  135;    Zup.   zu    Guy    v.  6352.     Aber  diese  bedeutung  des 
wortes   ist   doch    die   seltnere,    und   auch   in  rücksicht  auf  die  folgenden  verse 
liegt  es  viel  näher,  lernd  mit  lernte  wiederzugeben.     Wegen   des   fehlenden   he 
vgl.  Zup.  zum  Guy  v.   10;    him  ist  als  dat  comm.  aufzufassen,  der  gerade  bei 
diesem  verbum  öfters  begegnet;  vgl.  Le  bone  Flor.  v.  419  f.: 
They  wente  to  a  medowe  to  playe, 
To  lerne  them  for  to  ryde. 
Sir  Perc.  v.  221  : 

So  wele  he  lernede  hym  to  schote, 
Fraglich  ist  die  bedeutung  des  wortes  Le  bone  Flor.  v.   1566  ff.  : 
To  Florence  they  can  hur  kenne, 
To  lerne  hur  to  behave  hur  among  men. 
Vgl.  Amis  and  Amil.  v.   341  f.  :  283 f. 

When  he  com  hom  to  court  oye, 
Ful  blithe  of  him  thai  wäre. 
Ipom.  v.   343  f. : 

All  louyd  hym,  that  were  hym  by, 
For  he  bare  hym  so  cortesly. 
Vgl.  Mätzner,  Sprachpr.  I  p.   86  zu  GE.  v.   2357.  285 

Mit  dem  fünfzehnten  jähre  hielt  man  die  erste  ausbildung  für  abgeschlossen;   287 
vgl.  Le  bone  Flor.   v.   61  ff.  : 

Be  that  sehe  was  fyftene  yere  olde, 
Wel  sehe  cowde,  as  men  me  tolde, 
Of  harpe  and  sawtrye. 
Der  ähnlichkeit  des  ausdrucks  wegen  vgl.  noch  Sir  Egl.  v.  484  ff.  : 
Thys  wylde  bore  that  thou  haste  slayne  here, 
He  hath  fedd  hym  XV  yere, 
Crystyn  men  for  to  sloo. 
Vgl.   auch  die  anmerkung  zu  v.  817. 

Wie  diese  zeile  überliefert  ist,  vermag  ich  keinen  sinn  hinein  zu  bringen,  291 
denn   dass  pede   » apparently   a    contraction   for   they  gede «   sei ,    wie    Scott   im 
glossar  s.  v.   Thede  angibt,  wird  jetzt  niemand  mehr  glauben,    pede  kann  viel- 
mehr nur  =  ae.  peöd  sein,  und  ich  schlage  desshalb  vor,  zu  lesen : 

and  euerich  play  in  pede, 
was  dann  denselben  sinn  haben  würde  wie  in  lede,  v.  64  u.  ö.,  in  londe,  Guy 
v.   5841  ;  vgl.  Zupitza's  anm.  z.  d.  st. 


—     108     — 

292  Es   braucht   kaum   gesagt  zu  werden,  dass  es  sich  hier  um  juristische  Stu- 

dien   handelt,    nicht    etwa    um  Bibelstudien,    vgl.  Ancren    Riwle    p.    154:    iden 
olde  lawe  and  ec  ide  neowe ;  dagegen  spricht  vor  allem  der  plur.  lawes. 
Vgl.  auch  Hörn  Childe  XXIII,   8  ff. : 

He  bad  Harlaund  schuld  him  lere, 
Pe  right  for  to  se, 
Pe  lawes  bope  eld  and  newe, 
All  maner  gamen  and  glewe, 
In  bok  pus  rede  we. 

297  W.  Scott  p.  378:    »I  am  ignorant  who  is  meant  by  Manerious.    Du  Cange 

gives  us  Manerius  Jas  synonymous  to  Mandaterius ,  i.  e.  Villicus.  Mr.  Ellis 
suggests,  that  a  work  upon  the  chase  may  have  been  compiled  by  a  person 
designing  himself,  Kegis  vel  Comitis  Manerius,  the  bailiff  of  such  a  hing,  or 
noble,  and  that  the  office  may  have  been  confounded  with  the  name. «  Ich 
habe  trotz  alles  suchens  und  fragens  über  diesen  namen  nichts  weiteres  in  er- 
fahrung  bringen  können. 

In  ähnlicher  weise  zeichnet  Ipomedon  sich  als  tüchtiger  Jäger  aus ;  er 
wird  gelehrt,  v.  64  ff.  : 

In  wodde  to  chase  the  wild  dere, 
And  in  the  feld  to  ryde  a  stede, 
That  all  men  had  joy  of  his  dede. 

Hauptsächlich  auf  diese  stelle  und  den  späteren  ausführlichen  bericht  von 
der  Zerlegung  des  hirsches  durch  Tristrem  (vgl.  namentl.  auch  v.  483  f.)  ist 
der  umstand  zurückzuführen,  dass  noch  in  viel  späterer  zeit  unser  held  als 
autorität  für  jagdgebräuche  widerholt  citirt  wird.  Ich  führe  hier  an,  was  W. 
Scott  p.  377  f.  darüber  beigebracht  hat. 

»Tristrem  is  uniformly  represented  as  the  patron  of  the  chase,  and  the 
first  who  reduced  hunting  to  a  science.  Thus  the  report  of  a  hunter,  upon 
sight  of  'a  hart  in  pride  of  greece'  begins : 

Before  the  king  I  come  report  to  make, 

Then  hushed  and  peace  for  noble  Tristrame's  sake. 

The  Noble  Art  of  Venerie,  London  161 1. 

The  Morte  Arthur  teils  us,  that  Tristrem  laboured  ever  in  hunting  and 
hawking,  so  that  we  never  read  of  no  gentleman  more  that  so  used  himself 
therein.  And  as  the  book  saith,  he  began  good  measures  of  blowing  of  blasts 
of  venery,  and  of  chace,  and  of  all  manner  of  vermeins ;  and  all  these  terms 
have  we  yet  of  hawking  and  hunting.  And  therefore  the  booke  of  venery,  of 
hawking  and  hunting,  is  called  the  booke  of  Sir  Tristrem:  wherefore,  as  we 
seemeth,  all  gentlemen  that  bear  old  armes,  of  right  they  ought  to  honour  Sir 
Tristrem,  for  the  goodly  termes  that  gentlemen  have  and  use,  and  shall  to  the 
worldes  end,  that  thereby  in  a  manner  all  men  of  worship  may  dessever  a  gentle- 
man from  a  yeoman,  and  a  yeoman  front  a  villaine.  For  he  that  is  of  gentle 
blood  will  draw  him  into  gentle  latches,  and  to  follow  the  custome  of  noble 
gentlemen.  It  is  not  impossible,  that  there  may  have  been  some  foundation 
for  this  belief.  The  ancient  British  were  as  punctilious  as  the  English  con- 
cerning  the  rules  of  hunting,  the  Welch  laws  of  which  are  printed  at  the  end 
of  Davies  and  Richard's  Dictionary.  Every  huntsman,  who  was  ignorant  of 
the  terms  suitable  to  the  nine  chases,  forfeited  his  hörn.  Most  of  our  modern 
hunting  terms  are,  however,  of  French  derivation. 

»Sir  Tristrem«,  or  »An  old  Tristrem«,  seems  to  have  passed  into  a  common 
proverbial  appellation  for  an  expert  huntsman.  The  title  of  a  chapter  in  The 
Art  of  Venerie  bears,  How  you  shall  rewarde  your  houndes  when  they  have 
killed  a  hare;  which  the  Frenchman  calleth  the  rewarde,  and  sometime  the  querry, 
but  our  old  Tristrem  calleth  it  the  hallow.  —  P.  174.  In  another  passage  it  is 
said,  Our  Tristram  reckoneth  the  bore  for  one  of  the  four  beastes  of  venerie.  — 
Marginal  Note,  p.  148. 

Soweit  W.  Scott.  Im  Sir  Tristrem  ist  freilich  weder  das  wort  hallow  ge- 
braucht noch  ist  da  von  dem  baren  als  jagbares  thier  die  rede.    Ich  füge  dazu 


—     109     — 

eine   Strophe    aus    Juliana  Berners  Treatise   on   Hunting,    zuletzt   des  Strophen- 
baues wegen  citirt  von  Schipper,  Englische  metrik.  Erster  theil,  p.  385: 
Me  dere  sones,  where  ye  fare,  by  frith  or  by  feil, 
Take  good  hede,  in  his  tyme  how  Tristrem  woll  teil, 
How  many  maner  bestes  of  venery  there  were ; 
Listenes  now  to  our  dame,  and  ye  shulen  here  : 
Fowre  maner  bestes  of  venery  there  are, 
The  first  of  hem  is  a  hart,  the  second  is  an  hare, 
The  boar  is  one  of  tho, 
The  wolf,  and  no  mo. 
Es   wird   hier  dieselbe  bestimmung  auf  Tristrem  zurückgeführt,  wie  in  der 
oben  erwähnten  prosaschrift. 

Rohande  holt  ist  das  v.   149  erwähnte,  von  ihm  erbaute  castell.  299 

Und  schön  gefaltete  gewänder.      Ein    verwandter    ausdruck    ist   Sir  Perc.   301 
v.    32  f.  : 

With  robes  in  folde. 

He  gaffe  hym  robes  in  folde, 
was  von  Hall.  Dict.  p.   367a  unrichtig  durch  in  number,  von  Mätzner  Wtb.  II 
p.   148b  richtig  durch:   in  faltenwurf,  erklärt  wird. 

Der  sinn  dieser  verse  ist  entweder :  Bei  seinem  spiel  wollte  er  zwanzig  303  f. 
Schillinge  setzen,  oder:  Für  seinen  spass ,  sein  amusement  wollte  er  zwanzig 
Schillinge  anlegen.  Dem  zusammenhange  nach  wäre  die  letztere  auffassung 
natürlich  die  einzig  richtige,  denn  vom  spielen  kann  ja  noch  garnicht  die  rede 
sein,  ehe  Tristrem  das  Schachbrett  gesehen  hat,  und  dass  es  sich  wirklich  vor- 
erst um  kauf  handelt,  geht  aus  v.  307  f.  klar  hervor.  Andrerseits  aber  scheint 
das  setzen  von  zwanzig  geldstücken  beim  spiele  typisch  gewesen  zu  sein;  auch 
Floriz  soll  beim  spiele  mit  dem  thurmwart  zwanzig  mark  setzen  (Floris  and  Bl. 
v.  348),  und  dafür,  dass  der  dichter  schon  hier  das  spiel  im  äuge  gehabt  hat, 
spricht  namentlich  auch  die  Wiederkehr  fast  derselben  wo rte  v.  314.  Ich  glaube 
also,  dass  der  verf.  sich  hier  einer  Unklarheit  in  der  erzählung,  einer  art  pro- 
lepsis  schuldig  gemacht  hat,  wie  sie  ihm  nach  meinem  nachweise  in  I  öfters 
passirt   ist. 

In  diesen  versen  ist  angedeutet,  dass  Rohand  seinem  pflegesohn  in  betreff  305  f. 
des  kaufens  praktische  winke  gibt. 

recchen  hat  hier  wol  denselben  sinn,  wie  La^.  v.  14079  :  308 

And  ich  pe  wulle  raecchen 
Deorne  runen 
=  and  I  will  teil  thee  secret  discourses.    Im  übrigen  kann  man  entweder  über- 
setzen:   Die  schönsten  bezeichneten  ihm  die  leute  oder:  die  schönsten,  welche  die 
leute   ihm   bezeichneten,    so   dass   nach  fair  est   ein   rel.  pron.   ausgefallen   wäre. 
Für  diese  auffassung  habe  ich  mich  durch  die  interpunktion  entschieden. 

bi  a  cheire   =   bei  oder   auf  einem   stuhle,    ist    merkwürdig ;    der    dichter  309 
scheint   auf  das  wort   cheire  nur  verfallen    zu   sein,    um  ein  reimwort  und  zu- 
gleich eine  alliteration  zu  cheker  zu  gewinnen.     Ueber  den  gebrauch  von  stuh- 
len vgl.  Schultz  a.  a.  o.  p.  66  ff.  und  Wissmann,  Anglia  IV  p.  372.     Our  Eng- 
lish  Home.  Third  ed.  London  and  Oxford  1876  p.  113  f. 

Für  Pe  mariner  erwartete  man  A  mariner,  da  vorher  noch  kein  bestimmter  311 
schiffer   genannt  war.      Der  bestimmte    artikel  deutet  wol  darauf  hin,  dass  der 
kapitän  des  schiffes  gemeint  ist. 

V.  317  nehme  ich  dem  sinne  nach  zum  folgenden:  Bereitwillig  etc.  fay  317  —  9 
ist  hier  gleichbedeutend  mit  op,  sonst  müsste  es  bi  his  fay  heissen.  V.  319 
kann  heissen  :  Wahrhaftig,  ich  thue  dabei  mit,  ich  bin  mit  von  der  partie  (also 
ich  held  =  ich  halte) ,  oder ;  Fürwahr,  jeder  hielt  daran  fest  (also  ich  =  each 
und  held  =  ae.  heold,  ;  grammatisch  lässt  sich  beides  rechtfertigen,  aber  ich 
ziehe  die  erstere  erklärung  vor,  da  doch  wol  der  inhalt  von  dem  schwüre  des 
Schiffers  angegeben  werden  soll. 

Nun  liegt  das  bereit,  was  beide  gesetzt  haben,   sc.  bereit  für  den  gewinnen-  320 
den.     In    demselben  sinne  wird  stonden  gebraucht,  vgl.  Sir  Thopas,   bei  Skeat 
Group  B  v.    1930  f. : 


—     110     — 

Of  wrastling  was  ther  noon  his  peer, 

Ther  any  ram  shal  stonde. 
wo  die  erklärung  Skeat's  :    »Stonde,  i.   e.   be  placed  in  the  sight  of  the  competi- 
tors ;  be  seen.«  wol  nicht  ganz  das  richtige  trifft. 

322  asise  erklärt  Scott  im  glossar  für  a  term  of  chess,  now  disused,  während 
Hall.  Dict.  p.  97  darüber  bemerkt:  »Tristrem  is  playing  at  chess,  and  he  played 
so  long  a  time  the  long  asise,  that  he  won  six  hawks  and  100  /.  This,  I 
apprehend,  is  the  correct  meaning.«  Mätzner  s.  v.  assise  beschäftigt  sich  mit 
dieser  stelle  nicht,  und  Stratm.  gibt  assise  durch  assize,  size  wieder.  Scott's 
ansieht  lässt  sich  weder  beweisen  noch  widerlegen ;  Hall,  passt  die  seine  zu 
wenig  dem  Wortlaute  an,  man  würde  da  wenigstens  a  für  the  erwarten.  Der 
ausdruck :  sette  asise  kommt  auch  sonst  vor  und  zwar  in  dem  sinne  :  eine  ge- 
richtssitzung  constituiren,  vgl.  Langt,  p.  64  (M) : 

He  was  chefe  justise, 

Ageyn  pe  erle  Godwyn  he  gert  sette  assise. 
Hier   ist   der   ausdruck  in  übertragenem  sinne  gebraucht :   Tristrem  consti- 
tuirt   durch  aufstellung    der   Schachfiguren  die  —  wie  sich  dann  herausgestellt 
—  für  ihn  selbst  verhängnissvoll  lange  sitzung. 

323  endred  ist  offenbar  =  entred :  vgl.  St.  Lucy  65  (M)  : 

Woldestou  enter  perinne  in  per,  pu  were  riche  ynou^. 
Guy  of  Warw.  v.  4810: 

They  enturde  in  sone  in  haste, 
Auch  ist  hier  nicht  etwa  d  für  t  verschrieben,  sondern  wirklich  d  für  rom. 
t  eingetreten ;  vgl.  v.  542 : 

Bred  pai  pard  and  schare. 
Sir  Fer.  v.  3517: 

he  wyle  hay  entendiap  to  ^owward  Y  schal  take  out  to  anoper  pard 
GE.  v.   2737  : 

cturg  de  des  er d  a  wei  he  nam. 
The  Babees  Book  p.   142,  v.  415: 

And  yf  youre  souerayne  ete  sauerly  and  haue  perto  appetide, 
Dasselbe  wort  wird  das.  p.   151,  v.  530  apetide  geschrieben. 
Vgl.  auch  Koch  I  §  166. 
325  fr.  Der  sinn   der   folgenden  zeilen   kann   nur  sein,  dass  Tristrem  den  schiffer 

gerade  soviel  geld  gewinnen  lässt,  als  er  vögel  gewinnt,  und  zwar  wird  dieses 
vorgehen  noch  als  etwas  besonders  kluges  aufgefasst,  vgl.  v.  326.  Nach  dem 
Schlüsse  der  folgenden  Strophe  scheint  es ,  Tristrem  habe  —  nach  des  engl, 
dichters  idee  —  den  schiffer  dadurch  sicher  machen  wollen,  um  ihm  dann 
desto  mehr  geld  abgewinnen  zu  können.  Diese  vermeintliche  probe  von  erfin- 
dungsgabe  seitens  unseres  autors  wird  man  nicht  als  eine  sehr  glückliche  be- 
zeichnen können,  und  vielleicht  hat  er  diesen  zug  nicht  einmal  erfunden.  In 
Floriz  and  Bl.  nämlich  wird  ein  sehr  ähnliches  motiv  durchaus  passend  ver- 
werthet :  Floriz  lässt  den  thurmwächter  wiederholt  gewinnen,  um  ihn  seinen 
wünschen  geneigt  zu  machen.  Da  auch,  wie  wir  zu  v.  304  sahen,  die  zahl 
zwanzig  in  beiden  erzählungen  beim  einsatze  vorkommt,  so  ist  es  nicht  unmöglich 
dass  wir  es  hier  mit  einer  direkten  reminiscenz  aus  jenem  Stoffe  zu  thun  haben. 
328  raf  soll  nach  Madden,  The  Gentleman's  Magazine,   1833,  II  p.  311,  iden- 

tisch sein  mit  dem  ae  hrape,  subito.    Das  ist  aber  doch  wol  sprachlich  unmög- 
lich.   Könnte  raf  =  ae.  reäf  raub,  beute,  sein,  also :  wie  er  als  beute  gewonnen 
hatte?     Eine  bessere  erklärung  würde  mir  willkommen  sein. 
330  Sechs   habichte   erhielt  er   und  gab    sc.  geld  dafür  hin,    aber  nicht  direkt, 

sondern  im  spiel.     Näher  läge  an  sich  die   auffassung:    Sechs   habichte  gewann 
und  verlor  er;  damit  würde  aber  v.   333  f.  im  Widerspruch  stehen. 
335  fr.  Von  hier  ab  wird  nur  noch  um  geld  gespielt. 

341  Vgl.  v.   1677  ff.  : 

tat  menstrel  for  his  lay 
Schal  haue  an  hundred  pounde 
Of  me. 
Ueber  ähnliche  Übertreibungen  vgl.  die  note  z.  d.  st. 


—    111    — 

Nicht  mehr  sagte  da  der  ho/meister,  das  fortgehen   dürfe  nicht  aufgeschoben    344  f. 
werden,  sc.  weil  auch  er  so  sehr  in  das  spiel  vertieft  war;  vgl.  G.  2308: 

So  lise,  daz  es  Tristan 

Noch  Kurvenal  nie  wart  gewar. 
Zu  gate  in  dem  sinne  von  weggehen  vgl.  Piers  PI.  B.  Passus  III  v.   155  : 

And  lith  az,ein  pe  lawe  and  letteth  hym  the  gate 
Vgl.  Le  bone  Flor.  v.   1778  :  348 

At  the  see  so  graye. 
Torrent  v.   1942  : 

Vppon  the  see  so  grene. 
Für   wepe   ist   höchst   wahrscheinlich  grete  einzusetzen;    vgl.  Zup.  zu  Guy  352 

v.  2534. 

Zur  construetion  des  satzes  vgl.  Ypom.  v.  2036  :  357 — 9 

Chese,  whether  thou  wilt  go  or  ellys  fight ! 
Dieselbe  zeile  kehrt  v.  11 60  wieder;  dass  diese  in  den  andern  texten  nicht  364 
wiederkehrende  neunzahl  ein   typischer   ausdruck  für  eine  lange  zeit  ist,  wurde 
schon  I  p.  XXXIII  vermuthet;  vgl.  La^.  v.   2516  f.  : 
Fiftene  3er  and  ni^en  dawses, 
SeoctSen  Locrin  wes  dead. 
Das.  v.  9342  f.  : 

Ni^en  pusende 
Heo  lseiden  to  pon  gründe. 
Das.  v.   20278  f.  : 

Per  weoren  aqualde 
Ni^en  hundred  alle  italde. 
Das.  v.   30552  f.  : 

Pa  ni^en  dse^es  weoren  a^eong, 
Pe  king  wes  swicte  unstrong. 
An   keiner   von   diesen  vier   stellen  hat,    nach  Madden's  angäbe,  La^amon 
die  neunzahl   aus   seiner  vorläge   herübergenommen.     Vgl.  ferner  Hörn  Childe 
XIII,   1  ff.  : 

Hende  Hapeolf,  pat  was  so  fre, 
Bot  .IX.  monep  sojournd  he; 
No  lenge  no  hadde  he  pes. 
Eger  and  Grine  v.  445  ff.  : 

9  dayes  were  comen  and  gone, 
Or  any  leeche  wold  Egar  vndertane  ; 
It  was  9  dayes  and  some  deale  more, 
Or  his  ladye  wold  come  there. 
Ich   bezweifle   nicht,    dass   sich   die   belege   dafür   ohne    mühe   vermehren 
Hessen. 

Vgl.  Sir  Egl.  v.  202 :  375 

Or  hyt  nyghed  the  ny^t  fülle  nere, 
Eger  and  Grine  v.  416: 

There  might  noe  man  nighe  him  nere. 
Sir  Degr.  524: 

Y  ney^ed  hure  so  nere. 
Vgl.  Sir  Perc.  v.   258  :  376 

He  sawe  a  gate  as  it  wäre. 
Vgl.  v.  421  f.  :  377  f. 

Pe  hilles  were  on  hi^t, 
He  clombe  po  holtes  hare. 
Man   könnte   auf  den   gedanken  kommen,    Fat  milde   auf  die  kaufleute  zu  383 
beziehen,  die  so  vom  dichter  genannt  würden,  weil  sie  dem  knaben  seinen  ge- 
winnst  lassen   und    ihm   ausserdem    noch   ein   brod   mitgeben ;    aber  die   worte 
stehen  doch  wol  parallel  mit  pat  sleijfe,   v.  379. 

Dieser  zusatz,    wenn   auch   verschieden    ausgedrückt,  kehrt  oft  in  den  ro-  391 
manzen  wieder  und  gewährt  in  willkommner  weise  ausfüllung  einer  zeile;   vgl. 
z.   b.  Ipom.   v.    858  : 


—     112     — 

For  god  that  dyed  vppon  a  tree, 
Sir  Degr.  v.   718  : 

By  hym,  that  dyed  on  tre, 

395  Für    den    eigenthümlichen    gebrauch    von   so    gerade   vor  diesem  adj.  vgl. 

v.  842-  2860;  ferner  folgende  ähnliche  stellen,  The  Babees  Boke  p.  315, 
v.  495  f« 

No  mete  for  mon  schalle  sayed  be, 
Bot  for  kynge  or  prynce  or  duke  so  fre. 
Guy  of  Warw.  v.  4781  f. : 

Gye  comawndyd  hys  meyne 
To  resseyue  the  knyght  so  free. 
Das.  v.  7241;  endl.  v.   7340  f. : 

Syr,  quod  he,  what  may  y  say, 
When  y  haue  lorne  my  lorde  so  free? 
397  Jro  =  they  =  die  leute,  man. 

399  f.  Um   den   richtigen   weg  zu   erfahren,    um  die  steige  kennen  zu  lernen,  eine 

Umschreibung  für:  um  die  einzelheiten  der  geschichte  zu  erkunden. 

401  f.  Vgl.  eine  ähnliche  aufforderung  v.   1429  f.  und  2573  f. 

404  Zu  may  haben  wir  natürlich  say  aus  der  vorigen  zeile  zu  ergänzen.     Vgl. 

v.  413: 

He  ne  wist  what  he  mou^t, 
wo  don  zu  suppliren  ist.     Die   auslassung  eines  inf.  nach  hülfsverben  erstreckt 
sich  also  nicht  nur  auf  allgemeine  verben  der  bewegung  (vgl.  Zup.  zu  Guy  v. 
855 — 6),  sondern  hat  weiteren  umfang,    here  =  ae.  heran,  audire,  anzusetzen, 
ist  natürlich  durch  den  Zusammenhang  ausgeschlossen. 

406  f.  Ist  schwer  zu  erklären,     at  ende  kann  nur  heissen:    am  Schlüsse;  das  ver- 

bum  preise  kann  unmöglich  ein  subst.  mit  of  bei  sich  haben.  Ich  glaube  also 
so  construiren  zu  müssen :  Ich  man  preise  at  ende  of  ping,  pat  is  him 
dere ;  d.  h.  Jeder  möge  beifall  spenden  am  Schlüsse  einer  leistung ,  die 
ihm  lieb,  angenehm  gewesen  ist.  Ob  v.  405  zum  vorigen  oder  zum  folgenden 
gehört,  wird  unentschieden  bleiben  müssen;  ich  würde  das  erstere  vorziehen: 
....  mag  sein  eignes  wissen  hier  sagen  als  gewandter  mann,  d.  h.  in  höfi- 
scher aitständiger  weise.  Offenbar  will  der  dichter  einen  gegensatz  betonen. 
, Höret  mir  weiter  zu !  Am  Schlüsse  mag,  wer  die  geschichte  von  Tr.  besser 
weiss,  seine  Weisheit  vorbringen.  Hat  es  euch  dagegen  gefallen :  plaudite ! '  Ein 
gewisser  grund  zur  markirung  eines  ruhepunktes  in  der  erzählung  lag  ja  hier, 
wo  des  helden  leben  in  eine  ganz  neue  phase  eintritt,  allerdings  vor. 

410  Zur  färbe  vgl.  Sir  Gawayne  v.   878  f.  : 

And  penne  a  mere  mantyle  watz  on  bat  mon  cast, 
Of  a  broun  bleeaunt,  enbrauded  ful  ryche, 
Ist  blihand  wirklich  identisch  mit  mhd.  pliät,  frz.  bliaud  (vgl.  A.  Schultz, 
a.  a.  o.  I  p.  261  f.)?  Freilich  war  dieser  in  der  regel  zweifarbig,  während, 
was  dies  zeug  angeht ,  in  v.  599  die  einfärbigkeit  desselben  noch  besonders 
hervorgehoben  wird ;  denn  dass  dort  der  sinn  wäre :  rein,  fleckenlos,  wie  Skeat 
of  o  colour,  P.  PI.  C.  Pass.  IV,   309  übersetzt,  glaube  ich  nicht. 

412  Ob    diese  zeile  dem   sinne   nach  zum  vorigen  gehört  oder  zum  folgenden, 

ist  fraglich.  Dass  die  fünfte  zeile  der  Strophe  auch  zum  vorhergehenden  ge- 
nommen werden  kann,  habe  ich  zu  v.  49  gezeigt,  und  da  in  gedichten  dieser 
art  gerade  äusserliche  notizen,  wie  angäbe  der  kleidung  u.  ähnl.  durch  be- 
rufung  auf  die  quelle  bekräftigt  werden,  und  auch  sonst  noch  der  dichter  auf 
diese  gewandung  zurückkommt  (vgl.  v.  450)  so  entscheide  ich  mich  für  die 
erstere  möglichkeit. 

415  til  in    der   bedeutung :    so   lange   als,    ist  nicht  häufig.     Ich  kenne,  abge- 

sehen vom  schottischen  dialekte  (vgl.  Barbour's  Legendensammlung,  Prolog 
v.  20,  82  und  Ilorstmann's  note  z.  d.  st.)  vorläufig  nur  eine  parallelstelle, 
Sevyn  Sages  v.    1664: 

Schal  I  the  neuere  ise,  til  I  liue. 


—     113    — 

Vgl.  mit  diesem  verse  noch  The  Türke  and  Gowin  v.  105  f. 
Sir  Gawaine  eate  as  him  good  thought, 
And  well  he  liked  his  meate. 
climben  wird  nur  sehr  selten  transitiv  gebraucht;   Mätzner,   Wtb.  I  p.  432a  422 
führt  nur  ein  beispiel  an,  Allit.  poems  2  v.  405  f. : 

For  hit  [sc.  pe  flexi]   clam  vche  a  clyffe,   cubites  fyftene 
Ouer  pe  hy^est  hylle,  bat  hurkled  on  erbe1). 
Hier  haben  wir  also  einen  zweiten  beleg  dafür;  freilich  läge  es  nahe,  po  in  to 
zu  verwandeln,   aber  der  artikel  ist   nicht  gut  zu  entbehren  und  überdies  kehrt 
diese  zeile  fast  wörtlich  so  wieder  v.   681  : 

Y  clambe  pe  holtes  hare, 
Die    construetion   ist   dann   ebenso    aufzufassen,  wie  bei  ae.  cebl  gesügan  ; 
vgl.   Grimm  zu  Andr.   v.   222. 

Zum  gebrauche  von  on  hand  im  sinne  von  in  günstiger  weise  vgl.  Mätzner  427 
zu  v-  933    und   Lewin   zu    Poem.  Mor.   194.      Anders    in   dem    gleichlautenden 
verse  933. 

Vgl.  Torrent  v.   2123  ff.  :  430 

This  carfulle  lady  cried  faste  .... 
For  drede,  she  shold  be  .slone. 
him  fernen  to  heisst  sich  auf  jem.  berufen;   vgl.  Bosw.  p.   80  b:     Gif  hwa  431 
to  deedan  tyme  =  Si  quis  ad  mortuum  appellet.     Vgl.   Ettm.  p.   533. 

Vgl.  Mätzner,  Sprachpr.  I,   1    zu  Dame  Siriz  v.  274.     Der  dichter  spricht  439  f. 
hier  eine  allgemeine  lebensregel  aus. 

Vgl.  Hörn  Childe  L1X,    1  ff.  :  443 

Hern  com  an  haven  wele  to  hand, 
Pat  ^olkil  is  cleped  in  Irland, 
The  court  was  per  biside. 
Pai  token  ....    Of  =  Pai  of  token  =  assequebantur?  447  f. 

Statt  brac  and  bare  erwartete  man  vielmehr  bare  and  brac :  Thiere  brachten  452 
sie  getragen   und   zerlegten  sie.      Denn    das  ist  die  bedeutung  von  breken  beim 
erlegten   wilde,    die  auffallender  weise  bei  Mätzner  ganz  übergangen   ist,    vgl. 
Sir  Triam.   (P)  v.   im  ff. : 

The  found  him  by  a  water  side, 
Where  he  brake  the  beast  that  tyde, 
That  hart  that  was  soe  wylde. 
Es  ist  wol  dasselbe,  was  sonst  undo  genannt  wird;  vgl.  Ipom.  v.  397  ff.: 
There  squyers  vndyd  hyr  dere, 
Iche  man  on  his  owne  manere. 
Ipomydon  a  dere  yede  vnto, 
Füll  konnyngly  gan  he  it  vndo. 
Sir  Gawayn  v.   1326  f.: 

Gedered  pe  grattest  of  gres,  bat  per  were, 
And  didden  hem  derely  vndo,  as  pe  dede  askez. 
Martirs  erklärt  Scott  in  glossar  s.  v.  durch:    »Cattle    killed    at   Martlemas  454 
for  winter  provision,  still  called  Marts  in  Scotland. «     Freilich  ist  in  der  neuen 
aufläge   von   Iamieson's    grossem   schottischen    wörterbuche   dies    wort  nicht  zu 
finden.     Es   liegt   aber   trotzdem   kein   grund  vor,  Scotts  angäbe  anzuzweifeln, 
und  so  haben  wir  jedenfalls   hier  einen  speeifisch  englischen  zug  vor  uns,  der 
vom  dichter  eingeführt  ist,  in  ähnlicher  weise,  wie  nach  Brenner' s  gelungenem 
nachweise  (Anz.  f.  d.   a.  V  p.  408  ff.)  der   Verfasser   der  Tristrams  saga  einige 
ausgeprägt  nordische    züge  in  den  ausländischen    stoff  hineingetragen  hat.     Ein 
anlass  dazu  war  freilich  in  der  vorläge  gegeben.     Vgl.   G.  v.   2786  ff.  : 
Nu  daz  der  hirz  gevellet  wart, 
Der  da  Jägermeister  was, 
Der  stracte  in  nider  üf  daz  gras 
Lf  alle  viere  alsam  ein  swin. 

1)  Nebenbei  bemerkt,  ist  so  zu  interpungiren,  nicht  ein  comma  nach  fyftene 
zu  setzen,   wie  Morris  thut ;   vgl.   Genesis  7,   20. 

Kölbing,  Sir  Tristrem.  g 


—     114     — 

womit  man  wieder  vergleichen  mag  Bödd.  P.  L.   V,  41  f.  : 

Sixtene  hundred  of  horsmen  hede  her  here  fyn, 
Hue  ley^en  y  he  stretes  ystyked  ase  swyn. 
45S  Vgl.  Will,  of  Pal.  v.  226  : 

So  fair  a  si^t  of  seg  ne  sawe  he  neuer  are. 

460  At  wille  bedeutet  hier  absichtlich  und  gehört  natürlich  zum  vorherge- 
henden. 

461  Es  ist  bemerkenswerth,  dass  hier  mitten  in  der  rede  he  seyd  wiederholt 
wird,  obwol  dieselbe  schon  anfangs  genügend  eingeleitet  war.  Ebenso  v.  1756. 
Es  folgt  daraus,  dass  Brandl's  note  zu  Thomas  of  Erceld.  v.  161:  »he  said  als 
die  ankündigung  einer  rede  165  hat  keinen  sinn,  wenn  Thomas  bereits  zwei 
verse  gesprochen  hat«  der  berichtigung  bedarf. 

470  ff.  Dass  Ipom.  v.  397  fr.  als  eine  nachahmung  der  vorliegenden  stelle  unseres 

gedichtes  anzusehen  ist,  haben  W.  Scott  und  neuerdings  ten  Brink  (Gesch.  der 
engl.  litt.  I.  p.  298  f.)  mit  recht  geltend  gemacht.    Vgl.  bes.  Ipom.  v.  401  f.: 
So  feyre  that  veneson  he  gan  to  dight, 
That  bothe  hym  byheld  squyer  and  knyght. 
474 ff.  Hier    folgt   nun    die    detailschilderung    der    Zerlegung    des    hirsches.      Ich 

schreibe  zunächst   drei  wichtige   parallelen   zu  derselben  aus,  um  dann  im  fol- 
genden einfach  auf  die  betr.  stellen  verweisen  zu  können. 
Sir  Gawayn  v.  13 19  ff.  : 

And  ay  pe  lorde  of  pe  londe  is  lent  on  his  gannez, 
1320  To  hunt  in  holtez  and  hebe,  at  hyndes  barayne, 

Such  a  sowme  he  per  slowe  bi  hat  he  sunne  heldet, 
Of  dos  and  of  oper  dere,  to  deme  were  wonder. 
Penne  fersly  pay  flokked  in  folk  at  pe  laste, 
And  quykly  of  pe  quelled  dere  a  querre  pay  maked ; 
1325  Pe  best  bo^ed  perto,  with  burnez  in-noghe, 
Gedered  pe  grattest  of  gres  hat  per  were, 
And  didden  hem  derely  vndo,  as  pe  dede  askez; 
Serched  hem  at  he  asay,  summe  pat  per  were, 
Two  fyngeres  pay  fonde  of  pe  fowlest  of  alle; 
1330  Sypen  pay  slyt  pe  slot,  sesed  pe  erber, 

Schaued  wyth  a  scharp  knyf,  and  pe  schyre  knitten ; 
Sypen  rytte  pay  pe  foure  lymmes  and  rent  of  pe  hyde, 
Pen  brek  pay  pe  bale,   pe  bale^  out  token, 
Lystily  forlancyng,  and  bere  of  pe  knot ; 
1335  Pay  gryped  to  pe  gargulun  and  graypely  departed 

Pe  wesaunt  fro  pe  wynt-hole,  and  walt  out  pe  guttez; 
Pen  scher  pay  out  pe  schulderez  with  her  scharp  knyuez, 
Haled  hem  by  a  lyttel  hole,  to  haue  hole  sydes ; 
Sypen  britned  pay  pe  brest  and  brayden  hit  in  twynne, 
1340  And  eft  at  pe  gargulun  bigynez  on  penne, 
Ryuez  hit  vp  radly,  ry^t  to  pe  by^t, 
Voydez  out  pe  avanters,   and  verayly  per  after 
Alle  pe  rymez  by  pe  rybbez  radly  pay  lance ; 
So  ryde  pay  of  by  resoun  bi  pe  rygge  bonez, 
1345  Euenden  to  pe  haunche,   hat  henged  alle  samen, 
And  heuen  hit  vp  al  hole  and  hwen  hit  of  pere, 
And  pat  pay  neme  for  pe  noumbles,  bi  nome  as  I  trowe, 
Bi  kynde; 

Bi  pe  by^t  al  of  pe  pyz,es, 
1350  Pe  lappez  pay  lance  bi-hynde, 

To  hewe  hit  in  two  pay  hy^es, 
Bi  pe  bak-bon  to  vnbynde. 

Bope  pe  hede  and  pe  hals  pay  hwen  of  penne, 
And  sypen  sunder  pay  pe  sydez  swyft  fro  pe  chyne, 
1355  And  pe  corbeles  fee  pay  kest  in  a  greue ; 

Penn  purled  pay  ayper  pik  side  pur^  bi  pe  rybbe. 


—     115     — 

And  henged  f)enne  ayber  bi  ho^es  of  he  fourchez, 
Vche  freke  for  his  fee,  as  falle^  for  to  haue. 
Vpon  a  feile  of  be  fayre  best  fede  bay  bayr  houndes 
1360  Wyth  be  lyuer  and  be  lyjjtez,   be  lef)er  of  be  paunchez, 
And  bred  baped  in  blöd,  blende  her  amongez ; 
Baldely  bay  blw  prys,  bayed  bayr  rachchez, 
Syben  fonge  bay  her  flesche  folden  to  home, 
Strakande  ful  stoutly  mony  stif  motez. 
Buch  von  St.  Albans  (A)  *)  : 

How  ye  shall  breke  an  harte. 
And  for  to  speke  of  the  harte  whyle  we  thynke  on  : 
My  childe  fyrste  ye  shall  hym  serue  whan  he  shall  be  vndoli  : 
And  that  is  for  to  saye  or  euer  ye  hym  dyght : 
Wythin  his  hornes  to  laye  hym  vpryght. 
5  At  thessay  kytte  hym  that  lordes  maye  se  : 
Anone  fatte  or  lene  whether  that  he  be. 
Then  cytte  of  the  coddes  the  bely  euen  fro  : 
Or  ye  begyn  hym  to  flee  and  thenne  shall  ye  go. 
At  chaulys  to  begyn  as  sone  as  ye  maye : 
10  And  slytte  hym  downe  euyn  to   thassaye. 

And  fro  the  assaye  euyn  downe  to  the  bele  shall  ye  slytte : 
To  the  pyssyll  there  the  codde  was  awaye  kytte. 
Then  slytte  the  lyfte  legge  euen  fyrst  before  : 
And  then  the  lyfte  legge  behynde  or  ye  do  more. 
1 5  And  thyse  other  legges  vpon  the  ryght  syde  : 
Upon  the  same  mauere  slytte  ye  that  tyde. 
To  goo  to  the  chekes  looke  that  ye  be  prest: 
And  soo  flee  hym  downe  euyn  to  the  breste. 
And  soo  flee  hym  forth  ryght  vnto  thessay : 
20  Euen  to  the  place  where  the  codde  was  kytte  away. 
Thenne  flee  the  same  wyse  all  that  other  syde : 
But  lete  the  taylle  of  the  beest  styll  theron  byde. 
Then  shall  ye  hym  vndo  my  chylde  I  you  rede : 
Ryght  vpon  his  owne  skynne  &  laye  it  on  brede. 
25  Take  hede  of  the  kyttynge  of  the  same  dere : 
And  begyn  fyrste  to  make  the  Erbere. 
Then  take  out  the  sholders :  and  slyttyth  anone  : 
The  bely  to  the  syde  from  the  corbyn  bone. 
That  is  corbyns  fee :  at  the  deth  he  woll  be  : 
30  Then  take  out  the  sewett  that  it  be  not  lafte : 
For  that  my  chylde  is  good  for  leche  crafte. 
Then  put  thyn  honde  softly  vnder  the  breste  bone  : 
And  there  shall  ye  take  out  therber  anone. 
Then  put  out  the  paunche  and  Irom  the  paunche  tas : 
35  Awaye  lyghtly  the  Race  suche  as  he  haas. 
Hoole  it  wyth  a  fingre  doo  as  I  you  ken  : 
And  wyth  the  blood  and  the  grece  fyll  it  then. 


1)  Diese  stelle  ist  mitgetheilt  nach  folgender  ausgäbe  des  Werkes.  Titel: 
This  present  boke  shewyth  the  manere  of  hawkynge  &  hun  |  tynge  :  and  also 
of  diuysynge  of  Cote  armours.  It  shewyth  also  |  a  good  matere  belongynge 
to  horses :  wyth  other  cömendable  |  treatyses.  And  ferdermore  of  the  blasynge 
of  armys :  as  here  af  |  ter  it  maye  appere.  —  Schluss  :  Here  in  this  boke  afore 
ben  shewed  the  treatyses  pertey-  |  nynge  to  hawkynge  &  huntynge  with  other 
dyuers  playsaunt  |  materes  belongynge  vnto  noblesse  :  and  also  a  ryght  noble 
trea  |  tise  of  Cotarmours.  as  in  this  present  boke  it  may  appere.  And  |  here 
we  ende  this  laste  treatyse  whyche  specyfyeth  of  blasynge  |  of  armys  Enprynted 
at  Westmestre  M)  by  Wynkyn  the  Worde  the  |  yere  of  thyncarnacön  of  our 
lorde.     MCCCCLXXXXVI. 


116 


Loke  threde  that  ye  haue  and  nedyll  therto : 

P'or  to  sewe  it  wyth  all  or  ye  more  do. 
40  The  smalle  guttes  then  ye  shall  out  pyt: 

From  theim  take  the  mawe  foryete  not  it. 

Then  lake  out  the  lyuer  and  laye  it  on  the  skynne : 

And  after  that  the  bledder  wythout  more  dynne. 

Then  dresse  the  nombles  :  fyrst  that  ye  recke : 
45  Downe  the  anauncers  (!)  kerue  that  cleuyth  to  the  necke. 

And  downe  wyth  the  bolthrote  put  theym  anone : 

And  kerw  vp  the  flesshe  there  vp  to  the  hach  bone. 

And  soo  forth  the  fyllittes  that  ye  vp  arere : 

That  fallyth  to  the  nombles  :  and  shall  be  there. 
50  Wyth  the  nerys  also  and  sewit  that  there  is  : 

Euen  to  the  mydryf  that  vpon  hym  is. 

Then  take  downe  the  mydryf  from  the  sydes  hote : 

And  haue  vp  the  nombles  hole  by  the  bolle  throte. 

In  thyn  honde  thenne  theym  holde,  and  loke  and  se  : 
55  That  all  that  longyth  theym  to :  togyder  that  they  be. 

Then  take  theym  to  thy  broder  to  holde  for  tryst : 

Whyles  thou  theym  dowblest  &  dresse  as  the  tyste. 

Then  a  waye  the  lyghtis  and  on  the  skynne  theym  laye  : 

To  abyde  the  querre  my  chylde  I  you  praye. 
60  Then  shall  ye  slytte  the  slough  there  as  the  herte  lyeth, 

And  take  awaye  the  heres  from  it  and  by  slyeth. 

For  suche  heeres  hath  his  herte :  ay  it  vpon : 

As  men  maye  se  in  the  beest  whan  he  is  vndon. 

And  in  the  myddes  of  the  herte  a  bone  shall  ye  fynde  : 
65  Loke  ye  yeue  it  to  a  lorde.  and  chylde  be  kynde. 

For  it  is  kynde  for  many  maladies: 

And  in  the  myddes  of  the  herte  euer  more  it  lyes. 

Then  shall  ye  kytte  the  skyrtes  the  teeth  euyn  fro  : 

And  after  the  ragge  boon  kyttyth  euyn  also. 
70  The  forchis  :   and  the  sydes  euyn  bytwene  : 

And  loke  that  your  knyues  ay  whettyd  bene  : 

Then  turne  vp  the  forchis  and  frote  theym  wyth  blood  : 

For  to  saue  the  grece.  so  doo  men  of  good. 

Then  shall  ye  kytte  the  necke  the  sydes  euyn  fro  : 
75  And  the  heed  fro  the  necke  kyttyth  also. 

The  tonge  the  brayne  the  paunche  and  the  necke : 

Whan  they  wasshe  ben  well  wyth  water  of  the  becke. 

The  smalle  guttes  to  the  lyghtis  in  the  derys : 

Aboue  the  herte  of  the  beest  whan  thou  theym  rerys. 
80  Wyth  all  the  blood  that  ye  maye  gete  and  wynne : 

All  togyder  shall  be  take.   and  layed  on  the  skynne. 

To  gyue  your  houndes.  that  eallyd  is  ywys  : 

The  quyrre.  aboue  the  skynne  for  it  eten  is. 

And  who  dressyth  hym  so  by  my  counsayle : 
85  Shall  haue  the  lefte  sholder  for  his  trauayle. 

And  the  ryght  sholder  where  so  euer  he  bee  : 

Yeuyth  to  the  foster  for  that  is  his  fee. 

And  the  lyuer  also  of  the  same  beest : 

To  the  fosters  knaue  yeuyth  at  the  leest. 
90  The  nombles  trusse  in  the  skynne  &  hardyll  theym  faste  : 

The  sydes  &  the  forches  togyder  that  they  laste. 

Wyth  the  hynder  legges.   be  doon  so  it  shall : 

Then  brynge  it  home  and  the  skynne  wyth  all. 

The  nombles.  &  the  hornes.  at  the  lordes  yate  : 
95  Then  boldly  blowe  the  pryce.  ther  ate. 

Your  playe  for  to  mynne  :  or  that  ye  come  inne. 


—     117     — 

Cod.  Cott.  Vespas.  B.  XII  (V)  p.   6  : 

And    whaii    the   hert    is   take,    ye    schal    blowe   IUI   motys,  and  shal 
be  defeted  as  of  other  bestes,    and  if  yow  houndes  be  bold  and  haue 
slayn  the  hert  with  streynth  of  huntyng,    ye  schul  haue    the    skyfi,    and 
he  \>at  vndoth  hym,  shal  haue  be  shuldre  be  lawe  of  venery  ;    and    the 
houndes   shal  be   rewardid    xvith   the   nekke  and  with  \te  bewellis,  with 
the  fee,  and  thei  shal  be  etyn  vndir  the  skyfi,  and  therfore  it  is  clepid 
the  quarrt',  and  the  hed  shal  be  brout  hom  to  the  lord,  and  the  skynw 
the   nex,    the   gargilou«   aboue    the   tayle   forched   on   the  ryght  honde. 
Than  blow  at  the  dore  of  halle  p<?  pryse. 
Man  vgl.  endlich  noch  das  frz.  gedieht :    La    chace    dou    Cerf,   herausge- 
geben   von    Jubinal  im   ersten   bände   seines   Nouveau    recueil   de   Contes   etc. 
p.    154  ff. 

W.  Scott  übersetzt  p.  385  :  and  placed  the  tongue  next  the  pride,  or  spieen.  475 
Aber  sat  kann  doch  unmöglich  für  sett  gesetzt  werden;  es  müsste  also  wenig- 
stens dies  dafür  eingesetzt  werden ;  sat  könnte  höchstens  heissen :  lag,  blieb 
liegen,  obwol  ich  freilich  auch  für  diese  bedeutung  von  sitten  nicht  eine  pa- 
rallelstelle beibringen  kann.  Dass  zunge  und  milz  zusammen  gelegt  werden 
sollen,  wird  übrigens,  soviel  ich  sehe,  in  keinem  der  obigen  berichte  erwähnt. 

Durch  anführung  der  heminges  hat  der  englische  dichter  wieder  ein  speci-  476 
fisch  englisches  moment  in  die  erzählung  hineingebracht.  Ich  wiederhole  hier 
einfach,  was  W.  Scott  p.  386  darüber  bemerkt:  »The  hemynges:  was  a  piece 
of  the  hide  cut  out  to  make  brogues  for  the  huntsmen.  When  the  versatile 
David  de  Strathbogie ,  Earl  of  Athole,  was  hard  pressed,  and  driven  to  the 
Highlands  by  the  earl  of  Murray,  in  1335,  Winton  mentions,  as  a  mark  of  his 
distress, 

That  at  sa  gret  myschef  he  wes, 
That  his  knychtis  weryd  rewelynys 
Of  hydis  or  of  hart  hemmynys. 
The  mode  of  making  those  rullions  or  rough  shoes,  is  thus  described  : 

We   go    a   hunting,    and   after  that  we  have  slain  red  deer,  we  flay 
off  the  skin  bye    and   bye,    and    setting  off  our  bare  foot  on  the  inside 
thereof,    for    want   of   eunning  shoemakers,  by  your  grace's  pardon,   we 
play   the   cobblers,  compassing  and  measuring  so  much  thereof  as  shall 
reach  up  to  our  ancles,  pricking  the  upper  part  thereof  with  holes,  that 
the  water  may  repass  where  it  enters,  and  stretching  it  up  with  a  strong 
thong    of  the   same   above  our  said  ancles.     So,  and  please  your  noble 
grace,  we  make  our  shoes.    Therefore,  we,  using  such  manner  of  shoes, 
the    rough  hairy  side  outwards,    in   your   grace's  dominions  of  England, 
we  be  called  Rough-footed  Scots. 
Elder's  Address   to  Henry  VIII,   apud  Pinkerton's  History,   Vol.  II   p.   397. 
szvipe  on  est  =  sehr  mit  lust.     Vgl.  GE.  v.   2758  : 
And  Jetro  geld  it  him  in  estdede. 

breche  kennt  Mätzner  Wtb.  I  p.  334a  nur  als  hose;   hier   ist  natürlich  das  478 
hintertheil  des  thieres  gemeint. 

Vgl.  Sir   Gaw.  v.   1332.  479 — 81 

Hier  ist  angedeutet,  dass   diese   kunst  Tristrem's    für  spätere  zeiten  mass-  483  f. 
gebend  geworden  ist. 

Scott  erklärt  p.  385  diese  zeile  so :  » The  spand  (i.  e.  Shoulder,  from  485 
spalla) ,  was  the  first  breadth,  or  division.«.  Diese  Übertragung  ist  natürlich 
verfehlt ;  weder  kann  spande  =  spalla  sein  noch  brede  =  division ,  und  die  Über- 
setzung :  die  spanne  war  die  erste  breite,  ist  doch  sinnlos.  Noch  bliebe  der 
ausweg,  brede  auf  ae.  breede  assatura,  zurückzuführen :  Die  spanne  war  der 
erste  braten,  d.  h.  Das  erste  zum  braten  bestimmte  stück  fleisch,  welches  er 
ausschnitt,  war  eine  spanne  lang.  Aber  auch  das  wäre  eine  höchst  merk- 
würdige ausdrucksweise.  Oder  sollte  etwa  A  v.  24 :  and  laye  it  on  brede,  einen 
Schlüssel  zum  verständniss  bieten  können?  Auch  diese  worte  stehen  direkt  vor 
der  erwähnung  des  erber. 


—     118     — 

486  erb  er  ist  zunächst,  wie  Schultz  a.  a.  o.  I  p.  360  richtig  bemerkt,  der  pansen, 
d.  h.  der  vordere  theil  des  magens,  in  den  die  Speiseröhre  direkt  mündet. 
Diesen  sinn  hat  das  wort  A  v.  33,  wo  vom  herausnehmen  des  erber  die  rede 
ist;  ebenso  Sir  Gaw.  v.  1330.  In  anderem  sinne  ist  das  wort  aber  gebraucht 
in  den  phrasen :  make  the  erbere,  A  v.  26  und  diäten  pe  erbere  in  unserem  ge- 
dichte ;  darunter  ist  mit  Scott  p.  387  das  ausweiden  der  thieres  zu  verstehen. 

487  stifle  hat  noch  jetzt  die  bedeutung:  kniescheibe  am  Sprunggelenke  des 
Pferdes. 

489  rede  ist  nach  Scott  small-guts ;  sonst  habe  ich  nirgends  etwas  über  den 
sinn  dieses  wortes  finden  können. 

490  Mit  wombe  kann  nur  das  gemeint  sein,  was  Sir  Gaw.  v.  1333  balei}  ge- 
nannt wird,  also  die  eingeweide. 

491  Für  noubles,  wie  die  hs.  allerdings  bietet,  ist  unzweifelhaft  noumbles  zu 
lesen;  vgl.  frz.  nomble.  Ueber  den  sinn  des  wortes  schwanken  die  erklärer. 
Scott  p.  387  sagt:  The  numbles  seem  to  have  been  the  inwards  of  the  deer, 
und  ebenso  Skeat,  Glossar  zum  Gaw.  s.  v.  :  parts  of  the  inwards  of  the  deer> 
was  freilich  sehr  allgemein  ausgedrückt  ist.  Jubinal  a.  a.  o.  erklärt  es  für 
identisch  mit  nombril,  nabel.  Mit  recht  bemerkt  aber  dazu  Schultz  a.  a.  O. : 
»Da  aber  der  Jägermeister  anspruch  hat  auf  einen  antheil  am  erlegten  wilde, 
so  wird  er  schwerlich  mit  dem  nabel  des  hirsches  zufrieden  gewesen  sein.«  In 
der  that  kommt  nach  der  darstellung  des  frz.  gedieht  es  dem  Jägermeister  dieses 
stück  vom  wilde  zu.  Er  versteht  mit  Charpentier  darunter  den  lendenbraten. 
Aber  auch  sie  haben  den  begriff  zu  eng  gefasst.  Aus  A  v.  44  f.  erfahren  wir 
nämlich  ganz  genau,  was  dieser  kunstausdruck  zu  bedeuten  hat ;  etwas  weniger 
ausführlich  auch  aus  Sir  Gaw.  v.  1341  ff.  Es  gehören  dazu  erstens  die  avauncers, 
d.h.  die  obersten,  zunächst  am  halse  liegenden  eingeweide;  ferner  die  kehle, 
das  fleisch  vom  rücken  bis  zur  hüfte,  also  der  lendenbraten,  die  nieren  und 
das  Zwerchfell.  Alles  das  soll  zusammenhängen  und  bei  der  kehle  in  die  höhe 
gehoben  werden,  damit  man  sehen  kann,  ob  kein  wichtiger  theil  davon  fehlt. 
Dass  man  diese  noumbles  für  sehr  kostbar  hielt  und  als  leckerbissen  ansah, 
ergibt  sich  aus  A  v.  56  ff.  und  aus  den  von  Scott  p.  387  angeführten  stellen 
aus  der  Litell  Geste  of  Robin  Hood: 

Brede  and  wyne  they  had  ynough, 

And  nombles  of  the  dere 

Then  she  fetched  to  Lytell  Johun 

The  nombles  of  a  doo. 
An   unserer   stelle    erfahren    wir  komischer  weise  nicht,  wer  die  noumbles 
,zum  lohne'  erhält. 
494  croisen  kann  schwerlich  so  ohne  weiteres  cleave  heissen,  wie  Scott  p.    385 

will ;  es  muss  wenigstens  ein  kreuzweise  zerhauen  gemeint  sein.  Weder  bei 
Mätzner,  noch  bei  Stratm.  und  Hall,  finde  ich  s.  v.  die  vorliegende  stelle  be- 
rücksichtigt, wie  denn  überhaupt  unsere  lexicographen  uns  betreffs  dieser  jagd- 
ausdrücke vollständig  im  stich  lassen. 

Es  soll  hier  doch  wol  nicht  mehr  gesagt  sein ,  als  was  in  Sir  Gaw. 
v.   1354  steht. 

Hier  erhält  der  Jäger  die  linke  schulter.  Darin  muss  aber  der  usus  ge- 
schwankt haben,  denn  nach  A  v.  84  ff.  erhält  der  Jäger  die  rechte  schulter, 
der  welcher  das  thier  zerlegt,  die  linke;  nach  La  chace  dou  cerf  bekommt 
der  jäger  gar  die  haut,  die  nombles  und  beide  schultern,  nach  V  dagegen 
erhält  dieser  blos  die  haut,  der  andre  d  i  e  schulter. 

Diese  verse  sind  nicht  so  aufzufassen,  als  ob  die  da  genannten  theile  dem 
jäger  für  sich  (til  his  quirre)  übergeben  würden,  sondern  nur  insofern  es  seine 
sache  ist,  den  hunden  ihr  fressen  zuzubereiten,  die  quirre.  Die  bestandtheile 
desselben  sind  in  allen  darstellungen  fast  dieselben ;  liuer  und  li^tes  werden 
in  E,  A  v.  42  und  78  und  Sir  Gaw.  v.  1360  genannt;  blöd  in  E  und  A  v.  80 ; 
in  Gaw.  v.  1361  wird  dafür  in  blut  getauchtes  brod  erwähnt;  das  herz  in  E  und 
A  v.  79;  die  bauchhaut  in  A  v.  43  und  Sir  Gaw.  v.  1360.  V  drückt  sich  all- 
gemeiner  aus. 


—     119     — 

Man  vgl.  auch  Ben  Jonson,  The  sad  shepherd,  Act  I,  sc.  II : 
Mar.  How  hath  this  morning  paid  me  for  my  rising! 

First,  with  my  sports;  but  most  with  meeting  you. 
I  did  not  half  so  well  reward  my  hounds, 
As  she  hath  me  to-day  ;  although  I  gave  them 
All  the  sweet  morseis  call'd  tongue,  ears  and  dowcets ! 
Rob.   What,  and  the  inch-pin? 
Mar.  Yes. 
Wenn  es  Sir  Triam.   (Hall.)   v.  1 124  ff.  heisst : 
Thei  founde  hym  be  a   waldes  syde, 
He  säte  and  fedd  his  houndes  at  that  tide, 
With  thee  beest  so   wylde. 
so  kann  damit  auch  nur  die  quirre  gemeint  sein.     Ebendahin    gehört  eine  spä- 
tere stelle  aus  Sir  Gaw.  v.   191 8  f.: 

Hör  houndez  pay  per  rewarde, 
Her  hedez  {)ay  fawne  and  frote, 
Weitere  belege  für  diesen  jagdgebrauch  bringt  Stejskal  bei  aus  Hadamar's 
von  Laber  Jagd  (Wien.  1880),  in  der  note  zu  str.  112.     Vgl.  u.  a.  str.  415,  7: 

Der  hunt  hat  üf  der  hiute  vil  genozzen. 
Ferner  wird  dort  folgende  stelle  angeführt  aus  :    Jägerkunst  und  wäydgeschrey, 
Nürnberg  161 6,  13  b: 

Wenn  man  sie  (sc.  die  hunde)  auff  die  jagt  führet,  so  muss  man 
jnen  nichts  zu  essen  geben,  so  sind  sie  desto  leichter  zu  lauffen,  vnd 
desto  begieriger  zu  fangen,  denn  sie  hoffen  davon  auch  etwas  zu  ge- 
messen, wie  man  jhnen  den  auch  gemeiniglich  etwas  pfleget  davon  zu 
geben,  wann  sie  gefangen  haben,  als  nemlich,  die  eingeweid,  oder  man 
duncket  brot  in  die  färbe,  (vgl.  Gaw.  v.  1361)  vnd  gibts  jnen  zu  essen, 
dass  sie  folgends  desto  williger  seyn. 
Vgl.  auch  die  note  zu  str.  415. 

Er  Hess  sie  alle  zusehen.  501 

Diese   verse    sind    ein    sehr   erwünschter    commentar  zu  La  chace  dou  cerf  502  f. 
p.  168  2  f. :  L'escorbin  mie  n'obliez, 

Haut  sur  I  aubre  le  metez. 
Schultz  bemerkt  zu  escorbin  a.  a.  o. :  «Ich  denke,  dass  mit  diesem,  in 
keinem  mir  zugänglichen  Wörterbuch  erklärten  worte  die  abfalle  bezeichnet 
sind,  die  man  den  raben  und  anderen  raubvögeln  preis  gibt.«  Er  hat  mit 
dieser  erklärung  natürlich  recht ;  escorbin  ist  dasselbe  wie  J>e  corbeles  fee,  Sir 
Gaw.  v.  1355;  ja  aus  A  v.  28  f.  geht  hervor,  dass  ein  bestimmter  knochen 
zum  abnagen  das  deputat  des  raben  war,  welcher  the  corbin  bone  genannt 
wurde.  Die  vermuthung  Lichtenstein's  (Anz.  f.  d.  alt.  VII  p.  117),  dass  für 
escorbin,  escorcin  oder  escorcee  zu  lesen  sei,  ist  demzufolge  abzuweisen.  Später 
scheint  sich  an  diesen  auf  seinen  antheil  von  dem  getödteten  thiere  wartenden 
raben  ein  bestimmter  aberglaube  geknüpft  zu  haben ,  als  ob  geister  verstor- 
bener diese  gestalt  anzunehmen  pflegten.  Darauf  deutet  die  folgende,  von  W. 
Scott  ausgehobene  stelle  aus  Ben  Jonson's  oben  erwähntem  werke,  a.  a.  o. : 
Mar.    You  do  know  as  soon 

As  the  assay  is  taken  —  [kisses  her  again. 
Rob.      On,   my  Marian: 

I  did  but  take  the  assay. 
Mar.    You  stop  one's  mouth, 

And  yet  you  bid  one  speak  —  when  the  arbor's  made  — 
Rob.      Pull'd  down,  and  paunch  turn'd  out. 
Mar.    He  that  undoes  him, 

Doth  cleave  the  brisket  bone,  upon  the  spoon 
Of  which  a  little  gristle  grows ;  you  call  it  — 
Rob.      The  raven's  bone. 
Mar.    Now  o'er  head  sat  a  raven, 

On  a  sere  bough,  a  grown  great  bird,  and  hoarse! 
Who,  all  the  while  the  deer  was  breaking  up, 


—     120     — 

So  croak'd  and  cried  for  it,  as  all  the  huntsmen, 
Especially  old  Scathlock,   thought  it  ominous ; 
Swore  it  was  mother  Maudlin,  whom  he  met 
At  the  day-dawn,  just  as  he  roused  the  deer 
Out  of  his  lair:    but   we   made  shift  to  run  him 
Off  hir  four  legs,  and  sunk  him  ere  we  left. 

Alken.  Saw  you  the  raven,  friend? 

And  what  do  you  think  of  her? 
Scath.  As  of  a  witch. 

They  call  her  a  wise  woman,  but  I  think  her 
An  arrant  witch. 
Clav,    And  wherefore  think  you  so? 
Scath.  Because  I  saw  her  since  broiling  the  bone 

Was  cast  her  at  the  quarry. 
Alken.  Where  saw  you  her? 

Scath.  In  the  chimley-nuik,  within  :  she's  there  now. 
Gifford  verweist  in   einer  anmerkung    auf    folgende    interessante  stelle  bei 
Turberville  p.  135,  aus  welcher  Ben  Jonson  muthmasslich  hier  geschöpft  habe: 
There    is    a  little   gristle,    which  is   upon   the  spoone  of  the  brisket, 
which   we    call  the  raven's  bone;    because  it  is  cast  up  to  the  crows  or 
ravens  which  attend  hunters.    And  I  have  seen  in  some  places,  a  raven 
so   wont   and   accustomed   to   it,    that   she    would  never  fayle  to  croake 
and   cry  for   it,    all  the   while   you   were    in    breaking  up  of  the  deare, 
and  would  not  depart  until  she  had  it. 
Eine  weitere  anspielung  auf  das  recht  des  raben  bei  der  ausweidung  eines 
wildes  findet  sich  in  Hadamar's  von  Laber  Jagd,  str.  529  : 
Natürlich  Lust,  dem  raben 
Gelich,  vlog  ob  den  hunden, 
Er  wolt  ouch  von  in  haben 
Sin  geniez,  ob  sie  erjagen  künden. 
Er  schrei  gra  grä  ;  ja  grä  trag  ich  mit  leide. 
Kopp,   weidgeselle,   ich  fiirhte, 
Diu  varbe  swarze  werde  mir  ze  kleide. 
504  on  rowe  gehört  zu  der  ganzen  strophe  :    er   vertheilte  alles  der  reihe  nach. 

5°6  pe  tokening  blowe  ist  dasselbe  wie  prys  blowe  (Sir  Gaw.  v.  1362),  A  v.  95  l) 

und  das  frz.  prise  corner  (Chace  dou  Cerf  p.   169  13J  ;  vgl.  Schultz  a.  a.  o. 
5°7  finde   ist,    was   mhd.  zwisele   oder  furke   genannt  wird.      Dass   der   artikel 

fehlt,    ist   in   diesem   gedichte   nicht  auffällig.      Dieser   zug  findet  sich  in  allen 
Versionen  der   sage.     Ob    auch   dieses   abbrechen   eines    astes    ursprünglich   ein 
symbol  der  besitzname  war?    Vgl.  Grimm  DWb.  II,  407  f.  und  Stejskal's  note 
zu  Hadamar's  von  Laber  Jagd,  str.  69. 
508  Was   man   unter  gargiloun  zu  verstehen  hat,  hat  noch  niemand  genau  an- 

geben können.  Es  wird  auch  Sir  Gaw.  v.  1335  und  1340  und  in  V  erwähnt. 
Wenn  Skeat  im  glossar  s.  v.  sagt:  »part  of  the  inwards  of  a  deer,  apparently 
included  in  the  numbles«,  so  ist  damit  nichts  erklärt.  Auch  in  den  nach- 
stehenden, bei  Scott  p.  387  abgedruckten  versen,  deren  quelle  mir  unbekannt 
ist,   wird  die  sache  nicht  aufgehellt : 

The  man  to  his  master  speaketh  blythe, 

Of  the  numbles  of  the  heart  that  he  wolde  them  kythe, 

How  many  ends  there  shall  be  them  within. 

Quod  the  master :    » But  one  thicke  nor  thinne, 

And  that  is  but  the  gargylyon  to  speke  of  all  bydene. 

And  alle  these  others,  crokes  and  roundelles  bene. « 

»Yet  wold  I  wyt,  and  thou  woldest  me  lere, 


1)    Man   beachte   die   gleichheit  im  ausdruck,  Gaw.  v.   1362  :    Baldely  J>ay 
blw  prys,  und  A  v.  95  :    Then  boldly  blowe  pryce  ther  ate. 


—     121     — 

The  crookes  and  the  roundels  of  the  numbels  of  the  dere. 

»One  crooke  of  the  numbles  lyeth  ever  more 
Vnder  the  throte-bole  of  the  beast  before, 
That  is  called  avauncers  whoso  can  them  ken, 
And  the  bravest  part  of  the  numbles  then ; 
That  is  to  say,  the  forcers,  that  lyn  even  betWeen 
The  two  thighs  of  the  beast,  that  other  crookes  wen. 
Inf  the  midret,  that  is  called  the  roundill  also, 
For  the  sides  round  about  corven  it  is  fro.« 
pe   rii^t   kinde   dochwol   die  richtige  weise,    d.  h.  den  richtigen  ton,  obwol  509 
mir    diese    speciellere    bedeutung   des   wortes   anderswoher   nicht   bekannt    ist ; 
vgl.  G.  v.   3215  ff. : 

Und  hürneten  vil  schone 
Mit  ime  in  sinem  dbne. 
Er  fuor  in  vor  ze  prise, 
Si  nach  in  smer  wlsc 
Bescheidenlichen  unde  wol : 
Diu  burc  diu  wart  gedcenes  vol. 
Dass   Tristrem   den  Jägern    diese   weise   gelehrt   hat,  wird  freilich  nicht  vorher 
erzählt  (Heinzel  a.  a.  o.  p.  386),  ist  aber  leichter  zu  ergänzen,  als  manches  an- 
dere, was  der  englische  dichter  uns  verschweigt. 

Ein  auffälliger  ausdruck.    Am  nächsten  läge  die  Übersetzung :  und  sprachen  510 
den  richtigen  segenssfruch.     Dagegen  zeugt  aber  Hörn  Childe  XCI,  4fr.: 
Wip  trump  and  tabourun  out  of  toun 
£us  pai  redde  ne  ri^t  roun, 
Ich  man  as  he  wold. 
Es  handelt  sich  demnach    offenbar  um  das  treffen  des  richtigen  tones,  die 
zeile  sagt  also  nur  dasselbe,  wie  die  vorhergehende. 

vnder  linde,    wofür   man   allerdings  under  a  linde  erwarten    würde,   gehört  5 1 3  f. 
zum  folgenden :  wie  das  thier  unter  einer  linde,  d.  h.  im  walde,  zerlegt  "Morden 
sei;  vgl.  St.  Eustas,  ms.  Ashm.  61  v.  17  f.: 

A  hert  he  found,  per  he  ley 
Welle  feyre  vnder  pe  lynde. 
Mätzner,  Sprachpr.  I   p.  94,   note  zu  v.   106   hat  mit  recht  hervorgehoben, 
dass  die   linde  im  norden,  wie  in  Deutschland  und  England,  im  ma.  weit  ver- 
breitet und  in  der  poesie  ein  lieblingsbaum  war,  der  z.  th.  als  repräsentant  der 
laubholzes  überhaupt  auftritt.     Vgl.  noch  Lib.  Disc.  (R)   v.  1039  ff. : 
They  hovede  unther  a  lynde, 
To  se  the  cours  of  the  hynde, 
Lybeaus  and  hys  fere. 
und  Percy's  note  zu  v.  1099. 

Es   ist   hier   also   nicht   etwa   zum    vorigen    zu    ziehen   und    zu    denken  an 
stellen  wie  La  Chanson  de  Roland  v.  168  f.: 

Li  empereres  s'en  vait  desuz  un  pin, 
Ses  baruns  mandet  pur  sun  cunseill  fenir. 
Hier   ist   under    tokening   ein   zweites   blasen   zu  verstehen,  welches  at  the  518 
dore  of  halle  (V)  erfolgen  soll;   vgl.  Schultz  a.  a.  o.  p.   358. 

Sie   wussten   nicht ,   was  für  neue  Jäger   sie   hatten.     Die    Wortstellung  ist  522  f. 
allerdings  auffallend. 

Heinzel  a.  a.  o.  p.  386  schlägt  fragweise  vor,  master  für  maner  zu  schrei-  524 — 6 
ben,  was  wol  heissen  soll:  Es  ist  ein  lehrer  des  Vergnügens ;  aber  erstens  würde 
das  wort  in  diesem  texte  doch  wol  maister  heissen  (vgl.  maislers  pre  v.  79), 
und  ferner  würde  für  it,  he  erwartet  werden ;  auch  ist  die  änderung  durchaus 
überflüssig;  der  sinn  dieser  verse  ist:  Es  ist  eine  art  vergnügen,  die  zu  be- 
lehren, welche  so  etwas  nicht  können;  vgl.  Sir  Fer.  v.  2226  : 

Summe  pay  vsep  a  maner  of  play,  to  caste  wel  a  spere. 
Wir  haben  darin  eine  persönliche  bemerkung  des  dichters  zu  erblicken. 
Bemerkenswerth    ist    What   hattou,    wo    wir  Hou  hattou,  erwarten  würden.  530 
Aber  what  wird  durchgängig  so  gebraucht;   vgl.  Degr.  v.   530: 


—     122     — 

Lat  me  wyte,  what  she  is. 
Emare  v.  703  : 

He  sayde:  What  hette  ye,  fayr  ladye? 
Sir  Fer.  v.  639  : 

Tel  me  per-for  py  ri^te  name:  Wat  callen  me  pe  at  hom? 
Diesen    gebrauch   von   what   im   sinne   des    deutschen  wie  finde  ich  weder 
bei  Koch  II2  §  339  noch  bei  Mätzner  I3  p.  326  f.  besonders  hervorgehoben. 

Zu  der  anredeform:    bei  ami,  einem  unbekannten,  jüngeren  manne  gegen- 
über vgl.  Kudr.   123  : 

Do  sprach  der  riche  gräve  wider  den  jungen  man: 
Vriunt  und  geselle,  ir  sult  mich  hceren  län. 
Sit  daz  mir  die  vrouwen  gesaget  hänt  ir  msere, 
Nu  weste  ich  harte  gerne,  wa  iuwer  lant  oder  künne  waere. 
Vgl.  Martin    z.  d.  st.,    der   das   frz.  amis   als    quelle   für   diese    ausdrucks- 
weise nennt ,  welches  oft  diesen    vornehm   herablassenden  sinn  habe.     Hier  ist 
die  entlehnung  von  frz.  sitte  ja  schon  durch  den  Wortlaut  erwiesen.    Aehnliche 
ausdrücke  erwähnt  Skeat  zu  Chaucer,  Group  C  v.  318,  sowie  Mätzner,   Sprachpr. 
I  p.   180,   note  zu  v.   1903. 

531  biforn   ohne    weitere   hinzufügung   ist   auffällig.      Ich   vermuthe,    dass   htm 
davor  ausgefallen  ist;  vgl.  v.  654: 

He  frained  him  biforn. 

532  Tristrem  beantwortet  nur  die  erste  frage;  seinen  namen  nennt  er  nicht. 

535  f.  I  p.  XXXV  hatte  ich  es  im  anschluss  an  Heinzel  a.  a.  o.  p.  386  für  unum- 

gänglich nöthig  gehalten,  diese  zwei  verse  auf  Rohand  zu  beziehen.  Dahin 
gehört  es ,  wenn  ich  meine ,  dem  autor  sei  die  dummheit  passirt  »als  reminis- 
cenz  an  seines  helden  eigene  leistungen  in  der  Jägerei,  Rohand  dasselbe  zuzu- 
schreiben.« Nach  erneuter  erwägung  dieser  Strophe  scheint  es  mir  aber  in  an- 
betracht  des  überhaupt  so  abrupten  Stiles  in  unserm  gedichte  nicht  mehr  un- 
wahrscheinlich,  dass  v.  535  f.  apposition  sind  zu  me,  v.  533,  Tristrem  also 
sich  selbst  meint :  mich,  den  besten  hornbläser  und  jagdkönig,  wodurch  dieser 
anstoss  beseitigt  würde. 

537  Jedenfalls  nicht  forpou^t  zu  schreiben,    was  hier  sinnlos  sein  würde.     Ich 

ziehe  die  worte  zum  vorigen  und  verstehe  sie  so :  der  beste  ....  für  das  den- 
ken ,  d.  h.  seit  fnenschengedenken.  Aehnlich  ist  wol  derselbe  ausdruck  zu  er- 
klären v.  1681.  Ich  fasse  die  stelle  so  auf:  Zusammen  blieben  sie  in  freude 
und  auch  in  schmerz,  für  das  denken,  d.  h.  soweit  man  denken  kann,  bis  in 
die  entferntesten  zeiten.  Für  völlig  gesichert  halte  ich  beide  erklärungen  aller- 
dings nicht. 
538  f.  Ein  wenig  geistreicher  zusatz  des  engl,  dichters. 

541  Ueber  das  handwaschen  vor  und  nach  tische  vgl.  Ritson  III  p.  257;  Hall.'s 

note  zu  Sir  Degr.  v.  662;  Furnivall's  note  zu  Sir  Degree  v.   691    (Percy  fol.  III 
p.  42);    Zielke  a.  a.  o.    p.   17;  Schultz  a.  a.  o.  I  p.  325  ff. ;  Our  english  Home, 
p.  53  ff.     In  The  Babees  Book  und  ähnlichen  gedichten  wird  das  waschen  vor 
und  nach  tische  so  oft  erwähnt,  dass  einzelne  nachweise  überflüssig  sind.    Fast 
gleichlautend  mit  dem  vorliegenden  verse  ist  Lyb.  Disc.  (R.)   v.  98  f. : 
Duk,  erl  and  baroun 
Whesh  and  yede  to  niete. 
Ipom.  v.  2255  : 

Tho  they  wasshe  and  yede  to  mete. 
Bemerkenswerth   ist   dabei,    dass   ^wasche  in  all  diesen  ausdrücken  nie   ein 
refiexivpronomen  beigefügt  wird ;  das  verbum  allein  hat  also  reflexive  bedeutung. 
543  Dass  das  essen  reichlich  vorhanden  ist,    wird  in  den  romanzen  häufig  be- 

tont. Schon  in  der  Schilderung  von  dem  reiche  Arthur's  heisst  es  bei  La^. 
v.   25303  : 

Mete  per  is  vnimete 
Vgl.  ferner  King  Alis  v.  822  f.: 

Wot  ye  wel,  ther  was  gret  plente 
Of  mete  and  drynk,  gret  deynte. 


—     123     — 

Havel,  v.   1242  ff.: 

Mete  he  deden  plente  make, 
Ne  wantede  pere  no  god  mete, 
Wyn  and  ale  deden  he  fete  etc. 
Sir  Degr.  v.   1409  ff.: 

To  teil  here  metus  was  tere, 
That  was  served  at  here  sopere, 
Ther  was  no  dentethus  to  dere, 
Ne  spyces  to  spare. 
Fast  wörtlich  zu  der  vorliegenden  stelle  stimmt  Lyb.  Disc.   (P.)  v.  112  ff.: 
Of  wild  foule  and  venison, 
As  lords  of  great  renowne 
Inoughe  they  had  to  eate. 
Diese  zeile  kehrt  wörtlich  wieder  Hörn  Childe  XXII,  6.     Vgl.   auch  Ben-  544 
newitz  :    Chaucer's  Sir  Thopas.  Halis  Sax.   1879  P«  43   f- 

Dass  beim  mahle  auswahl  gelassen  ist  zwischen  wein    und   bier,    erfahren  545 
wir  mehrmals  bei  derartigen  Schilderungen;  vgl.  Sir  Degr.  v.   1867  f.: 
To  revele  ho  best  my^th, 
With  wyne  and  with  ale. 
Hierher  gehört  auch  die  bekannte  stelle,  King  Hörn  11 27  ff.: 
Rimnhild  ros  of  benche, 
Pe  kni^tes  for  to  schenche. 
After  mete  in  sale, 
Bope  win  and  ale. 
The  Türke  and  Gowin  v.  107: 

He  d ranke  ale  and  after,  wine. 
Sehr  interessant  ist  folgende   stelle,    The  Babees  Book  p.   312,    v.  409  ff., 
wo  es  von  den  pflichten  des  botelar  heisst: 

(He)  Commaunde  to  sett  bothe  brede  and  ale 
To  alle  men  pat  seruet  ben  in  sale ; 
To  gentilmen  with  wyne  ibake, 
Ellis  fayles  po  seruice,   y  vndertake. 
Es  ist  das  der  einzige  beleg  dafür,  dass  den  vornehmeren  gasten  wein  und 
bier,  den  geringeren  nur  bier  vorgesetzt  wird,  und  es  sind  all  diese  stellen  um 
so  bemerkenswerther,  als  Schultz  in  frz.  und  deutschen  quellen  nichts  entspre- 
chendes gefunden  zu  haben  scheint. 

Oefters  wird  noch  zwischen  ale  und  beare  unterschieden,    vgl.  das.  p.  78, 
v.   257  f.: 

Wype  thy  mouth  when  thou  shalt  drink 
Ale,  beare,   or  any  wyne. 
Das.  p.  343,  v.  392: 

Wyne  to  them  fyll,  eis  ale  or  beare. 
Ein  bierlied  mit  dem  refrain: 

But  bryng  us  in  good  ale 
findet  sich  das.  p.    363   f.     Vgl.  auch  Our  English  Home  p.  87  ff. 

In  diesem  verse  vgl.  zunächst  Wülcker,  Leseb.  II,   1,  Ps.   142  v.   73  ff.:       546 
Teche  me,  lord,  the  ry^t  weye, 
That  I  may  my  soule  saue ! 
5^yf  the  gospell  trewly  seye, 
Me  thar  no  more  but  aske  and  haue. 
W.  bemerkt  zu  v.  76 :  »Entweder  hat  haue  hier  den  sinn,  wie  auch  Neng., 
begehren:    man    braucht   nur   die  gnade  zu  verlangen  und  ernstlich  zu  begehren, 
so  genügt  dies,  sie  zu  erlangen,   oder :  man  braucht  sie  nur  zu  verlangen  und  zu 
haben  (d.  h.   so  hat  man  sie)«.     Bei  der  ersten  erklärung    hätte  W.    wenigstens 
die  worte  so  —  erlangen  in  klammern  einschliessen  sollen,   da  er  sie  erst  hinzu 
ergänzt  hat.     Dass  aber  diese  auffassung ,    die  sich  schon   an    sich   wenig   em- 
pfiehlt,  wirklich  zu  verwerfen  ist,  lehren  stellen  wie  G.E.  v.   1667   f. : 
Quat-so  (tu  wilt  for  hire  crauen, 
Aske  it  wict  skil  and  (tu  salt  hauen. 


—     124     — 

Lonelich,  Chapter  XXXVI  v.  67  f.: 

What  manere  of  gwerdon  that  nou  will  crave, 
Ful  sekerly,  sere,  ^e  scholen  it  have. 
Die  zweite  erklärung  Wülcker's  ist  also  dort  wie  hier  die  einzig  zulässige, 
nur  dass  es  sich  hier  um  einen  eigenthümlich  gebrauchten    imperativ   handelt : 
Möge  es  verlangen  und  bereit  haben,  für  :  und  er  wird  es  sofort  erhalten.    Aber 
auch  dafür  finden  sich  parallelen;  vgl.  Dame  Siriz  v.   327  ff.: 
Have  her  fies  and  eke  bred, 
And  make  the  glad,  hit  is  mi  red; 
And  have  her  the  coppe  with  the  drinke. 
Ueber  coupe  im  verhältniss  zu  cuppe  vgl.  Skeat's  anm.  zu  P.  PL  C.  Pass.  IV 
v.   23. 
547  Höchst   interessant   ist   hier   die   erwähnung   der   hörner.     Schultz   bemerkt 

a.  a.  o.  p.  324:  »Nur  ein  einziges  mal  finde  ich  des  trinkhornes  gedacht.  Es  ist 
aus  gold  gebildet,  mit  edelsteinen  reich  besetzt.  In  der  note  1)  wird  citirt 
Hörn  und  Riemenhild  v.  4152  ff.: 

En  la  butelrie  est  Rimel  apres  coe  entree ; 
Un  com  prist  grant  dunt  la  liste  est  gemmee, 
K'entur  la  buche  est  bien  demi-pie  lee, 
Si  ert  d'or  affrican  a  merveille  bien  ovree ; 
De  piment  l'ad  empli,  beivre  ki  bien  agree. 
Der  gelehrte  Verfasser  hätte  diesem  citate  aber  doch  wol  noch  den  folgen- 
den vers  beifügen  sollen: 

A  sun  dru  le  porta,  cum  ert  la  custumee. 
Der  frz.  dichter  spricht  also  von  einer  sitte,  die  wol  nicht  nur  das  bringen 
des   weines    überhaupt  betrifft,    sondern   sich   speciell   auf  die  Verwendung  von 
hörnern    bezieht ;    ganz    unleugbar    ist    diese    beziehung    im    engl.    King  Hörn 
v.    11 31  f. : 

On  hörn  heo  bar  an  honde, 
So  la^e  was  in  londe. 
Da  das  verhältniss  der  ältesten  engl,  version  dieser  sage  zum  frz.  gedichte 
mindestens  noch  zweifelhaft,  das  höhere  alter  des  ersteren  aber  bedeutend 
wahrscheinlicher  ist  (vgl.  Stimming,  Engl.  st.  I  p.  351  ff.),  so  kann  die  erwäh- 
nung dieser  sitte  sich  sehr  wol  von  einem  engl,  dichter  herschreiben,  und  erst 
durch  Übertragung  dieser  stelle  in  das  Frz.  hinein  gekommen  sein.  Freilich  ist 
selbst  unter  dieser  Voraussetzung  der  umstand  schwer  begreiflich,  dass  auch  in 
der  me.  litteratur  trinkhörner  ausserordentlich  selten  genannt  werden;  ich  kenne 
wenigstens  ausser  der  vorliegenden  nur  noch  zwei  stellen;  Eger  and  Grine 
v.  287 : 

And  then  shee  gaue  me  drinke  in  a  hörne. 
An  der  zweiten  stelle  sind  wieder  coupe  und  hörn  zusammengestellt,  Hörn 
Childe  XXVIII,   10  ff. : 

Frout  and  spices  sehe  hem  bede, 
Wine  to  drink,  wite  and  rede, 
Bope  of  coppe  and  hörn. 
55°  Vgl.  Robs.  p.  81  : 

Butte  come  home,   qwen  him  gode  tho^te. 
Vgl.  auch  v.  415. 

552  Fat  bezieht  sich  auf  an  harpour,  he  auf  Tristrem.  Die  setzung  von  he 
ausser  dem  namen  hat  an  sich  nichts  auffälliges ;  die  Stellung  desselben  erklärt 
sich  durch  das  reimbedürfniss. 

553  T,ede  oway  kann  hier  blos  den  sinn  haben:  ging  von  der  erhöhten  stelle 
der  halle  herunter,  von  der  aus  er  seinen  lay  vorgetragen  hatte. 

555  Zu  dem  umstände,   dass  Tristrem's  antwort  weder  durch  ein  he  seyä,  noch 

durch  nennung  der  angeredeten  person  markirt  wird,  vgl.  Lüdtke,  The  Eii  of 
Toi.,  note  zu  v.  947. 

557  Vor  diesem  verse  ist  das  in  G  v.  3545 — 3645  und  in  S  p.  23,  38  —  24,  11 

erzählte  factum,  dass  Tristrem  nun  selbst  spielt  und  den  harfner  weit  über- 
trifft, inhaltlich  zu  ergänzen.     Der   dichter  berichtet  nur,  dass  der  harfner  von 


—     125     — 


ihm  übertrofifen   zu    sein  gesteht.     Für   die  methode  des  dichters  ist  diese  aus- 
lassung  sehr  bezeichnend. 

Ein  schwieriger  vers.  W.  Scott  «klärt  in  glossar  s.  v.  Minne  die  stelle  563 
so:  » Apparently  from  mint,  to  offer.  Markes  gan  they  minne  =  They  began 
to  offer  marks  or  money«  Aber  minten  heisst  blos :  denken,  beabsichtigen,  und 
die  idee,  dass  Tristrem  für  sein  harfenspiel  von  den  mannen  Marke's  ein  trink  - 
geld  erhielte,  würde  hier  sich  mehr  als  geschmacklos  ausnehmen.  Ich  fasse 
nierkes  als  die  eigenthümlichkeiten,  die  Vorzüge,  welche  in  Tristrem's  erscheinung 
in  die  äugen  springen;  m innen  =  sich  erinnern,  achten  auf  etwas;  vgl.  G. 
v.    3604  ff.  : 

Dane  wart  ouch  ougen  niht  gespart, 

Der  kaphete  vil  manegez  dar 

Und  nämen  siner  hende  war. 
Sehr   klar  ist  dieser  sinn,  wenn  ich   ihn  überhaupt  richtig  getroffen  habe, 
im  englischen  gedichte  allerdings  nicht  ausgedrückt. 

Noch  dunkler  ist  der  sinn  dieser  verse.  Für  taken  leue  kenne  ich  nur  die  564^ 
bedeutung :  abschied  nehmen;  vgl.  v.  123  u.  s.  w.  Soll  das  hier  heissen,  dass 
die  hofleute  den  könig  mit  Tristrem  allein  Hessen?  Ihnen  würde  dann  die 
nächste  zeile  in  den  mund  gelegt:  Wer  vermöchte  das  kind für  sich,  d.  h.  für 
seinen  dienst,  zu  gewinnend  Sie  verlassen  also  die  halle,  weil  sie  die  hoffnung 
aufgeben,  den  durch  so  viele  geistesgaben  ausgezeichneten  knaben  für  sich  zu 
gewinnen.  Ich  habe  demgemäss  interpungirt,  weiss  aber  freilich  selbst  am  besten, 
dass,  wenn  der  dichter  uns  solche  räthsel  aufgibt,  man  nur  zu  sehr  der  gefahr 
ausgesetzt  ist,  statt  der  richtigen  auslegung  seiner  worte  ihnen  einen  sinn  unter- 
zulegen. 

Ein  blosser  flickvers,  auf  Tristrem  zu  beziehen.  567 

Aus  den  I  p.  XXXIV  angeführten  parallelstellen  in  den  anderen  Versionen  571  f. 
ergibt   sich ,    dass   Tr.    durch   sein   spiel   Marke   in  der  nacht ,    wenn    er   nicht 
schlafen  kann,   die  zeit  vertreiben  soll.    Denselben  gegensatz  zwischen  den  be- 
schäftigungen    eines   knappen    am    tage    und    in    der   nacht   finden  wir  Guy  of 
Warw.  v.   119  f. : 

Of  hys  cowpe  he  seruyd  hym  on  a  day, 

In  pe  knyghtys  chaumbur  he  laye. 

Zup.  vermuthet  in  der  anmerkung  z.  d.  st.,  für  on  a  day  sei  every  day  zu 
lesen ;  ich  würde  vorziehen,  einfach  a  zu  streichen ;  on  day  heisst  bei  tage ; 
vgl.  Kyng  Alis.  v.  7730  f.: 

In  halle  a  day  he  sat  hire  by, 
And  a  nyght  in  bedde,   sikirly. 

Vgl.  Sir  Degr.  v.   1417  f.  :  57* 

And  evere  Myldore  sehe  sete 
Harpyng  notus  ful  swet, 

Derartige  Übergänge  finden  sich  bereits  bei  La^.,  vgl.  v.  25407,  v.  25995  f.  573 
n.  sonst;   auch  in  den  romanzen  sind  sie  häufig;  vgl.   Sir  Degr.  v.  933  f.: 
But  leve  we  now  that  gentyl  kny^t 
And  spek  we  of  that  byrd  bry^t. 

Torrent  v.  2180  ff. : 

Leve  we  now  that  lady  gent 
And  speke  we  of  ser  Torrent, 
That  was  gentille  and  fre. 

Guy  of  Warw.  v.  4587  f.  : 

Now  wyll  we  leue  of  syr  Gye 
And  of  the  maydyn  speke  in  hye, 

Vgl.  das.  v.  4617  ff.  und  Martin  zur  Kudr.  63,   1. 

An  dieser  stelle  scheint  derselbe  allerdings  schon  aus  der  vorläge  herüber- 
genommen zu  sein;  vgl.  I  p.  XXXV. 


126     — 


579  Seuen   kingriche   ist   apposition   zu   londes,    v.  577.      Ich  glaube  jetzt  noch 

(vgl.  I  p.  XXXVI),  dass  sieben  hier  blos  im  allgemeinen  eine  grosse  zahl  be- 
zeichnen soll,  vgl.  Sir  Isumbr.  v.  546  f.  : 

Sevene  kynges  landes  hase  he  gone  thurgh, 
Untille  he  corae  tille  a  riche  burgh, 
Vgl.  Martin   Zu  Gudr.  2,   2,    wo    richtig  ausgeführt  ist,    dass  siben  fürsten 
lant  überhaupt  ein  grosses  reich  bezeichnen  soll.      Auch  weitere  parallelstellen 
sind  dort  angeführt. 
588  f.  Der   zug,    dass  man  Rohand  zwingen  will,  um  sein  tägliches  brod  zu  ar- 

beiten, ist,  wie  ich  schon  I  p.  XL  bemerkte,  nur  in  dieser  version  der  sage 
zu  finden.  Doch  lag  diese  ausschmückung  des  Stoffes  für  den  dichter  nicht 
fern,  denn  derselbe  zug  kehrt  mehrfach  in  anderen  romanzen  wieder.  Vgl. 
Sir  Isumbr.  v.  392  ff.: 

Bot  as  the  knyghte  went  thorow  a  lawe, 

Smethymene  thore  herde  he  blawe, 

And  fyres  thore  bryne  and  glewe ; 

He  askede  tham  mete  for  charyte, 

And  thay  bade  hym  swynke :    And  swa  do  we, 

Hafe  we  none  other  ploghe. 

For  mete,  he  sayde,    I  wol  wyrke  fayne ! 

The  knyghte  ansuerde  fülle  sone  agayne, 

Bathe  bere  and  drawe  ynoghe ! 

Thane  mete  thay  gafe  hym  fülle  god  wone, 

And  thay  garte  hym  bere  iryne  and  stone 

Owte  of  a  sory  sloghe. 
Merline  v.  191 6  ff.  : 

An  old  churle,  hee  came  in 

With  a  white  beard  vpon  his  chine, 

And  a  staffe  in  his  hand  he  had 

And  shoone  on  feete  füll  well  made, 

And  begunn  to  craue  more, 

And  said,  he  was  anhungred  sore, 

And  praid  them  on  the  bench  aboue, 

To  giue  him  something  for  gods  loue. 

And  the  then  sayd,  with  out  leasinge, 

That  he  shold  haue  of  them  nothinge, 

And  sayd,   if  that  the  churle  be  old, 

He  is  a  stronge  man  and  a  bolde 

And  might  goe  worke  for  his  meate, 

If  he  itt  wold  with  truth  gett. 

al  ni^t  —  offenbar  die  nacht,  bevor  er  die  bekanntschaft  der  pilger 
machte. 

Es  ist  auffallend,  dass  hier  nur  von  dem  pilger  die  rede  ist,  während 
v-  593  pe  palmers  genannt  wurden;  vgl.  I  p.  XXXVI;  dagegen  ist  der  plur. 
v.  609  geradezu  unerträglich,  da  vorher  v.  606  und  nachher  v.  611  wieder 
nur  von  einem  die  rede  ist;   so  ist  gewiss  auch  v.  609  palmer  zu  schreiben. 

Davon  konnten  die  pilger  natürlich  ebenso  wenig  etwas  wissen,  als  von 
seiner  Sprachfertigkeit,  welche  G  sie  an  der  entsprechenden  stelle  rühmen 
lässt  (vgl.  I  p.  XXXVI). 

Das  vorschneiden  bei  tische  war  sache  der  edelknaben  (Schultz  a.  a.  o. 
P-  332);  vgl.  Chaucer,  Prologue  of  the  Canterbury  Tales  v.  99  f.,  wo  es  von 
dem  yong  squyer  heisst : 

Curteys  he  was,  lowely  and  servysable, 

And  carf  byforn  his  fader  at  the  table, 
nebst  Hertzbergs    und  Morris'    anmerkungen.     King    Hörn    v.  237  f.  soll   Hörn 
unterrichtet  werden 

Bifore  me  to  kerue 

And  of  pe  coupe  serve. 


59i 


597 


602 


—     127     — 

Ipom.  v.  56  ff.: 

And  after  he  taught  hym  other  dede : 
Aftirward  to  serve  in  halle, 
Bothe  to  grete  and  to  smalle : 
Before  the  kyng  mete  to  kerve, 
Hye  and  low  feyre  to  serve. 
Guy  of  Warw.  v.  209  f.: 

For  he  was  wonte  there  to  serue, 
Before  the  erle  hys  mete  to  carve. 
In    den   von   Furnivall    in   The  Babees   Boke   etc.    herausgegebenen   Early 
English  Poems    and  Treatises    on   Manners    and  Meals   in  Olden  Time   werden 
über  dieses  vorschneiden  die  allerdetaillirtesten  regeln  mitgetheilt. 

Ist  es  vielleicht  ein  zeichen  von  Percevals  mangelhafter  höfischer  erziehung. 
dass  er  zu  glauben  scheint,  der  könig  schneide  sich  das  fleisch  selbst?  Vgl. 
Sir  Perc.  v.  509  ff.: 

^isterday  saw  I  knyghtis  three, 
Siehe  one  salle  thou  make  mee 
On  this  mere  byfor  the, 
Thi  mete  or  thou  schere ! 
Zu  der  bemerkung  von  Schultz  a.  a.  o. :    »Ein  ganz  besondrer  Vorzug  war 
es  für  den  gast,    wenn  eine  der  damen  vom  hause  ihm  die   bissen   vorschnitt«, 
vgl.  Sir  Degr.  v.  797  ff. : 

The  kny^t  sat  at  his  avenaunt 
In  a  gentil  j esseraunt; 
The  mayd  mad  hym  semblaunt 
And  hys  met  schare, 
und  Hall.'s  anmerkung  z.  d.  st. 

Das  ihnen  vorgelegte  fleisch  müssen  die  edelknaben  natürlich  selbst  schnei- 
den, vgl.  The  Babees  Book  v.  136  ff.: 

Whenne  yee  be  sette,  your  knyf  withe  alle  your  wytte 
Vnto  youre  sylf  bothe  clene  and  sharpe  conserve, 
That  honestly  yee  mowe  your  owne  mete  kerve. 
Vgl.  Sir  Cleges  v.  256  ff.:  619  ff. 

The  porter  seyd  ful  hastyly : 
Thou  chorle,  withdrawe  the  smertly, 
I  rede  the,  without  delaye ! 

Ellys,  be  god  and  seint  Mari, 
I  schal  breke  thyne  hede  on  high ! 
In  der  that  hat  der  pförtner  zunächst  darüber  zu   bestimmen,    wer   in    das 
haus  hineinzulassen  ist,  wer  nicht.     Vgl.  The  Babees  Boke  etc.  p.  299,  v.  5  ff.: 
When  thou  comes  to  a  lordis  ^ate, 
Pe  porter  pou  shalle  fynde  ther-ate; 
Take  hym  thow  shalt  py  wepyn  tho, 
And  aske  hym  leue  in  to  go 
To  speke  with  lorde,  lady,  squyer,  or  grome. 
Vgl.  auch  das.  p.   310  den  abschnitt:   De  Ianitore. 

to  say  nay  bedeutet  abschlagen.    Vgl.  The  Babees  Boke  etc.  p.  118,  v.  15  f.;  624 
Y  met  with  be  forster,  y  prayed  hym  to  say  me  not  nay, 
Pat  y  myght  walke  in  to  his  lawnde,   where  pe  deere  lay. 
In  hand ,    v.   625,    gehört  nach  meiner  auffassung    zu    rainj:    er  gab    ihm  623 — 5 
einen  ring  in  die  hand,    während  v.  624  als    eingeschobner   satz   zu   betrachten 
ist.    Vgl.  die  von  W.  Scott  p.  390  und  von  Hall,  in  der  note  zu  Sir  Perc.  v.  495 
citirte  stelle  aus  Percy's  Reliques  ed.   1840,  p.  18. 

Zu  dieser  stelle  vgl.  Havel,  v.  1632 — 41   und  Skeats  anmerkung  dazu,  wo  626  f. 
mehrere  interessante  parallelstellen  beigebracht  werden. 

Die  pflichten  eines  vscher  sind  in  The  Babees  Boke  etc.  p.  185  ff.  ausführlich  632  ff. 
auseinandergesetzt.     Vgl.   auch   das.   p.    208,    note   zu  v.    237,    sowie   p.    314, 
v.  473  ff.     Dass  die  in  diesen  versen  berichtete  zweite   bestechung  sich  nur  in 
der  englischen  version  findet,  habe  ich  I  p.  XL  bereits  angemerkt.     Es  ist  er- 


—     128     — 

wähnenswerth ,  dass  in  der  vorhin  schon  erwähnten  romanze  Sir  Cleges  eine 
ganz  ähnliche  scene  vorkommt.  Cleges  kommt  zu  hofe ,  um  dem  könige  kir- 
schen  zum  geschenk  zu  bringen,  die  zur  Winterszeit  in  seinem  garten  gewach- 
sen sind.  Aber  zunächst  verlangt  v.  271  ff.  the porter  den  dritten  theil  der  gegen- 
gabe,  welche  er  vom  könig  erhalten  würde,  dafür,  dass  er  ihn  in  das  schloss 
lasse,  was  Cleges  auch  bewilligt.  Dasselbe  fordert  dann  v.  287  the  vsscher  at 
the  hall  dore,  und  ebenso  schliesslich,  v.  324,  the  stewatd,  so  dass  für  Cleges 
selbst  nichts  übrig  bleibt  (v.  343  ff.).  Cleges  bittet  sich  als  lohn  vom  könig 
die  erlaubniss  aus,  zwölf  hiebe  an  seine  gegner  im  saale  austheilen  zu  dürfen, 
so  dass  die  drei,  welche  ihn  aufgehalten  haben,  auf  diese  weise  ihren  gerech- 
ten lohn  bekommen.  —  Die  Situation  ist  unbestreitbar  eine  ähnliche  wie  hier, 
besonders  ist  die  gleichheit  in  der  Unterscheidung  zwischen  porter  und  huscher 
in  beiden  gedienten  zu  beachten.  Während  jedoch  in  Sir  Cleges  diese  Wieder- 
holung eng  mit  der  tendenz  der  geschichte  verflochten  ist,  erscheint  sie  hier 
als  durchaus  überflüssig.  Der  englische  dichter  wird  sich  bei  erzählung  dieses 
passus  an  jene  oder  eine  ähnliche  geschichte  erinnert  und  die  pluszüge  aus 
derselben  entlehnt  haben. 
639  man  of  mold  ist  weiter  nichts  als  eine  Umschreibung   für   mensch,    mann. 

Wie  dieser  ausdruck  entstanden  ist,  lehren  stellen  wie  Emare  v.  245  f.: 

She  semed  non  erthely  wommon, 

That  marked  was  of  molde. 
Hörn  Childe  LXXXII,   5  f.: 

The  bischopes  had  the  grace  iseyd 

As  muri  men  of  mold. 
Es  giebt  eine  betheuerungsformel,  Sir  Cleges  v.   279  : 

As  I  am  man  of  mold! 
Sozuahr  ich  ein  mensch   bin!     In  demselben   sinne    wird   auch  man  of  this 
worlde  gesagt,  vgl.  Merline  v.  1935  f. : 

Fellow,  hee  sayd,  I  am  noe  churle, 

I  am  an  old  man  of  this  worlde, 

And  many  wonders  seene  and  hearde. 
Dass  für  die  dichter  der  zweiten   allitterationsperiode  jener   ausdruck   sehr 
verwendbar   war,    liegt  auf  der  hand ,    doch  sagen  sie  wol  stets   man  on   oder 
upon  mold,  vgl.   William  of  Pal.   v.  528  f.: 

For  ^if  eny  man  on  mold  more  worpi  were, 
Min  hert  is  so  hauteyn,   bat  herre  he  wold. 

642  Vgl.  Sir  Degr.  v.  977  f.: 

The  lady  loked  on  that  ryng, 
Hyt  was  a  gyfte  fore  a  kyng. 

643  Ich  bezweifle  sehr,  dass  in  f old,  in  number  heissen  kann,  wie  Hall.  Dict. 
p.  367  behauptet;  an  der  von  ihm  dort  citirten  stelle  passt  diese  bedeutung 
wenigstens  nicht,  vgl.  o.  zu  v.  301.  Freilich  würden  wir  hier  eigentlich  den 
sinn  erwarten :  als  ersten  in  der  zahl,  der  schar,  Hess  er  ihn  eindringen.  Aber 
Mätzner  Wtb.  II  p.  148  b  wird  recht  haben,  wenn  er  in  f old  hier  für  »formel- 
haft und  überflüssig«  erklärt. 

660  Vgl.  Zup.  zu  Guy  v.   1876. 

663  Eine  sehr  gewöhnliche  betheuerungsformel;  vgl.  Sir  Cleges  v.   277: 

Be  hym,  he  seyd,  that  me  bought. 
678  f.  Sie  zahlten  mir  nicht  nur  meinen  eins  atz  zurück  ,   sondern  Hessen  mir  auch 

meinen  gewinn. 
684  Der  barbier  wird  in  me.  gedienten  nicht  gerade  oft  erwähnt;  vgl.  Mätzner 

s.  v.     Dass  er  auch  zu  jener  zeit  schon  das  aderlassen  zu  besorgen  hatte,  er- 
hellt aus  Qu.  Essence  p.   11    (M): 

Fro  mannys  blood  reserued  of  barbouris  whanne  pei  lete  blood. 
Trotzdem  ist  Sir  Tristr.   v.  2190  ff.   von  einem  barbier  nicht  die  rede. 
687  Gemeint  ist  ein  mit  pelz  verbrämter  scharlachmantel. 

702  Zu  seinem  kunwier. 

706  Mätzner  Wtb.  I  p.  663  a  führt  neben  Rieh.  C.  de  L.  v.  4623  : 

Aftyr  mete  the  cloth  was  drawe 


—     129     — 

die  vorliegende  stelle  an  unter  der  bedeutung  zurückziehen,  wegziehen.  Aller- 
dings hat  drawen  in  diesem  zusammenhange  in  der  regel  die  von  M.  angege- 
bene bedeutung;   vgl.  Sevyn  Sages  v.   3285  f.: 

Whan  thai  had  eten  and  dronken  inoughe, 
Thai  toke  vp  methe  and  clathes  drogh. 
Sir  Triam.   (P)   v.    1567  ff.: 

The  king  spake  noe  more  words, 
Till  the  clothes  were  drawen  from  the  bords 
And  men  rose  in  the  hall. 
Launfal  v.  61   f.: 

And  whan  the  lordes  hadde  ete  yn  the  halle, 
And  the  clothes  wer  drawnen  alle  .  .  . 
Dieser  sinn  passt  aber  hier  augenscheinlich  nicht ,    denn  es  ist  nicht    vom 
ende,    sondern  vom  beginn  der  mahlzeit  die  rede;    das  aufhören  ist  erst   durch 
v.   711   markirt.     Falls  also  drawen  hier  überhaupt  richtig  ist,  so  muss  es  den- 
selben sinn  haben,  wie  sonst  leggen  oder  setten ;  vgl.  Amad.  v.  218  f.: 
The  bord  was  seyt,  the  cloth  was  layd, 
The  soper  was  all  redy  greythyd. 
Gregorius   (ms.  Vernon)  v.  576: 

Po  hit  was  tyme  forte  soupe,  pe  clop  was  leid,   pe  bord  was  set. 
Sevyn  Sages  v.   3873   ff.: 

The  kinges  dener  wele  was  grayd  ; 
Thai  set  trestes  and  bordes  on  layd, 
Thai  spred  clathes  and  salt  on  set, 
And  made  redy  vnto  the  mete. 
Sir  Degree  v.  659  ff.: 

But  he  to  him  wold  not  speake  a  word, 
But  made  him  ready  to  lay  the  bord. 
Launf.  v.   341   f . : 

The  cloth  was  spred,  the  bord  was  sette, 
They  wente  to  hare  sopere. 
Was  die  beziehung  des  verbums  drawen  auf  den  esstisch  anlangt,   so  vgl. 
Skeat  zu  P.  PL  C.  Pass.   IX,  v.  289:    »tyl  the  bord  be  drawe ,    tili  the  table   be 
removed.     The  board  or  table  was  laid  upon  trestles,  and  removed  afier  meals ; 
see  Our   English   Home    p.   30. «     Für    dies    wegrücken    des    tisches    kenne    ich, 
beiläufig  bemerkt,   noch  zwei  andere  ausdrücke;   vgl.  Ipom.   v.   313   f.: 
Whan  they  had  ete  and  grace  sayd, 
And  the  tabyll  away  was  leyd, 
Guy  of  Warw.  v.   10521  f.: 

When  bat  pey  had  eton  all 
And  pe  bordys  let  downe  falle, 
Da  nun  an  eine  änderung  von  drain  in  laid  schon  des  metrums  wegen 
nicht  zu  denken  ist,  so  bleibt  nichts  übrig,  als  die  annähme,  dass  drawen,  was 
ja  an  sich  wol  denkbar,  hier  von  dem  herbeiziehen  der  tische  und  dem  auf- 
decken des  tischtuches  zu  verstehen  ist.  Parallelstellen  kann  ich  dafür  allerdings 
vorläufig  nicht  beibringen. 

Dass  es  beim  essen  nicht  an  bedienung  fehlt,  wird  uns  oft  berichtet ;  vgl.   708 
Sir  Perc.   v.  949  f. : 

Mete  and  drynke  was  ther  dighte 
And  mene  to  serve  thame  fülle  ryghte. 
Guy  of  Warw.  v.   11295: 

Of  seruyse  they  had  grete  plente. 
Vgl.  ausser  der  zu  v.  541   erwähnten  stelle  bei  Zielke    zur    ausdrucksweise  711 
Octov.  v.   1299  f.: 

Lauor  and  basyn  they  gon  calle, 
To  wassche  and  aryse, 
Ferner  The  Babees  Boke  ete    p.   28  v.   22   f.  : 

Pare  clene  ihy  nailes.   thyn  handes  wasshe  also 
To-fore  mete,   and  whan  thow  dooest  arise. 

Kölbing,  Sir  Tristrem.  q 


—     130     — 

712  Unter   him    ist    natürlich    Rohand    zu    verstehen,     rysc  hat  reflexive  bedeu- 

tung:  sich  erheben,  aufstehen ;  vgl.   The  Babees  Boke  etc.  p.    176,  v.   875: 
In  pe  morow  tyde,   agaynst  youre  souerayne  doth  ryse, 
719  Bei    der    ersten   collation    der  Scott'schen    ausgäbe  mit  der  hs.   glaubte  ich 

vor  an  ein  ziemlich  verlöschtes  j5  zu  erkennen;  bei  einer  nochmaligen  ver- 
gleichung  vor  zwei  jähren  überzeugte  ich  mich,  dass  das  auf  einem  irrthum 
beruhte;  die  hs.  bietet  blos  an.  Der  sinn  des  verses  ist:  Viel  gutes  würdet 
ihr  über  ihn  (sc.  bringen).  Ueber  die  auslassung  eines  inf.  nach  einem  hülfs- 
verbum  vgl.  zu  v.  404.  Was  die  construction  betrifft,  so  vgl.  Hali  Meid.  p. 
37    (M)  : 

Hwen  hit  forwurcte  and  bringe  on  his  moder  sorhe  upo  sorhe. 
Anders  erklärt  die  stelle  Mätzner  zu  v.  839. 
722  Ich    bin   ihm    nicht   mehr  verwandt,    d.  h.  ich  kann  mich  jetzt  nicht  mehr 

rühmen,  mit  ihm  verwandt  zu  sein,  sondern  — 
727  f.  Dass  diese  zeilen  nicht,   wie  Heinzel  p.  388  f.   annahm,   zum  vorigen  satze 

gehören,   habe  ich  I  p.  XXXIX  erörtert.    Diese  annähme  wird  auch  noch  durch 
die  thatsache  bestätigt,   dass  dies  der  einzige  fall  im  ganzen  gedichte  wäre,  wo 
der  satz  nicht  mit  der  strophe  abgeschlossen  würde. 
732  Vgl.   Lasj.   v.    30268  : 

Wete  weoren  his  wongen. 
Sir  Degr.   v.   824  : 

With  wongus  ful  wete. 
734  f.  He   knewe    und    Gan  loke   sehe  ich  als  parallel  stehende  verba  an  :    er  er- 

kannte ihn  alsbald,  begann  [ihn]  zu  betrachten.  Die  andere  erklärung  :  Er  er- 
kannte ihn  alsbald,  als  er  ihn  zu  betrachten  begann,  empfiehlt  sich  schon  darum 
nicht,  weil  al  so  sket  auch  sonst  nicht  zur  Verknüpfung  von  zwei  sätzen  ver- 
wendet wird;   vgl.   Octov.   v.  465  f. 

The  lyoun  sone  hym  hadde  totore, 
AI  so  sket. 
Sir  Bev.  v.   2807  f.  : 

Themperur  askede  him  what  ahet? 
Gerard!   asede  alse  sket. 
736  Diese   Wiederholung   von   skete ,    noch    dazu    als    reimwort,    erscheint   ver- 

dächtig. Wahrscheinlich  ist  swete  dafür  zu  setzen;  vgl.  Bödd.  G.  L.  VIII,  55: 
Pin  heued  doun  bowep  to  suete  cussinge, 
Dieses  allgemeine  abküssen  wird  blos  in  E  erwähnt.  Jedenfalls  wird  durch 
die  vorliegenden  sowie  durch  die  u.  angeführten  parallelstellen  der  von  Schultz 
a.  a.  o.  I  p.  402  f.  aufgestellte  satz  :  »Mit  dem  küsse  empfing  man  nur  gleich- 
stehende oder  einem  höheren  stände  angehörige  personen«  als  richtig  bestätigt. 
Vgl.   u.   a.  Octov.  v.    1943  ff.  : 

The  emperour  hys  sones  gan  kesse 
Oft  and  lome. 

Thanne  hem  keste  kynges  and  knyght, 
Erlys,  barons  and  ladyys  bryght; 
And  ofte  thankede  godes  myght 
In  trinite. 
Torrent  v.    394  ff. : 

And   (sc.  TorrentJ   kyssyd  the  kyng  with  joy  and  blyse, 
And  aftyr  other  lordes  of  hys, 
And  aftyr  other  ladyes  jent. 
743  Ein  sonderbarer  ausdruck,   der  mir  nirgends  sonst  noch  begegnet  ist,   auch 

bei  Mätz.  Wtb.  II  p.  204  f.  s.  v.  /reinen  nicht  aufgeführt  wird ;  doch  vgl. 
v.   821  : 

Pai  teld  po  bi  si^t, 
Der    sinn    ist   offenbar  :    und  fragte  ihn,  inde?n  er  ihn  anblickte.     Vgl.   Sir 
Degr.  v.   1229  f.  : 

Of  all  that  loked  one  the  kny^t, 
Was  non  that  knew  hym  with  syght. 
750  His  bezieht  sich  natürlich   auf  Rouland. 


—     131     — 

Vor  geten   ist    natürlich    he   zu  ergänzen.  —  Für  diesen  gebrauch    von    bi-  754 
twene  vgl.  Mätz.  Wtb.  I  p.  278  f. 

/';/    hy    erscheint  verdächtig  im  blick  auf  in  hei^e,   v.    760 ;    doch  weiss  ich  766 
keinen  besserungsvorschlag  zu  machen. 

Vgl.   Sir  Triam.    (Hall.)   v.    1466  :  767 

To  slee  him  or  he  mee. 
Mätzner  setzt  er  in  den  text  und  bemerkt  dazu  :    »Erst  bietet  der  von  uns   769 
zu    gründe    gelegte    text,    die   ausgäbe    von   1804  hat  dagegen  Ers,   welches  im 
glossar  durch  erst  erklärt  wird.     Dem  Superlativ  ist  der  comparativ  entschieden 
vorzuziehen  nnd  das  in  Ers  erscheinende  s  könnte  dem  verdoppelten  anlauten- 
den s  in  schal  zuzuschreiben  sein.«  Nun  bietet  aber  die  hs.  wirklich  Erst,  und 
dieser  gebrauch  des  Superlativs,    wo    wir  den  comparativ  (eher,  früher),   erwar- 
ten,  ist  von  Mätzner  selbst,  Wtb.  I  p.  30  f.  genügend  belegt.    Ueber  diese  an- 
wendung  des  Superlativs  vgl.  auch  Zup.   zu  Guy  v.  8212 — 13.    Vgl.  v.  2643  f.: 
He  set  his  lond  in  pes, 
tat  arst  was  ful  of  fight. 
Vgl.   auch  Sir  Fer.   v.   675,    711,    1521   u.  s.  w. 

Ausser  Minot  p.  48 :  775 

We  wote  wele,  that  woning 
Was  wicked  for  to  win. 
das    Mätzner    schon    anführt,    vgl.  The  Seven  Sages    (Hall.)  v.  2809  und  Prov. 
Hend.  v.   234  f . : 

Strong  ys  ahte  forte  gete 
Ant  wicke,  when  me  hit  shal  lete. 
Dass   wick    auch    für  quick  stehen  kann,   ist  ausser  durch  die  von  Mätzner 
aus  den  Towneley  Myst.   citirte  stelle  namentlich   noch    durch  Prompt.   524  er- 
wiesen;  was  den  sinn  anlangt,   so  hat  Mätz.  wol  an  stellen  gedacht,   wie  R.  of 
Gl.   p.   455  : 

Slou  to  fy^te  and  quic  to  fle. 
Aber  ich  halte  es  für  unmöglich,  dass  im  dialekte  unseres  gedichtes  diese 
form  vorkommen   könnte. 

Er  wird  diejenigen  kennen,  welche  dir  freundlich  gesinnt  sind.  781 

Mätzner  bemerkt   zu    diesen  versen    nichts,   obwol  sie  etwas  auffällig  sind.    784  f. 
Ich  übersetze  :    Um   Tristretn  zu  helfen,  deshalb  schlug  er  [ihn]  mit  eigner  hand 
zum  ritter.    Dass  v.  785  das  object  aus  dem  dat.    Tristrem  in  der  vorigen  zeile 
ergänzt    werden    muss ,    ist    allerdings    eine  härte.     Was  den  ausdruck  anlangt, 
vgl.  v.    1701  ;   ferner  Sir  Perc  v.   579  f.  : 

Make  me  knyghte  with  thi  hande, 
If  it  salle  be  donne! 
Sir  Egl.   v.    1025  f.  : 

The  kyng  of  Ysraelle  hath  made  hym  kny^t 
And  prynce  wyth  hys  honde. 
Vgl.  auch  Havel,  v.   2924  und  Guy  of  Warw.  v.   5721. 

place  ist  wol  dasselbe,  wie  sonst  battell  place,  vgl.  Eger  and  Grine  v.  89:    788 
But  in  battell  place  ne  may  be  distayned. 
Nachträglich  sehe  ich,   dass  Wissmann,  Anglia  IV  p.  364,   note  2),  dieses  wort 
für    King   Hörn   v.   588    und    v.   738    ebenso    aufgefasst   hat.      In    diesem    sinne 
findet   sich   place    ferner   gebraucht    Guy    of   Warw.   v.   580.    1896.    1908.    2046. 
4980. 

Mätz.  bemerkt:    »Das    subject    des    inf.  to  don  ist  wol  allerdings  dasselbe,   ygn 
welches  zu  to  ride  gehört,  das  absolut  gebrauchte  verb    to  understand,  welches 
an  him  (Tristrem)   seinen  träger  hat,  kann  füglich  nichts  anderes  bedeuten,   als 
was  es  sonst,  mit  einer  näheren  bestimmung  verbunden,  bezeichnet,  v.  1283  f.: 
Ysonde  he  dede  vnderstand, 
What  alle  playes  were 
Danach    wären    die    ritter    bestimmt,    einmal,    ihm  im  kämpfe  hülfreich  zu 
sein,   dann,   ihn  zu  berathen.«     Ueber  dieses  absolut  gebrauchte  to  understand, 
dessen  sinn  Mätzner  richtig  angegeben  hat,   vgl.   die  folgenden  stellen  :  Erle  of 
Toi.   v.    11 56  ff.  : 

9* 


—     132     — 

He  dwellys  wyth  the  pope  of  Rome, 

He  wyll  be  glad  of  hys  come, 

Y  do  you  to  undurstonde. 
Hier   liegt    die    nähere    bestimmung   in    den   beiden    vorhergehenden,   syn- 
tactisch    davon    unabhängigen    versen.      Ferner    wird    das    verbum    auch  mit  of 
verbunden;   vgl.   Sevyn  Sages  v.   2051  f.: 

We  come  to  do  the  understonde 

Of  hid  tresor  in  thi  londe. 
Auch  mit  to;  Merl.  v.   1823: 

To  my  tale  doe  vnderstand  ! 
In  anderem  sinne  wird  das  verbum  mit  of  verbunden,   Sir  Trist,  v.   1308. 
Ganz  genau  zu  der  vorliegenden  stelle  stimmt  aber  Ipom.   v.  44  ff. : 

I  haue  a  sonne,  that  me  ys  dere, 

That  shall  be  eyre  of  all  my  lande : 

I  wille  ye  haue  hym  to  vndyrstand 

And  to  teche  hym  in  all  manere, 

Lyke  as  he  thyne  owne  were. 

790  Mätz.  bemerkt  mit  recht,  dass  So  stülpe  sich  nicht  auf  das  unmittelbar  vor- 
hergehende, sondern  auf  das  ganze  dargestellte  ereigniss  bezieht;  es  hat  keinen 
anderen  sinn,   als  on  heye,  v.  786. 

791  binden  heisst  hier  das  gemütk  einnehmen]  vgl.  GE.  v.   2692: 

Luue  bond  hire,  ghe  it  dede  for-3i. 
und    meine    bemerkung    über    diesen    vers,    Engl.    st.  III    p.  311.    Kyng   Alis, 
v.    611  : 

Thy  child  schal  beo  in  sorowe  ybounde. 

Mätzner  hat  im  Wörterb.  s.  v.  binden  diesen  übertragenen  gebrauch  des  wortes 

nicht   angeführt,    doch  handelt  er  darüber  Sprachpr.  I  p.   109,  note  zu  v.   204. 

Mhd.  wird  das  verbum  selten  in  diesem  sinne  gebraucht,  vgl.  Kudr.  619,   3  : 

Des  was  sin  stolzez  herze  gebunden  mit  swaere. 

794  Vgl.  Sir  Perc.  v.   1741  ff.  : 

Ther  was  no  more  for  to  say, 
Bot  sythene  appone  that  other  day 
He  weddys  Lufamour,  the  may, 
This  Percevelle,   the  wighte. 
Sir  Triam,   v.   151 3  ff. : 

There  is  noe  more  to  say, 
But  they  haue  taken  a  certaine  day, 
That  they  both  shalbe  wed. 
Der    sinn    ist   an  allen  diesen    stellen  :    Dagegen  durfte  kein  einwand  mehr 
erhoben  werden. 
800  Zum    gebrauche    der   cardinalzahl   statt    der    Ordinalzahl    vgl.    v.    3174:    pe 

fiften  day\   ferner  Le  bone  Flor.  v.   1897  : 

Of  seynt  Hyllary  the  churche  ys, 
The  twenty  day  of  yowle  ywys, 
As  ye  may  undurstande. 
Sehr  häufig  scheint  das  übrigens  nicht  vorzukommen ;   wenigstens  kann  ich 
von  den  bei  Koch  II2  §  282  angeführten  vier  me.  stellen  nur  die  erste  als  be- 
weiskräftig gelten  lassen,  nämlich  RG.  v.  5641 : 

In  pe  syxe  and  twenty e  3er  of  his  kynedom. 
V.    8291  : 

In  pe  ^ere  a  pousend  and  four  score  and  prettene 
vermag  ich  nicht  anders  aufzufassen  als  unser:  Im  jähre  eintausend  und  dreiund- 
siebzig, wo  man  also  gar  keine  Ordinalzahl  erwartet.  Den  werth  der  beiden 
übrigen  stellen  hat  schon  Zupitza  in  den  noten  **  und  ***  mit  recht  ange- 
zweifelt. Mätzner,  Engl,  grammatik  I3  p.  309  bringt  noch  einige  andere  be- 
lege bei. 
802  f.  Ueber  die  beziehung  dieser  verse  vgl.  I  p.  XLIV. 

805  Vgl.  Sir  Triam.   (Hall.)  v.   1562: 

Wyte  hym  not,   yf  he  were  wode. 


—     133     — 

Parallelstellen   für   das   expletive    to  say   hat   Mätzner   zu   dieser   stelle   ge-  806 
sammelt. 

al  wird  häufig  zu  into  gefügt;   vgl.   Mätz.  Wtb.  I  p.  56 a.  807 

Vgl.  Sir  Fer.  v.   1591  :  814 

Or  pow  passye  out  of  pys  cost,  me  seif  schal  do  py  nede. 

Ich  kenne  ausser  v.   1375  aus  der  nie.  litteratur  nur  zwei  ähnliche  stellen,   817 
Sir  Bev.  v.   203  f.  : 

Hirn  seif  was  boute  pe    ferpe  some 
Toward  pat  ferd. 
Jul.  v.   79: 

and  te  sea  sencte  him  on  his  prituSe  sum. 

Die  von  Mätzner  z.  d.  st.  verglichenen  ae.  ausdrücke :  fiftena  sum,  seofona 
sum,  unterscheiden  sich  von  den  vorliegenden  vor  allem  dadurch,  dass  statt 
des  gen.  plur.  der  cardinalzahl  hier  die  Ordinalzahl  im  nom.  sing,  steht.  Am 
leichtesten  ist  Sir  Bev.  v.  203  zu  erklären  und  das  griechische  zirccQToe  avxog 
zu  vergleichen.  Erläutert  wird  dieselbe  noch  durch  zwei  andere ;  Sir  Perc. 
v.   1 1 1 7  f. : 

The  kyng  tase  with  hym  knyghtis  thre, 

The  ferthe  wolde  hym-selfe  be. 
Fast  gleichlautend  damit  ist  Robs.   p.   59  : 

The  king  callut  on  kny^tis  thre, 

Him  seluun  wole  the  fuyrthe  be. 
Die  stelle  aus  der  Jul.  gibt  Stratm.3  p.  543  a  richtig  wieder  durch :  htm 
with  thirty  others,  wörtlich :  ihn  auf  seinen  dreissigsten.  Ich  glaube  aus  dieser 
stelle  schliessen  zu  dürfen,  dass  die  unsrige  nicht  mit  Mätz.  zu  übersetzen  ist 
durchj:  seine  selbfunfzehnt  von  rittern,  sondern  auch:  sein  fünfzehnter  von  den 
rittern ;  also  einer  als  der  fünfzehnte  ritter  =  fünfzehn  ritter.  Dafür  spricht 
namentlich  auch  der  folgende  vers  : 

Wip  him  ^ede  na  mare. 
Ebenso  ist  also  wol  auch  v.   1374  f.  zu  fassen: 

Finde  me  min  askeing, 

Mine  fiftend  som  of  kni^t ! 
d.  h.    Gebt   mir  meine  fünfzehn   ritter   mit!     Auffallend    ist    alldings    der    plur. 
mine  vor  f.  s.     Der   ursprüngliche   sing,  scheint   dem   sinne    gemäss   als   plur. 
aufgefasst  worden  zu  sein.    — 

Es  ist  zu  bedauern,  dass  für  diese  Zahlenbestimmung  die  anderen  texte 
nicht  den  ausschlag  geben,  vgl.  I  p.  XLII  und  LVIII.  Doch  mag  bei  dieser 
gelegenheit  bemerkt  werden,  dass  die  zahl  fünfzehn  als  runde  summe  sehr  be- 
liebt ist;  vgl.  v.  3339,  wo  Tr.  fiftene  knipes  and  mare  erschlägt.  An  die 
letztere  stelle  schliessen  sich  an  Beow.  v.    1582  ff.  : 

Sloh  on  sweofote,  slsepende  frät 

Folces  Denigea  fyf-tyne  men 

And  oder  swylc  üt  of-ferede, 

Lädlicu  läc. 
Sir  Degr.  v.    1662  ff.  : 

He  slowe  the  marchal  of  the  hal, 

And  other  gode  sqwyers  with-al, 

Mo  then  fyftene. 
Eger  and  Grine  v.   432  : 

Then  15  theeves  with  Egar  mett. 
Guy  of  Warw.   v.   4451  f.: 

Then  came  theuys  fyftene, 

Bolde  men  and  eke  kene. 
Mit  Sir  Tristr.  v.   817  ist  zu  vergleichen  Guy  of  Warw.  v.   3647  ff.: 

He  fonde  the  sowdan  at  hys  mete, 

And  wyth  hym  XV  kyngys  grete 

And  odur  men  of  grete  valowre, 

And  all  pey  seruyd  the  sowdan  pore. 


—     134     — 

Das.   v.    2729  ff.  : 

The  ryche  sowdan  of  Sysane 
(To  honowre  god  wyll  he  not  payne), 
XV  kyngys  of  hethynesse 
And  syxty  amerals  more  and  lesse, 
That  haue  beseged  the  emperowre 
Wyth  mony  knyghtys  and  grete  socowre. 
Ebenso  haben  damen  fünfzehn  mädchen  als  begleiterinnen  bei  sich  ;    vgL 
Sir  Degree  v.   666  ff.  : 

There  came  a  lady  forth  of  her  bower, 
And  with  her  shee  had  mayds  15, 
That  were  some  in  red  and  some  in  greene. 
Sir  Fer.   v.    1332  ff.  : 

Pe  chambre  stod  oppon  be  se  amidward  a  roch  of  stone  ; 
Perinne  duelte  bat  maide  fre,  as  chef  of  al  bat  wone, 
And  with  hure  maide  Joyaunce,   be  kynges  do^tre  of  Floyre, 
Clarymounde  and  mayde  Floraunce,   and  bat  fayre  may  Baudoyre, 
And  obre  maydens  elleuene,   burdes  briete  on  boure; 
XV.   bar  were  of  hem  ful  euene  duellyng  in  bat  toure. 
Das.  v.   3437: 

And  yz  han  her  bob  day  and  ny^t 
Fiftene  damesels  fayr  and  bri^t, 
And  comen  of  kynges  blöd. 
Endlich    erscheint    auch    eine    fürstin    in   begleitung    von    fünfzehn    rittern, 
Amis  and  Amil.  v.  2353  ff. : 

Amorwe  as  tite  as  it  was  day, 
The  leuedi  com  hom  al  with  play, 
With  knightes  ten  and  fiue. 
Ebenso  Libius  Disc.   (P)  v.  1279  ff- 

Namentlich  die  zuletzt  angeführten  fünf  stellen,  wo  fürsten  und  prinzessinnen 
mit  fünfzehn  begleitern  oder  hofdamen  auftreten,   dürften  meine  obige  behaup- 
tung,    dass   nach    der    meinung    des    dichters    Tristrem    nicht  vierzehn,    sondern 
ebenfalls    fünfzehn    mann    als    gefolgsleute    hat,    wesentlich    unterstützen.      Es 
kommt    dazu,    dass    in  His  v.   817,    und  Mine  v.    1375  zu  liegen  scheint,   dass 
es  sich  um  eine  stetige,  Tristrem  beigegebene  leibwache  handelt.   —  Von  ähn- 
lichen stellen  mit  der  zahl  fünfzehn  vgl.   noch  Sir  Degr.  v.    181 3  ff.  : 
Ther  com  tyl  hir  weddyng 
An  emperoure  and  a  kyng, 
Erchebyschopbs  with  ryng 
Mo  then  fyftene. 
In  bezug  auf  die  öfters  wiederkehrende  zahl  von  fünfzehn  kindern  in  einer 
familie  vgl.  The  Erl  of  Toi.  v.  1216  und  Lüdtke's   anm.  z.  d.  st.  Hierher  ge- 
hört auch  Guy  of  Warw.  v.   7433  f.  : 

I  had  sonnes  fyftene, 
Bolde  men  and  therto  kene. 
Eger  and  Grine  v.   1454  ff. : 

Winglaine  bare  to  Sir  Egar 
15  children,   that  were  fayre; 
10  of  them  were  sonnes  wight, 
And  5  daughters  fayre  in  sight. 
Wenn    in    der    ausgäbe    v.    1454   für  15,    10  steht,  so  kann  das  nur  ein  druck- 
fehler  sein. 

Ebenso  von  dingen;   vgl.   Guy  of  Warw.   v.   41 17  ff.  : 
Thys  bynge  schall  be  hys  medys  : 
XV  hawkys  and  XV  stedys 
And  an  hundurd  besawntys  of  golde. 


Das.  v.  4481  ff.  : 


For  hym  men  bydde  me  at  a  tyme 
Fyftene  cast'els  of  stone  and  lyme 


—     135     — 

And  XV  cytees,  be  beste  on  molde, 
And  also  many  horsys  chargyd  wyth  golde. 
Vgl.   auch  v.   7650. 

Ferner  in  der  bestimmvtng  von  jahres-  und  tagesfristen  ;  vgl.  Sir  Tristr. 
v.    3174;   Sir  Egl.   v.   623   f.  : 

He  seyde  :  God  jjylde  yow,  lady  clere  ! 
Syr,  y  schalle  abyde  ydw  thys  XV  yere, 
Yf  that  ye  wylle  me  wedd. 
The  Rom.   of  Partenay  v.    1070  ■ 

Thys  feste  endured  dais  ful  fiftene. 
Vgl.  Melayne  v.  214;   The  Song  of  Roland  v.  44. 

Noch  habe  ich  mir  aus  La^.  bd.  III  folgende  stellen  angemerkt.  Von  einem 
heere  von  15000  mann  ist  die  rede:  v.  27759.  27814.  29295.  30430;  15000 
krieger  fallen  in  einer  schlacht :  v.  26694.  27759.  29896;  1500  fallen:  27054 
(bei  Wace  plus  de  cent,  vgl.  Madden's  anm.l .  27509;  15  heere:  27433; 
15  meilen :   25904.   26596.     Arthur  blutet  aus   15  wunden:    28578. 

Es    ist    ein    häufig    wiederkehrender    zug    in    diesen   romanzen   und    in    den  819  f. 
ritterepen    des   me.   überhaupt,    dass  gesandte  immer  gerade    ankommen,    wenn 
die  fürsten  beim  essen  sitzen;  vgl.   King  Alis.  v.   1778  ff.  : 
Darie  sat  at  mete,  the  riche  kyng, 
And  holdith  riche  gestnyng 
Of  dukes,   eorles,   amiraylis, 
And  of  soudans  with  murie  talis, 
Theo  messangers  alyghten  alle 
And  hond  by  hond  comen  into  halle. 
Kyng  of  Tars   v.   82  ff.  : 

Whon  the  messagers  this  herde  seyn, 
Soone  thei  tornede  hem  ayeyn 
And  to  the  soudan  went. 
The  soudan  sat  at  his  des, 
Iserved  of  his  furste  mes, 
Thei  comen  in  to  the  halle. 
Sir  Cleges  v.   247  ff.  : 

Sir  Cleges  and  his  son  gent 
The  right  waye  to  Cardiffe  went 
Opon  Cristemas  daye. 
To  the  castell  he  cam  füll  right, 
As  they  were  to  mete  dyght, 
Anon  the  sothe  to  say. 
Robs.   p.    80  : 

Be  none  of  the  thryd  day 
He  funde  thaym  atte  the  mete. 
Melayne  v.    145  ff.  : 

To  mete  pan  wente  bat  riche  kynge, 
Bot  sone  come  there  newe  tydynge, 
Als  he  in  sete  was  sette. 
The  lorde  of  Melayne  he  sawe  come  in  etc. 
Es    kam    in  solchen  fällen  offenbar  nicht  die  anstandsregel  in  anwendung, 
welche  in  Hugh  Rhode's  Boke  of  Nurture,   The  Babees  Boke  etc.  p.  83  v.  33  ff. 
so  ausgedrückt  ist : 

If  you  come  to  another  mans  house 
To  sporte  and  to   playe, 
If  the  goodman  be  set  at  meate, 
Returne  and  go  your  way. 
Dieser  vers  kann  dem  Wortlaute  nach,    wie  Mätzner  richtig  bemerkt,    ver-  822 
schieden  erklärt  werden,  entweder  :  Sie  waren  die  söhne  von  zehn  königen  oder 
Zehn  königssöhne  waren  sie.    Für  die  letztere  deutung  spricht  Torrent.  v.  307  f.: 
In   a  dongon,   that  is  dym, 
Fowyre  good  erylles  sonnys  be  with  hyme, 


—     136     — 

wo  es  wol  niemandem  einfallen  wird,  fowyre  zu  erylles  zu  ziehen.     Aber  auch 
abgesehen  davon  ist  dieselbe  unstreitig  vorzuziehen ,    obwohl  ihrer  ja  mehr  als 
zehn  waren;    denn  es  »mochten  ihrer  zehn  nur  hereintreten  oder  die  zahl   un- 
genau genannt  werden«.     Die  übrigen  Versionen  geben  keinen  anhält. 
823  Mätzner  bemerkt :   »Das  wort  ungesucht,  soll  sie  wol  als  unerwartete,  fremde 

gaste  bezeichnen«.  Indessen  können  sie  sich  doch  nicht  wol  selbst  als  solche 
bezeichnen,  wie  Mätzner  annehmen  muss,  wenn  er  das  wort  zum  vorigen  zieht. 
Mätzner's  eigne  spätere  erörterung  dieses  wortes,  Sprachpr.  I  p.  362,  note  zu 
v.  97,  fördert  die  erklärung  unserer  stelle  nicht.  Ich  vergleiche  Ancren  Riwle 
p.    324«: 

and  god  forloren  uor  sunne  schal  liggen  unsouht  fülle  seoue  dawes. 
und  gott,  verloren  durch  sünde,  soll  ungesucht  liegen  volle  sieben  tage,   ziehe  das 
wort  zum  folgenden  satze  und  übersetze  :    Ungesucht,   d.  h.  unaufgefordert,   aus 
eignem  antriebe  brachte  jeder  von  ihnen  bärenköpfe  zum  geschenk. 
824  f.  Wenn    ich    I    p.    XLIV    den    eigenthümlichen    zug,     dass    Tristrem    und 

seine  begleiter  dem  herzog  köpfe  von  wilden  baren  zum  geschenke  bringen, 
nicht  zu  erklären  wusste,  so  ist  es  mir  jetzt  ganz  unzweifelhaft,  dass  wir  hierin 
wieder  eine  specifisch  englische  sitte  zu  sehen  haben,  welche  unser  dichter  in 
den  stoff  eingefügt  hat.  W.  Scott  bemerkt  z.  d.  st.:  »The  head  of  the  wild 
boar,  as  a  rarity  bought  with  some  danger,  was  a  splendid  dish  in  the  middle 
ages,  and  therefore  a  fit  present  to  a  prince.  At  christmas  festivities,  it  was 
a  standing  dish  at  the  tables  of  the  great«.  In  einer  version  der  romanze  : 
The  Boy  and  the  Mantle ,  welche  die  episode  beim  weihnachtsfeste  sich  ab- 
spielen lässt  und  welche  u.  a.  abgedruckt  ist  in  Karajan's  Frühlingsgabe  für 
freunde  älterer  literatur  (Wien   1839)  p.   36  ff.,  heisst  es  v.   141   ff.: 

Then  towards  King  Arthur's  table 

The  boy  he  turn'd  his  eye, 

Where  stood  a  boar 's  head  garnished 

With  bayes  and  rosemarye. 
In  einer  ausführlichen   note    zu   dieser   stelle,    p.  50  ff.,   sind    nach   Ritson 
eine  anzahl  hieher  gehöriger  Strophen    aus    weihnachtsliedern    ausgehoben ,    die 
ich   hier  wiederhole,   da  manchen    meiner   leser   wahrscheinlich  weder  Ritson's 
Ancient  Songs  noch  Karajan's  büchlein  zur  hand  sind : 

The  borys  hede  that  we  bryng  here, 

Betokeneth  a  prince  with  owte  pere, 

Ys  borne  this  day  to  bye  vs  dere, 

Nowell. 

A  bore  ys  a  souerayn  beste, 

And  acceptable  in  euery  feste, 

So  mote  thys  lord  be  to  moste  and  leste, 

Nowell. 

This  borys  hede  we  bryng  with  song, 

In  worchyp  of  hym  that  thus  sprang 

Of  a  virgyne  to  redresse  all  wrong, 

Nowell. 
In  Queen's  College,  Oxford,   soll  noch  18 10  zu  Weihnachten  ein  ähnliches 
lied  gesungen  worden  sein,   dessen  eine  zeile  : 

Bedeck'd  with  bays  and  rosemary 
genau  zu  der  oben  angeführten  stelle  aus  der  ballade  stimmt.  Dass  aber  ein 
bärenkopf  nicht  blos  ein  weihnachtsgericht  war,  sondern  auch  sonst  bei  festi- 
vitäten  eine  grosse  rolle  spielte,  ja  in  der  regel  als  erstes  gericht  aufgetragen 
wurde,  erhellt  aus  zwei  liedchen,  betitelt:  'The  Boris  hede  für sf  und  ,  The 
Boar's  Head1 ,  welche  in  The  Babees  Boke  p.  397  f.  abgedruckt  sind.  Dass 
er  bei  hochzeitsschmäusen  üblich  war,  zeigt  eine  anweisung :  For  to  make  a 
feste  for  a  bryde ,  a.  a.  o.  p.  375.  Hierher  gehört  endlich  noch  der  anfang 
eines  liedes  zu  ehren  des  heiligen  Stephanus,  welchen  ebenfalls  Karajan  nach 
Ritson  a.   a.   o.  mittheilt: 

Seynt  Steuene  was  a  clerk  in  Kyng  Herowds  halle, 
And  seruyd  him  of  bred  and  cloth  as  euer  kyng  befalle. 


—     137     — 

Steuyn  out  of  kechon  cam  with  boris   hed  on  honde, 
He  saw  a  sterre  was  fayr  and  bry^t  ouer  Bedlem  stonde. 
He  kyst  adoun  the  bores  hed  and  went  in  to  the  halle  : 
»I  forsak  the,  Kyng  Herowds,   and  thi  werks  alle. 
I  forsake  the,   Kyng  Herowds,   and  thi  werks  alle, 
Ther  is  a  chyld  in  Bedlem  born  is  better  than  we   alle. 
Aus  diesen  Strophen  mit  Karajan  zu  schliessen ,   dass  dieselbe  sitte  am  St. 
Stephanstage  galt,   sehe  ich  keinen  grund.     Sie  liefern  blos  einen  weiteren  be- 
leg dafür,   dass  bärenköpfe  an  der  tafel  der  könige  ein  beliebtes  gericht  waren. 
Auch  der  Zusammenhang  mit  Weihnachten  ist  hier    ein    mehr    zufälliger  ;    nicht 
so  in  den  früher  citirten  Strophen:    Da   der    bär   ein  könig   der   thiere    ist,    so 
kann  er  symbolisch  einen  mächtigen  herrscher  bezeichnen ,    in  erster  linie  also 
den  am  weihnachtstage  gebornen  Christus.  —  Jetzt  verstehen  wir  auch,   weshalb 
es  für  den  herzog  Morgan  hier  sehr  schmeichelhaft  sein  muss,    wenn  ihm   bä- 
renköpfe zum  geschenk  gemacht  werden.    Freilich  zeigt  sich  gerade  in  der  ein- 
fügung  dieses  zuges  die  Ungeschicklichkeit  des  englischen  dichters,  denn  nichts 
kann  Tristrem  ferner  liegen,   als  dem  mörder  seines  vaters  ein  solches,  compli- 
ment  darzubringen. 

Für  forlig gen  im  sinne  von  adulterare  hat  Mätzner  Wtb.  II  p.  J76  f.   beleg-  828 
stellen  angegeben ,    andere  finden   sich   bei  Stratm.   s.  v.     Es    mag    hinzugefügt 
werden,   dass  das  wort  auffallender  weise  auch  von  der  ehelichen  begattung  ge- 
braucht wird ;   vgl.   Schorh.    p.   67  : 

And  ^yf  py  wyf  hebbep  a  child, 
Wane  pou  he  (1.  hy)   hest  forleye. 
Mätzner  bemerkt  mit  recht,    in  tviis   liege    eine    anspielung    auf  die    zwei- 
malige gefahr,    welcher  Rohand  durch  seine  nachlässigkeit  den  Tristrem  preis- 
gegeben  zu   haben    meint;    einmal   als    er   ihm    zu    schiffe  entführt  ward,    zum 
zweiten  male  in  der  gegenwärtigen  läge. 

Gewöhnlicher  als  to  armes  ist  die  romanische  form    as  armes ;   vgl.   Mätz-  832 
ner,   Sprachpr.  I  p.   245,  note  zu  v.   2103. 

Ueber  die  anrede  Sir  vgl.  Skeat  zu  P.  PI.  B.  Pass.  XV  v.   120.     Dass   in  838 
ähnlicher  weise  God  look  you  in  den  Towneley  Mysteries  vorkommt,   führt  Mätz. 
z.  d.  st.  an.     Aber  auch  in  älterer  zeit  findet  sich  dieser  ausdruck  öfters>  vgl, 
Sir  Perc.  v.   883  ff.: 

He  put  up  his  umbrere  one  hight, 
And  said :   Syr,  god  luke  thee  ! 

The  childe  sayde :   God  luke  the ! 
The  knyght  said :  Now  wele  the  be  ! 
Torrent  v.   2150  f.: 

God  loke  the,   lady  free  ! 
What  makist  thou  in  this  contre? 
Piers  PI.   Pass.  I  v.    207  : 

I  may  no  lenger  lenge  pe  with :  now  loke  the  owre  lorde ! 
An  der  letzteren  stelle  allerdings  nicht  bei  der  begrüssung,    sondern  beim  ab- 
schied.    In  gleicher  weise  wird  sen  gebraucht;    vgl.   Skeat  zu  Chaucer,   Group 
C.   v.    715;    Zup.   zu  Guy    v.    163.     Andere  begrüssungsformeln  sind    folgende: 
The  Babees  Boke  etc.  p.    3  v.   58  f.: 

Whenne  yee  entre  into  your  lordis  place, 
Say  first :  God  spede  ! 
Das.   p.  401.   v.   70  ff.: 

Iff  pou  eny  gode  man  or  woman  mete, 
Avale  thy  hode  to  hym  or  to  here 
And  bydde  god  spede  dame  or  sere. 
Das.   p.   306,  v.   251   f.: 

Vf  pou  mete  kny^t,   ^oraon  or  knaue. 
Haylys  hym  anon  :   Syre,   god  ^ou  saue! 
Ausführlicher  ist  Guy  of  Warw.   v.    1223   f.: 
God,   pat  dyed  on  a  tree, 
Sur,  he  seyde,  saue  the  ! 


—     138     — 

839  H  Auf    die    Zweideutigkeit   im    ausdruck    hat   Mätzner   mit   recht   aufmerksam 

gemacht;   vgl.  I  p.  XLIV.    an  ist  synonym  mit  love.    Wenn  es  Mätzner  auffällig 
ist,  dass  unnen  hier  den  acc.  bei  sich  habe,   während  es  in  der  regel  den  dativ 
regiert,   so  ist  doch  zu  bemerken,   dass  ße  ebenso  gut  als  dat.  wie  als  acc.  ge- 
fasst  werden  kann. 
843  Vgl.  Hall.  p.    I37b-- 

And  summe  banne  pe  and  somme  blesse. 
Beide  verba  stehen  hier  ohne  object  intransitiv. 
851  Dass  der  vers  überladen  ist,   bemerkt  Mätz.  mit  recht.     Auch  ich  glaube, 

dass  pan,  nicht  Certes  zu  streichen  ist,  da  keine  der  im  gedichte  sonst  üblichen 
bedeutungen  von  pan  hier  passt. 

52 — 8  V.  852 — 8  interpungire  ich  ebenso  wie  Mätzner,   nur  mit  dem  unterschiede, 

dass  ich  den  satz  für  eine  frage  halte.  Mätzner  erklärt :  Da  du  so  gesagt  hast, 
es  müsse  er  satz  gewährt  werden,  so  schliesse  ich  daraus ',  dass  du  so  eben  hurtig 
von  deinem  verwandten,  Mark,  gekommen  bist,  d.  h.  dass  dein  oheim  Mark  da- 
bei im  spiel  ist.  Ich  finde  diesen  aussprach  für  die  vorliegende  scene  sehr  matt 
und  übersetze  vielmehr :  Da  du  dich  dahin  geäussert  hast,  es  solle  ersatz  gewährt 
werden  —  bist  du  etwa  des s kalb,  stolzer  Jüngling,  meiner  treu,  so  eilig  von  dei- 
nem oheim  Marke  gekommen?  Daran  schliesst  sich  dann  sehr  gut  der  inhalt  der 
folgenden  Strophe. 

859  pou  schalt  abide !  heisst  hier  sicherlich:  darauf  kannst  du  lange  warten! 
d.  h.  du  wirst  nie  bussgeld  erlangen!  In  demselben  sinne  wird  das  verbum 
v-  T349  gebraucht.  Die  bedeutung  abuy,  die  Scott  angesetzt  und  M.  in  der 
note  wenigstens  nicht  direkt  verworfen  hat,  scheint  das  wort  um  diese  zeit  noch 
nicht  zu  haben ,  obwol  bye  sich  allerdings  in  ganz  ähnlichem  zusammenhange 
findet;  vgl.  Sir  Degr.  v.   737  ff.: 

Sehe  said :  Tratur,  thou  shalt  bye  ! 
Why  were  thou  so  hardye, 
To  do  me  this  vylanye 
By  day  ar  by  ny^th? 
Guy  of  Warw.  v.  609  f.: 

Traytur,  he  seyde,   pou  schalt  abye  ! 
Why  smote  pou  Oton  of  Payuye? 
Das  v.   3709  f.: 

Sowdan,  he  seyde,   pou  schalt  abye 
Furste  of  all  thys  Company e! 
Vgl.  auch  das.   v.   5081  ;   The  Sowdon  of  Bab.  v.    1094  mit  Hausknechts  note. 

860  to  fand  braucht  hier  nicht  »geradezu  für  to  find  zu  stehen«,  wie  M.  in 
der  note  meint.     Der  sinn  ist :    Narren  wähntest  du  auf  die  probe  zu  stellen. 

861  hide  bezieht  sich  hier  wol  auf  die  heimliche  entführung. 

862  In  hurerei  verstrickte  er  sie,   oder:  In  hurerei  verband  er  sich  mit  ihr. 
866  Vgl.  Skeat  zu  P.  PI.   C.   Pass.  VII  v.    138. 

874  f.  V.  874  f.  sind  in  der  hs.   übersprungen.     Mätzner  bemerkt  mit  recht,   dass 

in  denselben  die  tödtung  Morgan's  durch  Tristrem  berichtet  worden  sei ;   ausser 
G.  v.   5454  ff.  vgl.  S.  p.   28,   27  ff. 
876  f.  Hier  hat  die  phrase  come  to  toun  offenbar  nicht    den    gewöhnlichen    sinn  : 

zurückkehren,  vgl.   Skeat  zu  Group  B.  v.  2028;  Engl.  st.   IV  p.  497;   Madden: 
Glossarial  Remark  zu  La^.  v.  24198,    sondern  der    dichter    meint:    Gerade   da 
war  Rohand  mit  sehr  guten  hülfstruppen  in  der  Stadt   [d.  h.  der  hauptstadt  des 
herzogs]   eingetroffen. 
885  Vgl.  Sir  Amad.  v.   592: 

And  ylke  day  Schaftes  schake. 
887  Vgl.  Wissmann  zu  King  Hörn  v.    151 5  f. 

889  Saunfayl  ist  ein  häufiges  flickwort,  besonders  auch  gebraucht  zur  ausfül- 
lung  kurzer  zeilen ;  vgl.  Bödd.  Pol.   1.  VI  v.  60  f.: 

^ef  hee  mowen  him  hente,   ichot  he  bip  forlore 
Sauntz  fayle. 

890  Ueber  none  vgl.  Skeat  zu  P.  PI.  C.  Pass.  IX  v.  146.  Zur  sache  vgl.  Amis 
and  Amil.  v.   131 8  f. 


—     139     — 

From  morwe  to  none,   withouten  faile, 
Bitvixen  hem  last  the  bataile, 
Dieselben  worte  zur  ausfüllung  einer  kurzzeile  Sir  Gaw.  v.  486.  900 

In  ban  wird  jetzt  niemand  mehr  mit  Scott  einen  eigennamen  erblicken.         901 
Vgl.  Hörn  Childe  LXVIII,    7  ff.: 

King  Malkan  was  mi  faders  ban, 
And  now  for  sobe  ich  have  him  slan, 
Fe  sobe  for  to  sain. 
Vgl.  Sevyn  Lages  v.   3001   f.:  902 

He  made  him  Steward  of  al  his  land, 
And  bad  the  men  bow  til  hys  hand. 
Sir  Perc.  v.   1765   ff.: 

Wele  weldede  he  that  lande, 
Alle  bewes  to  his  honde, 
The  folke,   that  he  byfore  fonde, 
Knewe  hym  for  kyng. 
Aehnlich  Sir  Isumbr.  v.   297  f.  : 

And  scho  salle  be  lady  of  alle  my  lande, 
And  alle  salle  bowe  hir  to  fote  and  hande, 
Vgl.   La^.   v.    2808   ff.:  903 

He  sette  bis  lond, 
He  sahtnesse  wrohte, 
He  sette  stronge  lawen. 
Vgl.  zur  sache  Sir  Bev.   v.   3330  ff.:  909 

Fet  me,  aseide,  me  ^erde  of  golde ! 
Gii  is  fader  was  me  marchal, 
Also  Beues,   is  sone,  schal. 
His  ^erd  he  gan  him  her  take. 
Vgl.   ferner  Hauel  v.   2516  und  Skeat's  note  z.  d.   st. 

I  p.   XLV  habe  ich  es  als  auffällig  bezeichnet,   dass  Rohand  hier  auf  ein-  914 
mal  fünf  söhne  hat;    ein  fehler  in  der  hs.  kann  nicht  vorliegen,   da  das  wort 
im  reime  steht;   »ist  diese  zahl  etwa  überhaupt  nur  des  reimes  wegen  gewählt?« 
Für  die  richtigkeit  dieser  auffassung  spricht  ein  ganz  analoger  fall  im  Torrent, 
wo  es  v.    325  f.  heisst : 

Owt  he  toke  thys  chyldyryn  fyve, 
The  feyrest  that  were  on  lyve 
Ihold  in  anny  sted. 
obwol  vorher  (vgl.   o.   zu  v.  822)    nur   von  fowyre  good  erlys   sonnys    die    rede 
war.     Vgl.   o.   zu  v.   249. 

Vgl.  Mätzner  Sprachpr.   I  p.    159,   note  zu  v.    164.     Ausser  den  dort  citir-  918 
ten  parallelstellen  vgl.   Sevyn  Sages  v.    151 1 : 

What  helpeth  hit  lenger  tale? 
Das.  v.    1617: 

What  helpeth  hit  ani  more  seid? 
Sir  Fer.   v.    1602  : 

What  halt  hit  muche  her  of  to  teile,  to  drecchen  ous  of  our  lay? 
Die  phrase  ist  identisch  mit  dem  häufig  begegnenden  wipouten  strif. 
Vgl.  Mätz.  zu  The  Owl  and  the  Night,  v.  719.  924 

Vgl.   v.    1390  :  926 

Riche  was  his  schip  fare 
V.  932  ist  sachlich  überflüssig,   da  der  inhalt  desselben  schon  in  newe  hin-  931  f. 
reichend  ausgedrückt  ist. 

Hier  kann  der  sinn  von  on  hand  nur  sein:   in  seiner  nähe.    Anders  v.  427.   935 
Ueber  latoun  vgl.   Skeat  zu  Chaucer,   Group  C.   v.  350.  04, 

londes  sc.   Irlands.  q<-2 

pai  dede  obade  bietetet  die  hs.     Aber  Mätz.   bemerkt  mit  recht,   dass  obade  qrj 
nicht  wol  für  abide  stehen  kann  und  dass  auch  die  Umschreibung  mit  don  hier 
auffällig  ist.      Sein  Vorschlag,  pere  für  dede   zu    schreiben,    erscheint    mir    sehr 
annehmbar;   vgl.   v.    1921   und  2634.     Der  sinn  von  v.   956  f.  ist  also:   Sie   (sc. 


—     140     — 

Tristrem  und  seine  gefährten)   erblickten  Moraunt's  schiff  und  warteten  dort  den 
tagesanbruch  ab,  ehe  sie  sich  nach  dessen  bestimmung  erkundigten. 
968  Für  das  überlieferte  pa  ist   wol    ebenso    wie    in  Dame    Siriz    v.    140    (vgl. 

Mätzner  z.  d.  st.)    ~pat  zu  lesen.     Doch  kommt  auch  sonst  pa  für  pat  vor  ;   vgl. 
Skeat  zu  Havel,  v.    175, 
969  f.  Um  den  namen  hervorzuheben,  ist  pe  king  of  Yrlond  als  absoluter  nominativ 

vorangestellt  und  dann  v.  970  durch  his  darauf  bezug  genommen ;   eine  keines- 
wegs seltene  construction,   vgl.  v.    3329  f.   und  Sir  Triam.    (Hall.)   v.    793   ff.: 

Then  that  lady  of  grete  honowre, 

Whyte  as  lylly  flowre, 

Hur  love  was  on  him  lente. 

974  Zu  diesem  verse  bemerkt  Mätz.  nichts  und  führt  auch  im  Wtb.  s.  v.  bi- 
ginnen diese  stelle  nicht  an.  Ich  übersetze  :  Bei  ihm  begann  das  unrecht,  d.  h. 
er  hat  uns  zuerst  unrecht  gethan.  Eine  genaue  parallelstelle  vermag  ich  frei- 
lich nicht  anzuführen. 

975  Mätz.  bemerkt:  »Scott  nimmt  held  für  das  präsens,  indem  er  erklärt :  pledge 
my  hand ,  gloss.  s.  v.  held.  Doch  ist  hier  wol  nur  an  die  von  dem  könige 
ehemals  eingegangene  Verpflichtung  zu  denken,  und  held  daher  für  das  prät. 
anzusehen.«  Wenn  dieser  vers  wirklich  zu  der  rede  Marke's  gehört,  so  bezieht 
er  sich  aber  doch  gewiss  zunächst  auf  den  inhalt  des  unmittelbar  vorhergehen- 
den :  ich  kann  einen  eid  darauf  leisten ,  sc.  dass  der  könig  von  Irland  mich 
vergewaltigt  hat.  Dann  wäre  also  held  mit  Sc.  als  präsens  anzusehen.  Die 
betr.  zeile  kann  aber  ebenso  gut  zu  Tristrem's  antwort  gehören ,  der  die  Ver- 
sicherung gibt,  Moraunt  solle  trotz  seiner  macht  seinen  willen  nicht  durchsetzen. 
Dieser  auffassung  gebe  ich  entschieden  den  vorzug,  und  habe  demgemäss  im 
texte  interpungirt.     Natürlich  ist  auch  so  held  eine  präsensform. 

978  Vgl.  v.    1288  und  1528: 

£e  quen,  bat  michel  can. 


V.   1932: 
V.   2830: 
980 f.  Vgl.   v.   1838  f. 


As  man  that  miche  kan, 
Tristrem,   bat  michel  can. 


Mark  to  conseyl  ^ede 
And  asked  rede  of  po  to. 
Es  scheint  dies  ein  stehender  ausdruck  für  die  berathschlagung   eines    kö- 
nigs  mit  seinen  räthen  zu  sein. 
982  f.  Der  könig  sagt  hier  nur  wieder  genau  dasselbe,  was  er  v.  972  zu  Tristrem 

geäussert  hatte.     Dasselbe  wiederholt  er  zum    überfluss    v.   987  f.    nochmals    in 
negativer  ausdrucks weise. 
998  Vgl.   die  Zusammenstellung  ähnlicher  ausdrücke  bei  Zielke  a.  a.  o.   p.  12  f. 

1009 f.  Vor  dem  könig  zu  beweisen,   sc.  dass  ihr  mir  zins  schuldet,  mit  beziehung 

auf  v.    1005,   und  zwar  so,   dass  man  es  klar  sieht. 
1012  Nach  diesem  verse  vergisst  der  dichter  uns  zu  sagen,  was  in  G.  v.  6757  fr. 

erzählt  wird.     Bei  Schilderung  einer  ganz  ähnlichen  Situation  heisst    es  Guy  of 
Warw.  v.    7963   ff.: 

Forthe  pey  wente  to  that  batayle 
Hastelye,  wythowte  fayle, 
To  an  yle  besyde  the  see, 
There  the  batayle  schulde  bee. 
Aehnlich  das  v.    10131   ff. 
1022  Vgl.  King  Hörn  v.  99  ff.: 

^ef  pu  to  liue  mote  go 
And  pine  feren  also, 
^ef  hit  so  bifalle, 
2^e  scholde  slen  us  alle. 


G.E.  v.  627  ff. 


Ilc  seuende  der  of  clene  kin, 
£>e  was  holden  in  arche  wict-hin, 


—     141     — 

And  leten  de  octre  to  liue  gon, 

Of  hem  ben  tudered  manigon. 
Der  entgegengesetzte  ausdruck  to  dcpe  go  begegnet  Erle  of  Toi.  v.  1016  f. 

Therfore  sehe  schall  to  dethe  goo 

All  agayne  the  ryght. 
Guy  of  Warw.  v.   1925   f.: 

We  muste  nede  oon  of  the  two  : 

Othur  to  defende  vs  or  to  dethe  go. 
Seynt  Mergr.   v.  26  : 

For  hir  fader  hadde  beden,  to  dep  bat  sehe  schuld  go. 
Aehnlich  Sir  Egl.  v.    154  ff.: 

And  y  myght  turne  to  my  lyfe, 

Y  wolde  wedde  yow  to  my  wyfe, 

Yf  that  yowre  wylle  were. 
G.  berichtet  das  gegentheil;   vgl.  v.   6727:  1024 

Ein  kleiniu  insel  in  dem  mer, 

Vgl.  Ipom.  v.    1798:  1030 

But  eyther  of  theym  to  othyr  gan  ryde. 

Vgl.  Sir  Gavv.  v.   1202  f.:  1032 

And  sayned  hym,   as  bi  his  sa^e  be  sauer  to  worthe, 
With  hande. 

Persönliche  bemerkung  des  dichters.  io33  f- 

Ueber  raundon  vgl.  Herrtage  zu  Sir  Ferr.  v.  101,  Hausknecht  zu  The  Sow-  1035  ff. 
don  of  Bab.  v.  201. 

Vgl.   Libius  Disc.    (P)  v.   355  ff.: 

Then  noe  longer  they  wold  abyde, 
But  the  one  to  the  other  gan  ryde 
With  greatt  randaun. 

Es  ist  bemerkenswert]! ,  dass  nicht  nur  die  unmittelbar  folgenden  verse 
ebenfalls  einer  stelle  des  Sir  Tristrem  sehr  nahe  stehen,  sondern  der  ganze  ver- 
lauf des  kampfes  in  beiden  texten  sehr  ähnlich  ist;  man  vgl.  v.  1044  f.  mit 
Libius  Disc.  v.  365  f.;  v.  1046  mit  v.  368  f.;  v.  1059  ff.  mit  v.  374  ff.;  v.  1068  ff. 
mit  v.   387  f. 

Das  händschriftliche  scheid  hat  bereits  Scott  in  der  zweiten    auf!.,    freilich   1045 
ohne  etwas  darüber  zu  bemerken,  in  feld  geändert,   und,   wie  mir  scheint,  mit 
vollem  rechte.    Mätzner  ist  zwar  das  gleiche  reimwort  in  v.  1043   und  hier  nicht 
anstössig  gewesen,  aber  ich  halte  es  für  direkt  unerträglich,  während  die  lesart 
feld  durch  den  anfang  der  nächsten  strophe  : 

Up  he  stirt  bidene 

And  lepe  opon  his  stede, 

direkt  bestätigt  wird.  Denn  diese  worte  haben  doch  nur  dann  einen  sinn, 
wenn  der  ritter  vorher  vom  rosse  geworfen  ist.  Man  vgl.  ausserdem  Sir  Degr. 
v.   1293  f.: 

And  strykus  the  duk  thorw  the  scheid 

Wyd  opon  in  the  feld. 

Kyng  of  Tars  v.    1104  ff.: 

And  smot  him  so  on  the  scheid, 
That  he  fei  in  to  the  feld, 
Among  that  houndes  fei. 
Vgl.   auch  das.  v.   1063   f.  und   1 1 34  f. 

In  dieser  zeile  steckt  jedoch  noch  ein  fehler,  he  v.  1046  muss  nämlich 
Moraunt  sein,  wie  sich  aus  dem  reste  der  strophe,  bes.  v.  1050  f.  sicher  ergibt. 
Ferner  kann  unmöglich  der  lanzenstoss  Tristrem's  zu  folge  haben,  dass  er, 
Tristrem,  aus  dem  sattel  geworfen  wird  ,  sondern  dies  kann  nur  Moraunt  tref- 
fen. Ich  bin  daher  dessen  sicher,  dass  v.  1045  für  him,  he  zu  schreiben  und 
auf  Tristrem  zu  beziehen  ist,   während  Moraunt  v.  1044  als  acc.  anzusehen  ist. 


—     142     — 

So  gut  wie  der  abschreiber  mit  dem  äuge  von  pe  feld  auf  in  /je  scheid,   v.  1043, 
abgeirrt  ist,   ebenso  kann  er  auch  das  him  aus  v.   1042  hier  eingesetzt  haben. 
1048  f.  Das  bild  vom  wolfe ,    nur    weiter  ausgeführt,    findet  sich    auch  King  Alis, 

v.   2183  ff.: 

Alisaundre  ferde  on  eche  half, 

So  hit  wore  an  hungry  wolf, 

Whan  he  comuth  amonges  schep, 

With  toth  and  clawes  bygynnyth  to  frete. 
Aehnlich  das.  v.    2417  ff.;   v.    3271. 

105 1  Vgl.  Sir  Degr.  v.  900: 

I  lete  for  no  dred. 
Skelton,   The  bowge  of  Courte  v.  90: 

I  auyse  you  to  speke,   for  ony  drede 
und  Dyce's  note  dazu,  II  p.    106  f. 

Noch  genauer  zu  unserer  stelle  stimmt  Sir  Fer.   v.    1787  : 

For  drede  of  him  ne  his  maygny  nel  ich  spare  no^t. 
Vgl.   auch  das.   v.    2396: 

Stel  me  pe  gurdel,   gode  Manbyn,   ne  spare  bov  for  no  fere ! 

1052  Eine  leicht  sichtbare  wunde. 
1056  Vgl.   Sir  Degree  v.   777  f.: 

The  smote  together  hard  in  soothe, 
That  Sir  Degrees  horsse  backe  brake  in  2. 
Das  v.   849  f.:  1 

They  smote  together  soe  hard  in  soothe, 
That  their  horsses  bacckes  brake  bothe. 

1065  Saunfayl  ziehe  ich  hier  zum  folgenden. 

1070  f.  Vgl.  Eger  and  Grine  v.    1042  f.: 

A  quarter  of  his  sheeled  away  his  gone ; 

The  other  he  claue  in  tow, 

That  it  feil  into  the  feyld  soe  far  him  froe. 

1090  Man  beachte  die  von  Mätzner  zu  diesem  ausdruck  gegebenen  parallelstellen. 

Vgl.   Sir  Perc.   v.    1935   f.: 

To  do  that  lady  no  lothe, 
That  pendid  to  vilany. 
Sir  Degr.  v.    1301  : 

7,et  she  spekys  a  word  of  pride. 
Kyng  Alis.   v.   2093  : 

There  was  mony  word  of  pruyde, 

1092  Zum  gebrauch  von  side  hier  und  v.   2247  vgl.  Zielke  a.   a.   o.   p.    18. 

1093  Zum  ausdrucke  vgl.  Bödd.  Pol.  1.   VI  v.   25   ff.: 

Sire  Edward,   oure  kyng,   bat  ful  ys  of  piete, 
Pe  Waleis  quarters  sende  to  his  oune  contre, 
On  four  half  to  honge,   huere  myrour  to  be, 
Per  opon  to  penche,   bat  monie  myhten  se 
Ant  drede. 
1094  f.  Eine  ungenaue  construction,   statt :  Wenn  noch  mehr  von  euch  hieher  reiten 

wollen,  so  sollen  sie  so  zugerichtet  zu  erden,   ist  gesagt :  Mehrere  welche  h.   r.  w., 
so  sollt  ihr  so  z.  w. 

Eine  ganz  ähnliche  Situation  findet  sich  bei  La^.   v.    27879  ff.,   wo  es  sich 
um  den  tod  des  Königs  Luces  handelt.     Dort  heisst  es  von  Arthur : 

And  grette  Rom-weren  alle 
Mit  grseten  ane  huxe, 
And  seide  bat  he  heom  sende 
Pat  gauel  of  his  londe, 
And  efte  wolde  heom  alswa 
Senden  heom  gretinge  ma; 
7,if  heo  ^irnen  wolden 
Of  Arctures  golden  etc. 


—     143     — 

Man  beachte  den  poetisch  wirkungsvollen  gegensatz:   wip  sorwe  —  wip  ioie.    1096  ff. 
Dieses  gebrauches  wird  in  den  englischen  ritterromanzen  nicht  oft  gedacht;    1101 
ich  habe  mir  wenigstens  nur  zwei  stellen  angemerkt:  Squyr  of  1.   d.  v.  239  ff.: 
There  [sc.  in  Ierus.]  must  you  drawe  your  s werde  of  were, 
To  the  sepulchre  ye  must  it  bere 
And  laye  it  on  the  stone 
Amonge  the  lordes  euerychone, 
And  offre  there  florences  fyve, 
Whyles  that  ye  are  man  on  lyve  ; 
And  offre  there  florences  thre 
In  tokenyng  of  the  trynyte. 
Sir  Ottuell  v.    334  f.  : 

Rowlande  offrede  Droundale,  his  brande, 
Boghte  it  agayne  with  golde  at  hande. 

In  frz.  texten  begegnen  wir  dieser  sitte  häufig. 

Vgl.  Engl.   st.  IV  p.   502,    meine    bemerkung  zu  Wülcker's  Leseb.  II,    19,    1111 
40;   namentl.   auch  Martin  zu  Kudr.   543,   4. 

Die  Verbindung  von  comep  mit  dem  blossen  dativ  him  statt  to  him  ist  auf-  1115 
fällig  und  ich  weiss  keine  parallelstelle  dafür  beizubringen.     Ueber  wide  whare 
vgl.   Zup.   zu  Guy  v.   8222. 

Vgl.   Sir  Perc.   v.    1062  ff.  :  n  23 

The  kyng  to  carebedd  es  gane, 
For  mournynge  es  his  mäste  mane, 
He  syghes  fülle  sore. 

Das  wort  carebed  fehlt  bei  Mätz.  und  Stratm. 

Sie  hatten  gethan,  was  sie  vermochten,    nicht  was  er  wünschte.     Für  he  ist  1 1 3  2 
also  wol  pai  einzusetzen. 

Das    kann    dem    Wortlaute    nach    zweierlei   heissen,    entweder:    Bringe   ein  1147 
schiff  zu  mir,   oder  Zu  einem   schiffe   bringe   mich.     Die  letztere  Übertragung  ist 
natürlich  inhaltlich  die  allein  richtige. 

Vgl.  Sevyn  Sages  v.   1233:  1149 

Gold  and  silver  to  wille  he  wan. 

Scott    übersetzt    glossar    s.  v.  son,    dies    wort  mit    to    send.     Aber  weder  0   11 50 
statt  e  noch  das  fehlen  des  d  ist  zu  erklären.     Es   ist   einfach  send   dafür  ein- 
zusetzen. 

Zu  dieser  rhetorischen  frage  vgl.   o.   zu  v.   265.  iJ54 

Ueber    die    auslassung   vo    he   vgl.  Zup.    zu  Guy    v.   10.     Nach   einem    ge-  1157 
nitiv  dürfte  dieselbe  indessen  doch  selten  sein. 

Vgl.  v.    1301  :  1162 

A  winde  to  wil  hem  blewe. 

=  v.    1698.      Vgl.  Mätzner,   Sprachpr.  I  p.   165,  note  zu  v.    115. 

Während  v.  1698  to  wil  einen  guten  sinn  gibt,  scheint  es  hier  nur  formel- 
haft gesetzt  zu  sein,  denn  Tristrem  wollte  ja  eben  garnicht  nach  Irland.  Vgl. 
auch  die  note  zu  v.    1163. 

Der  sinn  von  per  him  was  boun  ist  nicht  klar:    wo  für  ihn  bereit  war  sc.    1163 
die   heilung,   oder   wohin  er  gestrebt  hatte?     Gegen   die  letztere  deutung  spricht 
namentlich  v.    1182 

Vgl.   v.    1393:  1165 

Deuelin  hat  be  toun. 

Vgl.  über  diesen  namen  W.  Hertz,  note  zu  Tristan  und  Isolde,  p.   581. 

Für  stive  gibt  Stratm.3  p.   534^  unter  anführung  dieser  stelle  und  Will,  of  n 69 

Pal.   v.   3033  nur  die  bedeutung  stiffen  an;   dieselbe  ist  auf  die  zweite  stelle 

Pe  hote  sunne  hadde  so  hard  be  hides  stiued 
=  Die   heisse  sonne    hatte   die    häute  so  hart  gesteift  etc.   wol  anwendbar ;  hier 
kann  ich  derselben  keinen  sinn  abgewinnen.     Die    von    Scott  im    glossar    s.  v. 
gegebene    bedeutung  :    to   stave   or  push  with  poles   ist  wol  nur  für  diese  stelle 


—     144     — 

gerathen.     Nun  heisst  ne.  stive,   stopfen,  einpfropfen,  was    wenigstens    einiger- 
massen  passt.     Auffallend  ist  freilich  der  plur.   botes. 
1 1 75  Heisst  vnsounde  hier:   als  einen  kranken,  oder  ist  es  adverbiell  als:   elend, 

schmerzlich  zu  fassen,   wie  Maxim,  ed.  Varnh.  (Anglia  III  p.   280)  v.    144?    Das 
fehlen    des    artikels    in    diesem    gedichte  zwingt  uns  zu  der  letzteren  auffassung 
noch  nicht,   wol  aber  die  parallelstelle  v.    3342,   wo  keine  andre  zulässig  ist. 
1196  f.  Vgl.   Sir  Gaw.  v.   2383  f.: 

Of  trecherye  and  vn-trawpe  bope    bityde  sor^e 
And  care. 

11 98  f.  Vgl.   Lonelich's  Hist.   of  the  h.  grail  Ch.  LH.     Die    Situation    ist    ähnlich. 

Auch  dort  handelt  es  sich  um  die  vergiftete  wunde  eines  ritters,  namens  Piers, 
der  in  einem  fahrzeuge  allein  an  ein  fremdes  ufer  angetrieben  wird.  Auch 
dort  nimmt  eine  prinzessin  sich  seiner  an  und  äussert  sich  zu  ihren  hofdamen 
über  ihn  so   (v.    131  ff.)  : 

For  a  worthy  knyht  hath  he  be, 

As  me  semeth  be  his  degre, 

And  ^if  in  helthe  that  he  were, 

A  semeliere  persone  nowher  nere. 

1202  Zupitza    bemerkt   Anz.   f.  d.   a.  VI   p.   27:    »Der    erste    theil    von    lossum, 

lossom,  lussum  ist  nicht  loue,  sondern  lust.  Vgl.  mhd.  lussam ,  ahd.  lustsam, 
got.  lustusams,  alts.  lustsam.  Ettmüller  182  belegt  ae.  lustsumlic.«  Er  hätte 
noch  das  altnorw.  lystisamligr  (Stjörn)  beifügen  können.  Da  aber  auch  ae. 
lufsum,  me.  louesom,  luffsum  genügend  belegt  sind,  so  kann  der  erste  theil 
von  lussum,  lossum  ebenso  gut  auf  love  als  auf  lust  zurückgeführt  werden.  — 
Was  under  line  betrifft,  so  vgl.  Mätzner's  anm.  zu  V  gaudia  v.  49  ;  Furnivall 
zu  Eger  and  Grine  v.  251  ;  Varnhagen  zu  Max.  v.  149,  Anglia  III  p.  284, 
Martin  zu  Kudr.  480,  1  ;  bezüglich  dieses  ausdrucks,  bei  männern  angewendet, 
füge  ich  einige  weitere  nicht  uninteressante  belege  bei ;  schon  in  ae.  zeit  findet 
sich  degl.,  Beöw.   v.   340  fr.: 

Him  pä  ellen-rof  andswarode, 

Wlanc  Wedera  leöd,   word  äfter  spräc, 

Heard  under  helme  : 

Vgl.  ferner  Sir  Egl.  v.   158  ff.  : 

Syr,  ye  are  a  nobylle  knyght 

And  comyn  of  gentylle  blöde, 

And  ever  trewly  undur  the  schylde. 

Le  bone  Flor.   v.   26  f.  : 

Syr  Otes  the  grawnt  hyght  that  gome, 
That  wyght  was  undur  schylde. 

Robson  p.   57  : 

bold  vndur  banere. 

Wenn  Chaucer,   Sir  Thopas  v.   76fr.   sagt: 

Me  dremed  al  this  night,   parde, 

An  elf-queen  schal  my  lemman  be, 

And  slepe  under  my   göre, 
so  spielt  er  mit  diesem  wol  einzig  dastehenden  ausdrucke  vielleicht  an  auf  ty- 
pisch gewordene  redensarten  wie  godlich  under  göre.    Auf  engliche  leser  musste 
die    so    ins    grob    sinnliche    herabgezogene   wendung    ausserordentlich   komisch 
wirken. 
1204  Vgl.  The  Seven  Sages   (Hall.)  v.    1150  f.  : 

Tho  hadde  he  slane  hys  cosyne, 

That  couthe  wel  of  medecyne. 
diese    stelle  spricht   dafür,    dass  auch  im  vorliegenden  verse  of  med.  nicht 
von   mest   abhängig  ist,    sondern   von  coupe.     Diese  construction  ist  auch  sonst 
nachweisbar,   vgl.  The  Seven  Sages  (Hall.)  v.  93  f.  : 

Sire,   I  have  servyd  the  z,are, 

Sythen  I  couthe  first  of  lare. 


—     145     — 

Guy  of  Warw.  v.   1260. 

Of  all  wowndys,  for  sope,  he  knewe. 
Das.  v.  9161  f. : 

And  Gye  hym  grett  hendelye, 
As  a  man,  that  cowde  of  curtesye. 
Koch  II2  §  118  ff.  werden  diese  verbä  des  könnens  nicht  unter  denen  auf- 
geführt, welche  den  genetiv  regieren. 

Ueber   die   kenntnisse    der   frauen    in  der  heilkunst  vgl.   Schultz  a.   a.   o.   I 
p.  157  ff.  ;  Lichtenstein,  Anz.  f.  d.  a.  VII  p.  105 ;  Kölbing,  Germ.  XX  p.  234. 

tables    und    ches   sind    gewöhnlich    zwei    verschiedene    spiele;    vgl.    Ayenb.   1227 
p.  52  (M.): 

Me  deb  manye  kueades  ate  ches  ober  ate  tables, 
Guy  of  Warw.  v.   3039  ff. : 

Go  we  now  to  chaumbur  same 
On  some  maner  to  make  vs   game, 
To  the  chesses  or  to  ihe  tabels 
Belege     für     die     Unterscheidung    von    esches    und    tables    bietet    Mätzner, 
Sprachpr.   I  p.   245,   note  zu  v.  2096;   ferner    Schultz  a.  a.  o.  I  p    4 1 3 3J .     Hier 
sind  darunter  wol  das  damenbrett  und  die  Schachfiguren  zu  verstehen. 

Ein    durch    den    englischen    dichter   hier    eingetragner   schwur,    der  ihm  ja   1228 
nahe  genug  lag. 

Swiche  natürlich  auf  Tristrein  zu  beziehen.  1229 

Zum  sinne  vgl    Sir  Isumbr.  v.  491  ff.:  1244fr. 

And  of  his  paynnes  sare  gunne  thame  rewe, 
llke  a  daye  thay  made  salves  newe 
And  laid  thame  tille  his  wondes. 
Thay  gafe  hym  metis  and  drynkis  lythe 
And  helid  the  knyghte  wondir  swythe 
And   within  a  lyttille  stownde. 

Vgl.   Bödd.   W.   L.  V  v.   37  IT.  :  1258 

Heo  hap  a  mury  mouht  to  mele, 
Win  lefly  rede  lippes  lele, 
Romaunz  forte  rede. 

Iwayne  v.   3087  ff.  : 

A  lady  sat  with  tham  in  fere, 
The  mayden  red,  as  thai  myght  her, 
A  real  romance  in  that  place, 
Bot  i  ne  wote  of  wham  it  was. 

Eger  and  Grine  v.   627  ff.: 

Into  a  window  Sir  Egar  yeede, 
Bookes  of  Romans  for  to  reede, 
That  all  the  court  might  him  heare. 

Scott  p.  406  theilt  mit:  When  Robert  the  Bruce  ferried  his  few  faithful 
followers  over  Loch-Lomond,  in  a  boat,  which  held  but  three  men  at  a  time, 
he  amused  them  by  reading  the  famous  romance  of  Fierabras;  Barbour, 
Book  III : 

The  king  the  quhiles  meryly 

Red  to  thaim,   that  war  hym  by, 

Romanys  of  worthi  Ferambrace. 

Am  genauesten  zur  vorliegenden  stelle  stimmt  Hörn  Childe  XXIV,    10  ff.  : 
Harpe  and  romaunce  he  radde  ari^t, 
Of  al  gle  he  hadde  insii;t, 
rat  in  lond   wäre. 
Die  zusammenfügung    von    harpe   und   romaunce  mit  dem  verbum  reden  ist 
allerdings  auffällig. 

Die  drei  letzten  belegstellen  sind  besonders  darum  interessant,  weil  hier 
ein  mann  romanzen  vorliest ;   sonst  pfiVgten  dies  —   in  früherer  zeit  wenigstens 

Kölbing,  Sir  Tristrem.  jq 


—     146     — 

—  blos  die  frauen  zu  thun,   da  sie  in  der  regel    allein  des  lesens  mächtig  wa- 
ren.   Belege  aus  altfrz.   und  mhd.  dichtem  bringt  Schultz  bei,   a.  a.  o.  I  p.  124. 
1261  Der   ausdruck  pointes    scheint    sich    nach  v.   1265   auf  das  Schachspiel  und 

die   dabei    anzuwendenden   kniffe    zu    beziehen.     Parallelstellen   für   diesen  ge- 
brauch des  wortes  wären  erwünscht. 

1266  Mätzner,  Sprachpr.  I  p.  247,  note  zu  v.  2188,  weist  darauf  hin,  dass  die 
bestimmung  of  pris  in  der  regel  nur  zu  gattungsnamen,  selten,  wie  hier,  direkt 
zu  eigennamen  gefügt  wird. 

1267  Vgl.  v.    1563  : 

Ysonde  bri^t  of  hewe 
=   1651   und   1704. 

Le  bone   Flor.   v.    1263  : 

He  tolde  Florence,  bryght  of  hewe, 
Merline  v.    1354 : 

And  for  shee  is  fayre  and  bright  of  hew, 
Guy  of  Warw.  v.   121: 

Goode  he  was  and  bry^t  of  hewe. 
Das.  v.  4009  : 

Sehe  ys  feyre  and  bryght  of  hewe. 
Vgl.  Melayne  v.   783;  Sir  Ottuell  v.  414. 

1268  Ueber  fow  and  griis  vgl.  u.  a.  Schultz  a  a.  o.  I  p.  271;  Seiler,  Cultur- 
historisches  aus  dem  Ruodlieb  p.    18,  note  1  ;  Mätzner  Wtb.  II  p.  66. 

1269  Scharlach  wurde  vielfach  zur  gewandung  der  damen  verwendet;  besonders 
wol  für  den  mantel.  Dass  der  Stoff  den  namen  führt  ohne  dass  die  färbe 
massgebend  ist,  bemerkt  Schultz  a.  a.  o.  I  p.  269  f.  Vgl.  Eger  and  Grine 
v.   369: 

A  scarlett  mantle  hath  shee  tane. 
Das.  v.   215  : 

Shee  was  cladd  in  scarlett  redd, 

=  v.   793- 
1271  pat  men  knewe  bezieht  sich  nicht  auf  non,  sondern  auf  craft;   in  geschick- 

lichkeiten,  von  denen  die  leute  [überhaupt]  wussten;  vgl.  Sir  Perc.  v.  251  f .  : 
With  alle  the  crafte  that  I  kanne 
Reghte  so  schalle  I  pray. 
1273  f.  von   dem   alle  Unterhaltungen  entsprangen,  auf  dem  gründe,    d.  h.   der  alle 

geselligen  fertigkeiten  von  grund  aus  verstand. 
1281  f.  Vgl.   Sir  Isumbr.   v.   564  f.  : 

The  riche  qwene  in  haulle  was  sett, 
Knyghttes  hir  serves  to  handes  and  fete, 
Sir  Amad.   v.  626  f.  : 

He  commandyd  his  men,   y  vnderstonde, 
For  to  serve  hym  at  fote  and  honde. 
Vgl.  auch  Ass.  v.   68.     Etwas  anders  Guy  of  Warw.   v.   4133  f.: 
I  schall  geue  the  golde   sehynande 
And  serue  from  fote  to   hande. 
1290  f.  Wer  einen   unbekannten  pflegt,    [der  hat  stets  undank  davon,  denn]  jener 

strebt  stets  wieder  danach,  weg  zu  ziehen. 
1297  Vgl.  Li  bone  Flor.  v.    1700  ff.  : 

And  than  he  lefte  hur  thare 
And  betaght  hur  god  and  gode  day, 
And  bad  hur  wende  on  hur  way, 
Ipom.  v.  567  f.  : 

They  toke  leve  and  wente  her  way 
And  bytaught  the  lady  gode  day. 
Guy  of  Warw.   v.   2754  f.  : 

Gye  his  hande  on  hym  layde 
And  betaght  hym  gode  day. 
god  day  steht  hier  etwa  für  günstiges  Schicksal. 


—     147     — 

Vgl.   Sir  Isumbr.   v.    352  f.  :  1299 

Thay  drewe  up  sayle  of  ryche  hewe, 
The  wynde  thame  sonne  owte  of  havene  blewe 
V.   352    kehrt    wieder   in    The   Emp.   Oct.  v.  481.      Vgl.   ferner  Chaucer's 
Legende  of  g.   w.,   Cleop.  v.   75  : 

Fleeth  ek  the  queene  with  al  hir  purpre  sayle. 
Scott  z.   d.  st.    vergleicht    Berner's    Froissart,    Vol.   II,   fol.   LXI.    The    lords   of 
France,   when  about  to  invade  England 

»made  baners,  penons,  standerdes  of  sylke,  so  goodlye,   that  it  was 

marvayle    to    beholde    them :     also    they    paynted    the    mastes    of    theyr 

shippes   fro    the  one  end  to  te  other,  glytering  with  golde,  and  devyses 

and   armes :    and   specially    it   was   shewed    me,    that    the   Lord    Guy  of 

Tremoyle  garnyshed  his  shippe  rychely ;    the    paintyngs  that  were  made 

cost  more  than  two  thousande  frankes.« 

Freilich  ist  dort  nicht  direkt  von  bunten  segeln  die  rede ;    über  diese  sitte 

specieil    vgl.    meine    note    zu    I   p.   27,    20  ff.;     ferner    Weinhold,    Altn.    leben 

p.   129;    Martin    zu    Kudr.  488,   3.      Sonst    erkennt   man   auch    bes.    vornehme 

schiffe  daran,   dass  die  segel  aus  seide  gefertigt  sind  ;  vgl.  La^.   v.   4549. 

Jetzt   kann   er  wieder  seinen    eigentlichen   natnen    Tristrem    annehmen,    im  1303 
gegensatz  zu  v.    11 87  f. 

cuntre    ist   subject,    schip    object ;    cuntre   ist    hier,    v.    1407    und   2368  ge-   1305 
braucht    in    dem    sinne   wie    sonst   countraiman ,    eine    bedeutung ,    die    ich  bei 
Mätzner,   Wtb.  I  p.  474  nicht  erwähnt  finde;   vgl.   Sir  Degr.   v.    1066  f.: 
All  that  contray  so  wyde 
Come  thedur  that  tyde, 
That  solas  to  sene. 
Sir  Egl.   v.    337  ff.  : 

The  contre  come  hym  abowte, 
To  see  the  hedd,  that  was  grete  and  stowte, 
Soche  a  hedd  sawe  they  never  none. 
Das.  v.   964  f.  : 

The  cuntre  herde  teile,  y  undurstonde, 
That  syr  Egyllamowre  was  come  to  londe. 
Sie  ahnten  räche,  weil  sie  ihn  allein  hatten  fahren  lassen.  1308  f. 

Dieser    satz    ist    als    frage    aufzufassen;    die    auffallende    Wortstellung    in  v.    1 319  f. 
1320    könnte  auf  den    reimzwang  zurückgeführt  werden;   aber  auch  zur  marki- 
rung  der  erstaunten  frage  ist  dieselbe  sehr  wol  geeignet. 

Deren    er  sich  wenig  versehen  mochte,    d.  h.  er  hatte  alles  andere  eher  er-  1322 
wartet  als  diese  antwort. 

beld  of  kennt    Mätz.    Wtb.    I    p.    167 b    nur    in    dem    sinne    überzeugt  von.    1323 
Hier    muss    gemeint   sein :    Sie   war   tüchtig  für   ihn   in  bezug  auf  die  heilung, 
d.   h.   Sie  hatte  durch  ihre  geschicklichkeit  seine  heilung  bewirkt. 

AI  newe  gehört  zu  haß  teld:  er  erzählte  etwas  ganz  neues  von   Ys.  etc.  1 3  29 

Vgl.   Hörn  Childe   XXXI,   8:  1330 

l*e  maiden  was  briijt  and  schene, 
Diese  verse    bieten    inhaltlich    die    grössten   Schwierigkeiten;    vgl.    darüber   1332fr. 
Heinzel  a.   a.   o.   p.    389  und  430;  meine  erörterungen  I  p.  LIX  f.     Ich  werde 
im  folgenden  versuchen,    das   verständniss  dieser  verse  wenigstens  um  ein  paar 
schritte    zu    fördern.      Dass    v.    1333 — 5    eine    reminiscenz    sei  an  die  stelle  des 
frz.    gedichtes,   welche  entsprach  G.   v.    8390  ff.  : 
Sin  ceheim  der  gewsere 
Der  sprach  :    Neve  Tristan, 
Swic,  ich  enkume  hie  niemer  an  : 
I'ne  ger  niht  erben  niuwan  din. 
habe  ich  a    a.  o.   schon  vermuthet;   dass  diese  äusserung  Marke's  nicht  in  dem 
Zusammenhang    hier    steht,    in    den    sie    hinein  gehörte,   liegt  ja  auf  der  hand ; 
denn  Markes  forderung,   Tristrem  solle  ihm  das  mädchen   bringen,   involvirt  ja 
gerade    die    möglichkeit ,    dass    der   könig    durch    Isonde    einen  direkten  thron- 
erben    gewinnen    kann,    und    gerade    darauf   läuft  ja  auch  der  rath  der  barone 

:o' 


—     148     — 

hinaus.    Aber  auch  die  idee,  dass  Marke  sich  selbst  für  Isonde  interessirt,  weil , 
Trist,  so  viel  gutes  von  ihr  berichtet  hat,  findet  sich,   was  ich  früher  übersehen 
hatte,   in  G.   v.   8509  ff. : 

Des  antwurt'  in  do  Marke : 

Tristan  der  hat  mich  starke 

In  gedanke  durch  si  bräht : 

Ich  hän  vil  durch  si  gedäht, 

Als  er  si  lobete  wider  mich. 

Von  den  gedanken  bin  ouch  ich 

Von  den  andern  allen 

So  sere  an  si  gevallen, 

Sine  müge  mir  danne  werden, 

Sone  wirt  üf  dirre  erden 

Niemer  deheiniu  min   wip, 

Sem  mir  got  und  min  selbes  lip. 
Wenn  meine  vermuthung  richtig  ist,  dass  der  englische  dichter  bei  ab- 
fassung  von  v.  1336 — 42  an  diese  stelle  des  frz.  gedichtes  gedacht  hat,  so 
muss  freilich  im  gegensatz  zu  meiner  früheren  annähme  his ,  v.  1338,  auf 
Marke  bezogen  werden  :  er  schwärmt  unaufhörlich  von  Ysonde  und  wiederholt 
das  von  Tristrem  ihr  gespendete  lob,  z.  th.  in  denselben  worten,  vgl. 
v.    1331:  v.   1342: 

Of  loue  was  non  so  trewe.  Of  loue  was  non  so  wise. 

Zu  v.   1342  vgl.  Hörn  Childe  LXXXVIII,  9: 

Of  trewe  love  Hörn  was  wiis. 
1347  Dass   ride  hier   nicht  =  reiten  sein   kann,  lehrt  der  Zusammenhang.     Nun 

findet  sich  eine  ganz  ähnliche  stelle  Sir  Gaw.  v.    362  ff. : 

Ryche  to-geder  con  roun, 

And  sypen  pay  redden  alle  same, 

To  ryd  pe  kyng  wyth  croun 

And  gif  Gawan  pe  game. 
ryd  übersetzt  Skeat  durch  release,  und  leitet  es  von  ae.  riddan  ab  :  sie  riethen, 
den  könig  zu  befreien  sc.  von  der  gegen  den  grünen  ritler  übernommenen  Ver- 
pflichtung. Aehnlich  hier :  sie  riethen  den  könig  zu  befreien  sc.  von  der  Ver- 
pflichtung, die  er  Tristrem  gegenüber  durch  das  versprechen  der  erbfolge  über- 
nommen hatte,  indem  sie  eine  gemahlin  für  ihn  aussuchten.  Dann  muss  frei- 
lich wol  rid  oder  ridde  gelesen  werden.  Dass  lange  vokale  mit  kurzen  reimen, 
ist  in  diesem  gedichte  ja  aber  nicht  ungewöhnlich. 
54  ff-  Dass  die  worte :   A  brid  bri^t  as  blöd  opon  snoweing  nur  eine  Umschreibung 

für  die  schöne  Ysonde  sind,  habe  ich  schon  a.  a.  o.  vermuihet  und  bleibe  bei 
dieser  erklärung,  Heinzel  gegenüber,  der  hierin  ein  neues  mo  iv  sieht,  auch 
jetzt  noch  stehen.  Die  barone  schildern  dem  könig  Ysondens  reize,  vgl. 
v.  1356:  A  maiden  of  swiche  reles.  Dass  im  gedichte  die  direkte  rede  erst 
mit  diesem  verse  beginnt,  ist  natürlich  kein  gegenbeweis.  Aber  wie  ist  dann 
die  rede  Tristrem's,  v.  1358 — 64  zu  verstehen?  Dass  von  e.nem  mädchen,  so 
strahlend  wie  blut  auf  schnee,  Tristrem  nicht  sagen  kann,  es  existire  garnicht, 
lehrt  schon  die  a.  a.  o.  citirte  parallelstclle  aus  Sir  Beves,  welche  zeigt,  dass 
dieser  ausdruck  bei  der  Schilderung  weiblicher  Schönheit  nicht  ungewöhnlich 
ist.  So  bleiben  meines  erachtens  zur  erklärung  dieses  passus  nur  zwei  wege 
übrig.  Vielleicht  will  der  dichter  sagen  :  Es  beruht  auf  einer  täuschung,  wenn 
man  etwas  verlangen  will,  was  der  entgegenstehenden  hindernisse  wegen  un- 
möglich geleistet  werden  kann ;  Tristrem  meint  dann  die  ihm  aufgetragene 
Werbung  um  Ysonde,  die  er  nicht  ohne  lebensgefahr  ausführen  kann,  da  er 
ihren  oheim  erschlagen  hat.  —  Freilich  muss  man  sagen,  dass  dieser  gedanke 
höchst  sonderbar  ausgedrückt  wäre.  Es  ist  mir  also  wahrscheinlicher,  dass  der 
dichter  hier  auf  etwas  anderes  hindeutet,  was  er  an  dieser  stelle  in  seiner  vor- 
läge gelesen ,  aber  nur  dunkel  im  gedächtniss  behalten  hat.  G.  v.  8605  ff. 
erwähnt  und  bekämpft  an  dieser  stelle  die  bekannte  schwalbensage.  Da  nun 
diese  art  polemik,  wie  ich  1  p.  CXLIV  gezeigt  habe,  ganz  im  sinne  des  frz. 
dichters    ausgeführt   ist,    so    hat    G    dieselbe    höchst    wahrscheinlich  bereits  aus 


—     149     — 

seiner   vorläge    herüber   genommen,    und    E.  müsste  sie  dort  auch  vorgefunden 
haben.     Könnte  demnach  nicht  etwa  G.   v.   8618  f.: 

Weiz  got,   hie  spellet  sich  der  leich, 

Hie  lispet  daz  msere. 

auf  dieselbe  quelle  zurück  gehen  wie  E.  v.    1358  f.: 

It  is  les, 
And  trowep  it  for  lesing, 

da    der  inhalt  etwa  der  gleiche  ist?     E.  v.  1360 — 2  könnte  ferner  darauf  hin- 
deuten,   dass    es    schon    undenkbar    sei,    dass    eine    schwalbe    ihr   bauzeug    aus 
fremden  lande  geholt  habe,   vgl.   G.  v.   8612  f.  : 
Geniste  ie  kein  swalwe  me 
Mit  solhem  ungemache  etc. 
E.   v.    1363  f.   endlich  könnte  sich  darauf  beziehen,   dass  eine  solche  fahrt  nach 
wäne   eine   sonderbare    idee  sei,    da  man  auf  diese  weise  die  gesuchte  schwer- 
lich finden  werde;    vgl.   G.  v.   8621  ff.     Auf  des    englischen  dichters  bekannt- 
schaft   mit    der   schwalbensage    deutet  ja ,    wie  andere  vor  mir  gesehen  haben, 
auch  v.    1366  mit  ziemlicher  Sicherheit  hin.    —  Freilich  beruht  das  meiste  des 
hier  von  mir  vorgebrachten  auf  vermuthung,   aber  ich  bezweifle,  dass  man  bei 
der  erklärung  dieser  stelle  jemals  über  vermuthungen  hinaus  kommen  wird. 

Ich  rathe,    streitet   hierüber  nicht  erst,  eine  schwalbe  hat  es  mir  ins  ohr  ge-  1365 — 
sungen,   ihr  sagt  etc. 

Weitere  belege  für  diese  adjectivverbindung  gibt  Zup.   zu  Guy  v.   70.  1377 

Zu  diesem  verse  ist  natürlich  chosen  pai  aus  v.    1376  zu    ergänzen.     Unter  1380 
grene  und  gray  werden  wir  hier  nicht  die  färben  der  segel  zu  verstehen  haben 
(vgl.  die  anm.  zu  v.   1299  f.),   sondern  verschiedenfarbige  zeuge  und  pelzwerk. 

of  pis  wise  erscheint  auffällig;   es  muss  heissen  on  pis  wise  oder  in  pis  wise ;  1385 
vgl.   Stratm.   s.  v.   wise. 

Vgl.  v.    1158  f.     Als  sie  aus   Carlioun  herausfuhren.  1389 

Unter  Fe  best  haben  wir  wol  nicht  einige    auserwählte    unter    diesen    fünf-   1395 
zehn  rittern,   die  Tristrem  begleitet  haben,  zu  verstehen,  sondern  der  ausdruck 
sagt  dasselbe,   wie  v.    1378  f. 

Diese  verse  sind  als  eingeschobener  satz    anzusehen,    als    welchen    ich   sie   1404 — 
auch  in    der    ausgäbe    gekennzeichnet    habe;    denn    die    worte :    To    schip    etc. 
(v.   1402)  leiten  den  Vordersatz  ein,  zu  dem  v.    1407  f.   als  nachsatz  gehört. 

Aus  furcht  vor  einem  drachen,  sagten  sie.   eilten  sie  nach  dem  schiffe,    die,    141 3 — 
welche  nach  dem  hafen    [zu  gehen]    bereit    waren      Nicht   bekümmerten   sie   sich 
darum,  [dass]  der  mann  im  volke,  der  ihn  zu  erschlagen  oder  einzufangen  ver- 
möge ,    Ysonde  zum  lohne  haben  soll.     In  dem  mit  what  (v.    1416)    beginnenden 
satze  ist  also  das  versprechen  des  königs  für  den  drachentödter  enthalten. 

Persönliche  bemerkung  des  dichters,    der  wieder  einmal    an   die    aufmerk-   1429  f. 
samkeit  der  zuhörer  appellirt. 

Das  beste,  welches  er  [mit  sich]  gebracht  hatte.  1432 

Dass  die  drachen  feuer  speien,  wird  häufig  erzählt;   vgl.  King  Alis  v.  547,    1440  f. 
wo  es  von  einem  drachen  ebenso  heisst ; 

The  fuyr  out  at  his  mouth  sprong. 

Vgl.  Sir  Fer.  v.  2280:  1444 

And  of  be  chambre  out  pay  paste  as  hardy  as  any  lyouns. 

Merline  v.   1836  f.: 

There  fought  Vther  and  Pendragon, 
As  they  were  woode   lyons. 

Vgl.  den  stehenden  ausdruck    bei  La^amon :    leop,    swulc  hit  a    liun   weore 
(Regel,   Anglia  I   p.   238   ff.). 

Diese  redensart  kennt  Mätzner  Wtb.  s.  v.   abide  nur  aus  dieser  stelle;  vgl.    1445 
Sir  Bev.  v.    3949  f.: 

And  ^if  we  bataile  schel  abide, 
Gret  slau^ter  worth  in  either  side. 

Hörn  Childe  LXI1I,    1 1  : 

Pis  batayl  dar  y  nou^t  abide. 


—     150     — 

Amis  and  Amil.  v.   935   f.: 

Tharf  the  neuer  haue  of  him  drede, 
Thi  bataile  to  abide. 
Vgl.  das.   v.    1287;   Libeus  Disc.    (P)   v.    11 88. 
1446  f.  Vgl.  Libius  Disc.    (P)  v.   358  ff.: 

Sir  Libyus  there  in  that  tyde 
Smote  sir  William  on  his  side 
With  a  speare  felon. 
Die  schlusszeile  ist  mit  Sir.  Tristr.  v.   1446  gleichlautend. 
1448  lieber  ähnliche  ausdrücke  vgl.  Mätz.  Spr.  I  p.  198,  zu  v.  180;  Zup.  zu  Guy  v» 

4459;   Zielke  a.  a.  o.  p.  19;   Skeat  zu  P.  PI.  C.  Pass.  XII  v.  14;   endl.   Zingerle, 
Bildliche  Verstärkung  der  negation.     Wiener  sitzungsber.   39,   414  ff. 
1451  f.  Vgl.  Sir  Bev.  v.   791   f.: 

Pe  bor  stod  stille  a^en  pe  dent, 
His  hyde  was  harde  as  eni  flent. 
Sir  Perc.  4.   2058  : 

The  clobe  was  harde  as  the  flynt. 
Zur  sache  vgl.   Sir  Egl.  v.  490  f.: 

To  splatt  the  bore  they  wente  ful  tyte, 
Ther  was  no  knyfe,  that  wolde  hym  byte, 
So  harde  of  hyde  was  hee. 
*455  Vgl.   Merline  v.    1614  f.: 

Then  will  I  teil  you  all  bydeene 
The  fightinge  of  the  dragons  keene. 
1464  fende  dragoun  ist  wol  als  compositum  anzusehen  =  teufelsdrache  (vgl.  deuil 

dragouns  v.   1451),   oder  ist  fendly  statt  fende  zu  lesen? 
1469  Vgl.   King  Alis.  v.    3247  f.: 

Tholomou  smot  Taran 
And  gaf  him  a  strok  of  mayn. 
Libius  Disc.    (P)   v.    143 1   f.: 

And  smote  a  stroake  of  maine 
Through  Mangis  horsse  swire, 
Das.   v.   1490  f.: 

And  smote  a  stroke  of  much  might 
Through  hawberke,  plate  and  maile, 
Vgl.  auch  Octov.  v.  1094  und  drink  of  mi^t  v.  1645,   drink  of  main  1562. 
1471  Vgl.  Ywaine  v.   1989  f.: 

His  shelde  bifor  his  face  he  fest 
For  the  fyr,   that  the  dragon  kest. 
Torrent.  v.    15 11   ff.: 

He  smote  fire,  that  lothely  thing, 
As  it  were  a  lightnyng, 
Uppon  that  comly  knyght. 
1476  Unter  ston  ist  der  in  die  mitte    des   Schildes   eingelegte    edelstein    zu   ver- 

stehen . 
1482  To  böte  gehört  zum  folgenden  und  hat    den    sinn:    überdies;    vgl.  Mätzner 

Wtb.  I  p.   320b. 
15c 2  Von  ihm  will  sie  nichts,   d.   h.   sie  will  ihn  gar  nicht. 

1508  Diese  frage  will  der  dichter  wol  der  königinmutter  in  den  mund  legen. 

1516  drouT,  als  präs.   von    dragen    passt   hier   in    keinem    sinne    des    vieldeutigen 

wortes.      Statt   drough   dürfte    etwa   zu   lesen   sein:    in   swouj,;    vgl.  The  Emp. 
Octav.   906  :  Clement  lai  in  swoghe. 

1520  Ueber  treacle  vgl.  Mätz.   Spr.  I  p.    150,   note  zu  v.  84  und  Skeat  zu  Piers 

PI.   C.  Pass.  II,   147;  Schultz  a.   a.  o.  I  p.   159. 
1526  he,  sc.  der  drache  durch  die  zunge. 

1530  f.  Zu  der  hinzufügung  des  artikels  zu  ri^t  und  wou%  vgl.  King  Alis.  v.  3074: 

Oure  is  the  ryght,  his  is  the  wowhe. 
Erl  of  Toi.  v.  154: 

Ye  have  the  wronge  and  he  pe  ry^t, 


—     151     — 

Guy  of  Warw.   v.   8640  : 

Then  men  may  see,  who  hath  pe  ryght. 
Ywaine  v.    3444: 

Wele  he  wist,   sho  had  the  wrang. 
Namentlich  vgl.  auch  folgende  der  unsrigen  nahe  stehende  stelle,  Amis  and 
Amil.  v.  907  f.: 

For  that  the  Steward  was  so  strong 
And  hadde  the  right  and  he  the  wrong, 
Of  that  he  opon  him  vare. 
Vgl.  auch  das.  v.  940. 

Es  ist  hier  wol  überall  ein  subst.,  wie  part,  zu  ergänzen. 
In    ähnlicher   weise    ist    side    zuweilen    ausgelassen ;    vgl.    Guy    of   Warw. 
v.    3537  ff.: 

Yf  he  falle  on  pe  warse  syde, 
As  god  graunte,  hyt  so  betyde, 
He  schall  fro  my  londe  ryde  etc. 
mit  das.  v.  2991   f.: 

There  were  many  slayne  on  bobe  partes  : 
The  warse  had  the  Lumbardes. 
Indessen  ist  die  hinzufügung  des  artikels  in  solchen  fällen  nicht  unbedingt 
nöthig  ;   vgl.  Sir  Tristr.  v.   3030  und  La^.   v.   5043  : 

Pu  hauest  woh  and  [he]  haued  riht. 
Ancren  Riwle  p.   54 l : 

du  hauest  wouh. 
Vor  pf  ist  wahrscheinlich  asked   ausgefallen,    da    sonst    das    hauptverbum   1532 
des  satzes  fehlen  würde. 

Mit  ihm,   der  [nach  seiner  behatiptung]  den  drachen  erschlagen  habe.     Es  ist  1533 
also  nach  him  ein  rel.  pron.  im  nominativ  zu  ergänzen. 

Es  ist  zweifelhaft,  ob  v.  1547  noch  zur  rede  Tristrem's  zu  rechnen  ist,  1547 
oder  zum  folgenden  satze.  G.  v.  9583  ff.  entscheidet  nichts;  S  p.  49,  13  ff.: 
en  ef  hann  vil  berjast  par  um,  jpä  vil  ek  verja  jungfrü  Isond  fyrir  hänum,  ok 
aldri  skal  hann  hennar  fd  sakir  pess  at  hann  krefr  hennar  med  falsi ,  lygum 
ok  hegöma.  spricht  für  die  erstere  annähme,  aber  es  ist  zu  erwägen,  dass  auch 
v.    1548  f.   in  erzählender  form  ein  stück  von  Tristrems  antwort  enthält. 

Zur  sache  vgl.  Havel,  v.    1650  ff.:  1550 

Deus  !   hwat  Ubbe,   qui  ne  were  he  knith? 
I  woth,   bat  he  is  swibe  with  ! 
Betere  semede  him  to  bere 
Helm  on  heued,   sheld  and  spere, 
Joanne  to  beye  and  seile  wäre. 
Alias!   bat  he  shal  per-with  fare. 
Zum  sinne  und  z.   th.  auch  zum  Wortlaute  vgl.   Ywaine  v.    1864  ff.:  1 559  ' 

Than  sho  gert  him  washe  and  bathe 
And  gaf  him  mete  and  drink  of  main, 
Til  he  had  geten  his  might  ogayn. 
Dass  nur  in  E  und  S  der  aufbewahrungsort  des  schwertstückes  genannt  ist,   1567 
habe  ich  I  p.  LXII  hervorgehoben ;  in  S  ist  es  ein  methbehälter,  in  E  ein  koffer. 
Die  letztere  auffassung  entspricht  durchaus  den  englischen  Verhältnissen ;   es  han- 
delt sich  hier  natürlich  nicht  um  einen  Marriage  Coffer,  sondern  um  einen  Je- 
wel  Coffer.     Vgl.   Our  English  Home  p.    114  ff.     Wahrscheinlich  bot    das    frz. 
original  dasselbe  wort ;     der  norwegische  Übersetzer  machte  —  charakteristisch 
genug  —  daraus  einen  methkrug. 

Zum  sinne  vgl.  Sir  Degree  v.    863   ff.:  1567  \ 

O  sir  Degree,   thou  art  right  welcome, 
For  well  I  know,  thou  art  my  sonne. 
By  that  sword  I  know  thee  heere  ; 
The  poynt  is  in  my  poteuere. 
Hee  tooke  the  poynt  and  seit  itt  tooe, 
And  they  acorded  both  tooe. 


—     152     — 

Unter  pat  trewe  ist  natürlich  das  schwert  zu  verstehen.    Merkwürdig  ist  der 
ausdruck  allerdings. 

Ueher  dathet  vgl.   Mätzner,   Sprachpr.   I  p.    180,   note  zu  v.    1918. 

Dass  im  ms.   mi  für  pi  verschrieben  ist,  hat  schon  W.  Scott  gesehen. 

Ueb erzeuge  dich  davon,   dass  es  so  ist! 

Sop  ping  gehört  zum  folgenden :    Wahrhaftig,  im  bade   hätten    sie   ihn    er- 
schlagen, wenn  sie  es  nicht  des  königs  wegen  unterlassen  hätten. 

Der  dichter  gibt  wiederholt  Ysonde  zwei  nicht  durch  and  verbundene  epi- 
theta,   und  zwar  z.  th.  dieselben;   vgl.  v.   1660: 

Swete  Ysonde,   be  fre, 


V.  2243  : 
V.  2503  : 
V.  2554: 
Vgl.  auch  v.  3214 


To  swete  Ysonde  bri^t. 

And  hende  Ysonde,   ne  swete. 

And  swete  Ysonde,   be  schene. 


Leue  Brengwain,  be  bri^t, 
Vgl.  Sir  Perc.  v.   161  : 

And  now  is  Percyvelle  the  wighte 
Slayne  in  bateile  and  in  fyghte. 
In  v.   16 16  ist  he  fond  aus  v.    1614  zu  ergänzen.     In  der  erhebung  Yson- 
dens  zu  Marke's  gemahlin  liegen  eben  die  amendes  of  al  wrong. 

Als  subject  dieses  verses  ist  Marke  zu  denken,   der  durch  seine  Vermählung 
mit  ihr  (vgl.   v.   1706)  sie  zur  königin  von  England  erhebt. 
Ueber  den  sinn  dieser  verse  vgl.  I  p.  LXXVIII. 

Die  redensart  wrong  per  ^ede  kann  ich    nur  vergleichen    mit    unserem :    es 

ist  nicht  mit  rechten  dingen  zugegangen,  also  hier :  es  sei  ungerecht  zugegangen. 

37  ff.  Zu  bringen  ins  gefängniss  den  anderen  ritter,  bittet  das  mädchen  den  könig. 

Mit  dem  anderen  ritter  kann  niemand  anderes  gemeint  sein,   wie  der  truchsesse ; 

freilich  wird  dieser  zug  in  keiner  anderen  fassung  der  sage  berichtet. 

1640  Vgl.  Le  bone  Flor.  v.  841  ff.: 

Who  schall  us  now  geve  londes  or  lythe, 
Hawkys  or  howndes  01*  stedys  stythe, 
As  he  was  wont  to  doo? 
Weitere  belege  für  diese  Verbindung  gibt  Mätzner,  Sprachpr.  I  p.  117,  note  zu 

▼•   93- 

Die  umgekehrte  reihenfolge  der  beiden  allitterirenden   worte    ist   aber   die 
gewöhnlichere.     Vgl.  Skeat  zu  P.  PI.  C.  Pass.  XII  v.  69,  das.  Pass.  XVI  v.  306 
und  Martin  zu  Kudr.   562,    1. 
>44  f.  Ihre  mutter  bemühte  sich  froh   darum,    und  nahm    einen   kräftigen    trank; 

and  tok  für  to  take. 

Um  es,  sc.   das  nun  folgende,  zu  bedenken,  vgl.  v.    1709. 
Für  er  ist  wol  her  zu  lesen ;  oder  ist  ater  =  at  her  zu  verstehen  ? 
So  ruderten  die  treuen  ritter,    so  ruderte  Tristrem;   so   oft  sie   neu   kamen, 
d.  h.  sich  einander  ablösten,   [blieb  er  allein  auf  dem  platze  und  leistete]  allein 
soviel  wie  drei  von  ihnen;    eine  grosse  anstrengung  [war  es].      Zu  v.   1658  vgl. 
Ywaine  v.    2599  f-: 

In  that  time  nothing  tint  he, 
For  his  an  strake  was  worth  thaires  thre. 
Torrent.   v.    1 260  : 

(He)  Was  better  than  suche  thre. 
Vgl.   ferner  Libius  Disc.    (P)  v.  466;   bes.  auch  v.    1231   f.: 
Then  they  gaue  stroakes  riue, 
He  one  against  them  5, 
sowie  Martin  zur  Kudr.   1382,  4. 
1665  Was  man  hier  unter  pin  zu  verstehen  hat,  erklärt  W.  Scott  in  seiner  note  z.  d. 

st.,    die  ich  vollständig   wiedergebe,   in  befriedigender  weise.     Er  sagt  p.  414: 
»The  practice  of  putting  gold  and  silver  pins  into    goblets  and  drinking   vess- 


—     153     — 

eis ,  was  intended  to  regulate  the  draught  of  each  individual  guest ,  so  that 
all  might  have  an  equal  share  of  the  beverage.  It  was  of  Anglo-Saxon  origin, 
and  is,  by  the  facetious  Grose,  supposed  to  have  given  rise  to  our  vulgär  ex- 
pression,  of  drinking  to  a  merry  pin.  William  of  Malmesbury  gives  the  honour 
of  this  invention  to  no  less  a  personage  than  St.  Dunstan  :  ,In  tantum  et  in 
frivolis  pacis  sequax ,  ut  quia  compatriotae  in  tabernis  convenientes,  jamque 
temulenti,  pro  more  bibendi  contenderet,  ipse  clavos  argenteos  vel  aureos  vasis 
affigi  jusserit;  ut,  dum  metam  suam  quisque  cognosceret,  non  plus,  subserviente 
verecundia,  vel  ipse  appeteret,  vel  alium  appetere  cogeret.'  De  Gestis  Reg. 
Ang.  lib.  2.  Giving  Dunstan  all  credit  for  his  pacific  motives,  this  measuring 
out  bumpers  to  his  drunken  countrymen  seems  a  singular  occupation  for  a  saint 
and  an  archbishop.« 

Bei  A.  Schultz  I  p.  319  ff.  und  in  Our  English  Home  p.  50  ff.  ist  darüber 
nichts  zu  finden. 

Zum  ausdruck  vgl.   Guy  of  Warw.   v.    7525  :  1682 

In  euyll  tyme  pou  hyt  thoght. 

Vgl.   King  Alis  v.    392:  1686  f. 

And  with  the  lady  plaied  a  game. 
An  beiden  stellen  ist  vom  liebesspiel  die  rede. 

Diese  zwei  verse  zeigen,    dass  die  von  mir  I   p.  LXXIV   aufgestellte   be-  1695  f 
hauptung ,    in  E  sei  von  einer  landung  nicht  die  rede,    auf  einem    irrthum  be- 
ruht;   sie  können  doch  nur  auf  ein  verweilen  am  strande,    nachdem  der  stürm 
sich  gelegt  hat,    bezogen  werden.     Daran  schliesst  sich    als   weiteres   ereigniss 
an,   dass  dann  ein  günstiger  wind  sie  nach  England  führt. 

pat  he  knewe  =  den  er  kannte,  sc.   der  könig?  Aber  es  kommt  hier  doch   1700 — 
nicht  darauf  an,   dass  der  könig  den  knappen  kennt,  der  ihm  die  nachricht  von 
Tristrem's  ankunft  bringt,   sondern  darauf,   dass  der  knappe  Tristrem  und  seine 
gefährten  erkannt  hat  und  in  folge  davon  in  der  läge  ist,   Marke  diese  freudige 
botschaft  zu  bringen ;   es  wird  also  wol  für  he,  hem  zu  lesen  sein  :  Einen  knap- 
pen,   welcher  sie  [sc.   Tr.  und  seine  genossen]  kannte,    machte  er  [sc.  der  könig] 
mit  eigner  hand  zum  ritter,  für  seine  neuen  nachrichten,  die  er  brachte.    V.  1703 
haben  wir  auslassung  des  rel.  pron.  im    acc.    anzunehmen    und    ausserdem    das 
subject  he  zu  suppliren.     Man  vgl.  zum  sinne  The  Song  of  Roland  v.  909  f.: 
Here  is  no  knave  but  I  will  make  hym  knyght, 
And  he  geue  good  strokis  and  preue  hym  wight. 
spousen  im  sinne  von  heirathen ,    sich  vermählen  mit,    wird  meines  wissens   1 704  f. 
stets    nur   vom    manne   gebraucht;    Ysonde    ist    also    als    acc.    anzusehen;    vgl. 
v.    1706. 

Es  ist  in  neuerer  zeit  wiederholt  hervorgehoben  worden,  dass  die  sitte,  dass  1706 
nur  der  bräutigam  der  braut  einen  ring  ansteckt,   älter  ist  als  der  ringwechsel ; 
vgl.  Grimm,  Rechtsalt.  p.  177;   Friedberg:  Das  recht  der  eheschliessung.  Leipzig 
1865,  p.  38;  Hofmann  :  Ueber  den  verlobungs- und  den  trauring.  Sitzungsberichte 
der  philosophisch-historischen  klasse  der  kaiserl.  akademie  der  wissensch.  Bd.  65. 
Wien   1870,   p.   860;    Weinhold:    Die  deutschen  frauen  im  mittelalter.   2.   aufl. 
Bd.  I   p.    343 ;    Seiler :    Culturhistorisches    aus    dem  Ruodlieb,    p.    10,    anm.  4. 
Dagegen  hat  A.   Schultz  a.   a.   o.   I  p.   486  diesen  unterschied    nicht    genügend 
betont ;    die  das.   note  5  beigebrachten  stellen  beziehen  sich  theils  auf  den  er- 
sten,  theils  auf  den  zweiten  fall.    Friedberg  führt  für  die  ältere  sitte,  was  Eng- 
land betrifft,   einige  stellen  aus  alten  ritualen  an,   aber  nur  eine  aus  einem  dich- 
terwerke (p.    38,   anm.   4),    Chaucer,  C.   T.   The  Clerkes  tale  v.    190  f.: 
This  marquis  hath  hir  spoused  with  a  ryng, 
Brought  for  the  same  cause, 
Es  stehen  jedoch  eine  anzahl  wesentlich  älterer    zu    geböte  ;    zunächst    na- 
türlich der  vorliegende  vers;   ferner  The  kyng  of  Tars  v.   29  f.: 
That  maide  he  wolde  clothe  in  palle 
And  spousen  hire  with  his  ryng. 
Le  Bone  Flor.   v.  889  : 

And  let  hym  wedde  yow  wyth  a  rynge. 


—     154     — 

Sicherlich  gehört  hieher  auch  King  Hörn  v.    1061   f.: 
Heo  sede  hat  heo  nolde 
Be  spused  wip  golde. 

Wissmann  bemerkt  dazu:  »Per  ausdruck  ist  dunkel.  Ob  er  sich  auf  den 
für  die  braut  gegebenen  kaufpreis  (Grimm,  Rechtsalt.  p.  420  ff.)  bezieht  und 
bedeutet,  sie  wollte  nicht  gegen  gold  vermählt  werden?  Oder  ob  der  ausdruck 
wip  golde  speciell  von  fürstlichen  Vermählungen  gebraucht  wurde?«  Meines  er- 
achtens  liegt  es  doch,  bes.  bei  vergleichung  unserer  stelle,  viel  näher,  gold  als 
mit  ring  identisch  aufzufassen,  wie  es  in  allen  germanischen  sprachen  gebraucht 
wird;  so  das  altn.  gull,  das  mhd.  golt  (vgl.  Martin  zu  Kudr.  398,  3).  Für  das 
Me.  vgl.  Sir  Tr.  v.   641  : 

Pe  huscher  he  ^af  pe  gold, 

Vgl.   endlich  The  Babees  Boke  p.   38  v.    39  f.: 

That  man  bat  schal  pe  wedde  bifor  god  wip  a  ryng, 
Loue  him  and  honoure  moost  of  espeli  ping. 

Daneben  finden  sich  freilich  auch  einzelne  belege  für  den  ringwechsel,  z.  b. 
Guy  of  Warw.  v.  3961  f.  Aber  dort  haben  wir  es  mit  einer  genauen  Über- 
setzung aus  dem  frz.  zu  thun  [ryngys  =  anels ,  vgl.  Zupitza's  note  z.  d.  st.), 
so  dass  diese  stelle  keine  beweiskraft  hat.  Dass  in  England  noch  heute  nur 
der  bräutigam  der  braut  einen  ring  gibt,  bezeugt  Friedberg  a.  a.  o.  p.  38, 
und  eine  nachfrage  meinerseits  bestätigte  die  richtigkeit  dieser  behauptung. 
Endlich  will  ich  noch  hervorheben ,  dass  die  vorhin  angeführte  stehende  eng- 
lische formel  für  die  eheschliessung  eine  direkte  Übersetzung  aus  der  entspre- 
chenden lat.  oder  frz.  fassung  zu  sein  scheint :  De  isto  annulo  te  sponso  =  N. 
de  cest  anel  te  espouse  (Friedberg  a.  a.  o.  p.  62).  Vgl.  Aye  d'Avignon  p.  62 
(citirt  bei  Schultz  a.   a.   o.)  : 

Trait  a  un  anelet.  dont  il  Tot  espousee. 

Da  bei  den  Angelsachsen  kein  ring  bei  der  eheschliessung  erwähnt  wird, 
so  liegt  der  schluss  nahe,  dass  diese  sitte  erst  durch  die  Normannen  nach  Eng- 
land verpflanzt  ist;   doch  mögen  darüber  berufenere  urtheilen. 

1709  that,  wie  sie  sich  es  überlegt  hatte,    sc.  in  erinnerung  an  das  von  der  kö- 

nigin  ihr  eingeschärfte  gebot;  vgl.  v.    1648:    To  pink. 

1711  Ueber  die  bedeutung  von  boui^t  vgl.   I  p.  LXXVI. 

171 5  f.  Ein  bekannter  euphemismus  für  die  geschlechtliche  umarmung;   vgl.  v.  2189 

und  Emare  v.   227  f.: 

With  her  he  thowghth  to  worche  his  wyll 

And  wedde  her  to  hys  wyfe. 
King  Alis  v.    1339  f.: 

That  he  dude  in  bedde  stille 

By  the  lady  al  his  wille. 
Sir  Triam.   (Hall.)  v.   188  f.: 

Y  fownde  them  togedur  verament, 

Or  they  ther  wylle  had  done. 

1720  Unter  sehe  ist  hier  offenbar  Brengwain  zu  verstehen,    in  den  beiden  näch- 

sten versen  dagegen  Ysonde. 
1722 — 4  Das  hatte  sie  nicht  nöthig,  keinerlei  ding,   Tristrem  gegenüber;   d.  h.    Ihre 

liebe  zu  Tr.  bedurfte  keinerlei  neuer  anreizungsmittel ,    sie  war  ohnehin    schon 
zu  stark. 
1726  Vgl.   Guy  of  Warw.  v.  653  f.: 

No  clerke  can  on  boke  rede, 
To  teile  pe  doghtynes  of  per  dede. 
Gregorius   (ms.   Vernon)  v.   708  f.: 

Pe  miracles  pat  pere  weore  ispronge,   po  he  fürst  to  Rome  com, 
No  clerk  may  teile  wip  tonge. 
728  —  36  Dass  in  diesen  versen  in  etwas  verworrener  weise    die    schwankenden    ge- 

müthsstimmungen  der  liebenden  geschildert  werden  sollen,  und  zwar  wol  nach 
derselben  vorläge,  die  G.  für  v.  13021  ff.  benützt  hat,  habe  ich  bereits  I 
p.  LXXII  bemerkt.     Während  es  aber  in  G  heisst,    v.   13024  ff.: 


—     155     — 

Si  wären  underwilen  fro 

Und  underwilen  ungemuot, 

Als  liebe  under  gelieben  tuot : 

Diu  prüevet  in  ir  herzen 

Die  senfte  bi  dem  smerzen, 

Bi  fröude  kumber  unde  not. 
hat  doch  der  englische  dichter  nur  die  düstere  seite  dieses  Verhältnisses  betont, 
und  zwar  allerdings  in  z.  th.  recht  räthselhafter  weise.  Nicht  ganz  leicht  ver- 
ständlich ist  schon  v.  1730  f.  Ich  übersetze:  Ihr  wähnen  war  ganz  unrichtig, 
welches  ihnen  beiden  gegenüber  misstrauisch  war ;  d.  h.  sie  waren  ohne  grund 
auf  einander  eifersüchtig.  An  eine  verderbniss  des  textes  ist  nicht  zu  denken. 
—  V.  1732  f.:  Jedes  machte  sich  trauernd  auf  den  weg,  und  sie  beschlossen  zu 
gehen,  offenbar  die  Schilderung  eines  abschiedes  nach  einem  rendez-vous.  Am 
merkwürdigsten  sind  v.  1734 — 6;  der  darin  ausgesprochene  gedanke  scheint 
erfindung  des  englischen  dichters  zu  sein :  Ysonde  lachte,  we?m  Tristrem  in  leid 
war,  absichtlich,  d.  h.  Ys.  stellt  sich  heiter,  wenn  sie  sieht,  dass  Tr.  betrübt 
ist,  damit  niemand  etwas  von  ihrem  verhältniss  ahnen  möge. 
Zu  v.    1729  vgl.   Amis  and  Amil.   v.    861  : 

Certain,  it  was  nought  so. 
Der  sinn  dieser  strophe  ist  der  gedankengang  Ysondens  :  Ich  habe  grund  1739 — 4 
mich  zu  erzürnen,  denn  sie  [gab  unserer  bitte  nach  und]  lag  zuerst  beim  könig, 
[nicht  aus  anhänglichkeit  an  mich ,  sondern]  weil  ich  ihr  dafür  gold  und  kost- 
bare gewänder  versprochen  hatte;  [wenn  sie  uns  an  den  könig  verräth,]  so  wer- 
den wir  beide  für  unser  liebesverhältniss  in  schände  gebracht;  besser  ist  es  also, 
dass  wir  sie  in  aller  stille  ums  leben  bringen ,  dann  haben  wir  nicht  mehr  zu 
fürchten,   dass  die  erfüllung  unserer  wünsche  gehindert  wird. 

dernly  gehört  zu  say.  1772  f. 

Auf  die  tadellose  reinheit  des  hemdes  der  braut  musste    um    so    mehr    ge-   1776  ff, 
wicht  gelegt  werden,   als  nach  mittelalterlicher  sitte  dies  das  einzige  kleidungs- 
stück  ist,    in  welchem  sie  zum  brautbett  geleitet  wird;    vgl.   Schultz  a.   a.   o.  I 
p.   494,   bes.   U.   v.   d.   Türl.   Wilh.   d.  H.   p.   148  : 

Do  man  si  an  daz  bette  trug, 

Die  kuningin  wart  gepriset  gnug 

In  eyn  hemde  als  ich  vor  sprach. 
Freilich  wird  ihr  auch  dies  blos  angelegt,    damit  der  bräutigam    sie    desselben 
berauben  kann,  vgl.   Schulz  a.   a.   o.  p.   496. 

Sehr  auffallend  erscheint  der  plötzliche  Übergang  aus  der  rede  der  knechte   1 790 
in  die  der  Brengwain  v.  1790  =  1779;   doch  aber  würde  ich  bedenken  tragen, 
deshalb  den  vers  zu  ändern,  vgl.   Hend.   v.   218  ff.: 
Moni  mon  seip,   were  he  ryche, 
Ne  shulde  non  be  me  ylyche, 
To  be  god  and  fre. 
Vielleicht  ist  sogar  auch  im   vorhergehenden    verse    die    ursprüngliche    lesart  y 
(vgl.   die  kritische  note  z.   d.   st.)   zu  restituiren.   —  Vgl.    auch  Lüdtke    zu  The 
Erl  of  Toi.   v.   307  f. 

Vgl.   über  diese  redensart  meine   erörterung,    Engl.  st.  IV  p.  493   f.      Wie   1797 
Zup.   in  der  note  zu  Guy  v.   4147  : 

Then  seyde  Gye  :  Traytowre,   pou  be  drawe  ! 
behaupten  kann,    drawe  sei  synonym  mit  be  hanged,    ist   mir    nicht   ganz    ein- 
leuchtend. 

Zur  ausdrucksweise  vgl.    Guy  of  Warw.   v.    3217  f.:  1806 

Now  be  they  kyssyd  and  cordyd  well 
And  all  forgeuyn  every  delle. 
Wenn  ten  Brink,    Gesch.   der   engl.    litt.  I    p.   299    diese    zeile    wiedergiebt   18 16 
durch  Ysond.  hatte  er  lange  geliebt,  so  folgt  er  der  lesart  der  älteren  Scott'schen 
ausgaben ;   die  neueste  liest  aber  schon  in  are  =  in  ehren. 

W.  Scott  führt  p.  419  eine  stelle  aus  einem  frz.  fabliau  an,   wo  es  von  einem   1818 
minstrel  heisst : 


—     156     — 

Entour  son  col  porta  soun   tabour, 
Depeint  de  or  et  riche  atour. 

Eine  illustration  für  ein  solches  an  einem  riemen  um  den  hals    getragenes 
instrument  findet  sich  in  The  Babees  Boke ,    Tab.   IX    (Reception  of  the  Min- 
strel).     Ueber    musikinstrumente    vgl.    auch    Hall. 's    note    zu    Sir    Degr.    v.    37. 
Wackerbath's  Account  of  Anglo-Saxon  Music  ist  mir  hier  leider  nicht  zugänglich. 
:  8  3  3 — 5  Wenn  ten  Brink  übersetzt:   Herr  könig,  von  freien  gaben  gewann  ich  hier- 

mit Ysond  zur  stunde,  so  glaube  ich  dagegen  mit  Mätzner,  Wtb.  II  p.  207b, 
dass  of  7}iftes  fre  von  Sir  hing  abhängig  ist:  Herr  könig,  freigebig  mit  gesc hen- 
ken, etc.  Vgl.  die  bei  Mätz.  gegebenen  parallelstellen.  Dass  v.  1826  ijiftes 
fre  anders ,  nämlich  als  reichliche  gaben  zu  verstehen  ist ,  widerlegt  diese  auf- 
fassung  keinesweges.  Bei  ten  Brink's  Übersetzung  ist  mir  auch  die  beziehung 
von  of  nicht  klar. 

1839  Und  fragte  um  rath  in  betreff  der  beiden,   d.  h.  des  irischen  ritters  und  der 

Ysonde. 

Betreffs  der  construction  vgl.  Lonelich,   Chapter  XXVII  v.    575  f.: 

And  axeden  covvnceyl  of  this  thyng, 
What  were  best  for  here  leveng. 

1846  Dieselbe  kurzzeile  Sir  Gaw.  v.   686. 

1853  f-  Ueber    diese    stelle    handelt    vom     Standpunkte    der    musikgeschichte    aus 

F.  W.  Wewertem ,  in  einem  aufsatze ,  betitelt:  Zwei  veraltete  musikinstru- 
mente (Fortsetzung);  Monatsschrift  für  musik-geschichte.  XIII.  Jahrgang.  1881. 
No.  8.  Freilich  sind  die  litterargeschichtlichen  bemerkungen  des  verf.,  welche 
im  allg.  über  das  englische  gedieht  orientiren  sollen ,  längst  antiquirt ,  die 
philologische  erklärung  ganz  laienhaft ;  da  er  wip  outen  getrennt  geschrie- 
ben und  bei  Halliwell  das  wort  outen  durch  stränge,  foreign ,  erklärt  findet 
und  ferner  liest,  dass  raught  als  adj.  cared  for  oder  necked  heissen  kann, 
so  glaubt  er  (p.  173)  hervorheben  zu  müssen,  dass  die  angelsächsische 
deutung  die  rotte  als  ein  fremdländisches  (oder  fremdartiges)  mit  einem 
halse  versehenes  instrument  darstellen  könnte.  Ehe  man  dgl.  unsinn  in  einer 
wissenschaftlichen  Zeitschrift  zum  besten  gibt ,  sollte  man  doch  einen  fach- 
mann  zu  rathe  ziehen.  Dann  wird  freilich  auch  die  einzig  richtige  erklärung 
der  stelle  vorgetragen  :  Tr.  ergreift  die  rotte  am  ringe,  aber  die  daraus  gezo- 
genen Schlüsse  haben  mich  keineswegs  überzeugt.  Der  verf.  bemerkt,  wir  hät- 
ten für  diese  ihm  die  natürlichere  scheinende  auslegung  sowol  in  der  Lex 
Angliorum  et  Werinorum  (um  800)  einen  nicht  unwichtigen  praecedenzfall,  als 
in  Gerbert's  abbildungen  der  St.  Blasiushandschrift  (De  Cantu  et  Mus.  Sacr. 
T.  II.  Tab.  XXVI,  fig.  3)  eine  bestätigende  abbildung,  welche  zusammen  Tri- 
stan's  handlung  in  lebhaft  erregter  geste,  zu  veranschaulichen  vermöchten.  »Die 
Lex  Angliorum  et  Werinorum  besagt  nämlich,  Tit.  5,  Art.  20  :  Qui  harpatorem, 
qui  cum  circulo  harpare  potest ,  in  manum  percusserit ,  componat  illum  quarta 
parte  majori  compositione  quam  alteri  ejusdem  et  conditionis  homini.  Und  wel- 
cher art  dieser  reissring  gewesen,  zeigt  uns  die  abbildung  der  obigen  St.  Bla- 
siushandschrift fol.  I,  fig.  3.  Die  vier  kleinen  ringe  oder  knöpfe  an  dem  ringe, 
welche  vielleicht  bei  verschiedenem  material  der  saiten  eine  Veränderung  des 
klanges  hervorzubringen  vermochten,  deuten  jedenfalls  auf  eine  grosse  und 
stärke  desselben  hin,  welche  ebensowol  gestattete,  das  instrument  damit  von 
der  wand  herab,  als  von  einem  tische,  rasch  an  sich  zu  ziehen.  Er  deutet  aber 
auch  auf  die  art  des  tragens  der  rotte  hin,  wie  sie  Gottfried  von  Strassburg  in 
seinem  Tristan  erwähnt;   wenn  er  v.   1 3122  f.   sagt: 

Über  sinen  rukke  fürt'  er 

Eine  roten,  diu  was  kleine, 
Es  lässt  sich  wol  vorstellen  ,  wie  Tristan  rasch  entschlossen  die  rotte  am 
ringe  ergreift  und  sich  über  den  rücken  wirft,  sie  zugleich  an  einem  knöpfe 
seines  kleides  mit  dem  ringe  anhängend ,  wie  man  ausgang  des  ma.  noch  die 
sogenannten  schultergeigen  befestigte,  die  man  wie  ein  kleines  Violoncello  vor 
dem  körper  hängend  trug  und  mittelst  einer  schlinge  am  kleide  anhängen  musste, 


—     157     — 

um  die  bände  zum  spielen  frei  zu  haben  ....  Liessen  sich  jene  beiden  er- 
sten verszeilen  wirklich  so  wiedergeben,  so  wäre  dies  alsdann  von  durchschla- 
gender bedeutung,  weil  damit  festgestellt  wäre,  dass  die  rotte  ein  Zupfinstru- 
ment gewesen  und  mithin  vom  crwth  und  psalterium  (bogen-  und  Schlaginstru- 
ment ein  für  allemal  geschieden. «  Soweit  herr  We wertem.  Ich  bemerke  von 
vornherein ,  dass  ich  der  annähme,  die  rotte  sei  ein  Zupfinstrument  gewesen, 
durchaus  beistimme,  bestreite  aber  ganz  entschieden,  dass  sich  das  aus  der 
vorliegenden  stelle  des  Sir  Tristrem  folgern  lässt.  In  dem  oben  citirten  passus 
der  Lex  Angliorum  ist  mit  keinem  worte  angedeutet,  dass  die  rolte  am  reissring 
aufgehoben  und  über  den  rücken  geworfen  werden  könnte ;  eine  solche  mani- 
pulation  dürfte  für  das  instrument  selbst  höchst  verhäng  nissvoll  werden.  Was 
aber  die  abbildung  bei  Gerbert  betrifft ,  so  ist  der  an  einem  faden  hängende 
,ring'  höchst  wahrscheinlich  überhaupt  kein  reissring,  sondern  ein  hülfsinstru- 
ment  zum  drehen  der  saitenwirbel ,  analog  den  stimmhämmern  und  schlüsseln 
zum  stimmen  der  claviere,  cithern  u.  dgl.  Aber  selbst  abgesehen  davon  ist  es 
mir  völlig  unerfindlich,  wie  es  möglich  sein  sollte,  an  einem  solchen,  an  einem 
faden  hängenden  gegenständ  eine  rotte  in  die  höhe  zu  heben.  Unter  dem 
, ringe'  an  unserer  stelle  des  Sir  Tristrem  ist  nach  alledem  jedenfalls  kein  reiss- 
ring, sondern  ein  besonderer  tragring  zu  verstehen.  Sollte  dagegen  eingewen- 
det werden .  dass  ein  solcher  sich  auf  keiner  der  auf  uns  gekommenen  alten 
abbildungen  derartiger  instrumente  nachweisen  lasse,  so  ist  zu  erwägen,  dass 
ein  so  unwichtiger  theil  auf  bildern  wol  unabsichtlich  weggelassen  zu  werden 
pflegte  ,  ferner  aber,  dass  ein  solcher  tragring  sich  doch  gewiss  meist  auf  der 
rückseite  der  instrumente  befand,  die  auf  den  bildlichen  darstellungen  natürlich 
selten  oder  nie  zur  geltung  kam. 

ten  Brink  übersetzt:   Da  folgte  Tristrem  der  spur,  wo  sie  so  heiter  sie  zum   1855 — 7 
schiffe    bringen.     Ich    weiss    nicht,  was  er  da  mit  spur  übersetzt   hat;    dagegen 
lässt  er  pe  ken  unübersetzt ;   dasselbe  epitheton  erhielt  v.    1792  Ysonde. 

Wissmann,    Anglia    IV    p.    393    vergleicht    diese    stelle    mit    King    Hörn  1860  ff. 
v.    1501  ff . : 

He  made  Rymenhilde  lay, 

And  heo  makede  wailaway. 

Rimnild  feol  yswo^e, 

Ne  was  per  non  hat  lo^e. 
Man  vgl.   dort  die  weiteren  bemerkungen  Wissmann's. 

W.  Scott  bemerkt  p.  422  f.  zu  v.    1863  f.:    »Perhaps  this  is  the  very  pas- 
sage  parodied  in  the  rhime  of  Sir  Thopas   [v.   61  f.]  : 

Sir  Thopas  fei  in  love-longinge, 

Whan  that  he  herde  the  briddes  synge, 
I  have  found  no  passage  in  the  English  romance  Coming  so  near  to  the  bur- 
lesque  of  the  ancient  bard  of  Woodstock.«  Indess  liegt  die  ähnlichkeit  zwi- 
schen beiden  stellen  doch  eigentlich  blos  in  dem  worte  love-longing,  welches 
sonst  allerdings  nicht  häufig  vorkommt.  In  Sir  Thopas  selbst  erscheint  es  noch 
ein  zweites  mal,  v.  13*-;.  In  den  romanzen  ist  es  mir  nur  noch  einmal  be- 
gegnet, allerdings  in  genau  demselben  Zusammenhang  wie  im  Sir  Thopas, 
Amis  and  Amil.   v.   535  ff.  : 

She  herd  the  foules  gret  and  smale, 

The  swete  note  of  the  nightingale 

Ful  mirily  sing  on  tre. 

Ac  hir  hert  was  so  hard  ibrought, 

On  loue-longing  was  al  hir  thought, 

No  might  hir  gamen  no  gle. 
Ausserdem    kenne    ich   dies    wort   nur   noch    aus    zwei  stellen    in   lyrischen 
liedern,  die  ich  hier  aushebe,  weil  an  beiden,  wie  in  Chaucer's  parodie,   ausser 
dem  vogelgesang  auch  der  blumenduft  erwähnt  wird;   vgl.  Bödd.  W.L.II,  1  ff.  : 

Bytuene  Mersh  and  Aueril, 

When  spray  biginnep  to  springe, 

Pe  Intel  foul  hap  hire  wyl 

On  hyre  lud  to  synge. 


—     158     — 

Ich  libbe  in  loue-longinge 
For  semlokest  of  alle  hinge  etc. 
G.   L.   VII,    i  ff.  : 

When  y  se  blosmes  springe 
Ant  here  foules  song, 
A  suete  louelongynge 
Myn  herte  pourh  out  stong  : 
AI  for  a  loue  newe, 
Pat  is  so  suete  and  trewe, 
Pat  gladien  al  mi  song  etc. 
Ob  diese  gedanken-übereinstimmung  zufällig  sein  mag?    Bennewitz  :   Chaucer's 
Sir  Thopas,  Halle   1879,    P-    3^    erwähnt    nicht    einmal  die  stelle  aus  Amis  and 
Amil.,    geschweige    denn  die  zuletzt  von  mir    citirten   lyrischen    Strophen;    aber 
es  ist  doch  an  sich  nicht  unwahrscheinlich ,    dass  Chaucer,  obwol  er  es  natür- 
lich in  erster  linie  auf  die  romanzen  abgesehen   hatte,  auch  einmal  eine  remi- 
niscenz     aus     den     ihm     gewiss     nicht    unbekannten    lyrischen    liedern    ange- 
bracht hat. 
1872  hole  und  sounde  finden  sich  öfters  verbunden,   so   v.    1892  f.  ;    vgl.   Guy  of 

Warw.  v.   968  : 

Alias,   bat  he  was  not  hole  and  sownde ! 
Vgl.   auch  Wissmann  zu  King  Hörn  v.    1365. 
1874  Der   sinn    dieses    verses   muss    doch   wol  sein:    Er  singt  eine  melodie,  die 

ich  oft  von  Tristrem  gehört  habe.     Ich   halte   das   noch  jetzt  für  eine  reminis- 
cenz   an   den    zug   in    G.  v.   13335  ff.,    dass   der   ritter   von   seinen   leuten   vor 
Tristrem's  rückkehr  gewarnt  wird. 
1876  Dieser    vers   ist    wol    unrettbar   verdorben,    keine    bedeutung   von   stounden 

passt ;  ten  Brink  übersetzt :  Venvünscht  sei  er  auf  ewig,  wenn  er  von  Tristrem 
kommt,  bemerkt  aber  dazu  :  »Dieser  satz  ist  im  original  nicht  klar.«  Diese  Ver- 
wünschung passt  eigentlich  auch  sehr  schlecht  zu  dem  anerbieten,  dass  der 
spielmann  mitreiten  solle.  Vielleicht  ist  Of  Tristrem  nur  aus  v.  1874  hrthüm- 
lich  wiederholt,  und  dafür  drei  andre  sylben  ausgefallen. 
77  ff.  An    die   stelle   eines    schönen   gewandes    als    lohn    für    den    sänger    hat  der 

englische  dichter  hundert  pfund  gesetzt  (vgl.  I  p.  LXXXIV).  Zu  der  darin 
liegenden  Übertreibung  vgl.   Ipom.   v.    2269  f.  : 

Ipomydon  gaff  in  that  stound 
To  mynstrellys  V.   C.   pound. 
ferner  The  Erle  of  Toi.  v.  271   und  wegen  der  ähnlichkeit  der  scene  überhaupt 
Kudr.   387,   1  f .  : 

Er  sprach  :  Libiu  tohter,   ze  abendes  stunt 
Wolte  er  dir  dienen,   ich  gaebe  im  tüsent  phunt. 
Das  ist  auch  sonst  eine  als  lohn  für  die  ausführung  eines  dienstes  beliebte 
summe;   vgl.  La^.   v.    17642  ff.  : 

Ich  bihate  pe  todsei 
An  hundrad  pund,   for  ic   masi, 
2^if  pu  me  iquemest, 
Pat  pou  hine  aquelle. 
Im  frz.  texte  ist  nach  Madden's  angäbe  von  £  1000  die  rede. 
1884  play   kann    hier   nur    heissen    sich   zu    ergötzen    sc.    am    gesange  des  spiel- 

manns. 
1888  Das  wort  yvere  gibt  herrn  Wewrerten    a.   a.   o.   p.    176  wieder  zu  allerhand 

wunderbaren  vermuthungen  anlass ;  bes.  soll  die  Schreibung  yuere  mit  u  statt  mit 
v  vielleicht  auf  yore  hinweisen  können,  womit  noch  heute  im  Englischen  etwas  in 
weiter  ferne  zurück  liegendes  bezeichnet  werde,  und  durch  von  alters  her,  von  ehe- 
dem, im  Deutschen  wiederzugeben  wäre,  welches  ebensowol  auf  den  werth  des 
instrumentes,  als  auf  das  siegesbewusstsein  einer  schon  oft  erprobten  zaubermacht 
bezogen  werden  könnte.  Später  erfahren  wir,  warum  ihm  die  einfache  erklä- 
rung :  rotte  von  elfenbein  nicht  einleuchten  will:  »Musikalisch  klangvoll  von 
hinreissendem  zauber  kann  man  sich  einen  tonkörper  von  elfenbein  gerade 
nicht  vorstellen.«     Herr    Wewertem    scheint    nicht    zu  wissen,    dass  man  gerade 


—     159     — 

aus  elfenbeinspänen  schon  sehr  schöne  und  klangvolle  lautenkörper  zusammen- 
gesetzt hat. 

Der  sinn  dieser  verse  ist:    Die    königin    bat   ihn,    sie   neben    sich  [auf  das   1906  f. 
ross]   sitzen   zu    lassen    und  sie  so  auf  das  schiff  zu  geleiten.     Wenn  ten  Brink 
kirn  biside  wiedergibt  durch  an  ihrer  seite, ,  so  ist  das  wol  nur  auf  einen  schreib- 
oder  druckfehler  zurückzuführen. 

ten  Brink  zieht  in  pat  nede  zum  vorigen:    Zum   grafen  sprach  er  in  jener  19 10 
noth.     Dafür  spricht  freilich  auch  die  versabtheilung ;   andrerseits  aber  befindet 
sich   nicht   sowol    Tristrem,    als   vielmehr   der   ritter  in  einer  nothlage,   so  dass 
ich  die  worte  lieber  zu  Tristrem's  rede  nehmen  möchte. 

Dass    das    paar   in    einer   hütte    übernachtet,    wird    in    den    anderen   texten   191 7 
nicht  erzählt,  doch  finden  sich  ähnliche  Situationen  mehrfach  in  den  romanzen; 
vgl.   Le  Bone  Flor.   v.    1434  ff.  : 

Up  he  hur  caste  and  forthe  they  rode, 

Hastely  wythowten  abode, 

Thys  longe  somers  day. 

They  were  nyghtyd  in  a  wode  thyck, 

A  löge  made  that  traytur  wick 

Undurnethe  a  tree. 

There  he  wolde  have  leyn  hur  by  etc. 
Libius  Disc.   v.   589  ff.  : 

Sir  Lybius  and  that  faire  may 

Rode  forth  on  the  way 

Thither  as  they  had  hight ; 

Till  itt  befell  on  the   3d  day, 

The  feil  together  in  game  and  pley, 

Hee  and  that  maiden  bright. 
They  rode  forthe  on  west 

Into  a  wyde  forrest 

And  might  come  to  noe  towne  ; 

The  ne  wist  what  way  best, 

For  there  they  must  needs  rest, 

And  there  they  light  adowne. 

Amonge  the  greene  eues 

They  made  a  lodge  with  bower  and  leaues, 

With  swords  bright  and  browne. 

Sir  Lybius  and  that  maiden  bright 

Dwelled  there  all  night, 

That  was  soe  faire  of  fashyon. 
Vgl.  auch  S.  S.  v.   2603  ff. 

Vgl.  G.E.  v.   2483  :  1921 

Ful  seuene  nigt  he  der  abiden. 

Dass   Tristrem  als  nom.   aufzufassen  ist,   ergibt  sich  aus  den  parallelstellen   1927 
in  den  anderen  Versionen  ;  vgl.  I  p.   LXXXVI. 

Mätzner  bemerkt  (Sprachpr.  I,  1,  p.  236  f.)  zu  v.  839,  die  abwandlung  1928 
des  Zeitwortes  unnen  sei  bei  unserem  Verfasser  auffallend,  während  sons!:  das 
Alteng.  dem  ags.  ind.  präs.  s.  an,  unne,  an,  pl.  unnon,  conj.  unne,  prät.  s. 
uete,  pl.  ücton  etc.,  inf.  unnen,  treu  zu  bleiben  pflege.  Hier  erscheine  nämlich 
auch  ein  inf.  an:  Mühe  gode  ^e  wold  him  an,  I,  66  (=  v.  719),  und  ein 
prät  an:  Miche  gode  he  him  an,  II,  74  (=  v.  1928).  In  der  zuerst  genannten 
stelle  habe  ich  trotz  der  ähnlichkeit  beider  an  überhaupt  nicht  von  unnen  ab- 
geleitet und  hier  ist  wol  nur  dem  reime  zuliebe  statt  der  präteritalform  das 
präsens  gesetzt.      Sicher  aus  demselben  gründe  steht  v.   2358  is  statt  was. 

Zum  inhalte  dieses  und  der  vorigen    verse    vgl.  Eger  and  Grine  v.   43  ff.  :    1929 

These  knights  Sir  Egar  and  Sir  Grine, 

They  were  fellowes  good  and  fine  : 

The  were  nothing  sib  of  blood, 


—     160    — 

But  they  were  were  sworne  bretheren  good ; 
They  keeped  a  Chamber  together  att  home, 
Better  loue  loved  there  never  none. 
W.  Scott  bemerkt  zu  dieser  stelle  p.  424  :  »The  bed-chamber  of  the  queen  was 
constructed  of  wooden  boards  or  shingles,   of  which  one  could  easily  be  remo- 
ved.«     Ueber  eine  derartige  einrichtung  der  kemenate    gibt  Schultz ,    Höfisches 
leben  I  p.   79  ff.   keinen  aufschluss;    dagegen  wird  die    richtigkeit   von   Scott's 
erklärung  bestätigt  durch  eine  wichtige  stelle  im  Havelok,    welche  der  heraus- 
geber  des  Sir  Tristrem  noch  nicht  kennen  konnte.    Ubbe  sagt  zu  dem  verwun- 
deten Havelok  und  seiner  gemahlin,   v.   2072  ff.: 

I  shal  lene  be  a  bowr, 

Pat  is  up  in  be  heye  tour, 

Til  pou  mowe  ful  wel  go, 

And  wel  ben  hol  of  al  bi  wo. 

It  ne  shal  no  ping  ben  bitwene 

ri  bour  and  min,   also  y  wene, 

But  a  fayr  firrene  wowe;1) 

Speke  y  loude  or  spek  y  lowe, 

Pou  shalt  ful  wel  heren  rae, 

And  pan  pu  wilt,   pou  shalt  me  se. 
Später  heisst  es  v.  2092  ff.: 

Aboute  be  middel  of  be  nith 

Wok  Ubbe  and  saw  a  mikel  lith 

In  be  bour  bat  Hauelok  lay, 

Also  brith  so  it  were  day. 
V.  2106  ff.: 

He  stod  and  totede  in  at  a  bord, 

Her  he  spak  anilepi  word, 

And  saw  hem  slepen  faste  ilkon  .  .  . 
Madden  und  Skeat  begnügen  sich  damit,  in  der  note  zu  v.  2076  auf  un- 
sere stelle  zu  verweisen.  Im  Glossarial  Index  s.  v.  wawe  wird  gerade  v.  2078 
nicht  erklärt.  Ausführlicher  verbreitet  sich  Wülcker,  Ae.  Lesebuch  I.  note  zu 
17,  2078  über  den  sinn  von  firrene  wowe.  Er  sagt:  »Wowe  ist  =  altags.  wag, 
wah,  mauer.  Eine  mauer,  verschlag,  aus  fichtenholz  gemacht.  Dass  hier  keine 
wirkliche  thür  gemeint  ist,  geht  daraus  hervor,  dass  Ubbe  v.  2092  aufwacht 
und,  ohne  dass  er  einen  laden  zurückschiebt  oder  eine  thüre  aufmacht,  das 
helle  licht  in  Havelok 's  zimmer  sieht.  Vgl.  auch  v.  2081.  Wir  finden  über- 
haupt in  den  bildern  aus  dem  ma.  häufig ,  dass  die  zimmer  im  inneren  des 
hauses  nur  thüröffnungen,  nicht  aber  wirklich  thüren  hatten.  Wir  müssen  also 
entweder  annehmen,  dass  wowe  nur  einen  offenen  verschlag  aus  einem  (?)  paar 
dielen  bedeutet,  der  nur  dazu  dient,  Hav.  zimmer  von  dem  Ubbe's  und  seiner 
leute  abzugrenzen,  oder  es  sind  tische  aus  fichtenholz  gemeint.  Man  pflegte 
abends  in  den  zimmern ,  die  man  als  Schlafzimmer  benutzte ,  die  tische  längs 
der  wände  zu  stellen,  um  räum  für  das  lager  zu  gewinnen.  Hier  also  konnte 
man  sie  gerade  in  den  ausgang  von  Ubbe's  gemach  bringen,  um  eine  schranke 
herzustellen.«  Dem  entsprechend  lautet  die  note  zu  v.  2106:  «bord  entweder 
bohle,  diele  des  verschlages  oder  tisch,  vgl.  anm.  zu  v.  2078.«  Wol  nur  durch 
das  wort  bord  hat  Wülcker  sich  verleiten  lassen ,  fayr  firrene  wowe  auf  tische 
von  fichtenholz  zu  deuten.  Aber  weder  das  ae.  wah  noch  das  entsprechende 
me.  wort  hat  jemals  eine  andere  bedeutung  als  wand;  denn  auch  Havel, 
v.    1963  f.: 

Hauelok  and  he  bat  bi  be  wowe 

Leye,  he  stirten  up  sone  onon, 

1)  Vgl.  zum  sinn   und  Wortlaute  Gower,    Ms.  Bodl.   294   (citirt  nach  Hall, 
p.   940)  : 

So  neigh  togidre,  as  it  was  seene, 
That  ther  was  nothing  hem  bitweene 
But  wow  to  wowe  and  wal  to  wal. 


—     161     — 

und  das.  v.   2470  f.: 

He  setten  hem  dun  bi  pe  wawe, 

Riche  and  pouere,  heye  and  lowe, 
brauchen  wir  das  wort  nicht  mit  Skeat  (Glossarial  Index  p.  152)  zu  beziehen 
auf  ,the  benches  placed  round  the  walls  in  the  great  hall,  whereon  men  slept 
at  night,  and  sat  in  Council  by  day',  sondern  übersetzen  by  pe  wawe  einfach 
durch :  an  der  wand.  Andrerseits  würde  Ubbe  sich  einer  höchst  sonderbaren 
räthselsprache  bedienen,  wenn  er  von  einer  schönen  fichtenen  wand  spräche, 
während  er  auf  einander  gestellte  tische  von  fichtenholz  meinte.  Diese  von 
Wülcker  vorgeschlagene  erklärung  wird  also  als  verfehlt  bezeichnet  wer- 
den müssen  ;  schon  ein  blick  auf  die  vorliegende  stelle  des  Sir  Tristrem ,  auf 
welche  Skeat  doch  hinweist,  und  in  der  bord  keinesfalls  tisch  bedeuten  kann, 
hätte  ihn  vor  derselben  bewahren  sollen.  Aber  auch  zu  seiner  ersten  vermu- 
thung,  dass  von  einem  offenen  verschlage,  d.  h.  von  einem  verschlage  mit  einer 
thüröffnung  die  rede  sei,  gibt  der  Wortlaut  des  textes  nicht  die  mindeste  ver- 
anlassung; ja  v.  2106:  and  tötete  in  at  a  bord,  würde  unter  dieser  Voraus- 
setzung geradezu  unverständlich  sein.  Es  handelt  sich  vielmehr  unzweifelhaft 
um  einen  aus  beviahlten  oder  sonst  irgendwie  verzierten  (fayr)  planken  herge- 
stellten verschlag;  zwischen  den  einzelnen  brettern  sind  ritze  und  spalten  ge- 
blieben ;  durch  diese  dringen  in  der  nacht  lichtstrahlen  aus  dem  zimmer  Have- 
lok's  und  erwecken  Ubbe  (v.  2092  ff.)  ;  er  steht  auf  und  guckt  hinein  bei  einem 
brette,  d.  h.  durch  eine  ritze  am  ende  eines  brettes ,  und  sieht  nun  erst  die 
beiden  liegen. 

Es  erschien  mir  räthlich,  auf  die  erklärung  dieser  stelle  genauer  einzu- 
gehen, da  dieselbe  für  die  bauart  eines  solchen  Schlafzimmers  characteristisch 
ist.  Erfreulicher  weise  steht  uns  noch  eine  einschlägige  stelle  zu  geböte,  aus 
der  beiläufig  auch  hervorgeht,  dass  dgl.  zimmer  nicht  blos  thüröffnungen,  son- 
dern regelrechte  thüren  zu  haben  pflegten;   Jos.   of  Aramathie  v.   203  ff.  : 

£enne  he  sei^;  a  newe  chaumbre-wouh,  wrou^t  al  of  bordes, 
A  dore  honginge  beron,  haspet  ful  faste, 
A  child  cominge  porw  etc. 

Dass  zu  dem  heimlichen  herausdrücken  und  wiedereinsetzen  einer  planke 
von  Ysonde's  Schlafzimmer  besondere  geschicklichkeit  gehört,  ist  durch  Sir  Tr. 
v.  1932  angedeutet.  Dass  dieser  ganze  zug  in  G  fehlt,  wurde  I  p.  LXXXVI  f. 
bemerkt;  dass  etwas  ähnliches  in  der  frz.  vorläge  schon  gestanden  hat,  be- 
weist S.  p.  64,  1  ff.  Ich  habe  jedoch  a.  a.  o.  versäumt,  darauf  hinzuweisen, 
dass  der  bericht  von  S  von  der  erzählung  in  E  etwas  abweicht;  denn  dort 
handelt  es  sich  um  ein  brett  im  gehege  des  Obstgartens,  hier  um  ein  solches 
in  der  wand  der  kemenate.  Da  uns  nur  zwei  Versionen  vorliegen,  so  muss  es 
unentschieden  bleiben,  ob  E  eine  specifisch  englische  eigenthümlichkeit  im  bau 
von  Schlafzimmern  zur  geltung  gebracht  hat  oder  ob  S  diese  fassung  vorge- 
funden, sie  aber  durch  die  Veränderung  seinen  landsleuten  verständlicher  zu 
machen  gesucht  hat.  Für  die  erstere  annähme  sprechen  nicht  nur  die  aus 
Hav.  und  Jos.  beigebrachten  parallelstellen ,  sondern  auch  einiges  was  wir 
sonst  über  die  anläge  von  Schlafzimmern  im  13.  jahrh.  wissen.  Vgl.  Our 
English  Home  p.  96:  »Even  when  bed-chambers  were  constructed,  they  were 
of  a  most  temporary  character ;  the  magnificence  displayed  in  the  baronial  hall 
was  not  upheld  in  the  more  private  apartments  of  home;  the  splendid  page- 
antry  of  the  great  Chamber  was  designed  rather  to  impress  the  world  with  the 
resources  and  power  of  the  feudal  lord,  than  for  the  gratification  of  personal 
luxury.  As  the  baron  left  the  seat  of  cloth  of  gold,  the  storied  walls,  and 
fretted  porch,  he  passed  to  an  apartment  little  superior  to  a  cow-shed.  In 
the  thirteenth  Century  the  sleeping  Chambers  attached  to  the  palaces  of  Henry  III. 
were  mere  rough  erections  of  timber,  and  separated  from  the  great  hall  by  a 
pent-house,  or  covered  passage  of  the  same  material.  On  the  marriage  of 
Elizabeth,  doughter  of  Edward  I,  boards  and  iron  was  sent  to  Harwich  to 
erect  Chambers  for  the  household  of  the  Duchess  of  Brabant  and  the  Earl  of 
Holland.« 

Kölbing,  Sir  Tristrem.  II 


—     162     — 

194°  Ich  halte  es  für  sicher,  dass  zu  schreiben  ist: 

Wib  diol,   sorwe  and  site ; 
Die   Verbindung   sorwe   and  site   ist   sehr   häufig ;    vgl.    Str. 3    p.   502  f.  ;    Hall, 
p.   746. 
1954  I  p.  XC  habe  ich  mich  durch  Heinzel  147  (p.  437)  verleiten  lassen,  kertel 

durch   gürtet  wiederzugeben;    dann    müsste    aber   gerdel  da  stehen.     Ueber  den 
sinn  von  kertel  vgl.  Skeat's  note  zu  P.  PI.  C.  Pass.VII,  v.  64 ;  Dyce's  Skelton  II 
p.  149;   Mätzner,   Sprachpr.   I  p.    190,   note  zu  v.   2371. 
1967  Diese    worte    beziehen    sich    nicht    auf   das    sagen,    sondern    auf   das    ver- 

sprechen :  wenn  du  es  vermögest,  d.  h.  wenn  sich  dir  keine  hindernisse  in  den 
weg  stellen 
1975  Vgl.  Sevyn  Sages  v.   2 161  : 

Dame,  I  sschal  kepe  me  fram  kare. 
1991  Für  loker  gibt  Scott  p.  479  die  bedeutung:  guardian  or  protector  an;   frei- 

lich weiss  ich  nicht,  wie  er  dann  den  satz  hat  übersetzen  wollen  :  operloker  ist 
als  compar,  zu  oderliche  aufzufassen  (vgl.  Str.3  p.  430  und  Skeat  zu  P.  PI.  C. 
Pass.  VII  v.  176  f.);  Mark  wird  dich  noch  in  ganz  andrer  weise  heute  nacht 
fragen;  vgl.  G.  v.   13747  ff.: 

Gewähne  er's  iu  iht  mere, 
So  tuot,  als  ich  iuch  lere, 
Sprechet  sus  unde  so. 
Dass   dann   nach   E  v.   2004  ff.   in   der   folgenden   nacht   nicht   Mark ,    sondern 
Ysonde    zuerst   das    wort    ergreift ,    darf  uns    in    dieser   interpretation  nicht  irre 
machen;  G.  v.   13877  ff.  bietet  Mark's   rede,    E  und  S  scheinen  dieselbe  weg- 
gelassen zu  haben. 
1992  f.  Wisse   wol  seinen   willen,    d.  h.  Frage    ihn  nochmals  um  seine  absichten, 

und  sage  dann,  du  wollest  ihn  [sc.   auf  seiner  reise]   begleiten. 
1994  f.  Der  sinn  ist:    Wenn    er  zärtlich  gegen    dich  ist,  so  sage  dich  von   Trisirem 

los.     So  zeigt  er  sich  nach  dem  berichte  der  saga   ja  wirklich  in  der  nächsten 
nacht,  vgl.  S.  p.  66,   7  ff.     Zum  ausdruck  in  v.  1994  vgl.  GE.  v.   2015  f.  : 
One  and  stille  Sogt  hire  gamen 
Wict  Joseph  speken  and  piaigen  samen. 
2000  aboue,  darüber,  d.  h.  über  das  reich;  vgl.  Maund.  p.   166  (M)  :  He  hathe 

lordschipe  aboven  alle  bestis. 
2002  Ueber  diese  stelle  habe  ich  I  p.  LXXXVII  gehandelt;  die  dort  vorgeschla- 

gene änderung  von  pin  in  his  möchte  ich  auch  jetzt  noch  aufrecht  erhalten, 
bes.  auf  grund  von  G.  v.   13974  ff.  : 

Und  weizgot  wan  ir  eine, 
Daz  ich  durch  iuch  noch  mere 
Dan  durch  min  selbes  ere 
Friuntliche  dar  gebäre, 
Son'  gesaehe  ich  in  zewäre 
Mit  friundes  ougen  niemer  an. 
2004  Ueber    den    ausruf  pin    ore    vgl.   Mätzner,    Sprachpr.    I    p.    118,    note    zu 

v.    142. 
2007  ff.  Wenn  das  überlieferte  richtig  wäre,  so  böte  die  Strophe  mehrfache  Schwierig- 

keiten dar;  erstens  ist  das  alleinstehende  gode,  welches  man  doch  höchstens 
durch  lt  were  god  erklären  könnte,  anstössig,  und  ausserdem  hätten  wir  vor 
sie,  v.  2009,  zu  ergänzen  1  wish,  in  rücksicht  auf  die  folgende  zeile.  Ich 
möchte  mit  leichter  änderung  ijfe  für  gif  schreiben  und  übersetzen :  Ein  gutes 
geschenk  hättest  du  mir  zugesagt,  [wenn  du  mir  erlaubt  hättest,]  mit  dir  ausser 
landes  zu  ziehen,  und  den  ritier  Tristrem  zu  erschlagen,  wenn  mich  davon  nicht 
die  liebe  zu  dir  abgehalten  hätte  —  heute  noch.  Ganz  hebt  dieser  erklärungs- 
versuch  die  härte  in  der  ausdrucksweise  freilich  auch  nicht,  aber  wir  sind  ja 
bei  unserm  dichter  schon  an  sonderbare  constructionen  gewöhnt 
2016  f.  He   ist   Meriadok,    him  der  könig,   ebenso  he  in  der  folgenden  zeile.     Für 

das  erste  he  erwartet  man  natürlich  him ;  doch  haben  wir  es  hier  mit  einer 
nicht  seltenen  form  der  attraction  zu  thun.  Ueber  maugre  vgl.  Mätzner, 
Sprachpr.  I  p.   322,   note  zu  v.   50. 


—     163     — 

Nach    der    meinung   des   dichters    hat  Mark   sich  Meriadok   gegenüber  un-  2018 
■willig   über    die    Verdächtigung  Tristrem's  ausgesprochen;    daher  der  ausdruck: 
answere  T,ald. 

Vgl.  Emare  v.    145  ff.  :  2024 

In  the  thrydde  korner,  with  gret  honour, 
Was  Florys  and  dam  Blawncheflour, 
As  love  was  hem  betwene. 
Vgl.   das.  v.   936. 

Aehnlich  Amis  and  Amil.   v.   703  f.  : 

And  bi  her  sight  he  perceiued   tho, 
That  gret  loue  was  bitvix  hem  to, 

Wegen  der  that  d.  h.  wegen  der  vom  könig  ihnen  auferlegten  trennung.        2033 
Die  I    p.   XCII    vorgeschlagene    Umstellung   zweier    Strophen    habe    ich    im  2036  ff. 

texte    nun    wirklich    vorgenommen ,    da  sie  auch  der  sorgfältigsten  nachprüfung 

stand  zu  halten  schien. 

In   der    überlieferten    form    gibt    diese    zeile   keinen  sinn ;    ich  würde  etwa  2040 
vorschlagen  zu  lesen  : 

Tristrem  go  wip  hem  bede 
=  Fordere  Tristrem  auf,  mit  ihnen  zu  gehen;  pou   könnte    leicht    aus  der  fol- 
genden zeile  hier  eingedrungen  sein. 

Skeat  bemerkt  zu  P.  PI.  C.  Pass.  II,  152:  As  light  as  linden  was  an  old  2050 
proverb,  of  which  several  examples  may  be  found.  It  occurs,  e.  g.  in  the 
Towneley  Mysteries,  p.  80;  Joseph  of  Arimathie,  ed.  Skeat,  1.  585,  and  prob- 
ably  has  reference  to  the  lightness  of  the  wood  of  the  linden  or  lime-tree, 
which  caused  it  to  be  much  used  for  making  shields. «  Der  vorliegende  vers 
bietet  dafür  einen  schönen  beleg. 

Sobald    Tristrem   bereit  war,    erfuhr   auch    Ysonde    seine   bitte,   ihn   zu  er-  2053  ff. 
warten. 

Es    entspricht    ganz   der    art   des    dichters,    dass  hier  plötzlich  ganz  unver-  2062 
mittelt  the  duerwe,  noch  dazu  also  mit  dem  best,   artikel,  eingeführt  wird,  von 
dem  vorher  noch  mit  keinem  worte  die  rede  war. 

Mark   ist    dativ ;    also  :    Mark   von   vornehmem  geschlechte  versprach  er  [sc.   2064  f. 
der  zwerg],  ihn  [es]  mit  äugen  sehen  zu  lassen. 

wip  ille  =  mit  üblen  absieht en;  vgl.  v.   2174.  2071 

Vor    dieser   zeile   haben    wir   angeblich   zu    ergänzen,    denn   in  Wirklichkeit  2072 
kommt  der  zwerg  ja  garnicht  von  Ysonde. 

Vor  priue  haben  wir  hir  zu  ergänzen  ;  vgl.   Sir  Fer.  v.   2479  f.  :  2074 

Pe  Amiral  callep  sir  Bruyllant,    {je  kyng  of  Mountmyrreez, 

And  pe  kyng  of  Comble,   Sir  Sortybraunt,   and  othre  of  his  pryueez. 

Sage    der   edlen    dame,  dass  du  es  nicht  unterlassen  hast,   sc.  mir  ihre  bot-  2084  f- 
schaft  auszurichten. 

Hir  wordes,    d.  h.   die    botschaft ,    welche    der    zwerg  gebracht  hat;   diese.   2086  f. 
sagt  Tr.,   habe  ich  theuer  erkauft,    denn  sie  hat  mich  bei  Mark  verläumdet     mit 
beziehung  auf  v.  21 14  und  2126.    Dies  ganz  unpassende  motiv  hat  nur  E  hier 
eingeführt. 

Auch,   dass  Tr.  Ys.   am  nächsten  tage  in  der  kirche  treffen  will,  weiss  nur  2089  f. 
E;   vgl.   zur  sache  Erle  of  Toi.  v.  289  ff.: 

To  morne,   when  thou  herst  the  massebelle, 
Brynge  hym  in  to  my  chapelle, 
And  thynk  thou  on  110  slouthe  ; 
There  schall  he  see  me  at  hys  wylle, 

Der  sinn  dieses  verses  muss  sein  :    Wir   hatten    kein   längres   gespräch  zu-  2095 
sammen,    oder:    Wir   vertrugen  uns  nicht  gut  zusammen;   ich  bin  diesem  aus- 
druck in  anderen  romanzen  nicht  begegnet. 

me  bitvene,   d.  h.  wenn  ich  als  angebliche  mittelsperson  zwischen  ihm  und  2096 
der  königin  komme.     Bei  Mätz.   s.   v.   wird  diese  auffallende  stelle  nicht  ange- 
führt. 

11* 


—     164     — 

2104  f.  Die    I   p.   XCIV    vorgeschlagenen    änderungen   in    diesen    zeilen    halte    ich 

auch  jetzt  noch  für  unumgehbar,  wenn  ich  auch  nicht  gewagt  habe,  sie  direkt 
in  den  text  zu  setzen.  Vetter,  Romania  VII  p.  282  f.  bemerkt  freilich  darüber : 
»Dans  le  meme  episode,  v.  2104 — 2107,  il  propose  de  lire  Ysonde  oü  il  y  a 
Tristrem  dans  le  ms.  et  Tristrem  oü  il  y  a  Ysonde,  tout  en  avouant,  que  le 
changement  est  tres  fort;  on  hesite  d'autant  plus  ä  l'accepter  que,  d'apres  G 
et  le  petit  poeme  francais  de  Tristran  deguise  en  fou  (v.  793 — 814)  c'est  aussi 
Tristran,  qui  arrive  le  premier  sous  l'arbre  et  apergoit  l'ombre  du  roi,  ce  qui 
ne  serait  plus  le  cas  dans  E,  si  on  adoptait  le  changement  propose  par  M. 
Koelbing.«  Dieser  einwand  ist  jedoch  nicht  stichhaltig;  denn  es  ist  meiner 
conjectur  zufolge  in  E  nicht  gesagt,  dass  Ys.  den  schatten  des  königs  zuerst 
sieht;  v.  2104  entspricht  jetzt  genau  S.  p.  69,  37  :  En  pvi  ncest  sd  hun 
skugga  konungsins  und  G.  v.  14698  f.  :  Nu  gesach  si  manne?  schate  dri  \  Und 
weste  niuwan  einen  da.  Ebenso  stimmt  nun  E  darin  genau  zu  G,  dass  Ys. 
zuerst  spricht ;  gäben  wir  der  sachlich  so  wie  so  unmöglichen  Heinzel'schen 
erklärung  dieser  strophe  den  vorzug,  so  würde  E  dadurch  von  G  abweichen, 
dass  Trist,  zuerst  spräche.  Allerdings  ist  es  richtig,  dass  nach  S  und  G  Tristrem 
zuerst  den  schatten  bemerkt,  aber  E  hat  diesen  zug  einfach  übersprungen,  wie 
so  manchen  anderen,  im  Zusammenhang  noch  weniger  entbehrlichen.  Bis  also 
jemand  anders  etwas  einleuchtenderes  zur  deutung  dieser  strophe  beibringt, 
halte  ich  den  von  mir  gewählten  ausweg  für  den  rel.  besten. 

21 12  Wagte   ich   es   um   des   königs  willen,    sc.    leute    zu    dingen,  die  dich  um- 

brächten. 

2132  Das  verbum  to  wede  kann  nach  dem  astow  were  wode  in  der  vorigen  zeile 

nur  als  ausfüllung  des  verses  angesehen  werden. 

2138  Unter  sake  werden  hier  dochwol  die  schulden  zu  verstehen  sein,  obwol  ich 
für  diesen  sinn  des  wortes  auch  jetzt  noch  keine  parallelstellen  anzuführen 
weiss.     V.   2231   hat  das  wort  jedenfalls  eine  andere  bedeutung. 

2139  Dieser  vers  stimmt  inhaltlich  genau  zu  v.  2122  f.  Tristrem  droht  nur, 
ausser  landes  zu  gehen,  wenn  seine  bitte  nicht  erfüllt  werde,  während  er  nach 
den  anderen  Versionen  auf  jeden  fall  dazu  entschlossen  ist,  vgl.  I  p.  XCV. 
Wenn  ich  früher  annahm,  dass  diese  äusserung  Tristrem's  in  Widerspruch  stehe 
zu  v.  2152  f.,  so  könnte  man  mir  vielleicht  einhalten,  diese  Schwierigkeit  lasse 
sich  einfach  dadurch  beseitigen,  dass  man  v.  2152  f.  auf  Tristrem's  augen- 
blickliche entfernung  aus  dem  garten  beziehe,  unter  vergleichung  von  v.  2157: 

Tristrem  oway  went  so. 
Indessen  widerspricht  dieser  auffassung  die  äusserung  Mark's  v.  2156.    Ich  weiss 
kein  mittel,   um  diese  auffällige  incongruenz  in  E  zu  beseitigen. 

2144  vngiltless  ist  ein    unmögliches   wort;    es  muss  entweder  ungilti  oder  giltles 

heissen ;  die  erstere  form  ist  des  metrums  wegen  vorzuziehen. 

2152  Was  der  englische  dichter  mit  den  Worten  :    Es   kümmert   mich  nicht,  was 

ich   lüge,  meint,    ist  nicht  klar  ;    denn  inwiefern  brauchte  sie  den  könig  zu  be- 
lügen, wenn  sie  ihn  bitten  wollte,   Tr.'s  schulden  zu  bezahlen? 
2163  f.  Diese  zeilen  haben  denselben  sinn  wie  oben  v.   2016  f. 

2165  Man   könnte   in    zweifei   darüber  sein,  ob  diese  zeile  dem  sinne  nach  zum 

vorigen  oder  zum  folgenden  zu  nehmen  ist ;  entscheidend  für  die  letztere  auf- 
fassung ist  v.   2559 : 

Po  was  her  ioie  al  newe, 

2169  Nur  in  E  wird  Tr.  zum  constable  gemacht;    ebenso  Sir  Canados    v.  3016; 

und  wir  haben  auch  darin  gewiss  einen  specifisch  englischen  zug  zu  sehen; 
vgl.  zu  v.  454.  Was  wir  unter  dieser  würde  zu  verstehen  haben,  lehrt  u.  a. 
R.  of  Gl.  p.   538   (M)  : 

The  constable  of  Gloucetre,   as  mid  the  kinges  poer, 
Held  ofte,  in  the  kinges  names,  courtes  ver  and  ner. 
2172  W.  Scott  bemerkt  zu  diesem  verse  :    Hexe  feile   is    taken  for  feel,    or  per- 

ceive ,  as  in  a  passage  of  Chaucer,  pointed  out  to  me  by  Mr.  Finlay  of 
Glasgow : 


—     165     — 

And  if  that  he  may  feien  out  of  drede, 
That  ye  me  touch  in  love  of  villanie. 

Second  Nonnes  Tale. 

Dieser  ansieht  werden  wir  heute  freilich  nicht  mehr  zustimmen,  denn 
feien  =  ae.  felan,  könnte  nicht  feile  geschrieben  werden ;  feile  ist  vielmehr  = 
ae.  fellan,  zu  nlchte  machen,  was  ja  sehr  wol  verständlich  ist;  vgl.  auch  spille 
v.   2177. 

Das    widerholte    ay    ist    auffällig;     hinter    pai    ist    es    wahrscheinlich    zu  21 81 
streichen. 

Ich  fasse  on  als  adverb  :  Achte  nun  darauf  eines  tages.  2183 

bituene,  d.  h.  zwischen  den  betten;  v.  2220  heisst  es:   zwischen  dem  könig  2195 
und  ihm. 

J>ing  =  wesen,  wie  sonst  etwa  in  der  Verbindung:  pat  swete  ping.  2196 

Ein  Bischof  legte  sich  ins  mittel.  2228 

Sehe  pouty  ist  einigermassen  auffällig,  bes.  im  blick  auf  2232  f.  Man  er-  2230 
wartet,  dass  jemand  anderes  diese  art  des  gottesgerichtes  vorschlägt,  und  sie 
dann  erst  einwilligt,  dasselbe  über  sich  ergehen  zu  lassen.  So  gibt  G.  v. 
15528  ff.  der  könig  dazu  die  veranlassung.  Demnach  könnte  man  geneigt  sein, 
für  sehe,  Mark  oder  pai  einzusetzen ;  doch  erscheint  bei  der  eigenthümlichen 
darstellungsweise  von  E  diese  änderung  nicht  durchaus  nöthig  zu  sein. 

Unter  pe   merkes   werden  die  Stangen  gemeint  sein,  mit  denen  die  strecke  2234 
abgesteckt   ist,    auf  welcher   Ys.  das  heisse  eisen  tragen  soll;    desshalb  gehört 
v.   2236  eng  zum  vorigen;  Ysonde  müssen  wir  uns  freilich  dazu  ergänzen. 

Ueber  die  Verlegung  des  Schauplatzes  nach  Westeminster  habe  ich  I  v.  CVI  2235 
gehandelt.     Diese    eigenthümlichkeit   von   E    gehört  in  dieselbe  rubrik,  wie  die 
zu  v.  454  und  2169    erwähnten.      Ueber  Westeminster  vgl.  Skeat  zu  P.  PI.  C. 
Pass.  III  v.  174. 

Wegen    des   ritt  er s   Sir    Tristrem,    d.  h.  wegen  des  verdachtes,  dass  sie  in  2237 
unerlaubtem  verhältniss  zu  ihm  stünde. 

Diese  verse  sind  als  eingeschobener  satz  anzusehen,  da  To  swete  etc.  direkt  2240 — 2 
zu  com  gehört. 

Ueber  den  gebrauch  von  Temese  und  anderer  flussnamen  ohne  hinzufügung  2245 
des   bestimmten   artikels   vgl.  Skeat   zu   P.  PI.  C.  Pass.  XV  v.   104.     Koch  II2 
§  186  sagt  zwar,    bei    den  Aussen  habe  sich  der  artikel  befestigt  ,nach  langem 
schwanken* ;   doch  vermisst  man  belege   für  das  fehlen  desselben  im  Me. 

Zum  ausdruck  vgl.  Avow.  Arth.  LXIII :  2250  f. 

He  nez,hit  neuyr  no  naked  syde 
Of  thi  lady. 
Vgl.  auch  den  bildlichen  ausdruck  im  Sprichwort,  The  Babees  Boke  p.  45  : 

Ouyrdone  pryde  maketh  nakyd  syde. 
d.  h.   Uebertriebene  pr acht  führt  zur  nackten  armuth. 

San   schewe   wol   =    sine   monstratione ,    ohne   dass   man   es    ihm  besonders  2253 
zeigte;  natürl.   gehören  diese  worte  dann  zum  vorigen. 

Vgl.   zum  ausdruck  Mar.   v.    153  f .  :  2256  f. 

He  wende  forte  ha  ben  anhon, 
Oper  to  worse  deb  ydon 

Ueber  constori  vgl.  die  anm.  Skeat's  zu  P.  PL  C.  Pass.  I,   127.  2268 

dede  ist  hier  ganz  ebenso  aufzufassen,   wie  nach  unserer  erörterung  in  v.  63,   2286 
die  kurzzeile  gehört  also  inhaltlich  zum  folgenden. 

Nach  is  ist  natürlich  gone  zu  ergänzen ;   vgl.  o.  zu  v.  404.  2294 

In   schlachten   ist   er  gewesen  [schon  ehe  er  nach   Wales  kam]  und  eilig  er-  2295  ff. 
kündete  er  solche  gerade  auch  dort.     Vgl.  v.   2626. 

Vgl.   v.    3116.  2306 

Zur    ausdrucksweise    bemerke    ich    folgendes.      Bei    La^.   findet    sich    eine  2313 
solche    nebeneinanderstellung   des    positiven    und   negativen    begriffes  noch  sehr 
selten.     In  bd.  III  ist  mir  gar  kein  fall  begegnet,   in  I  nur  v.    3043  f.  : 
Pa  andswarede  Cordoille 
Lude  and  no  wiht  stille, 


—     166     — 

sowie  v.   4333  : 

Pat  is  woh  and  na  wiht  riht. 
Dag.  vgl.   Sir  Triam.   (Hall.)   v.   33: 

To  fyght  and  not  to  flee. 
The  Seven  Sages  (Hall.)   v.  205 : 

The  post  been  grete  and  nou^t  smal. 
Das.  v.  620  f. : 

And  of  hold  he  lete  hewe 

Many  bowes  and  nowght  fewe. 
Ipom.   v.  2102  : 

They  were  füll  glad  and  nothynge  lothe. 
Pe  land  of  Cokaygne  v.   61  f.  : 

Man  mai  per  of  et   ino^ 

AI  wip  ri^t  and  no2;t  wip  wo^. 
Greg.   (ed.  Schulz)  v.   585  ; 

Pe  waites  wer  stille  and  noping  loude. 
Das.  v.   775  : 

Sori  sehe  was  and  noping  lou£. 
Libius  Disc.  v.   2134  ff.  : 

A  worme  out  gan  pace 

Wip  a  womans  face, 

Fat  was  younge  and  nothing  old. 
Sir  Ottuell  v.  485  f.: 

Pis  was  a  stythe  stroke  of  a  knyghte 

And  no  thynge  of  a  childe. 
Guy  of  Warw.  v.  9413: 

Now  ys  he  whyte  and  nopyng  wanne. 
Das.  v.    10857  ff.  : 

The  admerall  answeryd  Harrawde, 

A  gentyll  knyght  and  no  rybawde : 
Das.  v.    10873  f-  '• 

He  forpe  clepyp  hys  chaumberleyne, 

That  was  a  gode  knyght  and  no  sweyne. 
Das.  v.   10936 : 

A  stalworthe  knyght  and  no  cowarde. 
Merline  v.  94  : 

And  said  with  wright  and  not  with  wrong, 
Das.  v.   1160: 

Itt  was  by  night  and  not  by  day. 

Auch  Chaucer  bedient  sich  zuweilen,  wenigstens  in  seinen  frühesten  wer- 
ken noch  dieser  stilistischen  eigenthümlichkeit ,  vgl.  u.  a.  The  Boke  of  the 
Duch.  v.  470  f.  : 

Ful  petuose  pale  and  nothynge  red 

He  sayed  a  lay,  a  maner  songe, 

obwol  er  im  Sir  Thopas  dieselbe  nur  mehr  spottend  nachahmt ;  vgl.  Benne- 
witz  a.  a.  o.  p.  33.  Noch  ist  erwähnenswerth ,  dass  die  zwei  einander  gegen- 
über gestellten  begriffe  hier  stets  durch  and  verbunden  sind,  während  bei  den 
sonst  ganz  gleichartigen  Wendungen  bei  Wolfram  von  Eschenbach,  die  Kinzel, 
Ztschr.  für  d.  phil.  V  p.  12  zusammengestellt  hat,  sie  in  der  regel  unvermittelt 
neben  einander  stehen,  nur  63,   18: 

Der  was  dicke  and  niht  ze  dünne. 

2316  Dieselbe    zeile    kehrt    wieder   v.  2576.     V.   2575  f.  entspricht  in  S.  p.   81, 

31  :   Ok  bar  pä  svä  tili  einn  dag;   bei  G.  v.    181 30: 

Ez  was  an  einem  mitten  dage 
In  den  engl,  romanzen  werden  gern  ereignisse  mit  der  notiz  eingeführt :   Es  ge- 
schah an  einem  sommertage   u.   s.  w.,    ohne   dass  an  sich  dabei  auf  die  Jahres- 
zeit etwas  ankäme;   vgl.   Guy  of  Warw.  v.   2319  f.: 


—     167     — 

Hyt  was  on  a  somers  day, 

As  y  the  sothe  teile  may  : 

When  the  emperowre  had  ete  etc. 

Besonders    interessant   ist   dafür   folgende   stelle.     Gregorius   v.  212    lautet 
in  ms.   Vernon : 

A  messager  com  on  pe  morwen  and  tolde  pat  hire 

bropur  was  ded. 
Ms.  Auchinl.  v.   149: 

Pat  oper  day  on  pe  morwe  etc. 
Daraus  hat  ms.  Cleop.  v.   278  gemacht: 

Erliche  in  a  someres  morwe. 
wenn   er   es  gewinnen   kann,    d.  h.  wenn  er  es  aus  der  gewalt  des  riesen  2318 
zu  befreien  vermag. 

Vgl.  v.  2513  und  Zup.  zu  Guy  v.  3054.  2320 

him   ist   Tristrem ,    he   der   riese   Urgan.     Dem  Wortlaute  nach  würde  man  2324 
die  umgekehrte  beziehung  erwarten. 

Es   ist   einigermassen    auffällig,    dass    der    riese  Urgan    hier  a  douhti  kni^t  2325 
genannt  wird,   um  so  mehr  als  Tr.  das  epitheton  douhti  gleich  darauf  (v.  2328) 
sich    selbst    gibt.     Auch  der   ausweg,    v.  2325  zur  rede  des  riesen  zu  nehmen 
und   auf  Tristrem   zu    beziehen ,    ist   misslich ,    da   der  riese  nicht  geneigt  sein 
wird,  diesem  ein  lob  über  seine  tapferkeit  zu  ertheilen. 

Wenn  kepe  y  hier  richtig  hat,  so  muss  es  heissen  ich  finde  gefallen  daran,  2332 
vgl.  Mätzner,  Wtb.  I  p.  41  ib.     Allerdings   ist    es   sehr   verführerisch,    mit    der 
ausgäbe  von  1835  nach  analogie  von  v.   2763   hope  dafür  einzusetzen. 

Eine    dem   in   dieser   Strophe    erzählten  ganz  ähnliche  Situation  rindet  sich 
in  Sir  Perc.  v.   2033  ff.  : 

Now  are  thay  bothe  liowne, 
Mett  one  a  more  browne, 
A  mile  withowt  any  towne, 
Boldly  with   scheide. 
Thane  saide  the  geant  so  wight, 
Als  sone  als  he  sawe  the  knyght : 
Mahowne,  loved  be  thi  myght ! 
And  Percevelle  byhelde. 
Art  thou  hym  that,  Saide  he  thane, 
That  slew  Gollerothirame  ? 
I  had  no  brothir  bot  hym  ane, 
Whenne  he  was  of  elde. 
Than  said  Percevelle,  the  fre  : 
Thurgh  grace  of  god  so  salle  I  the, 
And  siehe  geantez  as  z,e, 
Sie  thaym  in  the  fehle. 
Vgl.  Guy  of  Warw.  2999  f.:  2335 

Ther  ys  none  so  stronge  in  all  pys  lande, 
That  schulde  stonde  a  stroke  of  hys  hande. 
Aehnlich  Sir  Degree  v.  441  : 

There  was  neuer  man  that  I  might  hitt, 
That  might  euer  my  stroake  sitt. 
Ein  wunder,  wenn   Tristrem  es  vermag'.  2336 

his  bezieht  sich  auf  den  riesen.  233 8 

of  ist  nicht  als  präposition  anzusehen,   sondern  gehört  zu  smot.  2339 

Vgl.  Sir  Fer.   v.   2999:  2347 

Pan  Cornyfer  to  Roland  werd  a  sturne  strok  gan  slente. 
Vgl.  Zup.  zu  Guy  v.   10477.  2351 

Die  phrase  as  he  were  wode  ist  in  den  romanzen  sehr  häufig;   fast  dieselbe  2357 
zeile  findet  sich  wieder  Merline  v.   1 76  : 

But  [sc.  he]  flyeth  away  as  he  were  wood. 


—     168     — 

Das.   v.  277  : 

And  fledd  away  as  he  were  woode 
Vgl.  das.  v.   2382;  ferner  Sir  Egl.  v.  383,  534,   828.     Ein  ähnl.  ausdruck 
ist  as  he  wolde  wede,  u.  a.  Le  Bone  Flor.  v.  660  u.  sonst. 
2364  Die    unmittelbare    Wiederholung   von  pat  was  his  in  derselben  Strophe  hat 

wenig  Wahrscheinlichkeit  für  sich.  So  starke  härten  pflegt  unser  dichter  sich 
in  bezug  auf  den  vers  sonst  doch  nicht  zu  schulden  kommen  zu  lassen.  Ich 
glaube  hier  um  so  mehr  an  eine  unrichtige  Wiederholung  dieser  worte  aus  v. 
2360,  als  his  h'onde  unmittelbar  vorhergeht;  was  dafür  einzusetzen  sei,  ist  aller- 
dings schwieriger  zu  sagen,  da  z.  b.  ywis  ebenfalls  in  dieser  Strophe  schon 
vorkommt;  doch  wäre  selbst  dies  wort  noch  bedeutend  weniger  anstössig,  als 
die  überlieferte  lesung. 
2366  Ueber  unride  vgl.  Mätzner,  Sprachpr.  I  p.  68,  note  zu  505  ;  Zup.  zu  Guy 

v.   1647  ;  Skeat,   Glossarial  Index  zu  Havel,  p.   151. 
2371  Da   gode    dem    zusammenhange    nach    nom.    sein    muss,    so    ist    wol    das 

schliessende  e  zu  streichen. 
2376  Und  grimmig  forderten  sie  sich  da  [einander]  heraus.  Vgl.  La^.  v.  2764  f.  : 

Bruttes  heom  after  bu^en 
And  mid  baluwe  heom  igrsetten. 
Havel,   v.    181 1   und  2625   und  Lachm.   zu  Iwein  v.   1002. 
2403  Vgl.  Ywayne  v.   3105: 

Of  riche  cloth  soft  als  the  sylk. 
2417  wip  outen  ende  =  für  alle  zeiten ;  vgl.  Amis  and  Amil.  v.   1508  ff.  : 

That  riche  douke  tok  him  bi  hond 
And  sesed  him  in  alle  his  lond, 
To  held  withouten  ende. 
Vgl.   auch  das.  v.   306. 
2428  ff.  Das  verbum  frain  macht  Schwierigkeiten ,   denn  selbst  angenommen,  Mark 

habe  noch  nöthig,  seinen  aufenthalt  zu  erkunden,  nachdem  Ysonde  ihm  so 
eben  eine  botschaft  geschickt  hat  —  das  könnte  ja  heimlich  geschehen  sein  — 
so  sagt  der  dichter  kein  wort  davon,  dass  der  Inhalt  der  botschaft  war, 
Tristrem  zur  rückkehr  aufzufordern,  und  dass  dieser  wirklich  dem  folge  leistete  : 
es  wird  uns  v.  2430  f.  blos  der  empfang  geschildert.  Für  frain  würde  man 
etwa  feche  erwartet  haben,  vgl.  v.  2563. 
2435  Nur   in  E  wird  die  von  Mark  seinem  neffen  eingeräumte  Stellung  mit   der 

eines   steward  verglichen,    was    wieder   ein   specifisch   englischer    zug    zu    sein 
scheint.     Vgl.  Sir  Orfeo  v.  202  ff.  : 

Lordinges,  he  said,  bifor  ^ou  here 
Ich  ordainy  min  hei^e  steward, 
To  wite  mi  kingdom  afterward, 
In  mi  stede  ben  he  schal, 
To  kepe  mi  londes  over  al. 
Erle  of  Toi.  v.   12040".: 

He  made  hym  steward  of  hys  londe 
And  sesyd  agayne  into  hys  honde 
That  he  had  rafte  hym  froo. 
Launfal  v.   31  ff. : 

For  hys  largesse  and  hys  bounte 
The  kynges  stuward  made  was  he, 
Ten  yer,  y  you  plyght. 
2436  f.  Ueber   derartige    rhetorische    fragen   vgl.    oben   zu    v.    265.      Speciell  mit 

dieser  stelle  vgl.  Chaucer,  Leg.  Didonis  v.   134  f.  : 

Who  hadde  joy  thanne,  but  his  meynee, 
That  hadden  founde  hire  lord,   hire  governour? 
2450  Ueber  eiz^e  sene  vgl.   Mätzner,   Sprachpr.  I  p.   55,  note  zu  v.  72. 

2456  f.  Vgl.  Erle  of  Toi.  v.  457  ff.: 

All  the  nyght  in  that  foreste 
The  gentyll  erle  tok  hys  reste, 
He  had  no  nodur  woon. 


—     169     — 

Vgl.  Zielke  zu  Sir  Orfeo  v.   254.  2460 

Vgl.   La^.  v.    1828  f.:  2463  f. 

Wes  al  bat  folc  swa  blicte, 

Swa  heo  neoren  nauer  er  on  liue. 
Das.  v.   2243  f-  : 

For  be  ic  am  swa  bli&e, 

Swa  nses  i  naeuer  sei*  on  liue. 

Ueber  räche  vgl.  Hausknecht's  note  zu  The  Sowdone  of  Bab.  v.  56.  2470 

Mätzner,  Wtb.  II    p.   62  bemerkt    s.   v.  fade:    »Jamieson    führt  fade,  fede  2474 
als  schottisch    und   gleichbedeutend  auf;    so  wäre  das  wort  auch  auf  den  wald 
bezogen  in  unserer  stelle.«     Ich   weiss  für  fede   in   der  that  auch  keine  bessere 
erklärung  beizubringen. 

Wie  hier  in  dem  sinne  von  zurechtweisen,  abrichten  der  thiere  wird  chastien  2475 
auch  sonst  gebraucht;  vgl.  Trevisa  II,   357: 

£ey  were  be  firste  bat  chastede  hors  and  ladde  hem  wib  brydels. 

Mätzner  Wtb.  I  p.   556 a   führt   zwar  obige  stelle,   aber  nicht  diese  bedeu- 
tung  des  verbums  an. 

wip  outen  wom,  hat  hier  nur  den  werth  einer  versfüllenden  phrase;  einen  2481 
speciellen  sinn  für  diese  stelle  kann  ich  dem  ausdruck  nicht  zuerkennen. 

Ueber   den   sinn    dieser  zeilen   habe   ich  I  p.  CX  f.  ausführlich  gehandelt ;  2485  f. 
die  dort  nur  vermuthungsweise  vorgebrachte  erklärung  derselben  halte  ich  jetzt 
für  die  allein  zulässige.     Zunächst  ist  zu  bemerken,  dass    der   ausdruck  :    under 
wode  bou^  in  unserem  gedichte  noch  einmal  vorkommt,  v.   3277  f.  : 
Vnder  wode  bou^ 
After  her  fomen  pai   rade. 
In   einer  laubhütte,    wie   Heinzel   an  unserer  stelle  übersetzt,  können  doch 
die  ritter  unmöglich  ihre  feinde  verfolgt  haben,  vielmehr  tinter  den  baumzweigen, 
d.  h.    im   walde.      Genau   denselben    sinn   hat    dieser    ausdruck    Sir    Degr.    v. 
1015  f.  : 

And  how  hys  chyvalre  was  slone 
Undir  the  wod  bowe. 
Ipom.  v.    1215  f.  : 

He  fonde  his  master  with  flessche  inoughe, 
Hovynge  vndir  the  grene  wodde  boughe. 
King  Hörn  v.    1251  f.  : 

He  is  under  wude  bo^e 
And  wip  him  kni^tes  inozje. 
Vgl.  St.  Eustas  v.  14  und  76.  Nicht  an  einer  einzigen  von  all  diesen 
stellen  ist  von  einer  laubhütte  die  rede ;  wenn  die  dichter  eine  solche  be- 
zeichnen wollen,  so  sprechen  sie  von  einer  löge  of  bowes  (Ywaine  v.  2037). 
An  dieser  stelle  wird  der  ausdruck  so  aufzufassen  sein  wie  in  der  a.  a.  o.  von 
mir  citirten  stelle  aus  Gamelyn. 

Umgekehrt  wird  von  einem  gefangenen  gesagt,   Guy  of  Warw.  v.  5645  f.  : 
Whyll  bat  he  in  prison  laye, 
He  my^t  not  wytt,  when  hyt  was  daye. 
Unter   old  ale   ist   natürlich   nur   besonders  gutes  bier  zu  verstehen.     Dass  2492 
das  bier  nicht  zu  jung  sein  darf,  finden  wir  auch  sonst  betont,  vgl.  The  Babees 
Boke  p.    128  f.,   v.   177  ff.  : 

Thy  cuppes,  py  pottes,  pou  se  be  clene  bope  within  and  owt; 
Thyne  ale   .V.   dayes  old,   er  now  serue  it  abowt, 
For  ale  pat  is  newe  is  wastable  withowten  dowt. 
Das.   p.   268  : 

Also  loke  your  composte  be  fayre  and  clene  and  your  ale  fyue  dayes 
olde,   or  men  drynke  it. 
Vgl.   auch  Borde's  bemerkungen  über  das  bier   und    seine    bereitung,    The 
Babees  Boke  p.   208,  note  zu  v.   178. 

Zu  dem  inhalte  dieser  verse  vgl.  Ywaine  v.   2047  ff. : 


—     170     — 

Hirn  failed  thare  bath  salt  and  brede, 
And  so  him  did  whyte  wine  and  rede, 
Bot  of  swilk  thing  as  thai  had, 
He  and  his  lyon  made  tham  glad. 
2499  Dieser   vers   ist    einigermassen   verdächtig ;    der    sinn  muss  doch  wol  sein : 

Wie  er  ihn   (sc.  den  hügel)  vorher  angetroffen  hatte.    Ein  sonderbarer  und  matter 
ausdruck ;   doch  weiss  ich  allerdings  keinen  besserungsvorschlag  zu  machen. 
504  ff.  Zum  sinne  dieser  verse  vgl.  Guillaume  de  Pal.  v.   3033  f.  : 

Bien  viverons  de  nos  amors, 
D'erbes,  de  fuelles  et  de  flors. 
Will,   of  Pal.   v.    1806  ff.  : 

Soburli  seide  Meliors :    Sire,  leues  youre  wordes, 
We  schul  liue  bi  oure  loue  lelli  atte  best, 
And  pur^th  be  grace  of  god  gete  vs  sumwat  elles, 
Bolaces  and  blake  beries,   bat  on  breres  growen, 
So  bat  for  hunger  i  hope  härm  schul  we  neuer; 
Hawes,  hepus  and  hakernes  and  be  hasel  notes 
And  ober  frut  to  be  fülle,   bat  in  forest  growen ; 
I  seie  2;ou,  sire,  bi  mi  liif,   bis  liif  so  me  likes. 
Chronicle  of  Engl.   v.   29  ff. : 

In  grete  hulles  hy  woneden  her 
Ant  livede  by  herbes  ano  wilde   duer, 
Mylk  ant  water,  hy  dronke  nout  elles, 
Ase  the  boc  hyt  saithe  ant  telles. 
2508  Dergleichen  scheinbar  ganz  stricte    Zeitbestimmungen  ,    wo  die  genaue  an- 

gäbe nach  wochen  oder  tagen  für  die  erzählung  selbst  gleichgültig  ist  und 
vom  dichter  blos  eingeführt  sein  dürfte ,  um  seinen  bericht  authentischer  er- 
scheinen zu  lassen,  finden  sich  in  den  engl,  romanzen  sehr  häufig;  vgl.  Launf. 
v.    817  ff.: 

The  certayn  day,  i  yow  plyght, 
Was  twelve  moneth  and  fourtenyght, 
That  he  schuld  hys  lemman  brynge. 
King  of  Tars  v.   214  ff. : 

And  on  the  morwe  for  heore  sake 
Truwes  thai  gunne  togidere  take, 
A  moneth  and  day  es  thre. 
Torrent  v.    1354  f.  : 

And  I  wylle  not  ageyn  the  say, 
But  abyde  hälfe  yere  and  a  day, 
And  broke  her  welle  with  blis. 
Guy  of  Warw.  v.   7601  f.: 

A  XII  monyth  be  trewse  was  tane 
And  thretty  day  es,  tyll  he  was  gane. 
Ebenso  bei  anderen  Zahlenangaben  ;   vgl.  Sir  Isumbr.  v.   750  ff.  : 
Thay  slewe  the  haythene  knyghttes  swa, 
And  of  the  Sarazenes  many  alswa, 
^a  twentty  thowsandez  and  thre. 
Sir  Degr.  v.   1001  : 

A  thousaund  hors  and  thre 
Of  the  dukus  meyne. 
Floriz  and  BI.  v.   217  f.  : 

Seue  hundred  tures  and  two 
Beob  in  be  bur^  wibute  mo. 
Martin  zu  Kudr.   172,  4  verweist  für  diesen  gebrauch  auf  Rechtsalt.  220  f. 
Von  der  alterthümlicheren  sitte,    die  kleinere  zahl  zuerst  zu  nennen,  kenne  ich 
keine  engl,  belege. 
2531  lieber  huntes  vgl.  Skeat  zu  P.  PI.   C.  Pass.   I  v.  2. 

2545  Der   ausdruck   welay   ist    mir    anderswoher    nicht    bekannt,    denn    wele   ay 

v.  1804  lässt  sich  nicht  vergleichen;   da  nun  ohnehin  wel  über  der  zeile  später 


—     171     — 

nachgetragen  ist,  so  liegt  die  vermuthung  nahe,  dass  weileway  dafür  zu  lesen 
ist.  Der  klageruf  des  königs  würde  sich  dann  darauf  beziehen,  dass  er  das 
paar  unschuldiger  weise  vom  hofe  verbannt  hat. 

of  swiche  play  ;  der  unbestimmte  ausdruck  weist  zurück  auf  v.  2546;   also:   2549 

Sie  tragen  nicht  verlangen  nach  unerlaubtem  liebesspiel. 

Sie  waren  noch  nie  so  lieb,  sc.  dem  könig.  2569 

Das  wort  bailif  ist  verschrieben  für  bailie\  da  neben  bailif  die  form  bailie  2570 

nicht    selten   vorkommt    (vgl.  Mätzner   Wtb.  I  p.    164  b),    so    lag   für   einen   ab- 

schreiber  die  Verwechselung  beider  worte  nahe  genug. 

V.  2573  f.  sind  dem  sinne  nach  nicht  ganz  klar.  Von  dem  gründe  der  2573  f. 
liebe  kann  doch  nicht  die  rede  sein.  Obwol  also  sonst  listen  ausser  mit  to  oder 
tili  auch  mit  dem  acc.  verbunden  werden  kann  (vgl.  O.  u.  N.  v.  894) ,  so  ist 
hier  doch  wol  to  vor  pe  gr.  einzuschieben  :  Wer  etwas  von  liebe  lernen  will, 
höre  es  jetzt  bis  auf  den  grund,  d.  h.  bis  zu  ende.  Eine  ähnliche  aufforderung, 
zuzuhören,  fand  sich  schon  v.  401   f. 

Trotz  aller  plane,  die  wir  fassen  können.  2590 

V.  2598  ist  als  eingeschobener  satz  anzusehen,    da  der  nächste   vers    sich  2598 
syntactisch  an  Y  fle  anschliesst. 

Vgl.  zum  ausdruck  The  Babees  Boke  p.  48,  v.   20  ff.:  2599 

Lifte  vp  bin  herte  to  god,   and  pray 
Deuoutly  as  pou  can  or  may, 
Fat  pou  in  grace  pi  lijf  may  lede, 
A  Sarmun  v.   87  f.    (Mätzner,   Sprachpr.   I  p.    117): 

Whate  mai  ich  bi  be  riche  man  teile, 
Pat  ledip  al  is  lif  in  blisse? 
Zu  v.   2599  f.  vergleiche  inhaltlich  Le  Bone  Flor.  v.    1521   ff.: 
There  was  a  lorde,  that  hyght  Tyrry, 
Wonned  a  lytyll  there  by 
In  a  foreste  syde, 
Ueber  den  sinn  von  tokening  an  dieser  stelle  habe  ich  I  p.   CXVI  gehan-  2602 
delt;    dass  damit  keinesweges  ein  erkennungszeichen  für    einen    boten    gemeint 
sein  muss,  zeigen  auch  folgende  stellen;   Sir  Perc.  v.  425  ff.: 
His  moder  gaffe  hym  a  ryng, 
And  bad,  he  solde  agayne  it  bryng  : 
Sonne,  this  salle  be  oure  takynnyng, 
For  here  I  salle  the  byde. 
und   Halliwell's    anmerkung    z.    d.    st.;    das.    v.    2156  f.    Hörn    Childe    XL VIII 
v.    1   ff.: 

To  Rimneld  he  com  wipouten  lesing, 
And  sehe  bitau^t  him  a  ring, 
Pe  vertu  wele  sehe  knewe : 
Loke  pou  forsake  it  for  no  ping, 
It  schal  ben  our  tokening, 
Pe  ston,  it  is  wel  trewe. 
Als  ob  nichts  vorgefallen  wäre.  2609 

In  I  p.  CXVIII  hätte  ich  G.  v.  19096  =  S.  p.  83,  31  ff.   unter  der  rubrik  :   2661  f. 
jüebereinstimmung  aller  drei  texte'  aufführen  sollen,  da  E.  v.  2661   f.   sich  in- 
haltlich dazu  stellt.     Aus  S.  p.  83,  29  ff.:  ok  allra  heizt  Kardin  ok  brmdr  hans, 
ersieht  man  auch,   dass  unter  pai  v.  2662  Ganhardin  und  seine  brüder  gemeint 
sind,   obwol  von  diesen  vorher  noch  gar  nicht  die  rede  gewesen  war. 

Der  auf  den  ersten  blick  etwas  sonderbare  inhalt  dieser  Strophen  steht  in  2663  ff. 
engstem  Zusammenhang  mit  v.  2685  ff.  Der  wil ,  von  welchem  Tristrem  ein- 
genommen ist,  ist  der  wünsch,  Ysonde  Weisshand  zu  heirathen,  und  er  sucht 
nun  diesen  wünsch  durch  drei  erwägungen  vor  sich  selbst  zu  rechtfertigen. 
1  v.  2665  f.:  An  der  trennung  zwischen  Ysonde  und  mir  ist  Mark  schuld, 
nicht  ich;  er  hat  unrecht  gethan,  indem  er  uns  trennte;  2)  v.  2667  f.:  Ysonde 
hat  mich  in  sorge  und  leid  gestürzt ,  [indem  sie  ausser  mir  noch  ihrem  gatten 
angehört  hat];    3)   v.  2669  ff.:   Endlich  widerstreitet  unsere  liebe  den  vorschrif- 


—     172     — 

ten  der  Bibel.  Darum  glaubt  er  jetzt  mit  vollem  rechte  sein  glück  bei  Yson- 
dens  namensschwester  suchen  zu  dürfen.  Auf  dem  wege  zur  brautkammer  je- 
doch überwältigen  Tr.  den  vorigen  gerade  entgegengesetzte  erwägungen ,  und 
zwar  stehen  dieselben  ganz  genau  den  oben  aufgeführten  drei  entschuldigungs- 
gründen  parallel,  wenn  auch  die  reihenfolge  eine  andere  ist.  i)  v.  2687 — 90: 
Ysonde  ist  mir  nie  untreu  gewesen ;  ihr  verhältniss  zu  Mark  straft  diese  be- 
hauptung  nicht  lüge,  denn  er  ist  ihr  herr  und  hat  die  macht ,  sich  ihrer  ver- 
räterischer weise  zu  bemächtigen.  Darin  liegt  eine  Widerlegung  von  punkt 
zwei.  2)  v.  2691 — 3:  Niemand  kann  mein  herz  aus  irgend  einem  gründe  ihr 
entfremden ;  [also  ist  meine  liebe  auch  stärker  als  die  Satzungen  der  Bibel] ; 
Widerlegung  von  punkt  drei.  3)  v.  2694  f.:  Ich  habe  die  trennung  zwischen 
uns  veranlasst ;  das  unrecht  ist  ganz  auf  meiner  seite ;  Widerlegung  von  punkt 
eins.  —  Ich  kann  nach  dieser  darlegung  das  räsonnement  Tristrem's  nicht 
»höchst  unklar«  finden,  wofür  es  Heinzel  p.  403  erklärt;  dass  man  manches 
zwischen  den  zeilen  lesen  muss,  ist  für  uns  bei  diesem  gedichte  ja  keine  neue 
beobachtung :  auch  muss  man  berücksichtigen,  dass  die  form  desselben,  Stro- 
phen in  kurzzeilen,  der  darstellung  derartiger  erwägungen  die  grössten  Schwie- 
rigkeiten in  den  weg  legt. 
2679  Wenn  die  Überlieferung  richtig  ist,    so  ist  aus  v.  2677   das    object  Ysonde 

zu  ergänzen ;    wahrscheinlicher  als  eine  solche  harte    auslassung    ist  jedenfalls, 
dass  nach  sßoused,  her  einzusetzen  ist ,    eine   auch    durch  metrische  rücksichten 
begünstigte  Verlängerung  der  zeile. 
2684  Unter  chaumber  ist  hier  das  brautgemach  zu  verstehen.    In  ähnlicher  weise 

heisst  es  von  einer  braut,  La^.  v.  30483  f.: 

To  boure  me   [her]  ladde 
To  pas  kinges  bedde. 
Obwol,  beiläufig  bemerkt,  hier  Madden  im  texte  nichts  ergänzt  hat,  so  ist 
doch  her  sicherlich  nicht  zu  entbehren. 
2698  Der   euphemismus  pe   dem  dede   für   geschlechtlichen    umgang   findet   sich 

auch  sonst  wieder;  vgl.  Susanna  v.   335  ff.: 

Pou  say  nou,  so  mote  pou  pe, 

Vnder  what  kynde  of  tre 

Semeli  Susan  pou  se 

Do  pat  derne  dede  ! l) 
G.  L.  I  v.  5  ff.: 

Icherde  a  blisse  budel  vs  bad, 

Pe  dreri  domesdai  to  drede, 

Of  sunful  sauhting  sone  be  sad, 

Pat  derne  dop  pis  derne  dede ; 

Pah  he  ben  derne  done, 

Pis  wrakeful  werkes  vnder  wede, 

In  soule  sotelep  sone. 
Die  erklärung  des  ausdrucks  ist  gegeben  durch  stellen  wie  Avow.  Arth.  LH  : 

He  sayd :    I  am  comun  here,  loe, 

In  derne  for  to  play. 
700  f.  W.  Scott  erklärt  für  die  vorliegende  stelle  forbede  durch  previously  proffered, 

doch  wüsste  ich   nicht,    wie  das  verbum  zu  dieser   bedeutung   kommen    sollte. 
Ich  übersetze :  Der  Jungfrau  verwehrte  er  es,  wenn  etwa  ihr  wille  wäre,  sc.   to 
do  pe  dem  dede.     Vielleicht  ist  aber  auch  der  text  verdorben. 
2704  Vgl.  Sir  Gaw.  v.   1367:    Ful   stille,    ebenfalls    zur   ausfüllung    einer    ganz 

kurzen  zeile  gebraucht  ;  ich  nehme  diese  zeile  zum  folgenden,  da^  damit  gesagt 
sein  soll,    dass  Ys.  nicht  vor   anderen   über  die    enthaltsamkeit  ihres    gemahls 
sprechen  wird;   vgl.   S.  p.   85,    7  ff . 
D9  ff.  Fern  in  dieser  gegend,   [d.  h.  an  der  grenze  des  landes,  welches  der  herzog 

seiner  tochter  als  mitgift  zugewiesen  hatte,]    waren  nahe  dabei  grenzpfähle  ge- 


1)  Die  Cotton  hs.  (Herrig's  Archiv,  Bd.  62  p.  410)  liest  dafür  weniger  an- 
sprechend: pys  derf  dede,  was  Avow.  Arth.  richtig  von  einem  ritter  gesagt 
wird,  der  sich  der  gemahlin  eines  anderen  in  unerlaubter  weise  nähert. 


—     173     — 

setzt;  zwischen  dem  herzöge  und  einem  ungeheuren  riesen ,  d.  h.  zwischen  dem 
gebiete  des  herzogs  und  dem  eines  u.  riesen,  hatten  sie  von  alten  zeiten  her 
gestanden.  Ich  gebe  übrigens  gern  zu,  dass  v.  2709  auch  zum  vorigen  gezo- 
gen werden  könnte.  Dass  hinter  diesen  pfeilern  ausserdem  noch  ein  fluss  eine 
natürliche  grenze  bildet,  erfährt  man  erst  aus  v.   2721. 

Unter  he  ist  der  riese  zu  verstehen;  "htm  und  he   v.  2716  f.    dagegen   be-  2714 
ziehen  sich  auf  man  v.  2713. 

Dass  der  herzog  diese  worte  spricht,  wird  vom  dichter  nicht  erwähnt ;  wir  2718  ff. 
lernen  es  aber  aus  S.  p.  88,  5,  wo  sich  die  entsprecl^nde  rede  findet. 

hayre  war  W.  Scott  (gloss.  p.  279)  und  ist  mir  heute  noch  unverständlich.  2729 
Stratmann  und  Halliwell  nehmen  auf  diese  stelle  keine  rücksicht.  Ist  für  hayre 
etwa  kayre  zu  lesen?  Allerdings  kommt  dies  verbum  sonst  wol  fast  ausschliess- 
lich in  allitterirenden  dichtungen  vor.  Der  sinn  des  verses  wäre  dann  :  Wenn 
deine  hunde  ivol  auf  den  hasen  losgehen.  Dass  dieselben  dabei  die  grenze  des 
herzoglichen  gebietes  überschreiten,  muss  man  sich  dazu  denken ;  vgl.  jedoch 
v.   2742  f. 

Zu  warten,   sc.  auf  den  riesen.  2737 

Diese  verse  sind  als  Selbstgespräch  Tristrem's  anzusehen.  2738  f. 

Der  inhalt  dieser  verse  erregt  bedenken  wegen  der  erwähnung  des  herzogs.  2746  ff. 
Wenn  wir  übersetzen  :  Da  war  der  herzog  muthig,  rasch  folgte  er  gerade  da,  so 
widerspricht  dem  sinne  der  umstand  ,  dass  der  herzog  Tristrem  diesmal  nicht 
begleitet  hat ,  sondern  dieser  vielmehr  ganz  allein  von  hause  weggeritten  ist ; 
vgl.  S.  p.  89,  12;  aber  selbst  wenn  wir  dies  aus  der  saga  nicht  erführen,  so 
würde  es  schon  der  Zusammenhang  in  E  lehren.  Die  einführung  des  herzogs 
wäre  hier  noch  viel  unmotivirter,  als  in  der  episode  vom  irischen  ritter  die  ein- 
führung der  Brengwain  (vgl.  I  p.  LXXXVI) .  Ich  wüsste  nur  zwei  wege ,  um 
diese  widersinnigkeit  aus  dem  wege  zu  räumen ;  entweder  ist  unter  pe  douke 
hier  Tristrem  selbst  zu  verstehen,  weil  er  der  Schwiegersohn  des  herzogs  ist  — 
doch  ist  das  wenig  glaublich ;  oder  wir  müssen  statt  was  fade,  forbade  lesen ; 
dann  ist  der  sinn:  Wo  der  herzog  es  verboten  hatte,  folgte  er  ihnen  (sc.  den 
hunden)  rasch,  gerade  dahin;  vgl.  v.  2718. 

Vgl.  Sir  Egl.  v.   300  nebst  der  dazu  gehörigen  note  Halliwell's.  2749  f« 

Zum  gedankenzusammenhang  vgl.  Guy  of  Warw.  v.   3683   ff.:  2751  ff. 

Pen  seyde  pe  sowdan  :  What  art  pou, 
That  comes  into  my  courte  nowe?  .... 
Gye  seyde :  Y  schall  the  saye 
My  name,   or  y  wende  awaye. 
I  wyll  pe  nor  no  nodur  beswyke  ; 
Y  am  Gye  of  Warwyke. 
Art  thou,  he  seyde,  bat  ylke  page, 
That  hast  done  me  all  pe  owtrage? 
Thou  slewe  my  cosyn  Coldrane  : 
Hys  hedde  thou  smote  of  allone. 
I  schall  neuyr  ete  bredde 
To  day,   or  pat  pou  be  dedde! 
als  familie,    d.  h.  als  venvandten,    so,  wie  es  unter  verwandten  üblich  ist ;  2759 
Argl.  G.E.  v.   1651   f . : 

And  kidde  he  was  hire  mouies  sune, 
And  kiste  hire  after  kindes  wune. 
Es  ist  zu  ergänzen:   on   Tristrem;  vgl.  Sir  Perc.  v.   1465:  2773  f. 

A  schafte  salle  I  one  hym  sett, 
Vgl.  Sir  Fer.  v.  2731   f.:  2779 

Duk  Roland  and  erld  Olyuer,   pan  pay  bleynte  a  syde, 
And  so  he  dude,   pe  gode  Ogeer,  and  Gy  wolde  no^t  abide. 
Wenn  Heinzel  a.  a.  o.  p.  383  bemerkt,  Thomas  werde  an  drei  stellen  des  2787 
gedichtes  erwähnt,  so  hat  er  dabei  die  vorliegende  übersehen. 

yfold  ist  als  part.  pr.  von  fealden  anzusehen;   vgl.  die  von  Hausknecht  zu   2790 
The  Sowdone  of  Bab.  v.   1427  zusammengestellten  parallelen. 

Diese  zeile  ist  gleichlautend  The  Kyng  of  Tars  v.  234.  2796 


—     174     — 

2797  f-  Ich  WM  niemals  mehr  das  recht  beanspruchen,  gegen  dich  zu  fechten. 

2801  Tristrem  erkannte  ihn  als  freien  mann  an. 

2802  ff.  Wenn  wir  in  hi^t  auffassen  als:   in  eile,  was  dem  Wortlaute  nach  ja  mög- 

lich wäre ,    so  würde  in  v.  2804  f.  das  verbum  vermisst    werden ;    eine    andere 
bedeutung  weiss  ich  aus  dem  überlieferten  nicht  zu  gewinnen;  dagegen  erhal- 
ten wir  sofort  einen  guten  sinn,  wenn  wir  für  in,  him  lesen :   Beliagog  versprach 
ihm  sicher,  ihm  eine  glänzende  halle  zu  bauen  etc. 
2807  hald  —  hald  ist  ein  sehr  harter  reim,   um  so  mehr  als  beide  male  das  wort 

in  demselben  sinne  gebraucht  ist.     Doch  wage  ich  nicht,  zu  ändern. 
2814  Sein  werk  zu  ende  zu  führen. 

2823  Zu  diesem  verse  ist  zu  ergänzen:  zu  hause  bei  seiner  gemahlin. 

2831  A  werk  =   On  werk:  hat  sie  zu  einer  arbeit  angeleitet. 

2834  ff.  Als  sie  begannen,  es  aufzurichten,  so  war  ein  solches  bauwerk  noch  nie  [ge- 

sehen worden]  dem  zwecke  entsprechend. 

2838  Die  züge  der  hs.  erlauben  die  lesungen  gnede  und  guede,  was  W.  Scott 
p.  474  unrichtig  mit  lat.  nequid  zusammen  brachte.  Natürlich  is*  gnede  zu  le- 
sen. Denselben  fehler  hat  Ritson  begangen,  wenn  er  Hörn  Childe  p.  285  f. 
(IX,  9)  druckt :  His  yiftes  were  nought  guede. 

Vgl.  Michel's  bemerkung  zu  d.   st. 

2839  his  des  ist  auffällig;  man  erwartet  pe  des  oder  her  des. 

2841  to  calle,  etwa  =  so  zu  sagen,   dient  nur  zur  ausfüllung  der  zeile.    Mätzner 

s.  v.   erwähnt  diesen  gebrauch  des  verbums  nicht  und  ich  habe  auch  nur  eine 
parallelstelle  dazu  finden  können,  The  Babees  Boke  p.    171,  v.   813  ff.: 
Then  appuls  and  peris  with  spices  delicately, 
Aftur  pe  terme  of  pe  yere  fülle  deynteithly, 
With  bred  and  chese,  to  calle. 
calle  reimt  mit   alle  —  halle  —  smalle. 

Ausgegangen  mag  dieser  gebrauch  sein  von  fällen  wie  Sir  Ottuell  v.  1009  ff.: 
Otuell,   bat  was  so  wighte, 
Duelles  with  Belesent  pe  brighte, 
Was  comely  one  to  calle. 
2844  fal  of  Jtoup  hat  hier  nicht  den  gewöhnlichen    sinn   von  pou7jful :   ängst- 

lich, betrübt  (vgl.  Dyce,   Skelton  II  p.    101),   sondern:  voll  von  arglist. 
2845  —  7  Diese  verse  sind  als  eingeschobner  satz  zu  betrachten,  da  And,    v.  2848, 

sich  eng  an  v.   2844  anschliesst. 
2846  Dass  unter  ymages  hier  werke  der  plastik,  nicht  gemälde  zu  verstehen  sind, 

ergibt  sich  schon  aus  den  ausführungen  unseres  dichters  mit  ziemlicher  Wahr- 
scheinlichkeit ;  durch  die  genaue  beschreibung  in  der  saga  wird  diese  behaup- 
tung  zweifellos  sicher  gestellt;  vgl.  I  p.  CXXVII. 

2853  Vgl.  Octov.  v.  633: 

The  gret  lordys  of  renoun 
Sir  Fer.  v.  2078  : 

Lucafer,  pe  kyng  of  Bandas,  a  strong  kyng  of  renoun. 
Le  Bone  Flor.  v.  1030  f.: 

Ther  was  lefte  no  man  in  that  town, 
To  kepe  the  lady  of  renowne, 
Aehnl.  Sir  Degr.  v.  283  : 

Lordus  off  honore 

2854  Der  name  Bonifas  kehrt  in  den  romanzen  öfters  wieder.  Bonefas  heisst 
z.  b.   der  diener  der  königin  Iosiane,  Sir  Beves  v.  2151. 

2859  vp  and  doun  =  überall;  vgl.  Mätz.  Wtb.  I  p.  689. 

2861  Nur  hier  heisst   der  herzog  Florentin,  vgl.  I  p.  CXXVIII;    in  G.  v.  18 71 5 

Iovelin.  Ich  kenne  aus  der  englischen  romanzendichtung  blos  noch  einen  erl 
Florentyne,   dessen  söhn  Guy  of  Warwick  tödtet;  vgl.  Guy  of  Warw.  v.  6467  ff. 

2865  W.  Scott  las  pow  statt  polk ;  Ik  oder  ik  und  w  sehen  in  der  Auchinleck-hs. 

einander  allerdings  ähnlich,  daher  z.  b.  Turnbull,  Sir  Beves  v.  229  prwede  statt 
prikede  gedruckt  hat. 

2870  Die  abstammung  des  wortes  smare,  welches  natürlich  als  adverb  aufzufas- 

sen ist,   ist  noch  nicht  klar  gestellt.    Es  wird  überall  in  Verbindung  mit  hlehhen 


—     175     — 

gebraucht;  vgl.  Stratm.3  p.  5iob,  der  übrigens  nur  die  form  smere  kennt,  wäh- 
rend hier  smare  durch  den  reim  gesichert  ist.  So  viel  ist  jedenfalls  sicher  (vgl. 
Mätzner  Sprachpr.  I  p.  132,  note  in  v.  23),  dass  es  zu  demselben  stamme  ge- 
hört, wie  das  ae.  bismerian  und  smearcian,  smirk,  smile ;  dadurch  erklärt  sich 
das  schwanken  zwischen  e  und  a.  Ebenso  gehört  hieher  das  mhd.  smieren, 
welches  ebenfalls  zuweilen  mit  lachen  verbunden  wird,  vgl.  Frl.  M.  L.  26,  4: 
ein  smuzlich  lachen  smieren.  Trist.  19246:  smier ende  unde  lachende,  bismer  wird 
im  sinne  von  mockery  gebraucht ,  und  auch  hier  würde  der  sinn :  die  dame 
lachte  sehr  spöttisch,   der  Situation  ganz  angemessen  sein. 

Weitere  belege  für  die  phrase  wip  outen  op  gibt  Zup.  zu  Guy  v.   10862.      2880 

Der  dichter  lässt  Ysonde  ungenau  berichten  ;    es  kommt    nicht    darauf  an,   2887  f. 
dass  das  wasser  auf  den  sattel,  sondern  darauf,   dass  es  unter  Ysondens  kleider 
spritzt   (vgl.  v.   2868).     Dass  er  das  eigentlich  hat  sagen  wollen,  bezeugen  die 
eng  dazu  gehörigen,  nächsten  zeilen  :   So  nahe  hat  wahrhaftig  noch  nie  ein  mann 
gegriffen. 

Vgl.  Libius  Disc.  v.   1157  f.: 

How  one  of  Arthurs  knights 
Shamely  had  him  shent, 

Diese  zeilen  bereiten  einige  Schwierigkeit      Der  sinn  muss  jedenfalls  sein :    2896 
Verächtlich  behandelt  er  eine  frau,  die  unserer  familie  angehört.    Vor  allem  wird 
da  das  object  vermisst ;    auch  on  ist  auffällig.     Vielleicht  ist  nach  on,    of  ein- 
zuschieben :    In  verächtlicher  weise  hat  er  zur  frau,    behandelt  er  als  seine  frau 
eine  von  unserer  familie. 

Als  er  [ihr]  seine  treue  verpfändete,  so  sah  ich  das  sehr  gern,  mit  beziehung  2898  ff. 
auf  v.  2661   f.     Für  alles  gold  von  Indien  soll  dieselbe  nicht  so  gebrochen   sein, 
dass  es  gesühnt  werden  könnte,  d.  h.  für  den  an  dir  begangenen  treubruch  will 
ich  keinerlei  sühne  annehmen;   diese  auffassung  stimmt  ja  auch  zum  inhalte  der 
folgenden  verse. 

Vgl.   Kyng  Alis.  v.  903   ff.:  2900 

For  al  the  gold  of  Cartage 
Nolde  he  take  othir  gage. 

Sonst  wird  Indien  auch  erwähnt,   um  ein  sehr  entferntes  land  überhaupt  zu 
bezeichnen,  vgl.  Havel.   1085  f.: 

Pou  y  southe  heben  into  Ynde, 

So  fayr,   so  strong  ne  mithe  y  finde. 

Einer  von  uns  soll  seinen  schweiss  verlieren,  d.  h.  umsonst  kämpfen ,  weil  2904 
er  unterliegen  wird.     Vgl.  zur  ausdrucksweise  v.   10 19. 

Vgl.  zur  constr.  v.  2663.  2907 

Warum  war  sie  niemals  die  deine?  d.  h.  Warum  hast  du  niemals  von  ihr,    291 1 
als  deiner  gattin,   besitz  ergriffen,   deine  ehelichen  rechte  ausgeübt? 

Die  erklärung  dieses  verses  bereitet  Schwierigkeiten.  Scott  erklärt  im  glos-  2937 
sar  steven  mit  hour,  or  time ;  Madden ,  Gentlemen's  Magazine  1833  II  p.  311 
durch  voiee ;  letzterer  übersetzt  demgemäss  :  Lest  they  by  (your)  talking  discover 
it.  Dieser  dem  zusammenhange  wol  angemessne  sinn  lässt  sich  jedoch  aus  dem 
überlieferten  nicht  gewinnen.  Leider  muss  ich  mich  damit  begnügen,  dies  zu 
constatiren,  da  ich  selbst  eine  befriedigende  lösung  des  räthsels  nicht  zu  geben 
vermag. 

To  brink  =  zum  ufer,   gehört  zum  folgenden  und  steht  parallel    zu  Belia-  2946 
gog  :  Zum  ufer  willst  du  mich  leiten,   um  mich  zu  erschlagen,  zu  Beliagog,  ver- 
muthe  ich.     Die  häufung  von  to  in  diesem  satze  ist   allerdings    unschön,    doch 
liegt  zu  einer  änderung  kein  grund  vor;   vgl.  v.    2971   f. 

Wel  ist  auffällig;   ist  wei  dafür  zu  lesen?  Freilich  stehen  mir  parallelstellen   2950 
für  den  einzelgebrauch  dieses  Wortes  ohne  le  wei,   nicht  zu  geböte. 

Vor  dieser  zeile  ist  zu  ergänzen  :    Er  muss  es   sich  gefallen    lassen ,    wenn  2954 
ich  auch  — . 

Ein  eigenthümlicher  gebrauch  des  plur.  maj.  2959 

Worte  Tristrem's.  2960 — 3 

fond  he  sc.  Ganhardin,    denn  Tristrem  brauchte  die  halle  ja  nicht  erst  zu  2964 
finden. 


—     176     — 

2966 — 7°  Ganhardin  wusste  es  nun  zuvor,  dort  würden  Tr.  und  er  verweilen,  um  zu 

lauschen  und   Ysonde  zu  sehen,  in  der  strahlenden  und  glänzenden  halle. 
2976  Ueber  blo  vgl.  Skeat  zu  P.  PI.  C.  Pass.  IV  v.  125  u.  Guy  of  Warw.  v.  466  f.: 

Sehe  waxed  bloo,   as  any  ledde, 
2980  f.  Der  sinn  dieser  zeilen  ist  entweder?    Es  war  Ganhardin  sehr  unangenehm, 

dass  er  sich    Ys.  so  näherte,  d.  h.  sich  gleich  mit  einer  solchen  Ungeschicklich- 
keit bei  ihr  einführte,    oder:   Es  that  ihm  leid,    dass  er  Ys.  so  nahe  gekommen 
war,  näml.  indem  er  vor  dem  riesen  zurückprallte. 
2983  Parallelstellen  zu  diesem  ausdruck  bringt  bei  Zup.  zu  Guy  v.  5056. 

2988  Ich  nehme  diese  zeile  zum  vorigen:    Er  schwor  bei  gottes  gnade,    das  edle 

mädchen  thäte  ihm  leid.     Die  beiden  folgenden  enthalten  dann    nur   eine    that- 
sächliche  bemerkung. 
2991  f.  Wir  sind  toll,  gegen  deinen  willen  zu  reden,   d.  h.   entweder:  Ick  war  toll, 

als  ich  deinem  willen  widerstrebte,  in  erinnerung  daran,  dass  er  Tr.  in  bezug  auf 
Ys.  vorwürfe  gemacht  hat;  oder:  Wir  würden,  sc.  jetzt,  toll  sein,  wenn  wir 
deinem  willen  widerstreben  wollten,  womit  er  freilich  auch  wieder  nur  sich  selbst 
meinen  würde.  Für  diese  erklärung  spricht  noch  der  anfang  der  folgenden 
strophe;  ich  übersetze  v.  2993  ff.:  Ez  würde  nichts  anderes  als  das  brechen  des 
herzens  zur  folge  haben,  das  sehen  wir  sehr  wol  ein,  und  es  ist  eine  thorheit  von 
uns,  ein  wort  gegen  dich  zu  sprechen.  Ich  nehme  also  hertbreke  als  subst.,  ge- 
bildet wie  herttene,  Greg.  ed.  Schulz  v.  388. 
3001  frende  erscheint  hier  auffällig;   da  die  Übersetzung  von  v.  3001  f.:   so  dass, 

0  freund ,    ich  nicht  froh  werden    kann   etc.    doch    wol   abzuweisen   ist,    so    ist 
nur  die  erklärung  möglich,    dass  Brengwain    als    freundin    der   v.   2984    zuletzt 
genannten  Ysonde  bezeichnet  werden  soll. 
3006  bei  gewinn  und  vertust,   d.  h.  in  guten  und  schlimmen  lagen ;   vgl.  v.  3008  f. 

301 1  Zu  may  ist  der  inf.  bewirken  zu  ergänzen;   vgl.  o.   zu  v.  404. 

3014  Vgl.   W.   L.  V,   46  ff.: 

Me  were  leuere  kepe  hire  come, 
Pen  beon  pope  and  ryde  in  Rome 
Stype  vpon  stede. 
Ferner  Sir  Tr.  v.   3079  und  Sir  Perc.  v.   147 1  f.: 
Mene  that  bolde  were  to  byde 
And  styff  appone  stede. 
Die  pferde  selbst  werden  stip  genannt;  vgl.  Sir  Fer.  v.  2613  f.: 
Sone  panne  were  pes  barouns  di^t  in  ful  sykere  wedes, 
In  aketouns,   helmes  and  brynyes  bri^t,   and  on  stype  stedes. 
3017  ff.  Weil  Tristrem    Ysonde  [Weisshand]  sich  genommen  hatte ,    so  wähnte    auch 

er  jetzt  schlau  genug  zu  sein,  sie,  d.  h.  die  andere  Ysonde,  zu  seiner  geliebten 
zu  machen.     Dass  der  englische  dichter  diesen  gedanken    ausdrücken   will,    ist 
unzweifelhaft;   aber  die  beziehung  von  hir  ist  in  ihrer  Unklarheit  so  irreführend, 
wie  nur  irgend  möglich. 
3022  f.  Ihr  herz  war  immer  so  hochgesinnt ,    dass  sie  festhielt  sc.    an    ihrem    ersten 

geliebten. 
3026  made   ist   als   plusquamperf.    aufzufassen :     Tristrem   hatte  [früher]  ein   lied 

gedichtet. 
3028  Ueber  euer  among  vgl.  Zup.  zu  Guy  v.   650. 

3041  f.  In  diesen  versen  gibt  der   dichter   seinen  lesern  wieder  einmal  ein  schwe- 

res räthsel  auf.  Eine  andere  miene  wirst  du  machen,  wenn  du  selbst  sie  siehst. 
Ich  fasse  diese  worte  im  zusammenhange  so  auf:  Drei  gründe  haben  Tristrem 
veranlasst,  Ysonde  Weisshand  zur  gemahlin  zu  nehmen;  erstens,  weil  sie  ebenso 
heisst  wie  du;  das  ist  in  v.  3037  f.  angedeutet  (for  pi  sake),  in  v.  3043  f.  aber 
erst  weiter  ausgeführt ;  zweitens,  weil  er  dadurch  die  aussieht  gewinnt,  herzog 
von  Breteyne  zu  werden  (v.  3040);  endlich,  weil  sie  sehr  schön  ist;  das  liegt 
in  v.  3041  f.:  Eine  andere  miene  würdest  du  machen,  d.  h.  dich  sehr  wundern, 
wenn  du  sie,  d.h.  ihre  Schönheit,  erblicktest;  das  ist  eben  nur  eine  Umschrei- 
bung für  die  notiz,  dass  jene  ihres  äusseren  wegen  für  ihn  begehrenswerth  ge- 
wesen sei ,  denn  ein  zusammentreffen  beider  Ysonden  kann  doch  noch  gar  nicht 
in  frage  kommen ;  alle  diese  gründe  sind  geeignet,   dich  zur  räche  anzustacheln 


—     177     — 

(v.  3039).  Dass  Canados  daran  die  aufforderung  knüpft,  sie  solle  sich  nun 
auch  einen  anderen  liebhaber  suchen,  und  sich  selbst  dazu  vorschlägt,  vergisst 
der  dichter  uns  zu  erzählen  ;  es  wird  aber  in  Vsondens  antwort  v.  3061  f.  vor- 
ausgesetzt. Man  vgl.  S.  p.  87,  13  ff.:  Nü  hefir  pü  tapat  Tristram,  unnusta 
pinttm;  kann  hefir  fengit  ser  nü  konu  d  ■odru  landi ,  ok  mdttu  nü  um  leitast 
at  fd  "per  unnusta ,  pviat  kann  hefir  svikit  pik  ok  hafnat  pinni  äst  ok  fengit 
fridari  konu  med  mikilli  scemd ,  dbttur  hertugans  yfir  Bretlandi  !  Diese  stelle 
deckt  sich  augenscheinlich  mit  unserer  Strophe ;  sie  enthält  die  von  uns  in  E 
vermisste  idee ;  ebenso  hebt  sie  Ysondens  Schönheit  und  Tristrem's  durch  sie 
gewonnene  ehrenstellung  hervor.  Dass  der  hier  fehlende  gedanke ,  Tr.  habe 
die  zweite  Ys.  genommen,  weil  sie  so  heisse,  wie  die  erste,  höchst  unpassend 
ist  in  dem  munde  eines  nebenbuhlers ,  welcher  so  den  anschein  bekäme,  Tri- 
strems  handlungsweise  entschuldigen  zu  wollen,  hat  Heinzel  a.  a.  o.  p.  406 
schon  sehr  richtig  bemerkt.  Der  nach  dem  gedächtniss  dichtende  Engländer 
hat  ihn  früheren  stellen  des  frz.  gedichtes   entnommen. 

Stratm.3  p.  294 b  führt  diese  stelle  s.  v.  häten,  jubere,  protnittere  auf;  je-  3050 
doch  weiss  ich  nicht,  wie  er  dann  den  vers  versteht ;  auch  wäre  dies  der  ein- 
zige fall  in  diesem  gedichte ,  dass  nach  schottischer  art  ay  für  ae.  ä  stünde. 
Dasselbe  bedenken  waltet  ob ,  wenn  wir  mit  W.  Scott  hayte  =  hatte ,  hassen 
ansetzen.  Offenbar  soll  der  vers  doch  einen  gegensatz  bilden  zum  folgenden : 
wo  man  ehre  erweisen  sollte.  Der  geforderte  sinn  ist  also  entweder  verfolgen 
oder  verspotten,  hayte  kann  aber  keines  von  beiden  heissen  ;  ist  dafür  etwa 
baite  zu  lesen ,  was  vom  hetzen  des  wildes  und  vom  verfolgen  von  menschen 
gebraucht  wird  (vgl.  Mätzner  Wtb.  I  p.  165b)?  febli  hiesse  dann  in  schänd- 
licher weise ,  wie  Langt,  p.   156;  vgl.  Mätzner  s.  v.  feblelike. 

Ueber  menske  vgl.  Skeat  zu  P.  PI.  C.  Pass.  IV  v.   230.  3051 

So  dass  dir  immer  leid  zviderfahren  möge  dafür.  Z°S5  f« 

Vgl.  The  Squyr  of  1.  d.  v.  257  f.:  3058 

I  pray  to  god  and  our  lady, 
Sende  you  the  whele  of  vyctory, 
Was  du  von  mir  erbeten  hast,  soll  dir  niemals  zu  theil  werden,  d.  h.  meine  3061  f. 
liebe. 

von  allen,  welche  wein  trinken ,  d.  h.  natürlich:  von  allen  männern,  oder  wol  3064 
besser :    von  allen   menschen.     W.  Scott  führt  aus  einem   altfrz.  epos   folgende 
parallelstelle  an  : 

La  meilleur  gent,  qui  oncques  beurent  vin. 
Entsprechende   englische    stellen   aus   den    fassungen    der   Guy-sage   bringt 
Zupitza  bei  zu  Guy  v.  4708.    Dem  sinne  nach  gleichbedeutend  ist  es  natürlich, 
wenn  ein  Jüngling  genannt  wird,  Torrent  v.  2495  ff.: 

One  of  the  feyrest  knyghtis, 
That  slepith  on  somer  nyghtes, 
Or  walkyd  in  wede. 
Ein    interessantes   gegenstück    zu    diesem    ausdruck    bietet   Guy    of  Warw. 
v.  4707  f.: 

5^yt  pou  art  the  trewest  knyght, 
That  euer  slepyd  in  wynturs  nyght. 
Vgl.  auch  Seven  Sages  (Hall.)  v.  646  f. : 

For  alle  the  men  that  beres  brethe, 
He  sal  to  morwen  thole  dethe. 
Ferner  Melayne  v.  173  f.: 

The  falseste  traytoure  was  he  one, 
Pat  euer  with  fode  was  fedde. 
Vgl.  Kyng  of  Tars  v.  782  ff.:  3068  f. 

Ye,  sire,  heo  seide,  be  seint  Katerin, 
Yif  haluendel  the  child  were  thyn, 
Then  miht  ye  gladnes  se. 
Edw.  Schröder  bemerkt  mit  recht  (Anz.   f.  d.  alt.  VIII  p.  119),  dass  dieser 
schwur  sonst  in  englischen  romanzen  nicht  vorkomme ;   daraus  aber  zu  schlies- 

Kölbing,  Sir  Tristrem.  I2 


—     178     - 

sen,  dass  der  verf.  des  Kyng  of  Tars  eine  gewisse  ähnlichkeit  seines  Stoffes 
mit  der  Katharinenlegende  herausgefühlt  habe,  erscheint  gewagt  gegenüber  der 
vorliegenden  stelle  und  der  gleich  noch  zu  citirenden ,  welche  zeigen ,  dass 
die  anrufung  dieser  heiligen  auch  sonst  nachweisbar  ist,  wo  von  einer  ähnlich- 
keit der  Situation  nicht  die  rede  sein  kann. 

In  Torrent  v.  2153  ff.  sagt  eine  darne  von  sich  : 
Seynt  Katryn  I  shold  have  sought, 
Wekyd  weders  nie  heder  hath  brought 
Into  this  forest  grene. 
Die  naive  idee,    auf  jemanden  von  gott  und  den  heiligen  Unheil  herabzu- 
flehen,  kehrt  auch  sonst  wieder;  vgl.  Sevyn  Sages  v.  657  f.: 
For  that  child,  that  naked  was, 
Mani  bade  themperice  evel  gras. 
In  späteren  Zeiten  galt  das  freilich  für  ungebildet;    deshalb  sagt   der    Ver- 
walter bei  Chaucer  in  beziehung  auf  den  müller  (Cant.  tales,  Prol.  of  the  reeve 
v.  63  f.): 

Right  in  his  cherles  termes  wol  I  speke  : 
I  praye  to  god,  his  nekke  mot  tobreke. 
Zu  v.   3069  vgl.  noch  King  Alis.  v.  943  : 

Mony  ther  was  that  eovel  spedde, 
3084  he  kann  nicht  =  pai  sein,  da  dies  der  mundart  des  gedichtes  widerstrei- 

ten würde ;  es  ist  offenbar  Ganhardin  gemeint. 

3092  ay   ist   hier  ebenso  ein  bedeutungsloses  füllwort,    wie   öfters    in    der    alten 

psalmenübersetzung ;  vgl.  Mätzner  Wtb.  I  p.  2b. 

3120  Vgl.   Sevyn  Sages  v.   1224: 

Hit  schal  the  rewe,  bi  heuenekyng! 
Das.  v.   1993  f.: 
,  Nai,  dame,  he  saide,  bi  heueneking, 

That  was  no  rightwis  doing! 
Vgl.  das.  v.  2425 ;  Amis  and  Amil.  v.  1495. 
3123  Die  ganze  nacht  wollen  wir  hiev  verweilen. 

3126  bi  siijt  =  ihrem  aussehen  nach. 

3128  Für   die  Verbindung   von   clerk  und   kni^t  führt  Mätzner,  Wtb.  I   p.  444 a 

eine  stelle  aus  A.  R.  an.     Vgl.  noch  Sevyn  Sages  v.   1922: 
I  nelle  neither  louie  clerk  ne  kni^t. 
Das.  v.   2483  f.: 

Themperour  anon  right 
Drof  out  both  clerk  and  knight. 
Bödd.  P.  L.  II  v.  29  f.: 

Men  of  religioun,  nie  halt  hem  ful  hene, 
Baroun  and  bonde,   pe  clerc  and  pe  knyht. 
129  f.  Eine  sehr  schwierige   stelle.     Der  sinn   ist  —  v.  313s,    dass  Ysonde  und 

Brengwain  Tristrem  und  Ganhardine  in  der  nacht  sehen  und  mit  ihnen  in  ver- 
kehr treten.  Die  dem  Wortlaute  nach  am  nächsten  liegende  Übersetzung : 
Ysonde  erblickte  die  flamme  unter  (oder  zwischen)  den  leichten  blättern  durch,  ist 
in  diesem  zusammenhange  abzuweisen ;  denn  von  welcher  flamme  könnte  da 
die  rede  sein  ?  Scott's  erklärung  von  lye^  p.  479 :  Probably  place  of  lying,  or 
pitching  camp,  ist  nach  form  und  inhalt  abzulehnen.  Ich  übersetze :  Ysonde 
sah  die  an,  welche  unter  leichten  blättern  lagen;  dass  sich  Tr.  und  Ganh.  in 
einem  walde  befinden,  erfahren  wir  auch  aus  S.  p.  101,  11  ff.:  Nu  sem  konungr 
var  genginn  at  sofa  ok  allr  hans  skari ,  var  Tristram  par  i  einum  leyniskog 
skamt  frd  kastalanum.  Wenn  der  engl,  dichter  etwas  ähnliches  in  seiner 
vorläge  fand,  so  konnte  er  leicht  daran  die  idee  anknüpfen,  da  es  sich  ja  doch 
um  die  nachtzeit  handelt,  sie  hätten  sich  dort  ein  blätterlager  zurecht  gemacht. 
Zu  dieser  auffassung  stimmt  auch  das  folgende ;  Ysonde  und  Brengw.  erkennen 
Tristrem  im  freien;  auch  das  berichtet  S.  p.  101,  J16  ff.  Vgl.  die  anm.  zu 
v.   3137. 


—     179     — 

Vgl.  King  Hörn  v.   309  ff.:  3134  ^ 

Pn  schalt  pi  trewne  plijjte 
On  min  hond  her  ri^te, 
Me  to  spuse  weide, 
And  ihc  pe  lord  to'helde. 
Diese    stelle   steht    der   unsrigen    nach  inhalt  und  form  sehr  nahe.     Ueber 
weide   in  diesem  sinne  vgl.  Engl.  st.  III  p.   102  f.   und  Wissm.  zu  d,  st.;    über 
trewpe  pli'ijte  vgl.  Zup.  zu  Guy  v.  4330. 

Vgl.  Sir  Degr.  v.  1190:  3137 

Thorw  a  fayr  forest. 
Ob  nach  unseres  dichters  auffassung  die  zwei  paare  in  einem  der  pavilouns 
oder  im  offnen  walde  campirt  haben,    ist  aus  dem  Wortlaute  nicht  zu  ersehen  ; 
doch  zeugen  v.  3139  ff.  für  das  erstere. 

Dass  die  zelte  eingerissen  werden,  [es  handelt  sich  doch  jedenfalls  um  zer-  3139 
legbare  zelte,  welche  auf  reisen  mitgenommen  werden  können]  erfahren  wir  in 
keiner  anderen  fassung  der  sage ;  doch  kann  ja  über  den  sinn  der  zeile  im  allg. 
kein  zweifei  sein;  nur  heisst  das  entweder:  Er  [sc.  Canados]  Hess  ihre  zelte  zer- 
stören, oder:  Er  [sc.  der  späher]  zerstörte  ihre  zelte.  Ich  halte  des  folgenden 
wegen  die  letztere  auffassung  für  richtiger.  Die  nächsten  zeilen  kann  ich  mir 
nämlich  nur  so  zurechtlegen ,  dass  es  durch  die  Zerstörung  der  zelte  an  den 
tag  kommt ,  dass  Tristrem  und  Ganh.  bei  den  damen  übernachtet  haben ,  und 
die  leute  aus  der  umgegend  sich  beeilen,  dies  Canados  zu  hinterbringen. 

abide  wird  hier  in  dem  nebensinn  aufpassen  gebraucht  sein.  3*44 

Ganh.  hat  hier  eigentlich  gar  nichts  zu  thun ;  am  Schlüsse  der  Strophe  wird  3148  f. 
er  dann  noch  einmal  an  richtiger  stelle  genannt.  Dem  Wortlaute  nach  müsste 
sich  pal  v.  1349  auf  Gouv.  und  Ganh.  beziehen,  während  man  nach  S.  p.  102, 
7  ff.  nur  an  Gouv.  und  etwa  einen  anderen  diener  Tristrem's  denken  kann. 
Nach  E.  v.  3 151  ff.  flieht  dann  Gouv.  allein.  Der  engl,  dichter  ist  sich  viel- 
leicht selbst  über  die  Situation  nicht  recht  klar  gewesen. 

Und  Hessen  das  schwere  zeit  (löge  =  paviloun)   ruhig   liegen  für   diesmal ;  3154  f. 
eingerissen  war  es  ja  schon;  vgl.  zu  v.   3139. 

Ueber  deray  vgl.  Zup.  zu  Guy  v.   11 10  und  4198.  3165 

Einige  parallelen  zu  der  Zusammenstellung  von  coppe   und   claper  bei    er-  3173 
wähnung  eines  aussätzigen  bringt  W.  Scott  p.  453  f.  bei  aus  Henryson's  Testament 
of  Creseide.   Da  mir  das  gedieht  selbst  nicht  zugänglich  ist,  so  muss  ich  mich 
damit  begnügen,  die  dort  angeführten  stellen  zu  wiederholen.    Saturn  spricht  über 
die  untreue  geliebte  des  Troilus  folgendes  urtheil: 

Thus  shalt  thou  go  begging  fro  hous  to  hous, 
With  cuppe  and  clapper,  like  a  lazarous. 
Sie  wird  von  ihrem  vater  in  ein  spital  geschickt : 
Whan  in  a  mantel  and  a  bevir  hat, 
With  coppe  and  clappir,  wonder  privily, 
He  opened  a  secrete  gate,  and  out  thereat 
Conveyed  her,  that  no  man  should  espie. 
Die  erstere    stelle    citirt   auch  Mätzner,    Wtb.  I    p.  419.     Man    könnte    in 
zweifei  darüber  sein ,    ob  unter  claper  wirklich   eine   wamungsldapper  zu    ver- 
stehen ist ,  wie  Scott  und  Mätzner  meinen ,    oder  ob  durch  dieselbe  nicht  blos 
die    aufmerksamkeit   der   passanten   erregt   werden    sollte.      Schultz    a.    a.    o.    I 
p.  408  f.  weiss   wenigstens    nichts   von    einer   warnungsklapper,    bemerkt    aber 
bezüglich  der  aussätzigen:  »Sie  klopfen  an  ihre  näpfe,  um  die  aufmerksamkeit 
zu  erregen,  und  bekommen  von  der  burgherrin  geld ,  brot ,   fleisch    und  wein.« 
Für  die  letztere  auffassung   spricht  die    an  Creseide    gerichtete   mahnung   einer 
anderen  aussätzigen,   welche  sie  lehren  will,   ihren  lebensunterhalt  zu  gewinnen  : 
Go,  lerne  to  clappe  thy  clappir  to  and  fro, 
And  learn  aftir  the  lawe  of  leper's  lede. 
wie  sie  es  treiben  im.volke,  sc.  Ysonde  und  Canados,  wie  aus  dem  anfang  3187  f. 
der  nächsten  Strophe  hervorgeht. 

Sie  weist  ihn  jetzt  noch  sehr  bald  ab,  d.  h.   sobald  er  sich  ihr  in  zudring-  3198  f. 
licher  weise  nähert, 

12* 


—     180     — 

Der  sinn  der  ganzen  Strophe  ist,  dass  Ys.  sich  zwar  jetzt  noch  weigere, 
sich  Canados  hinzugeben,  dass  sie  das  aber  schliesslich  doch  thun  werde,  nicht 
sowol  aus  liebe  zu,  als  aus  furcht  vor  ihm. 

3204  htm  bezieht  sich  auf  Sir  Canados  in  v.   3192. 

3217  Wo  ist  Tristrem  hingekommen  ? 

3222  Brengwain  sah  das  richtige  ein,  d.  h.  sah  ein,  dass  Ys.  recht  hatte.    Diese 

bedeutung  von  bihalden  führt  Mätzner  s.  v.  nicht  an. 

3226  Der  Überlieferung  zufolge  wäre  he  =  Tristrem  subject  des  satzes,  also: 
Brengwain  bat  er  zuzuhören.  Statt  dessen  spricht  aber  dann  offenbar  Br.  selbst. 
Dieser  anstoss  Hesse  sich  nun  sehr  leicht  dadurch  beseitigen  ,  dass  man  für  he 
him  schriebe.  Vielleicht  aber  ist  des  dichters  meinung,  dass  Brengwain,  anstatt 
Tristrem  gehör  zu  geben,  ihm  vorwürfe  macht,  so  dass  er  erst  v.  3230  zu  worte 
kommt.  Dass  zunächst  Br.  spricht,  müssen  wir  dann  freilich,  wie  so  manches 
andere,  aus  dem  zusammenhange  errathen. 

3227  Ich  verstehe:  Wer  da  waffen  ttttg,  nämlich  etc.,  d.  h.  Ihr,  die  ihr  waffen 
trugt,  oder:   Obgleich  ihr  waffen  trugt. 

3236  An  der  einzigen  von  Stratm.3  p.  432 b  für  parti  angeführten  stelle,    C.  M. 

v.  7469  f.: 

And  her  i  bede  mi-self  redi, 
For  to  fight  for  vr  parti. 
hat  das  wort  die  bedeutung :  partei,  heer,  im  gegensatz  zu  einem  anderen ;  hier 
heisst  parti  offenbar  direkt  gegenpartei ;    Canados  nahm  die  gegenpartei ,    d.  h. 
erklärte  sich  für  einen  gegenpart  Tristrem's.    In  dem  sinne  von  gegenpart  wird 
party  ja  auch  noch  ne.  gebraucht. 
3  244  f.  Die  ausdrucksweise  ist  ungenau ;  statt  zu  sagen  :  Sie  wollten  aus  dem  tur- 

nier   nicht   fliehen,    sondern    ihre  feinde   niederwerfen,    sagt   der   dichter;    Sie 
wollten  aus  dem  turnier  nicht  fliehen,  bis  ihre  feinde  niedergeworfen  wären. 
3252  Entweder:    Weil  er  verläumdungen  erzählt  hatte  oder:   Wegen  der  verläum- 

dungen,  die  er  erzählt  hatte,  so  dass  ausfall  des  rel.  pron.  vorliegt.    Die  letztere 
auffassung  ist  vorzuziehen,  da ]te  erst  dadurch  eine  bestimmte  beziehung  bekommt. 
In   beiden   fällen   ist  der  sinn  :    Für  die  verrätherei,  die  Mer.  gegen  Tr.  geübt 
hatte. 
3261  he  ist  Tristrem,  him  Canados;  ebenso  in  v.  3266. 

3263  Dass  gan  mit   dem   inf.  sehr   häufig  nur  zur   Umschreibung  des  einfachen 

sing.  prät.  gebraucht  wird,  ist  bekannt.     In  der  regel  geschieht  das  aber  doch 
blos,   wenn  das  verbum   eine   handlung  ausdrückt,  nicht  einen  zustand,  wie  an 
der  vorliegenden  stelle,  an  der  trotzdem  nichts  zu  ändern  sein  wird. 
3270  ff.  Die  gegend  Hess    sich   mit  ihnen  in  ein  handgemenge    ein,    d.  h.  Die  leute 

aus  der  umgegend  fielen  auch  noch  über  die  besiegten  her.     Der  grund  davon 
wird   in   den  folgenden  versen  angegeben  :  Tristrem  hat  ihnen  mitgetheilt,  was 
ihm  von  Canados  für  schmach  angethan  worden  ist. 
3274  ff.  Nach   der  anschauung   des   dichters   scheinen    die    feinde    sich    auf   einem 

berge  verschanzt  zu  haben,  welcher  von  Tristrem's  anhängern  genommen  wird. 
V.  3275  f.  enthalten  so  allgemeine  ausdrücke,  dass  es  schwer  wird,  sich  von 
den  betr.  militärischen  Operationen  ein  klares  bild  zu  machen.  Ich  verstehe: 
Nachdem  sie  den  hügel  genommen  haben  ,  marschiren  sie  (passed)  den  berg 
rasch  (weh  anou%)  herunter,  verfolgen  die  feinde  im  walde  und  legen  ihnen 
hinterhalte  (bade).  Dass  and  bade  vorangestellt  ist ,  ist  bei  diesem  dichter 
nicht  auffällig.  Zu  v.  3277  vgl.  das.  zu  v.  2485  bemerkte. 
3281  f.  Vgl.  Las;,  v.  27298  f.: 

Ane  twien  heo  beo3  ouer-cumen 
And  islasjen  and  inumen. 
3294  bone   ist   hier   nicht   bitte,    denn   eine   solche   ist   v.  3227 — 9    nicht  ausge- 

sprochen, sondern  wünsch  wie  öfters ;  vgl.  v.  440. 
3296  Hier  beginnt  wieder  einmal  mitten  in  der  Strophe  eine  ganz  andre  episode 

des  gedichtes,  ohne  dass  dies  irgendwie  angedeutet  wäre.     Vgl.  o.  zu  v.  1809. 
Dass  mit  einem  ritter,  der  keine  schuhe  trägt,  ein  junger,  noch  unerprobter 
ritter  gemeint  sein  wird,  bemerkte  ich  I  p.  CXLI.    Von  der  gewandung  junger 
männer  direct  vor  dem  ritterschlag  heisst  es  Guy  of  Warw.  v.  393  f.: 


—     18t 


Hosys  pey  had  vppon,  but  no  schone, 
Barefote  thcy  were  euerychone. 
Ich  beziehe  ]tat  auf  Mi  kman:   Die  wol  von  liebe  zu  reden  versteht;   eine  3305  f. 
solche  ~uie   Christus  dir  senden  möge!    Vgl.  Havel,  v.   194  f.  : 
And  bat  she  coupe  of.  curteysye 
Gon,  and  speken  of  luue-drurye ; 
'pett  tide  nach  pis  tide  v.   3315  ist  auffällig.  3319 

Vgl.  The  Emp.  Oct.  v.   1607  f • :  33*2 

Thorow  the  grace  of  god  almyght 
P'ulle  faste  he  fellyd  ther  pryde. 
V.   1607  ist  =  Torrent  v.  559. 

Vgl.  Sevyn  Sages  v.  2619  f.  3324 

He  com  to  the  galewes,  armed  wel, 
Bothe  in  iren  and  in  stel. 
Dieselbe  zeile  Siv  Degr.  v.  586.      Sehr  häufig  kehrt  dieselbe  wieder  in  Guy  of 
Warw.  ;  vgl.  Zup.  zu  v.  960;  Sir  Perc.  v.  745  f.  ;  Le  Bone  Flor.  v.  1336  f.  Bödd. 
P.  L.   VI  v.    in  ;    v.    122. 

Vgl.  The  Anturs  XL  VI :  3341 

That  evyr  these  duzü  with  dyntus  so  dulfuly  were  dizte. 

Dass    der    rest   des    gedientes   verloren  ist,    wurde  o.  p.  90  bemerkt.     Ich  3344 

lasse  hier  die  fünfzehn  Strophen  folgen,  durch  deren  zudichtung  W.  Scott  dieses 

manco    zu  ergänzen  versucht  hat,  ohne  mich  natürlich  auf  eine  kritische  beur- 

theilung  derselben  einzulassen.     Die  Schreibung  th  und    gh   habe   ich   durch   p 


und  z  ersetzt. 


I. 


Pe  companyons  fiftene, 
To  deap  did  thai  bringe, 
And  stervep  bidene 
Po  Tristrem,  the  yinge; 
Ac  Tristrem  hab  tene, 
His  wounde  gan  him  wring, 
To  hostel  he  hab  gene, 
On  bedde  gan  him  flinge 
In  ure  ; 

Feie  salven  nai  bringe, 
His  paine  to  recure. 
II. 

But  never  nai  no  mi^t, 
Win  coste  nor  wib  payn, 
Bring  Tristrem,   pe  wi^t, 
To  heildom  ogayn  : 
His  wounde  brast,   apli'^t, 
And  blake  was  he  bane ; 
Non  help  may  pat  kni^t, 
Pe  sobe  for  to  sayne, 
Bidene, 

Save  Ysonde  be  bri^t, 
Of  Cornwal  was  quene. 
III. 

Tristrem  clepep  aye 
On  Ganhardin,  trewe  fere  : 
"  Holp  nie,  brober,  bou  may. 
And  bring  me  out  of  care ; 
To  Ysonde,   he  gaye, 
Of  Cornwail,  do  bou  fare; 
In  tokening,  I  say, 
Mi  ring  wip  pe  |)ou  bare 
In  dem ; 


Sir  Tristrem. 
Conclusion. 

Bot  help  me  sehe  dare, 
Sterven  wol  ich  gern. 
IV. 

Mi  schip  do  bou  take, 
WTih  godes,  f)at  bebe  new ; 
Tuo  seyles  do  bou  make, 
Be{)  different  in  hew ; 
Pat  tone  schall  be  blake, 
Pat  toper  white  so  snewe  ; 
And  bo  f>ou  comest  bake, 
Pat  tokening  schal  schew 
Pe  end : 

Gif  Ysonde  me  forsake, 
Pe  blake  schalt  nou  bende !  " 
V. 

Ysonde  of  Britanye 
Wib  be  white  honde, 
In  dem  can  sehe  be 
And  wele  understonde, 
Pat  Ysonde,  be  fre, 
Was  sent  for  from  Inglonde  : 
"Ywroken  wol  Y  be 
Of  mi  fals  husbonde, 
Saunfayle, 

Bringen  he  haggards  to  honde 
And  makeb  me  his  stale?" 
VI. 

Ganhardin  to  Inglonde  fares. 
Als  merchaunt,  Y  you  saye ; 
He  bringe  b  riche  wares 
And  garmentes,  were  gaye  ; 
Mark  he  giftes  bares, 
Als  man,  bat  miche  maye; 
A  cup  he  prepares, 


—     182 


Pe  ring  tharein  can  laye, 
Bidene ; 

Brengwain,    be  gaye, 
Yrauzt  it  be  quene. 
VII. 

Ysonde  be  ving  knewe, 
£at  riche  was  of  gold, 
As  tokening  trewe, 
Kit  Tristrem  her  yold; 
Ganhardin  gan  schewe 
And  priviliche  hir  told, 
Pat  Tristrem  hurt  was  newe, 
In  his  wounde,  bat  was  old, 
AI  ri^t : 

Holp  him  gif  sehe  nold, 
Sterven  most  pat  kni^t. 
VIII. 

Wo  was  Ysonde  pan, 
£e  tale  po  sehe  hard  pare  ; 
Sehe  schope  hir  as  a  man, 
Wip  Ganhardin  to  fare ; 
O  bord  are  pai  gan, 
A  wind  at  wil  pame  bare ; 
Ysonde  was  sad  woman 
And  wepep  bitter  tare 
Wib  ebje : 

]?e  seyls,  bat  white  wäre, 
Ganhardin  lete  flei^e. 
IX. 

Ysonde  of  Britanye 
Wib  be  white  honde, 
fe  sehip  sehe  can  se 
Seyling  to  londe ; 
£e  white  seyl  po  marked  sehe  : 
"Yonder  comep  Ysonde, 
For  to  reve  fro  me 
Miin  fals  husbonde ; 
Ich  sware, 

For  il  bo  it  schal  be, 
J*at  sehe  hir  hider  bare." 
X. 

To  Tristrem  sehe  gan  hye, 
O  bed  bare  he  layne : 
"Tristrem,  so  mot  ich  bye, 
Ileled  sehalt  bou  bene, 
£i  schippe  I  can  espye, 
Pe  sope  for  to  sain, 
Ganhardin  is  comen  nei^e, 
To  euren  pi  paine, 
Apli;t." 

"  What  seyl  dob   bare  flain, 
Dame,  for  god  almi^t?" 
XI. 

Sehe  weneb  to  ben   awrake 
Of  Tristrem,  j)e  trewe ; 
Sehe  seyb:   4<t>ai  ben  blake, 


As  piche  is  pare  hewe." 
Tristrem   prew  hym  bake, 
Trewd  Ysonde  untrewe, 
His  kind  hert,   it  brake, 
And  sindrid  in  tuo; 
Above 

Cristes  marci  him  take ! 
He  dyed  for  true  love. 
XII. 

Murneb  olde  and  yinge, 
Murneb  lowe  and  hei^e ; 
For  Tristrem,  swete  binge, 
Was  mani  wate  ei^e ; 
Maidens  bare  hondes  wringe, 
Wives  iammeren  and  crii; 
j^e  belles  con  bai  ring 
And  masses  con  bai  seye 
For  dole ; 
Prestes  praied  aye 
For  Tristremes  sole. 
XIII. 

Ysonde  to  land  wan, 
Wip  seyl  and  wib  ore ; 
Sehe  mete  an  old  man, 
Of  berd  bat  was  höre, 
Fast  be  teres  ran 
And  siked  he  sore : 
"  Gone  is  he  pan, 
Of  Inglond  pe  flore, 
In  lede ; 

We  se  him  no  more : 
Schir  Tristrem  is  dede!' 
XIV. 

When  Ysonde  herd  bat, 
P'ast  sehe  gan  to  gönne, 
At  be  castel  gate 
Stop  hir  mi^t   none; 
Sehe  passed  in   pereat, 
I*e  chaumbre  sehe  won ; 
Tristrem  in  clob  of  stat 
Lay  stretched  bare  as  ston 
So  cold. 

Ysonde  loked  him  on 
And  faste  gan  bihold. 
XV. 

Fairer  ladye  ere 
Did  Britannye  never  spye. 
Swiche  murning  chere 
Making  on  hei^e : 
On  Tristremes  bere 
Doun  con  sehe  lye ; 
Rise  ogayn  did  sehe  nere, 
But  bare  con  sehe  dye 
For  woe. 

Swiche  lovers  als  bei 
Never  schal  be  moe. 


Gl 


ossär. 


Vorbemerkung.  Dass  dies  glossar  auf  absolute  Vollständigkeit  anspruch 
erhebt,  wurde  schon  o.  p.  VIII  bemerkt.  Es  ist  also  jedes  im  gedichte  vor- 
kommende wort  und  jede  belegstelle  aufgeführt,  sofern  nicht  ausdrücklich  her- 
vorgehoben wird,  dass  die  anführung  aller  fundorte  wegen  der  häufigkeit  des 
wortes  überflüssig  erscheine.  Bei  den  verben  findet  man  vor  der  angäbe  der 
bedeutungen  sämmtliche  formen  nebst  den  betr.  verszahlen  zusammengestellt. 
Dagegen  ist  der  casus,  in  dem  das  sitbst.  steht,  nut  ausnahmsweise  ange- 
geben, da  das  tonlose  e  ohne  unterschied  an  alle  casus  gefügt  wird. 
Die  durch  den  reim  controllirbaren  stellen  sind  noch  bes.  durch  ein  kreuzchen 
bezeichnet  und  ausserdem  mindestens  bei  einer  die  correspondirenden  reim- 
worte  in  klammern  beigefügt;  bei  anderen  Worten  sind  wenigstens  die  von  der 
fettgedruckten  form  des  Wortes  abweichenden  Schreibungen  am  anfange  des 
betr.  artikels  erwähnt.  Wenn  —  wie  dies  beim  verbum  stets  der  fall  ist  — 
alle  belegstellen  bereits  bei  der  aufzählung  der  formen  angeführt  sind,  so  sind 
bei  der  angäbe  der  bedeutungen  die  kreuzchen  nicht  wiederholt.  Das  glossar 
will  also  einerseits  ein  zuverlässiges  repertorium  aller  worte  und  wortformen 
sein,  andrerseits  durch  sorgfältige  beobachtung  der  bedeutungs-nüancirungen  — 
worin  ich  zuweilen  vielleicht  zu  weit  gegangen  sein  und  hie  und  da  den  Wor- 
ten gewalt  angethan  haben  mag  —  ein  weiteres  mittel  zum  verständniss  des 
textes  liefern.  Ueber  diese  beiden  zwecke  hinausgehende  ziele  verfolgt  es  jedoch 
nicht,  vor  allem  nicht  etymologische,  daher  das  fehlen  der  ae.,  altfrz.  und 
altn.  stamm  worte,  da  diese  aufgäbe  wol  von  grossen  Wörterbüchern  zu  berück- 
sichtigen ist,  aber  mit  einem  specialglossar  nichts  zu  thun  hat.  Bei  der  auf- 
stellung  der  fett  gedruckten  formen  ist  nur  der  praktische  zweck  leichter  auf- 
findbarkeit massgebend  gewesen ;  so  sind  z.  b.  worte  mit  aus  ä  entstandenem 
6  unter  o  aufgeführt,  wenn  die  formen  mit  a  sich  nie  oder  nur  einmal  finden 
u.  s.  w.  Ebenso  macht  die  anordnung  der  formen  eines  wortes  nicht  anspruch 
auf  historische  folgerichtigkeit.  Derartige  vermeintliche  oder  wirkliche  kleine 
inconsequenzen  werden  vielleicht  den  einen  oder  anderen  benutzer  des  glossars 
stören,  hoffentlich  aber  seine  brauchbarkeit  nicht  wesentlich  beeinträchtigen. 
Sollten  aber  trotz  aller  auf  das  glossar  verwendeten  Sorgfalt  einzelne  worte 
oder  belegsteilen  vermisst  werden ,  so  möge  das  in  der  fülle  der  einzelheiten 
seine  erklärung  und  entschuldigung  finden. 


—     184     — 


A. 

a  unbest.  art.   s.  an. 

a  präp.  für  an  s.  an. 

abade  subst.  [r.  m.  rade  —  made  — 
strade  —  fade)  *I45-  —  Verzöge- 
rung: *I45. 

abide  st.  v.  inf.  abide  {reimend  mit 
tide  —  pride  —  ride  —  side)  *20. 

*774-  *8$9-  *ioig.  *i349-  *I445- 
*i490.  ^1542.  *i679.  *i756.  *2045- 
*2055-  ^2372.  *2598.  ^2714. 
^2823.  *2847.  *3H4-  *33*7-  i™P- 
abide  *204i.  2874.  3  spr.  abade  [r. 
m.  rade  —  made  —  brade)  ^2634. 
3161.  Splpr.  abade  [r.  m.  rade  — 
made  —  brade)  *3o8i ;  obade  {r.  m. 
rade)  ^957.  abad  [aber  r.  m.  rade  — 
made — brade)  *i 921. —  1)  bleiben: 
774.  1019.  1679.  1921.  2041.  2598. 
2634.  2823 ;  mit  dem  nebenbegriffe 
des  liegen bleib ens :  1490.  2)  ?u  arten: 
2045.  2372.  2874.  3080;  mit  der  ne- 
benbedeutung  des  vergeblichen  War- 
tens: 859.  1349.  3)  warten  auf: 
957.   2054.     4)   auflauern:   2714. 

5)  zu    erw arten    haben:     1756. 

6)  bestehen,  stand  halten  ge- 
gen: 1445.  1542.  3161.  3315.  7) 
aufpassen:  3144.  8)  to  abide  als 
expletiver  ausdruck  zur  her  Stellung  von 
2.  10  einer  strophe:  20.  2847. 

aboue  (r.  m.  loue)  *2000.  aboven  2254. 
I)  adv.  —  darüber:  *2000.  II)  präp. 

—  0  b  erhalb  :  2254. 

about  I)  adv.  —  1)  be  about,  sich  be- 
mühen um:  1644.  2)  rings  her- 
um: 2808.    II)  präp.  — um:  1818. 

ac   conj.   —   aber:  220.  2126.  2148. 

2285-  3343- 
adoun  adv.  [r.  m.  boun  — toun)  ^870. — 

1)  herunter:  478.  ^870.  1071.2790. 

2)  abwärts:  *2049. 

adrede  st.  v.  inf.  adrede  (r.  m.  bede  — 
nede  —  lede  —  lede)  ^2945.  —  mit 
refl.,  sich  fürchten  :  2945. 

alter  I)  adv.  —  1)  von  der  reihenfolge 
in  derzeit,  darauf:  3106.  2)  räuml., 
nach,  after  winne  oder  rinne,  ver- 
folgen: 2367.  2522.  2586.  II)  präp. 

—  1)  zeitl.  nach:  164.  197.  11 11. 
1334.  2)  nach,  bei  verben  der  bewe- 

gung:  1562.  3204  3)  hinter  — 
her:  3278.  4)  nach,  bei  einem  ver- 
bum  des  sehnens  :  16 12. 
ZZfi)  v.prät.präs.ispr.  au^t  723.  2 spr. 
äugtest  2108.  3  spr.  au^t  1511.  3114. 
3plpr.  ouj;t  853.  —  1)  besitzen: 
1511.    3114.      2)   schuldig,    ver- 


pflichtet sein:  723.  3)  sollen, 
dürfen:  853.  2108. 

ay  subst.  [r.  m.  oway  —  day  —  ay  — 
deray)  *3i67.  —  ei:  3167. 

ay  adv.  [r.  m.  way —  play  —  say)  *397- 
a*  1 775-  —  1)  immer:  *397-  *6i8. 
*798.  *ii38.  *i2i5.  *i338.  1775. 
*2i79.  2439.  2617.  ^2623.  ^2711. 
*3<X)7.*3 163.^3299.  2)  immer  hin- 
fort: *I757.  *i8o4.  ^1875.  3)  im~ 
mer,  im  sinne  von  zu  wiederhol- 
ten malen:  ^2259.  ^2551.  ^2675. 
*3096.  *3i82.  4)  ganz,  durchaus : 
*I927.*I997<  5) genau  (bei  wissen): 
^2892.  6)  gerade  fort  (auf  einem 
wege):  ^3092,  7)  aywhare,  überall: 
2012.2299.2866.  8)  ay  when,  so  oft 
a  Is :  2060.  9)  vor  einer  den  nebensatz 
einleitenden  conjunction^  oder  einem 
adv.,  unübersetzbar :  415.  1 1 17.  10) 
oft  blos  als  fülhuort  für  den  reim  ge- 
braucht;  sicher  so:  ^2155.  über 
*2i8i  und  *2545  vgl.  d.  anm. 

air  [r.  m.  cheire  —  bonair  —  fair)  *3I3» 
—  hörst,  ab kunft:  313.  * 

aiper /nw.  indef.  1)  substantivisch,  je- 
des v on  b eiden:  433.  1030.  1732; 
mit  hinzugef.  genitiv :  2057.  2)  ad- 
jectivisch,  einer  von  beiden:  357. 

al  I)  adj.  pl,  alle  (r.  m.  calle  —  alle  — 
halle  —  bifalle)  ^2434.  —  1)  in  Ver- 
bindung mit  einem  subst.,  all,  A)  di- 
rekt vor  dem  subst.  stehend,  a)  sing. 

a)  al:  1190.  1191.  1616.  ß)  alle:  2857. 

b)  plur.  a)  al:  437.  1273.  1976. 
2837.  3009.  3202.  ß)  alle:  1261. 
1284.  1382.  B)  durch  einen  genetiv 
davon  getrennt:  2941.  C)  durch  ei- 
nen artikel  davon  getrennt:  2240 
(alle).  2900 (alle).  D)  nach  dem  subst. 
stehend:  *2434  (alle).  1882.  E)  in 
prädicativer  Stellung:  2695.  2)  ganz 
a)  direkt  vor  einem  subst.  stehend: 
591.  622.  3123.  b)  durch  einen  gene- 
tiv davon  getrennt:  991.  c)  durch 
einen  best,  artikel  davon  getrennt: 
489.  1664.  1938.  2395 (alle),  d)  durch 
ein  possessivpron.  davon  getrennt: 
380.  679.  783.  928.  1080.  1116.  1260. 
1540.  1609.  1693.  2413.  2504.  e) 
dtirch  ein  zahlwort  davon  getrennt: 
1278.  f)  in  prädicativer  Stellung: 
905 .  2)  in  Verbindung  mit  einem  sub- 
stantivirten pron.  all.  a)  vorhergehend 
a)  sing.  2160.  3179  (alle),  ß)  plur. 
203.  501  (alle).  1424.  b)  nachfolgend, 
plur.  1106  (alle).   1677.  2051.  ^2845 

(alle).   3095.      II)   subst.  —  1)  sing, 
alles :  902.  1430.   2)  plur.  alle:  18. 


—     185     — 


257-  *562-  *738-  879.  1378.  3064 
lalle).  1677.  III)  adv.  —  mr  Verstär- 
kung a)  von  adjectiven  und  adv.  1) 
ganz:  14.  211  (alle).  685.  908.  941. 
977.  1062.  1329.  1433.  1461.  1730. 
1779.  1790.  2936.  2165.  2217.  2501. 
2559-  2656.  2704.  *2949.  2976.  2) 
sehr:  163.  527  (alle).  1689.  2161. 
3200.  b;  vor  advcrbicn,  ganz:  295; 
sehr:  1248.  1747.  1991.  2990.  c) 
vor  pari,  pr.,  ganz:  88.  152.  1575. 
d)  vor  mit  präpositionen  verb.  subst., 
die  in  dieser  form  einen  adverbialbe- 
griff bilden.  1)  sehr:  760.  3337.  2) 
ganz:  807.  2344.  e)  zu  einem  ver- 
bum  gehörig;  ganz:  3179.  sonstige 
Verbindungen  mit  al,  wie  al  bidene, 
al  oft,  al  bat,  wib  al,  s.  u.  d.  betr.  w. 
al  so  adv.  —  1)  alleinstehend, 
gleichfalls,  auch:  337-493-  r5°5- 
2731.3057.3063.  2)  ebenso  :  *i6g^.. 

3)  zur  Verstärkung  anderer  adv.,  al 
so  sket :  augenblicklich:  734. 
über  al  so  swibe,  al  so  tite  s.  u. 
swibe  und  tite. 

als.  als  so  326.  als  671.  952.  1120. 
has  327.  sonst  überall  as.  I)  adv..,  mit 
bou  zusammengeschmolzen,  astow  395. 
2131. —  1)  wie,  sowie,  als:  271. 
326.959. 1066.  1082. 1355. 1444. 1467. 
1534.  2325.  2381.  2624.  2745.  2782. 
2785.  3032.  2)  als,  in  der  ei- 
gens chaft  als  (häufig  mit  1)  zu- 
sammenfallend): 60.  118.  405.  671. 
1932.  2634.  1759.  3)  besondere  aus- 
drücke:  as  bare,  da,  da  711  als: 
11 30.  1307.  1780.  2462;  über  as 
quik,  als  ban  s.  das.  II)  conj.  — 
1)  so  wie,  in  der  art  wie,  als: 
8.  n.  59.  154.  239.  386.412.469. 
484.  673.  815.  828.  839.  1709.  1908. 
1944.  2185.  2244.  2749.  2787.  2) 
relat.  adv.,  zvic:  2215.  2499.  2635. 
2788.  3143.  3J  nach  so  oder  swiche, 
als:  700.  1482.  1665;  mit  weg- 
lassung des   so,    so  —  als:    2584. 

4)  zeitlich,  als:  346.  820.  15 14. 
1848.  1889.  2207.  2684.  2977.  5) 
soviel,  soweit:  699.  6;  so  wahr 
als:  230.  395.  2328.  2877.  6;  als 
ob:  376.  454.  2098.  2131.  2357. 
2435.    2609.    2879.    3175. 

ale  subst.  —  hier:  545.  2492. 

ali^te  schzo.  v.  imp.  ali'^t  [r.  m.  fi/,1  — 
li^t —  bri^t  —  kni^t  ^1058.  —  ab- 
steigen:  1058. 

alias  interj .  —  ach!  ach  über:  209. 
I551- 


almi^t  adj.  [r.  m.  fi#]  ^2352.  —  all- 
mächtig: *2352.  ^2781.  *3322. 

amende  subst.  pl.  amendes  848.  853. 
1616.  —  genugthuung ,  ersatz: 
848.  853.  1616/ 

amis  adv.  [r.   m.  ywis  —  bis  —  kisse 

—  blis)  *2iÖ4.  —  verkehrt ,  un- 
recht: *2i64.  *29i4« 

among  I)  präp.  —  unter:  169.  II)  adv. 
(r.  in.  wrong  —  strong  —  long)  ^27. 

—  1)  bisweilen,  'öfters:  *i6io. 
2)  zugleich:  *2*j ;  ebenso  verbunden 
mit  ever :  *3028. 

an  I)  num.,  in  der  vollen  form,  an  [r.  m. 
Morgan  —  man  —  stan  —  ban)  ^272. 
341.  599.  1878.  011  43.  205.  884. 
1019.  1763.  2271.  2896  (?).  2904. 
über  mani  on  vgl.  mani.  in  der  ge- 
kürzten form  a:  793.  942. 1278.2789. 
o:  1448.  1929.  —  ein:  43.  205. 
34  *•  599-  793-  884.  942.  1019.  1278. 
1763.  1878.  2271.  2789.  2896  (?;. 
über  in  an:  *272,  vgl.  d.  anm. 
z.  d.  st.  II)  adj.  on.  —  allein: 
1309.  1658.  III)  unbest.  artikel.  — 
ein,  stehend  1)  direkt  vor  dem  subst. 
oder  dem  dazu  gehörigen  adj.  a)  in  der 
volleren  form  vor  vokalen  (on  2469. 
2478):  354.  1239.  2246.  2469. 
2478.  3167.  3343.  vor  h:  313.  551. 
1166.  1222.  1430.  1673.  1810.  1811. 
2498.  2520.  2729.  2741.  2804.  2807. 
vor  st;  339.  mit  dem  folgenden  worte 
zusammengeschrieben ,  anober  640. 
I399«  n  zum  folgenden  zuorte  her- 
übergezogen, a  neten  950.  b)  in  ge- 
kürzter form  vor  cons.  ausser  h  a)  a : 
21.46.  65.  83.  107. 116.  148.  149.  221. 

298.309.  343.  354-  376.  382.401. 
410.  463.  468.  524.  551.  593.  623. 
642.  683.  684.  687.  693.  808.  869. 
931-945  956-  968.  1007:  ioii.  1039. 
1052.  1066.  1082.  1086.  1090.  1105. 
1134.  1144.  1147.  1162.  1163.  1167. 
1171.  1173.  1198.  1209.  1232.  1240. 
1255.  1301.  1348.  1354.  1356.  1361. 
i363-  J366-  1380.  1392.  1411.  1431. 
1444.  1446.  1460.  1467.  1469.  151 1. 

1515-  1534-  1555- I559-  i5°2.  1567. 
1581.  1645.  1653.  1661.  1698.  1700. 
1751.  1761.  1832.  1871.  1873.  !874. 
1917.  1926.  1931.  1933.  1936.  1937. 
1946.  1955.  2001.  2183.  2225.2228. 
2300.  2302.231.'').  2325.  2347.  2372. 
2381.  2383.  2399.  2454.  2477.  2489. 
2500.  2509. 2511.  2512  2523.  2530. 
2537.  2539.  2572.  2576.  2601.  2654. 
2664.  2707.  2712.  2723.  2745.  2782. 
2785.  2818.  2850.  2852.  2854.  2855. 


186  — 


2865.  2867.  2921.  2922.  294°-  2956. 

3026.  3o59-  3°74-  3082.  3088.  3138. 

3175-  3194-  3231-  3235-  3255-  3296. 
3304.  3325.  3327.  2)  zwischen  dem 
subst.  und  dem  dazu  gehörigen  adj . 
oder  pron. ;  es  geht  voraus  a)  swich  : 
294.  653.  1195.  1963.  2145.  2687. 
2835.  3168.  b)  ich:  47.  182.  289. 
950.  c)  mani  :  40.  193.  519.  2261. 
2373.  2734.  d)  ein  adj. :  67.  1896. 
e)  so  mit  einem  adj.:  2527.  ß)  in  der 
form  o  :  408.  423.  141 3.  2886.  3326. 
an  präp.  (r.  m.  bigan  —  pan  —  man  — 
can)  *7i9.  2473.  2514.  2729.  2753. 
3204.  a  28.  375.  385.  387.  488.  495. 
888.  1060.  1139.  1171.  121 1.  1465. 
1649.  1865.  1959.  1971.  1982.  2056. 
2331.  2383.  2515.  o  143.  373.  379. 
916.  1126.  1199.  1371.  1623.  2471. 
2680;    an   allen  übrigen  stellen   on. 

—  1)  örtlich,  auf  die  fr.  wohin,  bei 
Personen,  örtlichkeiten  tmd  beschäf- 
tigungen,  auf,  in,   an:    190.293. 

357-  361.  373-  379-  39i.  5°°-  5°7- 
870.  1031.  1064.  1128.  1883.  2250. 
2540.  2682.  2740.  2753.  2951.  2)  ört- 
lich, auf  die  fr.  wo,  bei  örtlichkeiten, 
zuständen  u.  s.  w.,  in.  auf:  66. 
143.  186.  365.  421.  500.  801.  933. 
1242.  1274.  1557.  1699.  1716.  1889. 
1971-  2355.  2372.  2498.  2956.  3014. 
3°79-  3)  zeitlich,  auf  die  fr.  wann, 
an,  bei:  427.  801.  808.  1126.  1134. 
1649.  1751.  1959.  1982.  2056.  2183. 
2225.  2471.  2509.  2680.  2707.  4)  die 
art  und  weise  bezeichnend,  in,  an, 
zu,  n ach:  28.  217.  303.  476.  504. 
779.  916.  1060.  1110.  1139.  1171. 
I37i.  1385.  1623.  2473.  2514.  2515. 
2983.  3°33-  3095.  3I27-  3204.  5)  ^ie 
beziehung  einer  handlung  auf  eine 
person  bezeichnend ;  mi  deute  is  on 
alicui ,  ich  habe  meine  freude 
an:  250.  love  on  alicui,  die  liebe 
zujem.:  2653.  biginne  on,  be- 
ginnen bei:  974.  be  sene  on,  sich 
zeigen  an:  1205.  lehhe  on,  auf 
jem.  hin  lächeln,  j em.  anlä- 
cheln: 1597.  sinne  on,  sündigen 
gegen:  2006.  2114.  gabbe  on, 
spotten  über:  2115.  crie  on  ali- 
quem,  jem.  anschreien:  3164. 
wreke  his  tene  on,  das  ihm  an- 
gethane  unrecht  rächen:  3253. 

—  über  come  on,  bringe  on,  breste 
on,  vgl.  come,  bringe,  breste,  über 
apliijt  s.  pli^t.  über  719  und  2729 
vgl.  d.  anm.  z.  d.  st. 

anan  adv.  anon  [r.  m.  bigan  —  tan  — 


pan)  *749.  1073.  2221.  onan  [r.  m. 
tan  —  Morgan  —  stan)  ^117.  —  so- 
gleich: 117.  749.  1073.  2221. 

and  copulativ.  partikel.  — und.  bcleg- 
stellen  überflüssig. 

anker  subst.  —  anker:  366.677. 

ani  pron.  1)  adj.  — irgend  ein:  296. 
bes.  bei  vergleichungen  1452.   2)  subst. 

—  irgend  eines :  374. 
anoiu;  s.  ynoir^. 

anour  s.  honour. 

answere  subst.  ans  wer  1321.  —  ant- 

wort:   1987.  2018. 
answere  schw.  v.  3  spr.   answerd  841. 

850.    1499.    2702.   —    antworten: 

841.  2702  ;  in  Verbindung  mit  o^ain  : 

850.  1499. 
are  subst.   [r.  m.   bare  —  wäre  —  fare 

—  sare)  *354>  —  r uder:  *354-  »366. 

*°77- 
are  subst.  (r.  m.  bare  —  mare  —  spare) 
*i8i6.  ore  [r.  m.  sore  —  fare  —  wäre 

—  whare)  ^2004.  *276.  ^2988.  1) 
ehre:  *i8l6.  2)  gnade:  *2004  (pi 
nore).  *2i35  (pi  nare).*2988.  3)  ob- 
hut ,  fürs orge:  *2j6. 

are  (r.  m.  schip  fare  —  pare  — -  ^are  — 
sare)  ^932.  ar  329.  2189.  ere  2453. 
er  1230.  1438.  1547.  1628.  1870. 
1935.  2056.  2291.  superl.  arst  2644. 
erst  769.  I)  adv.  —  früher  [ge- 
wöhnt, in  Verbindung  mit  never  : 
*458.  *932.  *I229.  2291.  2387.  2453. 
^2464.  2)  im  voraus:  *2g66.  3)  ei- 
^an,  vordem:  1230.  4)  arst,  vor- 
her: 2644.  II)  präp.  —  vor  (von  der 
zeit):  2056.  III)  conj .  — bevor,  ehe: 
329.  1438.  1547.  1628.  1870.  1935. 
2189. 

arere  schw.  v.  inf.  arere  2834.  —  a  uf- 
richten:  2834. 

areSOline  schw.  v.  $spr.  aresound  552. 

—  zur  rede  s teilen,  tadeln:  552. 
arise  st.  v.  inf.  [r.  m.  lys  —  asise  — 

wise)  *324.  ^2772.    3  spr.  aros  1949. 
b  e  ginnen: 


324- 
sich    erheben: 


—  anheben , 
2772.     arise    up 
1949. 

arm  subst.  pl.  armes  1556.  —  1)  arm 

(brachium) :  1556.    2)  arm  (eines  ge- 

wässers):  2246.  2721. 
armes  subst.  —  w äffen:   782.  1433. 

1473.  x478.  3228.  to  armes,  zu  den 

waffen!:  832. 
armi  schw.  v.  inf.  armi  (r.  m.  sty  — 

crie  —  pi)  ^3323.  partpr.  armed  3149. 

—  w offnen:  3149.  3323. 
aruwe  subst.  —  ff  eil:  3343. 

asailt  subst.  —  angriff:   1442. 


87 


askeing  (r.  m.  hing,  ^1361.  asking 
595-  —  ")  fragen-.  595.  forde- 
rung,  verlange)!:  *  1361 .  ^1374. 

aski    schw.    v.  inf.  aski    1360.    3101. 

zsprs.  nskest  1829.  $sprs.  askeb 
2908.  ^seprs.  aske  1964.  iplcpr. 
aske  546.  *#*/£.  aske  1964.  zipr. 
asked  3061.  3^/r.  asked  30.  310. 
428.  951.  981.  1144.  1 15 7.  1214. 
1286.  1541.  1640.  1661.  1719.  1785. 
1792.  1839.  2752.  3074.  Splpr.  as- 
ked 71.  397.  705.  1397.  —  1)  fra- 
gen: 71.  310.  397.  428.  1214.  1541. 
1 785.  1792.  1964.  2752.  2908.  3101. 
2)  fordern;  546.  705.  951.  1360. 
1640.  1 719.  1839.  3074.  mit  doppel- 
tem acc,  etwas  von  j em.  for- 
dern: 1829.  3)  bitten:  30.981. 
1 157.  1286  (aliqiäd  at  alicui).  1397. 
mit  doppeltem  acc.,  j em.  um  etwas 
bitten:    1144.    1661.    1829.   3061. 

asise  subst.  (r.  m.  lys  —  arise  —  wise) 
*322.  —  sitzung'?  322.  (vgl.  d. 
anm.  z.  d.  st.  und  die  nachtrage.) 

at  I)  präp.  atte  =  at  be:  1369.  —  1) 
räumlich  a)  auf  die  fr.  wo?  in,  an, 
auf:  1.  1403.  1845.  2°9°-  2225. 
2235.  2826.  2839.  b)  auf  die  fr. 
wohin?  zu:  629.  1369.  c)  auf  die 
fr.  bei  wem?  bei,  von;  123.  919. 
1286.  d)  auf  die  fr.  bei  welcher  ge- 
legenheit?  bei,  in:  1649.2038.2042. 
2192.  2327.  2)  zeitlich,  auf  die  fr. 
wann?  an,  zu:  407.  638.  772.  1752. 
2602.  3286.  3)  zur  bez.  des  mittels, 
durch:  2539.  2789.  4)  gemäss, 
entsprechend:  394.  907.  2472. 
2706.  2836.  5)  mit:  460.  II)  vor- 
dem inf.  =  to,  zu:  17.  158.  543. 
1207.   1401.    1953. 

atire  schw.  v.  imps.  atire  469.  —  zu- 
bereiten, p  räp  a  ri  re  n  (vom  er- 
legten wilde):   469. 

at  rinne  st.  v.  $spr.  at  ran  (r.  m.  wan 

—  ban  —  man)  ^2520.  —  entrin- 
nen, entfliehen:  2520. 

atvinne  adv.  [r.  m.  biginne  —  inne  — 
winne  —  blinne)  ^325.  —  1)  dele 
atvinne,  in  zwei  theile  theilen: 
*325-  2)  live  atvinne,  getrennt 
leben:   *2548. 

aventour  subst.  pl.  auentours  II.  59. 
673.  750.  —  1)  abenteuer,  ge- 
fahrvolles ereigniss:  2739. 
2)  erlebnis s :    II.  59.   673.   750. 

auter  subst.  —  altar:    1102. 

awede  schw.  v.  inf.  awede  [r.  m.  dede 

—  ijede  —  lede  —  fede)  ^3181.  — 
toll  werden:  3181. 


awinne  st.  z.   inf.  awinne  (r.   m.  inne 

—  ginne  —  kinne)  *2o6o.  —  dazu 
gelangen:   2060. 

awreke  st.v.^spr.  awrake3337.  partpr. 
awreken    2446.  —   rächen:    2446. 

3337- 

B. 

bak  subst.  —  rücken:   1056. 
bade    subst.    {r.  m.    made  —  rade    — 
brade  —  glade)  *345-  —  zögern: 

345- 
bailie    subst.    —   amt  eines   land- 

vogtes:  2570  [vgl.  d.  anm.  z.  d.  st.). 
bayn  adj.  (r.  m.  drain  —  fayn  —  o^ain 

—  layn)  *7o8.  —  eifrig,  bereit- 
willig: 708. 

bale  subst.  —  unheil,  schmach:  87- 

3307- 
ban    subst.    {r.  m.  Morgan  —  man  — 

stan  —  an)  *274.  bon  1237. —  6 ein, 

gebein:  *274.  *998.    1237. 
ban    subst.    (r.   m.    Morgan  —  tan  — 

stan  —  nan)  *90i. —  mörder:  901. 
banne  schw.  V.  $scprs.  ban  (r.  m.  bigan 

—  an  —  ban)  *843.  — fluchen: 

843. 
bar  subst.  pl.  bare  {r.  m.  ^are  —  mare 

schare  —  wäre)  ^824.  —  eber:  824. 
barbour  subst.  —  barbier:  684. 
bare  subst.   [r.  m.  are  —  wäre  —  fare 

—  sare)  *356.   — fluth:  356. 
barn  subst.  pl.  barnes  946.  951.  985. 

—  knabe ,  Jüngling :    946.  951. 
985. 

baroun  subst.  (r.  m.  Erceldoune  — 
roune  —  croun  —  toun)  *7-  pl-  Da~ 
rouns  1344.  —  baron:*7. 882.  1344. 
2854.  3234. 

batayle  subst.  (r.  m.  saunfayl)  *89l. 
bataile  1423. 1445.  1500.  2295.2796. 
batayl  34.  95.  1008.  1012.  1077. 
1603.  batail  1482.  —  1)  sc  hl  acht: 
34-  95-  751-  *89i-  2295.  3249.  2) 
Zweikampf:  1008.  1012.  ^1067. 
1077.  1423.  1445.  1482.  1500.  1603. 
2796. 

bab  subst.  —  bad:   683.    1240.    1559. 

1594- 
be  inf.  be  (r.  m.  he  —  se  —  fle)  ^224. 
238.  *239.  257.  *634.  *844.  *9i7. 
'■965.  *io95.  1108.  *H92.  *  1335  - 
*I424.  1586.  *i654.  *i739.  1771. 
*I900.  1984.  *20i9.  2079.  2108. 
2188.  **59i.  *2Ö24.  *2Ö35.  ^2879. 
*29oi.  '3002.  ^3018.  3040.  3062. 
■3086.  ,3205.*3238.  1^11*2446.  156. 
723.  1757.  1797.  1872.  2939.2940. 
3007.  3062.  isprs.  am  790.  2328. 
mit     ich     zusammengezogen     icham 


188     — 


io62.  1543-  2°74-  2667;  mit  ne  zu- 
sammengezogen nam  722.  2sprs.  art 
395.  916.  21 13.  2761.  2934.  3036. 
3049.  3215.  \>o\x  ist  enclitisch  ange- 
fügt, artou  857.  2756.  $sprs.  is  [r. 
m.  bis  —  mis  —  his  —  ywis)  *983« 
belegsteilen  überflüssig,  his  2150.  mit 
ne  zusammengeschmolzen  nis  997. 
2993.  3167.  3218.  bes  (r.  m.  fles  — 
les  —  ses)  *293i.  \plprs.  ar  2895. 
2959.  2991.  er  831.  1245.  2589.  beb 
1744.  zplprs.  er  662.  2144.  be  505. 
3plprs.  ben  18.  88.  3200.  beb  323. 
er  1245.  3295.  are  (r.  ;;/.  fare  — 
mare  —  are  —  spare)  *33i6.  mit  ne 
zusammengeschmolzen  nar  2453.2464. 
2scprs.  be  (r.  m.  be  —  me  —  fle) 
*3o63-  777.  1020.  2153.  2731. 
$scprs.  be  (r.  m.  se  —  tre  —  he  — 
se)  *296i.  *82.  ^670.  830.  *i58g. 
*273Ö.  iplcprs.  be  2793.  zplcprs. 
be  [r.  m.  fre  —  he  —  tre — se)  *2o67. 
1  spr.  was  1.  2spr.  wes  (r.  m.  les) 
*759-  were  529-  656.  3 spr.  wes  [r. 
m.  dies  —  res  —  pes  —  les)  *24. 
*59-  *59^.  *i36o.  *22i7.  ^2425. 
*2Ö45.  wzV  ne  verschmolzen  nes  (f. 
w.  les  —  wes  —  pes  —  ches)  *22i5. 
was  [r.  m.  cas  —  Bonifas  —  solas) 
*2852.  belegsteilen  überflüssig,  mit  ne 
zusammengeschmolzen  nas  145.  161. 
166.  177.  181.  187.  194.  245.  345. 
699-  7<>3-  794-  1028.  1264.  1313. 
1404.  1513.  1570.  1664.  1729.  2027. 
2159.  2291.  2387.  2403.  2592.  2832. 
2835.  2838.  291 1.  splpr.  were  (r. 
m.  dere  —  here  —  chere  —  were) 
*582.  15.  45.  62.  *2<>3.  351.  371.  377. 
421.  652.  708.  732.  741.  795.  804. 
880.  1254.  *i26i.  *i284.  1377.  1412. 

1415-  H34-  1473-  l556-  l67$-  1889. 
2173.  2282.  2564.  2565.  2569.  2710. 
2742.  281 1.  3289.  weren  283.  378. 
527.  562.  1224.  1379.  1433.  2845. 
3288.  wer  153.  2466.  wäre  [r.  m. 
fare  —  care  —  bare  —  mare)  *i 791 . 
*8.*492.  mit  ne  zusammengeschmolze?i 
nar  2453.  2464.  wore  (r.  m.  ore  — 
lore  —  bore)  *282.  2scpr.  were  2 131. 
mit  ne  ztts  ammengeschmolzen  ner 
I55I-  ZscPr-  ware  [r.  m.  bare  —  bare 
—  mare)  *7i8.  *i2i.  275.  ^358. 
*376.  *454.  *544-  *mo.  *ni9. 
*ii99.  ^1231.  ^1388.  *i5Ö4.  *2oio. 

*2I37.    *2273.    *270I.    *2820.  *29l6. 

^3175.  war  952.  were  [r.  m.  bere  — 
are  —  bare  —  hare)  ^673.  421.  937. 
1081.  1198.  1232.  1350.  1580.  1595. 
2118.  2197.  2357.  2717.  2758.  3146. 


wer   1223.   ^plcpr.  wäre    V.  m.  bare 

—  mare  —  schare  —  bare  *822.*428. 
were 652.  1284.  3245.  wer  895.  weren 
2546.  partpr.  be  r.  m.  me  —  be  — 
bre  —  se)  *29i7.  *3i2i.  ben  [r.  m. 
mene  —  bitvene  —  ben  —  ysene  — 
wene)  *U39.  *484.  971.  1138.  1215. 
1775.  1988.  *2295.  271 1.  yben  [r. 
m.  bidene  —  bitvene  —  schene  — 
kene)  *752.  bene  (r.  m.  quen  — 
sene  — bidene)  *32i7«  *I9.  *I324. 
*I403.  *2435.  *2558.  *32i7.  ybene 
[r.  m.  quene  —  sene  —  wene  — 
kene)  *I203.  *2Ö09.  *2Ö57.  —  sein, 
werden',  belege  überflüssig. 

bed  subst.  cas.  obl.  bedde  (r.  m.  radde 

—  wedde  —  fedde)  *  159.  221 1. 
*2682.  2696.  —  bett:  ^159.  1713. 
1716.  1 718.  1971.  2188.  ^2211.  2216. 

*2Ö82.    2696. 

bede  st.  v.  in/,  bede  [r.  m.  ^ede  —  nede 

—  lede  —  rede)  *I720.  isprs.  bede 
[r.  m.  ijede  —  lede  —  sede)  *ioo8. 
imps.  bede  [r.  m.  rede  —  nede  — 
dede)  ^2040.  2>spr.  bede  [r.  m.  nede 

—  lede  —  adrede  —  lede)  *2939« 
432.  1798.  *i9o8.  *26oi.  2647. 
3plpr.  bede  [r.  m.  nede)  *2ÖÖ2.  bed 
50.  boden  2636.  —  1)  darbieten, 
überreichen:  1008.  1720.  2601. 
2)  sich  reichen:  50.  3)  an  bie- 
ten: 432.  1798.  2636.  2647.  2662. 
4)  bitten:  1908.  5)  gebieten: 
2040.    6)   sich  erbieten:  2939. 

bei^e  stibst.  (r.  m.  hei^e  —  nei^e  — 
slei^e)  *2Ö5.  —  ring:  *2Ö5-  *38i. 
*2I7I.    *3020.    *3IÖ2. 

belamye  subst.  [r.  m.  Ermonie  —  si- 
kerly  —  venery)  ^530.  —  guter 
freund  (in  der  anrede}:  530. 

beide  schw.  v.  inf.  beide  [r.  m.  lede 
^ede  —  nede!)  *28lo.  —  bauen: 
2810. 

benisoun  subst.  [r.  m.  Carlioun  —  doun 

—  boun  —  toun)  *H57-  —  segen: 

1157. 
bere  st.  v.  inf.  bere  [r.  m.  bere  —  were 

—  here)  *223Ö.  1038.2248.  ^scprs. 
bere  316.  1  spr.  bar  1525-  3spr.  bare 
(r.  m.  bare  —  care  —  sare)  *2io. 
*4.  *420.  *490.  *Ö90.  *720.  *io42. 

*II02.   *IIÖ2.  *I227-  *I392.  *i8i8. 

*227i.  *3i73-  *3227-  *3343-  bar  >'• 
m.  bar  —  far  —  schar  —  bar)  *I487. 
1042.    181 5.   2249.    bore   [r.  m.  sore 

—  £ore  —  ore)  *2986.  $plpr.  bare 
(f.  m.  mare  —  bare  —  3  are  —  fare) 
*II52.  *4$2.  *I39Ö.  beie  [r.m.  were 

—  are  —  i;are  —  hare)  *675-  partpr. 


189 


born  [r,  m.  morn)  *2i8.  243.  ^529. 
2)  yborn  *2284.  —  1)  tragen:  210. 
420.  690.  1102.  1152.  1162.  1815. 
1818.  2236.  224S.  2249.  2271.  2284. 
3227.  2)  tragen,  in  den  händen 
halten:  2986.  3173.  3]  mit  sich 
führen:  1227.  4)  bringen:  1396. 
5)  bringen,  schleppen:  675.  6) 
treiben,  befördern:  1392.  7)  ge- 
tragen bringen:  452.  8)  gebä- 
ren: 4.  218.  243.  529  720.  9) 
seh  läge  n,  hatte  n,  stechen: 
1038.  1042.  über  bere  oway  vgl. 
u.  oway. 

best  sitbst.  pl.  bestes  442.  452.  483. 
2472.  —  thier  [vom  jagbaren  wilde) : 
442.  452.  459.  468.  483.  514.  2472. 
2477.  2511. 

bete  schw.  v.  in/,  bete  (r.  m.  swete) 
*2902.  bet  (r.  in.  fet  —  swete  —  let) 
*33°7« —  l) sühnen:  2902.  2)  lin- 
dem,   beseitigen:  3307. 

bete  st.  v.  3plpr.  bete  701.  • —  bete 
fram,  mit  schlagen  ver treiben 
von:  701. 

better  comp.  I)  adj.  —  besser:  92. 
659.  1745.  II)  adv.  —  besser:  403. 
554.  21 19.  superl.  best  I)  adj.  [r.  m. 
restj  *I395-  1432.  —  bester,  vor- 
züglichster: 73.  535.  *I395. 
1432.  *3I43.  II]  adv.  —  am  eifrig- 
sten: 346. 

bi  I)  praep.  {r.  m.  cri  —  Ermonie  — 
redy   —   y)    *9io.    by    *  788.   2097. 

—  1)  räumlich  a)  auf  d.  fr.  wo? 
bei,  neben,  an,  in,  auf:  282. 
309.  *788.  *9io.  991.  1 176.  1485. 
1740.  1778.  1789.  1854.  1884.  1885. 
2013.  2049.  2128.  2147.  2458.  2512. 
*25i6.  2909.  2326.  b)  aufd.fr.zvo- 
hin?  an:  715.  780.  2600.  2)  zeitlich, 
auf  die  fr.  wann?  in:  2480.  bi  pan, 
da,  zu  der  zeit:  2369.  bi  bat, 
wenn:  2053.  4^  zur  bez.  des  mittels 
a)  durch:  311g.  z.'gl.  u.  si^t.  b)  an, 
bei  den  verben  des  erkennens :  2093. 
2097.  2241.  2535.  5)  gemäss, 
nach:  821.  1362.  2023.  3126.  6)  in 
bezug  auf:  829.  7)  bi  sjere,  jähr 
für  jähr:  9  (vgl.  d.  anm.  z.  d.  st.). 
8  bei  (bei  betheuerungen) :  251.  437. 
663.  1228.  1796.  2120.  2127.  2988. 
3120.  II)  adv.  by  [r.m.  bi  —  Ermonie 

—  y  —  ly;  ^809.  —  fast  by,   nahe 
dabei,   in  der  nähe:  809. 

biCOme  st.v.^spr.   bicom  2310.2928. 

bicome    2642.    —    werden:    2310. 

2642.  2928. 
bidde  st.  v.  Inf.  bidde  2266.  imps.  bid 


2037.  2>spr.  bade  [r.  m.  cladde)  *i54. 
badde  3226.  bad  170.  224.  257.  632. 
637.  910.  1669.  1750.  1773.  1787- 
1906.  2810.  3plpr.  beden  1424.  — 
I)  bitten:  637.  1424.  1773.  1787. 
1906.  2266.  2)  an  ff 'ordern:  170. 
632.  910.  1669.  2810.  3226.  bidde 
aliquem  alicui  biside  ,  j e m.  kom- 
men lasse  n  zu:  1 750.  3 )  b  efe h  - 
len:  154.  224.  257.  2037. 
bide  st.  v.  inf.  bide  [r.  m.  ride  —  side 

—  pride  —  tide)  *i  78.  *2737.  $spr. 
bade  220.  $plpr.  [r.  m.  rade;  *32  76. 

—  1)  warten:  178.  2737.  in  einem 
/unterhalte  lauern?  3276  (vgl. 
d.anm.z.d.st.).    2)  erleben:  220. 

bidene  adv.  [r.  m.  wene  —  tene  — 
ysene)  *io4Ö.  —  1)  alsbald:  *482. 
*io46.  *i457.  *i6i5.  *i835-  *i949- 
^2092.  *2232.  ^2350.  *24l8.  *2532. 
^2605.  ^3107.  2)  zusammen  auf 
einmal:  *I976.  ^2199;  stets  so  in 
Verbindung  mit  al :  *750.  *I32Ö. 
^1976.  *2433.  ^2463.  *32i9.  ^3249  ; 
mit  alle:  *  1407.  *i8o6.  an  den 
meisten  dieser  stellen  ist  das  wort 
wahrscheinlich  bloss  aus  reimnoth  an- 
gewendet; sicher  an  folgenden :  ^2242. 
^2575.  *2655. 

bie  schw.  v.  2sprs.  bist  2329.  —  büs- 
sen:  2329. 

bif alle    st.  v.  inf.   bifalle    [r.  m.  calle 

—  alle  —  halle)  *2438.  3  spr.  bifel 
2575.  2850.  partpr.  bifalle  [r.  m. 
y falle  —  win  alle  —  halle)  *  1943. 

—  1)  ge schelten,  passiren,  sich 
ereignen,  s  t a  ttfinden:  1943. 
2575.  2850.     2)  ablaufen:     2438. 

bifor  präp.  —  1)  örtlich,  vor:  233. 
253.  528.  560.  602.  761.  1009.  2400. 
2860.  2)  lieber  als:  3025. 

bifore  adv.  —  vorher:  3079. 

biforn  adv.  [r.  m.  born  —  forlorn  — 
hörn)  *53i.  —  1)  j em.  gegenüb er- 
stehend, ins  gesteht:  *53i  (vgl. 
d.  anm.  z.  d.  st.).  *654.  2)  an- 
wesend: *2282.    3)  früher:  2499. 

bigge  schw.  v.  ispr.  bou>jt  (r.  m.  poir^t 

—  nou;t]  *  2086.  partpr.  bou^t  (r. 
m.  wrou7,t  —  pou^t  —  novr^t)  *455- 
^663.  *I24Ö.  *I49Ö.  *  1 7 1 1 .  —  1) 
kaufen:  455.  2)  erkauf  en:  663. 
1246.  1496.  2086.  3)  erwerben, 
ans ch äffe n:    1 7 1 1 . 

biginne  st.  v.  inf.  bigin  [r.  m.  pin  — 
in  —  win  —  tvin)  *l6Ö9.  3  sprs.  bi- 
ginnep  324.  ^plprs.  biginne  [r.  vi. 
inne  —  atvinne  —  win  ne  —  blinne) 
'321.  ^  spr.  bigan  [r.  vi.  Morgan  — 


—     190 


lan  —  man)  *34-  388.  ^694.  »717. 
*75l.  810.  826.  «837.  ^974.  *i522. 
*i832.  1858.  1859.  ^2741.  iplpr.  bi- 
gan  (r.  m.  pan  —  kinsman  —  wan) 
*II05.  *2268.  ^2834.  —  1)  begin- 
nen: 34.  321.  694.  717.  751.  974. 
1522.  1669.  1832.  1858.  1859.  2268. 
2834.  2)  aufsetzen:  1105.  3)  zur 
Umschreibung  des  einfachen  verbums 
gebraucht,  unübersetzbar :  324.  388. 
810.  826.  837.  2741. 

bi^Ond  präp.  —  jenseits:  2721. 

bihate  st.  v.  ispr.  bihi^t  1741.  —  ver- 
sprechen:  1741. 

bihelde  st.  v.  inf.  biheld  [r.  m.  feld  — 
^eld  —  teld)  *325C  imps.  bihald  — 
(r.  m.  glad(!)  —  overtald  —  ^ald) 
*2020.  bihold  (r.  m.  wolde  —  cold 

—  j^ald)  *392.  138.  $sprs.  bihalt  [r. 
m.  cold  —  told  —  old  —  wold)  *249Ö 
[vgl.  Einl.  p.  LXVII).  3  spr.  biheld 
(r.  m.  scheid  —  feld  —  ^eld  —  queld) 
*io77.  731.  2373.  2685.  3129.  3222. 
3plpr.  biheld  [r.  m.  feld)  *45i.  *473- 

—  1)  anschauen:  451.  473.  731. 
1077.  2020.  2496.  2685.  3129.  2)  zu 
sehen:  2373.  3)mitto,  hinblicken 
auf:  3250 f.  4)  auf  jem.  sehen, 
jem.  beschützen:  392.  5)  zu- 
sehen (in  geistigem  sinne):  138.  6) 
einsehen:  3222. 

bihinde  präp.  —  hinter:   1764.. 

bileue  schw.  v.  3  spr.  bileued  1086.  bi- 
laft  387.  bileft  591. —  1)  bleiben: 
3^7-  591-  2)  stecken  bleiben: 
1086. 

bili^e  st.  v.  3 spr.  bilei^e  2087.  —  mit 
to,  verläumden  bei:  2087. 

binde  st.  v.  inf.  binde  (r.  m.  finde  — 
kinde  —  Ynde)  ^2898.  3  spr.  band 
[r.  m.  land  —  hand  —  fand  —  stand) 
*79i.  *8Ö2.  1015.  *2Ö76.  bond  1947. 
Splpr.  band  (r.  m  hand  —  land  — 
fand  —  stand)  *n74.  *i627.  bond 
[r.  m.  stond  —  hond  —  Inglond  — 
fond)  *4Ö.  —  1)  binden:  1947.  2) 
binden,  knebeln:  11 74.  3)  an- 
binden: 1015.  4)  knüpfen, 
seh  Hessen  (einen  vertrag  etc.) :  46. 
1627.  2676.  2898.  5)  einnehmen: 
791.  6)  sich  verbinden  mit:  862. 

bischop  subst.  —  bischof:  2228. 

biseke  schw.  v.  %sprs.  bisekep  1639. 
imps.  biseche  1996.  — ■  bitten: 
t  l639-  1996. 

bisege  schw.  v.  3 spr.  biseged  2305.  — 
belagern:  2305. 

bisette  schw.  v.  3sprs.  biset  439.  — 
anwenden:  439. 


be drängen 


3  spr. 
1333- 

[r.  m. 


biside  I)  adv.  {r.  m.  pride  —  ri^t  f !)  — 
hide  —  tide)  *477-  bisiden  1 173.  — 
i)  bei  seite^  weg:  *477.  2)  zur 
seite,  seitwärts:  *2Tjg.  3)  da- 
neben, d.  h.  an  s einer  sei tc  : 
*3 1 5 7-  —  daneben,  d.h.  a m  ufe r : 
*ioi5.  *I544-  —  daneben,  d.  h. 
an  der  grenze ,  an:  1173.^2710. 
4)  nahe  dabei:  *IÖ73  ;  in  Verbin- 
dung ?nit  ner  :  *443  ;  mit  fast :  ^3313. 
II)  präp.  (r.  m.  tide)  *l7i6.  —  ne- 
ben, bei:  *i7i6.  1721.  ^1907. 
^2057.  über  her  biside,  *I750,  vgl. 
u.  bidde. 

biStande   st.  v.   3plpr.  bistode    [r.  m. 
flod  —  fode  —  wode)  ^367.  bistayd(l 
(r.  m.  seyd  —  pleyd  —  layd)  *6']6  ; 
diese  durch  den  reim  gesicherte  form 
ist  mir  unerklärlich 
367.  676. 

bitake  st.  v.  1  sprs.  bitake  1333 
bitoke  2448.  —  übergeben 
2448. 

biteche  sc/nu.  v.  3  spr.  bitauijt 

wroujjt  —  nou^t   —    pou^t)  *  1668. 
1297.  —  üb  ergeben:   1297.  1668. 

bitide    schw.  v.  3scprs.    bitide    [f.  m. 
bide)  ^2739.  —   sich   ereignen: 

m  2739. 
bitvene  I)  präp.  [r.  m.  mene  —  ben  — 
ysene  —  wene)  *i  137.  bitven  (r.  m. 
quen  —  sen  —  clene  —  ken)  *i786. 
41.  1727.  1941.  2529  2771.  —  1) 
zwischen  (von  zwei  per sonen):  36. 
*H37.  1727.  *2024.  ^2244.  *2444. 
*25 19.  2529.  ^2536. 271 1. 2771. 3257; 
dahin  gehört  auch  hem  bitvene,  von 
ihnen  beiden  zusammen:  *754. 
hem  bitvene,  gegenseitig:  ^2378. 
Loke  now  ous  bitvene,  überlege 
nun  mit  mir:  ^1974.  ^ou  bitven, 
als  sie  mit  euch  zusammen 
war:  *I786.  bitven  hem  seluen,  d.  h. 
im  kämpfe  gegen  einander: 
41.  hem  bitvene,  tinter  sich:  *2556. 
2)  zwischen  (von  zwei  örtlich- 
keiten): 1941.  2777.  3)  zwischen 
(von  ziuei  Zeitpunkten) :  890.  II)  adv. 
hier  las  st  sich  meist  nur  durch  freiere 
Übersetzung  der  betr.  stellen  der  sinn 
andeuten.  1)  von  zwei  per  sonen  ;  da- 
zwischen ,    d.  h.  zwis chen  ihm 


zi nd  dem  könig. 


2220.  gon 


bi- 


tvene, die  mittels p er s on  ma- 
chen:*222&.  He  doutep  me  bitvene, 
e  rfü  r  cht  et  mic  h,  7v  e  n  n  i  c  h  m  i  t 
i h  m  verke h re,  oder :  als  mitte Is- 
person  zwis  chen  ihm  und  Ys.: 
"^2096.   come  bitvene.     störend    da- 


—     191     — 


zwischen  kommen:  *i8io.  playe 
bitvene,  da  s  liebes  spiel  mit  ein- 
ander treiben:  *2439.  *2Öi7.  Tr. 
gan  biheld  to  M.  bitvene,  Tr.  blick  tc 
a  n/M.  ü  /> e r  de n  z ?c> is chen  ihne n 

►3251. 


liegenden 


raunt     7ueir: 


Hye  werne J)  him  bitvene,  sie  wei- 
gert sich,  wenn  sie  mit  ihm 
zusammen  ist:  *3 1 98.  2)  von  din- 
gen: dazwischen,  d.  h.  zwischen 
den  betten:  ^2195.  *22i2.  bitvene 
atvo,  in  der  mitte  entzwei: 
*2384  f. 
bibenche  sckw,  v.  3spr.  bi{)ou^t  (r.  m. 
brou^t  —  nou^t  —  bou^t)  *2o8o. 
Iflpr.  bipou^t   r.  m.  moir^t — sou^t 

—  nou^t)  *I344-  partpr.  bijjou^t  {r. 
m.  \vrou25t  —  noujjt  —  bitau^t)  *i666. 

—  1)  mit  refl.  pron.  ,  darüber 
nach  de n k e n :  *  1 344.  2080.  2)  wrong 
bipou^t,  unüberlegt:  1666. 

blac  adj.  —  dunkel:  2744. 

blame  schw.  v.  ^seprs.   blame  805.  — 

tadeln:  805. 
blede  schw.  v.  in/,  blede  (r.  m.  stede 

—  vvede  —  drede  —  nede)  *io53- 
*2343.  3  spr.  bled  [r.  m.  bedde)  *2209- 

—  bluten:   1053.  2209.  2343. 
blenche  schw.  v,  zsPr-  bleynt  2779.  — 

entweichen:  2779. 
blepely  adv. — gern:  1831. 
blewe  adj .   (r.  m.  trewe  —  schewe  — 

glewe  —  Peticrewe)  ^2404.  —  b  la  u : 

2404. 
blihand  subst.  blehand  :  450.  —  bliant: 

410  (vgl.  d.  anm.  z.  d.  st.).  450.  600. 
blinne  st.  v.  in/,  blinne  [r.  m.  beginne 

—  inne  —  atvinne  — ■  winne)  ^329. 
^seprs.  blinne  (r.  m.  kinne  —  ginne 

—  inne)  ^87.  —  1)  au/ hören:  329. 

2)  mit  of  und  dem  acc.  d.  pers. ,  a  u/- 
h  ören  machen,  erleich  tern:  87. 

blis  subst.   (r.  in.   yvvis  —  j)is  —  kisse 

—  amis)  *2i66.  —  wonne:  1919. 
*2i66.  3087. 

bllSSe    schw.  v.    2scprs 
segnen:  843. 

blijie  adj.  [r.  m.  sipe  —  lipe  —  sipe; 
^958.  comp,  bliper  2452.  — -  hei- 
ter,  /roh:  *IÖ3.  *254.  ^277.  527. 
562.  *792.  *836.  ^958.  1316.  1420. 
'1644. 1689.  2014.  2436.  2452.  2463. 
3002.  ^3224.  blihe  of,  /roh  über: 
610.  Of  him  weren  ful  blibe,  (sie 
waren  sehr  /roh  ü  b  c  r  i  h  n  ,  d.  h. 
/reuten  sich  sehr  über  ihn: 
*283.     2)  freudig  bereit:  ^2959. 

3)  hübsch:  ^163.  '1857.  "2970.  4 
glänzen  d :  925. 


*i653«  *iÖ98. 
m.  knewe  — 


blo  adj.  (r.  m.  go —  to  —  po  —  wo) 

^2976.  —  dunkel,  schwarz:  2976. 

blod  subst.  [r.  in.  gode  —  fode  —  j;ode 

—  stode)  *I9I.  —  blut:  *\<)i.  274. 
.     499.  *87i.  1300.  1355.  *I768.  ^2359. 

2380.  *2983.  3264. 

blod  bende  subst.  —  blut  bin  de,  ver- 
band: 2208. 

blodi  adj.   —  blutig:   2 188.   22 17. 

blodlete    st.  v.  imppl.   blodlat   2184. 

partpr.  blodleten  2190.  —  zur  ad  er 

lassen:  2184.  2190. 
blod  leteing  subst.  (r.  m.  king  —  bring 

—  ping)  *2I92.  —  aderlas s :  2192. 
blowe    st.  v.  in/,   blowe    (r.  m.    rowe; 

*5o6.    3  spr.  blewe  (r.  m.  drewe  - 

trewe  —  knewe)  *i30i, 

2749-  Zplp1'-  blewe  (r. 

nevve  —  glewe)  *5i8.    blewen  509. 

—  i)  blasen  (auf  hörnern) :  506. 
509.  518.  2749.  2)  blasen,  trei- 
ben (vom  winde) :   1301.  1653.  1698. 

blowe r  subst.  —  blower  ofhorn,  horn- 
bläser:   535. 

bok  subst.  boke  2670.  —  i)  schri/t- 
werk,  handschri/t  (in  coli,  sin- 
ne) :  280.  2)  Bibel:  2670. 

bode  subst.  —  botscha/t:   2082. 

bodi  subst.  body  1008.  2391.  —  1) 
leib:  206.  390.  1053.  2391.  2)  leib 
für  das  Individuum  selbst,  also  mi 
body,   mich  selbst:    1008.     . 

bold  adj.  (r.  m.  old  —  told  —  wold) 
*4Ö3.    bald    [r.  m.  hald  —  wiphald 

—  wald)  *  997.  *28u.  beld  [r.  m. 
^eld  —  held  —  telcl)  *I323.  —  1) 
kühn:  *997-  IO44.  2)  tüchtig, 
muthig:  7.  *I96.  *284.  *4Ö3.  *69i. 
*727.  ^1983.  ^2784.  *28ii;  mit  of, 
tüchtig  in  bezug  au/:  ^1323.  3) 
mächtig:  *I74-  4)  keck,  /rech: 
*845.  5)  gewaltig,  /est  (von 
bürgen) :  26. 

boldliche  adv.  —  sicher,  entschlos- 
sen: 480. 
blis   843.  —       bonaire  adj.    (r.  m.  hayre  —  faire 


repaire)  *273i.  bonair  [r.  m.  cheire 
—  air  —  fair )  * 3 1 1 .  —  gütig, 
/retin  dl  ich:  31 1.  2731. 
bond  subst.  [r.  m.  Yrlond  —  ystond  — 
hond)  *97i.  —  l)  un/reier,  hö- 
riger:   3153.      2)   dienstmann: 

*97L 
bone    subst.    (r.   7)i.    sone)    *44C    — 

1 )    bitte:     ^2054.      2)    w  uns  eh: 

*440.  ^3294. 
bord    subst.   —    1)    brett,    planke: 

*933-  !952-     2)   tisch,   fa/el:    521. 

706.      3,   schi//sbord:    1 5 1 . 


—     192 


bortf  subst.  [r.  m.  berfore)  ^2539.  — 
loch,  ö/fnung:  2539. 

borwe  subst.  pl.  borwes  26.  —  bürg, 
i>este:  26. 

borwe  subst.  pl.  borwes  1614.  —  bür- 
ge:   1614. 

bot  subst.  pl.  botes  1169.  —  boot: 
354.  11 69  (vgl.  d.  anm.  z.  d.  st.). 

böte  subst.  [r.  m.  rote)  *I483.  bot  1323. 

—  1)  h eilung:  1323.  2)  to  böte, 
überdies :   1483. 

bot  I)  conj.  —  1)  ohne  enttvickelten  ne- 
bensatz  a)  n  u  r  cc)  mit  einer  negation : 
2017.  1488.  nichts  anderes  als: 
2993.  ß)  ohne  negation :  2607.3317. 
b)  aus s er  a)  mit  einer  negation : 
2002.  2134.  2277.  2457.  2706.  ß)ohne 
negation:  1122.  c)  wenn  nicht, 
nach  who  :  266.  2437.  2)  mit  ent- 
wickeltem nebens  atze,  wenn  nicht, 
ohne  dass  :  a)  allein:  87.  555.  2930. 
3193.  b)  bot  ^if:  82.  1372.  2197. 
II)  partikel. —  1)  aber:  205.2271. 
2350.  2)  sondern:  261.  414.  541. 
704.  1247.  15  71.  1784.  2934.  3) 
sondern  mir:   1641. 

botoiin  subst.  (r.  m.  dragoun  —  lioun 

—  feloun)   *I448. —  knöpf:   1448. 
bOUn    adj.    [r.  m.  goinfainoun  —  toun 

—  doun)  *I44. —  1)  bereit ,  fer- 
tig ,  schlagfer  tig,  im  begriff: 
103.  *i44.  ^257.  908.  *94i.  *I044. 
*IIÖ3  (vgl.  d.  anm.  z.  d.  st.). 
*I387.  *i47o.  ^2053.  2961.  2)  öfters 
müssen  wir  das  ganz  allgemein  ge- 
haltene boun  durch  einen  specielleren 
aus  druck  wiedergeben  ;  a)  zugerich- 
tet:  ^514.  b)  bloss  (von  einem 
Schwerte):  *872.  c)  gekleidet: 
*4o8.  d)  ein  inf.  mit  to  ist  zu  er- 
gänzen: *I4I5. 

bour  subst.  [r.  m.  oure  —  castel  tour 

—  Blauncheflour)  *i6o.  boure  1251. 
1688. 2048. 2158. 2681. —  i)gemach 
{einer  dame) :  *i6o.  1688.  *I934. 
1941.  2048.  2158.  3223.  3224.  2) 
schlafgemach  (der  männer): 
1251.  ^2307.  3)  braut  gemach: 
2681. 

bowe   schw.   v.   $spr.   bowed    902.  — 

sich  beugen:  902. 
bobe  num.  babe  (r.  m.  wrob  —  clob 

—  rabe)  *I743-  bohen  (?)  1632.  gen. 
bober  2380.  —  I)  adj.  beide.  1) 
in  Verbindung  mit  einem  subst.:  3256. 
2)  ein  pers.  pron.  geht  voraus;  bai 
bobe:  2173.  2483.  2587.  bobe  her 
wedde  :  320.  her  bober  blöd  :  2380. 
hem   bobe:  316.  2323.  2449.  3323- 


3)  mit  to,  bobe  to,  alle  beide: 
2974.  II)  subst.  1)  beide:  1632. 
2942.  zur  Zusammenfassung  von  zwei 
vorher  genannten  personen  verwendet: 
2534.  3084.  III)  bobe  —  and  oder 
and  —  bobe  partikelartig,  sowol  — 
als  auch,  a)  bobe  steht  voran:  739. 
1643.    2625.      b)    habe   steht   nach: 

*I743- 
brade  adj.  (r.m.  rade  —  made  —  glade) 

*I77.  —   I)  breit:  ^2744.  *349.    2) 

geräumig,  ausgedehnt:  ^1024. 

*2Ö36.  3)  gross  (von  gemüthsaffec- 

ten):  *I9I9.*3o87.  4)  brade  of,  voll 

von:  *i 77. 
brain  subst.  (r.  m.  vnfayn  —  yslayn  — 

mayn)  *io85.  —  gehirn:    *io85. 

*I479- 
brand  subst.  (r.m.  hand  —  fand  —  wand 

—  sand)  *2353.  brond  (r.  m.  smotf.) 

—  hond  —  vnderstond)  *  1074.  — 
schwert:    1074.  2353. 

breke  st.  v.  Sspr.  brak  25.  113.  1056. 
1084.  1480.  2227.  2978.  3plpr.  brac 
452.  partpr.  broken  634.  1566.  2219. 
ybroken  2901.  —  1)  zerbrechen 
(von  gliedern):  634.  1480.  2)  zer- 
legen: 452.  3)  verletzen:  2978.  4) 
brechen  (von  bürgen):  25.  5)  bre- 
chen (einen  vertrag  etc.) :  113.  2219. 
2227.  2901.  6)  intr.  zerbrechen: 
1084.  1566;  breke  on  to,  entzwei 
brechen:    1056. 

breche  subst.  —  hinter  backen, 
schinken:  478. 

bred  subst.  brede  382.  820.  —  brot: 
382.  542.  820. 

brede  subst.  (r.  m.  fede  —  dede  —  lede 

—  ^ede)  *I557-  —  breite:  ^1557. 
über  *485  vgl.  d.  anm.  z.  d.  st. 

brenne  schw.  v.  sspr.  brend  (r.  m. 
schent)  *I472.  1476.  partpr.  brent 
1478.  nach  dem  den.  pron.  brende 
1510.  —  v  erbrennen:  1472.  1476. 
1478.   1510. 

brest  subst.  (r.  m.  est  —  brest  —  nest) 
*474.  —   brüst:  *474-  870. 

breste  st.  v.  $spr.  brast  191.  274.  366. 
677.  1237.  1456.  1863.  2208.  —  1) 
reissen,  zerbrechen:  366.  677. 
1456  (on  =  in).  2)  brechen:  1237. 
l^3'  3)  brechen,  stürzen 
durch\  191.274.  über  breste  oway 
s.  u.  oway. 

brid    subst.    —    mädchen,     braut: 

1354. 
brigge  subst.  bregge  2393.  —  brücke: 

2372.  2393. 
brii;t  adj.  (r.  m.  wi^t  — kni^t — hi^t  — 


193 


fi^t)  *98.  superl.  brietest  160.  — 
g  l  a  n  z  e  n  d.  strahlend  i )  von  Waf- 
fen, gemachem  etc.*  202.  *886.  *i03i. 
"1064.  *  1086.  *H73.  ^2379.  ^2530. 
'2537.  ^2804.  2970.  2)  von  da  inen 
a)  brijjt,  he  bri^t,  bat  bri^t,  bat  is 
brisjt,  zum  namen  gefügt:  ^98.  160. 
*74i.  *i33C  *i373-  *i597-  *i636. 
*iÖ4i.  ^1647.  *iÖ9i.  *2243.  ^2648. 
*3000.  *32i4.  b)  bri'^t  of  hewe,  von 
strahlendem  teint:  1267.  1563. 
1651.  1704.  c)  vergleichend,  bri^t  so 
oder  bri^t  as :  1354.  2171.  2971. 
3162. 
brim  subst.pl.  brimes  349.  —  ufer: 

349- 

brink  subst.  [r.  m.  hink)  ^2946.  — 
ufer:   2946. 

bringe  schw.  v.  inf.  bring  (r.  m.  king 
-  Schilling  —  hing)  *435.  159.  ^646. 
♦929.  *ioo3.  *i3i4-  *i353-  *i357- 
*i62o.  *i637.  *i703.  *i8ii.  *i856. 
^1965.  *2i94.  2307.  *26gi.  *32o8. 
1  sprs.  bring  [r.  m.  sing  —  king  — 
hing  —  askeing)*i372.  iplcprs. bring 
[r.  m.  king  —  wedding  —  playing  — 
hing)  *I74Ö.  imps.  bring  1147.  1336. 
imppl.  bringe b  1369.  I  spr.  broiv^t 
604.  2  spr.  brou^t  (r.  m.  bihou^t  — 
nou^t  —  bouj;t)  *2o82.  2,  spr.  broir^t 
{r.   in.    hou^t)    *Ö47.     [r.    m.   wrou'/jt 

—  soft  —  oft)  *2399.  *667.  *825. 
1206.  "1494.  *i8i7.  2412.  2514. 
^2842.  ^2885.  3plpr.  brou^t  [r.  m. 
noir^t)  ^1 153.  683.  1239.  *I398. 
partpr.  brou^t  (r.  m.  wrou^t  —  mou^t 

—  hou^t  —  soujjt)  *409.  *5i5-  *548. 
587.  *H32.  *I7I3.  *2i45.  *2365. 
*2668.  ybrouijt  (r.  m.  sou^t  —  wroir^t 

—  nou^t  —  sou^t)  *283i.  688.  — 
1)  bringen  (von  Sachen,  botschaften 
etc.):  515.  688.  825.  1003. 1369.  1398. 
1703.  1965.  2082.  2194.  2514.  2842. 
bringe  he  word  to ,  folgende 
worte  richten  an:  667.  2)  bei 
sich  f  ühren ,  mitnehmen,  tra- 
gen, mitbringen:  409.  1432. 
1494.  1817.  2365.  3)  bringen, 
tragen,  befördern,  geleiten 
(vonpers.):  159.  435.  548.  604.  646. 
647.  683.  929.  1239.  1314.  1336. 
1353-  1357-  1372.  1620.  1637.  1713. 
1856.  2307.  2399.  4)  in  verb.  mit 
präp.;  bringe  fro ,  abbringen, 
reissen  von:  2691.  bringe  in,  in 
etwas  bringen,  in  einen  zu- 
stand versetzen:  2145.  2668. 
bringe  of  oder  out  of,  a)  von  etw. 
befreien:    1206.  2412.  b)  einer  s. 

K.  ö  1  b  i  n  g ,  Sir  Tristrem. 


berauben:  $87.  1746.  bringe  til, 
bringen  zu,  auf:  1147.  bringe 
to,  vorlegen,  bringen  vor:  667. 
bringe  for  to,  zu  etwas  bringen, 

.  zwingen:  3208.  bringe  up,  auf- 
spritzen machen:  2885.  bringe 
a  (=  011):  anleiten  zu:  2831. 
vgl.  forh. 

brini  subst.  pl.  brinies  191.  2379.  — 
brünne,  panzer:  191.  2379.  3264. 

brOChe  subst.  —  Spange:  265.  381. 
3020. 

broun  adj.  [r.  m.  boun  —  toun  —  doun) 
*4io.  —  braun:  410. 

broher  subst.  pl.  breber  2725.  brehem 
3310.  —  1)  (leibl.)  bruder:  225. 
1184.  1584.  2326.  2725.  2883.  2892. 
3310.    2)  bruder,    blutsfreund : 

2939. 
bllSke  schw.  v.  3  sprs.  boskes  923.  3  spr. 
busked  816.  1642.  $plpr.  144.  2942. 

—  1)  sich  ans  chic ken:  923.  2) 
sich  fertig   machen:    144.  816. 

3)  sich  a ufm achen,  gehen:  2942. 

4)  bereit  machen:   1642. 
bosking  subst.  (r.  m.  king  —  bring  — 

tiding)  *925.  —  auf  zu  g:  925. 

C.  K. 

calle  schw.  v.  inf.  calle  [r.  m.  alle  — 
halle  —  palle)  *566.  *  742.  2107. 
*2432.  *284i.  *2955.  3 sprs.  callefa 
269.  iplprs.  calleh  3046.  3  spr.  cald 
79.  2873.  partpr.  cald  561.  —  1) 
rufen,  herbeirufen :  79.  269. 
561.  566.  742.  2432.  2873.  2955.  2) 
bezeichnen  als:  2107.  3)  nen- 
nen: 3046.  to  calle,  so  zu  sagen: 
2841. 

Care  subst.  kare  (r.  m.  wäre)  *H9.  — 
i;  sorge,  kummer:  *ii9«  *i  197. 
*I975.  *2Ö97.  ^2703.  2)  angst: 
*368.  3)  wih  care,  a)  zu  seinem 
{od.  ihr  ein)  schmerze:  *  2 14. 
*702.  *io87.  ^3265.  b)  in  ihrem 
schmerze:  *I572.  c)  al  wih  care, 
ganz  zu  seinem  eignen  Un- 
heil: *3337. 

Carebed  subst.  —  sorgenbett:  1123. 

Cas  subst.  (r.  m.  was  —  Bonifas  — 
solas)  ^2850. —  sache,  ereigniss: 
*285o.   1943. 

Caste  schw.v.  inf.  cast  1210.  3  spr.  cast 
1471.  1475. —  1)  ausspeien:  1471. 
1475.  cast  oway,  beseitigen  :  1210. 

Castel  subst.  pl.  castels  25.  895.  2434. 

—  cas  teil,  bürg:  25.  149.  799. 
895.  2358.  2434.  2765.   2826.  2964. 

13 


194 


castel  tour  subst.  [r.  m.  oure  —  bour 

—  Blauncheflour)  ^158.  —  schloss- 
thurm:    158. 

kene  adv.  (r.  m.  biclene  —  yben  — 
bitvcne  —  schene)  *J$%.  ken  [r.  m. 
ten  —  quen  —  wen)  ^1855.  vgl. 
*I792.  —  1)  tapfer:  ^3247.  *25Ö2. 
^3247.  2)  grimmig,  grausam: 
*758.  *I455-  3)  schmerzhaft: 
*3255-  4)  kräftig,  wirksam: 
*I209.  5)  gewaltig:  3327.  6) 
klug:  ^1328.  *i792.  *i855.  *i957. 
^2346.  *3io3. 

kepe  schw.  v.  inf.  kepe  1150.  1975. 
1  sprs.  kepe  1 146.  2332.  2640.  2920. 
imps.  kepe  231.  —  1)  nehmen, 
verlangen:  2640.  2)  aufbe- 
wahren: 231.  3)  erhalten,  am 
leben  erhalten:  1150.  4)  kepe 
fram,  schützen  vor:  1975.  5)  ge- 
fallen finden  an  etw.  a)  mit 
to  u.  d.  inf.:  2332  (?).  b;  mit  of : 
1146.  2920. 

kertel  subst.  —  rock:  1954. 

ceries  interj.  —  sicherlich!:  851. 
1509.  1517.  1729.  2445. 

Cerve  st.  v.  $spr.  carf  481.  —  mit  of, 
abschneiden:  481. 

cide  schw.  v.  2>spr.  cidde  2415.  —  zei- 
gen, beweisen:  2415. 

kin  subst.  kinne  [r.  m.  minne  — 
winne  —  skinne  —  inne)  ^567.  kenne 
[r.  m.  vnwinne  —  skinne  —  inne) 
*I233.  *2759.  —  1)  geschlecht, 
abkunft:  **}%.  ^567.  *689.  *I233. 
*20Ö4.  2)  verwandter:  ^2759 
(vgl.  d.  anm.  z.  d.  st.). 

kinde  subst.  [r.  m.  finde)  *I43-  kende 
[r.  m.  hende  —  ende)  ^241 3.  —  1) 
natur,  beschaff en hei t :  *I3Ö2. 
2)  weise,  ton:  ^509.  3)  familie: 
*I43.  *24i3«  ^2896. 

king  subst.  [r.  m.  Schilling  —  bring  — 
ping)  *43I.  gen.s.  kinges  560.  2310. 

—  könig:  5.  54.  56.  *I23.  175.227. 
263.  *43i.  511.  516.  *528.  529.  536. 
540.  560.  *6o3.  *642.  712.  721.  *724. 
731.  761.  782.  838.  *927.  937.  969. 
972.  986.  *ioo9.  1108.  *H44-  1255. 
*i3io.  *I3I3.  1315.  1347.  *i35i. 
^1368.  1396.  1398.  1499.  *  1595- 
*i622.  1631.  *i639.  1699.  *i7o5. 
*i7i2.  *i74c  ^1809.  1833.  *i8$o. 
*i923.  *i959-  1970.  *2ii2.  2136. 
2180.  *2i9o.  *2277.  *230o.  2310. 
2397-  2399-  2410.  2581,  2586.  *2689. 
2717.  3185.  3191. 

kinges  SOn  subst.pl.  kinges  sones  822. 


—  könig s söhn :  822  (vgl.  d.  anm. 
z.  d.  st.). 

kingriche  subst.  pl.  kingriche  579.  — 

königreich:   579. 
kinsman  subst.  (r.  m.  pan  —  bigan  — 

wan)  *no3.    kinsseman  [r.  m.  pan) 

*  1980.    —     verwandter:    *858. 

*no3.  *i98o. 
kisse  schw.  v.  inf.  kis  [r.  m.  is  —  ywis 

—  bis  —  mis)  *2758.  kisse  [r.  m.  is 

—  ywis  —  bis)  *2203.*2i62.  *2298. 
^scprs.  kisse  fr.  vi.  is  —  ywis  —  bis) 
*I547.  3spr.  kist  (r.  m.  wist) 
*2397-  736.  960.  2431.  2566.  kisst 
660.  Zplpr.  kisten  738.  —  küs- 
sen •  660.  736.  738.  960.  1547.  2162. 
2203.  2298.  2397.  2431.  2566.  2758. 

Cite  subst.  pl.  cites  897.  2434.  —  ort, 
Stadt:  897.  2434. 

kipe  schw.  v.  inf  kipe  [r.  m.  blipe  — 
swijbe  —  lipe)  *2Öo.  *285.  *I249. 
^425.  *IÖ4Ö.  %spr.  kidde  2415.  — 

1)  zeigen:  285.  1249.  2415.  2)  of- 
fenbar machen,  zu  tage  för- 
dern: 1646.  kipe  o^ain,  sich  er- 
klären gegen:  260.  3)  mit  refl. 
sich  zeigen,  sich  der  gefahr 
aussetzen:   1425. 

Claper  subst.  —  klapp  er:  3173. 
Clap  subst..  clop  [r. m.  wrop  —  babe  — 

rabe)  *I74I.  —  1)  tischtuch:  706. 

(clop).    2)  kl  eider  (coli.):  *I74I. 
Clabe   schw.    v.  partpr.   cledde    (r.  m. 

ysprad  —  lad  —  ledde   —  yfedde) 

*45o.  yclad  2843.   P?-  cladde  (r.  m. 

bade)*  152. —  1) kleiden:  450.2843. 

2)  mit  der  rüslung  anthun:  152. 

Clene  adj.  [r.  m.  wene  —  quen  —  bi- 
tvene  —  bidene)  *2230.  clen  [r.  m, 
quen  —  ben  —  sen  —  wen)  *i  779.  — 
1)  rein  (von  kleidern,  fussboden): 
**779-  *i790.  *2i93.  2)  (mor.)  rein, 
frei  (von  schuld):  *223<D.  2279. 
*2289.    *3200. 

Clepe  schw.  v.  $spr.  cleped  332.  142 1. 
2447.  3plpr.  cleped  109.  252.  partpr. 
cleped  1251.  ycleped  1674.  —  1)  ru- 
fen: 332.  1251.  2)  herbeirufen : 
1421.  2447.  3)  nennen:  109.252. 
1674. 

Clerk  subst. —  gelehrter:  1726.  3128. 

Cleve  st.  v.  zspr.  clef  2384.  —  spal- 
ten: 2384. 

Climbe  st.  v.  ispr.  clambe  681.  3spr. 
clombe  422.  —  erklimmen :  422. 
681. 

Clobbe  subst.  —  kcule:  2338. 

ClOU£  subst.  [r.  m.  drou^  —  anou^  — 


195     — 


wou^)    *I 761.    —     thalschlucht: 

1761. 
knaue  subst.  —  knappe:   1700. 
knaue  child    subst.   —   männliches 

kind:   107. 
knawe  st.  v.  inf.  knawe  (r.  m.  drawe 

—  rawe  —  schawe  —  plawe)  ^3099. 
'7S1.  imps.  knowe  725.  I  spr.  knewe 
664.  3  spr.  knewe  (r.  m.  hewe  — 
trewe  —  rewe)  ^225.  539.  ^597. 
648.  734.  ^1305.  ^1437.  *i7oo.  2052. 
2241.  2535.  2801.  31 10.  zpipr- 
knewe  (r.  m.  blewe  —  newe  — 
glewe)  *520.  *i27i.  *2255.  ^2557. 
knewen  2486.  —  1)  kennen:  225. 
520.  539.  597.  781.  1700.  2)  wissen: 
1271.  2054.  3)  erkennen:  648. 
664.  725.  734.  1305.  2241.  2535. 
2557.  3099.  3110.  ^unterschei- 
den, sehen:  2255.2486.  $)kennt- 
niss  nehmen  von,  bemerken: 
2052.  6)  kennen  lernen,  unter- 
suchen: 1437-  knawe  fre,  für 
frei  anerkennen:  2801. 

kne  subst.  (r.  m.  he  —  se  —  be)  ^560. 
*2254.  —  knie:  560.  2254. 

knele  schiv.  v.  3 spr.  kneled  659.  — 
knien:   659. 

kni^t  subst.  (r.  m.  wi^t  —  hi^t  —  fi^t 

—  bri^t)  *92.  //.  kni^tes  45.  55.  57. 
62.  66.  153.  170.  776.  803.  827.  1376. 
1420.  1655.  1865.  1902.  2240.  2255. 
2272.  2282.  2551.  2562.  2610.  3014. 
3149.  3247.  3316.  3339.    kni^t  coli. 

r.  m.  hi^t  —  ri^t  —  si^t)  *8l7.  ^1375. 
151  (?)  (vgl.  d.  anm.  z.  d.  st.).  —  1) 
ritt  er:  21.  45.  55.  57.  62.  66.  ^92. 
104.  153.  170.  *200.  ^585.  *739.  776. 
785.  *797.  803.  817.  827.  832.  *882. 
"948.  *io33.  ^1037.  *io76.  *ii30. 
*I2Ö4.  1375.  1376.  1420.  ^1467. 
*i534.  *i55i.  *i573-  *i6oi.  *i6n. 
*i638.  *i643.  *i655.  ^1689.  *i7oi. 
1865.    1902.    *i954.    *i968.   *20og. 

*2237.2240.  2255.2272.  2282.*23IO. 

"2533.  2551.  2562.  2610.  *27i7. 
'2728.  *28oo.  #2940.  '3014.  ^3107. 
•3128.  3149.  3189.  *32i8.  »3234. 
3339.  2) Speer it terlic her  dienst- 
mann eines  fürsten:  *2%  10. 
*2583.  *2Ö42.  '3148.  3)  as  kniijt, 
vergleichend,  70 ie  als)  ein  ritter : 
*67i.  *99c  *io66.  *io82.  *  1467. 
•1534.   -2325.  *238i. 

knitte  schw.  v.  3plpr.  kni^t  151.  — 
knüpfen,  anbinden :  151  [oder 
=   kni^tes?  vgl.  d.  anm.  %.  d.  st.). 

COfer  subst.  —  kästen,   truhe:  1567. 


COld  adj.  (r.  m.  told  —  old  —  wold  — 

bihalt)  *2488.  —  kühl:  *2488. 
COld  schw.  v.    {r.  m.  wolde  —  30M  — 

bihold)  *388.  —  erstarren:  388. 
COlour  subst.  — färbe:  2401. 
COme  st.  v.  inf.  com   171.   1119.  2203. 

2sprs.  comest  3102.  comestow  863. 

$sprs.    comeb   1825.  2101.    3plprs. 

comeb    11 15.     comen    2730.    2732. 

$scprs.  com   1986.    3 spr.  cam    188. 

761.    com    165.  214.  298.  695.  905. 

1213.  1492.   1581.  1810.  1821.  1847. 

1862.  1951.  2071.  2239.  2276.  2362. 

2745.2751.2956.  2981.  3113.  3140. 

3241.  3plpr.  comen   1394.  com  148. 

819.  1657.  1922.  2562.  3246.  partpr. 

comen  567.  857.  876.  2564.  com  947. 

—  1)  kommen:  171.  298.  695.  819. 
857.  863.876.947.  1115.  i"9-  1213. 
1394.  1492.  1581.  1922.  1951.  2071. 
2101.  2239.  2276.  2562.  2564.  2730. 
2751.  2956.  2981.  3102.  3140.  3241. 
3246.  2)  v or schreiten,  vordrin- 
gen: 2745.  3)  dazu  gelange?z: 
2203.  4)  zurückkommen:  1847. 
2362.  5)  out  come,  heraus,  zum 
Vorschein  kommen:  1825.  6) 
come  newe,  sich  ablösen:  1657.  7) 
überkommen:  1862.  8)  mit  pr'dp. 
come  after,  folgen  auf:  165.  come 
bifor,  vor  je  m.  treten:  761.  be  co- 
men of,  abstammen  von:  567. 
come  on,  anrücken,  anstürmen 
gegen:  188.  come  til,  kommen 
zu,  erreichen:  148.  come  to,  a) 
in  je  ms.  besitz  gelangen:  905. 
3113.  b)  gelangen  zu,  dringen 
zu:  214.  über  come  bitven,  o^ain 
s.  u.  bitven  und  o^ain. 

COmforte  schw.  v.  $spr.  comfort  106. 

—  trösten,  beruhigen:   106. 
Coming    stibst.  —    I)   kommen:    806. 

2)  Coming  o>;ain,  zurückkehren: 

2620. 
COnseil  subst.  conseyl  1838.  —  bera- 

thung:   269.  980.   1838. 
COnstable  subst.  — marsch  all:  2169. 

3016. 
COnstori    subst.    —     Versammlung 

eines     qeistl.    gerich  tshofes: 

2268. 
COppe  subst.  —  becher:  3173. 
Costom  subst.  —  sitte,  brauch:  520. 
COUpe  subst.pl.  coupes  547.  —  becher: 

547.   1662.   1675.   1720.  2986. 
COUrt   subst.  —    hof:    252.    435.  443. 

608.  819.    1403.    1922.    1985.    2564. 

3205. 
Crake    schiv.  v.  inf.  crake    (r.  vi.  take 


13 


—     196 


—  sake  —  schake)  *&&"].  —  zer- 
brechen: 887. 

Craft  snbst.pl.  craftes  285.  —  kraft: 
285. —  ge schicklichkeit,  kunst : 
1271. 

Crie  schw.  v.  inf.  crie  [r.  m.  lye  — 
maistrie  —  Ermonie)  *68.  (r.  vi.  pi 

—  heye  —  by)  *7&2.  {r.  m.  lye  — 

—  spie  —  pi)  ^3140.  (r.  m.  hei^e  — 
slei^e  —  bei^e)  *3iÖ4.  (r.  vi.  sikerly 

—  hastily  —  titly)  *3235«  cri  (r.  m. 
Ermonie  —  redy  —  bi  —  y)  ^904. 
2sprs.  criestow  3033.  imps.  criep 
3230.  2>sPr-  ci'ide  (r.  m.  wide)  ^2792. 
crid  1765.  2004.  3302.  ^plpr.  criden 
3284. —  1)  rufen:  2004.  2792;  as 
armes,  zu  den  w  äffen:  782.  — 
laut  erzählen:  3140.  2)  aus- 
rufen: 68.904.3230.3235.  3)  mit 
on,  je  m.  anschreien:  3164.  4) 
h etilen:  3033.  5)  mit  merci,  so- 
cour, flehen  um:  1765.  3284.  3302. 

Crie  subst.  (r.  m.  armi  —  sty — pi)  *3327. 

—  lärm,  ge  schrei:  3327. 
Croice  subst.  —  kreuz:  1965. 
Croise  schw.  v.  2>sPr-  croised  494.  — 

kreuzweise  zerhauen:  ä^\(vgl. 

d.  anm.  z.  d.  st.). 
Croude  subst.  —  ein  musik-instru- 

ment:   1226. 
Croun  [r.  m.  toun —  roun  —  somoun  — 

goinfaynoun)  *I75.   pl.  crounes  887. 

—  1)  kröne:  *5«  *i 75.  *2Ö3.  *$l6. 
*937-    2)  schädel:  887. 

Cruwel  adj.  —  grausam:   267. 
(cunne)  v.  prät.  präs.  isprs.  can  461. 

isprs.  canst    3050.    canestow  3054. 

can  (r.  m.  pan  —  bigan  —  wan  — 

man)  ^1828.  1823.  $sprs.  can  {r.  m. 

bigan  —  pan  —  man)  ^696.  403.  554. 

*978.    *I288.    *I528.    ^1932    (kan). 

*2749.  ^2830.  *302i.  3305.  iplprs. 

can  (r.  m.  ran — pan — man)  *2590. 

2,plprs.  can  (r.  m.  bigan  —  an —  pan 

—  man)  ^725.  iplprs.  can  [r.  m.  man 

—  ran  —  pan)  ^525.  ^spr.  coupe29Ö. 
297.  1204.  2017.  3208.  3212.  — 
1)  können  ,  v er stehen:  296.297. 
403.  461.  525.  554.  978.  1204.  1288. 
1528.  1932.  2590.  2749.  2^30.  3021. 
3050.3054.3212.3305.  2)  sich  ver- 
stehen a  uf:  696.  3)  k  önnen ,  i  m 
stände  sein:  725.  4)  vermögen: 
3208.    5)  wissen  (maugre) :  2017. 

cuntek  subst.  —  streit:  2772. 
Clintre  subst.  (r.  m.  he  —  fre  —  priue 

—  se)  *2078.  cnntray  (r.  m.  day  — 
ay  —  play)  ^2709.  —  1)  gegend: 
1437.  *2078.  ^2709.  2738.     2)    bc- 


w oh ner schaff    einer    gegend: 
1305.  1407.  2368.  2395.  3141.  3270. 

Ch. 

Chacie  schw.  v.  inf.  chaci  2741.  — 
jagen:  2741. 

Chastie  schw.  v.  inf  chast  {r.  m.  hast) 
*2475.  —  abrichten:  2475  \vgl- 
d.  anm.  z.  d.  st.). 

Chaumber  subst.  —  kämm  er:  571. 
1929.  2684.  3071. 

Chaumpioun  subst. —  kämpf  er:  1552. 

Chavel  subst.  —  kiefer:   1468. 

Cheker  subst.  —  sc hac höret:   309. 

Cheire  suöst.  [r.  m.  bonair  —  air  — 
fair)    ^309.  —  stuhl:  309. 

Chere  suöst.  [r.  m.  dere  —  here  —  pere 
—  were)   *578.  —  miene:  578. 

Cherl  suöst.  —  kerl:  620.  633. 

Ches  suöst.  —  Schachfiguren:  1227. 

Chese  st.  v.  imps.  chese  357.  ^spr.  ches 
(r.  m.  wes  —  res  —  pes  —  les)*2Ö.*6o4. 
*222i.  *2427.  *2Ö4i.  zplpr.  ches  [r. 
m.  pres  —  wes  —  pes  —  les)  *65. 
*I354.  chosen  1376.  partpr.  chosen 
76.  ycorn  [r.  m.  sworn  —  biforn  — 
ybornj*228o. —  1)  wählen:  76.2427. 
2)  aussuchen:  1354.  1376.  3)  in 
aussieht  nehmen,  festsetzen, 
öe stimmen:  65.  2280.  4)  aufs 
körn  nehmen:  26.  5)  sich  wen- 
den ,  begeben:  2221. 2641.  6)  sich 
entscheiden:  357.  7)  wünschen: 
604. 

Chide  schw.  v.  T,spr.  chidde  1850.  — 
streiten,  zanken  mit:  1850. 

Child  subst.  childe  (r.  m.  milde)  ^385. 
pl.  children  249.  —  1)  kind:  244. 
249.  278.  312.  360.  *385.  565.  655. 

2)  kind,    in  freundl.  anrede:    655. 

3)  Jüngling:   74. 

Child  bed  subst.  —  kindbette:    217. 

247. 
chinne  subst.  (r.  m.  inne  —  skinne  — 

kinne)  *685.  —  kinn  :  685. 
Chine  subst.   —  rückgrat:  495. 
chirche  subst.  —  kircKe:  2090. 


D. 


day  subst.  {r.  m.  way  —  play  —  may  — 
lay)  ^219.  pl.  dayn  (r.  vi.  Hodain  — 
layn  —  sain)  *248o.  1)  tag:  ^219 
*334-  *340-  *622.  *8oo.  *8o8.  957 
^1125.  ^1134.  *n89.  *I2H.  *I297 
*i552.  1613.  *i688.  *i75i.  ^1791 
1815.  ^1846.  ^1871.  ^2032.  ^2183 
^2210.  ^2225.  ^2261.  ^2285.  ^2340 


—     197 


*247I-  ^2480.  '2486.  ^509.  *252I. 
^2625.  ^2679.  ^2707.  *3i6i.  3312.  2) 
tag,  tageslicht:  ^2971.  3)  lebens- 
zeit,  tod:  *llll.  *I334-  4)  never 
a  day  oder  never  day :  zu  keiner 
zeit:  *  1 5 1 1 .  *200i.  *2ia6.  5)  bis 
day ,  h  c  u  1 1  n  0  c  h  :   x20i  I . 

dame  subst.  1)  in  der  anrede,  fraul: 
1972.  2874.  3030.  31 18.  2)  vor  eitiem 
eigennamen  ausserhalb  der  anrede, 
fr  a  u :  2420. 

dart  subst.  pl.  dartes  2773.  —  Wurf- 
speer: 2773.  2778. 

daj>et  subst.  —  w  ehe  als  interj.:  1875. 

33i8- 
ded  adj.  —  todt:  211.  237.  756. 
dede  subst.  [r.  m.  z,ede  —  rede  —  lede) 

*982. //.  dedes  1988.  3248. —  1)  that 

(mit  dem  nebenbegriffe  des  schlechten) : 

^1760.   1988.   ^2033.  ^2698.  ^2915. 

*3°73-  *3i68.  ^3183.  *32oi.   3248. 

2)  that,  heldenthat:  *i5o8.*i555. 

*IÖ29.  3)  handlun gsw  eis e,  thun: 

*2466.  ^2176.  4)  ereigniss  :  "*2893. 

5)  akte,  Urkunde?:  982. 
dedely  adv.  —  tödtlich:  2163. 
defende  sc/nu.  v.  inf.  defende  990.  — 

abwehren :  990. 
dele  schw.  v.  $sprs.  delep  325.  Iplpr. 

delten  2378.  —  1)  t heilen  :  325«.  2) 

austheilen:  2378. 
dolite  subst.  (r.  m.  white  —  wite — tite) 

*250.    delit  (r.  m.  wite  —  smite  — 

tite)  *6i7.  — freu  de:  250.  617. 
departe  schw.  v.  2  seprs.  depart  3193. 

$spr.  departed  2025.  —  trennen: 

2025.  3193. 
der  subst.  pl.  (?)  dere  1845.  —  wild: 

1845- 
deray  subst.   (r.  m.  oway  —  day  —  ay 

—  an  ay)  *3IÖ5.  —  lärm,  tumult: 
3165. 

dere  I)  adj.  (r.  m.  fere  —  lere  —  here) 

^402.  *4o6.  —  1)  lieb:  *io8.  ^402. 

*4o6.*i255.  2)beliebt:*$'j4.  *2$6g. 

II)  adv.  (r.  m.  ^ere  —  fere  —  were  — 

here)  *I282.  —  1)  mit  liebe:  *I282. 

2)  zu  höh  e m preis e ,  t heuer:  198. 

1246.  *i49Ö.  2086. 
dem  I)  adj.  — geheim:  2489.   2512. 

2698.     II)  adv.  —  i  m  geheimen: 

1282. 
dernly  adv.  (r.  m.  leuedy  —  y  —  ly) 

♦1772.  —  im  geheimen:  1772. 
des  subst.  —  sitz,  ehrensitz:  2839. 
deserve  scJnu.v.  isprs.  deservest  3206. 

—  verdienen:  3206. 

desiri  inf.  desiri  2705. —  wünschen: 
2705. 


deste  schw.  v.  $spr.  deste  (r.  m.  miste 

—  preste  —  wist  —  kist)  ^2393.  — 
stürzen:  2393. 

develdragoun  subst.  gen.  -s  145 1.  — 
t  eufels  drache:  1451  (vgl.d.anm. 
z.  d.  st.). 

den  subst.  (r.  m.  lede  —  bede  —  drede) 
*2597-  —  tod:  192.  198.  208.  2329. 

2595-  *2597- 
dye  schw.  v.   inf.  dye  (r.  m.  wrye  — 

hei^e —  li^e)   ^2148.  ^3125.     3spr. 

dyd  884.  —  sterben:   884.  2148. 

3125. 
di^te  schw.  v.  yprs.  diätes  {r.  m.  ri^tes  — 

li^tes  —  softes)  ^500.  ^spr.  di^t  [r.  m. 

kni^t  —  bri^t  —  fi^t  —  pi^t)  *2o8. 

486.  2513.    partpr.  di^t    (r.  m.  si;t) 

^2079. 3076.  1)  v  orbereiten  :  2079. 

3076.  2)  bringen  zu:  208.   3)prä- 

pariren ,  vom  erlegten  wilde :  486. 

2513-     4)    sich   aufstellen   las- 
sen^): 500. 
dint  subst.  dent  [r.  m.  flint)  *I450.  //. 

dintes  3341.  —  hieb,  stoss:  1450. 

3341-  * 
diol  subst.  —  schmerz:  1127.  1940. 
diolflll  adj.  —  schmerzvoll:  3341. 
dolour  (r.  m.  Triamour  —  honour  — 

Blauncheflour)  ^2412.  —  schmerz, 

plage:  2412. 
dorne  subst.  —  urtheil:  2233. 
don  verb.  inf.  do  (r.  m.  fo  —  so —  slo) 

*2ii9-    814.     2699.    *2958.    3021. 

*305i.  3168.  *3I97-  don  789.  1555. 

2065.  isprs.  dostow  622. 1018.  $sprs. 

dos  16.    zplprs.    do  3044.    iplcprs. 

do     1760.    imp.    1995.    2019.    2185. 

2876.    1  spr.  dede   1782.  $spr.  dede 

68.  271.  326.  786.  815.  1283.  1508. 

1694.  1709.  1908.  2026.  2194.  2207. 

2281.  2688.  2714.  3043.  3132.  3340.. 

ded  247.  3plpr.  dede  [r.  m.   falshede) 

*2286.  63.  154.  partpr.   done  {r.  m. 

sone)  *88.  *4i8.  *2i§9.  ydone  [r.  m. 

sone)  *2Ö4.  ^3201.  don  [r.   vi.   ston 

—  ichon — bon  —  ton)  *I482.  (r.  m. 
sone  —  bone  —  schon)  *3290.  ähnl. 
»2048.  391.  1132.  1545.  1767.  2914. 
3073.  —  1)  thun,  handeln,  aus- 
führen: 16.  154.  271.  326.  622. 
814.  815.  1018.  1132.  1508.  1545. 
1555 .  1709.  1760.  1767.  1782.  1908. 
2019.  2119.  2185.  2189.  2207.2688. 
2699.  2914.  3021.  3051.  3073.3168. 
3197.  3201.  2)  lassen  (faire):   68. 

247.  418.  786.  789.  2065.  2194. 
2714.  3043.  3205.  3340.  don  under- 
stand,  begreiflich  machen,  leh- 
ren:   zu   richeliche  don  vgl.   1283. 


—     198 


das.  3)  bringen  :  391.  2026.  2048. 
4)  don,  parlpr.,  vorüber :  88.  1482. 
3290.  5)  zur  Umschreibung  des  ein- 
fachen verbums  gebraucht:  418. 1694. 
2876.  3044.  6)  verstärkend  vor  einem 
anderen  verbum  stehend :  63  (vgl.  d. 
anm.  z.  d.  st.).  2286.    vgl.  oway. 

dote  subst.  (r.  m.  rote)  *I9I2.  —  thor: 
1912. 

douk  subst.  douke  49.  266.  728.  839. 
850.  873.883.893.  2711.  2746.  2861. 
3004.  gen.  s.  doukes  2642.  2645. 
douke  883.  —  herzog:  36.  43.  49. 
113.  254.  266.  728.  839.850.  873. 
893.  2642.  2645.  271 1.  2746.  2861. 
3040. 

douhter  subst.  —  tochter:  1255.  2302. 
2648. 

douhti  adj.  • —  1)  tüchtig  (von  pers.): 
1467.  2325.  2328.  3218.  2)  wacker 
(von  sacken) :  1 5  5  5  • 

doun  adv.  (r.  m.  boun  —  goinfainoun 
—  toun)  *I50.  —  1)  nieder:  ^414. 
^1038.  1676.  3150.  2)  lete  doun, 
einziehen:  ^150.  3)  doun  lain,  ab- 
legen: 1 187.  4)  ben  doun,  todt 
seinx  *255  (vgl.  d.  anm.  z.  d.  st.). 
smite  doun,  abhatten  :  *I4Ö8.  5)vp 
and  doun,  a)  auf  und  ab:  *ll6i. 
b)  überall:  *2859#  6)  doun  ris;t, 
völlig:  *884.  ^3245.  s.  ri^t. 

dOllt  subst.  for  doute  1413.  — furcht: 
758.  1413.  2595.  2597. 

doute  schw.  v.  %sprs.  douteb.  iplprs. 
doute  1748.  —  fürchten:  1748. 
2096. 

dra^e  st.  v.  imp.  drawe  (r.  m.  rawe  — 
schawe  —  knawe  —  plawe)  ^3093. 
3spr.  drou^  (r.  m.  wou'4  —  slou^  — 
anou^  ■ —  lou^)  *I539-  1568.  ^1732. 
*I763.*i5i6(?).25i8.*3273.  dre\ve(r. 
m.  newe  —  hewe  —  rewe)*i92.*294. 
3plpr.  drou^  (r.  m.  slou^  —  ynou^  — 
wou^  —  bou^)  *2483.  1096.  11 70. 
drewe  (r.  m.  blewe  —  knewe)  ^1299. 
^1431.  *IÖ96.  *2555.  partpr.  drain 
{r.  m.  bayn  —  fayn  —  o^ain  —  layn) 
*7o6.  *I575-  ^1588.  *I797-  drawen 
2530.  —  1)  ziehen,  nehmen: 
1170.  1431.  1568.  1575.  1588.  1763. 
2518.  2530.2555.  3093.  2)  tragen: 
1096.  3)  schleif  en:  1797.  4)  auf- 
spreiten: 706  (vgl.  d.  anm.  z.  d. 
st.).  5)  aufhissen :  1299.  1696. 
6)  stellen  (als  bürgschaft) 
x539-  7)  zustreben:  294.  8)  zu- 
treiben auf:  192.  9)  sich  auf 
den  weg  machen,  sich  wohin  be- 
geben:  1732.  2483.     10)  dra^e  to 


schäme,  zur  schände  ausschla- 
gen:  3273.     Lieber  v.  15 16  vgl.  d. 
anm.  z.  d.  st. 
dragoun  subst.  [r.m.  raundoun  — doun 

—  lyoun — boun)*  1042.  dragon  1542. 
1470.  —  1)  drache:  *I4I3-  1438. 
1441.  *I442.  1455.  1457.  ^1464. 
1470.  1503.  1507.  1518.  1524.  1533. 
1542.    2)   drache  als  schildzeichen: 

*I042.T 

drau^t  subst.  [r.  vi.  fauijt  —  tau^t  — 
maujjt  —  sau^t)  *2789.  —  streich, 
hieb:  2789. 

drede  subst.  (r.  m.  stede  —  wede  — 
blede  —  nede)  *io5i.  —  furcht: 
430.  *io5i.  ^1057.  *i842.  ^2603. 

drede  schw.  v.  inf.  drede  (r.  m.  forbede 

—  nede  —  vnrede)  ^2724.  isprs. 
dredest  1998.    %sprs.  dredeb    3195. 

—  ( sich)  fürchten:   1998.  2724. 

3195. 
dreiz;e  adv.  [r.  m.  steige  —  nei^e —  sei^e 
■ —  heye)  ^3035.  —  heftig,  sehr: 

3035- 

drink  subst.  [r.  m.  penke  —  swink  — 
stink)  *IU4.  pl.  drinkes  1245.  —  1) 
trank:  707.  *IU4.  1245.  ^1562. 
1581.1645.  1665.  1667.  i683.*226o. 
2842.    2)  trunk:  *i66i.  I7I9(?). 

drinke  st.  v.  inf.  drink  {r.  m.  bink,  inf.) 
*IÖ50.  3plprs.  drink  3064. —  trin- 
ken: 1650.  3064. 

driue  st.  v.  inf.  driue  (r.  m.  stiue  —  aliue 

—  riue)  *UÖ7.  —  treiben:  1167. 
droune  schw.  v.  inf.  droun  [r.  m.  toun 

—  dragoun  —  boun)  ^1411.  —  sich 
tauchen:  141 1. 

du^e  v.  prät.  pr'ds.  2,spr.  dou^t   1125. 

—  frommen:  1125. 

duelle  inf.  duelle  [r.  m.  teile  —  feile  — 
spelle)  ^2766.  61.  2156.  duellen  793. 
iplprs.  duelle  3123.  iplprs.  duelle 
[r.m. spelle)  *3o89.  $spr.  1278.2967. 
3171.  3plpr.  duelled  3128.  —  1)  ver- 
weilen, bleiben,  sich  aufhal- 
ten, stehen  bleiben:  61.  1278. 
2156.  2766.  2967.  3089.  3123.  3128. 
3171.    2)  zögern:  793. 

duelling  subst.  —  bleiben:  137. 

duerwe  subst.  — zwerg:  2062.  2091. 

2579- 
(dürre)  v.  prät.präs.  isprs.  dare  [r.  m. 
care  —  wäre  —  mare)  ^2699.  dar 
2598.  2sprs.  darst  3168.  ^sprs.  dar 
3220.  ispr.  durst  260.  21 12.  $spr. 
durst  996.  1265.  1425.  1507.  1532. 
1542.  —  wagen:  260.  996.  1265. 
1425.  1507.  1532.  1542.  21 12.  2598. 
2699.  3168.  3220. 


199     — 


E. 

eke   conj.    ek    1680.    —    auch:     508. 

1381.  1680. 
eft  adv.  —  wieder:  1454.  2388. 
ei^e  sene  subst.  (r.  m.  bitvene —  ben  — 

quene  —  wene)  ^2450.  —  an  blick, 

äuge:  *2222.  *2450. 
eiders  subst.  gen.  eldren  2809.  —  vor- 
fahren: 8.  19.  465.  2809. 
elles  adv.  —  wo  anders  hin  :  2139. 
em  subst;  das  u  des  poss.pron.  ist  häu- 
fig vorn  angefügt:  mi  nem  921.  1367. 

1576. 1588.  2116.  2665.  bi  nem  2150. 

bi  nemes  2002,  aber  bine  em  2129. 

—  oheim:  921.   1100.    1145.  1321. 

1576.  1588.  2002.  21 16.  2129.  215O. 

ende  subst.  {r.  m.  went  —  frende  — 
hende)  ^58.  das  n  des  artikels  an 
das  wort  angefügt,  at  be  nende*3287. 
der  artikel  be  damit  zusammen- 
gezogen, bende  *58.  —  1)  ende, 
schluss:  *58.  ^407.  ^3287.  wibou- 
ten  ende  =  ohne  ende,  d.  h.  für 
alle  zeit :  ^2417.    2)  grenze:  *9i. 

endingday  subst.  [r.  m.  say)  ^1670.  — 
to  des  tag:   1670. 

endre  schw.  v.  part.  pr.  endred  323.  — 
ben  endred,  einge treten  s ein  in, 
begonnen  haben:  323. 

erand  subst.  —  anliegen:  847.  2149. 

erber  subst.  be  erber  di^te,  ein  wild 
ausweiden:  486. 

erl  subst.,  öfters  mit  dem  best.  art.  ver- 
schmolzen in  berl  1864.  1875.  1885. 
1895.  1902.  1910.  —  graf,  Jarl: 
882.  1864.  1875.  1885.  1895.  I9°2- 
1910.  3234. 

erly  adv.  [r.m.  sty —  hei'>;e  —  bi  —  titly) 
*25io. — früh:  2510. 

erbe  hous  subst.  dat.  erbe  house  2478. 
erdhaus,  erdhöhle:  2469.  2478. 

CSt  subst.  —  im  accus,  adverbiell  ge- 
brauch t,    im   osten,    von   osten : 

3I4I- 

est  subst.  (r.  m.  brest  —  brest  —  nest) 
*476.  —  lust :  476. 

ete  st.  v.  inf  ete  (r.  m.  mete  —  gete  — 
grete  —  sete)  ^543.  ZsPr-  ete  4!5- 
Splpr.  at  [r.  m.  hate  —  gat  —  wat) 
*2493-  ete  (r.  m.  mett  —  grete  — 
swete  —  ^ete)  *2505.  —  essen:  415. 
543.  2493.  2505. 

eten  subsl.pl.  etenes  2480. —  riese: 
950.  2480. 

euen  adj.?  —  richtig?  :  488.  1590. 

euer  adv.  —  1)  imm  er :  271.  281.  595. 
1291.  3022.  3028.  3049.  2)  jemals: 
1405 .  1 609.  3)  fü  r  i  m  m  m  e  r :  305 5  ; 


ebenso  mit  mare  :    1820.     4)  im  vier 
noch:    1596.     5)    verallgemeinernd, 
euer  as,    so  oft  auch:   1657.    hou 
so  euer,  wie  immer:  2736.    . 
euerich  pron.  — jeder:  291. 


F. 


face  subst.  —  antlitz:  2540. 

fade  adj .  [r.  m.  abade  —  rade  — 
made  —  strade)  *I53-  —  tüchtig, 
tapfer:  *I53-  *274Ö  (?)  (vgl.  d. 
anm.  z.  d.  st.). 

fader  subst.  gen.  fader  901.  —  vater: 
226.533.  661.  668.  748.  848.  851. 
861.  901.  2659.  2707. 

faye  subst.  (r.  m.  play  —  lay  —  say  — 
oway)  *3i8.  —  treue,  eid:  318. 

fayl  subst.  [r.  m.  batayle)  *io65.  fail 
(r.  m.  Gouernail)  *I29Ö.  —  nur  in  der 
Verbindung  saun  fayl,  ohne  zwei- 
fel:  *889.  *io65.*i296. 

faile  schw.  v.  ^spr.  failed  1436. — feh- 
len, im  stich  lassen:  1436. 

fain  adj .  (r.  m.  o^ain,  sain,  vnflain  — 
lain)  *47o.  fayn  *7io.  —  1)  gern 
(fast  stets  durch  ful  verstärkt):  *470. 
*7io.  *I497.  *i$79.  ^1592.  *i6o6. 
*i8oi.  *i90i.  2899.  ""3190.  2)  er- 
freut, vergnügt:  *66o.  *I3I3- 
*I48i.*I984.  *2430.  3)  froh:  *i678. 
4)  fain  spede,  sich  in  fröhlicher 
s  timmung  b  e finden  :  2178. 

fair  I)  adj.  feir  517,  faire  [r.  m.  hayre 

—  bonaire  —  repaire)  ^2733.  comp. 
fairer  161.  2923.  3086.  superl.  pl. 
faires t  (nach  de??i  artikel)  308.  333. 
787.  —  i)  schön:  161.  244.  308. 
333.  441.  630.  1201.  2527.  2733. 
2923.  2985.  3086.  3137.  3215.  3303. 
2)  stattlich,  grossartig:  926. 
2852.  3)  tüchtig:  142.  787.  4) 
zweckmässig  t  angemessen: 
517.  1500.    II)  adv.  fair  (r.  m.  cheire 

—  bonair  —  air)  *3I5-  superl.  fairest 
1346.  —  1)  schön:  301.  940.  2) 
stattlich:  690.  3)  s chön  =  völ- 
lig:  *3I5.  4)  gewandt:  694.  5) 
freundlich:  131 7. 1325.  6)  superl. 
am  besten:   1346. 

fayte  schw.  v.  inf.  fayt  (r.  m.  waite  — 
hayte  —  layt)  ^3054.  —  mit  falsly : 
uuw ahr es  vorbringen  :  3054. 

falde  schw.  v.  partpr.  pl.  yfold  (r.  m. 
hold  —  wold  —  told  —  s^old)  *30i. 
(r.  m.  vnhold  —  gold  —  mold)  ^940. 
*2790. —  1)  falten:  301.  2)  prä- 
gen: 940.  "$)niederw erfen:  2790. 

falle  st.  v.  inf.  falle  (r.  m.  alle  —  halle 


200     — 


calle)  *744-  $scprs.  falle  (''.»».alle  — 

pralle  —  calle)  *2q5i.  3^r.  fei  898. 

1070.  2250.  2263.  2338.  2683.  2790. 

3301.  partpr.  y falle  (r.  m.  alle  —  halle 

-  bifalle)  *I937-    fallen  1936.  —    1) 

fallen:  898.  1070.  1936. 1937.  2250. 

2790.  3301.    falle  oway,  herunter 

fallen:  2338.2683.  -^hinfallen: 

2263.    3)  geschehen:  744.    4)  falle 

on,  üb  er j em.  kommen:  2951. 

fals  adj.  —  w ortbrüchig:  1836. 

falshede  subst.  [r.  m.  dede)  *2288.  — 
falschheit :  2288. 

fals  adj.  —  wortbrüchig ':  1836. 

falsly  adv.  —  a uf  unwa h\re  weise: 
3054  s.  u.  fayte. 

falsnesse  subst. — falschheit,  trug  : 
2069. 

fandie  schw.  v.  inf.  fand  (r.  m.  band  — 
land  —  vnderstand  —  hand)  *86o. — 
imp.  fond  3307.  —  1)  versuchen, 
sich  bemühen:  3307.  2)  auf  die 
probe  stellen:  860.  — 

fare  subst.  [r.  m.  bare)  ^  1 133.  —  er- 
gehen: 1133. 

fare  st.  v.  inf.  fare  (r.  m.  are  —  bare  — 
wäre  —  sare)  ^360.  140.  *37o.  ^384. 
*577-  764.*!  100.  *i  154.^1 158.  ^1309. 
*i973.  *20o8.  *2i39.  *2824.  ^2862. 
*2922.  ^2962.  *3i69.  *3229.  far  (r.  m. 
bar  —  bar  —  schar  —  bar)  ^1491. 
isprs.  farestow  1867.  3  sprs.  fareh 
1304.  2623.  ^plprs.  fare  *33i2.  faren 
3187  (oder  conj.?).  2>sPr-  f°re  2459- 
?>plpr.  foren  52. —  i)fa  h  ren  [von  einer 
seereise):  370.  384.  1304.  2)  ziehen, 
reisen:  52.  140.  577.  764.  1154. 
1309.  1973.  2008.  2139.  2862.  2922. 
3 1 69-  3)  gehen  (von  einem  kurzen 
wege):  1100.  1491.  2824.  2962.  4) 
herumziehen  :  2623.  2459 (?).  5) 
w egziehen:  3312.  6)  sich  geber- 
den, benehmen:  1867.  3187.  7) 
oway  fare  s.  u.  oway.  out  fare  s.  u. 
out. 

fast  I)  adj.  — fest:  2989.  II)  adv.  — 
\)fest:  46.  1627.  2676.  2)  mit 
macht  [oder  zu  3):  2354.  2783.3268. 
3)  rasch:  184.  1410.  2296.  2584. 
2606.  2747.  2908.  4)  fast  by,  fast  bi- 
side,  in  der  nähe:  809.  3313. 

fat  adj.  fett :  448. 

fauchoun  subst.  (r.  m.  dragoun  —  doun 
—  boun)  *I466.  —  schwer t :  1466. 

febly  adv.  —  in  schändlich  erwei- 
se: 3050. 

feche  schw.  v.  inf.  fechen  1799.  feche 
2563.  —  1)  holen:  2563.  2)  fechen 
ogain,  wiederbringen :  1799. 


fedc  adj.  [r.  m.  dede  —  ^ede  —  lede  — 
nede)  ^2474.  —  =  fade,  gewal- 
l*ö>  gross?:  2474  (vgl.  d.  anm.  z. 
d.  st.). 

f ede  schw.  v.  inf.  fede  (r.  m.  lede  —  bede 

—  ^ede)  ^287.  *I553.  3189.  ^sprs.  fet 
1290.  partpr.  fedde  [r.  m.  radde  — 
wedde  —  bedde)  *i6i.  y fedde  [r.  m. 
ysprad  —  lad  —  ledde  —  cledde)  '448. 

—  1)  nähren,  pflegen:  1290. 
1553.  2)  erziehen ,  aufziehen: 
161.  287.  3)  unterhalt  geben: 
3189.  4)  yfed,  wohlgenährt?  448. 

felawe  subst.pl.  felawes  1218.  —  ge- 
führte: 1218. 

feld  subst.  (r.  m.  scheid  —  ^eld  — 
queld  —  biheld)  *io7l. —  i)  haide, 
feld:  *449-  *47i.  *3I33-  2)  ebene, 
feld:  177.  *io7i.  2323.  3) 
Schlachtfeld:  210.  ^3246.  ^1045 
(durch  conjectur  hergestellt). 

feie  adj.  (r.  m.  hele  —  mele  —  lele) 
^172.  —  viele:  *i*]2.  960.   1251. 

feile  adv.  (r.  m.  teile)  *97-  —  grau- 
sam: 97. 

feile  schw.  v.  inf.  feile  (r.  m.  teile  — 
duelle  —  spelle)   *27Ö4.   (r.  m.  wille 

—  stille  —  ille  —  spille)  ^2172.  204. 
3150.  fei  1345.  $spr.  feld  184.  Splpr. 
feld  {r.  7)i.  meld  —  teld  —  held)  ^3268. 
partpr.  feld  635.  3330.  pl.  3245.  — 

1)  fällen  (vo)i  bäumen):  2764.  2) 
niederwerfen,  -schlagen:  204. 
635.  3245.  3268  (im  gegensatz  zu 
tödten);  7nit  doun:  3150.  3)  zu 
schänden  7)iachen,  vernichtefi, 
brechen:  184.  1345.  2172.  3330. 

feloun  adj.  (r.  m.  dragoun  —  lioun  — 
botoun)  *I44Ö. — grausa7n  :  1446. 

fende  subst.  —  teufel:  2785.  1464 
(doch  vgl.  die  anm.  z.  d.  st.). 

fer  adv.  comp,  ferber  149 1.  3053.  — 
\)fern:  1652.  2368.  2709.  2)  co)up. 
iveiter:   1491.  3053. 

fer  subst.  fere  1471.   —  fetter:  147 1. 

I475-. 

fere  adj.  (r.  m.  ^ere  —  dere  —  were 

—  here)  *  1280. — gesund,  wohl: 
1280. 

fere  subst.  [r.  m.  lere  —  dere  —  here) 
^398.  —  genösse,  geführte , 
freund:  *no.  *398.  *i886.  *25Ö7. 

fere  schw.  v. partpr.  ferd  141 2.  —  er- 
schrecken:  1412. 

fere  schw.  v.  2>plpr.  ferden  1385.  — 
fahren:   1385. 

ferly  I)  adj.  —  1)  furchtbar:  213. 
945.  2)  tvunderbar,  seltsam: 
649.  2867.    II)  adv.  ferli  2274.  —  1) 


—     201 


i n  h o h c  m  g ra  d e,  a u s s e r o r d ent- 

li  t  h  :  2274.  2430.  3258.  2)  fcrly  nei'^e, 

fast:   2776. 
ferly  subst.  —  wunder:  2336. 
fern  adj.  —  vierte:  945. 
fest  subst. —  l)fest:  2852.2862.2927. 

2;  fes  tlichkeit,  festgeßränge: 

1707. 
fette   schw.  v.  zplpr.    fetten  1800.  — 

herbeiholen:   1800. 
fiftend  man.  ord. — fünfzehnte:  817. 

1375  (doch  vgl.  d.  note  zu  v.  817). 
fiftene   I)  nutn.  card.  —  fünfzehn: 

287.  3316.  3339.    II)  fiften  im  sinne 

der   Ordinalzahl ',   pe    fiftenday,     der 

fünfzehnte    tag:  *3I74- 
figer  tre  subst.  (r.  m.  he  —  be  —  fre) 

*3o82.  — feigenbaum:  3082. 
fi^t  subst.  (r.  vi.  wi^t  —  kni^t  —  hi^t 

—  bri^t)  *g6.  ßl.  fijrtes  2626.  — 
k a tnßf,  g efe cht:  *<)6.  ^204.  *950. 
'1078.  *  1084.  *i  186.  *i4Ö5.  *i6o3. 
2299.  ^2308.  2626.  *2Ö44.  *272Ö. 
'2796.  *3i5o.  3258.  *3338. 

fi^te  st.  v.  inf.  fi^t  [r.  m.  li^t  —  wi^t  — 
bri^t  —  knb;t)  *  1025.  766.  *iooi. 
*io6o.  *i532.  ^1634.  *2323.  *2354. 
*27i5-  *2783.  *3220.  $ßlßrs.  fi^tep 
331 1.  3  sßr.  fau^t  (r.  vi.  tau^t  —  drau^t 

—  mau^t —  sau7,t)  *2785.  (r.  vi.  wrou^t 

—  brou'^t  —  bou'^t  —  nou^t)  ^2848. 
1034.  1048.  1067.  1080.  1466.  2345. 
2381.  — fechten,  kämpfen:  766. 
1001.  1025.  1034.  1048.  1060.  1067. 
1080.  1466.  1532.  1634.  2323.  2345. 
2354.  2381.  2715.  2783.  2785.  2848. 
3220.  3311. 

fille  subst.  (r.  vi.  tille  —  wille  —  hille) 
^2460.  — fülle,  reiches  viass. 
2460. 

fille  schw.  v.  inf.  fille  (r.  vi.  ilie  —  tille 

—  wille)  *20Ö9.  ^2497.  —  1)  das 
vias s  einer  sacke  vollmachen: 
2069.     2)  sich  sättigen:  2497. 

finde  st.  v.  inf.  finde  [r.  vi.  tinde  — 
kinde  —  linde)  * 51 1.  M41.  *374- 
580.  *I3Ö4.   isßrs.  finde  [r.  m.  kinde 

—  binde  —  Ynde)  ^2894.  ißlßrs.  finde 
1944.  2994.  ivip.  finde  1374.  \  sßr. 
fand  (r.  vi.  hand)  *682.  $spr.  fand 
(r.  vi.  land  —  hand  —  vnderstand  — 
band)  *  787.  *  1279.  *  1887.  *2337. 
*2347.  *2Ö74.  fond  309.  424.  1566. 
1614.  1803.  1946.  1952.  1955.  2360. 
2500.  2807.  2813.  2964.  3300.  Splßr. 
fand  (r.  vi.  land  —  hand  —  stand) 
*  353-  "594-  '1172.  "  1 1 8 1 .  ^1699. 
fond  [r.  vi.  bond  —  stond  —  hond 

—  Inglond)  ^54.  founden  1917.  2523. 


2607.  founde  1515.  3247.  Zplcpr- 
fand  (r.  vi.  stand  —  hand  —  Ingland) 
*IÖ23.  ßartßr.  founden  2664.  —  1) 
finden:  309.  424.   51 1.  580.  II 72. 

.  1181.  1279.  1515.  1566.  1917.  1944. 
1946.  1952.  1955.  2360.  2500.  2607. 
2)  antreffen:  594.  682.  1623. 1699. 
3247.  3300.  3)  k ovimen  zu,  a uf- 
sucken:  54.  141.  2807.  2964.  4) 
auffinden:  374.  787.  1364.  5) 
führen  (einen  schlag):  2347.  6)  ge- 
winnen: 2337.  7)  entdecken: 
2523.  2894.  8)  erkennen,  ein- 
sehen: 2664.  2674.  2994.  9)  e  rfi  11  - 
de  n  (treu  etc.) :  1 803.  10)  er  sin  n  e  n, 
hervorbringen:  1887.  1 1)  her- 
beischaffen, liefern:  353.  1614. 
2813.    12)  gexvähren:   1374. 

fine  adj.  (r.  m.  Ganhardine)  ^3078.  — 
schön,  vortrefflich:  3078. 

fine  schw.  v.  inf.  fine  (r.  m.  line)  *28i4. 

—  zu  ende  führen:   2814. 
flnger  subst.  — finger:  3093.  3097. 
first  I)  adj.  —  erster:  485.    II)  adv. 

—  zuerst:  594.  627.  1740.  3105. 
fiue  num.  card.  (r.  vi.  liue  —  striue  — 

riue)  *9I4-  — fünf:  914. 
fle  st.  v.  inf.  fle  (r.  m.  he  —  se  —  be) 
*632.  1408.  *2i22.  *288i.  *  2903. 
^315 1.  ^3209.  ^3244.  isprs.  fle  (r. 
vi.  yse  —  we  —  be  —  he)  *2595. 
2597.  $sßrs.  fles  (r.  m.  les  —  bes  — 
ses)  *2927.  imß.  fle  (r.  vi.  be  —  me 
be)  *3o65.  i,sßr.  flei^e  2357.  2603. 
3283.  daneben  ein  schwaches  ßrät.: 
2,ßlßr.  fled  2454.  ßartßr.  fled  2223. 

—  I)  fliehen:  1408.  1454.  2223. 
2357-  2595.  2597.  2603.  3151.  3283. 
mit  dem  acc,  fliehe 71  aus:  2122. 
2)  sich  rasch  entfernen  :  632. 
3065.  3209.  3244.  3)  mit  dem  acc, 
einer  sacke  absage n:  2881.  2903. 
4)  mit  dem  acc. ,  an  etwas  nicht 
tkeilnehmen:  2927. 

fle^e   st.  v.    3  sßr.   flei^e    (r.  vi.   sei^e) 

*i44i.   *28Ö9.   2887.   *2979.   —    1) 

fliegen:    2869.     2887.    2979.      2) 

sß  ruhen:   1441. 
fleme  schw.  v.  3  sßr.  flemed  2445.  ßartßr. 

flemed  2466.  — wegjagen:  2445. 

2466. 
flete   schw.  v.  inf.    flete    (r.  vi.    wepe, 

doch  vgl.  die  note  zu  v.  352)  *350. 

Sßlßr.  flet3Ö5. — fahren,  segeln: 

350-  365- 

fleSChe  subst.  — fleisch:   998.2505. 

flint  subst.  [r.  vi.  dent)  *I452.  —  kie- 
se Ist  ein:   1452. 

flod    subst.    (r.  vi.  bistode  —    fode   — 


202     — 


—  wode  —  y.ede)  *3Ö5.  (r.  m.  gode) 
*3Öi.  [r.  m.  blöd  —  sjode  —  gode  — 
stode)  *I3<>4.  — fluth,  meer:  361. 

365-   *3°4- 
flore  subst.  — fussboden:  2193. 
floure  subst.  — feines  mehl:  2194. 

2204. 
fo  subst.  (r.  m.  so  —  slo  —  do)  *2ii3. 

//.  fon  3245.  3268.  — feind:  1997. 

2005.  *2io7.  *2ii3.  *2330.  *3049. 

*322i.  3245.  3268. 
fode  subst.  (r.  m.  gode  —  blöd  —  ^ode 

—  stode)  *I93-  —  I)  nahrung : 
*2504.  2)  geschöpft  w  es  en,  d.h. 
der  mensch  jedes  alters  und  geschlechtes 
a)  mann  :  *I93-  b)  Jüngling:  *3Ö9. 
c)  mädchen:  *2987. 

folk  subst.  —  1)  volk:  142.  898.  1092. 

1410.  2)  be  folk  so  fre,  die  vor- 
nehmen gaste:  2860.    3)  kriegs- 

volk:   177.   188.213.783.3283.    4) 

dien  er  s  chaar:  2.^2.. 
fold  subst.  (r.  m.  mold  —  gold  —  hold) 

*Ö43.  —  erde,    aber  in  fold  exple- 

tivphrase:  643. 
fflile  adj.  —  thö  rieht:   1361. 
fole  subst.  pl.  foles  860.  —  narr:  860. 

2288. 
foly  subst.  pl.  folies  2181. —  1)  thor- 

heit:  2995.     2)  pl.   unerlaubter 

liebesverkehr:  2181. 
folily  adv.  —  auf  thö  richte  weise: 

462. 
folowe  schw.v.^spr.  folwed  1855.2747. 

3153  (oder pl."?).  —  1)  nachgehen: 

1855.     2)  {einen  weg)  verfolgen: 

2747-  3)  (feindl.)  verfolgen:  3153. 
foman  subst.  pl.  fomen  3278. — feind: 

3278. 
for  I)  pr'dp.  —  1)  causal,    a)  w e gen, 

aus,  für:  430.  730.  758.  935.  105 1. 

1118.   1126.   1127.  1 177.  1413.  1744. 

1748.   1759.  2002.  2021.  2030.  2033. 

2035.  2237.  2262.  2466.  2469.  2552. 

2595.  2597.  2660.  2692.  2719.  2720. 

2879.  2893.  3037.  3252.  2308.    pray 

for,  bitten  für:  2136.  2283.  2612. 

fi^te  for,  fechten  für :   1034.    um 

—  willen:  747.  1766.  2112.  aus 
rücksicht  für:  1595.  for  nede  s. 
nede,  forsake  s.  sake.  for  bou^t  s. 
bou^t.  for  bi  0.)  des s halb,  darum: 
76.  521.  784.  855.  1250.  1578.  1634. 
1895.  2610.  2767.  2769.  3056.  3142. 
3181.  ß)  dabei:  3329.  -f]  darü- 
ber: 805.  über  for  sobe  s.  sob.  ^iue 
for  s.  ^iue ,  über  rewe  for  s.  rewe. 
h)  für,  als  lohn  für :  307.  589. 
1295.   1702.   1877.  2900.     2)   trotz: 


259°-  3°21-  3  bei  den  verben  des 
ansehens,  erkennens,  für:  737.  1359. 
1836.  2288.  2557.  4)  anstatt,  als: 
496.  1103.  1712.  5;  vor,  lieber 
als:  1976.  II)  conjuncl.  —  l) 
denn:  1276.  1364.  2012.  2015.  2074. 
2)  zv eil:  539.  1059.  1107.  1309. 
1741.  1881.  2082.  2298.  2412.  2673. 
3017.  3044.  3)  damit:  1368.  III, 
for  to,  vor  dem  inf,  um  zu:  336. 
400.  616.  774.  924.  1882.  2069. 
21 19.  2202.  2428.  2571.  2604.  2626. 
2963.  2969.  3197.  3206.  3209. 
forbede  st.  v.  1  sprs.  forbede  \r.  m.  nede 

—  vnrede  —  drede)  ^2718.  3spr. 
forbede  (r.  tu.  ^ede  —  dede  ■ —  lede) 
*2700.  —  1)  verbieten:  2718.  2) 
v erw ehren:  2700  (vgl.  d.  anm.  z. 
d.  st.). 

ford  subst.  — fürt:  2818. 

forest  subst.  (r.  m.  tokest  — ■  west  — 
best  —  prest)  *3I37-  gen.  s.  forestes 
2600.  3326.  plur.  forestes  2039.  — 
wald:  376.  417.  441.  2050.  2454. 
2474.  2565.  2600.  2733.  2764.  *3I37- 
3326. 

fordete  st.  v.  2>plpr-  forsjat  1400.  — 
vergessen:   1400. 

formelle  st.  v.  ^spr.  for^af  2613.  for- 
^aue  2285.  partpr.  for^eue  1806. 
for^euen  2568.  —  vergeben,  ver- 
zeihen:  1806.  2285.  2585.  2613. 

forhele  st.  v.  partpr.  forhole  2591.  2917. 

—  v erheimlichen:   2591.  2917. 
forleine  sckw.  v.  partpr.  forlain  (r.  m. 

drain    —    ogain   —   fain   —   slain) 
*I586.  —  leugnen:   1586. 
forlese  st.  v.  partpr.  forlorn  (r.  m.  born 

—  biforn  —  hörn)  ^533.  —  verlie- 
ren: 533. 

forlye  st.  v.  partpr.  forlain  (r.  m.  sayn 

—  sleyn  —  swayn)  *828.  —  schän- 
den: 828. 

formest  adv.  —  zuerst:  643. 

forsake  st.  v.  $spr.  forsoke  1121.  1130. 
1629. —  1)  verlassen:  1121.  1130. 
2)  verläugnen:   1629. 

forster  subst.  — forsten  496. 

forward  subst.  —  1)  vertrag,  ab  ma- 
chung: 46.  1105.  1627.  2244.  2) 
bündnis s  (von  der  ehe):  2676. 

forb  adv.  comp,  forber  15 14.  2826. 
ferber  3053.  1)  forb  nur  in  Verbin- 
dung mit  verben:  forb  bringe,  zum 
Vorschein  bringen:  1811.  forb 
fle,  wegfliehen:  2603.  forp 
schawe,  vorweisen,  zeigen: 
3097.  forp  seke,  durchsuchen: 
417.       forp     sende,     wegsenden 


—     203 


forp    wende, 
2130.     3094. 
^  eh 01:    15 14 
2)  forper  mare,  für  der  hin 

'.  ispr.  fosterd  6. —  auf' 


einen  boten  :  512. 
fortgehen:  2070. 
formier  gan,   weitergehen:    15 14. 

5053- 
2826. 

fostre  schw. 

z  i  e  h  e  n  :   6. 
fot  subst.  pl.  fet   [r.  m.    lete  —  swete 

—  sket  —  lete)  ^635.  ^898.  ^1242. 
2199.  *330i.  fete  (r.  m.  skei)  *I947. 
2206.  2212.  2333.  —  1)  fnss  {als 
glied):  635.  1242.  1947.2789.  hicher 
auch  a  fot,  zu  fusse:  1060.  1465, 
und  serven  to  fot  and  hond ,  als 
leibpage  dienen:  1281.  2)  falle 
to  his  fet,  1  h m  zufüss e n  fa llen: 
898.  3301.  3)  f 11  ss  (als  längenmass): 
2199.  2206.  2212.  2333. 

foule  adj.  —  garstig:    1007. 

founde  inf.  —  founde  (r.  m.  sounde  — 
soun  —  stounde  —  pounde)  *i88o. 
*924.  ^1287.  ^1899.  $sprs.  foundep 
1291. —  1)  gehen:  1899.  2)  sich 
aufmachen,  reisen:  924.  1880. 
3)  mit  oway,  wegziehen:  1287. 
1291. 

fourched  adj.  — gabelförmig:  503. 

fourten  mim.  card.  —  vierzehn,  four- 
tenni^t,  vierzehn  tage:  2038. 

low  subst. fowe  1220. —  buntes  Pelz- 
werk:  1220.   1268. 

frain  inf  frain  [r.  m.  osjayn  —  vnfain 

—  slain  —  lain)  *i  178.  *6i6.  *I3I7- 
*I990.  ^2428.  *2Ö26.  ^2924.  -$sprs. 
fraines  2296.  $spr.  frained  654.  frei- 
ned  743.  —  1)  fragen:  654.  743. 
II 78.  13 17.  1990.  2)  erkunden, 
erfrage  n:  2296.  2428.  2626.  2924. 
3)  mit  of,  erkundigungen  ein- 
ziehen über:  616. 

fram  präp.  —   1)  von  —  weg:    349. 

656.   701.3205.     2)  von:  409.  858. 

1441.    2072.     3)  aus:    1070.    1809. 

2 2 1 1 .  4)  (bewahren )  vor:  1975.    vgl. 

fro. 
Ire  I)  adj.  (r.  m.  me  —  se  —  ipe)  *I42. 

—  1)  frei:  *i42.  ^963.  *no7. 
*2I38.*  2637.  *28oi.  2)  frei,  un- 
gehindert: *2730.  3)  edel,  vor- 
nehm, gewöhnliches  epitheton  hoch- 
geborner  mannet  und  frauen:  *222. 


'233. 

^842.    *9ii.    *923.     *946. 

♦1099. 

'1194.  *i34i.  *i66o.  *i8g8. 

'2059. 

♦2072.  *2o85-  ^2429.  ^2627. 

♦2693. 

'2825.  *286o.  ^3046.  *3o88. 

*3ioo. 

*3in.  *32ii.  "3240.  *33o8. 

4)  seh. 

ön:  ^1341.  *3°0°-    $)  güt*g: 

"395- 

6)  muthig,   tüchtig:   *JI. 

flfre 

igebig:    ^1833.       8)  reich- 

lieh:  *i82Ö.  II)  subst.  fre,  freier, 
im  gegensatz  zum  hörigen:  *3I53- 

frely  adj.  —  edel,  vortrefflich: 
193.  369.  2987. 

frende  subst.  (r.  m.  hende  —  ende  — 
wende)  ^93.  pl.  frende  (r.  m.  went 
—  pende  —  hende)  *6o.  frendes 
781.  804.  —  1)  freund  *6o.  *93- 
781.  804.  ^2928.  2)  freundin?  : 
*300i  (vgl.  d.  anm.  z.  d.  st.). 

frendSChip    subst.      frendeschip    2903. 
freundschaft:  2881.  2903. 

fro  präp.     1)  weg  von:    521.    *i84i. 

*2Ö92.    3244.      2)  (kommen)    von; 

3102.    3)  aus  —  heraus:   1588. 
flll    1)  adj.   mit  of,    voll  von':    1918. 

2204.    2644.    2697.   2844.     2)  adv., 

zur  Verstärkung  von  adj.  oder  adv., 

sehr,    ganz:    97.    184.    277.    283. 

362.   416.   424.  425.  438.  439.  470. 

559-  570-  574.  615.  626.  660.   662. 

688.  690.  710.  736.  771.  877.   930. 

1024.  11 13.  1306.  1343.  1497.  i56°- 

1568.  1579.  1592.  1606.  1801.  1901. 

1919.  1945.  1984.  2187.  2500.  2537. 

2686.  2769.  2870.  2957.  2980.  3016. 

3018.  3076.  3078.  3087.  3190.  3199. 

3231.  3239.  3298.  über    ful  ri^t, 

ful  neis;e,    ful  wele  s.  d.  betr.  worte. 


G. 


gabbe  schw.  v.  2sprs.  gabbest  21 15.  — 

spotten:  2115. 
gadering   subst.   —  Versammlung : 

965- 
gadre  schw.  v.  partpr.   ygadred    2369. 

—  versammeln:  2369. 

gayn  subst.  (r.  m.  frain)  *6i4.  ^878.  — 
1)  b  elohnung:  614.  2)  Ver- 
stärkung: 878. 

gayn  adj.\{r.  m.  main)  *i56o.  —  be- 
quem, nützlich:   1560. 

gamen  subst.  pl.  gamnes  1249.  games 
I273-  —  1)  freude,  lust:  1918. 
2406.  2632.  2)  unterhaltungs- 
kunst:   1249.   I273- 

gare  subst.  [r.  m.  fare  —  pare  —  whare 

—  smare)  *2863.  —  gewand ,  kleid : 
2868. 

gargiloun  [r.  m.  roun  —  toun  —  boun 

—  croun)  *5°8-  —  über  den  sinn  des 
wortes  vgl.  d.  anm.  z.  d.  st. 

gate  subst.  (r.  m.  lat  —  wate  —  gat  — 
hate)  *Ö97.  gat  [r.  m.  hate  —  wat  — 
at)  ^2489.  3081.  —  1)  das  fort- 
gehen: 345.  2)  weg:  423.  697. 
'2091.  ^2489.  3081.     vgl.take. 


—     204 


yate   subst.   (r.  m.  lat  —  wate  —  gat 

—  hate)  ^697.  gat  *70i.  —  thür, 
pforle:   629.  *70I. 

gcaunt  snbst.  pl.  geauntes.  2339.  2629. 
-  riese:  2343.  2355.  2362.  2366. 
2629.  2712.  2723.  2768.  2806.  2810. 
2817.  2953. 

gent  adj.   —  sanft:   13 14. 

jjere  schw.  v.  2>spr.  gert  2343.  — 
machen:  2343. 

gete  st.  v.  inf.  gete  (r.  m.  metc  — 
ete  —  gretc  —  sete)  *545 .  [auf- 
fällig r,  m.  breke  —  speke  —  ysteke) 
*2997.  isprs.  gete  3314.  $spr.  gat 
4.  pat  330.  Zplpr.  gat  107.  partpr. 
geten  243.  754.  —  1)  erhalten, 
erreichen,  erlangen:  545.  2997. 
2)  gewinnen:  330.  3314.  3)  er- 
zeugen: 4.    107.  243.  754. 

gile  subst.  [r.  m.  while)  *207.  —  list: 
207. 

giltles  adj.  —  schuldlos:  2270. 

gin  subst.  [r.  m.  Florentin  —  Ganhar- 
din  —  in)  ^2867.    ginne  (r.  m.  kinne 

—  inne  —  blinne)  *82.  *2o62.  — • 
1)  Zauberkunst:  *82.  2)  listi- 
ges, heimliches  beginnen: 
*20Ö2.  3)  streich,  scherz:  ^2867. 

ginne  st.  v.  ispr.  gan  2146.  ^spr.  gan 
(r.  m.  wan  —  ran  —  ban  —  man) 
*2774.  95.  102.  168.  285.  287.  327. 
333-  479-  557-  566-  577-  619-  728. 
730.  735-  742.  802.  861.  953.  962. 
993-  io53-  1100.  1135.  1158.  1167. 
1178.  1183.  1187.  1236.  1249.  1259. 
1289.  1317.  1332.  1449.  1458.  1523. 
1559-  i565-  l6l2.  1667.  1703.  1720. 
1811.  1860.  1864.  1909.  1924.  2104. 
2161.  2311.  2354.  2372.  2419.  2432. 
2475.  2544.  2570.  2580.  2659.  2772. 
*2774.  2783.  2806.  2821.  2824.  2862. 
2898.  2945.  2955-  3I51-  3l64-  3l69- 
3186.  3238.  3250.  3263.  splpr.  gun 
180.  190.  350.  563.  881.  885.  887. 
929.  1025.  1169.  1314.  1553.  1679. 
1899.  2972.  3229.  3323.  3328.  gan 
178.  2610.  —  i)  beginnen:  285. 
730.  735.  1025.  1053.  1236.  1259. 
IÖI2.  1860.  2354.  2783.  2945.  2) 
zur  umumschreibung  des  einfachen 
verbums,  gebraucht,  an  allen  übrigen 
stellen. 

glad  adj.  [r.  m.  tald  —  ijald  —  bihald !) 
*20i4.  glade  [r.  m.  bvade  —  rade  — 
made)  *i83.  *3>$l.  *I026.  —  1)  hei- 
ter, froh:     67.   *i83.    *35i.    804. 

958.    *I02Ö.    1896.*    2OI4.    32II. 

glo  subst.  (r.  m.  be  —  fre  —  se  —  he) 
^1190.  glewe  (r.m.  trewe  —  newe  — 


drewe)  ^290.  "524.  "2406.  "2858.  pl. 

glcs     1224.    —    1)  (gesellschaftliche) 

Unterhaltung:        ^290.       "1190. 

*24o6. ^2858.  2)  vergnügen:* $24.. 

3)  gesang,  musik:    1257.  ^1824. 

*l88l.  1882.  ^1894.  4;  glcs,  musik- 

l  eis  tun  gen:   1224. 
gleweman  subst.  pl.  glewemen  1851.  — 

mins trel ,  harfuer:    1851. 
glide  st.  v.  inf.  (r.  m.  tide  —  abide  — 

side  —  hide)  *H49.  —  glide  oway, 

abgleiten:   1449. 
gloue    subst.   —  hands  chuh:    2542. 

2555- 

gnede  adj.  [r. m. nedej  ^2838.  —  sp är- 

lichy  eng:  2838  (vgl.  d.  anm.  z.  d. 
st.}. 
gO  st.  v.  inf.  go  [r.  m.  so  —  wo  —  tvo) 
^103.  (r.  m.  fo  —  do  —  so  —  wo  — 
also;  *3053.  *247.  ^434.  *$S6.  ^953. 
*ioi6.  *i733.  *i843.  ^1869.  ^2109. 
*2i6i.  2196.  *2972.  ^3223.  ga  [r.m.  ta 

—  ma  —  so)  *33i.  gon  1243.  ^seprs. 
go  (r.  in.  tvo  —  go  —  so — bro)  * 1022. 
imps.  go  620.  2960.  Sspr.  ^ede  r. 
m.  fede  —  lede  —  bede)  ^293.  *487. 
541.  553.  818.  *98o.  *ioo2.  1488. 
*i56i.  *i633.  *i7i8.  *i838.  2228. 
*2468.  ^2696.  *28o8.  *307i.  ^3185. 
sjode  (r.  m.  gode  —  blöd  —  fode  — 
stode)  *I95-  *I574-  *23Öi.  *2502. 
3Plp*'.  >{ede  [r.  m.  drede  —  stede  — 
rede)  *ioÖ3.  *I5I4»   ^ode  [r.  m.  blöd 

—  flod —  gode  —  vnderstode)  *I302. 
*i7Ö2.  2>scpr.  ^ede  (r.  m.  flod  —  bi- 
stode  —  fode  —  wode)  *373-  —  1) 
gehen,  vorschreiten:  103.  195. 
247-  293.  373.  434.  487.  541.  586. 
818. 953.  980.  1002. 1063.  1243. 1302. 
1488.  1514.  1561.  1574.  1718.  1838. 
1843.  1869.  2468.  2502.  2696.  2808. 
2972.  3071.  3185.  2;  gehen,  kom- 
men: 3223.  3)  gehen,  auftreten: 
2196.  4)  weggehen:  331.  1733. 
2161.  5)  schwimmen:  1016.  6j 
zugehen:  1633.  7)  to  liue  go,  am 
leben  bleiben:  1022.  8)  über  go 
oway  und  go  bitvene  s.  das. 

god  subst.  gode  2007.  2371.  gen.  godes 
747.  1796.  2127.  2351.  2988.  — 
goti:  239.  655.  663.  747.  838.  1033. 
IOÖI.  1297.  I462.  1631.  1796.  2007. 
2I20.  2127.  2266.  2351.  2780.  2788. 
2988.   3058.   3322. 

god  adj.  gode  1)  in  der  substantiierten 
form  [r.  m.  blöd  —  fode  —  ^ode  — 
stode)  *i89.  I928.*i576.  719.  *2i25. 
2)  im  plur.  18.  3)  bei  prädicativem 
gebrauch  (f.  m.  blöd  —  ^ode  —  flod 


—     205     — 


—  stode)  *i3o6.  89.  ^363.  415.  550. 
*I435-  4)  nach  his  und  no :  1074. 
2493.  5 '  hinter  dem  subst.  stehend  ir.  tu. 
i;ode  —  stode  —  rode  —  blöde)  *  1 770. 
"877.  *i 798.  *25oo.  ^2985.  6)  zuwei- 
len sonst  612.  1279.  1297.  2635.  I) 
adj.  —  gut ,  tüchtig  (vom  men- 
schen): 18.  89.  *i89.  *i576.  1770. 
2985.  2)  gut  von  dingen  :  *3Ö3« 
415.  550.  612.  877.  1074.  1279.  1297. 
*i3o6.  1798.  2493.  2500.  2635. 
II)  subst.  gode  gutes:  719.  1928. 
2125. 

goinfainoun  subst.   (r.  m.  boun  —  toun 

—  doun)  *I4Ö.  goinfaynoun  (r.  vi. 
toun  —  roun  —  somoun  —  croun) 
*I73.  *i39i.  —  1)  banner:  *i73. 
2)  flagge:  *I4Ö.  *I39Ö. 

gold  subst.  fr.  vi.  mold  —  fold  —  hold) 
*64i.  —  1)  gold:  *938.  1293. 
1663.  1742.  2265.  2267.  2900.  2) 
gold,  goldring:  *Ö4i. 

grace  subst.  —  gnade:  3322. 

gray  I)  adj.  [r.  vi.  day  —  say  —  oway) 
*I4.  grey  (r.  m.  Norway  —  say  — 
lay)  *300.  [r.  vi.  layd  —  seyd  — 
pleyd!)  *348.  —  grau:  ^14.  *300. 
^348.    II)  siebst,   [r.  m.  pai  —  may 

—  say)  *i38o.  —  graues  Pelz- 
werk: *i38o. 

graibe  schw.  v.  3  spr.  graibed  483. 
partpr.  graibed  670.   grayped   1095. 

—  1)  priipariren  (vom  erlegten 
wilde )  *483 .  2 )  zurichten  (im 
üblen  sinne)  ^1055.  3)  kleiden, 
ausstaffiren :  670. 

gras  subst.  (r.  m.  las)  *2$o6.  —  gras, 
kraut:  2506. 

graunie  schw.  v.  isprs.  graunt  1602. 
3plpr.  graunted  995.  partpr.  graun- 
ted  2289.  —  1)  seine  einwilli- 
gung  geben  zu:  995.  2)  zu- 
geben, gestehen:  1602.  graunte 
clene,  für  rein  erklären:  2289. 

grene  I)  adj.  (r.  m.  sen  —  wene  — 
bene  —  mene)  *I5.  (r.  m.  schene  — 
quene  —  wene  —  bidene)  *2457.  — 
adj.  grü  u:  *i$.  *i955.  2404.  ^457. 
II)  subst.  —  grüner  st  off:    1 380. 

gret  adj.  grete  [r.  m.  mett  —  swete  — 
ete  —  jjete)  ^2501.  ^547.  —  gross: 
212.  "547.  776.  1036.  1659'  2304. 
2309.  2414.  '2501.  2603.  3165. 

grete  schw.  v.  imps.  gret  3095.  imppl. 
gretep  1774.  3105.  $plpr.  gret  [r. 
vi.  mett)  '2376.  —  1)  grü s sen: 
I774- 3°95- 3i°5-   2)  sich  begrüs- 

sen  u.  zw.  grimli :    ^2376. 


grete  schw.  v.  Inf.  grete  (r.  m.  mete  — 
wete  —  sket)  *73<x  *I23Ö.  $plprs. 
grete  [r.  vi.  vnswete)  *966.  —  w ei- 
nen: *730.  *9Ö6.  *i23Ö. 

greue  subst.  pl.  greues  14.  —  hain, 
7oald:    14. 

greue  schw.  v.  3  spr.  greued  2214.  — 
schmerzen:   2214. 

griis  subst.  [r.  vi.  priis  —  is  —  Tram- 
tris  —  ywis)  *I220.  [r.  vi.  wise  — 
priis  —  griis  —  marchandis  —  wise) 
*I38i.  — grauwerk:  *I220.  *I2Ö8. 
*i38i. 

grimli  adv.  —  1)  auf  grim?nige 
70 eise:  2376.     2)  heftig:  1236. 

grisly  adj.  —  schrecklich:   1761. 

grounde  subst.  [r.  vi.  stounde)  —  1) 
boden,  erde:  *63Ö.  2349.  3262.  2) 
grund:  ^2574.  3)  on  grounde, 
von  grund  aus,  gründlich: 
*I274«    3)  to  grounde,  zu  gründe: 

195- 
growe  st.  v.  3plpr.  grewe  (r.  vi.  hewe 

—  newe  —  knewe  —  trewe)  ^1273. 

—  growe  of,   herrühren  von,  in 
jem.   seinen   Ursprung  haben: 

1273. 


?. 


5a  adv.  [r.  m.  ta  —  sa  —  ma  —  pra) 
^609.  —  ja:  609. 

£are  (r.  vi.  bare  —  bare  —  wäre)  *6. 
^ore  2182.  I)  adj.  —  1)  bereit, 
fertig,  zur  Verfügung:  *54^. 
*8i6.  *i  156.  2)  bereit,  d.h. zum 
durchreiten  geeignet:  *28i8. 
II)  adv.  —  1)  bereit ,  willig:  *6. 
*38o.  *679.  2)  genau:  2182.  ^2918. 
3)  rasch:  *486.  ^1150;  verstärkt 
durch  ful:  *424.  *688.  *930.  *i568. 

*3°76-  *323I- 
2fi  profi.  pers.  d.  2.  pers.  nom.  (r.  m.  he 

—  quirre  —  se  —  tre)  *505.  —  ihr. 

1)  als  wirkt,  plural:  199.  462.  *5o5. 
506.    607.   608.    *833.    1093.    1095. 

1365-  1367.  1371.  1754.  I756-  1759- 
1760.     1768.     1795.     *2i44.    2258. 

2)  als  anredeform:  *662.  668.  718. 
719.  725.  1600.  1789.  2067.  *2o8i. 
*3044.  dat.  acc.  7}o\\  :  1786.  2184. 
2402.  2918.  31 19;  als  nom.  ge- 
braucht?:  1150.   1598. 

^elde  st.  v.  inf.  [r.  m.  held  —  vnselde 

—  teld)  ^2317.  936.  1841.  2>spr.  jald 
[r.  vi.  wolde  —  cold  —  bihold)  *390. 

r.  vi.  glad !  —  ouertald  —  bihald, 
*20i8.  '^alt  261.  30kl  [r.  vi.  hold  — 
yfold  —  wold  — told  1*307. '733. '^olde 


206     - 


V.  w.told  —  bold  —  hold)  *!<)%*].  ^eld 
(r.  m.  scheid  —  feld  —  queld  —  bi- 
held)  *io73.  [r.  m.  beld — held  — 
teld)  *I32I.  2398.  3plpr.  golden  678. 
1292.  1636.  30kl  896.  7feld  (r.  m.  feld 

—  biheld — teld)  ^3248.  —  1)  Hier- 
lassen, geben:  678.  1636.  2317. 
answere  ^elde     1321.     1987.    2018. 

2)  übergeben:  261.390.  733.  896. 

3)  vergelten,  zurückzahlen: 
1073.  3248.  4)  zahlen:  307.  936. 
auszahlen:  1292.  5)  mit  priip.i^X&Q 
fro,  ?ve ggeben:  1841.  ^elde  tille, 
überlas  seit:  2398. 

^eme  /'»/•  ?eme  I9^4-  —  hüten,  be- 
schützen:  1964. 

ferner  subst.  pl.  ijemers  831.  —  be- 
schützer:  831. 

^ere  subst.  [r.  m.  fere  —  dere  —  were 

—  here)  ^1278.  (bi  %ere  —  wäre)  *g. 
also  sg.  u.  pl.  3er  sing.  939.  plur. 
48.  1123.  — j ahr:  *<).  48.  287.  903. 
939.  945.  1123.  *I278.  2170. 

£ern  adv.  —  rasch:  3065. 

£ete  adv.  [r.  m.  mett  —  grete  —  swete 

—  ete  —  ?ete)  *25o7«  —  1)  noch, 
d.  h.  auch  in  Zukunft:  2156.  2) 
noch,  d.  h.j etzt  noch,  bis  Jetzt: 
3200.  3)  ^ete  mare,  noch  ausser- 
dem: 283.  4)  neuer  ^ete,  noch  nie- 
mals: *25o7.  2832. 

£if  conj.  ^iue  82.  725.  —  w  e  7111:  275. 

374.  434.  725.  830.  11 10.  1199.  1231. 

1498.   1605.  1623.  1823.  1876.  1880. 

1967.  1994.  1999.  2010.  2137.  2177. 

2257.  2318.  2336.  2546.  2585.  2701. 

2729.  2916.  2931.  2937.  2952.  2997. 

3011.    3042.    3315.      2)    ob:     1532. 

3)  bot    ^if  (^iue)    a)  wenn   nicht, 

es  sei  denn  dass:    82.     b)  ohne 

dass:   2197. 
£ift   subst.  pl.   softes  [r.  m.    ri^tes    — 

li^tes  —  diätes)    *  502.    1798.    1826. 

1833.   —    1)   geschenk:    627.    631. 

1798.  2)  his  ^iftes :  das  ihm  zu- 
kommende deputat:  502.    3)  ^iue 

a  jjift,  eine  Versicherung  geben: 

2921.  3059. 
?ing  adj.  (r.  m.  king  —  wering  —  ping) 

*2302.    ^ong  3329.  3334.  —  Jung : 

2302.   3329.  3334. 
%is  interj.  — Ja!:  436. 
£ilie  st.  v.  inf.  ^iue   606.   1830.  2151. 

isprs.   ^eue  2921.    ^iue   558.  2083. 

3059.    2sprs.  ^ifstow  185 1.     ^scprs. 

2;if  (?)   2007.     imps.  ^if   1650.  1925. 

i?nppl.  ^eueb  2265.    $spr.  ^af  [r.  m. 

in    raf)    *330.   226.    265.   327.  491. 

497-  538.  568.  611.  641.  909.  1052. 


1898.  2383.  241 1.  2416.  2708.  3255. 
^aue  502.  605.  627.  Splpr.  7}oven 
2267.  —  1)  geben:  327.  330.491. 
502.  627.  1650.  2}  geben,  schen- 
ken: 226.  265.  497.  568.  605.  606. 
611.  641.  1650.  1830.  1851.  1898. 
1925.  2007.  2151.  2265.  2267.  2411. 
2416.    3)    übergeben:    909.    2708. 

4)  gew ähren,  einräumen:    558. 

5)  (eine  wunde)  beibringen:  1052. 
3255.  6)  (einen  hieb)  versetze n: 
23^3-  7)  3eue  f°r>  sich  beküm- 
mern um,  gewicht  legen  auf: 
538.    8)   Über  ^iue  a  sjift  s.  u.  ^ift. 

£0nd  adv.  —  dort:  355.  468. 
^ongling  subst.  — Jüngling:  859. 
50 ur  pron.  poss.    d.  2.  pers.  plur.  — 

euer:  720.   1093.    1368.  1788.  1988. 

2640. 

H. 

hayre  schw.  v.  %plprs.  hayre  (r.  m. 
bonaire  —  faire  —  repane)    *2729« 

—  ?  2729.  (vgl.  d.  anm.  z.  d.  st.) 
hayte  sc/na.  v.  inf.  hayte  (r.  m.  waite 

—  layt  —  fayt)  *305o.  —  hassen? 
3050.  (vgl.  d.  anm.  z.  d.  st.) 

hald  subst.  (r.  m.  wip  hald  —  wald  — 
bald)  *99i.  hold  (r.  m.  yfold  —  wold 

—  told  —  30kl)  ^299.  *645.  2821.  — 

1)  bürg,  haus:  *28o7.  *28o9.  2821. 

2)  c aste  11:  *299.  3)  s  tadt,  haupt- 
stadt:  *99i.  4)  unübersetzbar  in 
dem  ausdruck  trewe  in  hold,  wo  es 
==■  in  lede  ist:  *Ö45. 

half  subst.   —  h'dlfte:    1070. 

halle  subst.  [r.  m.  alle  —  calle  —  pallei 
^564.  —  halle:  *5Ö4.  697.  *740. 
*I94I.  ^2436.  2804.  ^2839.  2970. 
2972.  ^3288. 

hals  subst.  —  hals:    181 8. 

hand  subst.  [r.  m.  fand  —  land  —  stand) 

*355-  hond  [r.  m.  bond  —  stond  — 

Inglond  —  fond)  *50.  *975-  *I070. 

2356.  2360.  2989.    acc.  honde  2364. 

cas.    obl.    hende    (r.    vi.    frende    — 

wende  —  lende)  *293Ö.  —  1)  hand: 

*5o.  ^625.  *68o.  *768.  ^785.   *868. 

*975-  *i032.  ^1070.  *i28i.   *i7oi. 

*i885.  *2339.   *2345.  2356.  2360. 

2364.   *265i.    2661.    *2Ö78.    2989. 

^3047.   2)  seite,  rieh  tun g :  *357- 

3)  hand,  macht:  *902.  4)  come 
to  alcjs.  hand,  in  Je  ms.  besitz 
kommen:  *905»  5)  take  under 
hand,  s.  u.  under:  *IÖ2I.  6)  on 
hand  a)  zu  günstiger  zeit: 
^427.  b)  in  der  nähe:  *933-    über 


207     — 


*293^  vgl.  d.  anm.  z.  d.  st.  über  nei^e 

hand  vgl.  u.  neijje. 
hard  adj.  —  hart:    1452. 
hardi  adj.  —  muthig,  tapfer:  1430. 
harc  subst.  [r.  m.  bare  —  ^are  —  bare) 

•6S5.  —  haar:   685. 
hare  subst.  —  hase:  2729. 
hare  adj.  (r.  m.  wäre  —  ^are  —  mare  — 

fare;  *378. — grau:  *378.*422.*68i. 
harp  subst.  —  harfe:  1148.  1226. 181 1. 

1817.  1822.  1913. 
harpie  schw.  v.  inf  harpi   1828.  %sprs. 

harpeb  572.  $spr.  harped  3028.    — 

harfen,    harfe    spielen:     572. 

1828.  3028. 
harpour  subst.  —  harfner:  521.  553. 

557-  1S10. 
hast  subst.  [r.  m.  chast)  *2473.  —  eile: 

2473. 
hastilye  adv.  (r.  m.  crie  —  sikerly  — 

titly)  *3239.  —  eilig:  3239. 
hate  adj.  [r.  m.  gat  —  wat  —  at)  *2487. 

—  w arm:  2487. 

hate  st.  v.  isprs.  hat  2754.  isprs.  mit 

encl.  angehängtem  pron.  hattou  530. 

$sprs.   hat    1303.    1393.     1  spr.  hi^t 
r.  m.  bri^t  —  kni^t  —  fi^t  —  mi2;t) 

^1599.  *i6o7.    5  spr.  hete  646.  3297. 

hh;t    [r.  m.  wi^t  —  kni^t  —  fij;t  — 

bri^t)  *94.  *8i5.  *ii24.  1159.  1165. 

1 179.  *n88.   ^1256.   *i536.  *i63o. 

2065. 2301.  *265o.*2673.*28o2. 2854. 

3°44-  *3336-  partpr.  hot  1771.  2303. 

hi;t  (f.  m.  ni^t  —  kni^t)  *20O5.  ^2007. 

yhi^t  (r.  m.  si^t  —  nijjt  —  mi^t  —  knfyt) 

^1966.  —    1)   befehlen:    1771.    2) 

v er sprechen,  gelob en:  646.  815. 

1536.    1966.    2007.  2065.  2802.      3) 

anvertrauen:  2005.  4)  heissen, 

genannt  werden:  94.530.   1124. 

1159.   1165.   1 179.  1188.  1256.  1303. 

!393-  x599-  1607.  1630.  2301.  2303. 

2650.  2673.  2754.  2854.  3044.  3297. 

3336. 
hate  schw.  v.  inf.  hate  (r.  m.  lat  —  gate 

—  wate)  *7c>3.  $sprs.  hated  2163. 
partpr.  y hated  3063.  —  hassen: 
703.  2163.  3063. 

qauberk  subst.  —  hämisch:  2777. 
hauke  subst.  pl.  haukes  300.  330.  hauke 

3°7-  333-  (od*»'  sing. ?)  —  Habicht: 

300.  307.  313.  330.  333. 
haue  hulfsv.inf.ha.ue  1419.  1598.  1728. 

1837.  1878.  2815.  2917.  3102.  3192. 

han  693.  786.  979.  1334.  1498.  1749. 

isprs.  haue  1138.  1139.  1215.  1767. 

2694.       mit     ich     zusammengesetzt: 

ichaue    971.     2sprs.  hast    467.   665. 

840.    852.    1059.    1577.    1911.    1966. 


2005.  2109.  2909.  3030;  mit  cncli- 
tisch  angehängtem  bou,  hastow  1852. 
2795.  3189.  3sprs.  haf)  85.  276.  322. 
440.  533.  663.  776.  892.  973.  1000. 
'  1023.  1244.  1325.  1327.  1474.  1484. 
1545.  1771-  1775.  1874.  2168.  2278. 
2295.  2394.  2460.  2534.  2579.  2628. 
2665.  2666.  2668.  2787.  2831.  2914. 
2918.  2999.  3038.  3073.  3109.  3217. 
3272.   3294.   3304.  3310.     has  484. 

2664.  1  plprs. haue  466.  3121.  iplprs. 
han  1795.  ?>plprs-  haue  3201.  han 
1988.  3281.  3321.  $scprs.  haue 
2189.  3010.  2plcprs.  haue  2081. 
2639.  iplcprs.  haue  546.  imp.  haue 
2703.2794.2949.3057.  $spr.  had 
149.  1203.  1255.  1324.  1709.  1717. 
2422.  2423.  2426.  2558.  261 1.  2829. 
hadde  212.  222.  249.  409.  418.  423. 
593.  1126.  1184.  1432.  1496.  1530. 
1531.  1722.  1776.  2134.  2211.  2216. 
2219.  2261.  2284.  2302.  2365.  2499. 
2560.  2859.  3138.  3332.  zplpr.  had 
386.  455.  1311.  2280.  2481.  271 1. 
hadde  in.  384.  523.  543.  956.  1132. 
1403.  1405.  1812.  2406.  2456.  2479. 
2491.  2507.  3286.  hadden  752.  2489. 
2494.  2  scpr.  hadde  2007.  3  scpr.  had 
693.  2098.  hadde  1605.  2437.  2609. 
2657.  splcpr.  had  455.  650.  hadde 
2837.  hadden  1594.  partpr.  had 
1665.  —  1)  haben,  besitzen: 
249-  523-  776-  1023.  1255.  1605. 
1776.  1852.  1874  (?;.  2134.  2168. 
2302.  2406.  2456.  2460.  2479.  2489. 
2494.  2507.  2794.  3138.  3192.  3294. 
3310;  hieher  gehören  die  ausdrücke 
haue  care  ,  malisoun ,  nede  ,  sinne, 
wrong,  bank:  1126. 1722.  2081.  2639. 

2665.  2703.  2949.  3030.  3057.  haue 
a  sisjt  of  s.  u.  si^t.  2)  haben,  be- 
kommen: 384.  386.  440.  543.  1244. 
2261.  3232.  3)  haben,  halten: 
276.  4)  haue  to,  haben  zu,  müs- 
sen: 3189.  5)  dürfen:  2109.  6) 
als  hülfsvcrbiwi  gebraucht  a)  mit 
dem  part.  ben,  be :  484.  752.  971. 
1138.  1139.  1203.  1215.  1324.  1403. 
1775.  1988.  2558.  2711.  2831.  2917. 
3121.  3217.  7)  mit  andern  partpr.: 
in  allen  übrigen  fällen. 

hauen  subst.  —  hafeni  147.347.  1158. 

1160.  1415. 
haunche  subst.  —  hüftc:  1088. 
he  pron.  pers.  3.  pers.  masc.  (r.  m.  se 

—    fre)    *67.     er;    belegsteilen    sind 

überßüssig.      gen.    sing,    bis    2290. 

nom.  sing.  fem.  hye,  sie:   101.   103. 

220.  753.  1504.  1566.  1709.  1719. 


—  208 


1778.  1786.  1787.  i9°8-  1982.  2087. 

2422.  2659.  2668.  291 1.  2999.  3024. 

3044.  3112.  3131.  3195.  3198.  nom. 

acc.  sing.  neut.  it;    belegst  eilen  sind 

überflüssig,    dat.  acc.  sing.  masc.  him, 

i  h  in,  i  h  n  ;  belegsteilen  sind  überflüssig. 

dat.  dat.  acc.  sing.  fem.  1)  ihr,  sie. 

here  [r.  m.  ^ere  —  fere  —  dere  —  were) 

*I286.  her  1340.  1750.  1862.  1906. 

1964.  2612.  2866.  hir  105.  159.  216. 

219.  862.  1259.  1337.  1496.  1624. 

1650.  1690.  1706.  1720.  1738.  1741. 

1746.  1764.  1779.  1781.  1783.  1790. 

1799.  1800.  1804.  1856.  1861.  1864. 

1885.  1909.  1913.  1914.  1931.  1981. 

2076.  2089.  2098.  2101.  2203.  2249. 

2280.  2283.  2307.  2516.  2618.  2657. 

2690.  2692.  2915.  2920.  3019.  3042. 

3043.  3077.  3163.  3213.  3306.  3314. 

3315.  2)  refl.   sich:     2230.  2279. 

nom.  plur,  hye,  sie:  355.  2524.  gen. 

pl.  her,    ihrer:    2057.  2380.    2497. 

dat. acc. plur. hem  a)  ihnen,  sie:  60. 

179.  250.   286.  316.   366.  367.  389. 

428.  432.  453.  462.  488.  501.  525. 

544.   550.  676.  677.  754.  805.   879. 

1137.  1 1 78.  1225.  1297.  1301.  1306. 

1326.  1392.  1474.  1536.  1554.  1653. 

1658.  1698.  1727.  1731.  1752.  1773. 

1785.  1798.  2024.  2025.  2040.  2043. 

2051.  2052.  2175.  2177.  2244.  2259. 

2444.  2449.  2468.  2470.  2471.  2519. 

2529.  2535.  2536.  2560.  2568.  2579. 

2585.  2633.  2637.  2708.  2771.  2831. 

2864.  3095.  3104.  3150.  3183.  3193. 

3269.  3270.  3271.  3272.  3318.  3325. 

3340.  b)  refl.  sich:   41.  144.  1344. 

1402.  2378.  2470.  2556.  3323. 
hede  subst.  —  acht:   3191. 
hede  schw.  v.  ^plprs.  hede  :  2549.  — 

hede  of,  sich  k ü m mern  u m,  fra - 

gen  nach:  2549. 
hei^e  1)  adj.  [r.  m.   bei^e  —  nei^e  — 

siebte)  *2Ö7.   (r.  in.  wrie  —  dye  — 

liije)  *2i5o.    heye  1222.     1)  hoch: 

* 3 7 7 ♦   3274.    2)   hoch,  vornehm: 

78.  1222.  1233.  3)  hoch,  bedeu- 
tend: 1212.  1266.  1379.  4)  mäch- 
tig ,  hoch:  *2i5o.  *2iÖ9.  5)  stoli 


hochgesinnt . 
müthig:  *2Ö7_ 


3022.     6)    hoch- 
3158.  *32io.     7) 


onheye,  in  die  hohe ,  laut:  *3033. 
2)  adv.  hoch:  2868.  2887.  superl. 
heilest,  am  höchsten:  1379. 
hei^e  subst.  [r.  m.  Ermorde  —  y  —  hy) 
*  760.  heye  (r.  m.  dye  —  lye  —  sy^e) 
*3i27.  *786.  hy  [r.  m.  Ermonie  — 
hei^e  —  y)  *766.  —  eile:  ^760. 
*766.  *7S6.   ^2514.  ^3127. 


hei'^e  schw.  v.  in/,  hei^e  51.  —  erhö- 
hen: 51. 
hei /eing  verbalsubst.  [r.m.  hing  —  hing 

—  bring;  "3204.  —  eile:  3204. 
held  subst.   [r.  m.  feld  —  meld  —  teld] 

*3274.  —hü gel:  3274. 
helde  st.  v.  Inf.  held  [r.  m.  vnselde  — 
teld  —  ^eld)  ^2311.   114.  913.  915. 
helden  2797.  hold  {r.m.  told — bold 

—  ^old)  ^1985.  [r.  m.  wold)  ^3023. 
holden  51.  1  sprs  held  319.  97$. 
TySprs.  holdeb  2897.  halt  918.  inip. 
hold  2934.  3spr.  held  272.  Splpr. 
held  2287.  partpr.  yhold  949.  —  1) 
halten,  beob acht en:  114.  2)  fest- 
halten, bewahren:  51.  3)  be- 
ll au p  ten,  in  besitz  halten:  231 1. 

4)  in  s  einer  o  bhut  hab  en:    1985. 

5)  halten,  behandeln:  2897.  6) 
standhaftfest  halten,  behar- 
re n :  3023.  7)  fü r  sich  behalte n  : 
2934.  8j  halten  für:  949.  9] 
nützen:  918.  1  o)  mit präpositionen ; 
helde  for,  halten  für:  2288. 
helde  in  an,  in  gleicher  stim- 
munghalten: 272.  helde  of,  von 
j em.  zum  besitz  erhalten:  913. 
915.  helde  ojjaines,  kämpfen  ge- 
gen: 2797.  helde  til,  etwas  auf- 
recht erhalten ,  a uf  etwas  ein- 
gehen: 319.  helde  his  hond  to, 
ztim  zeichen  eines  schwures  die 
hand  erheben :  975. 

hele  subst.  —  gesundheit:  1231. 

hele  sc/i7ü.  v.  inf  hele  2364.  %plpr.  held 
1247.  partpr.  held  [r.  m.  ^eld  — 
beld  —  teld)  *  1325.  heled  1276. 
1320.  —  heilen:  1247.  1276.  1320. 
1325.  2364. 

hele  schzu.  v.  inf.  hele  (r.  m.  mele  — 
lele  —  feie)  *i66.  imp.  hele  (r.  m. 
stele)  *2935> —  verbergen,  ver- 
schweigen: 166.  2935. 

helle  fere  subst.  —  höllenfeuer:  1440. 

helme  subst.pl.  helmes  190.  1031.  1064. 

—  heim:  190.  103 1.  1064.  2348. 
help  subst.  —  hülfe:  877.  in  alcjshelp 

be,   auf  je  m  and  es  seile  stehen: 

3238. 
helpe  st.  v.  inf.  help  638.  784.  $scjprs. 

help  1033.  —   helfen:    120.    638. 

I033- 
heminges  subst. — zur  v  erfertig  ting 

von   schuhen   ausg eschnittene 

hautstücke:  476  (vgl.  d.  anm.  z.  d. 

St.). 

hende  adj.  [r.  m.  wend  —  bende  — 
frende)  *Ö2.  —  1)  höfisch:  *$$.  *Ö2. 
^89.  *24ii.  ^2415.  ^2594.  *2934.   2) 


—     209 


höflich,    anständig:    *405--    3) 

a n m u t h ig,  schön:  2503.  ^3003. 
hennes  adv.  —  von  hinnen:  3065. 
here  schw.  v.  inf.  here  [r.  m,  pere  — 

were)  *I99.  *576.*i257.  *i882. 1  sprs. 

here  1873.   \  spr.  herd  3.  1366.  $spr. 

herd   99.    101.  302.  931.  932.   1630. 

2160.2425.  2768.  3090. —  hören: 

3.  99.  101.  199.  302.  576.  931.  932. 

1257.  1366.   1630.  1873.  1882.  2160. 

2425.  2768.  3090. 
here  adv.    r.  m.  fere  —  lere  —  dere) 

*404.    her  1587.  2766.    hir  137.  — 

hier:    137.   356.    *404.    622.  1019. 

1544.   1587.  2041.  2045.  2108.  2109. 

*2240.    2766.    her  wip ,    hiermit: 

1834. 
herie    schw.  v.  ^spr.  heried  2351.    — 

preisen:  2351. 
hert  subst.  —  herz:  84.  272.  388.  498. 

1435.   1863.  2141.  2674.  2686.  2691. 

2697.  2999.  3022. 
hert  subst.  pl.  hertes  448.  —  hir  seh: 

448.  2520.  2741. 
hert  blöde  subst.  [r.  m.  ^ode  —  gode  — 

wode)  *I578.  —  herzblut:  1578. 
hert  breke  subst.  {r.m.  speke  —  gete  — 

ysteke)  *2993.  —  herzbrechendes 

leid:  2993. 
heued    subst.  pl.    heuedes    824.    —     1) 

hatipt:    634.   686.  2978.  2983.     2) 

köpf:  824.  1493. 
heuen  king  subst.  (r.  m.  ring  —  ping  — 

lesing)  *3I20.  —  himmelskönig: 

3120. 
hewe  subst.  (r.  m.  trewe  —  knewe  — 

rewe)  *22i. —  1)  färbe:  *22i.*599. 

2)    gesichtsfarb  e ,     aussehen; 

*i2Ö7.  ^1563.  *i65i.  *i704. 

hewe  st.  v.  inf.  hewe  (r.  m.  newe  —  drewe 

—  rewe)*  190.  ^plpr.  hewe  1031.  he- 
wen  1064.  —  hauen,  schlagen: 
190.  103 1.  1064. 

hebeliche  adv.  —  verächtlich:  2897. 

hide  subst.  (r.  m.  pride  —  biside  — ri^t 

—  tide)  *48i.  hyde  500.  —  haut: 
^481.  500.  *i45i.  *I486. 

hide  schw.  v.  inf  hide  [r.  m.  abide  — 
pride  —  tide)  *86i.  *I754-  *I909. 
^2821.  *26o4.  %spr.  hidde  1820.  — 
1)  verbergen ,  verstecken:  1909. 
2604.  1820.  2)  verbergen,  heim- 
lich entführen:  861.  3)  ver- 
stecken, heimlich  bei  seile 
schaffen:  1754.  4)  mit  refl.,  sich 
heimlich  aufhalten :  2821. 

hider  adv.  —  hie  her:  1094. 

hi^t  subst.  (r.  m.  vnli^t  —  siijt  —  ri^tj 

Kölbing,  Sir  Tristrem. 


*42i.  —  011  hi^t,  in  der  höhe,  von 
b  edeutender  höhe:  *42i. 

hille  subst.  {r.  m.  tille  —  wille  —  rille) 
^2458.  //.  hilles  377.  421.  —  hügel: 
377.  421.  *2458.  2498. 

hing  schw.  v.  inf.  hing  (r.  m.  ping  — 
hei^eing  —  bring)  *32o6.  —  hängen: 
3206. 

hird  subst.  herd  (r.  m.  ylerd)  ^3034.  — 
gefolge,  volk:  166.  in  herd,  öf- 
fentlich?: 3034. 

hire  subst.  —  lohn:  1292. 

hirritage  subst.  —  erbe:  849. 

his  pron.  der  3.  pers.  sing.  masc.  1)  ad- 
jeetivisch,  sein;  belegstellen  sind  über- 
flüssig. 2)  substantivisch  (r.  m.  wise  — 
riis  —  priis)*47-  das  s einig e:*gSy. 
1015.  1016.  —  sein  ei genthum: 
*47.  i5i3.*236o.*2364.*2445.  $pers. 
sing.  fem.  i)adjectivisch,  ihr:  a)  hir: 
79.  102.  224.  11 84.  1504.  1863.  2086. 
2107.  221 1.  2254.  2658.  2659.  2669. 
2701.  2868.  2916.  3022. 3077.  b)  her : 
1644.  1753.  1934.  2168.  2188.  2216. 
2251.  2460.  2540.  2689.  2707.  2865. 
2989.  3294.  at  er  =  ater  aus  at 
her?  1249.  2)  substantivisch;  hir, 
das  ihrige:  1777.  3 pers.  pl.  ad- 
jeetivisch;  ihr,  ihre,  ihr:  a)  her  : 
15.  50.  112.  150.  184.  320.  368.  1014. 
1116.  1316.  1552.  1671.  1672.  1693. 
1730.  191 9.  2020.  2042.  2046.  2062. 
2172.  2176.  2181.  2192.  2379.  2466. 
2504.  2559.  2568.  2578.  3087.  3096. 
3139.  3183.  3245.  3248.  3268.  3278. 
3321.    b)  hir:   971  (1.  his?). 

hoble   schw.  v.  3  spr.  hobled  1161.  — 

s  chwanken:  1161. 
hole  adj.  —  heil:    1280.   1872.   1892. 

1893. 
holt  subst.pl.  holtes  378. 422.  681.  2458. 

—  im  pl.  gehölz ,  bergwald:  378. 

422.  681.  2458. 
hom    subst.  —  acc.  in  adv.  gebrauche, 

nach  hause:  211.  1275.  2514. 
honge    st.   v.  partpr.  hong    1797.    — 

aufhängen:  1797. 
honour  subst.  [r.m.  Triamour  —  Blaun- 

cheflour —  tour  —  bour)  ^2309.  anour 

(r.  m.  oure  —  tour  —  bour  —  Blaun- 

cheflour)*i64. —  1)  ehrerbietung: 

696.  *24i4.  2)  ehre:  *IÖ4.  ^2309. 

hope  subst.  —  hoffnung:  275. 
hope    schw.  v.    1  sprs.   hope    2763.    — 

hoffen:  2763. 
horedom  subst.  —  hurcrei:  862. 
hörn  subst.  (r.  m.  born  —  biforn  —  for- 

lorn)  *535-    plur.  hornes  547.  —  1) 


—     210     — 


'535-    2)  trink  hörn 


ross:  172. 


//.    houndes    446.    500. 

2743-    3o85-    3°96-   — 
500.  1673.  2729.  2743. 


jagdhom 

547- 
hors  subst.pl.  hors  172. 

210.  2865.  2885. 
hose  subst.  —  hose:  i486.  1529. 
hot  adj.  —  heiss:  2229.  2236.  228 1. 
hou  adv.  (r.  m.  now  —  trowe  —  Petiru 

—  ynou^)  *3ii2.  —    1)  in   direkter 
frage,    wie,    auf  welche  weise: 

656.  744.  745.  748.  863.  31 12.  2)  in 
objects ätzen,  nach  v erben  des  sagens, 
sehens,  hörens  u.  ähnl. ,  wie ,  a  uf 
welche  weise  :  674.  675.  676.  732. 
751.  753-  3)  *n  indirekter  frage,  häu- 
fig von  2  schwer  zu  trennen,  wie: 
514.  963.  1524.  1828.  2425.  vor 
einem  inf.  mit  to :  3  70.  4)  mit  so 
verbunden  in  verallgemeinernden  re- 
lativ s  ätzen,  wie  auch  im  771  er: 
2438;  7nit  hinzuf.  von  euer:  2736. 
adverbiell,  vor  adj.  oder  adv.,  wie, 
was  für:  522.  1246.  1325.  1330. 
1341    1346. 

hounde  subst. 
2729.  2732. 
hund:  446. 
3085.  3096.  3108. 

hundred  nu77i.  card.  I)  adj.  —  hundert: 
341.  938.  941.  943.  946.  1878.  1897. 
II)  subst.  pl.  hundred.  hundert ,  wo- 
bei stets  von  krieg ern  die  rede  ist:  201. 

795- 
hunte  subst.pl.  huntes  2531. — jag  er: 

2531- 

hunte  schw.  v.  i77ip.  hunte  2720.  —  j  a- 
gen:  2720. 

hunter  subst.  nur  i7?i pl.  hunters.  —  Jä- 
ger: 445-451-  473-  5°5-  523-  682. 
2037.  2522. 

hunting  subst.  on  huntinge  2740.  — 
jagd:   293.  1699.  2740.  2753. 

husbond  man  subst.pl.  husbondmen455. 

—  far7ner:  455. 

huscher  subst.  —  thürhüter:  632. 
641. 

I.  ¥. 

y  pron.  pers.  d.  1 .  pers.  [r.  7n.  hei^e  — 
Ermon.ie  —  hy)  ^764.  (r.  m.  bi —  Er- 
monie —  by  —  ly)  *8n.  ich  a)  vor 
vokalen  und  h.  319.723.  866.970.975. 
1072.  1138.  1139.  1141.  1215.  1337. 
1366.  1372.  1873.  2680.  2694.  2754. 
3207.  mit  dem  folgenden  worte  zu- 
sam77iengesch77tolzen,icha.m  1062. 1543. 
2074.2667.  ichaue  971.  ichim  =  ich 
him  1602.  b)  vor  sn  888.  1367.  1579. 
2148.  mit  de77i  folgende7i  worte  zu- 
sa7ti77iengesch77iolze7i,  ichil  1546.  2139. 


2402.  c)  zwb3002.  d)  vor  7}  3059. — 
ich:  I.  2.  3.  16.  21.  92.  140.  319. 
458.  461.  555.  556.  558.  604.  606. 
621.  626.  664.  670.  678.  681.  682. 
722.  745.  759.  ^764.  765.  *8n.  829. 
835.836.839.  842.  '851.  855.  866. 
888.  *9i2.  919.  920.  967.  984.  990. 
1008.  1139.  1141.  1145.  1146.  1215. 

1293-  1333-  x365-  J366-  i367-  i368. 
1382.  1525.  1599.  1602.  1607.  1608. 
1610.  1707.  1739.  1741.  1743.  1767. 
^1776.  1779.  1781.  1782.  1790.  1830. 
1834.  1836.  1837.  1840.  1868.  1872. 
1973.  1979.  2047.  2083.  2086.  2089. 
2093.  2100.  2112.  2122.  2125.  2126. 
2127.  2133.  2146.  2149.  2152.  2182. 
2185.  2265.  2281.  2328.  2332.  2371. 
2595.  2596.  2597.  2598.  2640.  2669. 
2699.  2705.  2718.  2738.  2753.  2762. 
2763.  2764.  2765.  2767.  2798.  2881. 
2882.  2884.  2894.  2899.  2903.  2920. 
2921.  2922.  2952.  2954.  2962.  2997. 
2998.  3002.  3003.  3068.  3106.  3314. 
3315.  dat.  acc.  sing,  nie  (r.  m.  fre  — 
be  —  se  —  be)  *22Ö.  —  mir,  77iich: 
^85.  87.  *I3Ö.  216.  *226.  ^235.  392. 
*393-  396-  533-  6o5-  6o8-  665.  *666. 
678.  726.  747.  *7Ö3.*767.  769.  ^829. 
*84o.  ^846.  *9i3-  ^9 1 5 .  968.  1061. 

II47.   II48.   II50.   I220.   *I22I. 

^1336.  1369.  1371.  1374.  ^1426. 
1463.  1526.  1598.  1600.  1606.  1827. 
^1829.  1841.  *i879.  2005.  2006. 

2007.  2OI3.  *202I.  2073.  *2082. 

^2087.  2096.  *2ii4.  2115.  2116. 
2117.  2128.  *2i3Ö.  2138.  2140.  2147. 
^2248.  2262.  2266.  2271.  2371.  2668. 
2687.  "^2695.  *27i9.  *2795.  2876. 
^2877.  2887. 2912.  ^2919.  2947. 2948. 
2951.  *3o6i.  *3io2.  3112.  ^3119- 

"*3304-  3311- 

\C\\pron.  I)  adj. —  i)jeder.  a)  \chsteht 
direkt  vor  ei7ie77i  subst. :  290. 407. 698. 
939.  1121.  1129.  1253.  1685.  2034. 
2482.  b)  zwischen  ich  und  de77i  subst. 
steht  a:  47.  182.  289.  950.  2)  der- 
selbe: 954.  3)  zur  verstärkwtg  von 
bis  oder  bat  dienend:  209.  954.  15 10. 
3312.      II)  subst.  —  jedes:    2496. 

ichon  subst.  [r.  771.  ston  —  nekbon  — 
don  —  ton)  ^1478.  —  jeder:  825. 
1478. 

idel  adj.  —  7nüssig :  813. 

yland  subst.  —  insel:  1024. 

ilk  pi'07i.  adjectivisch ,  bat  ilke,  der- 
selbe: 2521. 

ille  I)  adj.  (r.  m.  tille)  *I37-  —  1) 
schli77i77i:  ^3286.  2)  uitang e- 
7i eh 771:  *I37-  II)  subst.  (r.  77t.  wille  — 


—     211     — 


stille  —  feile  —  spüle)  *2 1 74.  —  b ose 

absieht ,  hint  erlis  t:  *207I.*2I74. 

III)  adv.  [r.  m.  spüle  —  tüle  —  wille) 

*i  15 1.  —  übel:  *i  151. 
ymage  subst.  pl.  ymages  2846. —  bild, 

figur:  2846. 
in  subst.  acc.  inne  (r.  m,  kenne  —  vn- 

winne  —  skinne)*i239. —  herb  er ge: 

1239. 
in  I)  praß.   [r.  vi.  Ganhardin  —  lin  — 

pine)  ^2907.  —  1)  räuml.,   in,  an, 

auf,  auf  die  fr. wo? :  IO.  64.  75.  112. 

I58.  IÖO.  l66.  167.  211.  252.280.393. 
412.  449.  471.  472.  532.  564.  592. 
627.  643.  645.  651.  657.  714.  74O. 
770.  774.  788.  9OO.  986.  IOO4.  IO25. 
I085.  II23.  Il66.  II72.  II89.  II92. 
I200.  1219.  I264.  I270.  1277.  I343. 
I384.  I387.  I417.  i486.  1594.  1603. 
1652.  I664.  1677.  1684.  l688.  1695. 
I7II.  1724.  1758.  I9OO.  I909.  I929. 
I944.  2044.  2047.  2058.  2063.  2078. 
2I02.  2142.  23OO.  2305.  2323.  234I. 
2436.  2469.  2474.  2478.  2565.  2604. 
2649.  2664.  2674.  2695.  2702.  2709. 
2821.  2839.  2851.  2886.  2888.  289I. 
2913.  2932.  2943.  2970.  2989.  30I2. 
3034.  3045.  3067.  3075.  3133.  3137. 
3187.  3224.  3285.  3288.  3325.  3344. 

2)  räuml.  in,  auf  die  fr.  wohin: 
625.  680.  1040.  1043.  1045.  1069. 
1071.  1088.  1169.  1411.  1447.  1520. 
2048.  2130.  2256.  2359.  *2865.  3094. 

3)  iu,  anf  die  fr.  worin?  547-  61 7- 
1285.  i486.  2256.  2989.  4)  zeitl., 
auf  die  fr.  wann:  13. 15.  447.  1682. 
2487.  2488.  5)  zustände  bezeichnend, 
in,  bei:  a)  auf  die  fr.  wo?  3.  42.  57. 
96.  119.  122.  204.  401.  596.  950. 
994.  1050.  1055.  1057.  1067.  1084. 
1138.  1186.  1231.  1453.  1462.  1680. 
1732.  1735.  1844.  1849.  1910-  2120. 
2288.  2295.  2344.  2382.  2546.  2599. 
2603.  2667.  2726.  2796.  2812.  ^2907. 
2941.  3006.  3008.  3009.  3121.  3150. 
3180.  3183.  3238C?).  3338.  b)  auf 
die  fr.  wohin?  862  [oder  zw  6?).  2145. 
2596.  2643.  6)  die  art  und  weise 
bez.,  in:  61.  272.  276.  328.  408. 
450.  453.  760.  766.  862.  1262.  1816. 
2238.  2843.  3091.  3101.  3324.  7)  in 
bezug  auf:  1285.  3202.  II)  adv. 
in  [r.  m.  pin  —  win  —  begin  —  tvin) 
*  1665.  —  zu  verb.  gehörig:  a)  hin- 
ein: 629.  644.  *2865«  b)  drinnen: 
*i665.  c)  be  in,  erfüllet  sein 
von:  ^2907. 

inne    adv.    (r.  vi.    minne  —  winne  — 
kinne  —  skinnej  ^57 1.  —   l)  die  an 


das  ende  der  zeile  gestellte  präp..  in: 
*57i.*683.*2663.*276i.  2)  ausser  der 
präp.  in  noch  an  das  ende  der  z.  ge- 
setzt:  *2058.  3)  in  verb,  mit  per  und 
wip  s.  das. 
ynOU£  adv.  [r.  vi.  lousj  —  wou;;  —  sloui;) 
*i598.  anou^  (r.  vi.  wouz;  —  slouj; 
—  lou^  —  drou^)  *i535-  1023.  *i 728. 
*I765-  2151.  *3275.  —  1)  genug: 
543.  1023.  1149.  *i728.  2i5i.*2479. 
*327i.  2)  zur  genüge:  ^1535.  3) 
mit  bequemlichkeit:  ^1598.  4) 
wele  ynou^  (anou^) ,  a)  ganz  zur 
genüge:  ^3110.  b)  geschickt  ge- 


nug , 


'3275-     5)   oft:  ^1765, 


into  präp.  —  1)  in,  nach,  auf,  auf 
die  fr.  wo?:  762.  807.  1013.  1697. 
1761.  1916.  2123.  2294.  2641.  3170. 
3246.  3293.    2)   innerhalb :  91. 

intil  präp.  —  bis  zu,  zu:   1386. 
ioie    subst.    —  freude:    1099.    1680. 

1728.  2166.  2460.  2479.  2507.  2559. 

2632.  3008. 
ioie  schzü.  v.  inf.  ioien  47.  —  genies- 

sen:  47. 
ioieflll  adj. — freudenv oll:   1920. 
yren subst. iren  3324. —  1) eisen:  2229. 

2236.  2281.  2284.  2)  von  der  rüstung : 

3324- 

ysame  adv.  —  mit  sitten  :  sich  gut 
zus ammen  v ertrag en:   2095. 

iuel  yuel  831.  I)  adj.  —  1)  schlimm, 
ungünstig:  1682.  2)  schlecht: 
83 1 .  II) adv.  —  1 )  a uf  üble  weise: 
2258.  2)  iuel  spede,  schlecht  fah- 
ren:  3069. 

yuere  subst.  (r.  m.  here  —  riuere  — 
fere)   *i888.  —  elfenbein:    1888. 

ywis  adv.  (r.  vi.  pis  —  is  —  mis  —  his) 
^989.  —  sicherlich!  wahrhaf- 
tig! vielfach  blos  als  flickwort:  17. 
^989.  *io2i.  *i2i8.   *i543.  *2i58. 

*22C>5.    *2292.    *235Ö.    *2407.  *2449- 

*255o.  *2754.  *29o8. 


L. 


lay  subst.  (r.  vi.  oway  —  may  —  say) 

*55i.  —  i)  Hed:  *$$i.  *U9i.  1832. 

*  1877.     2)  allgevieiner  für  viusik: 

^1285. 
lay  subst.  (r.  771.  oway  —  day  —  say) 

^2227.  —  gesetz:  2227. 
lay    schw.  v.  inf.    lay    (r.    771.    play    — 

say  —  oway  —  faye)    *3I2.  ^304. 

^338.     lain  (r.  m.  frain  —  ogayn  — 

vnfain  —  slain)  *i  187.     i77ip.  2936. 

1  spr.  layd    [r.  771.  seyd  —  pleyd  — 

14* 


—     212     — 


bistayd)  *6j8.  ^spr.  layd  477.  2516. 
laid  2519.    partpr.  layd  [r.  m.  seyd 

—  plcyd  —  gray  (!)  )  *342.  —  1) 
legen:  477.  2519.  2936  (vgl.  d. 
anm.  z.  d.  st.).  2)  setzen,  beim 
glücksspiel:  304  (?).  312.  338.  342. 
678.  3)  refl.sich  legen:  2516.  s. 
auch  u.  doun. 

lain  st.  v.  inf.  lain  [r.  m.  vnfain  — 
slain  —  ogainj  *23Ö.  layn  *7X4- 
^1583.  *3285  ;  nur  diese  form  kommt 
vor  und  nur  in  der  Verbindung: 
nou^t  to  lain  oder  nou^t  lain,  nicht 
zu  bestreiten,  meist  nur  aus  rein- 
bedürfniss:  ^236.  *472.  *658.  *7i4. 
^746.  *I3I9.  *i5oi.  ^1583.  *i6o4. 
*i7Ö9.  ^2803.  *2926.  *3i22.  *3i88. 

.    *3285-  *33°9- 

layte  schw.  v.  inf.  layt  (r.  m.  waite  — 
hayte  —  fayt)  ^3052.  —   suchen: 

3052- 

land  subst.  (r.  m.  fand —  hand — stand) 
*355-  pl-  landes  2636.  lond  143  u. 
s.  w.  gen.  s.  londes  91.  952.//.  londes 
577.  963.  2640.  2708.  2794.  —  1) 
land,  im  gegensatz  zum  meer:  *355» 
373  (lond).  375  (lond).  379  (lond). 
385. 387  (lond).  675  (lond).  954  (lond). 
1146  (lond).  *H70.  1394  (lond).  1869 
(lond).  *i883.  2)  land,  reich:  91. 
143  (lond).  577.  ^783.  *864.  *900. 
^903.  913  (lond).  915  (lond).  952. 
1008.  1107  (lond).  *n85.  1 192  (lond). 
1333  (lond).  1640  (lond).  1983  (lond). 
2008  (lond).  2122  (lond).  2139  (lond). 
2643  (lond).  3167.  3)  stück  lan- 
des,  gebiet:  2767  (lond).  4)  pl. 
ländereien:  963.  2636.2640.2708. 
2794.  5)  in  land,  unübersetzbare  flick- 
phrase:  *592.  ^627.  *2Ö49.  ^3045. 

langour  subst.  —  s chwermuth:  1732. 

large  adj.  —  zveit,  gross :  1557.  2838. 

lasse  comp.  I)  adj.  neutr.  —  klei- 
ner: 1570.  II)  adv.  las  (r.  m.  gras) 
*25o8.  —  1)  pre  woukes  las,  we- 
niger dreiwochen:  ^2508.  2)  pe 
lasse  —  for,  um  so  zu  en  ig  er  — 
da:  538. 

laste  schw.  v.  %spr.  lasted  29.  last  891. 
3260.  —    dauern:    29.  891.  3260. 

lat   adv.  {r.  m.    gate  —   wate   —   gat 

—  hate)  *695«  —  spät:  695. 

lat  subst.  (r.  m.  gate  —  wate  —  sat) 
^2097.  —  benehme n,miene:  2097. 

latoun  subst.  (r.  m.  croun  —  toun  — 
boun)  *943.  —  messing:  943. 

lau  nee  subst.  —  lanze:  1039. 

lawe  subst.  pl.  lawes  292.  904.    1)  ge- 


s etz:  292.  904.  2)  gewohnhei t(?): 

294. 
leche  subst.  pl.  leches   1114. —  arzt: 

II 14. 
lede  schw.  v.  inf.  lede  (r.  m.  fede  — 

dede  —  brede —  ijede)  *I559-  *i9o6. 

^2599.  *28o6.   *2947.     Zplprs.  lede 

[r.  m.  dedej    ^2035.    iplprs.  lede   [r. 

m.  dede  —  ^ede  —  nede    —   fede; 

*2470;    *3077.     3spr.    ladde    1885. 

3159.  led  697.  T)plpr.  \a.d  und  [edde 

(r.  m.  ysprad yfedde  —  cledde) 

*444  und  ^446.  (r.  m.  bedde)  *2684. 

—  1)  führen ,  geleiten:  444.  446. 
°97-  1559-  1885.  1906.  2684.  2806. 
2947.  3159.  2)  (ein  leben)  führen 
(leben):  2035.  3)  hinbringen: 
2599.  4)  mit  with,  mit  sich  füh- 
ren: 2470.  3077. 

lede  subst.  (r.  m.  wede  —  rede  —  spede) 
*65i.  *657.  lide  [r.  m.  biside  —  tide 

—  abide)  *i677<  —  nur  in  dem  reim- 
füllenden ausdruck  in  lede,  im 
volke.  1)  allein,  bes.  in  z.  10  der 
strophe:  *64.  *65i.*657.*986.*ioo4. 
*i384.  *i4i7.  *i677.  *i724.  *i758. 
*234i.  *2702.  *289i.  *29i3.  *2943. 
*30i2.*3o67.  *3075.  *3i87.  2)  in  der 
phrase:  in  lede  is  n.  t.  1.:  472.  714. 
3285. 

lede  subst.  (r.  m.  fede  —  pede  — ■  ^ede) 
*289.  —  lied:  289. 

lef  I)  adj.  schw.  f.  leue  3214.  comp. 
leuer  358.  544.  —  lieb:  358.  544. 
1253.  1257.  3214.  II)  subst. —  lieb- 
elten:  1881. 

lef    subst.  pl.  leues    3130.    —    blatt: 

3I30- 
left  adj.  —  link:  497.  2345. 
leite    schw.    v.    Typlpr.   lefeed    146.    — 

aufhissen:   146. 
lehne  st.  v.  ispr.  lou^  2893.  2spr.  I0113 

2878.  2,spr.  lou£  (r.  m.  wou^ —  slousj 

—  anous;  —  drou^j  *i537.  *I582. 
*i596.  *I734-  *287o.  3plpr.  lou^ 
363.  —  1)  lachen:  363.  2870.  2878. 
2893.  2)  lächeln  (als  geste  der 
freundlichen  gesinnung) :  1582.  1596. 
3)  lächeln  (als  geste  des  erfreut- 
seins):   1537.   1734. 

lele  adj.  (r.  m.  hele  —  mele  —  feie) 
*I70.  —  treu:   170. 

leman  subst.  [r.  m.  pan  —  wan  —  can) 
*30i9.  —  geliebte:    ^2>ol9-  33°3- 

lende  schw.  v.  inf.  lende  {r.  m.  hende) 
*53.  iplprs.  lende  [r.  m.  frende  — 
wende  —  hende)  *2932.  —  1)  an- 
k 0111711  en:  2932.  2)  sich  aufhal- 
ten, v er w eilen:  53. 


213 


lende   sckw.  v.  ispr.  lent  1779.  1790. 

—  leihen:    1779.    1 790. 

lepe  st.  v.  3  spr.  ^ePe  io47-  I9°5-  2200. 
2205. 2211.  2213.  2392. —  1)  sprin- 
gen: 1047.  1905.  2200.  2205.  221 1. 
2213.     2)  wegspringen:  2392. 

lere  schw.  -•.  in  f.  lere  [r.  vi.  fere  — 
dere  —  here)  ^400.  *  1259.  *2573. 
1  spr.  lerd  <hs.  lerld).  *i6o8.  partpr. 
ylerd  \r.  m.  herd)  *3C>36.  —  1)  leh- 
ren: 1259.  1608.  To  wrong  pou 
art  ylerd,  unrechtes  hat  man 
dich  gelehrt:  3036.  2)  lernen, 
kennen  lernen:  4(30.  2573. 

lerne  j<:/jw.  z\  3^/^.  lernd  279.  — 
lernen:  279. 

les  subst.  —  koppel  (von  hunden) : 
446. 

les  sahst,  (r.  m.  vves  —  ches  —  res  — 
pes)  *32.  — falsch,  lüge:  *I358. 
2)  in  den  füllphrasen  wipouten  les, 
ohne  trug,  sicherlich:  *32.  *Ö3. 

•  *6oo.  *22I3.  *242i.  *2Ö47  und 
naus;t  les,   ohne  trug:  *757- 

lese  st.  v.  in/,  lesen  121.  1840.  2716. 
T>scpr.  les  [r.  m.  fles  —  bes  —  ses) 
*2929.  3  spr.  les  1489.  Splpr.  lorn 
II 16.  partpr.  lorn  [r.  m.  sworn  — 
torn  —  biforn)  *656.  —  1)  verlie- 
ren: 121.  I489.  184O.  2716.  2929. 
ben  lorn,  v erloren  gehen:  656. 
2)  verlieren,  umsons t  anwen- 
den:  11 16. 

lesing  subst.  [r.  m.  bring  —  noping  — 
king  —  ring)  ^1007.  pl.  lesinges  3052. 

—  i)  lüge:  *  1007.  3052.  2)  tau- 
st hung :  *  1 3 5 9.  3)  akV  füllphrase 
wipouten  lesing,  ohne  lüge:  *l7o8. 
*i8o7.  *i96i.  *3ii8. 

lete  st.  v.  inf.  lete  (r.  m.  lete  (3.  spr.) 

—  swete  —  sket  —  fet)  *637.  (r.  m. 
swete  —  skete  —  fet)  ^894.  let  (r.  m. 
fet  — swete — bet)  *3305.  imp.  sing. 
lat  778.  1424.  1463.  1827.  lete  396. 
bnppl.  lat  608.  las  1422.  1759. 
i,scprs.  lat  554.  iplcpr.  lat  573.  2spr. 
lete   2084.     3spr.   lete    (r.  m.   swete 

—  sket  —  fet  —  lete)  *62g.  501. 
644.  782.  1016.  1027.  1155.  *I234. 
1721.  1843.  2799.  3223.  3plpr.  leten 
150.  1309.  lete  3154.  3235.  —  1) 
1)  lassen,  zulassen,  erlauben: 
396.  501.  554.  608.  637.  644.  1016. 
1309.  1422.  1463.  1721.  1827.  1843. 
2799.3223.  2)  las s en,  befehlen: 
778.  782.  1234.  3235.  3)  ablassen, 
aufhören:  894.   ^unterlassen 

mit  it;  ;    2084.    (gefolgt   von    einem 
nebensatz  mit  bat,).-  1759.  mit  be  1424. 


5)  zurücklassen,  liegen  las- 
sen: 573.  3154.  6)  verlassen : 
1155.  7)  mit  of:  reden  von,  ur- 
th eilen  über:  1027.  3305.  8)  in 
late,  einlassen:  629.  9)  late  doun, 
h  er  ablassen,  einziehen:   150. 

letter  subst.  —  brief:   116. 

leue  subst.  —  i)  abschied:  123.  331. 
765.  919.  1286.  2618.  564  (?  vgl.  d. 
anm.z.d.  st.).  2)  erlaubniss:  1397. 

leue  schw.  v.  3  spr.  left  335.  927.  leued 
583.  Zplpr.  left  385.  —  ^zurück- 
lassen: 335.  385.927.  2)  aufge- 
ben,  ablassen:  5^3- 

leuedi  subst.  leuedy  [r.  m.  pi)  *I2I2. 
*i774.  2073.  2085.  *3058.  : —  1)  da- 
me:  222.233.236.  242.  739.  1201. 
1212.  1233.  1770.  1883.  2085.  2114. 
2533.  2855.  2870.  2922.  2926.  2963. 
2998.  2)  our  leuedy,  unsere frau, 
d.  h.  Maria:  ^3058.  3)  herrin: 
*I774.  2073. 

licke  schw.  v.  ?>spr.  licked  1675.  — 
auslecken:   1675. 

like  schw.  v.  Zspr.  liked  1151.  —  ge- 
fallen, behagen:   1 151. 

like  adj.  (r.  m.  sellike  —  rike  —  Pa- 
trike)  *I222.  —  ähnlich,  gleich: 
1222. 

likeing  subst.  — freundliche  Ver- 
pflegung: 1279. 

lye  st.  v.  inf.  lye  (r.  m.  crie  —  mai- 
strie  —  Ermonie)  *70.  ly  (r.  m.  Er- 
monie  —  y  —  pi  —  titly)  *853. 
*I778.  ^1789.  lyn  (r.  m.  pin  —  tine) 
*32Ö3.  2>sprs.  lys  [r.  m.  asise  — 
arise  —  wise)  ^320.  lip  468.571.1477. 
1544.  iplprs.  ly  (r.  m.  pi  —  Ermo- 
nie —  by  —  y)  *8i3.  iplprs.  lye 
(r.  m.  spie  —  crie — pi)  *3 129.^3 136. 
ispr.  lay  (r.  m.  say  —  day  —  way) 
*2I28;  ähnl.  ^2147  (oder  conj.?). 
3  spr.  lay  (r.  m.  wayleway  —  say  — 
may)  *ic>4;  *2i7<  *H23.  *  1 195 . 
*I2I3«  *  15 15.  *i684.  1740.  1962. 
*20i3.  ^2030.  *2204.  *25i5.  ^2529. 
2536.  *26i4.  *2888.  *3i76.  *3i8o. 
*329i.  2>plpr.  lay  (r.  m.  oway  — 
welaway  —  play  —  ay)  ^1929.  *24Ö9. 
layn  [r.  m.  Hodain  —  dayn  —  sain) 
*2478.  iplcpr.  lay  [r.  m.  oway  — 
ay  —  pbay)  ^2547.  partpr.  lin  (r. 
m.  Ganhardin  —  in  —  pine)  *2909. 
(r.  m.  Ganhardin  —  tin  —  pin)  *30io. 
—  1)  liegen:  104.  217.  468.  571. 
1123.  1195.  1213-  1477.  I5I5-  I544- 
1684.  1962.  2013.  2204.  2515. 
2529.  2536.  2547.  3129.  2)  lie- 
gen,  d.  h.  schlafen:   1929.  2469. 


214 


2478.  3!7^-  3)  daliegen:  3180. 
3263.3291.  4)  darnieder  liegen , 
2030.  5)  haften  bleiben:  2888. 
6)  sich  legen:  70.  7)  daliegen: 
von  dem  beim  spiel  gesetzten :  320. 
8)  geleistet  werden  (busse,  er- 
satz):  853.  9)  ly  idel,  müssig  ge- 
hen, un  thätig  sein:  813.  10)  lye 
bi,  beiliegen,  sich  begatten: 
1740.  1778.  1789.  2128.  2147.  2909; 
ebenso  mit  wib  :    1962.  2614.  3010. 

li^e  st.  v.  (r.  m.  hei^e)  *32I2.  lsprs. 
li^e  [r.  m.  wrie  —  dye  —  hei^e) 
^2152.  2sprs.  lext  866.  lexst  1007. 
iplprs.  leiten  3219.  —  lügen:  866. 
1007.  2152.  3212.  3219. 

\\z,\  I)  adj.  {r.  m.  si^t  —  kni^t  —  ni^t 

—  pli^t)  *3I30.  —  1)  leicht  (vom 
geiuichte) :  2050.  ^3130.  2)  unbe- 
deutend: 1112.  —  3)  flink,  be- 
reit: *ioÖ2.  II)  adv.  (r.  m.  fi^t  — 
wi^t  —  bri^t  —  kni^t)  *I027.  —  in 
unüberlegterweise:  1027. 

li^te  schw.  v.  inf.   (r.  m.  knijjt —  hijjt 

—  fi^t)*3340. —  herabsteigen, her- 
unterfallen: 3340. 

li^tes  subst.  pl.  (r.  m.  ri^tes  —  diätes 

—  ^iftes)  *498.  —  hinge:  498. 
lüf  subst.  cas.  obl.    liue   [r.  m.  fiue  — 

striue  —  riue)  *9i6.  1022.  1139. 
*  1 1 7 1 .  1199.  *i37i.  1623.  1746. — 
leben:  33.  *9i6.  1022.  1139.  1171. 
1199.  1371.  1623.  1746.  2035.  2599- 
2775.  2786.  2929.  2954. 

lüf  day  subst.  pl.  lüf  days  88.  —  le- 
benstag:   88. 

liifliche  adj.  —  lebendig^  lebens- 
getreu: 2845. 

lin  dat.  line  [r.  m.  Deuelin  —  line  — 
medicine  —  pine)  *I202.  —  lein- 
zvand,  hemd,  g ew and:  *I202. 
*28i6. 

linde  subst.  [r.  m.  tinde  —  kinde  — 
finde)  *5I3-  —  linde:  513. 

linden  spon  subst.  (r.  m.  don  —  sone  — 
bone  —  none)  ^2039.  —  span  von 
lin  den  holz:  2050. 

linne  st.  v.  3plpr.  lan  (r.  m.  bigan  — 
Morgan  —  man)  *38.  —  ablas- 
sen: 38. 

lioun  subst.  iyoun  (r.  m.  raundoun  — 
doun  —  dragoun  —  boun)  *I040.  — 
1)  löwe:  *I444.  2)  löwe  als  wap- 
penbild  im  Schilde:  *I040. 

listene  schw.  v.  imppl.  listneb  *402. 
T,scprs.  listen  1429.  2574.  —  hö- 
ren, zuhören:  402.    1429.  2574. 

lite  adj.  (r.  m.  white  —  site  —  scrite  — 
tite)*i942.  —  klein,  schmal:  1942. 


Titel  I)  adj.  —  wenig:  2125.  II)  adv. 
wenig,  am  allerwenigs  ten: 
1322. 

liue  schw.  v.  iplprs.  liue  2548.  —  le- 
ben:  2548. 

liuer  subst.  —  leb  er:  498. 

lib  pl.  libe  (r.  m.  swibe  —  blibe  — 
kibe)  ^1640.  —  leute,  volk:  1640. 

libe  adj.  (r.  m.  swibe  —  rise  (?))  *Joy. 
—  mild:  *Jo'j.  *I24I.  *I245. 

Übe  schw.  v.  inf.  libe  [r.  m.  blibe  — 
swibe  —  kibe)  *2$8.  *9Ö2.  *I253. 
^1429.  *i859.  ^2968.  *3i77.  *3226. 
imp.  übe  (r.  m.  vnblibe  —  swibe  — 
sif)e)  *2874.  sspr.  libed  721.  —  1) 
lauschen,  zuhören:  1253.  1859. 
2874.  2968.  3177.  3226.  2)  mit  acc. 
d.  s.  oder  of,  vernehmen:  962. 
1429.  3)  mit  dat.  d.  p.}  je?n.  zu- 
hören: 721-  4)  mü  to,  hören 
auf,  gehorchen:  258. 

lo  interj.  —  sieh!  2548. 

loke  schw.  v.  inf.  loke  (r.  m.  toke)  *735* 
*ioio.  imp.  loke  1589.  1974.  2183. 
2961.  splprs.  loke  [r.  m.  toke)  *I527. 
2,scprs.  loke  838.  —  1)  sehen: 
1010.  2)  ansehen:  735.  3)  sich 
durch  sehen  davon  überzeu- 
gen, dass:  1589.  4)  nachsehen, 
prüfen:  1527.  5)  zusehen,  er- 
wägen: 1974.  6)  achten  auf: 
2183.  7)  darauf  sehen,  dafür 
sorgen:  2961.  8)  auf  j em.  se- 
hen,  ihn  beschützen:  838. 

lod  subst.  —   i)  weg:  419.  2)  reise: 

35i- 

lof   subst.  —   1)    laib:    382.    2)  laib 

brod:  869. 
löge    subst.    loghe    191 7.    —    laube, 

zeit,  hütte:    1917.  3154. 
long  I)  adj.  (r.  m.  wrong  —  strong  — 

among)  ^29.  —   1)  (räumlich)  lang: 

1556.        2)     (zeitlich)     lang:     yi2.. 

*2Ö58.    II)  adv.  long  (n  m.  strong  — 

wrong  —   brong   —  wrong)  *326o. 

comp,  lenger  344.  leng  145.  2598.  — 

(zeitlich)  lange:  *  29.  145.  813.  918. 

971.  973.  2441.  2598.  2823.  *326o. 

no   lenger,    nicht   länger,    nicht 

mehr:  344. 
longe  schw.  v.  inf.  long  (r.  m.  song  — 

among  —  strong  —  wrong)  *i6i2. 

$sprs.   longeb    763.    1275.  2925.  — 

1)  (pers.)     sich     sehnen:     161 2. 

2)  (unpers.)     es    verlangt:     763. 

3)  pers.  oder  unpers.? :    1275.  2925. 
longing  subst.  —  Sehnsucht :  3121. 
lord  subst.  pl.  lordes  :  2853. —  1)  herr, 

gebieter:    24.  234.  395.  437.  842. 


215     — 


912.2634-    2]  hcrr,  gentlemann. 

2S53-       3)     chchcrr:     2277.     2689. 

4    hcrr,  als  anrede  a)  rt;/  menschen: 

1961.  2958.  b)  o»  £9//:  392. 
lording//.  Lordinges.  —  herr,  in  der 

anrede:  402. 
lore  subst.  [r.  m.  ore  —  bore  —  wore^ 

*278.  //.  lores  258.  —  defehl:  *2$S. 

sette  to  lore  s.  u.  sette. 
loude  adv.  —  laut:  2105. 
loue   subst.    (r.    m.    aboue)    *2002.   — 

liebe:   1331.  1342.  1646.  1671.  1727. 

*2002.  2010.  2021.  2024.  2035.  2172. 

2441.  2444.  2496.  2552.  2573.  2652. 

2669.  2719.  3043.  3160.  3305.  3308. 

2)  liebchen:  1881. 
loue   sekuf.  v.   isprs.   loue   839.  1979. 

2  sprs.    louest     1881.     2877.     3035. 

3  sprs.  louep  1994.  2094.  \spr. 
2133.  ispr.  louedest  2001.  $spr. 
230.  1804.  1816.  Splpr.  loued  1677. 
1693.  partpr.  loued  1104.  3075.  — 
\)lieben:  230.83.9. 1104. 1677. 1693. 
1804.  1816.  1881.  1979.  2001.  2094. 
2133.  2877.  3035.  3075.  2)  zärt- 
lich sein  gegen:  1994. 

loue  drink  subst.  [r.  m.  ring  —  lesing  — 
kingj  ^1710.  —  liebestrank:  1710. 

louelaike  subst.  —  liebesspiel:  2020. 

loue  longing  subst.  (r.  m.  sing  —  spring 
—  ping)  *i8Ö2.  —  lieb  es  Sehn- 
sucht:  1862. 

louesom  adj.  luffsum  2816.  —  lieb- 
lich:  1202.  2816. 

louwe  adv.  —  niedrig:  3340. 

lOpely  adj.  —  feindlich,  grim- 
mig:  1444. 


M. 


ma  I)  adj.  (r.  m.  ga  —  ta  —  also)  *335- 
*6i3.  mo  ir.  m.  slo  —  go  —  bo) 
*432.  *590.  778.  895.  *  1865.  — 
mehr:  335.  432.  ^590.  *6i3.  778. 
895.  1865.  II)  subst.  mo  1094.  — 
m  ehre:   1094.     vgl.  auch  u.  mare. 

make  schw.  v.  inf.  ma  (r.  m.  sla  —  ta 
—  wa —  tva)  ^2765.  make  792.  1624. 
2230.  3019.  maken  {vor  him) :  2804. 
isprs.  make  912.  2scprs.  make  (r.  m. 
sake  —  wrake  —  take)  *304i.  %scprs. 
make  2138.  3spr.  made  (r.  m.  rade) 
*8o3.  551.  785.  816.  904.  1248.  1701. 
2654.  3026.  3165.  3261.  ^plpr.  ma- 
de r.  m.  rade  —  abade  —  brade) 
*2Ö32.  1240.  maked  i44.partpr.ma.de 
r.  vi.  abade  —  rade  —  strade  —  fade) 
*i49.  *i8i.  *343.  *  1028.  i8o5.*i9i7. 
2423.    *2742.    ^3085.    ymade    998. 


maked  2965.  —  1)  schaffen, 
bauen:  149.  1917.  2765.  2804. 
2965.  2)  dichten:  2654.  3026. 
3)  zubereiten:  1240.  4)  schaf- 
fen: 998.  3085.  5)  anbringen: 
2742.  6)  machen  (lärm  etc.) :  3165. 
7)  bewirken:  2423.  8)  hören 
lassen,  vortragen:  551.  1248. 
9)  zeigen:  2632.  3041.  10)  mit 
adjeetiven ;  make  blipe,  erheitern: 
792.  make  boun,  bereit  machen: 
144.  make  clene,  reinigen:  2230. 
make  fre,  befreien:  2138.  make 
^are,  bereit  machen:  816.  11)  mit 
doppeltem  acc,  zu  etwas  machen: 
785.  803.  912.  1624.  1701.  3019. 
12)  lassen  (faire):  904.  13)  ver- 
anlassen, dass  (mit  inf.):  3261. 
14)  be  made,  geschehen,  statt- 
finden: 181.  343.  1028. 
may  v.  prät.  präs.  1  sprs.  may  (r.  m.  lay 

—  oway  — say)  *555.  745.  829.  1337. 
1739.  3002.  mai  814.  2  sprs.  may 
(r.  m.  day  —  play  —  say  —  oway) 
*2584.  138.  *I9Ö7.  isprs.  may  (r.  m. 
lay  —  day  —  say)  *  1127.  227.  238. 
404.  744.  965.  *I357.  1364.  1418. 
1491.  *i52i.  *i554.  1586.  *i686. 
1975.  *i999.  *2034.  *2i5i.  2203. 
2266.  2298. *23i8. 2335.  *2336.  2591. 
2690. 2691. 2879. *3oi  1. 3072.  iplprs. 
may  1749.  1984.  iplprs.  may  1093. 
mow  199.  ^plprs.  may  (r.  m.  pai  — 
gray  —  say)  *  1378.  ^2257.  ispr. 
mi^t  2997.  2spr.  mi^t  (r.  m.  kni^t) 
*2585.  1587.  ypr.  mi^t  [r.  m.  hi^t  — 
ni^t  —  si^t  —  kni^t)  *H32.  204. 
389.  565-  576.693.  792.  959.  1118. 
1176.  1192.  1243.  1349.  1654.  1671. 
1690.  1726.  *I9Ö4.  2162.  2172.  2177. 
2196.  2252.  2497.  2819.  2917.  3086. 
mou^t  (r.  m.  pouTjt  —  nou^t  — 
\vr0u5t  —  sou^t)  *I20.  *4I3.  *I352. 
*  1498.  2plpr.  mi$t  1598.  3plpr. 
mi^t  69.  2060.  mou^t  (r.  m.  bipou^t 

—  sou^t  —  nou^t  —  mou^t)  *I34Ö. 

—  1)  können,  im  stände  sein: 
69.  120.  138.  199.  204.  238.  389. 

555-  565-  576.  744.  745-  792.  814. 
829.  959.  1093.  1118.  1127.  1132. 
1176.  1192.  1243.  1337-  1346.  1364- 
1418.  1491.  1498.  1521.  1554.  1586. 
1587-  1598.  1654.  1671.  1686.  1690. 
1726.  1749.  1964.  1967.  1975.  1984. 
2034.  2060.  2151.  2162.  2172.  2177. 
2196.  2203.  2252.  2257.  2298.  2318. 
2335-  2336-  2497-  2584.  2585.  2591. 
2690.  2691.  2819.  2917.  2997.  3002. 
3072. 3086.  Mit  auslassung  des  inf. : 


—     216 


1378.  IQ99-  3011-  2)  berechtigt 
sein  zu  etwas:  1739.  3)  mögen, 
sollen  :  404.  1349.  1352.  1357-  2266 ; 
mit  auslas sung  des  in/.:  413.  4) 
mögen  (bei  zweifelnder  frage) :  965. 
2879.  5)  von  der  möglichkeit  in  der 
zukunft,  oder  im  Bedingungssatz, 
wol  werden:  227.  693. 

may  subst.  (r.  m.  wayleway  —  say  — 
lay)  *io6.  —  i)  mädchcn,  Jung- 
frau: *io6.  *I336.  *i 755.  *i793- 
*2Ö77.  2)  von  Bl.  und  Ys.  nach  ihrer 
Vermählung  gebraucht:  *2I5-  *I920. 
*2o88.  *2279.  *24Ö5.  *2527.  *3i78. 

mayde  subst.  maide  2702.  —  m dä- 
chen:  1404.  2702. 

maiden  subst.  plur.  maidens  69.  741. — 
1)  mädchen  ,  j ungfrau:  69.77. 
78.  156.  162.  741.  1256.  1267.  1356. 
1639.  1641.  1762.  2650.  2656.  2672. 
2700.     2)  zofe:   1795. 

maidenhede  subst.  (r.  m.  wede)  *2i34. 
—  j  ungfrauschaft:  2134. 

main  subst.  (r.  m.  vnfayn  —  yslayn  — 
brain)*io83. —  1)  macht,  gewalt: 
*io83.  *2388.  2)  drink  of  main, 
stärkender  trank :  *I5Ö2.  *i58i. 

maister  subst.  pl.  maisters  79.  —  1) 
hofmeister:  79.  344.353.802.  2) 
herr  (als  anr.):  2081. 

maistresse  subst.  —  h ofmeis terin: 
102. 

maistrie  subst.  (r.  m.  crie  —  lye  — 
Ermonie)  *72.  maistri  558.  — 
1)  oberhand:  *72.  2)  Vorrang: 
558-    3)  gewalt:   1999. 

malisoun  subst.  — fluch:  3057. 

man  subst.  [r.  m.  bigan  —  Morgan  — 
lan)  *40.  plur.  men  27.  109.  169. 
178.  252.  308.  588.  650.  778.  1174. 
1271.  2111.  2128.  2147.  2227.  2234. 
2684.  2837.  3046.  3172.  —  I)  man. 
1)  mann,  mensch:  67.  83.  *268. 
*5 19.  639. 6Ö3.*7oo.  934.  1171.  1195. 

II98.    1222.    *I232,    *I290.     *  I416. 

I422.*i430.  1515.  I5i8.*i520.*i836. 
j.896^1926. 1932. 2133.  2248.  *2276. 
*2328.  *2526.  *2592.  2624.  2791. 
*2832.  2889.  3024.  3051.  3072.  2) 
no  man,  niemand :  769.  792.  805. 
1118.  1127.  1176.  1364.  1671.  2172. 
2335.  249°-  2691.  2713.  3)  ich  (a) 
man,  jedermann:  47.  407.  698. 
1121.  1129.  1253.  2034.  4)  mani 
(a)  man,  manche  (viele)  leute: 
2012.  2252.  *2373.  5)  mann,  krie- 
ger:  *40.  6)  mann  =  tapferer 
mann:  *2745.  ^2782.  7)  dienst- 
mann, vasall:  118.  *723.  *H22. 


3147.  8)  vasall:  ^970.  9)  man 
(frz.  on) :  3051.  IT)  men.  1)  leute: 
308.  588.  1 174. 2837.  3172.  2)  leute, 
d.  h.  krieger:  27.  178.  778.  3)  un- 
ter thanen:  169.  4)  man  (frz.  on) : 
109.  252.  650.  1271.  2111.  2128. 
2147.  2227.  2234.  2684.  3046. 

maner  subst.  —  1)  art:  290.  524. 
1190.  1191.  1723.  2857.  2)  ge- 
wohnheit:   1338. 

manhed  subst.  [r.  m.  ^ede  —  drede  — 
nede)  *  1840.  —  manneszoerth: 
1840. 

mani   I)  adj.  pl.  mani   55.  888.   1865. 

—  mancher,  a)  mani  steht  direkt 
vor  dem  subst.:  934.  2012.  2252; 
hieher  gehört  auch  mani  on,  manch 
einer,      mancher :      884.      3291. 

b)  zwischen  mani  und  das  subst.  tritt 
a:  40-^93-  Sl9-  2261.  2373.  2734. 

c)  mani  steht  hinter  dem  subst.,  stets 
im  plur.,  viele:  55.  888.  1865.  II) 
subst.  —  a)  sing,  mancher :  28. 
484.  b)  plur.,  viele:  3269.  3281. 
3282. 

marke  subst.  plur.  markes  2710.  mer- 
kes  563.  2234.  2742.  —  1)  grenz- 
pfahl:  2710.  2742.  2)  stangen 
zum  ab  stecken  einer  strecke: 
12.^.  3)  eigen  thümlichkeit,  Vor- 
zug: 563?  (vgl.  d.  anm.  z.  d.  st.) 

marchandis  subst.  [r.  m.  wise  —  priis 

—  griis  —  wise)  *  1383.  —  han- 
delsw  aar  e :   1383. 

marchaund  subst.  marchaunt  1543.  — 

kauf  mann:   12 15.   1543* 
mare  comp.  (r.  m.  are  —  care  —  fare) 

*3Ö4.      more  (r.  m.  schare  —  wäre 

—  ^are)  *540.  235.  296.  21 18.  2672. 
^3072.  *3333-  —  I)  adj.  neutr.  mehr, 
grösser:  296.  *3Ö4.  *54C  *579. 
*8i8.  *ni7.  *i57o.  *i782.  ^2705. 
*3339-  K)  adv-  1)  mehr:  235. 
*ni7.  *n6o.  *i979.  2672.  *33i4. 
2)  ferner:  *494.  3)  fürderhin: 
*3072.  4)  öfter:  *275o.  5)  na 
mare,  nicht  mehr:  *TZ2..  *ii4Ö. 
*2920.  *32Ö7#  *3333-  6)  jjete  mare, 
noch  ausserdem:  *382.  7)  mare 
zur  bildung  des  comp,  verwendet: 
21 18.  über  forper  mare  s.  u.  forp. 
vgl.  euer  mare.  superl.  1)  adj.  most.  — 
grösster:  1055.  2)  adv.  mest.  —  am 
meisten,  sehr  viel:    1204.  1378. 

mariner  subst.  plur.  mariners  365.  — 
schiffer:  311.  318.  337.    365. 

martir  subst.  plur.  martirs  454.  —  am 
Mar tins tage  zum  wintervor- 
rath  getödtetes  vi  eh:  454. 


217     — 


masoun    subst.    plur.    masouns    281 1. 

2829.  —  maurer:  281 1.  2829. 
mate    sckw.  v.  $sprs.  mates   315.   — 

matt  setzen:  315. 
maugre  I)  siebst,  [r.  m.  he  —  be  —  me 

—  se)  *20I7.  2951.  —   1)  undank: 

*20i7.     2)  unglück:  295 1.    II)  ad- 

verbiell  mit  gen.,  trotz:  2290. 
mau^t    subst.   [r.  m.  fau^t  —  tau^t  — 

drau^t  —  sau;t)    *279i.  —   kraft, 

macht:  2791. 
mawe  subst.  —  magen:  507. 
mekeliche  adv. — freundlich:  168. 
mede   subst.    (r.  m.   brede  —  zede  — 


rede)  *49i. 
*i635. 


lohn:  *49i.  *I4I9. 


medicine  subst.  [r.  m.  Deuelin  —  line  — 
pine)   *I204.  —  heilkunst:   1204. 

mele  schw.  v.  inf.  mele  (r.  m.  hele  — 
lele  —  feie)  *i68.  —  reden:   168. 

melle  schw.  v.  ?,spr.  meld  [r.  m.  feld  — 
teld  —  held)  *327o.  —  sich  in  ein 
handg einenge  einlassen:  3270. 

mendi  schw.  v.  inf.  mendi  555.  2760.  — 
1)  verbessern,  besser  machen 
als:   555.     2)  büssen:  2760. 

mene  schw.  v.  inf.  mene  (r.  m.  bitvene 

—  ben  —  sene  —  wene)  *H35. 
^2659.  moun  /.  mone  (r.  m.  sone) 
*229.   isprs.  mene  (r.  m.  sen  —  grene 

—  wene  —  bene)  *2i.  ^plprs.  mene 
(r.  m.  bidene  —  bene  —  quene  — 
bitvene)  *244i.  —  1)  berichten , 
erzählen :  21.  2)  sich  äussern: 
2659.  mit  refl.  1 135.  3)  mit  of, 
sinnen  auf:  2441.  4)  klagen: 
229. 

menske  subst.  —  ehre:  2118.  3051. 
merke  s.  marke. 

merci  subst.  —  gnade:   1765.  3302. 
mes  subst.  [r.  m.  pes  —  wes  —  les  — 

ches)  *6o2.  —  essen:  602. 
mesel  subst.  —  aussätziger:  3175. 
messanger  subst.  pl.  messangers  2427. 

—  böte:  2427. 

mete  subst.  [r.  m.  ete  —  gete  —  grete 

—  sete)  *54i.  —  1)  speise:  589. 
707.2260.  2493.  2)  mahlzeit:  *54i. 
2327. 

mete  schw.  v.  inf.  mete  [r.  m.  grete  — 
wete  —  skete)  *728.  Sspr.  mett  426. 
2322.  3plpr.  mett  [r.  m.  gret)  ^2374. 
2058.  metten  2103.  3325.  partpr. 
mett  !r.  in.  grete  —  swete  —  ete  — 
7,ete/  ^2499.  —  1)  treffen  (freund- 
lich): 426.  2103.  2)  (sich)  treffen 
a)  feindlich:  728.  2322.  2374.  3325. 
bi  freundlich:  2058.  3;  antref- 
fen: 2499. 


meting  subst.  meteing  (r.  m.  king  — 
tiding  —  bring)  *i3i6.  —  1)  be- 
gegnung:  *i3i6.  2)  zusammen» 
stoss:   181.   1028. 

michel  I)  adj.  miche  719.  1928.  2856. 

—  i)  gross:  164.  2377.  2409.  2622« 
2791.  2)  viel:  719.  1928.  2856. 
II)  subst.  miche  1932.  —  viel:  606. 
978.  1288.  1528.  1932.  2830.  III) 
adv.  —  sehr:  2094. 

mi^t  subst.  [r.  m.  kniz,t  —  ri^t  —  niz,t  — 
si?t)  *587.  —  1)  kraft:  *^. 
*io8o.  *IÖ93.  2)  macht:  *  747. 
*I549.  ^1605.  3)  gewalt:  *io35. 
4)  mit  of  für  adjeetiva ;  of  mi^t  a) 
gewaltig:  *I4Ö9  ;  of  michel  mi^t, 
sehr  gewaltig:  ^2377.  b)  kräf- 
tig: *IÖ45.  5)  wijb  al  his  mi^t  u. 
ähnl.  nur  als  phrase  zur  ausfüllung 
einer  zeile,  um  so  mehr,  als  mi^t  auch 
sonst  stets  im  reim  steht:  *  1260. 
*i6o9.  *iÖ93.  ^1948.  ^484.  ^3232. 

milde  adj.  (r.  m.  childe)  *383.  — 
sanft:  383. 

min,  mi  pron.  poss.  d.  1.  pers.  I)  ad- 
jeetivisch  1)  vor  vokalen  und  h 
a)  min  «)  sing,  min  askeing  1374. 
min  hert  84.  min  hond  975.  ß)  plur. 
min  londes  2794.  b)  n  zum  folgen- 
den worte  herübergezogen:  mi  nem 
921.  1367.  1576.  1588.  2116.  2665. 
c)  mine  sing.,  nur  vor  h  :  mine  hir- 
ritage  849.  mine  harp  1 148.  minehors 
2815.  mine  hert  2691.  2999.  2)  als 
pluralform  mit  folgendem  consonanten 
mine:  mine  liif  days  88.  mine  fe- 
lawes  1218.  mine  fiftend  som  1375. 
3)  hinter  dem  subst.  im  sing,  ste- 
hend mine :  si^t  mine  [r.  m.  tine  — 
pine  —  wine  —  Katerine)  *3o66. 
Sonst  stets  mi.  —  mein:  84.  88. 
137.  139.  225.  226.  234.  392.  533. 
668.  679.  748.  759.  765.  814.  842. 
848.  849.  864.  919:  921.  975.  1008. 
1059.  1148.  1216-  1218.  1333.  1334. 
1367.  1374.  1375.  1544.  1576.  1588. 
1609.  1768.  1774.  1795.  1840.  1866. 
1904.  2005.  2073.  2083.  21 13.  21 16. 
2134.  2277.  2326.  2330.  2599.  2665. 
2691.  2761.  2794.  2885.  2888.  2953. 
2997.  2999.  3049.  3066.  3093.  3303. 
3307.  II)  substantivisch  a)  mine  [r. 
m.  inne  — ■  sinne  —  pine)  *2ÖÖ9.  b) 
min  1779.  1790.  — ■  der,  die,  das 
m einige :   1779.    1790.  2669. 

minne  schw.  verb.  inf.  minne  [r.  in.  winne 

—  kinne  —  skinne  —  inne)  ^563.  — 
563  (?  vgl.  d.  note  z.  d.  st.). 

minstrel    subst.   menstrel    1873.    plur. 


218 


minstrels   1925.    minestrals  2859.   — 
spielmann:     1873.     1877.     1925. 
*  2859. 

miri  I)  adj.  mirie  1887.  —  1)  lustig, 
munter  (von  personen) :  1755.  2279. 

v  (von  melodien ) :  1832.  1887.  2) 
unterhaltlich:  1198.  1232.  an- 
genehm, izett:  2766.  II)  adv.  mirie 
3085.  —  1)  lustig:  1686.  2)  rei- 
zend: 3085. 

mirour  subst.  —  Spiegel:  1093. 

mirbe  subst.  pl.  mirbes  1254.  — 
lustige  melodie :   1254. 

mis  subst.  (r.  m.  is  —  ywis  —  bis  — 
kis)  ^2760.  — frevel:  2760. 

misse    schw.  v.  ^scprs.  mis   [r.  m.  bis 

—  is  —  his  —  ywis)  *985«  "$spr. 
miste   (r.  m.  hreste  —  deste  —  wist 

—  kist)  *2389.  —  1)  einbüss en, 
nicht  erhalten:  985.  2)  mit  of, 
mit  etwas  das  ziel  v  er  fehlen: 
2389. 

mister  subst.  —  be  mister,  no thw en- 
dig sein:   1388. 

mod  subst.  cas.  obl.  mode  [r.  m.  rode  — 
gode  —  stode)  *i794.  *2I33.  —  1) 

1)  zorn:  1794.  2)  leidenschaft: 
2133- 

moder  subst.   —  mutter:   753.  861. 

1504.  1583.  1644. 
mold  subst.  [r.  m.  gcld  — ■  fold  —  hold) 

*Ö39.  —  1)  erde:  *639  (vgl.  d.  anm. 

z.    d.   st.).      2)  form,   prägung : 

*942. 
mone  subst.  (r.m.fye  —  se  —  he)  *6i2. 

—  geld:  *6i2.  942. 

mone  schw.  v.  2spr.  monestow  657.  — 

sich  erinnern:  657. 
morne  schtv.  v.  ?,spr.  morned  2031.  — 

tr auern,b ekümmert  s ein:  203 1 . 
(morwen)  subst.  morn  [r.  m.  born)  *220. 

a  morwe  121 1.  1959.  1982.  2056.    to 

morwe  2089.  —   1)  morgen:  *220. 

121 1.  1959.  1982.  2056.  2)  to  morwe, 

morgen  (cras):   2089. 
mot  subst.pl.  mot  2750.  —  mal:  2750. 
mot    v.   prät.  präs.    isprs.    mot    1840. 

1973.    2sprs.  most  2760.    mot  3060. 

3069.  i,sprs.  mot  844.  2plprs.  moten 

1754.  $spr.  most  1490.   1869.  2713. 

—  1)    können,    dürfen:     2713. 

2)  sollen,  von  energischem  wünsche 
und  befehl:  844.   1754.  3060.  3069. 

3)  müssen:  1490.  1840.  1869.  1973. 
2760. 

mouj)  subst.  moube  15 19  —  mund: 
15*9* 


na  adv.  fast  stets  110;  na  722.  818. 
1146.  2705.  2920.  3267.  —    nicht. 

1)  alleinstehend :  275.  413.  525. 
576.  586.  793.  1133.  1246.  1416. 
1448.  1491.  1595.  1640.  1654.  1760. 
2010.  2117.  2152.  2203.  2591.  2699. 
2703.  2901.  3002,  besonders  vor  com- 
parativen:  235.  344.  818.  1146. 
2598.  2920.  3053.  no  —  bot,  nur: 
1488.  2)  durch  andere  negationen 
verstärkt  und  zwar  a)  durch  ne  :  145. 
722.  2705.  2)  durch  no  :  263.  540.  805. 
105 1.  1118.  1127.  1726.  1759.  2456. 
2491.  2493.  2713.  3267.  3333.  3) 
durch  no  bing:  664.  1005.  2196. 
über  no  zur  Verstärkung  von  never 
und  nou^t  vgl.  dort.  vgl.  auch 
long. 

naked  adj.  —  nackt:  2251.  2255. 

nay  pari.  (r.  m.  ay  —  oway  —  day  — 
say)  *Ö24.  —  i)  nein! :  *Ö24.  ^1509. 
1583.  2)  wib  outen  nay,  ohne  Wi- 
derspruch (flickphrase ) :  *2320. 
*25i3. 

name  subst.  nam  12 16.  —  name:  22. 
601.   1216.  2408. 

nan,  na  A)  nan,  kein,  keiner.  I) 
subst.  [r.  m.  Morgan  —  tan  —  stan  — 
ban)  ^899.  ausserhalb  des  reimes  stets 
non  geschrieben.  1)  alleinstehend : 
204.  260.  *899.  1270.  1331.  1342. 
1425.  1852.  2497.  3086  (oder  zu  II?). 

2)  durch  andre  negationen  verstärkt, 
und  zwar  a)  durch  ne :  93.  7°3-  997 
(oder  zu  II?).  b)  durch  110:  2241. 
c)  durch  ne  never:  161.  II)  adj. 
1)  alleinstehend :  1723.  n  zum  fol- 
genden worte  gezogen  no  nober 
bing:  1852.  2)  durch  andre  nega- 
tionen verstärkt,  und  zwar  a)  durch 
ne :  92.  699.  2403.  b)  durch  no : 
*99Ö.     c)    durch    ne    never:     1028. 

3)  durch  no,  noch:  2527.  B)  na, 
\nur  in  der  Schreibung  no  erschei- 
nend; nie  im  reim.  adj.  1)  allein- 
stehend: 23.  268.  769.  792.  11 76. 
1351.  1364.  1671.  1722.  1748.  2172. 
2335.  2490.  2691.  3201.  3296.  lieber 
no  bing  vgl.  s.  v.  bing.  2)  durch 
andre  negationen  verstärkt  und  zwar 

a)  durch  ne :   345.  1264.  2215.  3218. 

b)  durch  no:  263.  805.  1005.  105 1. 
1118.  1127.  1312.  1696.  1726.  1759. 
2196.  2456.  2491.  2493.  2713.  2720. 

c)  durch  no ,  noch :  999.  d)  durch 
ein  zweites  negirendes  adj.:    2692. 

nam  adj.  —  eng:   1942. 


—     219 


nekbon  subst.  r.  m.  ston  —  ichon  — 
don  —  ton)  *i48o.  —  hals  beim 
1480. 

ne  adv.  —  nicht ,  sehr  häufig  mit  dem 
folgenden  h ü Ifsi 'erb um  zusam menge- 
Nv«;  nan,  nis,  nas  etc.  1)  allein- 
stehend: 155 1 .  1749.  2298.  ne  — 
bot,  nur:  2017.  2)  verstärkend  zu 
nan,  na,  never,  nou>;t  gefügt,  s.  das. 
über  die  zusammenschmelzung  mit 
verben  s.  dort. 

nede  1)  subst.  [r.  ?n.  stede  —  wede  — 
drede  —  blede)  *  1055.  pl.  nedes 
846.  —  1)  dringliche  ange- 
legenheit :  *8i4.  2)noth,  noth- 
lage,  b edrängnis s  :  *ic>55.*i844. 
*i9io.  ^2038.  *2Ö6o.  *294i.  3)  man- 
gel(sc.  an  nahrung):  *22Ö4.  4)  be- 
dürfniss:  *I"J22.  ^2472.  5)  drin- 
gender grund ,  wünsch:  ^846. 
*2720.  for  nede,  mit  gutem 
gründe:  14.26.  6)  zweck,  in  bat 
nede,  für  diesen  zweck:  *2Ö6o. 
*28i2.  at  nede,  zweckentspre- 
chend: *283Ö.  nedes  adverbiell, 
no  th  gedrungen :   1490. 

nei^e  I)  adj.  (r.  m.  slei^e  —  bei'^e  — 
hei^e  -  -  sei^e)    *30i6.        •    nahe 


*30i6 
dabei:  *3<di6.  ^3029.     II)  adv. 


!«■ 


m.  bei^e  —  hei^e  —  slei2;e)  *2Ö9.  — 
\)  nahe:  *2oß>\.  2)  nahe  heran: 
*2Ö9.  *375.  2274.  2276.  2890.  3)  ful 
nei^e,  von  nächster  nähe  aus: 
*«2I75.  4)  fast,  beinahe:  1075. 
1863.  2786;  verstärkt  durch  ferly  : 
2776.  III)  präp.  nei^e  hand,  in 
nächs  ter  nähe :  1164.  1168.  comp. 
ner,  im  sinne  des  positiv  I)  adv.  — 
nahe:  443.  308 1.  II)  präp.  — 
nahe  bei:  873.  superl.  next  475. 
nexst  2003.  nest  ^480.  I)  adj.  — 
nächster:  2003.  II)  adv.  —  ber 
nest,  demn ä chs  t :  *\%o.  III.1  präp. 
—  zunächst ,  unmittelbar  an  : 
475.  i486.  2251. 
nei^e  schw.  v.  ^plpr.  neiijed  375.  — 
verbunden  mit  nei'^e ,  sich  nähern: 

375- 
neuer  adv.  1)  alleinstehend  396.  657. 
932.  1229.  1371.  2001.  2098.  2126. 
2133.  2140.  2276.  2526.  2688.  3024. 
3314.  2)  durch  andere  negationen 
verstärkt  und  ztvar  a)  durch  ne  181. 
245.  458.  1404.  2027.  2159.  2291. 
2387.  2453.  2464.  2592.  2832.  291 1. 
b)  durch  no  :  38.  651.  836.  894.  987. 
1020.  1125.  1360.  1481.  1513.  1782. 
1812.  2569.  2798.  2889.  3062.  c) 
durch   no :    13 12.     d)   durch  ne  und 


non  :  161. 1028.  —  1)  niemals  (auf 
Vergangenheit  und  gegemvart  bez.): 
38.  987.  1125.  1360.  1782.  2688. 
3024.  2)  noch  nie:  161.  181.  245. 
'  1028.  1312.  1404.  1481.  1812.  2027. 
2098.  2133.  2159.  2276.  2526.  2569. 
2592.  2889.  291 1.  verstärkt  durch 
j;et  2507.  2832 ;  durch  are,  ere,  er 
458.  932.  1229.  2291.  2387.  2453. 
2464.  neuer  a  day  oder  neuer  day, 
zu  keiner  zeit :   15 1 1.  2001.  2126. 

3)  auf  die  Zukunft  bez.  a)  nie 
mehr:  836.  1371.  2140.  2798.;  ver- 
stärkt durch  mare :  3314.  b)  ja 
nicht:    396.     c)    niemals :    3062. 

4)  als  verstärkte  negation,  durch- 
aus nicht,  gar  nicht:  651.  657. 
894.  5)  in  concessiven  sätzen,  no  — 
neuer  so,   auch  noch  so:   1020. 

nevOU  subst.  —  neffe:  737. 

newe  I)   adj.  [r.  m.  trewe  —  glewe  — 

drewe)  ^292.  —  neu:   *292.  *522. 

*595-  93 1.  *  1 269.*  1433.  *l  567.*  1702. 

*2i65«    *2559.     II)    adv.   —   aufs 

netie:  *i88.    al  newe,  ganz  aufs 

neue:    *  1329.    come    newe,     sich 

ablösen:  ^1657. 
neber  adj.  —  der  untere:  1468. 
ni^en    num.    card.    —    neun:     364. 

11 60. 
niz;t  subst.    (r.   m.  kni^t  —  mi^t  —  ri^t 

—  siljt)  *  591.  pl-  ni^t  1921.  2049. 
3136.  —  jzacht:  *59i.  *793-  *89C 
*954.  *ii26.  *i6i3.  *i649.  *i685. 
1688.    *  1815.    1921.    1931.    *2003. 

2032.  2049.*2200.  *2239.  2482.*2486. 

2615.  2625.  2680.  ^2942.  3i23.*3i32. 
3136.  *3i56.  *3320.  to  ni^t,  heute 
nacht,  heute  abend;  *I9Ö2. 
*i99i.  *2ioi.  *2329. 

nO  adv.  —  noch  ,  im  zweiten  satzgliede 
negirend  a)  mit  entsprechender  nega- 
tion im  ersten  gliede :  15 12.  1640. 
2028.  2492.  2527.  2838.  3234.  b) 
ohne  entsprechende  negation  im  ersten 
gliede:  998.    1570.  2260.  2838. 

noble  adj.  —  edel:  313.  585.  689. 
948.   1601.   1968.  2728.  2800. 

noble  lieh  adv.  —  in  edler,  feiner 
weise:   1536. 

noiber  pron.  —  keiner  von  zweien: 

3233- 
none    subst.  none    (r.  m.  don  —  spon 

—  sone   —   bone)  *2056.    890. 
drei     uhr 
^2056. 

nOSe  subst.  —  nase:  871. 
note  subst.pl.  notes  572.  1887.  —  ton, 
meto  die:  572.  1887. 


nachmittags:    890. 


220 


nou/.t  I)  pron.  indef.  (r.  m.  wrousjt  — 
bou^t  —  f)ou^t  —  ywroujjt)  ^461. 
nau'^l  757.  —  nichts:  *4Öi.  ^1502. 
*I707  [oder  zu  II?).  3021.  II)  nega- 
tive partikel  (r.  m.  f^ousjt  —  wrou^t 

.  — sou^t  —  mou^t)  *H4.  nau^t  757. 
2926.  3122.  —  nicht.  1)  allein- 
stehend: 13.  520.  624.  976.  *I400. 
1586.  2609.  *  2640.  ^2670.  2822. 
*284Ö.  3220  ;  bes.  in  den  füllphr äsen  : 
noir^t  to  lain,  nou^t  lain,  nouijt  at 
wene,  noir^t  les :  17.  236.  472.  658. 
714.  746.  757.  1207.  1319.  1401. 
1501.  1583.  1604.  1769.  1953.  2022. 
2224.  2803.  2926.  3122.  3188.  3285. 
3309.  2)  durch  andre  negationen 
verstärkt ,  und  zrvar  a)  dtirch  ne : 
166.  187.  794.  1634.  *i664.  1729. 
1783.  21 16.  2823.  *2835.  b)  durch 
no :  *ii4-  220.  389.  522.  *539. 
*583.  584.  *66i.  *ii55.*i35o.  1365. 
*I43Ö.  *i4Ö3.  *i82i.  ^1825.  *2o84. 
2095.  2108.  2109.  2547.  2549.  *2883. 
2933.  31 61.  c)  durch  no  =  noch: 
2261. 

noumbles  subst.  —  numbeln:  491. 

now  I)  adv.  (r.  m.  trowe  —  Peticru  — 
ynou'4  —  hou)  ^3104.  nou  2966.  1) 
j  ctzt  a)  von  der  zeit  des  vortragen- 
den minstrels :  573.  1429.  2402.  2574. 
b)  von  der  zeit  der  handhing:  763. 
830.  1369.  1426.  1974.  1984.  2183. 
2582.  2874.  2876.  2966.  *3ic>4.  3146. 
2)  n  u  n  (zur  anknüpf ung  eines  neuen 
Momentes  der  erzählung):  276.  320. 
923.  1000.  1303.  1477.  1737.  2168. 
2201.  II)  conjunction,  da  jetzt: 
2761. 


0. 


0  interj.  —  o,   ach!:  2755- 

0f  I)  adv.  s.  u.  cerve;  growe  ;  reche; 
scere  ;  smite  ;  take.  II)  pr'dp.  o  210. 
587.  1646.  —  1)  den  ausgangspunkt, 
die  herkunft  bzeichncnd ,  von:  74. 
78.  219.  298.  313.  429.  567.  689. 
783.  1068.  1092.  1233.  1353.  1719. 
1876  (?).  2064.  2855.  2900.  2)  den 
stoff  bezeichnend,  aus  dem  etwas  ge- 
macht ist,  von:  221.  410.  568.  569. 
639-  897.  998.  1663.  1888.  1936. 
29^5-  3)  die  veranlassende  person 
oder  sache  bezeichnend:  913.  915. 
1874.  1879.  2406.  2857.  3058.  3064. 
4)  den  genit.  qualit.  bildend:  599. 
1212.  1266.  1356.  1469.  1562.  1581. 
1645.  2377.  2791.  2853.    5)  den  gen. 


partit.  bildend:  203.  2240.  2915. 
3233.  3269.  6,  den  gen.  quantit. 
bildend:  290.  296.  382.  612.  776. 
817.  938.  940.  942.  943.  1023. 
1190.  1191.  1375.  1502.  1823. 
1824.  1897.  2460.  2915.  7)  den 
gen.  subject.  bildend:  345.  406. 
446.  524.  535.  536.  614.  824. 
1 177.  1722.  1871.  1894.  1936. 
1954.  2246.  2460.  2721.  2859.  2868. 
3322.  8)  den  genit.  object.  bildend: 
200.  213.  423.  593.  758.  956.  981. 
1413.  1616.  1839.  2010.  2021.  2409. 
2595-  2597.  2703.  2719.  2853.  3308. 
9)  den  genit.  der  näheren  bestimmung 
bildend:  669.  1185.  1025.  3040.  10) 
bei  verben :  a)  bei  sprechen,  dichten, 
fragen,  hören,  über,  von:  21.  398. 
401.  576.  616.  618.  794.  1027.  1328. 
1339-  l43°-  i6io-  x7o;-  2654.  2657. 
3305;  hieher  auch  wite  of,  vor- 
würfe machen  in  bezug  auf: 
1601.  b)  bei  sich  kümmern  um,  sich 
wundern  über,  sinnen  a uf,  etwas 
verstehen  von:  1078.  1133.  1146. 
1204.  *2i76.  2441.  2549.  2573.  2920; 
hieher  auch  understande  of,  etwas 
ahnen:  1308.  c)  bei  mitleid  hegen 
über,  sich  fürchten  vor,  lachen 
über:  194.  1537.  2724.  3195.  d) 
bei  bitten  um:  118  (vgl.  d.  anm.  z. 
d.  st.).  e)  bei  sich  sättigen  a  n : 
2497.  f)  bei  trennen,  befreien,  weg- 
bringen, wegjagen,  rauben,  abziehen, 
aufhören,  abschied  nehtfien,  herabrin- 
nen, verfehlen:    87.    210.    329.    587. 

675-  765-  87i-  955-  I2°6-  I431-  J746. 
1934.  1983.  2008.  2138.  2139.  2221. 
2314.  2389.  2618.  3093;  hie- 
her auch  winne  of,  jem.  etwas 
ab  gewinnen,  bekommen:  341. 
1295.  11)  bei  adjeetiven  a)  bei  voll 
von,  frei  von,  ledig  von,  freige- 
big in:  177.  1833.  1842.  1918. 
2204.  2231.  2644.  2976.  2844.  2919. 
b)  bei  froh,  heiter  über:  183.  351. 
283.  381.  610.  806.  1312.  1678.  c) 
zu?  angäbe  der  beziehung,  in  welcher 
die  eigenschaft  vorhanden  ist,  von: 
686.   1267.   1271.   1323.   1331.   1342. 

1379-  J563-  IÖ51-  I7°4-  3l6°-  out 
of,  präp.  1)  aus  —  heraus:  147. 
347.  864.  1409.  1529.  1567.  2)  aus 
—  weg:  1389.  2222.  2450.  2630. 
3066.  3)  aus,  aus  den  mittein 
von:  939.  über  bring  out  of  s. 
u.  bring. 
Offre  schw.  v.  2>spr.  offred  1103.  — 
opfern:   1103. 


221     — 


ofsende    schw.  v.  zsPr-   ofsent    3240. 

—  holen  lassen:  3240. 

oft  adv.  [r.  m.  soft  —  bou^t  —  al  oft) 
*i25o.  —  oft:  293.  *i25o.  2313. 
^2405.     al  oft,  sehr  oft:  *I248. 

Oftake  st.  v.  imp.  oftake  2585.  —  ein- 
holen: 2585. 

Öftere  st.  v.  partpr.  oftore  (r.  ;//.  per- 
fore)   *I956.  —  abreissen:    1956. 

oftvicche  schw.  v.  partpr.  of  tvi^t  (r.  m. 
mi^t  —  ri^t  —  knijjt)  *I952.  —  ab- 
reissen:  1952. 

O^ain  I)  adv.  (r.  m.  vnfain  —  slain  — 
lain)  *238.  ogain  238.  *85o.  '*I499- 
*I590.  ^1799.  *33ii.  ogayn*n8o. 
*I3I5.  ^2390.  ^2424.  —  die  bedeu- 
tuns;  wird  durch  das  verbum  bestimmt. 
ansvvere  o^ain,  entgegnen:  *85o. 
^1499.  be  ogain,  sich  dagegen 
auf  lehnen:  *23_8.  caste  o^ain,  da- 
gegen ausspeien,  schleudern: 
*I475.  kipe  o^ain,  sich  erklären 
gegen:  260.  come  o^ain,  zurück- 
kommen: *I986.  *2Ö20.  2730.  fare 
o^ain,  zurückkehren  :  2824.  feche 
o^ain,  wiederbringen  :  ^i'jgg.  lay 
o^ain ,  setzen  gegen  (beim  spiel) : 
313.  rise  o^ain ,  aufstehen  vor: 
7i2.*i3i5.  se  o^ain,  wiedersehen  : 
770.  say  o^ain,  erwidern:  1006. 
*li8o.  sende  word  o^ain,  rückbot- 
s chaft  senden:  *2424'.  setteo^ain, 
wieder  eins etzen  :  *I590.  smite 
o^ain,  einen g egens c hl ag geben: 
^2390.  speke  or>;ain,  entgegnen: 
*4Ö4.  turne  o^ain,  sich  rückwärts 
wenden:  *3279.  wende  o^ain,  zu- 
rückkehren: 1784.  2828.  winne 
oi;ain,  zurückerobern:  2646. 
II)  präp.  —  1)  gegen  im  feind- 
lichen sinne:  180.  1001.  1455.  J4-64. 
1653.  1781.  2346.  2687.  2992. 
*33ll.  ride  o^ain,  ans  türmen 
gegen:  1037.  stände  o^ain,  gegen- 
überstehen ,  widerstand  lei- 
sten.Syg.  2)  vor:  *  1315.  3) 
gegenüber  (abmessend):  1658. 
4)  im  verhältniss  zu,  gegen- 
über: 1724.  5)  gegen  (zeitlich): 
2210. 

O^aines  präp.  a^aines  899.  —  gegen 
(im  feindlichen  sinne):  268.  286.  899. 
1548.  2797.  2996. 

Old  I]  adj.  r.  m.  bold  —  told  —  vvold) 
♦465.  eld  3344.  —  alt:  292.  *4Ö5. 
2480.  *2492.  3248.  3344.    II)  subst. 

—  pat  old,   der  alte:  *73i. 
opene  schw.  v.  3plpr.  opened  15 19.  — 

öffnen:  15 19. 


opon  präp. —  1)  örtlich,  auf.  a)  auf  die 

fr.  wohin?  1047.  2348.  2538.    b)  auf 

die  fr.  wo?  (auf  einer  Oberfläche):  348. 

1355.    1888.     2)  zeitlich,  an:    2316. 

'    2521.  2576. 

0r    pari,    ober   461.     621.    767.   2750. 

—  1)  oder:  121.  136.  359.  545. 
547.  767.  843.  1418.  1837.  1841. 
2717.  2750.  2)  oder,  sonst:  621. 
634.  2122.  3)  oper  —  or,  entwe- 
der —  oder:  461  f.. 

orchard  subst.  —  baumgarten: 2058. 

OUer  I)  präp.  —  1)  räumlich  a)  über: 
151.  1304.  2245.  b)  über  —  hin^ 
durch:  577-  ci  über  etwas  weg : 
70.  d)  über  etwas  hinunter: 
2393-  2)  übt*  (von  der  herrs chaft) : 
437.  928.  II)  adv.  —  herüber:  2743. 

Ouercome  st.  v.  partpr.  ouercomen  2795. 
3282.  —  überwinden  :  2795.3282. 

Oliertake  st.  v.  $sprs.  ouertakep  3104. 

—  einholen:  3104. 

OU^t  pron.  indef.  (r.  m.  brou^t  — 
wrou^t —  nou^t)  *i823.  —  etwas: 
1823. 

Ollle  subst.  —  eule:   3032. 

OUT  pron.  poss.  1)  adjeet.  —  unser: 
19.  465.  1744.  1749.  2896.  3058. 
3216.  our  on,  einer  von  uns: 
1019.  2904.  2)  subst.  oure  (r.  m. 
tour  —  bour  —  Blauncheflour  — 
anour)  *i56. —  die  unsrige:  156. 
Ueber  wheper  our  s.  wheper. 

OUS  dat.  acc.  pl.  d.  pron.  d.  1.  pers. 
uns:  360.  467.  1787.  1880.  1974. 
2666.  2694.  2758.  2787.  2995.  3233. 

Out  adv.  —  1)  interjeet.  heraus!  864. 
2)  dr aussen:  1652.  3)  mit  v erben; 
out  come,  herauskommen,  sicht- 
bar werden  :  1821. 1825.  out  dra^e, 
herausziehen:  1763.  out  fare, 
hinaus f ahren  aus:  1158.  Ueber 
purch  out  s.  purch;  über  per  out  s. 
per;   über  out  of  s.  of. 

outen  s.  u.  wip. 

oway    adv.   [r.  m.  day  —  gray  —  say) 

*  18.  away  (r.  m.  pai)  *2453.  — 
1)  interj.  weg! :  633.  2)  in  Verbin- 
dung mit  v erben ;  be  oway,  weg} 
fo rt  sein,  sich  en tfe rnt  haben: 

*i8.  *i848.  *2i53.  *2582.  bere 
oway  a)  weg  tragen,  weglegen: 
*49C  b)  mit  sich  forttragen: 
1487.  *I525.  c)  davontragen : 
*3i6.3343.  bresteoway,  abreissen: 
*22o8.     caste    oway,    beseitigen: 

*  1210.  clepe  oway,  wegrufen: 
*332.     don    oway     a;     sich    los- 


222     — 


s agen  v on  j em.  :  *I995-  b)  ver- 
bannen: *202Ö.  dra^e  oway,  weg- 
ziehen: 2555.  falle  oway,  her- 
unte rfa  11  e n  :  * 2338.  * 2683.  fare 
oway,  a)  wegziehen:  *t>110-  °j 
sich  davon  machen :  3229.  fle 
oway,  entfliehen:  * 2223.  fleme 
away,   tu eg jagen:    *245i.    founde 


oway , 
^1287. 
gehe  n 
*26ig. 
1449. 
*3i59. 
*i628. 
*i9i6. 


abreisen 


wegziehen , 

*I29I.      gan    oway,     weg- 
.    *^ßt   *Ö20.   *23ÖI.   *2Öo8. 
glide     oway,     abgleiten: 
lede    oway,     wegführen : 
parte    oway,     abreisen: 
ride    oway ,      wegreite  71: 
*3I56.    rinne   oway,    weg- 
laufen:   3152-    schere   oway,  ab- 
schneiden: 1493.  sterte  oway,  zu- 
rückprallen: *2977-    take  oway, 
wegnehmen:  *I933-  wende  oway, 
a)  abreisen,    wegziehen:   *jg6. 
*i87o.  *3293.  b)  weggehen  :  2157. 
2608.   *26i9.   *3i84.     were   oway, 
ab w ehren,  abhalten:  *2$43. 
Owe  v.  prät.  präs.  isprs.   owest  2724. 
iplprs.  owe  1005.  $sprs.  au^t  151 1. 
^plpr.  ou^t    853.    —    1)  besitzen: 
15 1 1.     2)    schuldig  sein:    1005. 
3)  sollen:  853.  2724. 
OWhen  owen  2706.    I)   adj.  — eigen: 
248.  720.  2706.    II)  subst.  —  1)  das 
eigene,  d.  h.  was  einer  weis  s:  \o\. 
2)   eigenthum :  917.  1335.  3)  pine 
owhen ,    dein    eigen,    auf  dich 
selbst  zurückfallend :  844. 
•Op   subst.   [r.  m.  sob)    *288o.  —  wib 
outen  ob,    ohne    eid  ( flickphrase) : 
*288o. 
Ober  pron.  anober  640.  1399.  —  I)  ac(/- 

—  anderer:  590.  640.  1370.  1399. 
1638.  1852.  1925.  2016.  2078*  2833. 
3041.  II)  subst.  —  1)  der  ander e 
von  zweien:  44.  315.  1030.  1399. 
1764.  2057.  2496.  2497.  2)  von 
mehreren:  996.  1976.  3)  anderes 
oder  adv.  anders?  467. 

Oberliche  adv.  comp,  oberloker:   199 1. 

—  auf  andere  art:   1991. 


P. 


pay  subst.   (r.  m.  day  —  say  —  may  — 

ny)  *I759.  —  lohn:  1759. 
pay  schw.  v.  inf.  pay  (r.  m.  say  —  oway 

—  ay  —  day)  *8o2.  —  belohnen: 

802. 
pain    subst.    [r.  m.   Hodain    —  Bring- 

wain  —  fain  —  sain)  *i68o.  ^2622. 

paine  {aber  r.  m.  siain)  ^185.  —  1) 


körperl,  schmerz:  1117.  2)  leid: 

*i68o.  *2Ö22.   3)  mühe:  ^185. 
palfray  subst.  —  sa  ttelpferd:  2074. 
palle  subst.  (r.  m.  alle  —  halle  —  calle) 

*568.    —    weisser  seidenst  off : 

*568.  *2843. 
palmer    subst.   pl.   palmers    426.    444. 

593.  609.  —  pilger:  426.  444.  593. 

597.  609. 
pan  subst.   (r.  m.  tan  —  nan  —  ban  — 

ytan)  *994-  pane  569.  pl.  panes  301. 

—  pelzbesetztes  gewand:  301. 
569.  *994. 

parte  schw.  v.  3plpr.  parted  1628.  pard 
542. —  1)  theilen:  542.  2)  mit  oway, 
abreisen:  1628. 

parti  subst.  —  gegen  p  art  ei:  3236 
(vgl.  d.  anm.  z.  d.  st.). 

parti ng  subst.  —  t rennung,  schei- 
den: 165. 

passe  schw.  v.  iplprs.  passen  3313. 
3 plpr.  passed  3275.  —  1)  vorbei- 
kommen: 3313.  2)  herunter  mar- 
schiren:    3275. 

pap  subst.  — pfad:  425.  2523. 

pauiloun  j«^/.//.pauilouns  3077.3127. 
3139.  —  zeit:  3077.  3127.  3139. 

pece  subst.  pl.  peces  1456  —  stück: 
1086.  1456.   1568.  1587.  1955. 

pelte  schw.  v.  3plpr.  pelt  1520.  —  mit 
in,  einflössen:   1520. 

pende  schw.  v.  iplprs.  pende  1383. 
3  spr.  pended :  1090.  —  1)  mit  to, 
gehören  zu:  1383.  2)  gehören 
zu ,  zeug en  v on:  1090. 

peny  subst.  pl.  penis  420.  1897.  pens 
432.  pans  336.  338.  —  Pfennig, 
pl.  geld:  336.  338.420.432.  1897. 

pes  subst.  (r.  m.  wesches  —  res  —  les) 
*30. —  i)  friede:  ^30.  *6i.  *22i9. 
*2Ö43.  2)  ruhe:  ^596.  $  friede, 
d.  h.  Straflosigkeit:   *2423. 

p'lCChe  schw.  v.  3  spr.  pi^t   (r.  m.  knijjt 

—  bri^t  —  fi^t  —  di^t)  *2o6. —  ste- 
chen: 206. 

pin  subst.  (r.  m.  in  —  win  —  bigin  — 
tvin)  *i663. —  stifl ,  zeig  er:  1663. 

pine  subst.  (r.  m.  inne  —  sinne  —  mine) 
*2ÖÖ7.  (r.  m.  Deuelin  —  line  —  nie- 
dicine)   *i2o6.    pin  (r.  m.  Ganhardin 

—  tin  — lin)  ^3008.  —  1)  schmerz  , 
quäl:  *i2o6.  *2Ö67.  ^3008.  *3259. 
2)    bedrängnis s :   *3i. 

place  subst.    —    turnierplatz:    788 

[vgl.  d.  anm.  z.  d.  st.). 
play  subst.  (r.  m.  way  —  may  —  lay  — 

day)  ^213.  of  playe  329.  in  plawe  (r. 

m.  drawe —  rawe  —  schawe — knawe) 

*3ioi.   //.  playes   1284.  —  1)  spiel 


—     223     — 


(st.  schock):  321  (oderinf.f)  324.  329. 

2)  spiel  (sc.  vmsik  I :   *  1 248.  *  1 295 . 

zweifelhaft,  ob  zu    1)  gehörig:    1608. 

hieher  playes,  unterhalte  n  de  m  u- 

sikstücke:  1 284.  3 )  k a mpfsp iel: 

*2i3.  *40i.  4)  liebesspiel:  *2549. 

'2578.     5)  freude,  tust;    *  1918. 

6)    in  plawe :     in    freundlicher 

weise:    ^3101. 
playe  schw.  v.  inf.  play  [r.  m.  lay  — 

say —  oway —  faye)  *3io.  *33Ö.  1148. 

*I2Ö5.    1686.    *  1690.    1884.   *i93i. 

*2202.  *2334.  *27i3.   ispr.  pleycl  [r. 

m.  seyd  —  bistayd  —  layd)  ^674. 2170. 

3225.  playd2o6i.  played  1808.  3plpr. 

pleyd  (r.  m.  layd  —  seyd  —  gray  (!) ) 

*34Ö.  playden  2439.  plaiden  2617. — 

ij  spielen  (z.  b.  schach):  310.  336. 

346.  674.  1265.  2)  das  liebesspiel 

treiben,  sich  vergnügen:    1686. 

1690.   1808.   1931.  2061.  2170.  2202. 

2439.  2617.  3225.  3)  play  wip,  beim 

kämpfe  gebrauchen:    2334.     4) 

sich  ergötzen:   1884.  2713;  ebenso 

refl.:   1148. 
playing  subst.   [r.  m.  king  —  wedding 

—  bring — ping)  *I744-  —  1)  spiel, 
vergnügen  (?) :  303.  2)  liebes- 
spiel: *I744.  über  291  s.  d.  anm. 
z.  d.  st. 

plaster  subst. — pflaster:  1209. 
pliz,t  subst.   [r.  m.  kni^t  —  ri^t  —  bri^t 

—  ni^t)  *888.  —  apli^t-  nie  in  er 
treu!:  *888.  *233i. 

pli^te  schw.  v.  3  spr.  pÜ2;t   [r.  m.  kni^t 

—  ni^t  —  si?t)  ^2938.  *3i34-  Iplpr. 
pli^ten  3005.  —  s.  u.  treupe. 

polk  subst. — sumpf:  2865.  2886. 

point  subst. pl.  pointes  1261.  —  kunsi- 
griff:    1261. 

porter  subst.  —  pförtner:  619.  624. 

pouer  I)  adj.  —  1)  arm:  639.  700.  2) 
arms elig:  2238.  II)  subst.  —  be 
pouer,   die  armen:    39. 

polierte  subst.  —  armuth:  2262. 

pound  subst.  nurpl.  pounde  [r.m.  stoun- 
de)  *34l.  [r.m.  sounde  —  soun  (!)  — 
stounde —  founde)  ^1878.  [r.  m.  soun- 
de—  stounde  —  founde)  *  1897.  938. 
941.  943.  —  I)  pfund  (als  gewicht) : 
938.  941.  943.  2)  pfund  (als  bez. 
einer  geldsumme):    341.   1878.    1897. 

pray  subst.  r.  m.  say  —  day  —  may  — 
nay)  *23i4.  —  il  beute:  ^iZ^^t-  2) 
Jagdbeute:    *25n. 

praye  schw.v.  isprs.  pray  (r.m.  may  — 
ay —  day — say)  ^2265.  ^842.  *i868. 
3068.  imp.  preye  2136.  praiep  2075. 
2t  spr.  preyd  60.  3plp>'.  praiden  2283. 


prayd  2612.  —  i)  bitten:  60.  842. 

2075.  2136.  2265.  2283.  2612.  2)  be- 
ten: 3068.  3)  am  schluss  einer  frage , 

y  pray,  ich  bitte?:  1868. 
praise  schw.  v.  imp.  praise  3096.  3  seprs. 

preise  407.  —  1)  loben:  3096.     2) 

bei  fall  spenden:    407. 
pres  subst.  (r.  m.  wes  —  pes  —  les  — 

ches)  *57.  — getümmel:  57. 
presant  subst.  present  1396.   1398.  — 

geschenk:  825.  1396.  1398. 
prest   adv.    (r.  m.   forest  —  tokest  — 

west  —  best)  ^3145.  —  eilig:  3145. 
pride  subst.  (r.  m.  biside  —  ri^t  (!)  — 

hide  —  tide)  *475-  —  milz:  475. 
pride  subst.  (r.  m.  bide  —  ride  —  side 

—  tide)  *i84. —  \)übermuth:  ^184. 
*863.  *i345-  *i546.  *i9ii.  ^2716. 
*2755.*332i.  2)  stolz:  *ic>90.*3330. 

3)  glänzende  ausrüstung:  *i540. 

4)  rei cht hum ,  gross e  zahl:  *y]6. 
priis  subst.  priis  [r.  m.  wise  —  his  — 

riis)  *5J-  in  prise  (r.  m.  rise)  ^42.  — 
1)  vorzüglichkeit:  *I2I2.  *I2Ö6. 
^1379.  2)  rühm:  *5i.  3)  lob:  ^2409. 
4)  ruhmvoller  kämpf:  ^42.  5) 
tusch:  2749. 

prince  subst.  — fürst:  401.  693.  994. 

prise  schw.  v.  inf.  prise  (r.  m.  wise) 
*I340.  —  preisen,  rühmen:  1340. 

priSOlin  subst.  — g  efängniss:  *88i. 
*i638. 

priue  [r.  m.  he  —  fre  —  se  —  contre) 
*2074.  I)  subst. adj. —  v  ertraut  er: 
*2074.    II)  adv.  —  heimlich:  2079. 

proude  adj.  prout  854.  —  1)  herr- 
lich, glänzend:  994.  2)  gewal- 
tig:  57-  401-  3)  übermüthig:  854. 

proue  schw.  v.  inf.  proue  745.  1009. 
1535-  prouen  1546. 1  sprs.  proue  1836. 

—  1)  erproben  als :  745.  ^prü- 
fen:   1546.      3)    beweisen:    1009. 

1535-    3)  proue  for,  erweisen  als: 
1836. 
putte  schw.  v.  ^spr.   put  2542.  —  le- 
gen: 2542. 

Q. 

quarter    subst.  pl.    quarters    453.    — 

viertel:  453. 
queynt  subst.  —  schäm:    2254. 
quelle  schw.  v.  ^spr.  queld  (r.m.  scheid 

—  feld  —  jrelt  —  biheld)  ^1075.  — 
tödten:  1075. 

quen  subst.  quene   (r.  m.  ybene  —  sene 

—  wene  —  kene)   *I20I.    (r.  m.  ben 

—  sen —  clen  —  wen)  ^1773  u.  ö.  — 
königin:  1185.  1 193.  *i20i.  *I399. 


224 


(quene).  1281.  1288.  1348.  *  1399 
(quenej.1528.1541.  1558.  I58o.*i6i7. 
1625.  1750.  *i773.  ^1784.  *i8o8. 
*i837.*i85i.  1906.*  195 1.1969.*!  970. 
*2094  (quene).  ^2191  (quene).  *222Ö. 
2250.  2259  (quene).  *229i.  *2420 
(quene).*2437  (quene).  *2448  (quene). 
*2459  (quene).  ^2517.  ^2538.  ^2577. 
^2607  (quene).  *2Öi3  (quene).  ^2653 
(quene).  3016.  3070.  3098.  *3io5. 
3109.  3125.  3159.  *3i92.  *32I3.Q 
que|>e  st.v.  $spr.  quap  607.  1061. 1358. 
1509.  2036.  2894.  2931.  3230,  stets 
dem  subjecte  vorangestellt.  —  spre- 
chen: an  allen  stellen. 

quik  adv.  —  as  quik,  alsbald:   1591. 

quirre  subst.   (r.  m.  he  —  se  > —  tre  — 
^e)  *499.  —  hautfressen:  499. 

quite  schw.  v.  2  plprs.  quite  2258.  — 

v ergelten:  2258. 
quite  adj.  —  quitt:  2919. 


R. 


räche  subst.pl.  räch  es  2470.  — Jagd- 
hund: 2470. 

rade  subst.  (r.  m.  made)  *8oi.  —  1) 
weg  *8oi.  2)  rhede:  ^955. 

raf  subst.  (r.  m.  s;af)  ^328.  —  beutet: 
328.  (vgl.  d.  anm.  z.  d.  st.) 

ranSOlin  subst.  raunsoun  983.  —  tri- 
but:  935.  983. 

rape sclnu. v. 3 spr.  raped 28. —  rauben: 
28.  (vgl.  d.  anm.  z.  d.  st.) 

rauen  subst.  —  rabe:  502. 

raiindoun  subst.  [r.  m.  doun  —  lyoun  — 
dragoun  —  boun)  *I03Ö.  —  heftig- 
keit:  1036. 

rawe  subst.  (r.  m.  drawe  —  schawe  — 
knawe  —  plawe)  *3095.  rowe  (r.  m. 
blowe)  *504.  *779.  —  reihe:  504. 
779.  *3095. 

rape  adv.  (r.  m.  wroh  —  clop  — bähe) 
*I745.  —  rasch:  440.  ^1745. 

recche  schw.  v.  ^spr.  rau^t  (r.  m.  tau^t) 
*3o8.  623.  1479.  1854. —  1)  hinrei- 
chen, .  g eben:  308.  623.  2)  er- 
greifen: 1854.  3)  erreichen,  tref- 
fen: 1479. 

reche  schw.  v.  1  sprs.  reche  2152.  Splpr. 
rou^t  1133.  1246.  1416.  —  sich  be- 
kümmern um:  1133.  1246.  1416. 
2152.  reche  of,  sich  darum  beküm- 
mern, danach  fragen:   1416. 

red  adj.  rede  2404.  —  roth:  1300. 
2404. 

rede  subst.  —  1)  entschluss:  139. 
773-  1733-    2)  rath:   1839.  981. 


rede  subst.  [r.m.  brede  —  jjede — mede) 
^489.  —  eingeweide? :  489. 

rede  schw.  v.  inf  rede  (r.  m.  i;ede  — 
bede  —  nede  —  lede)  *I72Ö.  3.  1258. 
1  sprs.  rede  (r.  m.  ^ede  —  dede  — 
lede)  ^984.  1365.  ^2036.  T>scprs.  rede 
[r.  m.  lede  —  wede  —  spede)  ^65 5. 
*io6i.  3 spr.  radde  [r.m.  wedde  — 
bedde  —  fedde)  *I55-  3Plpr.  radde 
510.  rad  1347.  —  rathen,  einen 
rath  geben,  vorschlagen:  155. 
984.  1347.  1365.  2036.  2)  berathen, 
schützen:  655.  1061.  3)  lesen: 
1258.  4)  vortragen ,  (auch  mit 
musikalischen  instrumenten):  510  (vgl. 
d.  anm.  z.  d.  st.).  5)  erzählen:  3. 
1726. 

redi  adj.  (r.  m.  cri  —  Ermonie  —  bi  • — 
y)  *9o8.  redy  798.  —  bereit:  259. 
684.  798.  *9o8. 

redily  adv.  redyli  1523.  —  bereit- 
willig:   611.   1523.  3186. 

reles  subst.   (r.  m.  ches  —  les  —  wes) 

*I35^-  —  ar  t  und  weise :  1356. 
renoun  subst.  (r.  m.  toun  —  Lyoun  — 

soun  —  doun)  ^2853.  —  guter  na- 

me,  vornehmer  s  tand:  *2853. 
repaire  schw.  v.  inf.  repaire  (r.  m.  hay- 

re  (?)  — bonaire  —  faire)  ^2735.  — 

zurückkehren:  2735. 
repe  schw.  v.  3  spr.  reped  28.  —  ? :  28 

(vgl.  d.  anm.  z.  d.  st.). 
rere  schw.  v.  2>plpr.  rered  1391.  partpr. 

rered    173.     1)   erheben:    173.     2) 

aufhissen:   139 1. 
res  subst.  (r.  m.  wes  —  ches  —  pes  — 

les)  *28.  —  angriff:  28. 
reSOlin    subst.  — grund;   bi   resoun, 

gründlich:  2023. 
reste  schw.  v.inf.  rest  (r.  m.  best)  *I397- 

ausruhen ,  sich  wo  verweilen: 

1397- 

reue  schw.  v.  3plpr.  raft  1220.  partpr. 
reued  3304.  —  rauben:  1220.3304. 

rewe  schw.  v.  inf.  rewe  (r.  m.  newe  — 
hewe  —  drewe)  *  194.  ^227.  3  sprs. 
rewep  216.  3  spr.  rewed  575.  2541. 
rewe  2987. —  1)  unpersönl.  mit  accu- 
sativobject  der  person ,  leid  thun: 
2987;  mit  for,  um  j em.:  216;  mit 
of,  umjem.:  194.  2)  zweifelhaft,  ob 
unpersönl.  oder  persönl.  gebraucht : 
leid  thun,  schmerzen:  227.  575. 
2541. 

reweful  adj.  —  traurig ,  schmerz- 
voll: 578. 

rewpe  subst.  —  trauerbo tschaft: 
199. 


225     — 


rike  adj.  (r.  m.  like  —  sellike  —  Pa- 
trike)  *I22Ö.  sonst  riche.  superl.  ri- 
chest:  411. —  1)  reich:  1757.  2) 
kostbar:  381.  411.  569.  687.  *I22Ö. 
3020.  3)  prächtig:  221.  1299. 
1390.  1512.  4)  fruchtbar:  2813. 
5)  stark,  mächtig:  797.  161 1. 
1622.  2861.  6)  vornehm:  567.  1742. 
2064. 

licheliche  adv.  richelich  1819.  richeli 
1662.  —  i)  kostbar:  1434.  1662. 
1819.  2)  reichlich:  1553.  3)  don 
richeliche,  sich  freigebig  be- 
weisen: 264. 

ride  st.  v.  inf.  ride  (r.  m.  bide  —  side 
—  pride  —  tide)  *i8o.  *445.  ^778. 
*io94.  ^1548.  *I905.  *2037.  ^2245. 
*28i9. *3I4Ö. ^3328.  riden788.  isprs. 
ride  (r.  m.  tide  —  pride  —  vnride) 
*2753-  *mP'  s-  ride.  3092.  pl.  833. 
3  plprs.  ride  [r.  m.  abide  —  side  — 
tide  —  hide)  *2Öo6.  3  spr.  rade  (r.  m. 
brade — made —  glade)  *I79-  *I030. 
*I9I5.  *2Ö30.  ^2740.  ^3083.  rode 
175.  1036.  2864.  3103.  3156.  zplpr. 
rade  (r.  m.  abade  —  made  —  strade 


fade) 


147.    *347.    ^3278. 


1)  reiten:  175.  445.  833.  1905. 
1915.  2606.  2740.  2753.  3083.  3156. 

2)  im  feindl.  sinne  a)  mit  o^ain,  ge- 
gen j em.  anstürmen:  180.  1036. 
1548.  b)  to ,  ebenso:  179.  1030. 
c)  mit togider ,  zusammen  rennen: 
3328.  d);/«7after,  v erfolgen:  3278. 

3)  w eg(fort-)reiten:  2037.3092. 
3103. 3146.  4)  reisen ,  ziehen:  778. 
1094.  2630.  2864.  5)  durchr  eiten, 
übersetzen:  2245.  2819.  6)  se- 
geln:  147.  347. 

ride  schw.  v.  inf.  ride  (r.  m.  wide  — 
pride  —  abide)  *I347«  befreien? : 
1347  (vgl.  d.  anm.  z.  d.  st.). 

rigge  subst.  —  rücken:  494. 
ri^t  I)  adj.  (r.  m.  kni'^t  —  bri'^t  —  si^t 
mi^t)    *745-    —    1)    recht:    *io88. 

2)  richtig:  399.  509.  510.  *745. 
*  1571.  bat  ri^t,  das  richtige: 
*3222.  II)  adv.  —  1)  richtig:  155. 
*425.*I950.  1) gerade:  ^589. 2042. 

3)  direkt:  *253l.  4)  genau  [oder 
subst.?!  *2o68.  5,  ful  riijt  a) gerade : 
*799«  *8i9.  *2327.  b)  in  gesetz- 
mä  ss  ig  er  weise:  *2235.  c)  als 
blosse  füllphrase  :*  140%.*  itfi.*2$63. 
^3152.  6)  ri^t  pan  a)  so  eben:  856. 
b)  j etzt  (von  der zukunft) :  23 1 9.  c) 
als  füllphrase :  ^1428.  7)  ri'^t  bare, 
gerade  dort:  2297.2748.3331.  8) 

Kölbing,  Sir  Tristrem. 


ri^t    po,    gerade    da:    1054.   1847. 

lieber  doun  ri^t  s.  doun. 
ri^t  subst.  (r.  7)i.  kni^t  —  fi^t  —  ni^t  — 

si^t)  *952.  pl.  ri^tes  (r.  m.  lisjtes  — 
.     diätes  —  ^iftes)  *49Ö. —   1)  recht: 

*496.  *952.  ^988.  *i530.*iÖ32.  21 11. 

*2Ö4Ö.  ^2671.  ^2798.  ari'^t,  richtig: 

*I258. 
ri^te  schw.  v.  inf.  ri^t  (r.  m.  pride  — 

biside  —  hide  — -  tide)  *479-  3  spr. 

rilt  489.  —  zurichten:  479.  489. 
ring  subst.  [r.  m.  king  —  pi'ing  —  bring 

—  ping)  *Ö40.  —  ring:  221.  228. 
623.  Ö3o.*640.*726.  733.  *ioii.26oi. 
2683.^2685.  3093.  3099.3109.  31 13. 
*3H4.    2)   ehering:  ^1624..  *i7o6. 

.  3)  tragring:  ^1854. 
rinne  st.  v.  3  spr.  ran  [r.  m.  pan  —  wan 

—  man  —  tan)  *i4io.  871.  *2375. 
*2586.*2778.2983.  3152.  $plpr.  ran 
[r.m.  man  —  ran  —  pan — can)  ^521. 
*2743.  — 1 )  la ufe n ,  mit  of,  aus : 
871.  out  of,  aus:  1410.  mit  fro, 
weglaufen  von:  521;  mit  ouer, 
h  er  üb  erlauf  en:  2743.  mit  oway, 
weglaufen:  3152.  mit  after,  nach- 
laufen: 2586.  2)  mit  to,  gegen 
j em.  anren nen;  2375.  3]  mit  purch 
out,  ganz  durchdringen:  2778. 
4)  triefen:  2983. 

rise  st.v.  inf rise  [r. m.  wise)  *275.*7n. 
2,  spr.  ros7i2. 13 15. 3267. 3333.  splpr. 
risen  550. —  1)  sich  erheb  en,  auf- 
stehen: 550.  711.  712.  1315.  3267. 
3333.  2)  emporkommen,  aus  Un- 
glück etc.:  275. 

ritte  schw.  v.  ^spr.  ritt  479. —  ritzen^ 
aufschneiden:  479. 

riue  subst.  (r.  m.  driue  —  stiue  —  aliue) 
*i  173.  —  ufer:  *  1173.  *I3Ö9. 

riue  schw.  v.  ^plpr.  riuen  886.  partpr. 
riuen  582.  —  1)  zerr  eis  s  en:  582. 
2)  zerspalten:  886. 

riue  schw.  v.  inf.  riue  [r.  m.  fiue  —  oliue 
striue)  ^920.  —  reisen:  920. 

riuere  subst.  (r.  m.  here  —  fere  —  yuere) 
*i884.  —fluss:  1884. 

robber  subst.  pl.  robbers  1217. —  rau- 
her: 1217. 

robe  subst.  pl.  robes  582.  589.  652.  — 
I)  gewand,  rock:  408.  568.  599. 
690.  2083.  2093.  2)  kleid:  582.  589. 
652. 

rode  subst.  (r.  m.  z;ode  —  stode  —  blö- 
de—  gode)  *i766. —  kreuz:  *I766. 
*I79Ö.  *2I27. 

romaunce  subst. —  lied,  romanze : 
1258. 


15 


—     22G     — 


rote  subst.  [r.m.  böte)  *I485.  —  wür- 
ze/: 1485. 

rote  subst.  [r.  m.  dote)  *I9I4.  —  rotte: 
1853.  1888.  *I9I4. 

roum  .y«^.  a  roume  2355.  —  a  roume, 
in  einiger  entfernung :  2355. 

roun  subst.  [r.m.  croun  —  toun  —  boun 

—  latoun)  *945-  in  roune  (r.  m.  Er- 
celdoune  —  croun  —  baroun  —  toun) 
*3>  —  1)  runens chrift:  ^2051. 
2)  geheimes  gespräch:  *3.  3)  ge- 
heime abmachung :  *'945-  4)  ^0?z 
fz/<?w  Vortrag  eines  Musikstückes) :  *5 10 

roune  j<r/ra>.  z\  ?'«/".  roun  (f.  m.  toun  — 
somoun  —  goinfaynoun  —  croun) 
^169.  —  im  geheimen  reden: 
*  1 69  (oder  subst.  ?) . 

rowe  adj.  —  rauh:  685. 

rowe  st.v.  2>spr.  rewe  1656.  Splpr. rewe 
1655.  —  rudern:  1655.  1656. 

s. 

Sake  subst.  [r.  m.  take — schake  —  crake) 
^883. —  i) sittliche  schuld:  *223i. 
2)  s chulden :  2138.  3)  for  —  sake, 
ww  —  willen:  *883.  *3037. 

sadel  .mfo^.  ■ —  satte l:  2888. 

Sail  subst.  seyl  1696.  //.  sailes  150.  — 
segel:   150.    1299.   1654.   1696. 

Saile  j^w.  #.  ~$spr.  sailed  800.  3plpr. 
seylden  1013.  —  segeln:  800.  1013. 

Say  schw.  v.  inf.  say   (r.  m.  wayleway 

—  lay  —  may)  *io2.  *302.  ^314. 
*4°3-  *557-  *794-  *8o6.  *8io.  ^829. 
*no9.  *ii29.  *ii36.  *i2o8.  *i2i7. 
*i2Ö3.  *i289.  *i332.  *i5i3-  *i523. 
^1558.  *i626.  *i67o.  ^1753.  1773. 
1787.   *i8o2.   *i873.  ^1924.  *i935- 

*I9Ö9.  *2028.  *2090.  *2I24.  *2I49. 
*220Ö.  *2229.    "2263.    *23I2.    *2342. 

*24Ö7.  ^2525.  ^2580.  *26io.  *2884. 
^2890.  ^2975.  ^3009.  *3098.  *3i72. 
*3i86.  ^3297.  sain  (r.  m.  Hodain 
Bringwain  —  fain  —  pain)  *i682. 
*2482.  *2Ö2i.  sayn  [r.  m.  forlain — 
sleyn  —  swayn)  ^826.  I  sprs.  say  [r. 
m.  day  —  gray  —  oway)  *i6.  *Ö2Ö. 
*I293.  *i382.  *2i85.  *228i.  2669. 
2  sprs.  seyst  2146.  uou  ist  enclitisch 
angefügt,  seistow  2950.  ^sprs.  seyt 
1545.  2012.  2670.  2plprs  sigge  1367. 
3plprs.  seis  2147.  imps.  say  1966. 
*i993.2o85.  2933.  3i°2-  31 I2-  lsPr- 
seyd  759.  2182.  ^spr.  seyd  [r.  m. 
pleyd  —  bistayd  —  layd)  ^672.  100. 

249.  *344-  457-  461.  517.  529-  54©. 
597.  620.  624.  698.  827.964.976.  982. 
984.  986.  989.  1004.  1017.  1058. 


1140.  1145.  1 173.  1188.  1427.  1462. 
1496.  1550.  1633.  1756.  1766.  1786. 
1794.  1827.  1831.  1866.  1875.  I9io. 
1977.  2067.  2164.  2180.  2259.  2324. 
2331.  2545.  2588.  2639.  2698.  2822. 
2929.  3030.  3091.  31 12.  31 16.  3124. 
3145.  3213.  3319.  said  2232.  sayd 
3120.  sede  (r.  m.  ^ede  —  lede  — 
bede)  *  1006.  *3i66.  ZplPr-  sey(l 
73.  429.  609.  1180.  1193.  1352. 1414. 
1517.  1619.  said  2128.  seyden  355. 
2551.  2556.  sain  3220.  partpr.  sayd 
(r.  m.  slain  —  ogain  —  swayn !)  * 852. 

—  i)  sagen:  73.  100.  102.  249.  344. 
355.  429.  457.  461.  517.  529.  540. 
557-  597-  609.  620.  624.  698.  759. 
794.  810. 826.  827. 829.  852.  964.  976. 
982.  984.  986.  989. 1004.  1017.  1058. 
1129.  1136.  1140.  1145.  ri73-  1188. 
1193.  I2*7-  1289.  1332.  1352.  1414. 
1427.  1462.  1496.  1513.  1517.  1523. 

^S0-  r558-  i6l9-  1633-  1753-  ^S6- 

1766.  1773.  1786.  1787.  1794.  1827. 

1831.  1866.  1875.  1910.  1924.  1966. 

1969.  1977.  1993.  2028.  2067.  2085. 

2090.  2124.  2149.  2164.  2180.  2182. 

2185.  2206.  2232.  2259.  2263.  2312. 

2324.  2331.  2342.  2467.  2482.  2525. 

2545.  2551.  2556.2580.2588.2621. 

2639.  2670.  2698.  2822.  2884.  2890. 

2929.  2933.  2950.  2975.  3030.  3091. 

3098.  3102.  3112.  3116.  3120.  3124. 

3145.  3166.  3172.  3186.  3213.  3220. 

3297.  3319.  2)  sagen,  erzählen: 

302.403.672.  3)  behaup  ten:   1367. 

1545.  2012.  2128.  2146.  2147.  2227. 

2610;   bes.  in  der flickphrase  y  say: 

16.  626.   1293.   1382.  2281.  2669.  4) 

to  say,    so   zu  sagen,    nämlich, 

meist  nur  als  flickphrase  gebraucht : 

314.    806.    1109.    1208.    1263.   1670. 

1682.   1802.   1873.  1935.  2229.  3009. 

say  o^ain  s.  u.  o^ain. 
Sallie  subst.  pl.  salues   1244.  2365.  — 

salbe:  1114.  1244.  2365. 
Sand  subst.  [r.  m.  land  —  hand  —  fand 

■ —  Strand)  *i89i.    sond  256.  —    1) 

b 0 tschaft:  256.  *i89i.    2)  barm- 

herzigkeit  *235i. 
Sare  I)  adj.   [r.  m.  are  —  wäre  —  fare) 

*2I4I.  —  1)  schlimm:  *334i.    2) 

schmerzbewegt:   *2i4i.     II)  adv. 

[r.  m.  bare  —  bare  —  care)  *2i6.  sore 

(r.  m.  ore  —  fare  —  wäre  —  whare) 

*20o6.  352.  772.  2945.  ^2982.  ^3070. 

—  I)  bitterlich:  352.  ^362.  *934. 
2)  sehr:  *2i6.  ^5 75.  772.  *20o6. 
2214.  2945.  ^2982.  *307o.  3) 
schwer:  *io89.  *ni3.  ^1223. 


—     227     — 


sau^t  adj.  [r.  vi.  fau^t  —  tau^t  —  drau^t 

—  mair^t)  *2793.  —  versöhnt :  2793. 
sau^tening  subst.  [r.  vi.  le^ing  —  king 

bring)*  1 805 . —  versah,  n  u  ng:  *i8o5. 

Saun  präp.  san  2253. —  1)  ohne:  2253. 
2)  saunfayl  zus.  geschr.,  unzweifel- 
haft: ^889.  *io65.  *i296. 

SCape  schw.v.^spr.  scaped  186. —  da- 
v  onkoni  m  en:  1 86. 

SCarlet  subst.  —  scharlachmantel: 
687.  1269. 

Sket  adv.  [r.  m.  set)  *559-  (r.  m.  swete) 
*57°-  skete  (r.  vi.  swete  —  lete  —  fet) 
*89Ö.  *73Ö  (vgl.  j ed.  d.  anm.).  —  1) 
rasch,  alsbald  a)  allein:  ^896. 
*I240.  b)  ful  sket  *Ö33.  ^734.  2)  ful 
sket  als  füllphrase:  *559-  *570. 
^736  (?).  *i945. 

SChake  st.  v.  inf.  schake  (r.  vi.  take  — 
sake  —  crake)  ^885.  —  schütteln: 
885. 

SChadowe  subst.  —  schatten:  2104. 

SChaft  subst.  plur.  Schaftes  885.  — 
lanze:  885. 

SChame  subst. —  schände :  3190. 3194. 

3273- 
SChame  sckw.v.$spr.  schamed  2982. — 

kränk  en ;  2982. 
schamliche  adv.  scbamely  2895.sch.am- 

ly  3289.  —  seh  m  ä  hlich:  1474. 2895. 

3289. 
SChe  pron.  pers.  %pers.  fem.   —   sie: 

79.  99.  100.  102.  105.  217.  223.  224. 

*237.  726.  1200.   1206.  1209.  1234. 

i323-  I33°-  i34i-  i5°2-  i561-  i565- 

1568.  1580.  1581.  1667.  1669.  1710. 

1720.  1721.  1722.  1739.  1740.  1752. 

1756.  1765.  1776.  1796.  1798.  1800. 

1803.  1804.  1870.  1893.  1977.  2227. 

2230.  2233.  2245.  2270.  2284.  2423. 

2424.  2673.  2918.  2919.  3071.  3074. 

3076.  3101.  3120.  3126.  3164.  3179. 

3185. 
SCheld  subst.  [r.m.  feld  —  ^elt  —  queld 

—  biheld)  ^1069.  pl.  scheldes  886. — 
schild:  886.*  1043.*  1069. 1476.2384. 

Sehende  schw.  v.  partpr.  scheut  (r.  vi. 
brend)  *  1474.  1744-  2589.  2895.  //. 
sehende  (r.  m.  nende)  *328g.  1  in 
schände  bringen:  1744.  2589. 
2895-  ^3289.  2)  ents  teilen:  1474. 

SChene  adj .  [r.  vi.  bidene  —  yben  — 
bitvene  —  kene)  *756.  —  schön: 
*756-  *I33°-  ^2348.  ^2455.  ^2540. 
^2554.  *2Ö6l. 

schere  st.  v.  ^sprs.  scheres  602.  3  spr. 
■schar  [r.m.  bar  —  bar  —  far)  *I493- 
477.  schare  r.  vi.  jare  —  bare  — 
wäre —  mare;  ^488.  474.  *820.  3plpr. 


schare  (r.  m.  more  —  wäre  —  ^are) 
*542.  partp).  schorn  1485.  ■ —  1) 
sc  /meiden,  tranchiren:  602.  2j 
zers chneiden:  542.  3)  abschnei- 
den: 474.  477.  820.  4)  schere  ato, 
entzweischnei '  den:*4&$.  5) schere 
of,  abschneiden:  1495.  schere 
oway  s.  oway. 

SChewe  subst.  [r.  m.  knewe)  *2253-  — 
zeigen:  2253  (vgl.  d.  anm.  z.  d.  st.). 

SChewe  schw.  v.  inf.  schewe  [r.  m.  hewe 

—  newe  —  trewe)  *I5Ö5.  671.  1234. 
*I5Ö5.  *2402.  imp.  schawe  [r.  m.  dra- 
we  —  rawe  —  knawe —  plawe)  ^3097. 

—  1)  zeigen:  1234;  mit  forb,  her- 
zeigen: 3097.  2)  präs entiren: 
671.  3)  zeigen,  berichten:  2402. 
4)  sich  ansehen:  1565. 

SChille  adv.  [r.m.  stille  —  wille  —  ille) 

^3284.  —  laut:  3284. 
Schilling   subst.    (r.   m.    king  — ■  bring 

—  thing)  *433-  //.  schillinges  314. 
schilinges  613.  —  Schilling :  314. 
613.  sing,  in  coli,  sinne:  304.  ^433. 
*6o5. 

SChine  st.v.^spr.  schon  2538.  —  schei- 
nen: 2538. 
SChip  subst.  cas.obl.  schippe  956.  1540. 

pl.  schippes   1014.  —  schiff:  298. 

409.    956.    1014.    1144.    1147.   1152. 

1156.  1172.  1189.  1287.   1305.   1311. 

1370.  1380.  1387.  1402.   1414.   1431. 

1540.  1544.  1684.  1856.   1899.   1907. 

2271. 
SChip  fare  subst.  (r.  m.  bare  —  ^ar^  — 

are —  sare)  *92Ö.  —  schiff saus- 

stattung:  *gz6.  ^1390. 
SChipman  subst.  pl.  schipmen  674.  929. 

—  1)  schiffer:  929.  1168.  1181. 
2)  die  leute  auf  dem  schiff:  674. 

SChip  side  subst.  (r.  m.  ride  —  tide  — 

side)  *2247.  —  schiff:  2447. 
SChO  subst.  pl.  schon  (r.  m.  don  —  sone 

—  bone  —  schon)  *329Ö.  —  schuh : 
3296. 

scholder  subst.  schulder  497.  //.  schol- 

ders  1557. —  Schulter:  497.  1557. 
SChortliche  adv.  —  kurz:  1004.  1136. 
SChour   subst.    (r.  m.  bour)  *i936.  — 

(sc hnee-)s chauer:  ^1936.  1937. 
(SChille) verb.prät.präs.  isprs.  schal  621. 

855.   1830.  1837.   1872.  2089.  2122. 

2149.  2881.  2sprs.  schalt  859.  1060. 

1771.  1963.  2023;    bou  ist  enclitisch 

angehängt,     schaltow    356.     ^sprs. 

schal  156.  239.  360.  634.  769.  917. 

979.  1019.  1335.  1419.  1878.  1985. 

1990.  2068.  2079.  2140.  2156.  2188. 

2248.  2901.  2904.  3040.  3062.  2plprs. 

15* 


—     228 


schal  1756.  schul  1095.  $scprs.  schul 
47.  ispr.  schuld  1141.  %spr.  schuld 
936.  944.  1778.  2245.  2716.  2plpr. 
schuld  1789.  \scpr.  schuld  1368. 
ycpr.  schuld  1108.  161 7.  161 9.  1620. 
2106.  2438.  3051.  2plcpr.  schuld 
506.  ^plcpr.  schuld  257.  21 II.  — 
1)  sollen,  müssen:  356.  360.  859. 
936.  944.  1019.  1060.  1771.  1837. 
1963.  2248.  2716.  2901.  2)  sollen, 
verpflichtet  sein  zu:  506.  3051. 
3)  zur  bezeichnung  der  Zukunft, 
werden:  239.  621.  1830.  1872. 
1990.  2023.  2043.  2188.  2904.  4) 
zur  bildung  des  imp.  fut.,  sollen: 
1141.  1632.  1778.  1789.  1797.2245. 
5)  von  dem  wahrscheinlichen  eintreten 
einer  handlung  in  der  zukunft, 
sollen,  mögen:  47.  156.  257. 
634.  769.  855.  915.  917.  979.  1095. 
1108.  1335.  1368.  1419.  1617.  1619. 
1620.  1756.  1878.  1985.  2045.  2046. 
2068.  2079.  2106.  2140.  2156.  2186. 
2438.  3040.  3062.  6)  zur  bezeichnung 
des  energischen  wollens  :  2089.  2122. 
2149.  2881. 
skil  subst.  —  grund ,  Ursache:  2635. 

Skinne  subst.  (r.  m.  minne  —  winne  — 
kinne  —  inne)  ^569.  —  1)  Pelz- 
werk: ^569.  ^687.   2)  haut:  ^1237. 

SCrite    subst.    (r.  m.  white  —   site   — 

lite  —  tite)  *I944.  —  handschrift, 

quelle:  1944. 
SClaunder  subst.  —  üble  nachrede: 

2145. 
Se  subst.  [r.  m.  he  —  se  —  be  —  fre) 

*io97.  —  see,  meer:  348.  *  1097. 

*I2I9.  *i652.  ^2246.  *272I. 

seke  schw.  v.  inf  seken  2606.  3  spr.  sou^t 
(r.  m.  foouijt  —  nou^t  —  wrou^t  — 
mou^t)*n8.  *4i7.*58i.*i438.*i5(>4. 
2299.*23Ö3.*2672.*2889.3299. 3plpr. 
sou^t  (r.  m.  bibou^t  —  mou^t  —  nou^t 

—  mou^t)  ^1348.  partpr.  sou^t  (r.  m. 
nou^t  —  bou^t  —  brou^t)  *66$.  *2829. 

—  1)  suchen:  581.  665.  1348.  1504. 
2363.3299.  2)  aufzucken,  nach- 
gehen: 1438.  2299.  2606.  2672.  3) 
zusammensuchen:  2829.  4)  he- 
rumtasten: 2.%%^.  5)  bitten  um: 
118.    6)  seke  forb;   durchsuchen: 

417. 
Seyle  schw.  v.  3plpr.  seylden  1013.  — 

segeln:   1013. 
Seyn  adj. —  heilig:  1228.  2851.  3068. 
Seif  pron.  nom.  miself  814.  bi  seif  2041. 

2068.  him  seif  18 14.  2160.  31 14.  hir 

seif  1561.   1969.  miseluen  3207.  bi- 


seluen  3042.  acc.  bi  seif  1990.  her 
seif  2029.  him  seluen  1425.  — 
selbst:  814.  1425.  1561.  1814. 1969. 
1990.  2029.  2041.  2068.  2160.  3042. 
31 14.  3207. 

Seile  schw.  v.  3 spr.  sold  (r.  m.  bold  — 
wold  —  yfold)  *2786.*i98. —  \)sich 
bezahlen  lassen:  198.  2)  hin- 
opfern :  2786. 

Seil ike  adj.  (r.  m.  like  — '  rike  —  Pa- 
trike)*l224.  selly  83.  2734.  selli  1363. 

—  1)  sonderbar:  83.  1363.  2)  ei- 
genartig: *I224-  3)  merkwür- 
dig, selten:  2734. 

semblaunt   subst.   —    1)   'verhalten: 

2046.    2,1  miene:  3041. 
Seme  schw.v.  %sprs.  semes  2131.  semeb 

2097.  2260.    3  spr.   semed  584.  642. 

2846.  —   1)  scheinen:   584.  2097. 

2260.  2)  aussehen  wie:  2131.2846. 

3)  seme  to,  passen  für:  642. 
semly  I)  adj.  —  1)  freundlich:  12. 

2)    willkommen:    1891.     II)    adv. 

—  zierlich:  414. 

Sen  st.  v.  inf.  sen  (r.  m.  quen  —  ben  — 
clen  —  wen)  *i 777. 1128.  I579-*I788. 
sene  (r.  m.  quen  —  bene  —  bidene) 
^3215.  ysene  (r.  m.  mene  —  bitvene 

—  ben  —  wene)  *H4i.  se  (r.  m.  fre 

—  me  —  sehe  —  be)  ^241.  ^69.  ^138. 
*389-  470.  *5oi.  *554-  *6o8.  *63o. 
*668.  *7Ö9.  *92i.  *959-  ^1093.  *i  196. 
1262.  *i422.  *i587.  ^1827.  ^2023. 
2034.  2039.  *204Ö.  ^2065.  2068. 

*207Ö.  ^2089.  *2I04.  *2IOÖ.  *2Il6. 

*2i40.  *2i86.  *2Ö3i.  *2738.  *2799. 

*2827.  ^2899.  *2925.  ^2963.  *29Ö9. 

*2998.  ^3242.  yse  [r.m.  be — be  —  he 

—  fre)  ^1337.  ^2252.  isprs.  se  (r.  m. 
he  —  be  —  fle  —  fre)  ^3207.  ^835  (oder 
conj.f).  3003  (oderconj.?).  2sprs.  ses 
[r.  m.  fies  —  les  —  besj  *2933.  3  sprs. 
yses  {r.m.  ywis  —  is  —  bis  —  amis !) 
^2906.  2plprs.  se  137 1.  ^plprs.  yse 
[r.  m.  we  —  be  —  he  —  fle)  *2587. 
se  (r.  m.  he  —  fle  —  fre)  *3 149. 2  seprs. 
se  [r.  m.  he  —  be  —  ^e  —  fre)  ^3042. 
3  seprs.  se  (r.  m.  fre  —  be  —  me  — 
f)ej  *228.  1996.  1  spr.  sei^e  458.  ispr. 
sei^e  (r.  m.  nei^e  —  slei^e  —  bei^e  — 
hei^e)  ^3024.  445.  ^1439.  i960.  2442. 
2443^287 1 .  2944. 2984.  *303 1.  ^3084. 
sey^e  [r.m.  dye — heye  —  lye)*3i3l. 
ysei^e  2062.  Splpr.  sei^e  1168.  1229. 
1408.  2272.  2526.  2973.  3083.  seilen 
492.  1530.  2405.  2524.  partpr.  sene 
(r.  m.  quene  —  ybene  —  wene  — 
kene)  *I2o5.  ^1405.  ^2098.  ^2197. 
^2380.  *2534.  *2579-  ^3109.    ysene 


229 


[r.m.  bidene  —  wene  —  tene)  *io52. 
*3IQ4.  sen  (r.  m.  l)idene  —  quen  — 
j)en  —  wen)  *i8i2.  (r.  m.  grene  — 
w  ne  —  bene  —  mene)  ^13.  *22i6. 
*256o.  *26n.  sain  [r.m.  o/,ain  — vn- 
flain  —  fain  —  lain)  ^466.  *I3H. 
^1988.  *2422.  seyn  *Ö92.  —  1)  se- 
hen, erblicken:  13.  69.  228.  389. 
445.  458.  466.  554.  692.  769.  835. 
959.  1093.  1196.  1229.  1311.  1337. 
1371.  1408.  1439.  1579.  1587.  1812. 
2057.  2062.  2106.  21 16.  2140.  2186. 
2252.  2272.  2380.  2405.  2422.  2524. 
2527.  2534.  2579.  2587.  2611.  2871. 
2925-  2933-  2944-  2973-  2984.  2998. 
3024.  3042.  3083.  3084.  3109.  3 131. 
3 149.  2)  vom  geistigen  sehe n :  2023. 
2034.  2068.2442.2443.2906.  3)  an- 
sehen: 630.  1196.  1777.  1788.  2216. 
3031.  3215.  4)  mitans ehen:  241. 
492.  1141.  2899.  5)  zusehen:  470. 
501.  6)  einsehen,  b e greif en: 
138.  1530.  3207.  7)  sehen,  besu- 
chen: 921.  2050.  2631.  2738.  2827. 
2963.2969.3005.  8)  treffen :  2089. 
9)  mit  on ,  ersehen  an,  erpro- 
ben: 1 205 .  ansehen:  11 28;  vgl. 
12).  10)  »///tili,  rück  sieht  neh- 
men auf:  1996.  11)  late  se  a)  zei- 
gen: 554.  608.  2799.  b)  sehen 
lassen:  1422.  1827.  12)  verstärkt 
durch  wip  si^t,  a)  mit  äugen  sehen: 
668  f.  1405/.  i960.  1988  f.  2065  f. 
2076.  2098  f.  2197  f.  3242  f.  b) 
besuchen  2076.  auch  se  in  si^t 
heisst  mit  äugen  s ehen  :  1262.  14) 
ysene  sichtbar:  1052.  3194. 

Sende  schw.  v.  inf.  sende  [r.  m.  hende 
—  kende  —  hende  —  ende)  ^2419. 
imp.  send  1150.  $spr.  sent  117.  256. 
1209.  2049.  2073.  2424.  31 15. 
31 19.  3204.  Zplpr-  senten  512. 
TfScspr.  sende  3306.  —  1)  sen- 
den: 117.  256.  1150.  1209.  2049. 
2073.  2419.  2424.  31 15.  31 19.  3204. 
3306.  2)  sende  forp ,  einebot- 
schaft  vorausschicken^.):  512. 

seriaunt  subst.pl.  seriaunce  708.  740. — 
i)  knappe,  dien  er:  708.  740.  2) 
spec.  von  einem  der  jäger:  463. 

Serue  schw.  v.  inf.  serue  709.  $spr.  ser- 
ued  1282.  partpr.  serued  840.  —  1) 
dienen:  709.  1282.  2)  serue  to,  es 
um  jmd.  v  er  dienen  :  840. 

Se  Strand  subst.  [r.  m.  fand  —  vnder- 
stand  —  land^  *  1 1 79.  —  meeres- 
strand:    1179. 

Sete  subst.  [r.  m.  swete  ^1252.  (r.  m. 
sket    '561.  —  sitz:  561.  1252. 


Sette  schw.  v.  inf.  set  2774.  imps.  setl 
1590.  $spr.  sett  414.  715.  903.  1569. 
1676.  set  278.2643.  3///r.  379.2234. 
3127.  partpr.  sett  1883.  sett  2710. 
ysett  322. —  1)  setzen  lassen  :  715. 
2)  ordnen:  903.  3)  constituiren: 
322.  4)  befestigen,  einrammen: 
2234.  2710.  5)  aufstellen:  3127. 
6)  mit  02jain,  wieder  anfügen: 
I59°-  7)  mit  doun,  niedersetzen: 
1676.  8)  mit  to  a)  ansetzen  an: 
1569.  b)  sette  tolore,  unterrichten 
lassen:  278.  91  sette  in  pes,  den 
frieden  wie  derg  eben:  2643. 
10)  sette  on land,  ans  land setzen: 
379.  1883.  21)  refl.  mit  doun,  sich 
nieder  setzen:  414.  1676.  s  chleu- 
dern  (von  Speeren):  2774. 

Seilen  num.  card.  —  1)  sieben:  48. 
579.  1921.  3310.  2)  der  siebente: 
800  (vgl.  d.  anm.  z.  d.  st.). 

Seppen  1)  adv. —  1)  dann:  671.  1327. 
1561.  1734. 1922. 2210. 2757.  2) seit- 
dem: 484.  3)  später:  109.  II)  conj. 

—  1)  da:  852.  2)  seit:  1139. 
Sex  num.  card.  —  sechs:  330. 
Sibbe  subst.  —  v erwandter:  722. 
sike  adj.  —  krank:  3126. 

Sike  schw.v.TySprs.  sikep2Ö2i.  —  seuf- 
zen: 2621. 

Siker  adj.  —  sicher:  2067. 

Sikerly  adv.  (r.  m.  belamye  —  Hermo- 
nie  —  venery  —  pi)  *534- — sicher- 
lich [ füllwort desverses):  *534-*3237. 

Side  subst.  (r.  m.  bide  —  ride  —  pride 

—  tide)  *i82.  pl.  side  [r. »/.  tide)  ^3256. 

—  1)  seite  [von  einer partei):  *i82. 
2)  seite  (als  k'örpertheil) :  *  1447. 
*225i.  *2777.  *3256.  3)  bi  his  side, 
an  s  eine  seite,  neben  sich:  *7 15. 
4)  bi  pi  side,  an  deine  seite,  zu 
deiner  hülfe:  ^780.  5 )  zur  Umschrei- 
bung des  einfachen  ortsbegriffes  ver- 
wendet: *I092.  *2Öoo.  *332Ö.  6)  vgl. 
biside. 

Si^t  subst.  (r.  m.  vnli^t  —  hi^t  —  ri^tj 
^423.  —  1)  das  ans  ehen,  bes.  in 
stereotypen  phrasen;  freine  wip  si^t, 
fragen  mit  ans  ehen,  d.h.  inde?n 
man  j em.  ansieht :  * 743  (vgl.  d. 
note  z.d.st.).  knowe  bi  si^t,  von  an- 
sehen kennen:  ^2241.  *2535«  sike 
be  si^t ,  krank  dem  aus  sehen 
nach:  *3i2Ö.  wite  bi  si^t ,  aus 
erfahrung  wissen,  augen- 
scheinlich wissen?*$2i6.  2)  an- 
blick:  *2944.  haue  (a)  si^t  of,  et- 
was erblicken:  ^423.  ^593.  ^956. 
bi  si^t ,    ihrem    äusseren  nach: 


—     230     — 


*82i.  3)  Sehvermögen;  se  wib  (in) 
si^t, mit  äugen  sehen:  *66g.*ii2&. 
*I2Ö2.  *i4.o6.  *i8i3.  *i<)6o.  ^1989. 
*2o66.  *2077.  "*2099.  ^2198.  *252§. 
*256i.  ^3243.  4)  gesichtskreis  : 
*3o66. 

Si^te  schw.  v.  'S  spr.  si^t  772.  —  seuf- 
zen: 772- 

Silke  subst.  —  s  ei  de :  2403. 

Siluer  subst.  —  silb er :  307.  940. 1293. 

Sinke  st.  v.  inf.  sink  (r.  m.  swink  — 
drink  —  f>ing)  *I72I.  359.  ^2256.  — 
i)unter sinken ,  ertrinken:  359. 

2)  sinken,  niederfallen:   1721. 

3)  ertränken:  2256. 

Singe  st.  v.  inf.  sing  (r.  m.  king —  hing 
bring  —  askeing)*i366.*i858.*i86o. 
2>spr.  song  2655.3027. —  I]  singen: 
1858.  1860.  2655.  3027.  2)  zwit- 
schern: 1366. 

Sinne  subst.  (r.  m.  inne  —  winne  —  a- 
tvinne)  ^2546.  [r.  m.  inne  —  sinne  — 
pine  —  mine)  *2665«  —  sünde: 
^2546.  ^2665. 

Sinne  schw.  v.  isprs.  sinnest  21 14.  Sin- 
nes 2006.  —  sündigen ,  unrecht 
handeln:  2006.  2114. 

Sir  subst.  —  herr,  titulatur  eines  für- 
sten  oder  helden,  1)  in  direkter  anrede: 
532.  724.  744.  763.  838.  1833.  1923. 
2067.  2581.  3191.  3048.  3131.  2)  in 
der  erzählung:  288.  299.  305.  534. 
710.  im.  1259  1272.  1277.  2102. 
2237.  2361.  2367.  3015.  3029.  3158. 
3192.  3263. 

Site  subst.  (r.  m.  white  —  lite  —  scrite 
—  tite)  "*I940.  —  kummer:  1940. 

Sitte  st.  v.  inf.  sitt  910.  ^spr.  sat  475. 
503.  2063.  2102.  2142.  iplpr.  sat  (r. 
m.  gate  -  wate  —  lat)  ^2095.  Splpr. 
sete  (r.  m.  mete  —  ete  —  gete  — 
grete)  *549-  sat  346.  —  1)  sitzen: 
346.  503.  549.  2063.  2102.  2142.  2) 
sich  setzen:  910.  3)  liegen?  475 
(vgl.  d.  note  z.  d.  st.).  4)  ysame  sitte, 
sich  gut  zus ammen  vertra- 
gen: 2095. 

Siue  subst.  —  korns chwinge:  1946. 

Sibe  subst.  (r.  m.  blibe  —  sibe  (pl.)  — 
übe)  *9Ö4.  pl.  sif)e  (r.  m.  blibe  — 
lif)e  —  sif)e  (sing.)).  *g6o.  *i25i.  — 
1)  mal:  960.  ^3228.  2)  bat  sibe, 
füllphrase  a)  da:  *9Ö4.  ^1427.  ^2878. 
b)  damals:  ^3228. 

Sie  st.  v.  inf.  sie  (r.  m.  he  —  bre  —  tre) 
*i458.  767.  1418.  1573.  *i59i.2009. 
2947.  slo  (r.  m.  fo  —  so  -  do)  *2ii7. 
*43°-    *775-   *i5<>7-  *i737-    *i783- 

*l845.  *2029.   *2IIk.    *2II7.    *2332. 


*2952.  sla  (r.  m.  ma  —  ta  —  wa  — 
tva)  *27Ö3.  slen  1754.  ispr.  slou^  (r. 
m.  lous;  —  ynoir^ —  wou^)  *'i  602. 851. 
2762.  ispr.  slou^  2326.  2725.  2755. 
3  spr.    slou5;    (r.  m.  wout;    —    anou'4 

—  lou^  —  drou^)  *I533-  27.  201. 
901.  *i5i8.  ^1584.  *2477.  2629. 
Typlpr.  slou^  (r.  m.  ynou^  —  drou^ 

—  anou?  —  bou^)  ^3269.  1218. 
partpr.    slain    (r.  m.   vnfain   —   lain 

—  osjain)  *234-  *i87.  *848.  *n84. 
*i5c>3.  *i577.  *i594.  1598.  ^1771. 
^1795.  *2394-  *2426.  ^2624.  3291. 
slayn  (r.  m.  lain)  *  748.  *88o. 
1059.  sleyn  (r.  m.  sayn  —  fo  riain  — 
swayn)  ^830.  yslain  (r.  m.  02jain  — 
brain  —  fain)  *I477-  *328i.  yslayn 
[r.  m.  vnfayn  —  main  —  brain)  *  1 08 1 . 
slawe  755.  yslawe  893.  3335.  —  1) 
erschlagen  ,  tödten:  27. 187.  201 

234.  430-  748.  755-  767-  775-  83o 
848.851.880.893.901.  1059.  1081 
1184.  1218.  1418.  1458.  1477.  1503 
1507.  1518.  1533.  1573.  1577.  1584 
1591.  1594.  1598.  1602.  1737.  1754 
1771.  1783.  1795.  2009.  2029.  21 11 
21 17.  2326.  2332.  2394.  2426.  2624 
2629.  2725.  2755.  2762.  2763.  2947 
2952.  3269.  3281.  3291.  3335.  3338 
2)  erlegen  (von  thieren):  1845. 2477 

Slei^e  adj .  (r.  m.  bei^e  —  hei^e — nei^e) 
*2*ji.superl.  siegest  1203.  —  i)klug, 
schlau:  *27i.  *379.  1203.  ^2173. 
*30l8.  ^3027.  2)  mit  of:  klug ,  er- 
fahren in:  *3i6o. 

Slep  subst.  cas.  obl.  slepe  2515.  — 
schlaf:  2515. 

Smare  adv.  (r.m.  fare  —  bare —  whare 

—  gare)  ^2870.  —  spöttisch:  2870. 
Smite  st.   v.   inf.  smite  (r.  m.  delit  — 

wite  —  tite)  *Ö2i.  3  spr.  smot  (r.  m. 
wot)  ^869.  495.  1040.  1045.  *io68. 
1083.  1447.  1457.  1468.  2340.  2388. 
2390.  2788.  —  1)  schlagen:  621. 
869.  1083.  2388.  smite  a  tvo,  ent- 
zwei schlagen:  495.  2)stossen, 
stechen:  1040.  1068.  1447.  3)  wer- 
fen: 1045.  4)  (gift)  ausw erfen: 
1457.  5)  in  Verbindung  mit  adver- 
bien,  smite  of,  abhauen:  2339 f. 
vgl.  doun ;   o^ain. 

Smock  subst.pl.  smockes  1776.  —  hemd: 
1776.  1788. 

SnOW  subst.  cas.  obl.  snowe  1936.  — 
schnee:  1936. 

Snoweing  subst.   (r.  m.  bring  —  lesing 

—  askeing  —  hing)  *I555- —  schnee: 

1555. 

SO  adv.   (r.  m.  fo  —  slo  —  do)  *2H5. 


231 


sa  [r.m.  la  —  ?,a  —  ma —  pra)  *6n. 
—  i)  so,  auf  dies e  weise  a)  mit 
beziig  auf  etwas  vorhergehendes:  *ioi. 
*243.  418.  459.  *584.  *6n.  *ioi8. 
1589.  1613.  ^1729.  *i867.  2129. 
*2i57.  2332.  *2442.  2547.  *2688. 
2771.  ^2950.  3208.  b)  mit  bezug 
auf  etwas  folgendes :  *35.  106.  ^109. 
*252.  852.  *949.  1655.  1656.  *i787. 

*203I.    *2II5.  2575.  285O.   2932.      SO 

bat,  wenn  nur:  2153.  2)  so,  so 
sehr ,  in  so  hohem  grade  a)  allein 
stehend:  587.  791.  ^3195.  3212.  b) 
vor  adjectiven:  371.  813.  1224.  1236. 
1241.  1254.  1279.  1412.  1803.  2173. 
2204.  2592.  2658.  2845.  2981.  3126. 
3178.  3260.  c)  vor  adv.:  29.  264. 
1020.  1536.  2441.  2868.  2887.  3) 
so,  ebenso,  in  gleich  hohem 
grade  ,  a)  allein  stehend-'  16.  1606. 
2332.  2763.  3018.  3132.  b)  vor  ad- 
jectiven: 245.  264.  606.  997.  1270. 
1313.  1331.  1342.  1481.  2027.  2159. 
2276.  2292.  2387.  2403.  2463.  2527. 
2569.  2890.  3033.  4)  bei  vergleichun- 
gen,  so — wie:  115.  270.  1049. 
1300.  1452.  2171.  2971.  3162.  als, 
im  ränge  von:  175.  ein  solcher, 
wie  oder  ein  ebensolcher: 
3306.  5)  unübersetzbar  vor  adjectiven, 
um  dieselben  hervorzuheben,  bes.  in 
v.  10  der  Strophe:  86.  108.  262.  348. 
395.  790.  842. 1857.  2348.  2457. 2540. 
2860.  3160.  6)  so  wahr  als:  655. 
855.  106 1.  163 1.  7)  als  relative  Par- 
tikel zu  einem  pronomen  gefügt:  hou 
so  2438.  2736.  who  so  403.  1290. 
what  so  2273.  2739.  wheper  so  315. 
über  al  so  und  als  s.  al. 

SOCOUr  subst.  —  hülfe:  118.  3284. 
SOft  adj.   (r.  m.  bou^t  —  aloft  —  oft) 

*I244.  —  1)  lindernd:  ^1244.    2) 

weich:  *2403. 

SOlaS  subst.  [r.  m.  cas  —  was  —  Boni- 
fas)*2856.  —  Unterhaltung,  Zeit- 
vertreib: 2856. 

SOlwy  adj.  —  schmutzig:  1777. 1788. 
SOm  pron.  indef.  —  unübersetzbar :  817- 

1375  [vgl.  die  note  zu  v.  817). 
SOmer  subst.  —  s omm  er :  2488. 
SOmerS  day  subst.  [r.  m.  gray  —  say  — 

oway    *I2.  —    s  omm  er  tag :  *I2. 

*23i6.  *2576. 
SOmoun  subst.   fr.  m.  toun  —  roun  — 

goinfaynoun  —  croun)  *\*}\.  —  auf- 

f  orderung :  *\*j\.  ^259. 
SOne  subst.  (r.  m.  moun)  ^231.  pl.  sones 

332.  803.  914.  2631.  —  söhn:  197. 


224.*23l.  332.  759.  803.  914.  2631. 

2863. 
SOne  adv.   [r.  m.  donen  *86.  —  bald, 

häufig  als  fiickphrase  verwandt,    a) 
•    allein:  192.  3099.  *3292.  3330.     b) 

verstärkt  durch  so,  gar  bald:  *86. 

*2Ö2;  durch  wel,  gar  bald:  *2052; 

durch  ful,    sehr  bald,   sogleich: 

*4i6.  *438.  *2i87.    über  3199  vgl. 

d.  note  z.  d.  st. 
SOng  subst.  (r.  m.  among  —  long  — 

strong  —  wrong)  *i6o8.  —   1)  ge- 

sang  (ars  canendi):  *i6o8.  2)  lied: 

*i86o.  *2Ö54«  *302Ö. 

sonne  subst.  —  sonne:  2543. 

sonne  Dem  subst.  —  Sonnenstrahl: 

2537- 

SOri  adj.  —  betrübt:  2161.  2592. 

SOrwe  subst.  pl.  sorwen  368.  —  1) 
sorge,  kummer:  57&-  665.  73°« 
791.  1096.  1138.  1238.  1940.  2030. 
2596.2622.2667.3180.  2)  sorge: 
368.  3)  j ammer:  241.  1196.  4) 
(körperl.)  schmerz:  1126.  5)  leid, 
verlust:  182. 

SOSter  subst. —  Schwester:  720. 1194. 
1324.  2873. 

SOUn  subst.  (r.  m.  toun  —  renoun  — 
Lyoun  —  doun)  ^285  7«  ir'  m>  sounde 

—  stounde  —  pounde  —  founde) 
*i874.  —  1)  melodie:  1874.  2) 
gesang:  2857. 

SOUnde  adj.  (r.  m.  stounde — pounde 

—  founde)  *i893.  —  gesund: 
*i872.  *i892.  *i893. 

SOp  I)  adj. — sop  bing,  wahrhaftig!: 
1593.  sope  ping  2275.  II)  subst.  sop 
acc.  (r.  m.  op)  *2882.  2206.  2467. 
2482;  sonst  überall  sope.  —  1)  die 
Wahrheit:  *2882.  2884.  2)  das 
richtige,  d.  h.  der  richtige  zug : 
1262.  3)  sonst  fast  nur  in  füllphra- 
sen:  a)  for  sope,  wahrhaftig! : 
32.  237.  319.  3031.  3038.  3335.  b) 
for  sope  to  say,  die  w ahrheit  zu 
sagen:  1129.  1217.  1558.  2090. 
2124.  2263.  2312.  2342.  2621.  2890. 
2975.  3098.  c)  sope  to  say,  die 
w ahrheit  zu  sagen:  1136.  1513. 
2028.  2206.  2467.  2482.  2525.  3297. 

Spande  subst.  —  spanne:  485  (vgl. 
d.  anm.  z.  d.  st.). 

Spare  schw.  v.  inf.  spare  (r.  m.  are  — 
bare — mare)  *i822.  *3233.  ^scprs. 
spare  (r.  m.  fare  —  mare  —  are  — ) 
*33i8.  Sspr.  spard  1051.  —  scho- 
nen:  105 1.  1822.  3233.  3318. 

speke    st.   v.    inf.   speke    (r.  m.   hert- 


232 


breke  —  gete  (!)  —  steke)  *2995-  811. 

837.    1521.       spcken    2992.      \sprs. 

speke   1707.  2,sprs.  spekep  235.  618. 

1339.   \spr.  spak  2.  1610.  3  spr.  spac 

311.  456.  464.  531.  865.  1091.  2105. 

spak  1534.  —  i)  sprechen:  2.  235. 

311.  456.  531.  618.  811.    837.    865. 

1091.   1339.   1521.  1534.  1610.  1707. 

2105.  2992.   2995.     2)  speke   o>;ain, 

entgegnen :  464. 
speche  subst.  —  spräche,  sprech- 

v  er  mögen:   1489. 
spede  subst.  (r.  m.  lede —  wede  —  rede) 

*^59-  —  hoff  nun  g:  659. 
Spede  schw.  v.  inf.  spede  [r.  m.  nede) 

*8i2.  *2i78.  *2266.  *30Ö9.    $scprs. 

spede  (r.  m.  dede  —  ^ede  —  mede) 

*IÖ3I.  —   1)  eilen:  812.    2)  glück 

v  er  leihen:   1631.  2266.     Mit  fain 

und  iuel  s.  das. 
spelle     subst.    (r.    m.    teile    —    feile 

—  duelle)  *2768.  —  rede:  *2768. 
*309i. 

spere  subst.  —  speer:  1446.  1454. 
spie  subst.  (r.  m.  lye  —  crie  —  pi)  *3i38. 

—  späh  er,  Spion  :  *3 1 38. 

Spille  schw.  v.  inf.  spille    (r.  m.  wille 

—  stille  —  tille)  *I998.  *39Ö.  *I4Ö3. 
*i738.  1768.  *2iyj.  isprs.  spille  [r. 
m.  tille  —  wille  —  ille)  *i  145.  2plprs. 
spille  [r.  m.  wille)  *4Ö2.  splpr.  spil- 
den  40. —  1)  verderben :  462.  2) 
vernichten ,  umbringen:  40. 
1738.  1998.  2177.  3)  v ergiessen 
(sc.  blut) :  1768.  4)  zu  gründe 
gehen:  396.  1145.  1463. 

SpOlirge  schw.  v.  inf.  spourge  2226.  — 
reinigen :  2226. 

Spouse  schw.  v.  3  spr.  spoused  1705. 
1706.  2679.  2855.  —  sich  ver- 
mählen   mit:     1705.    1706.    2679. 

2855.- 
spouseing   subst.   —    Vermählung: 

1649. 
Sprede   schw.  v.  partpr.  ysprad    [r.  m. 

lad  —  ledde  —  fedde  —  cledde)  *442. 

—  reich  b evölkem:  442. 
Spring  st.  v.  inf.  spring  (r.  m.  sing  — 

loue-longing  —  ping)  *i8Ö4.    3  spr. 

sprong  22.  —  1)  springen,  eilen: 

1864.     2)  springe    wel    wide ,    sehr 

weit  herum  bekanntwerden: 

22. 
Squier  subst.  —  knappe:    1643. 
Stahle  schw.  v.  partpr.  stabled    112.  — 

feststellen:   112. 
Stalke  schw.  v.  3plpr.  stalked  2578.  — 

leise  schleichen:  2578. 


Stalworp  adj.  —  stark,  muthig:  90. 

Stan  subst.  (r.  m.  tan  —  Morgan  — 
onan)  *i  15.  ston  (r.  m.  ichon  —  nek 
bon  —  don  —  ton)  *I476.  2965.  — 
i)  stein  (als  baumaterial) :  *897. 
2965.  2]fels:  *H5.  *270.  3)  edel- 
stein  (im  Schilde):  *I47Ö. 

Stande  st.  v.  inf.  stand  (r.  m.  fand  — 
land  —  hand)  *359-  *907.  *  1176. 
*i6i9.  *2335.  stond  [r.  m.  bond  — 
hond  —  Inglond  —  fond)  ^48.  3  spr. 
stode  [r.  m.  gode  —  blöd  —  fode  — 
^ode)  *I97-  232.  268.  463.  *873. 
*899.  *i704.  *i8oo.  *2355.  *2498. 
*2989.  Zplpr.  stode  (r.  m.  blöd  — 
stode  —  gode)  *879.  partpr.  ystond 
(r.m.  Yrlond  —  bond  —  hond)  *973- 
—  i)  stehen:  232.  873.  1764.  2355. 
2498.  2)  stehen,  sich  aufhalten  : 
1176.  1800.  3)  exis tiren,  leben: 
197.  4)  bestehen,  geltung  ha- 
ben: 48.  973.  1619.  5)  stehen, 
stand  halten:  268.  6)  aus- 
halten: 2335.  7)  mit  adverbien; 
fast  stände,  befestigt  sein,  fest 
kleben  :  2989.  stille'stande,  ruhig 
stehen,  sich  ruhig  verhalten: 
359.  vp  stände,  aufstehen:  463. 
8)  mit präp.  a)  stände  at  alcjs  wille, 
sich  jmds.  willen  fügen:  907. 
b)  stände  o^ain  (-es),  j e m.  wider- 
standleisten: 879.  899. 

Steke  st.  v.  partpr.  ysteke  (r.  m.  hert- 
breke  —  speke  —  gete)  ^2999.  — 
durchbohren,  verwunden:  2999. 

Stede  subst.  (r.  m.  wede  —  drede  — 
blede  —  nede)  *ic>47.  —  ross :  *66. 
*ic>47.  1056.  *io59.  1431.  1458. 
1477.  *i5io.  *i904.  *30i4.  ^3079. 

Stede  subst.  —  ort:   1163. 
Stef  adj.  —  steif,  gerade:  3079. 
Stele   st.  v.  zplcprs.  stele    [r.  m.  hele) 
*2937-  —  heimlich  entreissen? : 

2937. 

Stepe  st.  v.  3 spr.  stap  2865.  —  tre- 
ten: 2865. 

Stere  schw.  v.  inf.  stere  (r.  m.  were  — 
fere  —  dere  —  lere)  *257i.  — füh- 
ren, versehen:  2571. 

Stern  adj.  —  stark:  2347.  2723. 

Steilen  ?  2937  (vgl.  d.  anm.  z.  d.  st.). 

Steward  subst.  —  hofmeis  ter,  truch- 
sess:   1492.  1497.  1508.  1531.  1629. 

i633-  2435- 
Sty  subst.  (r.  m.  erly  —  hei^e  —  bi  — 

titly)  *25I2.  //.  styes  400.  —  steig, 

weg:  400.  *25I2.  *3325. 

Stiel  subst.  —  stahl:  3324. 


233 


stifles  subst.  pl.  stifles  487. —  knie' 
scheibc:  487. 

Stille  adv.  [r.  m.  wille  —  schule —  ille) 
*328o.  —  1)  ruhig:  359.  *2I5Ö. 
*299<d.  *328o.  2)  in  der  stille: 
*i747.  *  1994.  *2i7o.  *2704.  3) 
sachte,  heimlich:  *977-  *I4ÖI. 

Stilt  subst.  —  s  telzfuss :   2956. 

Stink  subst.  [r.  m.  penke  —  drink  — 
swink)  *iu8.  —  gestank:  *iu8. 
1210. 

stinking  subst.  —  gestank:  11 77. 

Stire  schw.v.  $spr.  stird  1082.  —  mit 
reß.,  sich  tummeln  :   1082. 

Stirop  subst.pl.  stirops  3261.  —  Steig- 
bügel: 3261. 

Stirte  schw.  v.  sspr.  stirt  1046.  1057. 
1460.  2350.  stert  2977.  —  1)  sprin- 
gen: 1460.  2)  vp  stirte,  aufsprin- 
gen, sich  aufraffen:  1046. 
1057.  2350.  3)  stirte  oway,  weg- 
springen,zurückpr  allen  .-2977. 

Stiue  schw.  v.  inf.  stiue  (r.  m.  driue  — 
a  liue  —  riue)  *n69. —  stopfen, 
unterbringen:  *nÖ9  (vgl.  d.anm. 
z.  d.  st.). 

Stipe  adj.  [r.  m.  blipe —  swipe  —  kipe) 
*28i.  —  1)  dauerhaft:  897.  2) 
aus  dauernd,  muthig,  tapfer: 
66.  *28i.  *i42i.  3014.  3280. 

Stodie   schw.  v.  3spr.    s.   stodiep    281. 

—  studieren:  281. 

Storm  subst.pl.  stormes  367;  676.  3032. 

—  stürm:  367.  676.  3032. 
Stouer    subst.  —    vorrath   von   le- 

b ensmitteln :   1149. 
Stounde  subst.  [r.  m.  sounde  —  pounde 

—  founde)  *i895.  —  1)  a  (an) 
stounde  eine  (kurze)  zeit:  *339. 
1871.    ^2572.       2)     pat    stounde    a) 

jetzt:  *922.  b)  dann,  da,  da- 
mals: *i3i8.  *i890.  ^1895.  3)  at 
pat  stounde,  b  ei  dies  er  gelegen  - 
heit:  *638.  hieher  *i876?  (vgl.  d. 
anm.  z.  d.  st.). 

Stoutely  adv.  —  kühnlich:  953. 

Strand  subst.  r.  m.  Inglond  —  fand  — 
hand;  *  1695.  —  Strand:  *  1695. 
•1889. 

strewe  schw.  v.  Sspr.  strewed  2195.  — 
streuen:  2195. 

Stride  subst.  pl.  stride  [r.  m.  hide  — 
abide  —  tide)  *I488.  —  schritt: 
1488. 

Stride  st.  v.  3plpr.  strade  (r.  m.  abade 

—  rade    —    made   —    fade)     *  15 1 . 

—  schreiten:    151. 

Striue    schw.  v.  inf.  striue     r.  m.    fiue 

—  oliue —  riue,  *9i8.  zplcprs.  striue 


[r.  m.  wiue  —  riue  —  oliue)  *I3^5. 

—  streiten:  918.    1365. 

Stroke  subst.  strok  1073.  2335.  pl.  stro- 

,   kes  2377. —  hieb,  streich:   1073. 

1469.  2335.  2347.  2377.  2383.  2389. 

Stroke   schw.  v.  Zspr.  stroked :    3108. 

—  streicheln:  3108. 

strong  adj.  [r.  m.  wrong  —  among  — 
long)  *25.  —  1)  stark:  *25.  2) 
mächtig:  *i6i4.  3)  gewaltig : 
*3032.     4)  heftig:  ^265 2.  *3258. 

SWayn  subst.  (r.  m.  sayn  —  fo riain  — 
sleyn)  ^832.  —  1)  knappe:  ^832. 
2)  jüngling:  ^854. 

SWalu  subst.  —  sc hwalbe :   1.366. 

Swelte  schw.  v.  3spr.  swelted  242. — 
sterben:  242. 

swepe  st.  v.  partpr.  swopen  2193.  — 
fegen:  2193. 

Swei'd  subst.  —  schwert:  202.  872. 
1084.  1101.  1565.  1575.  1763.  2518. 
2530-  2536. 

Swere  st.  v.  isprs.  swere  2127.  $spr. 
svvare  (r.  in.  pare  —  bare  —  wäre) 
*22Ö9.  swore  318.  337.  1613.  1618. 
1631.  1796.  2988.  3plpr.  sware  [r. 
m.  bare —  pare —  wäre)  *no6.  swo- 
ren  436.  swore  1228.  partpr.  sworn 
(r.  m.  torn  —  biforn  —  lorn)  *65o. 
^2278. —  1)  schwören:  318.337. 
436.  1106.  1228.  1613.  1631.  1796. 
2127.  2988.  2)  beeidigen:  650. 
161 8.  2269.  3)  swere  him  clene, 
seine  rein  heit  beschwören: 
2278  /. 

swete  subst.  (r.  m.  bete)  *29<D4.  — 
schw  eis  s  :  2904. 

Swete  adj.  (r.  m.  lete  —  sket  —  fet  — 
lete)  *63i. —  1)  lieblich,  anmu- 
thig  [von  einem  weibl.  wesen):  1597. 
1660.  1668.  2243.  2269.  2278.  2306. 
^2503.  2554.  2653.  2840.3ii6.*3303. 
2)  herrlich  (von  einem  manne): 
*892.  3)  lieb  (in  der  anrede) :  1866. 
2135.  4)  süss  (vom  klänge):  *572. 
^1254.     5)  an  genehm:  *Ö3i. 

SWiche  I)  adj.  pron.  —  solch,  a)  al- 
lein vor  dem  subst.  stehend:  181. 
526.  1028.  1142.  1356.  1404.  1475. 
1665.  1860.  1862.  1943.  2507.  2526. 
2549.  2923.  2964.  3189.  b)  zwischen 
swiche  und  das  subst.  ist  a  einge- 
fügt :  294.  653.  II95.  1963.  2145. 
2687.  2835.  3168.  II)  subst.  pron., 
ein  solcher:  699.  1229.   1812. 

SWiftly  adv.  —  1)  rasch:  833.  2) 
sofort:  2571. 

SWink  subst.  (r.  m.  henke  —  drink  — 
stink)  *ui6.  —    1)  mühe:    *in6. 


—     234     — 


2)  arbeit,  ans trengung :  *IÖ59. 

*2258.    über  *i'ji'j  vgl.  s.  v.  tine. 
SWinke     schw.    v.    inf.    swinke    (oder 

subst.?)  588.  —  arbeiten:  588. 
Swi}>e  adv.  (r.  m.  blipe  —  lipe  —  kipe) 

*2$6.    —    1)    rasch:    *i6$.    *242. 

*256.   ^279.  476.  *7o5.  ^709.  *834. 

*2876.  *2957.  *3230.  also  swipe,  so 

rasch:    *I247.      2)    bald:    *I243. 

^1423;    so   swipe,   alsbald:   *790. 

al  so  swipe,  alsbald,  sehr  rasch: 

*279.  *IÖ42.    3)  ,j£Är  (vor  ad j.  und 

adv.):   186 1.  2994. 
swoune    jr^w.  z/.  3^r.   swouned    105. 
—  ohnmächtig  werden:  105. 

T. 

iables  subst.  —  Schachbrett:  1227. 

take  st.  v.  inf.  take  (r.  m.  sake  —  schake 
—  crake)  *88i.  2043.  ^2233.  2472. 
^3043.  3183.  ta  (r.  m.  ga  —  ma  — 
also)  *333-  ^607.  to  (r.  m.  so  —  slo 
■ — po —  do)  *588.*947.*257o.*2Ö9o. 
*2954.  tan  (r.  m.  ran  —  pan  —  wan  — 
man)  *i4i8.  lsprs.  ta  [r.  m.  sla  — 
ma  —  wa  —  tva)  ^2767.  take  765. 
919.  2371.  ^scprs.  take  1423.  imps. 
ta  (r.  w.  wo  —  slo  —  f)ro)  *773-  take 
780.  3 191.  ZsPr-  tok  [r.  m.  wok) 
*2Öi8.  123.  628.  640.  1454.  1465. 
1645.  1647.  1710.  1904.  2314.  2510. 
25 11.  3236.  toke  [r.  m.  loke)  *737- 
223.  331.  419  425.  *ioi2.  1443. 
1495.  *I529-  1933-  2091.  2433.  tau?t 
726.  zplßr.  token  447.  564.  1621. 
1733.  3274.  toke  3013.  partpr.  tan 
(r.  m.  Morgan  —  stan  —  onan)  *iii. 
*753«  *^95«  *992.  ytan  [r.  m.  tan  — 
pan  —  nan  —  ban)  *iooo.  ton  [r.m. 
ston  —  ichon  —  bon  —  don)  *I484. 
taken  139.  ytaken  983.  —  1)  neh- 
men, er  greif  en:  780.983.  1454. 
1484.  1529.  1645.  1710.  1904.  2) 
mitnehmen:  333.  628.  2510.  3) 
holen:  947.  4)  sich  aneignen: 
2690.  2767.  5)  rauben:  992.  2954. 
take  to  pray,  erbeuten:  25 11.  take 
pray   of,"    jem.    berauben:     2314. 

6)  nehmen ,    heirathen:     3043. 

7)  annehmen:  607.  8)  auf  sich 
nehmen:  1000.  1012.  1423.  2233. 
257°-  9)  einnehmen:  895.  3274. 
10)  gewinnen:  753.  11)  weg- 
nehmen, ausbrechen:  1933. 
12)  zwingen:  588.  13)  führen, 
bringen  :  881.  14)  ergreif  en  (die 
gegenpartei) :  3236.  15)  ert app e n  : 
2043.3183.  16)   einfangen:  1418. 


17)  j agen:  2472.  take  of,  erja- 
gen: 447.  18.,  wieder  aufneh- 
men (einen  kämpf):  1465.  19)  an- 
treten (einen  weg):  419.  20)  ein- 
schlagen (einen  pfad):  ^425.  21) 
übergeben:  223.  726.  1495.  x^47' 
2433.  23)  besondere  ausdrücke ;  take 
asaut  to,  einen  angriff  unter- 
nehmen gegen:  1442.  take  for, 
anerkennen  als:  737.  take  for  p, 
herausziehen:  640.  take  pe  gate, 
sich  entfernen:  2091.  take  hede, 
acht  geb en:  3191.  take  leue,  sich 
verabschieden:  123.  331.  564  (?). 
765.919.  1484.  2618.  take  rede,  sich 
entschlies s en  zu:  139.  773.  1733. 
take  trewes,  einen  waffenstille- 
stand  seh  Hessen:  III.  take  un- 
der  hand,  s.  u.  under.  take  pe  way, 
ziehen,  reisen:  3013.  vgl.  oway. 

tale  subst.  <pl.  tales  3252.  —  1)  er- 
zählung:  694.  717.  2)  bericht: 
729.  1522.  3)  nachricht:  99.  4) 
gespräch:  1137.  5)  befehl:  3088. 
6)  v erläumdung:  3252. 

teche  irAze/.  z>.  /«/".  teche  525.  ^spr. 
tau^t  (r.  m.  rau^t)  *3o6.  289.  2471. 
2817.  partpr.  tau^t  (r.  #z.  fau^t  — 
drau^t  —  mau^t  —  sau^t)  *2787.  — 
1)  lehren:  289.2471.  2)  belehren: 
525«  3)  anw  eisung  en  geben: 
306.  4)  zeigen:  2817.  5)  erzäh- 
len: 2787. 

teile  j^Aw.  z/.  **«/".  teile  [r.  m.  feile)  *99. 
2876.  1  sprs.  teile  (f.  m.  feile  — 
duelle  —  spelle)  *27Ö2.  967.  3 sprs. 
telles  10.  167.  teile  p  412.  imps.  tel 
747.  846.  2912.  $spr.  told  [r.  m. 
hold  —  yfold  —  wold  —  ^old)  *3o5. 
*729-  749-  l326-  1752.  1970.  *i98i. 
1982.  2092.  2218.  3088.  tolde^Sg. 
teld  (r.  m.  held  —  vnselde  —  ^eld) 
^2315.  *3252.  tald  [r.  m.  glad  — 
^ald  —  bihald)  *20i6.  $plpr.  told 
(r.  m.  cold  —  old  —  wold)  *2490. 
tolden  1310.  teld  58.  513.  821. 
2532.  *3252.  partpr.  told  (r.  m.  bold 
—  old  —  wold)  *4Ö7.  *Ö93.  ytold 
2918.  teld  [r.  m.  feld  —  meld  — 
held)  ^3272.  *I327.  —  1)  sagen: 
821.  1310.  1752.  1959.  1970.  1981. 
2016.  2092.  2218.  2315.  2532. 
2912.  2)  erzählen:  10.  58.  99. 
412.  513.  747.  749-  846.  967-  1326. 
1327.  1982.  2315.  2876.  2918.  3272. 
3)  v  er  sichern:  2762.  4)  ver- 
künden: 167.  5)  nennen:  693. 
6)  zeigen:  305.  467.  2490.  7)  teile 
a  tale,    a)   einen   bericht  geben: 


—     235     — 


729.  b)  eine  nachricht  erzählen'. 
99.  c)  einen  b efe hl  gebe n :  3088. 
8)  tales  teile,  verläumdungen 
erzählen:  3252. 

teme  schw.  v.  2>spr.  temeel  431.  — 
mit  to,  sich  berufen  auf:  431. 

ten  num.  card.  —  zehn:  433.  605. 
613.  795.  822.   1488. 

fene  subst.  [r,  m.  bidene  —  wene  — 
ysene)  *  1050.  ten  [r.  m.  quen  — 
wen  —  ken)  *  1849.  —  1)  zorn: 
*H53-  *i849.  *2344.  *2382.  z)ver- 
druss:  *3253.  3)  schmerz:  *I22. 
4)   bedrängnis s :   1050. 

tere  st.  v.  fartpr.  torn  [r.  m.  sworn  — 
biforn — lern)  *652.  —  zerr eis s en: 
m  652. 

tide  subst.  (r.  m.  bide  —  ride  —  side  — 
pride)    *  186.    —    1)    bat   tide,    sehr 
häufig  als  flickphrase  für  den  reim 
gebraucht,    da:    *i86.   *483.    *7I3 
*86$.  *ioi7.  *iog6.   *I443.   *I492 
*i538.  *i55o.  *i675.  *i7i4.  *i9i3 
*2043.  *2249.  *237o.  *275i.  *2775 
*28i7.  *3i55.  *3254.  *330Q- *33i9 
*3324  ;   ebenso  in  bat  tide  :   *447-   at 
bat  tide.  *772.  *I752.  *2Ö02.  2)  bis 
tide,  unter  diesen  umständen:  *2I2I. 
3)   bis  tide,  dieses  mal:  *33i$. 

tide  schiu.  v.  partpr.  tidde  2875.  — 
geschehen,  passiren:  2875. 

tiding  subst.  (r.  m.  bosking  —  king  — 
bring)  *93i.  pl.  tidinges  962.  1702. 
—  i)  botsch  aft ,  nachricht:  214. 
*93I-  *I3I2.  2)  neuigkeit:  962; 
ebenso  tidinges  newe ,  neuigkei- 
ten:   1702. 

ti^te  schw.  v.  $spr.  ti^t  507.  —  be- 
festigen: 507. 

tili,  tille  [r.  m.  fille  —  ille  —  wille) 
*2073.  *3i9.  499.  *2398.  *2454.  — 
I)  präp.  —  1)  örtlich  a)  nach,  zu: 
52.  148. 920.*2073.*2454.  b)  gegen- 
über :  1 135.  c)  auf:  *II47-  2)  für: 
(zu  einem  zwecke):  499.  3)  gegen 
(im  verhältniss  zu):  1731.  4)  bis 
(zeitlich):  1672.  3174.  5)  dativzei- 
chen :  *2398.  6)  mit  ber  s.  das. ;  mit 
^elde  s.  das.  \1)  conjunetion.  — 
i)  bis :  30.  148.  366.  677.  682.  835. 
895.  1554.  1951.  1986.  2162.  2807. 
2882.  3003.  3010.  3245.  2)  bis,  zur 
anknüpfung  eines  neuen  momentes  in 
der  erzählung :  808.  1134.  3)  so 
lange  als  :  415. 

time  subst.  —  zeit:    15.  1682.  3146. 

tin  subst.  {r.  m.  Ganhardin  —  pin  — 
1 1 11     '3006.  —  vertust:  '3006. 

tinde    subst.    [r.  m.  kinde  —  finde  — 


linde)   *5C>7.   —   zwisele,  furke: 

S°7- 

tine  schw.  v.  inf.  tine  [r.  m.  pine  — 
wine  —  mine  —  Katerine)  *3o6o.  (r. 
m.  Ganhardin  —  pin  —  lyn)  *32Öi. 
*33.  2904.  isprs.  tine  3315.  ispr. 
tint  1914.  ZsPr-  ünt  2356.  partpr. 
tint  1717.  ytent  191 1.  ytint  3321.  — 
1)  verlieren:  33.  1911.  1914.  2356. 
3060.  3261.  3315.  3321.  2)  un- 
nö  thig  v  er  sc  hw  enden:  2904.  3) 
tine  his  swink ,  seine  lust  büs- 
sen:   1717- 

tite  adv.  [r.  m.  white  —  wite  —  delite 
*248. —  1)  bald:  *I94Ö.  2)  rasch: 
*^23.    3)  al  so  tite,  alsbald:  ^248. 

titly  adv.  [r.  m.  Ermonie  —  y  —  ly  — 
pi)  *857.  —  rasch:  ^857.  *25i8. 
*324i. 

to  I)  adv.  —  zu  (=  nimis).  971.  793- 
2838.  II)  präp.,  gebraucht,  um  auf 
das  räumliche  ziel  einer  thätigkeit 
hinzuweisen,  und  zwar  1)  auf  Per- 
sonen a)  bei  den  verben  des  gehens, 
bringens ,  sendens  etc. ,  zu,  zu  — 
hin,  an:  56.  104.  117.  215.  645. 
1100.  1357.  1574.  1712.  1784.  1809. 
1864.  1930.  1951.  2071.  2101.  2243. 
2375.  2420.  2730.  2732.  2922.  2943. 
2948.  2971.  3113.  3115.  3140.  3185. 
b)bei  den  verben  des  sagens,  zu:  102. 
672.  717.  827.  1193.  1289.  1310. 1332. 
1611.  1910.  2180.  2259.  2315.  2324. 
2580.  2625.  3068.  3124.  3213.  c)  als 
ersatz     der    dativflexion    gebraucht: 

390.  733-  84°.  96i-  1399-  21 18. 
2416.  2873.  2633.  d)  bei  den  verben 
des  auswählens,  be7vahrens,  machens, 
für:  77.  231.  1348.  2280.  2805. 
vgl.  ber.  e)  gegen  (im  feindl.  sinne): 
179.  1030.  1442.  2)  auf  Sachen, 
'örtlichkeiten  u.  s.  w.,  d)  bei  den  ver- 
ben des  gehens,  bringens,  rufens,  zu, 
in,  auf,  an:  95.  159.  171.  192. 
195.  208.  247.  269.  278.  294.  299. 
356-  435-  487.  512.  541.  636.  697. 
782.  799.  819.  832.  876.  881.  898. 
902.  905.  924.  930.  954.  980.  1097. 
1102.  1152.  1163.  1170.  1239.  1251. 
1252.  1302.  1314.  1394.  1402.  1414. 
Hi5-  1559-  I569-  i638.  1667.  1713. 
1718.  1838.  1856.  1869.  1899.  1907. 
1922.  1965.  1973.  2158.  2247.  2271. 
2307.  2349.  2564.  2578.  2681.  2684. 
2696.  2862.  2946.  2972.  3013.  3071. 
3223.3301.  b)  bis  zu:  58.  c)  für : 
1008.  3)  bei  den  verben  des  gebens, 
bringens,  nehmens  etc.,  zu,  als :  93. 
491.    825.    1419.    1539.   1635.  251 1. 


236     — 


26o2.  2662.  2896.  3*35-  4)  redi  to> 
fertig  für:  259.  ransoun  to, 
tributfür:  935.  to  wille,  nach 
ivunsch:  1149.  1162.  1301.  1392. 
1698.  2456.  vgl.  unter  bihelde,  bi- 
li^e ,  böte,  draije ,  fot,  gon,  lere, 
line,  morwen,  ni^t,  pende ,  seme, 
serve,  teme,  torn.  III)  vor  dem  inf 
an  stelle  des  nördl.  at  getreten ;  be- 
lege sind  überflüssig,    vgl.  u.  for. 

token    subst.    —    erkennungszei- 

chen:  31 15. 
tokening  subst.  —  1)  erinnerungs- 

z eichen,  pfand:  2602.  2)  kenn- 

zeichen:  2186.    3) fanfare :  506. 

518. 
tokeste   schw.   v.    ^spr.   tokest    [r.    m. 

forest — west  —  best  —  prest)  *3I39- 

—  zerstören:  3139. 

togider  adv.  —  1)  zusammen:  1679. 
2)  aufeinander  los,  zusam- 
men:  1063.  3328. 

tong  subst.  —  zunge:  475.  1484. 1487. 

I525- 

torne  schw.  v.  inf.  torn  3039.  3spr. 
turned  3279. —  1)  mit  to,  veran- 
lassen zu:  3039.  2)  turne  o^ain 
s.  u.  o^ain. 

toun  subst.  (r.  m.  Erceldoun  —  roune 

—  croun  —  baroun)  *io.  pl.  tounes 
896.  —  stadt:  *io.  *I48.  *i67. 
*26i.  *4i2.  *5i2.  *876.  896.  *939. 
*i  165.  1314.  *I393-  ^1409.  2019. 
*2047.  ^2851. 

tour  subst.  (r.  m.  Triamour  —  Blaun- 
cheflour — bour)  *2305. —  thurm: 
*75.  261.  ^2305. 

towripe  st.  v.  inf.  towripe  [r.  m.  lipe) 
*3J79-  —  sich  zerr  eis  s  en:  3179. 

traitour   subst.  —   v erräther :    864. 

1577. 
trauail  subst. —  arbeit,  wandern: 

596. 
tre  subst.  (r.  m.  he  —  se  —  me  —  fre) 

*39i.  —    1)  bäum:    ^503.    *  1460. 

*2044.   *20Ö3.   *2I02.   *2I42.  *2734- 

2)  kreuzesbaum:  *39i.    3)  holz: 

^2965. 
treacle  subst.  —  treakel:   1520. 

trede  st.  v.  %spr.  trad  2359.  —  tre- 
ten: 2359. 

treSOlin  subst.  —  verrath:  205.  343. 
2690. 

tresour  subst.  —  schätz:  2799. 

treupe  subst.  —  treupe  binde,  sein 
wort  verpfänden :  2898.  treupe 
pli^te,  sein  wort  geben:  2938. 
3°05-  3J34. 


trewe  adj.  (r.  m.  hewe  —  knewe  — 
rewe)  ^223.  comp,  trewer  93.  —  1) 
treu:  93.  110.  115.  *223.  270.  *288. 
398.  *6oi.  645.  1124.  *i275.  ^1303. 
*i33i.  *i435.  *  1655.  1775.  1793- 
1803.    1886.    *2i67.    ^2400.    2552. 

*2553.  2567.  294O.  3OO7.  3336.   2; 

pat  trewe,   das  treue,  sc.  schwort: 

*i569- 

trewely  adv.  —  treulich,  gewis- 
senhaft: 2675. 

trewes  subst.  —  waffenstille- 
stand:   III. 

trinite  subst.  (r.  m.  he  —  pre  —  sie  — 
tre)    *  1462.    —     dreieinigkeit : 

*I4Ö2.    *2I20. 

trowe  schw.  v.  inf.  trowe  3072.  1  sprs. 
trowe  (r.  m.  now  —  Peticru  —  ynou^ 
—  hou)  *3io6.  imppl.  trowep  1359. 
3spr.  trowed  651.  1927.  2015.  — 
1)  vertrauen :  1927.  3072.  2) 
glaub  en  :  651.  2015.  3106.  3)  trowe 
for,   ansehen  für :   1359. 

truage  subst.  truwage  992. —  tribut: 

947-  992. 
iurnament  subst.  —  tumier:  65.  68. 
3231.  3235.  3242.  3244.  3290. 

tva  num.  card.  (r.  m.  sla  —  ma  —  ta  wa) 

*277i.  tvo  [r.m.  so  —  go —  wo)  ^107. 

*495-  903.  *ioi4.  2385.  *2440.  2385. 

3085.  3136.   to  (r.  m.  to  —  so  —  do) 

*3i93.  *4i.  *249.  426.  ^1056.  *i863. 

*i727.  *i73i.   1751.  *i785.  *i839. 

1897.   *2025.   *2io3.    2563.  *25Ö4. 

^2694. *2974. 3317.  —  zwei,  beide  ; 

a)  adjeetivisch :  249.  426.  903.  10 14. 

1751.    1897.    3085.    3133.  3193.     b) 

substantivisch:  41.    107.  1727.  1731. 

1785.   1839.  2025.  2103.  2440.  2563. 

2564.    2694.  2771.   2974.  3317.     on 

(a)  tvo  (to),    entzwei:   495.    1056. 

1863.  2385. 
tvai  num.  card.  —  zwei:   1695. 
tvelue  num.  card.  —  zwölf:  2333. 

tvelmonep  subst.  —  zeit  von  zivölf 

monaten:  2508. 
tventi  num.  card.  —  zwanzig :  304. 

314- 
tvÜS  adv.  —  zw  ei  mal :  828. 
tvinne  schw.  v.  inf.  tvin  (r.  m.  pin  — 

in  —  win  —  bigin)   *iÖ7i.    partpr. 

tvinned  2694.  —    trennen:    1671. 

2694. 


u. 


vnblipe   adv.    (r.  m.  lipe  —  swipe  — 
sipe)  *2872.  —  1)  in  unerfreu- 


—     237 


lieh  er  weise:    *  240.     2)  in  un- 
freundlicher weise:  ^2872. 
vnkinde  adj.  —  unnatürlich:  2758. 

vncoup  adj.  vncoupe  1290.  —  un- 
bekannt:  1290. 

vnder  präp.  —  1)  auf  die  frage  wo- 
hin? a)  unter:  635.  1460.  1947. 
2868.  2936  (?).  b)  in;  take  under 
hand,  in  die  hand  nehmen,  aus- 
machen: 1621.  2)  auf  die  frage 
wo?  a)  unter:  513.  1202.  1237. 
2816.  3082.  3130.  3176.  3277.  b) 
zwischen  —  durch:  2485  (vgl. 
d.  anm.  z.  d.  st.). 

vnderstande  st.  v.  inf.  vnderstand  (r. 
m.  land  —  hand  —  fand  —  band) ^789. 


vnselde  adv.  (r.  m.  held —  teld —  ^eld) 

*23I3.  —  nicht  selten:  2313. 
vnsete  adj.  (r.  m.  lete  —  grete  —  sket 

—  fet)  *I238.  —  unerträglich : 
'     1238. 

vnsou/,t  adj.  (r.  m.  brou^t)  *823.  — 
unersucht,  unaufgefordert : 
823  (vgl.  d.  anm.  z.  d.  st.). 

vnsounde  adv.    (r.  m.  wounde)  *i  175. 

—  schmerzlich,    elend:    *i  175. 
*3342. 

vnswete    adj.    (r.  m.    grete)    ^968.    — 

unlieb:  968. 
vntroweand  adj. —  von  mis s trauen 

erfüllt:  1731. 
vnwinne  adj.  (r.  m.  kenne  —  siinne  — 

inne)  *I235» —  unbesiegbar:  1235. 


*n83.  *I283.    isprs.  vnderstand   fr.       ynwise   adv.    (r.    m.    arise)   *277o.  — 


m.  fand  —  band  —  hand)  *2Ö8o.  *866. 
understond  [r.  m.  smot(!)  —  hond  — 
brond)  *io72.  Zspr.  vnderstode  [r. 
m.  gode  —  rode  —  wode  —  mode) 
*3I29-    3Pfyr-  vnderstode  (r.  m.  blöd 

—  ^ode  —  flod  —  gode)  ^1308.  — 
l)  wissen.  1072.  1183.  2680.  2) 
überzeugt  sein  von  etw.:  *866. 

'  2129.  3)  ahnen:  1308.  4)  do 
understand  a)  berathen:  789.  b) 
lehren:    1283. 

vnfain  adj.  (r.  m.  slain  —  lain  —  ogain) 
*232.  vnfayn  *I079.  —  1)  unfroh: 
*i(>79.  *n82.  ^2392.  ^3283.  2) 
betrübt:  *2^2. 

vnflain  adj.  (r.  m.  o^ain  — sain  —  fain 

—  lain)  *4Ö8.  —  un abgezogen : 
468. 

vnfre  adj.  [r.  m.  me —  se  —  he  —  bre) 
^2727.  —  unfrei,  unedel:  2727. 

vngilti  adv.  —  unschuldig :  2144 
(vgl.  d.  anm.  z.  d.  st.). 

vnhold  snbst.  (r.  m.  gold  —  yfold  — 
mold)  *93Ö.  —  unhold,  wider- 
willig: 936. 

vnli^t  adj.    [r.  m.  hi^t  —  si^t  —  ris;t) 


'419. 


1 )  schwer  (vom  gewich te)  : 


*4i9.  *io39.  *3i54.    2)  wuchtig, 
^2383. 

unne  v.  prät.  präs.  isprs.  an  [r.  m. 
bigan  —  pan  —  banj  *839.  3  sprs. 
an  (r.  m.  man  —  wan  —  kan)  ^1928. 
*237i.  —  1)  lieben,  gern  haben : 
839.     2)  vergönnen:  1928.  2371. 

vnride  adj.  (r.  m.  wide —  tide  —  abide) 
^2366.  vnrede  (r.  m.  forbede  — 
nede  —  drede)  *2722.  —  1)  unge- 
schlacht,  gewaltig:  *2$66. 
^2712.  ^2722.  *2757.  2)  unförm- 
lich gross:    "2773.  ^2849. 


thöric hter  weise:  2770. 

vp  adv.  —  auf,  1)  in  Verbindung  mit 
verben:  vp  arise,  sich  erheben: 
1949.  vp  bringe,  auf sprützen 
lassen:  2885.  vp  stände,  auf- 
stehen: 463.  vp  stirte,  auf- 
springen: 1046.  1057.  2350.  2) 
allein :  vp  and  doun  vgl.  u.  doun. 

USe  schw.  v.  splprs.  vsen  2 181.  — 
treiben:  2181. 


V. 


vaile    schw.  v.  $spr.    vailed    1448.  — 

nützen:   1448. 
vair  subst.  —  wieselpelz:   138 1. 
vantage  subst.  —  v ortheil:  2337. 
Vene    subst.    (r.  m.    bitvene  —  sen  — 

Brengwain(!)*22i4. —  vene,  ader: 

2214. 
venery    subst.    [r.  in.   belamye  —  Er- 

monie  —  sikerly  —  pi)  *53Ö.    veneri 

^296.  — Jagd:  296.  536. 
venime  schw.  v.  $spr.  venimed  1526. 

—  vergiften:   1526. 
vertu  subst.  —  macht:   1894. 

w. 

wake  st.  v.  ~$spr.  wok  (r.  m.  tok)  *2Öi6. 

—  wachen:  2616. 

wake   schw.  v.  $spr.  waked  2553.  — 

erwachen:  2553. 
wage    schw.  v.  Sspr.   waged  ioii.  — 

zum  p fände  geben:   1011. 
way  subst.    [r.  m.  play  —  may  —  lay 

—  day)  *2ii.  —  weg:  *2ii.  *399. 
1938.  1942.  1950.  *2i3o.  *2886. 
*3oi3.  ^3094. 

way le way  interj.  (r.  m.  say  —  lay  — 
may/  *ioo.  —  0  weh!:  *ioo.  *U40. 


—     238     — 


waite    st.  v.  imps.  waite    (r.  m.  hayte 

—  layt — fayt)  *3048.  %spr.  waited 
2175. —  1)  hüten:  3048.  2)  waite 
of,     b e lauern    in    Bezug    auf: 

2i75- 
wal    subst.   pl.    walles     70.    3176.    — 

mau  er:  70.  3176. 
Wald  subst.  (r.  m.  hald —  bald  — wald) 

*28i3.  —  w aldgrund:  2813. 
wand    subst.    (r.  m.    land  —   hand  — 

stand)  ^909. —  i)  stock :  *2T)2>Z'    2) 

scepter:  *go(). 
war  adj.  —  vorsichtig:   1377. 
waraunt     subst.      —      Bürgschaft: 

1539. 

warld  subst.  world  393.  —  weit:  393. 
1270.   1664. 

wasche  st.  v.  ^plprs.  whasche  711. 
2,spr.  wesche  541.  —  sich  wa- 
schen: 541.   711. 

water  subst.  —  1)  was s er:  705.  2049. 
2256.  2744.  2808.  2866.  2885.  2) 
gewässer:   141 1. 

wawe  subst.  —  woge:  371. 

we  pers.  pr.  d.   1.  pers.  pl.  (r.  m.  yse 

—  be  —  he  —  fle)  *2589.  —  wir: 
465.  466.  470.  573.  813.  *83i.  1005. 
1745.  1748.  1749.  1944.  1984.  2095. 
*2589. 2590.  2793.  *2895.  2932. 2959. 
2991.  *2994.  3121.  *3i23. 

wedde  subst.  —  pfand,    das  beim 

spiele  ges  etzte :  320. 
wedde  schw.  v.  inf.  wedde  (r.  m.  radde 

—  bedde  —  fedde)*i57. —  sich  ver- 
mählen mit:   157. 

wedding  subst.   (r.  m.  king  —  playing 

—  bring  —  ping)  *I742.  — heirath  : 
1742. 

Wede  subst.  [r.  m.  lede —  rede —  spede) 
* 653.  —  gewand:  *653.  * 1512. 
2238. 

wede  schw.  v.  inf.  wede  (r.  m.  stede 

—  drede  —  blede  —  nede)  *io49. 
*2I32.  —  wüthen:  1049. 2132  [vgl. 
d.  anm.  z.   d.  st.). 

weder  subst.  —  weiter:  384. 

wel  adv.  wele  35.  225.  598.  1183.  1437 
1602.  1774.  1781.  1804.  1979.  1992 
2272.  2446.  2535.  2729.  2819.  2994 
3075.  31 10.  3207.  3275.  3295.  3305 

1)  bei  verben,    a)  wol,  genau:  35 
225-   439-    598-    1183.    1437.    1781 
1992.  2272.  2535.  2994.  31 10.  3207 
3305.    b)  gern:   1602.  c) freund- 
lich: 1774.    d)    sehr:  3075.    e)  ful 
wele,    ganz  gehörig,    vollauf: 
2446.  3295.     e)   tüchtig:  2729  (?). 

2)  zur  Verstärkung  eines  adj.  oder 
adv.,  sehr:  22.  351.  612.  631.  633. 


1410.   1804.  2052.  2510.  2530.  2733. 

2773-334°-  wel  Zore>  ganzgenau: 

2182.    wel  be  mare ,    noch  mehr: 

1979.      über    wele   ynou^    s.  ynou'4. 

über  be    wele    wip ,    2292,    s.    wip. 

über  wele   ay,    2545  und  wel    2950 

d.  anm.  z.  d.  st. 
welcom  adj.  —  willkommen:  662. 

704.  961.  2167.  2633. 
weide  schw.  v.   inf.   weld    (r.  m.  feld) 

*3X35-  l5%-  —  1)  gebieten:    158. 

2)  to  wiue   weld,    zu   seiner  ge- 

mahlin  machen:  3135. 
wele  subst.  —  quelle:  2500. 

welp  subst.  —  junger  hund:  2399. 
2422. 

wende  schw.  v.  inf.  wende  [r.  m.  hende 

—  ende  —  frendej  *95«  136.  1993. 
isprs.  wende  (r.  m.  hende)  *2596. 
imps.  wende  2130.  2584.  3094.  %spr. 
went  1298.  1870.  1935.  1950.  2070. 
2157.  2828.  3292.  Splpr.  wenten 
796.  2531.  2681.  went  {r.  m.  pende 

—  frende  — hende)  *$6.  1784.  3184. 
$scpr.  wende  [r.  m.  frende  —  lende 

—  hende)  *293c  partpr.  went  2608. 
2619.  —  1)  gehen:  1935.  I95°- 
2531.  2584.  2)  wende  to  a)  sich 
begeben  in:  95.  2681.  b)  sich 
begeben  zu:  56.  3)  wende  wip, 
ziehen  mit,  b e gleit cn:  136. 1298. 
1993.  2930.  3)  wende  in,  sich  be- 
geben in,  gerat hen  in:  2596. 
über  wende  o^ain,  wende  oway  und 
wende  forp,  s.  u.  o^ain,  oway  und 
forp. 

wene  subst.  [r.  m.  bidene  —  tene  — 
ysene)  *I048.  wen  [r.  m.  bidene  — 
quen  —  bitven —  sen)  *i8i4.  *i853. 

—  in  der  phrase  wip  outen  wene, 
ohne  wahn,  sicherlich:  ^1048. 
*H43.  *I459-  *i8i4.  *i853.  *i972. 

*2IOO.    *2293.    *2386.    *2452.  *24ÖI. 

*258i.  *26i5. 

wene  schw.  v.  inf.  wene  [r.  m.  sen  — 
grene  —  bene  —  mene)  *ij.  *i2ö'j. 
^1322.  *i4oi.  *i953-  *2224.  *3i96. 
1  sprs.  wene  888.    wen    [r.  m.  quen 

—  ben  —  sen  —  den)  *i 781.  T>sprs. 
wenep  3018.  mips,  wene  (r.  m.  bit- 
vene)*2022.  2  spr.  wendest  860.  ^spr. 
wende  33.  2656.  whende  1580.  ^plpr. 
wende  1728.  3125.  3  sepr.  wende 
2148.  —  1)  vermuthen,  sich 
versehen:  17.860.888.  1207.  1322. 
1401.  1781.  1953.  2224.  2)  glau- 
ben:    1580.    2656.    3125.  3196.     3J 

für  wahn  hal ten  :  2022.    ^)hof- 


—     239     — 


fen:  1728.  3018.  $) fürchten:  33. 

2148. 
wening  subst.  —  wähnen,  hoffen: 

1730.  2658. 
wepe   st.  v.  $spr.  wepe    (r.  m.   flete? 

Vgl.   d.   anm.    z.    d.  st.)    *352.    362. 

pl.    wepen    934.  —    weinen:    352. 

362-  934- 
wepen  subst.  pl.  wepen  1029.  wepenes 

172.  —  waffe:    172.   1029. 
werk  subst.  —  tuerk,  arbeit:  2831. 

2835. 
werkeman  pl.  werkemen   1751.    werk- 

men  590.  2827.  —  arbeitsmann: 

590.   1751.  2827. 
were  subst.  wer  29.  pl.  werres  752.  — 

kämpf:   29.   752.   232 1. 
were   schw.  v.  inf.    were    (r.  m.  bere 

here  —  here)  *2238.  3  spr.  wered  653. 

1268.    werd  3296.  —  tragen  (von 

kleidern):  653.   1268.  2238.  3296. 
were  schw.  v.  inf.  were  2543.  —  were 

oway  s.  u.  oway. 
wering  subst.  —  widers  tan  ds  kraft : 

*23°4- 

werne  schw.  v.  isprs.  wem  1367.  %sprs. 
wernep  3198.  —  v  erxvehren,  ab- 
halten: 1367.  2)  verweigern: 
3198. 

wers  adv.  —  schlimmer:  2257. 

west  subst.  (r.  m.  forest  —  tokest  — 
best  —  prest)  *3i4i.  —  im  accus, 
adverbiell  gebrauch t ,  im  w es t en, 
vom  westen:  3141. 

wete  adj.  [r.  m.  mete  —  grete  —  sket) 
*732.  —  nass,  feucht:  732. 

wete  schw,  v.  ^spr.  wat  2866. —  be- 
feuchten, bespritzen:  2866. 

wexe  st.  v.  2>spr.  wex  3327.  Zplpr. 
wexen  14.  —  1)  werden:  14.  2) 
entstehen:  3327. 

whare  adv.  [r.  m.  ore —  sore —  fare  — 
wäre  —  whare)  *20i2.  wher  529. 
where  3083.  —  1)  wo  (in  frages.): 
505.  529.  1793.  32I7-  2)  wo  {in  re- 
lativs.J:  15 15.  3083.  3)  wide  whare, 
überall  von  weit  her:  *  1 1 15. 
über  ay  whare  s.  ay. 

when  conj.  1)  zeitl.  als:  101.  195.  418. 
518.  550.  711.  727.  729.  1211.  1402. 
1521.  1 71 7.  2834.  2,  wenn,  so  oft 
als:  286.1735.2732.2820.  verstärkt 
durch  ay,  so  oft  als:  2060.  3) 
cond.  wenn:  3168. 

whennes  adv.  —  (im  frages.)  woher: 
428. 

wheper  l)  interrog.  pron.  aj  welcher 
von  uns  beiden:  315;  ebenso  whe- 
per our :    1022.     b)    welches   von 


beiden:  544«  2)  fragepartikel  in 
der  doppelfrage,  ob,  sei  es,  dass: 

358-  843. 

whi  adv.  —  warum?:  1018.  1768. 
1822.   1867.  2878.  2911.  2950. 

whider  adv.  —  wohin:  586. 

while  I)  subst.  (r.  m.  gile)  *  209.  — 
zeit:  *209«  per  while,  während 
der  zeit,  so  lange  als :  549.  916. 
II)  conj.  —  s 0  lange  als :  280. 
2910. 

white  adj.  (r.  m.  wite  —  tite  —  delite) 
*244. —  1)  weiss:  *244.  300.  686. 
1300.  *I938.  2651.  2678.  3047.  2) 
klar,  hell:  2501. 

who  interr.  pron.,  masc.  oder  fem.  I) 
in  direkten  frages  ätzen,  wer?:  238. 
265.  266.  565.  1154.  1975.  2436. 
3072.  2)  in  indirekten  fragesätzen, 
wer:  4.  5.  6.  7.  71.  310.  1506.  1964. 
3)  in  verallge?n.  r elativs ätzen ,  wer, 
a)  allein:  554.  1429.  2573.  3031. 
3052.  3227.  3318.  b)  who  so:  403. 
1290.  c)  who  bat:  692.  dat.  whom, 
in  indirekter  frage,  wem?:  246. 
neutr.  what.  wat  965.  \r.  m.  hate  — 
gat  —  at)  *249i.  2752.  I)  adjecti- 
visch  1)  in  direkten  fragesätzen,  was 
für  ein?:  2879.  2)  in  indir. frage- 
sätzen, was  für  ein:  1422.  2035. 
2401.  2444.  2907.  3)  what  — 
bat ,  in  bestim?nenden  relativsätzen, 
der  —  welcher:  141 6.  II)  sub- 
stantivisch 1)  in  direkten  fragesätzen 

a)  was?:  312.  622.  918.  965.  1 767. 
1786.  2875  2914.  2915.  b)  wie? 
(bei  den  verben  des  heissens):  530. 
2)  in  indir.  fragesätzen  a)  was: 
413.     598.    847.    1541.    2833.    3172. 

b)  wer:  718.  1214.  2752.  c)  wie: 
1179.  d)  wie,  wie  beschaffen: 
1261.  1284.  3)  in  verallgemeinern- 
den relativsätzen  a)  alleinstehend, 
was:  120.  1132.  1294.  1829.  2152. 
2933-  b)  what  so,  was  immen 
2273.  what  —  so,  was  für  ein  — 
auch:  2739.  4)  in  bestimmenden  re- 
lativsätzen, das  was :  1753.  5)  mit 
einem  genet.:  etwas  von,  irgend  wel- 
cher?:  *249i. 

wick  adv.  —  bös,  schwierig:  775. 

wike  subst.  pl.  wikes  1695.  —  woche  : 
.1695. 

Wide  I)  adj.  (r.  m.  biside  —  ride  — 
tide)  *44i. —  ausgedehnt,  gross : 
*44i.  *2039.  *27o8.  ^2794.  *3232. 
II)  adv.  (r.m.  abide)  *22.  —  1)  weit: 
*22.  ful  wide,  sehr  weit  umher: 
*!343-  *3298.  2)  weit  weg:  ^2123. 


240 


3)  von  weit  her:  *32Ö8.  über  wide 

whare  s.  u.  whare. 
Wide  subst.  [r.  m.  biside  —  tide —  abide) 

*ioi3.  —  weite:   1013. 
wi^t  adj.  (r.  m.  kni'^t  —  hi^t  —  flijt  — 

bri^t)    *90.    —    tapfer,    muthig: 

*90.  *  795-    *  1041.      2)  wuchtig: 

*I029. 
wi^t  subst.  [r.  m.  niijt  —  knisjt  —  bri^t 

—  mi^t)  *i687.  —  wesen:  1687. 
wi^tly  adv.  —  rasch:  880.  3229. 
WÜf  subst.  dat.  wiue  2662.  2896.  3135. 

chefrau,  gern  ahlin:   248.  2582. 

2662.  2896.  3135. 

wild  adj.  wilde  442.  459.  2477.  2505. 

—  wild:  442.  459.  824.  2477.  2505. 
wille  subst.  (r.  m.  stille)  *979.  wil  907. 

1162.  2663.  gen.  willes  2201.  1) 
wille:  *394.  907.  *979-  *  1736. 
*I749.  *2i68.  *27o6.  2916.  2958. 
*2992.  2)  absieht:  *4Öo.  1753. 
*I992.  2273.  3)  wünsch:  *H49. 
1162.  1301.  1392.  1698.  2i37.*2456. 

2663.  *27oi.  2820.  2910.  2997. 
3216.  4)  wip  wille  a)  nach 
wünsch:  *2^g6.  ^2495.  *3282.  b) 
freiwillig :  *2i54.  c)  bereit- 
willig: *3I7«  d)  aus  drücklich: 
*2075«  5)  &es'  redensarten ;  his  wille 
wirche,  don,  seinen  wünsch  voll- 
bringen: 1 715  (vgl.  d.  anm.  z.  d. 
st.).  2189.  3197.  willes  be,  willens 
sein:  2201. 

(wille)  v.  prät.präs.  1  sprs.  wil  670.  764. 
811.  920.  2738.  2764.  2765.  2798. 
2884.  2903.  2922.  2954.  mit  ne  zu- 
sammengeschmolzen ,  nil  2705.  mit 
dem  pers.  pron.  ich  in  ein  wort  ver- 
einigt, ichil  1546.  2139.  2402.  will 
606.  wille  140.  2.  sprs.  wilt  136.2947. 
das  pers.  pron.  ist  enclitisch  ange- 
gefügt';  wiltow  312.  1822.  3  sprs.  wil 
239.  781.  1429.  1502.  1880.  1969. 
1983.  1998.  2573.  3039.  3052.  3099. 
3101.  3192.  mit  ne  zusammenge- 
schmolzen, nil:  21 16.  3233.  iplprs. 
wil  470.  iplprs.  wil  668.  will  607. 
wille  1768.  iplprs.  wil  1094.  2962. 
2scprs.  wost  2076.  1  spr.  wald  2899. 
wold  1579.  2125.  2998.  2  spr.  wold 
[r.  m.  bold  —  old  —  told)  *46g.  *847. 
3  spr.  ind.  und  conj.  wald  [r.  w.hald — 
wiphald  —  bald)  *995-  23.  114.  329. 
703.  1049.  1322.  1445.  1497.  1548. 
1646.  2029.  2178.  2226.  2233.  2317. 
2334.  2624.  2635.  *28i5.  2827.  3125. 
3179.   3 181.   3190.  wold  [r.  m.  hold 

—  yfold  —  told  —  ^old)  *3C>3.  *i76. 
*286.  310.  338.646.  793.  894.  1154. 


1294.  1535.  1606.  »2788.  *3025. 
Mit  ne  zusa??imengesch?nolzen,  nold, 
1634.  2823.  iplpr.  wold  719.  3plpr. 
wald  430.  434.  711.  1591.  1900. 
2256.  3172.  wold  {r.  m.  cold  —  told 

—  old  —  bihaltj  *2494.  373.  549. 
588.  894.     wolde  (f.  m.  cold  —  sjald 

—  bihold)  *386.  1  sepr.  wold  2952. 
mit  ne  zusammengeschmolzen,  nold 
1783.  3244.  wolde  [r.  m.  cold  —  ijald 

—  bihold)  ^386.  —  1)  von  der  Zu- 
kunft a)  werden:  719.  781.  1969. 
1998.  2178.  3039.  3099.  3101.  3125. 
3233.  b)  mögen:  2076.  3172.  2) 
mögen,  wünschen ,  begehren, 
tust  haben:  176.  286.  373.  386. 
703.  1579.  1900.  2125.  2998.  3179. 
3190.  3)  zur  Umschreibung  des  prät. 
gebraucht,  zu  übersetzen  durch  wol : 
1322.  2635.  4)  pflegen:  1049. 
1646.  2827.  5)  wollen;  an  allen 
übrigen  stellen. 

Win    subst.    wine    (r.    m.    tine  —  pine 

—  mine  —  Katerine)  *  3064.  gen. 
wines  2491.  —  wein:  545.  2491. 
^3064. 

winde  subst.  {r.  m.  finde)  *372.  —  1) 
wind:  386.  1162.  1167.  1301.  1392. 
1698.    2)  stürm:   *372.   1653. 

winde    st.  v.  3  spr.  wand    (r.  m.    hand 

—  fand  —  sand  —  brand)  *2349.  — 
taumeln :  2349. 

wining   subst.  —   1)  gewinn:   3006. 

2)  gewinnst :  380.  679.  3)  das 
gewonnene  land:  928. 

winne  st.  v.  inf.  winne  (r.  m.  inne  — 
kinne  —  skinne)  ^565.  ^327.  2306. 
2318.  *  2544.     win  (r.  m.  pin  —  in 

—  bigin  —  tvin)  *  1667.  72.  176. 
I  spr.  wan  (r.  m.  can  —  pan  —  bi- 
gan  —  man)  *i834.  2 spr.  wonne 
1913.  3  spr.  wan  (r.  m.  man  —  an  — 
kan)  *i93o.  334.  340.  342.  963.*972. 
1107.  *i294.  *I324.  *i524.  *2274. 
*232i.  *23Ö7.   2637.  2646.   *2776. 

*3OI7-  ZPfyr-  wan  ir'  m'  ran  —  Pan 

—  man)  *2522.  *I4H.  —  1)  ge- 
winnen (beim  spiel  etc.):  72.  327. 

334-  340.  342-  l834-  1913-    2)  für 

sich  gewinnen,  sich  nehmen, 
bekommen:  565.  1294.  2306.  3017. 

3)  erobern:  176.  2318.  2321.  4) 
üb  erwinden:  I524-  5)  über- 
kommen: 2544.  6)  erzwingen: 
972.  7)  sich  wagen,  kommen: 
2274.  8)  eilen:  1414.  9)  bes.  aus- 
drücke ;  winne  after,  nachlaufen, 
nacheilen ,  v erfolgen:  2367. 
2522.    winne   fre,    frei  machen, 


—     241 


befreien:  963.  1107.  2637.  alcjs 
lif  winne ,  jem.  das  leben  neh- 
men: 2776.  winne  to,  a)  sich  wa- 
gen zu,  schleichen  zu:  1930. 
b)  greifen  nach:  1667.  über 
winne  o^ain  s.  u.  o^ain. 

winier  subst.  —  w  int  er:  13.  2487. 

wirche  schw.  v.  inf.  wirche  39.  Sspr. 
wrou^t  r.  m.  nou^t  —  bou^t  —  brou^t) 
*  1715.  *n6.  ^1506.  ^2833.  3plpr. 
wrou^t  —  [r.  m.  bou^t  —  bou^t  — 
ywrou^t  — nou^t)  ^453.3271.  partpr. 
wrou^t  (r.  m.  brou^t  —  mou^t — bou^t 

—  sou^t'  *4ii.  ^1404.  *I434.  *i6Ö2. 
*i8i9.  *240i.  2481.  *2666.  *2840. 
ywrou^t  [r.  m.  wrou^t  —  bou^t  — 
bou^t  —  nou^t)  *459.  *i683.  —  1) 
vollbringen:  1506.  1715.  2)  fer- 
tigen, aus  arbeit  en:  411.  1434. 
1662.  1819.  2481.  2840.  (a  letter) 
s  chreib  en:  116.  3)  schaffen: 
1404.  *240i.  4)  (etwas  übles)  an- 
thun:  39.  2666.  3271.  5)  thun, 
arbeiten:  2833.  6)  zurichten 
(von  erlegten  thieren):  459.  (von  einem 
tränke)  1 683.  in  quarters  wirche,  vier- 
theilen:  453. 

wis  I  adj.  wiis  [r.  m.  priis  —  griis — 
Tramtris)  *I2  7C  wise  (r.  m.  his  — 
riis  —  priis)  ^45.  90.  626.  *I342. 
*I377-  —  weise,  kl  zig:  ^45.  90. 
626.  *i27o.  *I342.  *I377.  II)  subst. 
bat  wise,   be  wise  (r.  m.  lys  —  asise 

—  arise)  *32Ö.  —  der  weis e :  ^273. 

*32Ö. 

wise  subst.  (r.  m.  wise  —  priis  —  griis 

—  marchandis)    *  1385.  —   weise: 

I335- 

wisse  schw.  v.  imps.  wisse  393.  — 
den  weg  zeigen:  393. 

wite  v.  prät.  präs.  inf.  wite  399.  606. 
1207.  1235.  1401.  1953.  2224.  3172. 
I  sprs.  wate  [r.  m.  gate  —  sat  —  lat) 
*2093.  wot  (r.  m.  smot)  ^867.  2100. 
mit  ne  zusammengeschmolzen,  not 
92.  2  sprs.  wost  3216.  ^plprs.  wate 
(r.  m.  lat  —  gate  —  gat  —  hate) 
^699.  1  scprs.  wite  2882.  i?nps.  wite 
1992.  2892.  imppl.  witep  35.  ?>spr. 
wist    [r.  m.  miste  —  breste  —  deste 

—  kist)  *2395.  413.  586.  1691.  2054. 
2833.  2966.  mit  ne  ztisammenge- 
schmolzen,  nist  246.  3plpr.  wist  511. 
522.  2558.  mit  ne  zusammenge- 
schmolzen, nisten  370.  2>scpr.  wiste 
598.  2plcpr.  wist  718.  iplcpr.  wist 
374.  wiste  598.  —  1)  wissen:  35. 
92.  246.  370.  374.  413.  511.  522.  586. 
598.  666.  699.  718.  867.  1207.  1401. 

Kölbing,  Sir  Tristrem. 


169I.  1953.  2054.  2093.  2IOO.  2224. 
2558.  2833.  2966.  3216.  2)  erfah- 
ren: 399.  2395.  2882.  2892.  3172. 
3)  zu  erfahren  suchen:  1992. 
.  4)  kenntnis  s  nehmen  v  0  n :  1 235 . 

wite  schzv.  v.  inf.  wite  [r.  m.  white  — 
tite  —  delite)  *24Ö.  *6i9.  isprs. 
wite  556.  2  sprs.  wites  2915.  2plprs. 
witeb  1600.  3plpr.  witt  369.  —  1) 
schuld  beimessen,  schieben 
auf:  246.  369.  2915.  2)  vorwürfe 
machen  in  bezug  auf:  1600.  3) 
tadeln:  556.    4)  schelten:  619. 

wiue  schw.  v.  inf.  wiue  (r.  m.  striue 
—  rlue  —  liue)  *I3Ö7.  parlpr.wiued 
3038.  —  sich  vermählen  (vom 
manne) :  1367.  3038. 

wib  pr'dp.  —  1)  zur  bezeichming  der 
nächsten  nähe,  bei:  61.  335.  420. 
590.  1685.  1962.  2614.  3010.  2)  zur 
bezeichnung  der  begleitung  von  per- 
sonen,  mit:  55.  57.  136.  140.  360. 
434.  778.  796.  818.  1154.  1298. 
1865.  1880.  1903.  1915.  2008.  2468. 
2470.  2476.  2864.  2930.  3077.  3)  bei 
verben  und  adjectiven,  das  verhältniss 
einer  person  zu  einer  anderen  zu  be- 
zeichnen; binde  a  forward  wib,  ein 
bündniss  schliess en  mit :  2677. 
chese a  turnament  wib,  ein  turnier 
in  aus  sieht  nehmen  gegen:  66. 
chide  wib,  z anken  mit :  1850.  fi^t 
wib, fechten  mit:  766.  1533.  2849. 
lede  wib,  mit  refl.,  mit  sich  füh- 
ren: 3077  (für  hir  wol  hem  zu  lesen). 
3221.  mellewib,  sich  in  ein  hand- 
gemenge  einlassen  mit:  3270. 
play  wib,  (schach)  spielen  mit: 
674.  1265.  das  liebes  spiel  trei- 
ben mit:  1687.  1690.  1808.  1931. 
2171.  2202.  3225.  play  wib,  beim 
k a mpfe gebrauchen:  2334.  speke 
wib,  sprechen  mit:  2.  235.  811. 
dere  wib,  beliebt  bei:  574.  wele 
wib,  in  gutem  einvers  tändnis s 
mit:  2292.  4)  zur  bezeichnung  von 
umständen  oder  adverbiellen  aus- 
drücken, meist  durch  mit  zu  über- 
setzen: 182.  185.  205.  207.  214.  317. 
578.  665.  702.  743.  863.  972.  988. 
1036.  1083.  1087.  1096.  1099.  1549. 
1572.  1600.  1693.  1736.  1794.  1940. 
1948.  2071.  2075.  am.  2133.  2154. 
2174.  2309.  2312.  2388.  2396.  2414. 
2484.  2495.  2622.  2646.  2671.  2690. 
2697.  2755.  2798.  3232.  3265.  3282. 

3337.  5)  zur  bezeichnung  des  mittels, 
a)  mit:  202.  668.  768.  785.  868. 
869.   1014.   1029.   1032.   1039.   1074. 

16 


—     242 


H28.  1406.  1446.  1466.  1701.  1813. 
i960.  1989.  2051.  2066.  2077.  2099. 
2198.  2345.  2353.  2528.  2561.  3243. 
her  wib,  damit:  1834.  b)  durch: 
372.  982.  1469.  1624.  1706.  1913. 
1914.  2229.  2308.  2321.  3249.  3341. 

c)  mit   hülfe   von:    281 1.    3020. 

d)  mit  auf  bietung  von:  1035. 
1080.  1260.  1609.  2304.  6)  von  der 
aus  stattung,  versehen  mit,  mit: 
5.  172.  175.  263.  300.  377.  380. 
381.  442.  498.  516.  679.  687.  707. 
877-  937-  "H.  1380.  1381.  1382. 
1575.  1581.  2651.  2661.  2678.  2734. 
3047.  3085.  7)  zur  Bezeichnung  der 
gleichzeitigkeit,  wib  bat,  üb  er  dem  : 
876.  2562.  wib  bis  2362.  ■ —  so- 
fort:   2447.    8)    wib    mit  anderen 

Worten  zu  adverbien  oder  Präposi- 
tionen verbunden,  a)  wib  alle,  da- 
bei, übrigens :  1939.  b)  wif) 
inne  :  a)  adv.  inwendig:  *84.  ß) 
präp.  innerhalb,  nach  verlauf 
von:  1871.  c)  wib  outen  präp.  a) 
ohne:  1826.  2620.  ß)  ausser: 
1272.  y)  häufig  mit  einem  subst.  zu 
einer  fiickphrase  vertuendet :  vgl.  ende ; 
les  ;  lesing ;  nay  ;   ob  ;  wene  ;  wou^. 

wibhalde  st.  v.  inf.  wibhald  (r.  m. 
hald  —  wald  —  bald)  *993-  —  zu- 
rückhalten, vorenthalten:^^. 

WO  subst.  (r.  m.  fo —  do  —  go  —  also) 

*3°55-  wa  ir'  m-  s^a  —  ma  —  ta  — 
tva)  ^2769.  —  1)  leid,  schaden: 

*39-*3055«327I«  2)leid,  kummer : 
*i735.  ^2568.  2596.  2599.  3) 
schmerz:  1235.  4)  das  böse 
thtin?  *2568.  5)  verwendet  wie 
ein  adj.  a)  in  unpersönlicher  con- 
struction,  übel  zu  muthe:  *io5« 
666.  1426.  *i86i.  *27Ö9.  3163.  b) 
in  Verbindung  mit  eigennamen  oder 
einem  anderen  subst.:  *245.  *77i. 
1939.  *2027.  ^2159.  *2387.  *2686. 
*298o.  3178. 

WOde  subst.  —  wald:  1845.  1909. 
1916.  2457.  2604. 

WOde  b0U£  subst.  (r.  m.  slou^  —  ynou^ 

—  wouz;  —  drou^)  *2485.  —  ge- 
zw eig  des  waldes  :  *2485.  *2>2T1' 

WOde  adj.  (r.  m.  flod —  bistode —  fode 

—  jjede)  *37i.  —  1)  toll,  ver- 
rückt: *i58o.  *2i3i.  *2357«  *299i. 
2)  wild,  auf  geregt :  *37i. 

WOlf  subst.  —  wolf:   1049. 

woman  subst.  (r.  m.  bigan  —  ban  — 

wan  —  man)  *227o.  —  weih:  828. 

xueide:  *227o. 


wombe  subst.  —  wamme,  einge- 
weide:  490. 

WOn  subst.  —  wohnung,  haus  :  2456. 

wonder  subst.  —  1)  wunder:  212. 
2215.  3196.  2;  etwas  wunder- 
bares: 457.  1225.  3)  wunder- 
that:   1506. 

WOndre  schw.  v.  %spr.  wondred  519. 
1958.  wonderd  1078.  —  sich  wun- 
dern: 519.   1078.   1958. 

wonge  subst.pl.  wonges  732.  —  wange : 
732. 

Word  subst.  worde  2996.  pl.  wordes 
2086. —  1)  wort:  2996.  2)  wort, 
rede:  667.  1090.  3)  bescheid: 
1003.     4)  bo tschaft:  2086.  2424. 

WOrld  subst.  —  weit:   16.  393. 

worbe  st.  v.  isprs.  worb  836.  ^scprs. 
worb  3055.  3194.  —  werden:  836. 
3055.  3194. 

worb  adj.  —  werth:  3167. 

W0rf)li  adj. —  1)  tüchtig:  1029.  2) 
hübsch:    1687. 

WOllke  subst.  pl.  woukes  364.  1160. 
2508.  —  wo  che:  364.   1160.  2508. 

WOU5  adj.  (r.  m.  anou^ —  drou^  —  lou^) 
*i730.  —  unrichtig,  falsch: 
1730. 

WOI15  subst.  (r.  m.  slou^  —  anou^  — 
I0113 —  drou^)  *i53i. —  1)  unrecht: 
*i53i.  *i6oo.  *I7Ö7#  2)  wibouten 
wou^  ,  ohne  f  als ch ,  d.  h.  ohne 
zw  ei  fei  (fiickphrase):  *248i. 

wounde  subst.  [r.  m.  vnsounde)  *i  177. 
//.  woundes  1234.  3286.  3332.  — 
wunde:  1052.  *i  177.  1234.  *I27Ö. 
*I320.  3255.  3286.  3332.  *3344- 

WOlinde  schw.  v.  splpr.  wounded  1174. 
1221.  partpr.  wounded  96.  1089. 
1113.  1171.  1223.  ywounded  85. 
1195.  —  v erwunden :  85.  96. 
1089.  1113.  1171.  1174.  1195.  1221. 
1223. 

wrake  subst.  [r.  m.  Sake  —  make  — 
take)  *3039.  —  räche:  1308.  ^3039. 

wraie  schw.  v.  inf.  wrie  (r.  m.  dye  — 
hei^e  —  li^e)  *2I4Ö.  ^sprs.  wrayeb 
2179.  ispr.  wraied  2126.  —  ver- 
läumden:  2126.  2146.  2179. 

wraier  subst. —  verläumder :  3288. 

wrabe  schw.  v.  imps.  wrabe  2883. 
wretbe  661.  partpr.  wratf)ed  3070. 
—  1)  mit  hinzugcf.  pron.  pers.,  sich 
erzürnen :  661.  2883.  2)  part.  pr. 
zornig:  3070. 

wreke  st.  v.  $spr.  wrake  3253.  3266. 
partpr.  wreken  3295.  —  rächen : 
3253.  3266.  3295. 

wrebe  subst.  —  zorn:  2544. 


—     243     — 


wringe  st.  v.  %spr.  wrong  [r.  m.  strong 

—  long  —  brong  —  wrong)  ^3262. 

—  drücken,  werfen:  3262. 
write  st.  v.  3.7V.  wrot  2051.  —   be- 
seht e  i  b  e  n  :  205 1 . 

wrong   I)  adj.  —   ungerecht:   982. 

II)  adv.  (r.  m.  strong  —  song — long) 

^2656.    —     1)    unrichtig :     1633. 

1666;  vgl.  u.  bihenche.  261 1.  ^2656. 

2)  m  i  t  u  n  r  echt :  556. 
wrong  subst.  (r.  m.  strong  —  among  — 

long)    *23.  —   unrecht:   23.  972. 

974.  *i6i6.  2312.  2666.  2695.  2949. 

*303°-  3036.  *32Ö6. 
wrob   adj.  (r.  m.  clob  —  babe  —  raie) 

*J739«    —    zornig:    *I739-    2905. 

307I- 


P. 


bai  1)  pron.  pers.  [r.  in.  say  —  day) 
*8o4.  bay  *H93.  ^2453.  *30C>5. 
*3295.  a)  sie:  11.  38.  40.  46.  50. 
54.  56.  65.  71.  73.  107.  in.  144. 
146.  147.  148.  150.  151.  180.  190. 
321.  346.  347.  351.  353.  363.    369. 

37o.  373-  374-  375-  379-  284.  385. 
386.  428.  429.  430.  434.  436.  446. 
447.  452.  453.  509.  511.  518.  520. 
521.  522  u.  s.  w.  b)  ein  vorher- 
gehendes subst.  wieder  aufnehmend, 
meist  unübersetzbar :  62.  154.  *8o4. 
^1556.  2743.  3289.  c)  ein  nachfol- 
gendes subst.  vorausnehmend:  1394. 
1899.   1900.  2058.  2439.  2454.  3013. 


3127. 


2    sie    im    sinne  von  vi  an 


821.    683.    896.     995.     1096.     1152. 

2937-  3°77-  3089-  3I25-  3)  dem. 
pron.  mit  nachfolg,  bat,  diejeni- 
gen, welche:  527.  1310.  1402. 
3219. 

bair  adj.  pron.  poss.  —  ihr:  8. 

ban  I,  adv.  (r.  m.  man  —  ran  —  can) 
^523.  ben2545. —  1)  zur  anknüpf  ung 
eines  neuen  momentes  in  der  erzäh- 
lung  a)  dann:  99.  113.  353- *755- 
*Iloi.  1899.  b)  da:  222.344.466. 
^523.  *527.  556.  '698.  *72i.  827. 
^841.  *976.  ^1292.  1339.  *I4I2. 
I5I7-  *i526.  *2272.  #2324.  ^2524. 
2545.  *2588.  2612.  ^2747.  ^2780. 
*2828.  * 3015. 3213.  2)  (zeitl.)  dann: 
1748.  ^1830.  1899.  3)  als  'flach  com- 
par.  und  so)  :  162.  297.  2593.  2923. 
4)-  bis  jetzt?  466.  5)  in  Verbindung 
mit  adverbien  oder  präp. ;  als  ban, 
unter  solchen  umständen: 
*II20.  er  ban,  vordem:  ^1230. 
for  ban,  dess halb :  ^1978.  ri^t  ban, 


s.  u.  n/}t   bi  ban  s.  u.  bi.    II)   con- 

junet. —  a)   als:  3290.    b)  wenn: 

228.  1339.  3072  in  851  zu  streichen 

(vgl.  d.  anm.  z.  d.  st.). 
.bank  subst.  —  dank:  2081.  2639. 
jianke  schw.  v.  3spr.  banked  3203.  |)on- 

ked  2780.  —  danken:  2780.  3203. 
bare  adv.  [r.  m.  bare  —  ^are  —  wäre) 

*2.  bore  (r.  m.  ore  —  lore  —  wore) 

*28o.  ^2984.  *333i.    bar  (r.  m.  bar 

—  far  —  schar)  ^1489.  *I495-  f)ere 

[r.m.  here  —  were)  *20i.*205.*58o. 

957-  I5°3-  *2234.  2376.  2815.  2819. 

3051.  ^3074.  ber  3.  104.  116.  121. 

139.  143.  145.  165.  178.  183.  192. 

203.  217.  298.  319.  342.  343.  345. 

480.  492.  519.  604.  853.  899.  997. 

1071.  1119.  1163.  1213.  1219.  1592. 

1633.  1654.  1665.  1673.  1705.  1856. 

1937.  2061.  2063.  2103.  2142.  2166. 

2358.  2373.  2479.  2529.  2558.  2634. 

2713.  2742.  2746.  2753.  2818.  2832. 

2836.  2856.  2875.  2889.  2967.  3131. 

3136.  3140.  3194.  3227.  3247.  3263. 

3279.  3291.  3327.  3338.  —  1)  räum- 
lich  a)  dort:   *2.  3.  121.  192.  *20i. 

203.*205.  *2i2.*28o.  342.*426.  492. 

*573-  *5^o.  *692.  ^704.  *7i6.  899. 

*928.  996.  io7i.*iio4.*iio8.*I225. 

*i394.  1592.  1633.  1654.  1665. 1673. 

1921.  2061.  *2234.  2373.  2376.  2479. 

2558.  2634.  2713.  2815.  *2822.  2856. 

*29Ö4. 29Ö7.*2984.3i3i.  3i36.*3i7i. 
^3225. 3227. 3247.  3263.  329i.*3335. 
3338.  b)  hier:  2753.  c)  dorthin: 
*H48.  *2234.  *28Ö4.  ^2960.  d)  wo: 
104.  143.  178.  217.  1163. 1503. 1856. 
2063.  2142.  2742.  2746  (?}.  2818. 
2819.  3051.  e)  da  wo:  1800.  f) 
wohin:  604.  g)  dahin  wo:  11 19. 
12 13.  mit  hinzugefügtem  bat:  2358. 
2)  zur  anknüpf  ung  eines  neuen  mo- 
mentes in  der  erzählung,  da:  116. 
145.  165.  298.  343.  345.  *456.  *684. 
*ii2i.  ^1489.  *H95.  *  1566.  1705. 
**937-  *i977-  2I°3-  2166.  ^2267. 
2875.  *3074.  3140.  3194.  3279.  3) 
zeitl.  als :  2598.  4)  bei  nachgestelltem 
subjeet  am  anfang  des  satzes :  519. 
997.  2529.  2832.  2889.  3327.  ähnl. 
853.2875.  4)  in  Verbindung  mit  präp. 
und  adverbien:  ber  inne,  darein: 
323.  hinein:  ^2542.  ber  —  in, 
da  drin:  1665.  ber  nest ,  dem- 
nächst: 480.  ber  of,  darüber : 
183.  610.  794.  1026.  1537.  1678. 
2703.  davon:  1823.  danach:  1722. 
ber  on,  darauf:  1905.  ber  out, 
dr aussen  :  3143.   ber  tille  (til),  da- 

16* 


—     244     — 


hin:  139.  2483.  daran:  319.  da- 
rauf: 1996.  ber  to ,  dazu:  50. 
1062.  1106.  2959  (bar  to).  dafür: 
975.  dahin:  2502.2668.  darauf: 
3 191.  ri'^t  bare,  j.  w.  ri^t.  as  bare, 
j.  w.  as.  vgl.  u.  berfore. 
bat  I)  subst.  pron.  dem.  der,  das, 
dies:  492.  552  (oder  zu  III).  1205. 
1476.  1586.  1674.  1691.  2068  {oder 
zu  II  a  ?).  2246.  2395.  2504.  2587. 
2655.  2674.  2906.  2994.  301 1.  3027. 
3090.  31 17.  al  bat,  alles  das  :  2015. 
über  wib  bat  s.  wib.  II)  verstärkter 
artikel.  dat.  s.  ber  549.  916.  a)  zur 
substantivirung  von  adj.  und  num. : 
43-44-  73-  174.  196.  273.  281.  284. 

379-  383-  69i-  73i.  9"-  1373- 
1569.  1763.  1764.  2429.  2594.  2627. 
2693.  2825.  3003.  3046.  3100.  31 11. 
3210.  3222.  b)  vor  subst.:  96.  106. 
164.  213.  215.  219.  220.  222.  233. 
236.  242.  334.  340.  369.  385.  481. 
585.  638.  690.  903.  1050.  1067.  1070. 
1076.   1078.   1107.  1130.  1189.  1256. 

I3l8-  *336-  H4i-  1442.  1454-  H55- 
1464.  1482.  1506.  1507.  1520.  1552. 
1618.  1638.  1641.  1667.  1687.  1710. 
1755-  r76o.  1762.  1791.  1793.  1844. 
1846.  1877.  1890.  1891.  1895.  1910. 
1920.  2085.  2088.  2200.  2233.  2239. 
2279.  2285.  2306.  2323.  2340.  2389. 
2465.  2474.  2615.  2650.  2677.  2679. 
2685.  2709.  2738.  2760.  2768.  2791. 
2812.  2862.  2882.  2893.  2926.  2942. 
2944.  2987.  2998.  3001.  3116.  3132. 

3i37-  3!56#-  3l6j-  3J78-  3242.  3290. 
über  bat  sibe,  bat  stounde,  bat  tide 
ber  while,  s.  u.  sibe,  stounde,  tide, 
while.  bat  verstärkt  durchichod.  ilke  : 
209.  954.  2521.  III)  rel.  pron.  1) 
w  eich  er ,  welche,  welches  (für 
alle  gen.  und  mim.)  a)  im  nom.  oder 
acc:  15.  19.  37.  45.  in.  153.  160. 
203.  282..  334.  377.  378.  391.  406. 
409.  411.  424.  455.  528.  594.  663. 
696.  701.  703.  708.  716.741.  787. 
795-  879-  932.  968  (ba).  978.  1025. 
1041.  1049.  1090.  1094.  1181. 
1185.  1192.  1245.  1268.  1269.  1271. 
1273.   1288.  1311.  1322.  1324.  1328. 

I377-  1383-  J403-  J4i5-  H23-  1432. 
1434.  1445.  1473.  !528.  1588.  1646. 
1700.  1711.  1775.  J932-  2301  (oder 
zu  I?).  2334.  2360.  2364  (vgl.  d. 
anm.  z.  d.  st.)  2405.  2490.  2492. 
2565.  2590.  2624.  2637.  2644.  2648. 
281 1.  2830.  2833.  2854.  3021.  3025. 
3064.  3215.  3220.  3288.  3296.  3305. 
3311-    3336-      he    bat,    der  wel- 


cher: 525.  627.  1185.  1360.  1542. 
1817.  2016.  2134.  2164.  3075.  31 14. 

b)  im  dativ :    1257  (?).    1927.    2)  der 
welcher,  die  welche,    das  was: 
167.  342.  440.  492.  678.  995.  2371. 
3061.    3129.     etwas,    was:    3273. 
al   bat,    alle  die,   welche,    alles 
das,     was:     121.    176.    879.   1378. 
i960.    1981.    1388.    2494.  2645.     3) 
ber    bat,     dahin    wo:    2358.    bo 
f)at,    damals    als:    1599.     4)    who 
bat,    wer:    692.      IV)    conjunction 
1)  im  objectsatz  a)  dass:  21.  38.  47 
103.   140.  338.   517.  576.    652.    653 
985.   1108.    1141.   1352.   1507.   1551 
1554-   I589.  1617.  1620.  1632.   1745 
1749.   1760.  2013.  2024.  2084.  2094 
2415.  2423.  2426.  261 1.  2893.  2895 
2932.    3024.    3260.       b)    darüber, 
dass:  2560.  2981.  3212.    2)  in  be- 
fehl ss  ätzen ,      dass:      1381.      2076. 

3)  in  consecutiv sätzen  a)  dass,  [mit 
vorhergehendem  so  oder  swiche)  : 
1196.  1225.  1242.  1280.  1804.  1861. 
2349.  2442.  2888.  3179.  3196.  so- 
weit: 405.  so  bat,  wenn  nur: 
2153.  bat  —  no,  ohne  dass :  2714. 
b)  so  dass:  187.  1044.  1053.  1070. 
1125.  1491.  1612.  1654.  1938.  2252. 
2379.      2613.      2852.     3267.     3333. 

4)  in  ab  sichts  sätzen,  damit:  69. 
1081.  1337.   1349.   1350.  2106.  2196. 

5)  in  ausrufen,  dass  doch:  3055. 
plur.  bo  I)  sttbst.  dem.  pron.  a)  s  i  e, 
die  leute,  man:  397.  b)  dieje- 
nigen: 203.  282.  II)  verstärkter 
artikel:  422.  1839.  2440.  2470. 
2563.  2564.  3014.  über  253  vgl.  d. 
anm.  z.  d.  st 

be  artikel  für  alle  genera  und  numeri 
—  der,  die,  das:  18.  29.  34.  36. 
39.  45  u.  s.  w.  zuweilen  mit  dem  fol- 
genden worte  zusammengezogen,  wenn 
dieses  mit  e  anlautet,  bende  58.  berl 
1864.  1875.  1885.  1895.  1902.  1910. 
enc litis ch  an  die  präp.  at  gefügt: 
atte  riue,  am  ufer:  1369.  ben, 
mit  anfügung  von  n  an  das  folgende 
wort,   at  be  nende  3287. 

be  instr.  adv.  —  um  so  (vor  comp.}: 
538.   1117.   1979. 

be  st.  v.  inf.  be  855.  —  gedeihen, 
glück  haben:  855. 

bede  subst.  (r.  m.  fede  —  lede  —  ^ede) 
*29i.  i)  Yrlond  bede,  das  volk 
von  Irland,  des  reimes  wegen  statt 
Irland:  *I386.  2)  in  bede,  im  volke 
(füllphrase):  *29i  (conj). 

bef  subst.  —  schuft:   1584.   1585. 


—     245 


bei  conj.  i)  obwol:  24.  695.  937. 
1112.  1 15 1.  1223.  2837.  2)  wenn 
auch:   650.    777.   2148.   2954. 

berfore  adv.  —  [r.  m.  oftore)  *I957- 
1)  desshalb:  854.  2)  darüber: 
*I958.  ^2541.     3)   trotzdem:  583. 

bider  adv.  dahin:  444.   764.    1167. 

bi  in  der  Verbindung  for  f)i,   j-.  u.  for. 

j)in,  bi  /r^«.  /(?j\?.  ^/.  2.  /^.r.  I)  ad- 
jectivisch  1)  w^  vokalen  und  h  a)  bin. 
n  zum  folgenden  worte  herübergezogen 
bi  nemes  2002  (doch  vgl.  d.  anm.  z. 
d.  st.).  bi  nore  2004.  bi  nave  2135. 
pi  nem  2150.  b)  pine  et)  sing.  pine 
heued  634.  pine  owhen :  844.917. 
1335.  pine  erand  847.2149.  pinehert- 
blode  1578.  pine  harp  1822.  1913. 
pine  em  2129.  bine  owen  wille  2706. 
ß)  plur.  bine  hunters  682.  2037.  pine 
houndes  2729.  2)  als  pluralform  mit 
folgendem  consonanten  bine ;  bine 
frendes  781.  bine  sones  914.  bine 
forestes  2039 ;  sonst  stets  pi.  — 
dein:  142.  143.  634.  682.  773.  780. 
781.  844.  846.  847.  851.  858.  861. 
!320-  1335-  J578.  1584  (*>«;.;.  1822. 
1837.  185 1.  1911.  1913.  1980.  1997. 
2002  (conj.).  2039.  2130.  2135.  2137. 
2149.  2150.  2582.  2583.  2706.  2729. 
2881.  2910.  2958.  2992.  3037.  3043. 
3060.  3094.  3097.  3190.  3192.  II) 
substantivisch  bine  [r.  m.  Ganhardin 

—  in  —  lin)  ^29 11.  [r.  m.  tine  — 
wine  —  mine  —  Katerine)  *3<d62.  1) 
die  deinige:  *29ii.  2)  dein: 
*3o62.     über  bi  seif  s.  u.  seif. 

hinke  schw.  v.  inf.  pink  (r.  m.  swink) 
*i648.  2>sprs.  penkep  1737.  2,spr. 
pou^t  [r.m.  nou^t)  *2Ö38.  1038.  1572. 
1739.  *2I43.  2155-  2230.  2370. 
2675.  2735.  Zplpr-  pou^t  (r.  w.brou^t 

—  nou^t  —  wrou^t)  ^1402.  ^d^.partpr. 
bou^t  (r.  w.nou^t  —  boiv^t  —  brou7,t 

—  wrou^t)  ^1709.  *2837.  —  1)  den- 
ken an  etwas :  1648.  2675.  2)  den- 
ken: 1564.  2155.  2370.  2837.  3) 
nachdenken,  überlegen:  1739. 
2143.  2638.  4)  gedenken,  beab- 
sichtigen, wollen:  1038.  1572. 
1709.  1737.  2230.  2735.     5)  halten 

für:  363. 
binke  schw.  v.,  unpers.  $sprs.  bink  (r. 
m.  brinkj  ^2948.  1554.  benk  [r.  m. 
sink  —  swink  —  drink;  *22Ö2.  $scprs. 
benke  [r.  m.  drink  —  swink  —  stink) 
*ni2.  2>spr.  bou^t  (r.  m.  brou^t  — 
wrou^t —  mou^t —  sou^t)  *4I5-  *457- 
*5I7-  *55°-  ^649.  1225.  1306.  *I440. 
*i5oo.    1564.   '2887.    3259.     partpr. 


bou^t  212.  —  scheinen,  er- 
scheinen: 212.  415.  457.  517.  550. 
649.  n  12.  1225.  1306.  1440.  1500. 
1554.  1564.  2262.  2887.  2948.  3259. 
ping  subst.  (r.  m.  king  —  Schilling  — 
bring)  *439-  pl.  ping  (dieselben  reim- 
worte):  *437.  *I3Ö3.  *i37o.  ^925. 
3009.  —  1)  ding,  sachc:  *437. 
968.  *i3Ö3.  *I370.  ^1382.  *i6i8. 
^1723.  *I925.  2)  (geld)  mittel : 
*439-  3)  sache,  leistung:  406. 
4)  wesen,  kind:  *  1866.  *2i9Ö. 
*23o6.  *3ii6.  5)  einzelne  aus- 
drücke: no  ping,  nichts:  *I(X>5. 
^1748.  no  bing,  gar  nicht:  ^648. 
664.  *2iio.  for  no  bing,  um  kei- 
nen preis:  2692.  no  noper  bing, 
nichts  anderes:  *l852.  swiche 
(a)  bing,  so  etwas:  *52Ö.  *ii42. 
*2Ö87.  swiche  a  ping,  folgendes: 
*I9Ö3.  sop  ping,  zaahrhaftig! 
*x593-  *2275#  for  what  ping,  aus 
w elchem  gründe?  :  2879.  in  al 
ping,  in  j eder  b eziehung :  3009. 

*3202. 

pis  I)  adj.  dem.  pron.  (unveränderlich 
im  gen.  sing,  und  im  pl.)  — '  die- 
ser, diese,  dieses:  sing.  12.  16. 
91.  156.  726.  913.  915.  965.  1137. 
1385.  1423.  1508.  1510.  1512.  1518. 
1522.  1584.  1585.  1983.  2011.  2038. 
2082.  2093.  2121.  2122.  2248.  2445. 
2600.  2764.  2767.  3073.  31 13.  31 14. 
3167.  3312.  3315.  3320.  plur.  11.  14. 
II)  subst.  dem.  pron.  (r.  m.  is  —  mis 

—  his  —  ywis)  ^981.  a)  masc.  der: 
*2756.  b)  neutr.  dies,  das:  744. 
*io23.  1338.  *i545-  1876.  *2i6o. 
*2207.  *2296.  *29i2.  3039.  of  pis, 
hierüber:  *98 1 .  über  wip  pis  s. 
u.  wip. 

pO  I)  adv.  [r.m.  slo  —  mo  ■ —  go)  *436. 

—  da:  *436.  456.  628.  643.  738. 
771.  821.  * 951.  986.  *ic>54.  1063. 
1091.  1130.  1182.  1193.  1260.  1376. 
1470.  1572.  1792.  1794.  1801.  *i847. 
1849.  1855.  2078.  *2io5.  2155. 
*2i63.  2218.  2283.  2300.  2397.  2398. 
2523-  2553-  2559-  *2566.  2686.  2824. 
2873.  2955. *2956. 2973.  *2978.  3103. 
3116.  3153.  3163.  as  po,  zu  j ener 
zeit:  *IÖ92.  ^1725.  II)  conj.  — 
als:  179  [oder  zu  I?).  255.  389.  959. 
1607.  1630.  1676.  1778.  1789.  1971. 
2422.  2523.  2553.  3328.  po  bat  s. 
bat. 

bole  schw.  v.  inf.   pole  23.  —  dul- 
den, leiden:   23. 
[)0U  pers.  pron.  der   2.  pers.  nom.  dzt. 


—     246 


i)  als  selbständiges  ivort  erscheinend 
a)  bou  :  136.  231.  393.  396.  467.  469. 
529.  635-  656.  665.  759.  773.  777. 
840.  843.  845-  846.  847.  852.  859. 
860.  866.  914.  916.  1007.  1020.  1059. 
1060.  1147.  1150  (so  für  ipw  zu 
lesen).  1336.  1463.  1551.  1577.  1587. 
1598.  1771.  1823.  1828.  1829.  1881. 
1911.  1912.  1913.  1914.  1963.  1966. 
1967.  1992.  1993.  1995.  1998.  2001. 
2005.  2006.  2007.  2019.  2020.  2023. 
2037.  2040.  2041.  2043.  2045.  2046. 
2076.  2082.  2084.  2108.  2109.  21 13. 
2114.  2115.  2128.  2136.  2146.  2147. 
2153.  2186.  2326.  2329.  2584.  2585. 
2703.  2720.  2724.  2725.  2731.  2755. 
2760.  2761.  2878.  2892.  2909.  2915. 
2933-  2947.  2949.  3030.  3035.  3036. 
3041.  3042.  3049.  3050.  3057.  3060. 
3061.  3063.  3065.  3069.  3092.  3093. 
3094.  3096.  3097.  3102.  3168.  3193. 
3206.  3216.  3228.  3307.  b)  tow;  and 
tow  138.  dos  tow  1018.  2)  enclitisch 
an  die  vorhergehende  verbalform  oder 
conjunction  angefügt:  artow  857. 
2756.  astow  395.  2131.  2877.  2934. 
canestow  3054.  comestow  863.  cri- 
estow  3033.  farestow  1867.  ^ifstow 
1851.  hastow  1852.  2795.  3189. 
hattou  530.  dostow  622.  mone- 
stow  657.  seistow  2950.  wiltow 
1822.  dat.  acc.  1)  be  (r.  m.  me  — 
se —  fre)  ^140.  *230.  358.  555. 
*556-  *558-  *6o6.  621.  655.  661. 
*664.  *  765.  778.  *838.  839.  *9Ö7. 
1005.  *i333-  1357.  1608.  1610.  1612. 
1830.  1836.  1975.  1994.  1998.  2008. 
2010.  2073.  2075.  *2o83.  2111. 
*2ii8.  2125.  2126.  2146.  *2I5I. 
*2i82.  2185.  2332.  2718. 2730.  *2732. 
2762.  *2797.  *2875.  2883.  2884. 
*292i.  2952. *2996. 3039.  3048.  3055. 
3039.  *3059.  ^3113.  *3U5-  *33°6- 
2)  te,  nach  at:  *9I9. 
bou^t  subst.  (r.  m.  nou^t  —  wrou^t  — 
sou^t  —  mou^t)  *H2.  —  1)  Über- 
legung, gedanke:  2907.  2)  sinn: 
112.  *2ÖÖ4.  3)  idee,  einfalle 
plan:  2590.  4)  absieht,  wünsch: 


2444.     5)  arglist:    ^2844.     6]   for 

bou^t,     so    lange    man    denken 

kann:    * 537  (vgl.  d.  anm.  z.  d.  st.). 

*i68i. 
bra  adj.  [r.  m.  ta  —  3a  —  sa  —  ma) 

*6i5.  bro  (r.  m.  so  —  wo  —  to)  *37. 

*  777.     *I020.     —     1)     begierig, 

eifrig:    615.       2.)    aus  dauernd, 

tapfer:  37.   777.   1020. 
bralle  subst.  (r.m.aWe  —  falle  —  calle) 

*2953-  —  knecht:  2953. 
bre  num.  card.   [r.  m.  he  —  me)   *  79. 

drei:  *jg.  201.  938.  941.  943.  946. 

1123.  *  1456.  *i658.  *  1902.  2170. 

*2i84.  2508.  *2Ö29.  ^2725.  2750. 

"*2923. 

breste  schw.  v.  ZsPr-  f>rest  (r.  m.  brest 

—  est  —  nest)*478.  breste  [r.m.  miste 

—  deste  —  wist  —  kist)  *239i.  — 
1)  stossen:  2391.  2)  breste  adoun, 
herunterdrücken:  478. 

bretene  schw.w.^sprs.  brebeneb  21 17. 
$spr.  bretned  3182.  drohen:  2117. 
3182. 

brift  subst.  —  glück:  3060. 

bringe  st.  v.  inf.  bring  [r.  m.  ring  — 
king  —  bring  —  f)ing)  *  644.  3  spr. 
brong  (r.  m.  strong  —  long  —  wrong) 
^3264.  —  1)  dringen:  3264.  2)  in 
bring,  eindringen:  644. 

britti  mim.  card.  —  dreissig:  2199. 

2206.  2212. 
burch  präp.  —  1)  (local)  durch:  84. 

191.    206.    274.     1042.   2379.    2391. 

3264.      2)    (instrum.)    durch:    82. 

1891.    1894.  3322.    3)  (causal)  aus, 

wegen:    31.    4)    burch   out,    ganz 

durch:  2778.  3256. 

burchsen  st.v.partpr.  burchsayn  [r.  m. 
o^ain  —  pain  —  slain  —  frain)  *2Ö28. 

—  durchsuchen:  2628. 

burfe  v.  prät.  präs.  $sprs.  barf:  3053. 

—  n ö thig  haben :  3053. 

bus  adv.  (r.  m.  Manerious)  ^295.  —  so, 
auf  diese  weise:  34.  466.  892. 
1095.  1221.  1526.  2180.  3091.  3334. 
al  bus,  ganz  so,  gerade  (füll- 
phrase):  *295. 


Beilage. 

Deutsche  Übersetzung  des  englischen  textes.' 


Sir  Tristrem. 

I.  Ich  war  in  Erceldoun,  mit  Tomas  sprach  ich  da;  da  hörte  ich  im  ge- 
heimen gespräche  erzählen,  wer  Tristrem  erzeugte  und  gebar,  wer  ein  gekrönter 
könig  war  und  wer  ihn  willig  aufzog ,  und  wer  ein  tüchtiger  baron  war, 
wie  ihre  vorfahren  es  waren.  Jahr  für  jähr  erzählt  Tomas  in  der  Stadt  diese 
erlebnisse,  wie  sie  waren. 

II.  Dieser  freundliche  sommertag  —  im  winter  sieht  man  nichts  davon ; 
diese  wälder  wurden  ganz  grau,  die  zu  ihrer  zeit  grün  waren.  So  steht  es 
mit  dieser  weit,  sage  ich,  sicher  und  ohne  zweifei.  Die  guten  sind  alle  weg, 
die  unsere  vorfahren  gewesen  sind.  Von  einem  ritter  ist  es,  dass  ich  berichte; 
sein  name,  er  wurde  sehr  weit  herum  bekannt. 

III.  Rouland  wollte  kein  unrecht  dulden,  obgleich  Morgan  herr  war;  er 
brach  seine  starken  Schlösser,  seine  mächtigen  städte  nahm  er  aufs  körn,  seine 
leute  erschlug  er  zugleich  und  raubte  ihm  manche  beim  angriff;  der  krieg  währte 
so  lang,  bis  Morgan  um  frieden  bat,  aus  bedrängniss.  Wahrhaftig,  ohne  trug, 
sein  leben  fürchtete  er  zu  verlieren. 

IV.  So  begann  die  schlacht  —  wisset  wol ,  es  war  so !  —  zwischen  dem 
herzog  Morgan  und  Rouland ,  der  tapfer  war,  dass  sie  nimmer  abliessen ,  den 
armen  schaden  zu  thun ;  sie  brachten  manchen  mann  um  im  kämpfe  gegen  ein- 


*)  Dem  mir  erst  vor  wenigen  wochen  ausgesprochenen  dringenden  wünsche 
mehrerer  namhafter  fachgenossen,  ich  möchte  dem  Sir  Tristrem  in  derselben 
weise  wie  der  Tristrams  saga  eine  wortgetreue  Übersetzung  beigeben,  um  den 
forschem,  welche  weniger  philologische  als  rein  literarhistorische  zwecke  ver- 
folgen, die  orientirung  zu  erleichtern,  bin  ich  nur  widerstrebend  nachgekommen, 
weil  ich  anmerkungen  und  glossar  zur  vermittelung  des  Verständnisses  für  aus- 
reichend hielt.  Da  die  Übersetzung  jedoch  nicht  allzu  viel  räum  beansprucht, 
so  glaubte  ich,  mich  nicht  weigern  zu  sollen,  habe  aber  dieselbe  desshalb  aus- 
drücklich nur  als  »Beilage«  bezeichnet.  Wenn  übrigens  ein  mitarbeiter  an  dem 
Jahresberichte  über  die  erscheinungen  auf  dem  gebiete  der  germanischen  philo- 
logie,  im  dritten  Jahrgang  unter  no.  646  bei  besprechung  meiner  ausgäbe  der 
Elis  saga  von  der  ihr  beigegebenen  unvermeidlichen  Übersetzung  spricht, 
so  ist  wol  der  wünsch  nicht  ganz  unberechtigt,  dieser  herr  möge  recht  bald 
durch  eine  tüchtige  selbständige  arbeit  den  beweis  liefern,  dass  e  r  in  der  that  im 
Stande  ist,  altnordische  texte  ohne  hinzunahme  einer  Übersetzung  zu  verstehen. 


—     248     — 

ander  im  ruhmvollen  streite;  der  eine  war  der  herzog  Morgan,  der  andere  der 
reisige  (?)   Rouland. 

V.  Die  ritter,  die  weise  waren,  schlössen  fest  einen  vertrag,  dass  jeder 
sein  gut  gemessen  solle,  und  dass  er  sieben  jähre  dauern  solle,  der  herzog  und  der 
reisige  Rouland.  Dazu  boten  sie  ihre  hand,  ihren  rühm  zu  erhöhen  und  zu 
bewahren,  und  zogen  nach  England,  um  dort  zu  verweilen;  den  könig  Markes 
suchten  sie  auf  mit  vielen  und  höfischen  rittern. 

VI.  Zu  Marke ,  dem  könig ,  kamen  sie  mit  rittern  gewaltig  in  schlacht- 
getümmel,  und  erzählten  ihm  bis  zum  schluss  seine  erlebnisse,  wie  es  sich  da- 
mit verhielt.  Jener  bat  sie  als  seine  freunde ,  in  frieden  bei  ihm  zu  weilen. 
Die  ritter,  sie  waren  höfisch  und  thaten  sicherlich  so :  ein  turnier  nahmen 
sie  in  aussieht  mit  rittern ,  ausdauernd  zu  rosse. 

VII.  Ein  froher  mann  war  er,  er  Hess  das  turnier  ausrufen,  damit  jenen 
die  Jungfrauen  sähen  und  sich  über  die  wälle  hinaus  legten.  Die  (einen)  fragten, 
wer  der  tüchtige  sei,  der  die  überhand  gewinnen  möchte  :  die  (andern)  erwiderten, 
der  beste  wäre  er,  der  Jüngling  von  Ermonie,  im  thurme.  Desshalb  wählte  ihn 
Jungfrau  Blauncheflour  für  sich. 

VIII.  Die  Jungfrau  hoher  abkunft,  sie  rief  ihre  drei  hofmeister :  » Wenn 

es  nicht  durch  Zauberkunst  geschieht,  so  ist  das  ein  sonderbarer  mann  :  mitten 
durch  mein  herz  hat  er  mich  verwundet,  so  rasch :  wenn  er  mir  nicht  dies  übel 
erleichtert,    so  sind  meine  lebenstage  ganz  vorüber ! « 

IX.  Er  war  tüchtig  und  höfisch,  muthig,  weise  und  tapfer;  innerhalb  der 
gränze  dieses  landes  weiss  ich  keinen  bessern  ritter,  keinen  treueren  als  freund, 
und  der  reisige  Rouland  hiess  er.  In  eine  schlacht  begab  er  sich,  und  wurde 
verwundet  in  diesem  gefecht  sehr  grausam.  Blauncheflour,  die  strahlende,  hörte 
dann  diese  nachricht  erzählen. 

X.  Sie  sagte:  »O  weh!«  als  sie  hörte,  es  stünde  so.  Ihrer  hofmeisterin 
sagte  sie,  sie  sei  im  begriff,  zu  dem  ritter  zu  gehen,  wo  er  läge.  Sie  sank  in 
ohnmacht  und  ihr  war  übel  zu  muthe ;  so  beruhigte  er  das  mädchen ,  einen 
knaben  erzeugten  die  beiden,  einen  gar  lieben ;  und  später  nannte  man  ihn  so  : 
Tristrem,   den  treuen  genossen. 

XI.  Den  Waffenstillstand,  welchen  sie  geschlossen  und  in  ihrem  sinne  fest- 
gestellt hatten,  brach  dann  der  herzog  Morgan,  er  wollte  ihn  nicht  halten. 
Der  felsentreue  Rohand ,  er  schrieb  da  einen  brief  und  sandte  ihn  sofort  zu 
Rouland ;  als  vasall  bat  er  um  hülfe  in  seiner  sorge :  ihm  zu  helfen ,  so  weit 
er  es  vermöchte,  oder  er  verlöre  alles  was  dort  wäre. 

XII.  Der   reisige  Rouland    nahm  mit  schmerz  abschied  von  könig  Markes 


XIII oder  ob  du  mit  mir  ziehen  willst.«     »Zu  bleiben  ist  für  mich 

unangenehm.  Sieh  zu  und  du  kannst  es  begreifen ;  ich  habe  mich  dazu  ent- 
schlossen ,  dass  ich  mit  dir  ziehen  will  und  kommen  zu  deinem  stattlichen 
freien  volke,  in  dem  lande,    wo  deine  familie  lebt.« 

XIV.  Sie  machten  sich  fertig  und  bereit;  da  gab  es  nicht  länger  ein  zögern; 
sie  hissten  die  flagge  auf  und  segelten  aus  dem  hafen,  bis  sie  zu  einer  Stadt 
kamen,  einem  kastell,  welches  Rohand  erbaut  hatte;  sie  zogen  ihre  segel  ein 
und  banden  sie  an  (?)  ;  über  bord  schritten  sie  in  voller  rüstung.  Die  ritter,  die 
tapfer  waren,  sie  thaten,  wie  Rohand  befahl. 


—     249     — 

XV.  Rohand  gab  einen  richtigen  rath:  »Dies  mädchen  soll  die  unsere 
werden,  so  dass  sie  sich  dem  reisigem  Roland  vermähle  und  im  schlossthurme  ge- 
biete, und  dass  er  sie  in  sein  bett  geleite,  die  die  strahlendste  im  gemache  ist. 
Nie  wurde  eine  schönere  auferzogen,  als  Jungfrau  Blauncheflour,  die  gar  hübsche.« 
Auf  diese  grosse  ehre  folgte  rasch  das  scheiden. 

XVI.  Im  volke  ging  es  nicht  zu  verbergen,  was  Morgan  in  der  stadt  ver- 
kündet :  freundlich  sprach  er  in  vertrauter  rede  unter  seinen  unterthanen ;  er 
bat  seine  treuen  ritter,  auf  seine  aufforderung  hin  zu  kommen  mit  rossen  und 
vielen  waffen  und  mit  erhobenem  banner  ;  der  mächtige ,  er  ritt  als  gekrönter 
könig,   um  alles  zu  erobern,   was  er  begehrte. 

XVII.  Das  feld  war  weit  bedeckt  mit  kriegsvolk ,  wo  Morgans  leute  war- 
teten ;  da  ritt  Rouland  auf  sie  los ,  sie  ritten  gegen  ihn  an ;  ein  solcher  zu- 
sammenstoss  hat  noch  nimmer  stattgefunden,  mit  leid  auf  jeder  seite.  Darüber 
war  Rouland  froh,  gar  rasch  machte  er  ihren  stolz  zu  schänden.  Mit  mühe 
entrann  Morgan  da,   dass  er  nicht  erschlagen  wurde. 

XVIII.  Morgan's  kriegsvolk  stürmte  aufs  neue  an  gegen  den  reisigen  Rouland, 
den  tüchtigen ;  sie  schlugen  auf  die  helme,  durch  die  brünnen  brach  das  blut. 
Bald  trieb  da  dem  tode  zu  manches  edle  wesen.  Um  Rouland  musste  es  einem 
leid  thun,  wenn  er  zu  gründe  ging,  der  muthige :  sein  söhn  lebte  nach  ihm 
und  theuer  Hess  er  sich  seinen  tod  bezahlen. 

XIX.  Eine  trauerbotschaft  mögt  ihr  hören  über  den  reisigen  Rouland,  den 
ritter :  drei  hundert  erschlug  er  dort  mit  seinem  glänzenden  Schwerte.  Von 
allen  denen ,  welche  dort  waren ,  vermochte  keiner  ihn  im  kämpfe  niederzu- 
werfen ;  aber  einer  stach  ihn  verrätherischer  weise  durch  den  leib.  Mit  list 
brachte  er  ihn  zum  tode.     Wehe  über  diese  zeit ! 

XX.  Sein  ross  brachte  ihn  vom  schlachtfelde  ganz  todt  heim  auf  seinem 
wege.  Ein  grosses  wunder  war  er  da  dem  volke  erschienen,  bezüglich  des 
schrecklichen  kampfes.  Die  botschaft  kam,  zu  ihrem  schmerze,  zu  frau  Blaunche- 
flour. Um  sie  thut  es  mir  sehr  leid :  auf  dem  kindbett ,  wo  sie  lag,  ward  ge- 
boren von  ihr  Tristrem,    an  jenem  tage,    aber  sie  erlebte  nicht  den  morgen. 

XXI.  Einen  ring  von  prächtiger  färbe  hatte  da  die  edle  dame.  Sie 
übergab  ihn  dem  treuen  Rohand,  und  befahl,  er  sollte  ihrem  söhne  gehören: 
»Mein  bruder  kannte  ihn  wohl ,  mein  vater  gab  ihn  mir.  König  Markes  wird 
es  leid  thun,  wenn  er  den  ring  sieht,  und  er  mag  klagen:  So  wahr  Rouland 
dich  liebte,  bewahre  du  ihn  für  seinen  söhn  auf!« 

XXII.  Das  volk  stand  betrübt  vor  der  edlen  dame :  »Rouland,  mein  herr, 
ist  erschlagen,  er  spricht  nicht  mehr  mit  mir!  Die  dame,  das  ist  nicht  zu 
bestreiten,  sie  ist  wahrhaftig  todt!  Wer  mag  sich  dagegen  auflehnen?  Wie 
gott  will,  wird  es  geschehen,  wenn  auch  in  unerfreulicher  weise.«  Kummer 
war  es  zu  sehen,  die  dame  starb  rasch. 

XXIII.  Erzeugt  und  geboren  wurde  so  das  kind,  es  war  schön  und  weiss. 
Noch  niemals  war  Rohand  so  weh,  er  wusste  nicht,  wem  er  die  schuld  beimessen 
sollte.  In  das  kindbett  liess  er  sein  eignes  weib  alsbald  gehen  und  sagte ,  er 
hätte  zwei  kinder,  an  ihnen  habe  er  seine  freude,  bei  Christus !  Am  hofe  nannte 
man  ihn  so:    das  »tram«  vor  dem  »trist«. 

XXIV.  Herzog  Morgan  war  froh,  als  der  reisige  Rouland  todt  war,  er  sandte 
rasch  seine  botschaft  und  forderte ,    dass    alle  bereit  sein  und  auf  seine  befehle 


—     250     — 

hören  sollten,  fertig  für  seine  aufforderung.  Niemand  wagte  es,  sich  gegen  ihn 
zu  erklären,  sondern  man  übergab  ihm  thurm  und  Stadt  gar  bald.  Es  existirte 
noch  kein  gekrönter  könig,  der  sich  so  freigebig  gezeigt  hätte. 

XXV.  Wer  gab  spange  und  ring,  wer,  ausser  herzog  Morgan?  Er  war 
grausam  und  hochmüthig,  gegen  ihn  hielt  kein  mensch  stand.  Zur  berathung  rief 
er  nahe  zu  sich  Rohand ,  den  felsentreuen ,  und  dieser  handelte  immer  als  ein 
schlauer  und  hielt  sein  herz  in  gleicher  Stimmung ,  der  kluge  :  es  wäre  durch 
blut  und  gebein  gebrochen ,  wenn  nicht  hoffnung  vorhanden  gewesen  wäre, 
wieder  empor  zu  kommen. 

XXVI.  Nun  hält  Rohand  Tristrem  in  obhut,  und  ist  sehr  froh;  er  Hess 
das  kind  unterrichten ,  und  dies  lernte  sehr  rasch ;  im  buche ,  so  lange  er  da 
war,  studierte  er  immer,  der  ausdauernde;  diejenigen,  welche  bei  ihm  waren, 
freuten  sich  sehr  über  ihn ,  den  tüchtigen ;  seine  kräfte  begann  er  zu  zeigen 
gegen  sie,  wenn  er  lust  hatte. 

XXVII.  Fünfzehn  jähre  zog  er  ihn  auf,  herr  Rohand,  der  treue;  er  lehrte 
ihm  jedes  lied  von  jeder  art  von  Unterhaltung  und  jedes  spiel,  alte  gesetze  und 
neue.  Oft  ging  er  auf  die  jagd;  zu  einer  solchen  gewohnheit  zog  es  ihn  gerade  : 
mehr  verstand  er  von  der  jagd,  als  Manerious  verstanden  hatte. 

XXVIII.  Da  kam  ein  schiff  von  Norwegen  zu  herrn  Rohand's  castell,  mit 
weissen  und  grauen  habichten  und  schön  gefalteten  gewändern.  Tristrem  hörte 
davon  reden  ;  bei  seinem  spiel  wollte  er  zwanzig  Schilling  setzen ;  Sir  Rohand 
zeigte  es  ihm  und  gab  ihm  anweisungen;  für  habichte  zahlte  er  silber,  für  die 
schönsten ,  welche  die  leute  ihm  hinreichten. 

XXIX.  Ein  Schachspiel  fand  er  bei  einem  stuhle ;  er  fragte ,  wer  spielen 
wolle;  der  seemann  sprach  freundlich:  »Kind,  was  willst  du  setzen?«  »Gegen 
einen  habicht  von  edler  abkunft  zwanzig  Schilling ,  so  zu  sagen ;  wer  von  uns 
den  anderen  völlig  matt  setzt,  möge  beides  davontragen.«  Bereitwillig  schwor 
der  schiffer  bei  seiner  treue:    »Wahrhaftig,  ich  thue  dabei  mit!« 

XXX.  Nun  liegt  ihrer  beider  pfand  da  und  sie  beginnen  das  spiel. 
Constituirt  hat  er  die  lange  Sitzung  und  sie  haben  sie  begonnen.  Das  spiel 
hebt  an,  Tristrem  theilt  in  zwei  theile ;  er  that  wie  der  weise :  er  gab  so  viel, 
wie  er  als  beute  (?)  gewonnen  hatte ;  ehe  er  mit  spielen  aufhören  wollte,  ge- 
wann er  sechs  habichte  und  gab  (geld  dafür  hin). 

XXXI.  Rohand  nahm  abschied ,  um  zu  gehen ;  seine  söhne  rief  er  weg ; 
die  schönsten  habichte  nahm  er  mit ,  welche  Tristrem  an  dem  tage  gewonnen 
hatte ;  bei  ihm  Hess  er  noch  mehr  geld  zum  spielen ;  der  seemann  schwor 
gleichfalls ,  er  wolle  geld  setzen  eine  zeit  lang ;  Tristrem  gewann  an  dem  tage 
von  ihm  hundert  pfund. 

XXXII.  Tristrem  gewann  das,  was  gesetzt  war ;  ein  verrath  fand  da  statt. 
Nicht  mehr  sagte  da  der  hofmeister,  das  fortgehen  dürfte  nicht  aufgeschoben 
werden ;  als  sie  am  besten  sassen  und  spielten ,  segelten  sie  aus  dem  hafen ; 
auf  das  gar  graue  meer  von  den  breiten  ufern  segelten  sie.  lieber  ihre  reise 
waren  sie  sehr  froh  und  Tristrem  weinte  bitterlich. 

XXXIII.  Seinem  hofmeister  schafften  sie  dann  ein  boot  und  ein  rüder  herbei ; 
sie  sprachen  :  »Dort  ist  das  land,  und  hier  sollst  du  in  die  fluth ;  entscheide  dich 
nach  einer  richtung  hin,  was  dir  lieber  wäre,    unterzusinken  oder  dich  ruhig  zu 


—     25t     — 

verhalten;    das  kind  soll  mit  uns  fahren   auf  die  fluth!«     Tristrem  weinte  sehr 
bitterlich,  sie  lachten  und  es  schien  ihnen  gut. 

XXXIV.  Neun  wochen  und  mehr  fuhren  die  schiffer  auf  der  fluth,  bis 
anker  und  rüder  ihnen  zerbrach  und  stürme  sie  bedrängten.  Ihre  sorgen  und 
ihre  angst  schoben  sie  auf  den  edlen  Jüngling.  Sie  wussten  nicht,  wie  sie 
fahren  sollten,  die  wogen  waren  so  wild  in  folge  des  Sturmes.  Sie  wünschten, 
er  möchte  ans  land  gehen,  wenn  sie  eines  zu  finden  wüssten. 

XXXV.  Sie  näherten  sich  einem  lande ,  als  ob  es  ein  wald  wäre ,  mit 
hügeln,  die  hoch  waren,  und  einem  gehölz,  welches  grau  war.  Ans  land  setzten 
sie  den  schlauen  willig ,  mit  seinem  ganzen  gewinn ,  mit  der  spange  und  dem 
kostbaren  ring ,  einem  laib  brodes  noch  ausserdem ,  den  sanften :  sie  hatten 
( gutes ^   wetter,   um  zu  fahren;    am  lande  Hessen  sie  den  Jüngling. 

XXXVI.  Sie  hatten  wind,  wie  sie  wünschten;  am  lande  blieb  er;  sein 
herz  begann  zu  erstarren,  als  er  sie  nicht  mehr  sehen  konnte.  Christus  übergab 
er  seinen  leib ,  der  an  das  kreuz  gebracht  war :  »  Herr,  mein  leben ,  sieh  auf 
mich,  zeige  du  mir  den  weg  in  der  weit  nach  (deinem)  willen!  So  wahr  du 
ein  gar  gütiger  herr  bist,    lass  mich  nicht  zu  gründe  gehen ! « 

XXXVII.  Man  fragte  Tomas  stets  über  Tristrem,  den  treuen  genossen, 
um  den  rechten  weg  zu  erfahren,  um  die  steige  kennen  zu  lernen.  Ueber  einen 
forsten,  stolz  im  kampfspiele,  hört  zu,  liebe  herren !  Wer  es  besser  zu  erzählen 
versteht,  mag  sein  eignes  (wissen)  hier  (vorbringen),  als  höflicher  (mann).  Am 
Schlüsse  einer  leistung,    die  ihm   lieb  ist,    möge   jeder   mann   beifall   spenden! 

XXXVIII.  In  ein  gewand  war  Tristrem  gekleidet,  das  er  vom  schiffe  mit- 
gebracht hatte,  es  war  von  braunem  bliant,  das  kostbarste,  welches  je  gefertigt 
worden ,  wie  Tomas  in  der  Stadt  erzählt.  Er  wusste  nicht ,  was  er  (anfangen) 
sollte,  sondern  setzte  sich  zierlich  nieder  und  ass  so  lange  als  es  ihm  beliebte. 
Sehr  bald  durchsuchte  er  den  wald  weiter,   als  er  so  gethan  hatte. 

XXXIX.  Er  trat  seinen  schweren  weg  an,  seine  pfennige  trug  er  bei  sich; 
die  hügel  waren  von  (bedeutender)  höhe,  er  klomm  das  graue  gehölz  hinan. 
Da  erblickte  er  eine  Strasse,  die  er  sehr  rasch  fand ;  den  pfad  schlug  er  ganz 
richtig  ein.  Zwei  pilger  traf  er  da  günstiger  weise.  Er  fragte  sie,  woher  sie 
wären  :   sie  sagten  :    »Von  England.« 

XL.  Aus  furcht ,  sie  möchten  ihn  erschlagen  wollen ,  berief  er  sich  auf 
den  könig ;  er  bot  ihnen  ferner  geld,  jeden  von  ihnen  zehn  Schilling,  wenn 
sie  mit  ihm  gehen  wollten  und  ihn  an  den  hof  bringen.  Da  schworen  sie : 
»Ja ! «  bei  dem  herrn  über  alle  dinge ,  sogleich.  Sehr  wol  wendet  der  seine 
mittel  an,  der  rasch  seinen  wünsch  erlangt. 

XLI.  Der  wald  war  schön  und  ausgedehnt,  mit  wilden  thieren  reich  be- 
völkert ;  der  hof  war  nahe  dabei ,  die  pilger  geleiteten  ihn  dorthin.  Tristrem 
sah  jäger  reiten,  sie  führten  eine  koppel  hunde ;  sie  hatten  da  gerade  fette, 
wolgenährte  hirsche  erjagt  im  felde ;  in  bliant  war  er  gekleidet,  die  jäger 
schauten  ihn  an. 

XLII.  Thiere  zerlegten  sie  und  brachten  sie  getragen ;  in  viertel  zertheilten 
sie  sie ,  als  ob  es  Martinsvieh  wäre ,  welches  farmer  gekauft  hätten.  Tristrem 
sprach  da  und  sagte,  es  scheine  ihm  wunderbar:  »Noch  nie  bisher  sah  ich 
wild  absichtlich  so  zugerichtet!  Entweder,«  sprach  er,  »verstehe  ich  nichts,  oder 
ihr  verderbt  sie  auf  thörichte  weise.« 


—     252     — 

XLIII.  Auf  stand  ein  kühner  knappe,  und  entgegnete  Tristrem  :  »Wir  und 
unsere  alten  vorfahren  haben  es  bis  jetzt  so  gesehen ;  anders  hast  du  uns  be- 
richtet; dort  liegt  ein  unabgezogenes  thier;  richte  es  zu,  wie  du  wolltest,  und 
wir  wollen  sehr  gern  auf  dem  felde  zusehen !«  Es  ist  nicht  zu  leugnen  :  die 
jäger  schauten  ihn  an. 

XLIV.  Tristrem  schnitt  die  brüst  ab ;  die  zunge  blieb  neben  der  milz 
liegen  (?);  die  hautstreifen  schnitt  er  sehr  mit  lust  weg  und  legte  sie  bei 
seite ;  die  schinken  drückte  er  herunter,  er  schnitt  auf  und  richtete  zu ;  sicher 
demnächst  schnitt  er  die  haut  weg  alsbald ;  die  thiere  präparirte  er  da  so, 
wie  es  mit  manchem  später  geschehen  ist. 

XLV.  Eine  spanne  lang  (?)  war  der  erste  braten ,  er  weidete  (das  thier) 
rasch  aus ;  er  schritt  vor  zu  den  knieschneiben  und  schnitt  auch  sie  richtig 
entzwei ;  er  richtete  das  ganze  eingeweide  zu ,  die  wamme  le^te  er  weg.  Die 
numbeln  gab  er  zum  lohne ;  das  sahen  auch  die,  welche  dort  waren,  mit  an  ; 
den  rücken  zerhieb  er  ferner  kreuzweise,  das  rückgrat  hieb  er  entzwei. 

XL  VI.  Dem  förster  als  sein  recht  gab  er  die  linke  schulter  mit  herz, 
leber  und  lunge ,  und  blut  zu  seinem  quirre.  Die  hunde  lässt  er  sich  auf  die 
haut  aufstellen  (?)  ;  sie  alle  Hess  er  zusehen.  Dem  raben  gab  er  sein  deputat, 
der  auf  dem  gabelförmigen  bäume  sass,  (allen)  der  reihe  nach.  »Jäger,  wo  seid 
ihr?     Die  fanfare  solltet  ihr  blasen!« 

XLVII.  Er  band  den  magen  an  die  furke  und  auch  den  gargiloun.  Sie 
bliesen  die  rechte  weise  und  trugen  den  richtigen  ton  vor.  Sie  wussten  den 
könig  zu  finden  und  schickten  voraus  nach  der  Stadt,  und  erzählten  ihm,  wie  das 
wild  unter  der  linde  zugerichtet  worden  war,  und  wie  es  gebracht  würde. 
Marke,  der  gekrönte  könig,  sagte,  es  dünke  ihm  schön. 

XLVIII.  Als  sie  die  fanfare  bliesen,  da  wunderte  sich  mancher  mann. 
Diese  sitte  kannten  sie  nicht,  desshalb  liefen  sie  von  tische ;  sie  wussten  nicht, 
was  für  neue  jäger  sie  hätten.  Es  ist  eine  art  vergnügen,  diejenigen  zu  be- 
lehren ,  welche  so  etwas  nicht  können.  Sehr  heiter  waren  sie  dann ,  welche 
vor  den  könig  gingen. 

XLIX.  Der  könig  sagte  :  »Wo  wurdest  du  geboren?  Wie  heissest  du,  lieber 
freund  ?«  Tristrem  sprach  vor  ihm :  »Herr,  in  Hermonie ;  mein  vater  hat  mich 
verloren,  herr  Rohand,  sicherlich,  den  besten  hornbläser  und  könig  der  jagd, 
seit  menschengedenken  (?).«  Um  so  weniger  gab  Marke  darauf,  da  er  Rohand 
nicht  kannte. 

L.  Der  könig  sagte  nichts  mehr,  sondern  wusch  sich  und  ging  zur  mahl- 
zeit ;  brod  theilten  und  zerschnitten  sie ;  genug  hatten  sie  zu  essen ;  was  ihnen 
lieber  war,  wein  oder  bier  zu  erhalten ,  das  mögen  sie  verlangen  und  es  zur 
Verfügung  haben  ;  in  bechern  oder  grossen  hörnern  wurde  es  gebracht ;  so  lange 
sie  wollten,  blieben  sie  sitzen,    und  erhoben  sich,  als  es  ihnen  gut  dünkte. 

LI.  Ein  harfner  trug  ein  lied  vor,  den  stellte  Tristrem  (darüber)  zur  rede ; 
der  harfner  ging  weg:  »Wer  besser  kann,  lasse  es  sehen!«  »Wenn  ich  ich  es 
nicht  besser  machen  kann,  als  du,  da  tadle  ich  dich  mit  unrecht !«  Der  harfner 
sagte:  »Ich  lasse  dir  den  Vorrang  augenblicklich!«  Vor  des  königs  knie  wird 
Tristrem  aufgefordert  sich  zu  setzen. 

LH.  Heiter  waren  sie  alle  und  achteten  auf  seine  Vorzüge  (?),  verabschie- 
deten sich  in  der  halle:     »Wer  möchte  das  kind   (für  sich)   gewinnen?«    Marke 


—     253     — 

rief  Tristrem,  der  aus  vornehmem  geschlechte  entstammt  war,  er  gab  ihm  ein 
kleid  von  seide ,  und  ein  gewand  von  kostbarem  pelze,  alsobald ;  er  ist  in  seinem 
zimmer  gebettet   und  harft  süsse  töne. 

LIII.  Jetzt  wollen  wir  Tristrem  dort  lassen,  bei  Marke  ist  er  sehr  beliebt; 
Rohand  schmerzt  es  sehr,  dass  er  nichts  von  ihm  hören  konnte;  länder  be- 
gann er  zu  durchreisen,  mit  sorge  und  trauriger  miene,  sieben  königreiche  und 
mehr,  um  Tristrem  dort  zu  finden,  und  suchte  (ihn) ;  seine  kleider  waren  zer- 
rissen, trotzdem  gab  er  es  nicht  auf. 

LIV.  Nicht  schien  es  so  Rohand,  dem  edlen  ritter;  er  wusste  nicht, 
wohin  er  gehen  sollte  ,  so  war  er  seiner  kraft  beraubt ;  zur  arbeit  wollten  ihn 
die  leute  gerade  zwingen  für  essen  und  kleider ;  mit  anderen  arbeitern  mehr 
blieb  er  die  ganze  nacht;  da  erblickte  er  die  pilger,  welche  Tristrem  zuerst 
angetroffen  hatten. 

LV.  Sein  fragen  erneut  sich  immer  im  wandern  und  in  der  ruhe ;  der 
pilger  sagte,  er  kennte  ihn  und  wüsste  wol,  wer  er  wäre:  »Sein  kleid  ist  ein- 
farbig, bliant,  ohne  zweifei ;  sein  name  ist  Tristrem  der  treue,  er  schneidet  ihm 
die  speise  vor,  dem  könige.  Ich  brachte  ihn  dahin ,  wohin  er  wünschte ,  er 
gab   mir  zehn  Schilling.« 

LVL  »So  viel  will  ich  dir  geben,«  sprach  Rohand,  »wollt  ihr  es  nehmen; 
lasst  mich  den  hof  sehen!«  Die  pilger  sagten  »Ja!«  Darüber  war  er  erfreut 
und  gab  ihm  bereitwillig  so  von  ganz  gutem  gelde  zehn  Schillinge  und  mehr  zur 
belohnung :  Rohand  war  sehr  begierig,  über  Tristrem  erkundigungen  einzuziehen. 

LVII.  In  Tristrem  liegt  seine  freude  und  von  ihm  spricht  er  stets.  Der 
pförtner  schalt  ihn  und  sprach:  »Kerl,  geh  weg,  oder  ich  werde  dich  schlagen ! 
Was  thust  du  hier  den  ganzen  tag  ?«  Einen  ring  gab  er  ihm  rasch  —  der  pförtner 
sagte  nicht  nein  —  in  die  band.  Der  war  sehr  weise,  behaupte  ich,  der  zu- 
erst ein  geschenk  gab. 

LVIII.  Da  nahm  er  Rohand  und  geleitete  ihn  zur  thüre  hinein.  Der  ring 
war  schön  anzusehen  ,  die  gäbe  war  wol  angenehm.  Der  thürhüter  gebot  ihm 
sich  rasch  zu  entfernen;  »Kerl,  sehr  rasch  fort,  oder  dein  köpf  soll  zerschlagen 
und  du  unter  (unsere)  füsse  zu  boden  geworfen  werden!«  Rohand  bat  ihn, 
das  zu  lassen,  und  ihm  bei  dieser  gelegenheit  zu  helfen. 

LIX.  Der  arme  irdische  mann  zog  einen  anderen  ring  hervor;  dem  thürhüter 
gab  er  das  gold ,  es  hätte  für  einen  könig  gepasst ;  zuerst  Hess  er  ihn  ein- 
dringen ;  zu  Tristrem,  dem  treuen,  so  versprach  er,  wollte  er  ihn  bringen,  und 
brachte  ihn  (dahin) ;  Tristrem  kannte  ihn  nicht ,  und  sonderbar  däuchte  das 
Rohand. 

LX.  Wenn  man  es  Tristrem  auch  geschworen  hätte,  er  glaubte  es  nimmer, 
dass  Rohands  kleider  zerrissen  wären ,  dass  er  solch  ein  gewand  trüge.  Er 
fragte  ihn  da  ins  gesicht :  »Kind,  so  gott  dich  schütze,  wie  verlorst  du  dich 
von  Rohand?  Erinnerst  du  dich  niemals  daran?«  Ohne  zweifei,  er  kniete  in 
besserer  hoffnung  und  küsste  Rohand  sehr  erfreut. 

LXI.  »Vater,  erzürne  dich  nicht ,  sehr  willkommen  seid  ihr !  Bei  gott, 
der  den  menschen  erkauft  hat,  durchaus  nicht  erkannte  ich  dich.  Mit  kummer 
hast  du  mich  gesucht,  das  zu  wissen,  thut  mir  leid!«  Vor  Marke  brachte  er 
die  rede:  »Wollt  ihr  meinen  vater  mit  äugen  sehen?  Ich  will,  dass  er  aus- 
staffirt  werde,  und  ihn  dann  als  ritter  zeigen.« 


—     254     — 

LXII.  Tristrem  erzählte  es  Marke,  seine  erlebnisse,  wie  es  damit  stand, 
wie  er  mit  den  leuten  auf  dem  schiffe  gespielt  hatte ,  wie  sie  ihn  vom  lande 
wegschleppten;  wie  stürme  sie  bedrängt  hatten,  bis  ihnen  anker  und  rüder  brach. 
Sie  gaben  mir,  was  ich  gesetzt  hatte  mit  all  meinem  gewinn  willig  in  die 
hand;   ich  klomm  das  graue  gehölz  hinan,  bis  ich  deine  Jäger  fand.« 

LXIII.  In  ein  bad  brachte  man  Rohand,  ein  barbier  war  da  bereit ;  ganz 
rauh  war  sein  kinn ,  sein  haupt  war  weiss  von  haar;  ein  scharlachkleid  mit 
reichem  pelzwerk  wurde  ihm  rehr  rasch  herbei  gebracht.  Rohand  von  edler 
abkunft  trug  das  kleid  sehr  stattlich ,  der  tüchtige ;  wer  ihn  da  gesehen  hätte, 
würde  ihn  einen  fürsten  genannt  haben. 

LXIV.  Schön  begann  Rohand  seine  erzählung,  wenn  er  auch  spät  ge- 
kommen war;  Tristrem,  der  sich  auf  ehre  versteht,  führte  ihn  den  weg  zur 
halle.  Jedermann  sagte  da,  es  gäbe  keinen  solchen,  soviel  sie  wüssten ,  als 
der  arme  mann  wäre,  den  sie  von  der  Strasse  mit  schlagen  vertrieben  hatten, 
zu  seinem  schmerze.  Keiner  war,  der  ihn  hassen  möchte,  sondern  willkommen 
war  er  da. 

LXV.  Wasser  verlangten  sie  rasch ,  tischtuch  und  esstisch  wurden  herge- 
richtet,  mit  essen  und  lindem  getränk,  und  dienern,  die  bereitwillig  waren, 
Tristrem  rasch  zu  bedienen  und  herr  Rohand  sehr  gern ;  sie  wuschen  sich,  als 
sie  sich  erheben  wollten ;  der  könig  erhob  sich  da  vor  ihm ,  es  ist  nicht  zu 
leugnen :  er  setzte  ihn  an  seine  seite. 

LXVI.  Rohand,  der  dort  war,  begann  so  zu  Marke  zu  reden :  »Wüsstet 
ihr,  wer  Tristrem  ist,  viel  gutes  würdet  ihr  ihm  dann  anthun ;  eure  eigne 
Schwester  hat  ihn  geboren,  (der  könig  horchte  da  auf  ihn)  ;  ich  bin  nicht  mehr 
mit  ihm  verwandt,  ich  hätte  sein  dienstmann  zu  sein.  Herr  könig !  Erkennet 
ihn,  wenn  ihr  könnt :  sie  übergab  mir  diesen  ring !« 

LXVII.  »Als  der  reisige  Rouland,  der  tapfere,  auf  herzog  Morgan  traf«  — 
Als  Rohand  diesen  bericht  gab,  begann  er  vor  schmerz  zu  weinen.  Der  könig 
sah  den  alten  an,  wie  seine  wangen  feucht  waren ;  er  übergab  Marke  den  ring, 
dieser  erkannte  ihn  augenblicklich ,  begann  ihn  zu  betrachten.  Er  küsste 
Tristrem  rasch  und  erkannte  ihn  als  seinen  neffen  an. 

LXVIII.  Da  küssten  sie  ihn  alle,  so  dame  wie  ritter,  und  die  diener  in 
der  halle  und  die  strahlenden  Jungfrauen.  Tristrem  rief  Rohand  und  fragte 
ihn,  indem  er  ihn  anblickte:  »Herr,  wie  mag  dies  geschehen,  wie  vermag  ich 
es  als  richtig  zu  erproben,  ohne  zweifei?  Sage  mir  bei  gottes  macht,  wie 
wurde  mein  vater  erschlagen?« 

LXIX.  Rohand  erzählte  sogleich  seine  erlebnisse  alle  zusammen,  wie  die 
schlacht  begonnen  hatte ,  die  kriege  verlaufen  waren ;  wie  seine  mutter  ge- 
wonnen wurde  und  er  von  ihnen  erzeugt  ward  :  »Erschlagen  wurde  Rouland 
dann  und  todt  war  Blaunche  die  schöne.  Ohne  zweifei,  aus  furcht  vor  dem 
grimmigen  Morgan  sagte  ich,  du  wärest  mein  söhn!« 

LXX.  Tristrem  trat  in  aller  eile  vor  den  könig:  »Nach  Ermonie ,  herr, 
verlangt  es  mich  jetzt;  dorthin  will  ich  ziehen,  ich  nehme  abschied  von  dir, 
um  schleunigst  mit  Morgan  zu  fechten,  ihn  zu  erschlagen  oder  er  mich  eigen- 
händig ;    früher  soll  niemand  mich  in  England  wiedersehen !  « 

LXXI.  Da  wurde  Marke  sehr  weh,  er  seufzte  da  schwer:  »Tristrem, 
entschliesse  dich  dazu,  in  England  zu  bleiben ;   Morgan  ist  bös  zu  erschlagen ; 


—     255     — 

er  hat  eine  grosse  schaar  edler  ritter.  Tristrem ,  wenn  du  auch  tapfer  bist, 
lass  mehr  leute  mit  dir  reiten ,  der  reihe  nach ;  nimm  Rohand  dir  zur  seite, 
er  wird  deine  freunde  kennen ! « 

LXXII.  Zu  den  warfen  Hess  der  könig  rufen  das  volk  seines  ganzen  landes ; 
um  Tristrem  zu  helfen ,  schlug  er  (ihn)  eigenhändig  zum  ritter ;  er  Hess  ihn 
alsbald  erlangen  die  tüchtigsten ,  die  er  fand ,  auf  dem  schlachtfelde  ihm  zur 
seite  zu  reiten,  und  ihn  zu  berathen,  alsbald;  kummer  nahm  Tristrems  gemüth 
so  ein,  es  vermochte  ihn  niemand  zu  erheitern. 

LXXIII.  Er  wollte  nicht  eine  nacht  zögern,  dagegen  durfte  kein  einwand 
erhoben  werden ;  zehn  hundert,  die  tapfer  waren,  zogen  mit  ihm  weg;  Rohand, 
der  mächtige  ritter,  war  immer  in  bereitschaft ;  zu  seinem  castell  segelte  er 
gerade  am  siebenten  tage  auf  dem  wege.  Seinen  hofmeister  belohnte  er,  seine 
söhne  machte  er  zu  rittern. 

LXXIV.  Seine  freunde ,  froh  waren  sie  —  darüber  möge  sie  niemand 
tadeln!  —  über  sein  kommen,  nämlich  nach  Ermonie,  bis  es  eines  tages  ge- 
schah, dass  Morgan  ganz  in  der  nähe  war,  da  sagte  Tristrem:  »Mit  Morgan 
will  ich  sprechen  und  eilen :  so  lange  gehen  wir  müssig,  ich  selbst  kann  meine 
dringliche  angelegenheit  vertreten  !  « 

LXXV.  Tristrem  that,  wie  er  gelobt  hatte ;  er  machte  sich  fertig  und  bereit, 
er  und  fünfzehn  ritter,  mit  ihm  gingen  nicht  mehr.  Am  hofe  kamen  sie  gerade 
an ,  als  Morgan  sich  sein  brot  abschnitt ;  man  sagte  da ,  ihrem  äusseren  nach 
wären  sie  zehn  königssöhne ;  aus  eigenem  antriebe  brachte  jeder  köpfe  von 
wilden  ebern  zum  geschenke. 

LXXVI.  Rohand  sprach,  zu  seinen  rittern  sagte  er  da:  »Als  eine  frau, 
zweimal  geschändet,  kann  ich  mich  bezeichnen ;  wenn  Tristrem  jetzt  erschlagen 
wird ,  da  sind  wir  schlechte  beschützer ;  zu  den  waffen ,  ritter  und  knappe, 
und  rasch  reitet  und  schnell !    Ehe  ich  Tristrem  sehe,  werde  ich  nimmer  froh !« 

LXXVII.  Tristrem  sprach :  »Herr  könig ,  gott  beschütze  dich ,  so  wie  ich 
dich  liebe  und  gern  habe  und  du  dich  um  mich  verdient  gemacht  hast ! «  Der 
herzog  antwortete  darauf:  »Ich  bitte  meinen  edlen  herrn,  magst  du  segnen 
oder  fluchen,  dir  allein  mag  es  zugehören,  du  kecker  !  Sage  mir  deine  dringen- 
den wünsche,  dein  anliegen,  was  du  wolltest!« 

LXXVIII.  »Genugthuung !  Mein  vater  ist  erschlagen,  Hermonie  mein 
erbtheil!«  Der  herzog  erwiederte :  »Sicherlich,  deinen  vater  erschlug  ich;  da 
du  dich  so  ausgesprochen  hast,  dafür  müsse  ersatz  gegeben  werden:  bist  du 
etwa  darum  so  eben,  stolzer  jüngling,  meiner  treu,  eilig  von  Marke,  deinem 
verwandten,  gekommen?« 

LXXIX.  »Jüngling ,  darauf  kannst  du  lange  warten !  Narren  wähntest  du 
auf  die  probe  zu  stellen !  Dein  vater  hat  deine  mutter  heimlich  entführt ,  in 
hurerei  verband  er  sich  mit  ihr:  wie  kommst  du  (hierher)  mit  übermuth?  Ver- 
räther, fort  aus  meinem  lande!«  Tristrem  sprach  da:  »Du  lügst,  davon  bin 
ich  überzeugt  und  weiss  es ! «  Morgan  warf  eigenhändig  Tristrem  mit  einem 
brode. 

LXXX.    Auf  seine  brüst  hernieder  lief  von  seiner  nase  das  blut;  Tristrem's 

schwert  war   bloss,    und  nahe  beim  herzog  stand  er Ueberdem 

war  zur  Stadt  gekommen  Rohand ,  mit  sehr  nützlicher  hülfe  und  Verstärkung ; 
alle,   welche  ihnen  gegenüber  standen ,  wurden  muthig  erschlagen. 


—     256     — 

LXXXI.  Zum  gefängniss  führten  sie  jarl,  baron  und  ritter ;  herzog  Morgan's 
wegen  starb  mancher  völlig;  sie  schüttelten  Speere  und  zerspalteten  strahlende 
schilde ;  sie  zerbrachen  gar  manche  hirnschale ,  ich  vermuthe ,  wahrhaftig. 
Ohne  zweifei :  zwischen  nachmittags  drei  uhr  und  der  nacht  währte  die 
schlacht. 

LXXXII.  So  hat  Tristrem,  der  herrliche,  erschlagen  den  herzog  Morgan  ;  er 
wollte  nimmer  ablassen,  bis  noch  mehr  kastelle  eingenommen  waren ;  sie  über- 
lieferten ihm  sogleich  die  städte  und  die  steinummauerten  orte.  Das  volk  fiel 
ihm  zu  füssen ;  es  leistete  ihm  niemand  widerstand  im  lande.  Er  erschlug  seines 
vaters  mörder,   alles  beugte  sich  seiner  hand. 

LXXXIII.  Zwei  jähre  hindurch  brachte  er  das  land  in  Ordnung,  seine  ge- 
setze  Hess  er  ausrufen.  Ganz  kam  in  seine  hand  Almain  und  Ermonie ,  sich 
seinem  willen  zu  fügen,  bereit  und  ganz  entschlossen.  Rohand  gab  er  das 
scepter,  und  forderte  ihn  auf,  sich  neben  ihn  zu  setzen,  den  edlen:  »Ro- 
hand mache  ich  zum  herrn,    um  dies  land  von  mir  zum  besitz  zu  erhalten !  « 

LXXXIV.  »Du  und  deine  fünf  söhne  sollen  dies  land  von  mir  zum  besitz 
erhalten ;  so  lange  du  am  leben  bist,  soll  es  dein  eigen  sein !  Was  nützt  es, 
(darüber)  lange  zu  streiten?  Abschied  nehme  ich  von  dir.  Nach  England 
will  ich  reisen,  Marke,  meinen  oheim,  jetzt  zu  besuchen.«  Nun  rüstet  sich  der 
edle  Tristrem,  nach  England  sich  zu  begeben. 

LXXXV.  Glänzend  war  sein  aufzug  und  schön  seine  schiffsausstattung ; 
Rohand  Hess  er  als  könig  über  alles  von  ihm  gewonnene  land  dort  zurück. 
Schiffer  brachten  ihn  sehr  rasch  nach  England.  Er  hörte  eine  neue  botschaft, 
die  er  früher  nie  vernommen  hatte ;  in  seiner  nähe  weinten  viele  leute  sehr, 
wegen  des  tributes  an  Irland. 

LXXXVI.  Der  widerwillige  Marke  sollte ,  obwol  er  gekrönter  könig  war, 
300  pfund  goldes  jedes  jähr  aus  der  Stadt  zahlen ;  von  schön  geprägtem  silber 
300  pfund  bereitwillig ;  von  geld  von  einer  prägung,  300  pfund  messing  sollte 
er  zahlen;  das  vierte  jähr,   eine  furchtbare  abmachung,   300  edle  Jünglinge. 

LXXXVII.  Den  tribut  zu  holen,  war  Moraunt,  der  edle  ritter,  gekommen, 
er  wurde  gehalten  für  einen  riesen  in  jedem  gefechte.  Die  Jünglinge  verlangte 
er  da,  wie  es  das  recht  des  landes  wäre ;  Tristrem  ging  kühnlich  ans  land  diese 
selbe  nacht  von  der  rhede ;  das  schiff  erblickten  sie  da ,  den  tag  warteten  sie 
dort  ab. 

LXXXVIII.  Marke  war  heiter  und  froh,  als  er  Tristrem  erblicken  konnte ; 
er  küsste  ihn  oftmals ;  willkommen  war  er  ihm ;  Marke  hörte  den  neuigkeiten 
zu,  wie  er  die  länder  freigemacht  hatte.  Tristrem  sprach  da:  »Was  mag  das 
für  eine  Versammlung  sein?  Sie  weinen!«  »Tristrem,  ich  sage  es  dir,  eine 
sache,  die  mir  unlieb  ist.« 

LXXXIX.  »Der  könig  von  Irland,  Tristrem,  ich  bin  sein  dienstmann:  zu 
lange  schon  bin  ich  ihr  höriger,  mit  unrecht  erzwang  das  der  könig.  Zu  lange 
hat  es  bestanden ;  bei  ihm  begann  das  unrecht ! «  » Dafür  erhebe  ich  meine 
hand,«  sprach  dann  Tristrem  ganz  im  geheimen,  »Moraunt,  der  viel  vermag, 
soll  nicht  seinen  willen  haben !  « 

XC.  Marke  ging  zur  berathung  und  forderte  einen  rath  darüber ;  er  sprach: 
»Durch  ungerechte  akte  ist  der  tribut  erhoben  worden.«  Tristrem  sprach:  »Ich 
schlage  vor,    dass  er  die  kinder   einbüsse ! «     Da   sprach   der  könig:    »Es    ge- 


—     257     — 

hörte  ihm  nimmer  mit  recht  zu  ! «     Tristrem  sagte :     » Gewiss !    ich  will  das  als 
ritter  abwehren !  « 

XCI.  In  der  ganzen  hauptstadt  Marke's  wurde  der  tribut  erhoben.  Tristrem 
hielt  ihn  zurück  als  fürst,  glänzend  im  gewande ;  sie  gaben  ihre  einwilligung 
zu  dem,  was  Tristrem  wollte,  sonst  wagte  es  niemand.  Keiner  ist  da  so  kühn, 
von  fleisch  und  bein  geschaffen,  kein  ritter.  Nun  hat  es  Tristrem  übernommen, 
gegen  Moraunt  zu  fechten. 

XCII.  Tristrem  ging  selbst,  Moraunt  bescheid  zu  bringen,  und  sagte  kurz : 
»Wir  sind  dir  nichts  schuldig!«  Moraunt  versetzte:  »Du  sprichst  eine  gar- 
stige lüge  aus !  Meinen  leib  biete  ich  zum  kämpfe  dar,  um  es  vor  dem  könig 
zu  beweisen,  dass  man  es  sieht ! «  Er  gab  ihm  einen  ring  zum  pfände,  Tristrem 
nahm  den  kämpf  auf  sich. 

XCIII.  Sie  segelten  in  die  weite  mit  ihren  zwei  schiffen ;  Moraunt  band 
seines  am  ufer  an ,  und  Tristrem  Hess  seines  schwimmen.  Moraunt  sagte  da : 
»Tristrem,  warum  thust  du  so?«  »Einer  von  uns  soll  hier  bleiben,  du  magst 
noch  so  tapfer  sein,  sicherlich!  Wer  von  uns  am  leben  bleibt,  hat  genug 
damit ! « 

XCIV.  Das  eiland  war  sehr  geräumig,  wo  sie  ihr  gefecht  begannen ;  dar- 
über war  Moraunt  froh ;  über  Tristrem  urtheilte  er  in  unüberlegter  weise.  Solch 
ein  zusammenstoss  fand  noch  nie  statt,  mit  tüchtigen,  wuchtigen  waffen.  Der 
eine  stürmte  auf  den  anderen  los,  und  sie  hieben  auf  strahlende  helme  mit  ihrer 
hand.     Gott  helfe  dem  ritter  Tristrem !     Er  focht  für  England. 

XCV.  Moraunt  mit  seiner  gewalt  stürmte  mit  grosser  heftigkeit  gegen  den 
ritter  Tristrem  an  und  gedachte  ihn  niederzuschlagen ;  mit  einer  schweren  lanze 
traf  er  ihn  in  den  löwen ;  und  Tristrem,  der  tapfer  war,  stach  ihm  durch  den 
drachen  in  dem  schilde,  so  dass  er  den  kühnen  und  schlagfertigen  Moraunt 
in  das  feld  warf. 

XCVI.  Er  raffte  sich  alsbald  auf  und  sprang  auf  sein  ross ;  er  focht  ohne 
zweifei  wie  ein  wolf,  der  zu  wüthen  pflegte.  Tristrem  in  dieser  bedrängniss 
schonte  ihn  keiner  furcht  wegen ;  er  brachte  ihm  eine  sichtbare  wunde  bei,  so 
dass  sein  körper  zu  bluten  begann.  Gerade  da,  in  Moraunt's  grösster  noth, 
brach  der  rücken  seines  rosses  entzwei. 

XCVII.  Auf  sprang  er  in  furcht  und  sprach:  »Tristrem,  steige  ab!  Da 
du  mein  ross  erschlagen  hast ,  sollst  du  zu  fusse  fechten ! «  Tristrem  sprach : 
»So  gott  mich  schütze,  dazu  bin  ich  ganz  bereit!«  Sie  gingen  da  aufeinander 
los  und  hieben  auf  glänzende  helme.  Ohne  zweifei ,  Tristrem  focht  wie  ein 
ritter  in  diesem  kämpfe. 

XCVIII.  Moraunt  von  Irland  stach  Tristrem  in  den  schild,  so  dass  er  zur 
hälfte  aus  seiner  hand  hinunter  auf  das  feld  fiel.  Tristrem,  wie  ich  weiss,  ver- 
galt ihm  den  schlag  sogleich;  mit  seinem  guten  Schwerte  tödtete  er  Moraunt 
beinahe  ,  den  ritter.  Marke  schaute  dem  kämpfe  zu  und  wunderte  sich  über 
das  gefecht. 

XCIX.  Moraunt  war  unfroh  und  focht  mit  seiner  ganzen  kraft.  Um  Tris- 
trem zu  erschlagen,  tummelte  er  sich  wie  ein  ritter  ;  Tristrem  hieb  mit  gewalt, 
sein  schwert  brach  im  gefecht ,  und  in  Moraunt's  gehirn  blieb  ein  glänzendes 
stück  stecken  zu  seinem  schmerze;  und  in  die  rechte  hüfte  wurde  Tristrem 
schwer  verwundet. 

Kölbing,   Sir  Tristrem.  \j 


—     258     — 

C.  Ein  wort,  das  von  stolz  zeugte,  sprach  Tristrem  da  :  »Volk  von  Irland, 
euren  spiegel  möget  ihr  sehen !  Wer  noch  mehr  hieher  reiten  will ,  da  sollt 
ihr  so  zugerichtet  werden ! «  Mit  kummer  trugen  sie  da  Moraunt  an  die  see,  und 
schmerz.     Mit  freude  ging  der  edle  Tristrem  zu  Marke,  seinem  oheim. 

CI.  Sein  schwert  opferte  er  dann  und  trug  es  zu  dem  altar.  Als  Marke's 
verwandter  wurde  Tristrem  da  geliebt.  Einen  vertrag  setzten  sie  da  auf  und 
schworen  alle  dazu,  dass,  weil  er  das  land  befreit  habe,  er  da  könig  sein  solle, 
nämlich,  wenn  er  am  leben  wäre  nach  herrn  Marke's  tod. 

CIL  Obgleich  es  Tristrem  unbedeutend  erscheint,  so  ist  er  doch  sehr  schwer 
verwundet ;  ärzte  mit  salbe  und  trank  kamen  überall  von  weit  her  zu  ihm  ;  sie 
wendeten  alle  ihre  mühe  umsonst  an,  sein  schmerz  war  stets  desto  grösser. 
Niemand  mochte  vor  gestank  dorthin  kommen,  wo  Tristrem  war,  unter  solchen 
umständen;  jedermann  verliess  ihn  da,  ausser  Gouernayl,   sein  dienstmann. 

CHI.  Drei  jähre  lag  im  sorgenbette  Tristrem,  der  treue  hiess  er,  so  dass  ihm 
nie  ein  tag  etwas  frommte  wegen  der  sorge,  die  er  bei  nacht  hatte.  Vor  schmerz 
vermag  niemand  ihn  anzusehen  ;  jedermann,  die  Wahrheit  zu  sagen,  verliess  da 
den  ritter,  damals ;  sie  hatten  gethan ,  was  sie  konnten ,  sie  bekümmerten  sich 
nicht  (mehr)   um  sein  ergehen. 

CIV.  Bis  es  eines  tages  geschah,  dass  er  Marke  gegenüber  sich  äusserte; 
kurz,  die  Wahrheit  zu  sagen ,  diese  worte  wurden  zwischen  ihnen  gewechselt : 
»In  sorge  bin  ich  immer  gewesen,  seit  ich  am  leben  war!«  Marke  sprach: 
»Oh  weh !  Dass  ich  so  etwas  mit  ansehen  sollte ! «  Tristrem,  ohne  zweifei,  bat 
den  könig  um  ein  schiff. 

CV.  »Oheim,«  sprach  er,  »ich  gehe  zu  gründe,  am  lande  finde  ich  keinen 
gefallen  mehr ;  bringe  mich  auf  ein  schiff,  (ebenso)  meine  harfe,  um  mich  zu 
ergötzen ,  dorthin ,  proviant  genug  nach  meinem  wünsche ,  um  mich  zu  er- 
halten ,  sendet  rasch ! «  Obgleich  es  Marke  übel  gefiel ,  trugen  und  brach- 
ten sie  Tristrem  zu  schiffe.  Wer  wollte  mit  ihm  fahren?  Gouernayl  verliess 
ihn  nicht. 

CVI.  Tristrem's  schiff  war  bereit  und  er  bat  um  seinen  segen ;  er  fuhr  aus 
dem  hafen ;  er  hiess  Carlioun.  Neun  wochen  und  mehr  schwankte  er  auf  und 
ab  ;  ein  wind  trug  ihn  nach  wünsch  zu  einem  orte ,  wo  es  für  ihn  zubereitet 
war,  in  nächster  nähe :  Develin  hiess  die  Stadt,   ein  hafen  in  Irland. 

CVII.  Ein  wind  trieb  ihn  dorthin,  schiffer  sahen  ihn  in  nächster  nähe;  in 
booten  brachten  sie  ihn  unter  und  zogen  ihn  an  das  land ;  einen  mann ,  ver- 
wundet, (aber  noch)  am  leben,  fanden  sie  im  schiffe.  Er  sprach,  an  einem 
ufer  habe  man  ihn  verwundet  und  elend  gebunden.  Niemand  vermochte  bei 
ihm  zu  bleiben  wegen  des  gestankes  seiner  wunde. 

CVIII.  Governail  fragte  sie,  wie  dieser  meeresstrand  hiesse  :  »Develin!«  ent- 
gegneten sie  ihm,  die  schiffer,  welche  ihn  gefunden  hatten.  Da  war  Tristrem 
unfroh  und  wusste  wohl ,  er  habe  deren  bruder  erschlagen ,  die  königin  des 
landes  war,    im  gefechte.     Tristrem  legte  er  ab  und  sagte,    er  hiesse  Tramtris. 

CIX.  In  seinem  schiffe  war  an  dem  tage  alle  art  von  Unterhaltung  und 
alle  art  von  liedern,  die  in  einem  lande  sein  könnten ;  zu  der  königin,  Moraunt 's 
edler  Schwester,  sagten  sie  da,  verwundet  läge  ein  solcher  mann  dort,  dass  es 
ein  jammer  sei ,  es  anzusehen,  und  sorge :  »Ein  unterhaltlicher  mann  wäre  er, 
wenn  er  am  leben  bliebe.« 


—     259     — 

CX.  Sie  war  in  Develin  ,  die  schöne  dame,  die  königin ,  lieblich  unter 
dem  gewande ;  sie  war  auch  sehr  klug  und  verstand  sehr  viel  von  der  heil- 
kunst ;  das  wurde  an  Tristrem  ersehen.  Sie  befreite  ihn  von  seiner  quäl, 
wolgemerkt  und  unzweifelhaft,  nämlich :  sie  schickte  ihm  ein  kräftiges  pflaster, 
um  den  gestank  zu  beseitigen. 

CXI.  Am  morgen,  als  es  tag  war,  kam  die  dame  von  hoher  vorzüglich- 
keit dahin,  wo  Tristrem  lag,  und  fragte,  wer  es  sei.  »Kaufmann  bin  ich  stets 
gewesen ;  mein  name  ist  Tramtris ;  räuber,  die  Wahrheit  zu  sagen ,  erschlugen 
meine  genossen,  sicherlich,  auf  der  see ;  sie  raubten  mir  buntwerk  und  grau- 
werk,  und  verwundeten  mich  so!« 

CXII.  Er  hatte  das  aussehen  eines  vornehmen  mannes,  obgleich  er  schwer 
verwundet  war;  seine  musikleistungen  waren  so  eigenartig,  dass  es  ihnen  dort 
wunderbar  dünkte.  Seine  harfe,  seine  croude  war  kostbar;  sein  bretspiel  und 
die  Schachfiguren  führte  er  mit  sich ;  sie  schworen ,  bei  sankt  Patrik ,  einen 
solchen  sahen  sie  niemals  vordem :  »Wenn  er  gesund  wäre ,  so  wäre  er  ein 
unterhaltlicher  mann !  « 

CXIII.  Die  dame  von  hoher  abkunft,  seine  wunden  Hess  sie  sich  zeigen, 
um  von  seinen  unbesiegbaren  schmerze  kenntniss  zu  nehmen ;  so  heftig  begann 
er  zu  weinen,  dass  sein  gebein  brach  unter  der  haut,  seine  quäl  war  unerträg- 
lich ;  sie  brachten  ihn  zu  einer  herberge ;  ein  bad  bereiteten  sie  ihm  bald, 
ein  so  lindes,   dass  Tristrem  bald  wieder  auf  seinen  füssen  gehen  konnte. 

CXIV.  Lindernde  salben  hat  er  und  tränke,  die  mild  sind;  die  beküm- 
merten sich  nicht  darum ,  wie  theuer  sie  es  erkauften ,  sondern  heilten  ihn  so 
rasch.  Er  liess  sein  spiel  sehr  oft  hören  (und)  zeigte  seine  unterhaltungskünste, 
desshalb  wurde  Tristrem  oft  in  das  zimmer  gerufen ,  vielmals ,  um  sich  zu 
setzen ;  jedermann  war  es  lieb  zu  hören,  seine  lustigen  melodien  waren  so  süss. 

CXV.  Der  könig  hatte  eine  liebe  tochter,  das  mädchen  hiess  Ysonde,  der 
es  lieb  war,  musik  zu  hören  und  richtig  romanzen  zu  lesen.  Herr  Tramtris  lehrte 
sie  da  mit  all  seiner  kraft,  wie  alle  kunstgriffe  waren,  und  den  richtigen  (zug) 
mit  äugen  zu  sehen ,  so  zu  sagen.  In  Irland  gab  es  keinen  ritter,  der  mit 
Ysonde  zu  spielen  wagte. 

CXVI.  Ysonde ,  die  hochpreisliche ,  das  mädchen  strahlenden  aussehens, 
die  buntwerk  und  grauwerk  trug,  und  Scharlach,  der  neu  war  :  in  der  weit  war 
niemand  so  weise  in  der  kunst,  so  weit  man  wusste,  ausser  herr  Tramtris,  von 
dem  alle  unterhaltungskünste  herrührten,  von  grund  aus.  Heim  verlangt  es 
Tristrem,  den  treuen,   denn  geheilt  war  seine  wunde. 

CXVII.  Herr  Tramtris  hielt  sich  ein  ganzes  jähr  in  Irland  auf.  So  gute 
und  freundliche  Verpflegung  fand  er,  dass  er  gesund  und  wohl  wurde.  Der 
königin  diente  er  zu  fuss  und  hand  im  geheimen  und  mit  liebe ;  Ysonde  lehrte 
er,  wie  alle  unterhaltenden  stücke  in  der  musik  wären;  er  bat  sie  um  Urlaub, 
zu  schiffe  abzureisen. 

CXVIII.  Die  königin,  welche  viel  versteht,  sprach  zu  Tramtris :  »Wer  einen 
unbekannten  mann  pflegt,  ein  solcher  zieht  immer  wieder  fort!«  Seinen  lohn 
zahlten  sie  ihm  dann  aus,  gold  und  silber,  sage  ich,  was  er  wollte,  bekam  er 
von  Ysonde  für  sein  spiel,  ohne  zweifei;  er  empfahl  sie  gott  und  dem  guten 
tage ;   mit  ihm  ging  Gouernail. 

17* 


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CXIX.  Prächtige  segel  zogen  sie  auf,  weiss  und  roth  wie  blut ;  ein  wind 
blies  ihnen  nach  wünsch,  nach  Carlioun  segelten  sie.  Nun  heisst  er  Tristrem, 
der  treue,  und  fährt  über  die  fluth.  Die  gegend  kannte  das  schiff,  es  erschien 
ihnen  sehr  gut  so.  Da  ahnten  jene  räche,  weil  sie  ihn  allein  hatten  ziehen 
lassen. 

CXX.  Sie  sagten  es  dem  könig ,  die  das  schiff  gesehen  hatten ;  niemals 
über  irgend  eine  nachricht  war  der  könig  Mark  so  froh.  Zur  Stadt  brachten 
sie  ihn,  der  könig  stand  vor  ihm  auf.  Heiter  war  ihre  begegnung,  und  freund- 
lich fragte  er  ihn  da:  »Tristrem,  offen  gestanden  —  ist  deine  wunde  geheilt?« 

CXXI.  Seinem  oheim  gab  er  eine  antwort,  deren  jener  sich  wenig  ver- 
sehen mochte  :  tüchtig  hatte  sie  sich  ihm  erwiesen  in  bezug  auf  die  heilung,  die 
Moraunt's  Schwester  gewesen  war;  wie  freundlich  sie  ihn  geheilt  hat,  alles  zu- 
sammen erzählte  er  ihnen ;  und  dann  hat  Tristrem  gesprochen  von  Ysonde,  die 
klug  war,  ganz  neue  künde ;  wie  sie  strahlend  und  schön  wäre,  in  der  liebe  wäre 
keine  so  treu. 

CXXII.  Marke  sprach  zu  Tristrem :  »Mein  land  übergebe  ich  dir,  um  es 
nach  meinem  tode  zu  besitzen,  dein  eigen  soll  es  sein ;  bringe  du  mir  die  Jung- 
frau ,  dass  ich  sie  sehen  mag ! «  Das  war  immer  seine  gewohnheit ,  wenn  er 
von  Ysonde  spricht,  sie  zu  rühmen ,  wie  sie  sanft  und  edel  wäre,  in  der  liebe 
gäbe  es  keine  so  weise. 

CXXIII.  In  England  sehr  weit  umher  dachten  die  barone  darüber  nach, 
Tristrem's  übermufh  zu  brechen,  wie  sie  es  am  besten  könnten.  Den  könig 
riethen  sie  frei  zu  machen ,  eine  königin  suchten  sie  ihm ,  damit  Tristrem 
warten  könnte ,  dass  er  es  nicht  würde  —  kein  könig.  Sie  sagten ,  Tristrem 
möchte  Ysonde  von  Irland  bringen. 

CXXIV.  Eine  strahlende  braut  suchten  sie  aus,  wie  blut  auf  schnee :  »Ein 
mädchen  solcher  art  soll  Tristrem  zu  dir  bringen.«  Tristrem  sprach:  »Es  ist 
eine  lüge,  und  seht  es  für  eine  täuschung  an ;  zu  fordern,  was  es  nie  gab,  ist 
eine  thörichte  forderung,  ihrer  beschaffenheit  nach ;  es  ist  ein  seltsames  ding, 
denn  niemand  kann  es  auffinden ! 

CXXV.  Ich  rathe,  streitet  nicht  erst  darüber:  eine  schwalbe  hörte  ich 
zwitschern :  ihr  sagt,  ich  halte  meinen  oheim  ab,  sich  zu  verheirathen,  damit  ich 
euer  könig  sein  sollte !  Nun  bringet  mir  zum  ufer  ein  schiff  und  andere  dinge  : 
Ihr  seht  mich  nimmer  lebend  wieder,  es  sei  denn,  dass  ich  Ysonde  bringe,  die 
strahlende.     Gewährt  mir  meine  forderung,  meine  fünfzehn  ritter!« 

CXXVI.  Ritter  suchten  sie  da  aus,  die  vorsichtig  und  weise  waren,  alle  die, 
welche  am  meisten  vermögen  und  an  vorzüglichkeit  am  höchsten  stünden.  Ein 
schiff  mit  grün  und  grau ,  mit  wieselpelz  und  auch  mit  grauwerk ,  mit  allen 
dingen,  sage  ich,  die  zu  handelswaare  gehören:  in  dieser  weise  fuhren  sie 
ab  zu  dem  volke  von  Irland. 

CXXVII.  Sein  schiff  war  versehen  mit  allem ,  was  nothwendig  war ;  von 
Carlioun  weg  war  die  ausstattung  seines  schiffes  prächtig ;  sie  hissten  die 
flagge  auf;  ein  wind  trieb  sie  nach  wünsch.  Develin  heisst  die  Stadt,  ans  land 
kamen  sie  da ,  die  besten :  dem  könig  brachten  sie  ein  geschenk ,  und  baten 
um  erlaubniss,   (dort)   zu  verweilen. 

CXXVIII.  Dem  könig  brachten  sie  ein  geschenk,  ein  anderes  der  königin ; 
Ysonde   vergassen   sie   nicht,    gewiss   und   ohne   zweifei.     Als    sie   zum   schiffe 


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wollten ,  die  an  dem  hofe  gewesen  waren  —  ein  solches  mädchen  war  (noch) 
nimmer  geschaffen,  soweit  sie  jemals  mit  äugen  gesehen  hatten  —  sahen  sie 
die  ganze  gegend  gerade  fliehen. 

CXXIX.  Aus  der  Stadt  Develin  lief  "das  volk  sehr  schnell,  sich  in  ein 
wasser  zu  tauchen ,  so  erschreckt  waren  sie  da.  Aus  furcht  vor  einem  drachen, 
sagten  sie,  eilten  sie  nach  dem  schiffe,  die,  welche  nach  dem  hafen  (zu  gehen) 
bereit  waren;  sie  bekümmerten  sich  nicht  darum,  (dass)  der  mann  im  volke* 
der  ihn  zu  erschlagen  oder  einzufangen  vermöge,  Ysonde  zum  lohne  haben  soll. 

CXXX.  Tristrem,  froh  war  er,  er  rief  seine  muthigen  ritter  herbei :  »Was 
für  ein  mann  er  ist,  lasst  sehn,  der  bald  diesen  kämpf  auf  sich  nehmen  mag!« 
Alle  baten,  es  sein  zu  lassen,  keiner  wagte  es,  sich  zu  zeigen.  »Mit  gutem 
gründe  ist  mir  jetzt  weh!«  sprach  Tristrem  da.  Höret  nun,  wer  es  vernehmen 
will,  von  einen  sehr  muthigen  mann ! 

CXXXI.  Ein  ross  zogen  sie  vom  schiffe ,  das  beste ,  welches  er  (mit  sich) 
gebracht  hatte;  seine  waffen  waren  ganz  neu,  die  kostbar  gearbeitet  waren; 
sein  herz  war  gut  und  treu,  es  Hess  ihn  nicht  im  Stiche.  Die  gegend  lernte 
er  wol  kennen ,  ehe  er  den  drachen  aufsuchte  und  ihn  erblickte  :  höllenfeuer, 
so  schien  ihm,  sprühte  von  dem  drachen. 

CXXXII.  Einen  angriff  gegen  den  drachen  unternahm  Tristrem  da ,  wie 
ein  grimmiger  löwe,  der  einen  kämpf  bestehen  wollte.  Mit  einem  grausamen 
Speere  stiess  er  ihn  in  die  seite ;  es  nutzte  nicht  um  einen  knöpf,  ab  glitt  er, 
sein  stoss;  des  teuflischen  drachen  haut  war  hart  wie  ein  kieselstein. 

CXXXIII.  Tristrem,  ganz  in  zorn,  den  speer  ergriff  er  wieder ;  gegenüber 
dem  grimmigen  drachen  zerbrach  er  in  drei  stücke;  der  drache  warf  alsbald  (gift) 
aus ,  das  ross  tödtete  er ;  Tristrem ,  ohne  zweifei ,  sprang  unter  einen  bäum, 
ganz  sachte,  und  sprach:  »Gott  in  der  dreieinigkeit,  lass  du  mich  nicht  zu  gründe 
gehen !  « 

CXXXIV.  Gegen  den  teuflischen  drachen  nahm  er  zu  fuss  den  kämpf 
wieder  auf;  er  focht  mit  seinem  seh  wert  als  ein  tüchtiger  ritter;  seine  unter- 
kinnlade  hieb  er  ab  mit  einem  mächtigen  streiche;  da  war  der  drache  bereit 
und  spie  feuer  aus  und  verbrannte  seine  warfen,  die  strahlend  waren,  schmäh- 
lich hat  er  sie  entstellt. 

CXXXV.  Solches  feuer  spie  er  da  dagegen  aus ,  das  verbrannte  schild 
und  stein.  Nun  liegt  sein  ross  getödtet ,  seine  waffen  sind  alle  verbrannt. 
Tristrem  traf  sein  hirn  und  serbrach  sein  halsbein.  Er  war  nie  so  froh ,  als 
da,  wie  diese  schlacht  vorüber  war.  Ueberdies  hat  er  seine  zunge  genommen 
und  an  der  wurzel  abgeschnitten. 

CXXXVI.  In  seiner  hose  ganz  nahe  bei  der  haut  trug  er  die  zunge  mit 
sich  fort.  Er  ging  nur  zehn  schritte,  seine  spräche  verlor  er  da ;  nothgedrungen 
musste  er  da  (liegen)  bleiben,  so  dass  er  nicht  weiter  gehen  kann.  Der  truch- 
sess  kam  da,  das  haupt  schnitt  er  weg  und  nahm  es  mit  und  übergab  es  Ysonde 
da,  und  sagte,  theuer  habe  er  sie  erkauft. 

CXXXVII.  Der  truchsess  wollte  sehr  gern  Ysonde  haben,  wenn  er  könnte  ; 
der  könig  entgegnete  ihm,  die  schlacht  erscheine  ihm  dem  angemessen ;  Ysonde, 
unbestreitbarer  weise,  will  nichts  von  ihm  (wissen);  wo  der  drache  erschlagen 
war,  suchte  sie  und  ihre  mutter  ebenfalls,  wer  die  wunderthat  vollbracht  habe, 
dass  er  gewagt  habe,  den  drachen  zu  erschlagen. 


—     262     — 

CXXXVIIL  »Führte  der  truchsess  diese  that  aus?«  »Sicherlich,«  sprach 
Ysonde,  »nein!  Dies  selbe  verbrannte  pferd  hat  er  zu  keiner  zeit  besessen,  noch 
war  dies  prächtige  gewand  jemals  sein,  um  die  Wahrheit  zu  sagen!«  Als  sie 
weitergingen,  fanden  sie  einen  mann,  wo  er  in  ohnmacht  lag  (?) :  »Sicherlich«, 
sprachen  sie  da,  »dieser  mann  erschlug  den  drachen !  « 

CXXXIX.  Seinen  mund  öffneten  sie  und  flössten  dem  manne  treacel  ein. 
Als  Tristrem  sprechen  kann,  begann  er  diese  rede,  und  sagte  bereitwillig,  wie 
er  den  drachen  überwunden  hatte :  »  Die  zunge  trug  ich  mit  mir  fort,  so  vergiftete 
er  mich  da.«  Sie  sehen  nach ;  die  königin,  welche  viel  versteht,  nahm  sie  aus 
seiner  hose. 

CXL.  Sie  sahen  ein,  er  hatte  recht,  der  truchsess  hatte  unrecht,  und  (fragten 
ihn),  ob  er  zu  fechten  wagte  mit  dem,  welcher  den  drachen  erschlagen  habe. 
Tristrem  sprach  als  ein  ritter,  er  wollte  es  zur  genüge  beweisen.  In  so  feiner 
weise  versprach  er  es  ihnen,  darüber  lächelte  Ysonde  da:  als  bürgschaft  stellte 
er  sein  schiff  und  seine  ganze  glänzende  ausrüstung. 

CXLI.  Die  königin  fragte ,  was  er  sei ,  der  wagte ,  den  drachen  zu  be- 
stehen ?  » Kaufmann  bin  ich  sicherlich ,  mein  schiff  liegt  hier  nahe  bei !  Er 
sagt,  er  habe  dies  gethan ,  prüfen  will  ich  seinen  übermuth,  ehe  er  Ysonde 
küsst ! «  Gegen  ihn  wollte  er  anstürmen  mit  macht.  Ysonde  sagte  da :  » Ach, 
dass  du  nicht  ritter  geworden  bist !  « 

CXLII.  Ihren  kämpfer  pflegten  sie  reichlich  an  jenem  tage,  bis  es  ihnen 
dünkt,  dass  er  eine  tüchtige  that  thun  kann.  Seine  arme,  lang  waren  sie,  seine 
schuldern  gross  in  der  breite.  Die  königin,  um  die  Wahrheit  zu  sagen,  leitete 
ihn  zu  einem  sehr  nützlichen  bade,  und  dann  ging  sie  selbst  nach  einem  stär- 
kenden tränke. 

CXLIII.  Ysonde  strahlenden  aussehens  kam  es  so  vor,  als  sei  es  Tramtris. 
Sein  schwert,  sie  sah  es  sich  an,  und  zerbrochen  fand  sie  es  da ;  aus  einer  neuen 
truhe  nahm  sie  sehr  rasch  das  stück  und  setzte  es  an  das  treue :  es  war  nicht 
kleiner  noch  grösser,  sondern  gerade  richtig :  da  gedachte  Ysonde  in  ihrem 
schmerze,  Tristrem,  den  helden,  zu  erschlagen. 

CXLIV.  Ysonde  ging  zu  Tristrem  mit  seinem  ganz  gezogenen  Schwerte: 
» Moraunt ,  meinen  oheim  ,  den  guten  ,  verräther !  hast  du  erschlagen  :  darum 
möchte  ich  sehr  gern  dein  herzblut  sehen ! «  Die  königin  wähnte ,  sie  wäre 
toll,  sie  kam  mit  einem  stärkenden  tränke  und  lächelte :  » Nein ,  mutter,  ohne 
zweifei,  dieser  schuft  erschlug  deinen  bruder !« 

CXLV.  »Tristrem,  er  ist  dieser  schuft,  das  mag  so  sein,  unbestreitbarer 
massen ;  das  stück  magst  du  hier  sehen,  das  aus  meinem  oheim  gezogen  wurde ; 
überzeuge  dich  davon,  dass  es  so  steht,  setze  es  richtig  wieder  hinein !  «  Als- 
bald wollten  sie  da  Tristrem  sehr  gern  erschlagen ;  wahrhaftig :  im  bade  hätten 
sie  ihn  erschlagen,    wäre  es  nicht  um  des  königs  willen. 

CXL  VI.  Urft  immer  noch  lächelte  Tristrem  die  liebliche  Ysonde,  die  strah- 
lende, an:  »Du  hättest  mich  mit  bequemlichkeit  erschlagen  können  damals,  als 
ich  Tramtris  hiess  ;  ihr  machet  mir  mit  unrecht  vorwürfe  bezüglich  Moraunt's,  des 
edlen  ritters.  Ich  gestehe  gern  zu ,  ich  erschlug  ihn  in  kämpf  und  gefecht, 
ohne  zweifei ;  wenn  er  die  macht  dazu  gehabt  hätte ,  würde  er  es  sehr  gern 
mit  mir  so  gemacht  haben.« 


—     263     — 

CXLVII.  »Als  ich  Tramtris  hiess ,  lehrte  ich  dir  spiel  und  gesang,  und 
stets  mit  all  meiner  macht  sprach  ich  von  dir  bisweilen  zu  Marke,  dem  mäch- 
tigen ritter,  dass  er  sich  nach  dir  zu  sehnen  begann.«  So  schwor  er,  tag  und 
nacht ,  und  fand  mächtige  bürgen  alsbald ,  ersatz  für  alles  unrecht ,  indem 
Vsonde  königin  werden  sollte. 

CXLVIII.  Tristrem  beschwor  die  sache ;  sie  sagten ,  es  sollte  geltung 
haben ,  dass  er  Ysonde  bringen  solle  —  sie  machten  es  aus  —  zu  Mark,  dem 
mächtigen  könig,  wenn  sie  ihn  am  leben  fänden,  und  (jener)  sie  durch  seinen 
ring  zur  königin  von  England  machen ,  so  zu  sagen ;  diesen  vertrag  schlössen 
sie  fest,   ehe  sie  abreisten. 

CXLIX.  Der  truchsess  verläugnete  seine  that ,  als  er  hörte ,  jener  hiesse 
Tristrem ;  der  könig  schwor,  so  gott  ihm  glück  verleihen  möge,  beide  sollten 
ihr  recht  haben.  Der  truchsess  sprach ,  unrichtig  ginge  es  dabei  zu ,  darum 
wollte  er  nicht  fechten.  Tristrem  übergaben  sie  zu  seinem  lohne  die  strah- 
lende Ysonde ;  ins  gefängniss  zu  bringen  den  anderen  ritter,  bittet  das  mädchen 
den  könig. 

CL.  Er  verlangte  nicht  land  noch  leute,  sondern  die  strahlende  Jungfrau ; 
er  machte  sich  alsbald  fertig,  auch  knappe  und  ritter.  Ihre  mutter  bemühte  sich 
froh  darum  und  nahm  einen  kräftigen  trank ,  der  liebe  zu  tage  zu  fördern 
pflegte ,  und  übergab  ihn  Brengwain ,  der  strahlenden ,  um  es  zu  bedenken  : 
»Bei  ihrer  Vermählung  zu  nacht  gib  Mark  und  ihr  zu  trinken!« 

CLL  Ysonde  strahlenden  aussehens  ist  fern  draussen  in  der  see ;  ein  wind 
blies  gegen  sie,  dass  kein  segel  sich  mehr  halten  konnte.  So  ruderten  die 
treuen  ritter,  so  ruderte  auch  Tristrem  :  so  oft  sie  sich  ablösten,  er  allein  —  drei 
von  ihnen  gegenüber  —  eine  grosse  anstrengung :  die  liebliche  Ysonde,  die  edle, 
bat  Brengwain  um  einen  trunk. 

CLII.  Der  becher  war  kostbar  gearbeitet,  von  gold  war  der  zeiger ;  in 
der  ganzen  weit  gab  es  keinen  solchen  trank  mehr,  als  da  drin  war.  Breng- 
wain war  unüberlegt,  nach  diesem  tränke  griff  sie  und  übergab  ihn  der  lieb- 
lichen Ysonde ;  sie  forderte  Tristrem  auf,  zu  beginnen,  so  zu  sagen.  Ihre  liebe 
vermochte  kein  mensch  zu  trennen  bis  an  ihren  todestag. 

CLIII.  Ein  hund  war  da  nahe  dabei,  der  war  Hodain  genannt ;  den  becher 
leckte  er  da  aus ,  als  Brengwain  ihn  niedersetzte.  Sie  liebten  alle  und  dar- 
über waren  sie  froh ;  zusammen  blieben  sie  in  freude  und  auch  in  schmerz, 
so  lang  man  denken  kann :  zu  übler  zeit ,  wahrhaftig ,  wurde  der  trank  zuge- 
richtet ! 

CLIV.  Tristrem  lag  im  schiffe  bei  Ysonde  jede  nacht;  lustig  konnte  er 
das  liebesspiel  treiben  mit  dem  hübschen  wesen.  In  (ihrem)  zimmer  nacht  und 
tag  sehr  fröhlich  war  der  ritter ;  er  konnte  mit  ihr  sich  vergnügen  ;  das  wusste 
die  strahlende  Brengwain  da :  sie  liebten  mit  all  ihrer  kraft  und  Hodain  that 
ebenso. 

CLV.  Zwei  wochen  am  strande  hissten  sie  kein  segel  auf;  nach  England 
zu  trieb  sie  ein  wind  ihrem  wünsche  gemäss.  Den  könig  trafen  sie  auf  der 
jagd;  einen  knaben ,  welchen  er(?)  kannte,  machte  er  zum  ritter  mit  eigner 
hand  für  seine  neue  botschaft ,  die  er  brachte.  Mit  Ysonde  strahlenden  aus- 
sehens vermählte  sich  da  der  könig  Mark. 


—     264     — 

CLVI.  Er  vermählte  sich  mit  ihr  durch  seinen  ring;  von  dem  feste  sage 
ich  nichts.  Brengwain,  ohne  zweifei,  that,  wie  sie  beabsichtigt  hatte :  sie  nahm 
den  liebestrank,  der  in  Irland  erworben  war ;  an  Ysonde's  stelle  wurde  Breng- 
wain zum  könig  in  das  bett  gebracht,  dazumal :  Marke  vollbrachte  seinen  wünsch 
im  bette  bei  Brengwain. 

CLVII.  Als  Mark  seine  lust  gebüsst  hatte,  ging  Ysonde  zu  bett ;  sie  ver- 
langte den  trank  von  Irland ;  den  becher  bot  sie  ihr  dar ;  neben  sie  Hess  sie 
ihn  hinsinken,  das  hatte  sie  nicht  nöthig ,  keinerlei  ding  Tristrem  gegenüber, 
damals :  kein  gelehrter  könnte  das  erzählen,  die  liebe  zwischen  ihnen  beiden. 
CLVIII.  Sie  hofften  freude  genug  zu  haben :  sicherlich ,  es  war  nicht  so  : 
Ihr  wähnen  war  ganz  unrichtig ,  welches  ihnen  beiden  gegenüber  misstrauisch 
war.  Jedes  von  ihnen  machte  sich  schwermüthig  auf  den  weg  und  sie  ent- 
schlossen sich,  zu  gehen.  Und  dann  lachte  Ysonde,  wenn  Tristrem  in  leid  war, 
mit  willen.  Nun  gedenkt  Ysonde  Brengwain  zu  tödten  und  sie  umzubringen. 
CLIX.  Sie  dachte:  »Ich  bin  berechtigt,  zornig  zu  sein,  sie  lag  zuerst  bei 
dem  könig,  weil  ich  ihr  kleider,  gold  und  eine  vornehme  heirath  versprach;  Tristrem 
und  ich,  wir  beide,  gerathen  in  schände  für  unser  liebesspiel ;  besser  ist  es,  dass 
wir  lieber  sie  aus  den  leben  schaffen  ganz  stille:  dann  fürchten  wir  uns  vor 
nichts,    dass  wir  nicht  unseren  willen  haben  können.« 

CLX.  Die  königin  Hess  eines  tages  zwei  arbeiter  zu  sich  kommen :  sie 
sprach  zu  ihnen  da,  was  ihre  absieht  war  zu  sagen:  »Ihr  sollt  erschlagen  und 
verbergen  Brengwain,  das  lustige  mädchen ! «  Sie  sagte:  »Ihr  habt  zu  er- 
warten, immer  reich  zu  sein:  unterlasset  es  um  keinen  lohn,  dass  ihr  die  that 
nicht  thut ! « 

CLXI.  In  eine  schreckliche  thalschlucht  gingen  sie  und  das  mädchen : 
der  eine  zog  sein  schwert  heraus ,  der  andere  stand  hinter  ihr ;  sie  schrie  oft 
um  barmherzigkeit  und  sprach:  »Um  Christi  kreuz  willen!  Was  habe  ich  für 
unrecht  gethan,  warum  wollt  ihr  mein  blut  vergiessen ? «  »Ohne  zweifei,  Ysonde, 
die  gute  dame,  hat  befohlen,  du  sollst  erschlagen  werden!« 

CLXII.  Brengwain  bat  sie  heimlich  der  königin  zu  sagen  :  »  Grüsset  freund- 
lich meine  herrin,  die  stets  treu  gewesen  ist.  Hemden  hatte  sie  und  ich ,  und 
ihres  war  schmutzig  anzusehen ,  als  sie  bei  Marke  liegen  sollte ;  ich  lieh  ihr 
mein  ganz  reines,  damals:  gegen  sie,  glaube  ich  wol,  that  ich  niemals  mehr ! « 
CLXIII.  Sie  wollten  sie  nicht  erschlagen,  sondern  kehrten  zu  der  königin 
zurück  ;  Ysonde  fragte  die  zwei :  »Was  sagte  sie,  als  sie  mit  euch  zusammen  war?« 
»Sie  bat  uns ,  euch  das  zu  sagen  :  Euer  hemde  war  schmutzig  anzusehen ,  als 
ihr  bei  Marke  liegen  solltet,  ich  lieh  ihr  mein  ganz  reines  an  jenem  tage!« 
Da  fragte  die  kluge  Ysonde  :  »Wo  ist  das  treue  mädchen  ? « 

CLXIV.  Da  sprach  Ysonde  mit  zorn:  »Meine  zofe  habt  ihr  erschlagen!« 
Sie  schwor  bei  gottes  kreuz ,  sie  sollten  gehängt  und  geschleift  werden.  Sie 
bot  ihnen  gute  geschenke  ,  wenn  sie  sie  zurückholten.  Sie  holten  sie  herbei^ 
wo  sie  sich  aufhielt :  da  war  Ysonde  sehr  froh,  so  zu  sagen :  so  treu  fand  sie 
Brengwain,  dass  sie  sie  immer  hinfort  sehr  liebte. 

CLXV.  Geschlossen  wurde  die  Versöhnung  und  alles  zusammen  vergeben. 
Tristrem,  ohne  zweifei,  vergnügte  sich  mit  der  königin.  Von  Irland  zum  könig  kam 
dann  ein  harfner  dazwischen ;  eine  harfe  brachte  er  zum  Vorschein,  eine  solche 
hatten  sie  noch  nie  mit  äugen  gesehen.  Er  selbst,  sicherlich,  trug  sie  tag  und  nacht. 


—     265     — 

CLXVI.  Ysonde  liebte  er  in  ehren,  er  der  die  harfe  mitbrachte;  um  seinen 
hals  trug  er  sie,  kostbar  war  sie  gearbeitet;  er  verbarg  sie  für  immer;  zum 
Vorschein  kam  sie  nicht:  «Warum  willst  du  deine  harfe  schonen,  wenn  du  da- 
von etwas  verstehst,  von  musik?«  »Sie  kommt  nicht  zum  Vorschein  ohne 
reichliche  geschenke ! « 

CLXVII.  Marke  sprach:  »Lass  mich  sehen,  wie  du  harfen  kannst,  und 
was  du  von  mir  bittest,  werde  ich  dir  dann  geben!«  »Gern!«  sprach  er;  ein 
lustiges  lied  begann  er.  »Herr  könig,  freigebig  an  geschenken,  hiermit  gewann 
ich  alsbald  Ysonde;  ich  erweise  dich  als  falschen  mann,  oder  ich  muss  deine 
königin  haben ! « 

CLXVIII.  Marke  ging  zur  berathung  und  verlangte  rath  über  die  beiden: 
»Ich  muss  meinen  manneswerth  einbüssen  oder  Ysonde  weggeben!«  Mark  war 
von  furcht  erfüllt,  Ysonde  Hess  er  gehen.  Tristrem  war  in  dieser  nothlage  im 
walde,  wild  zu  schiessen  an  jenem  tage :  Tristrem  kam  gerade  da  an,  als  Ysonde 
weg  war. 

CLXIX.  Da  war  Tristrem  in  zorn  und  zankte  mit  dem  könig :  » Giebst  du 
Spielleuten  deine  königin  ?  Hast  du  nicht  anderes  ? «  Seine  rotte,  sicherlich,  er- 
griff er  beim  ringe ;  da  folgte  Tristrem ,  der  kluge ,  wo  sie  sie  zum  schiffe 
brachten  so  froh :  Tristrem  begann  zu  singen  und  Ysonde  begann  zuzuhören. 

CLXX.  Ein  solches  lied  begann  er  zu  singen,  dass  ihr  sehr  weh  wurde ; 
eine  solche  liebessehnsucht  kam  sie  an,  ihr  herz  sprang  fast  entzwei.  Der  graf 
eilte  zu  ihr  mit  vielen  anderen  rittern  und  sprach  :  »  Mein  liebes  kind,  warum  ge- 
berdest du  dich  so,  ich  bitte?«    Ysonde  musste  ans  land  gehen,  ehe  sie  abreiste. 

CLXXI.  »Innerhalb  einer  tagesstunde  werde  ich  heil  und  gesund  sein.  Ich 
höre  einen  minstrel,  wahrhaftig,  er  hat  eine  melodie  (?)  von  Tristrem.  Der  graf 
sprach :  »Verflucht  sei  er  immer  hinfort,  wenn  [folgt  eine  unverständliche  Zeile) . 
Dieser  minstrel  soll  für  sein  lied  hundert  pfund  von  mir  erhalten,  wenn  er  mit 
uns  reisen  will,  liebchen,  da  du  seinen  gesang  liebst ! « 

CLXXII.  Seinen  gesang  vollständig  zu  hören,  wurde  die  dame  ans  land 
gesetzt,  am  ufer  sich  zu  ergötzen;  der  graf  leitete  sie  bei  der  hand.  Tristrem, 
der  treue  genösse ,  muntere  töne  brachte  er  hervor  auf  seiner  rotte  von  elfen- 
bein,  als  sie  am  strande  waren ;  da  wurde  durch  diese  willkommene  botschaft 
Ysonde  heil  und  gesund. 

CLXXIII.  Heil  wurde  sie  und  gesund  durch  die  macht  seiner  musik ;  des- 
halb war  der  graf  da  ein  froher  mann ;  an  geld  zwei  hundert  pfund  gab  er  Tris- 
trem, den  edlen;  zu  schiff  begaben  sie  sich  dann,  in  Irland  wünschten  sie  sehr 
zu  sein,  der  graf  und  drei  ritter  nebst  Ysonde  und  Brengwain. 

CLXXIV.  Tristrem  nahm  sein  pferd  und  sprang  darauf  zum  ritte ;  die 
königin  bat  ihn,  sie  neben  ihm  zum  schiffe  zu  geleiten.  Tristrem  that,  wie 
sie  bat;  im  wald  verbarg  er  sie;  zu  dem  grafen  sagte  er :  »In  dieser  bedräng- 
niss  hast  du  deinen  übermuth  verloren,  du  narr  !  Durch  deine  harfe  gewannst  du 
sie  da,  du  verlorst  sie  durch  meine  rotte!« 

CLXXV.  Tristrem  ritt  mit  Ysonde  in  den  wald  weg;  eine  laube  fanden 
sie  gemacht,  die  voll  von  lust  und  freude  war ;  ihre  wonne  war  sehr  gross  und 
hocherfreut  war  das  mädchen ;  sieben  nachte  brachten  sie  da  zu  und  dann 
kamen  sie  an  den  hof:  »Herr  könig!«  sprach  Tristrem,  »Gieb  minstrels  andre 
dinge ! « 


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CLXXVI.  Meriadok  war  ein  mann,  dem  Tristrem  immer  vertraute  ;  viel  gutes 
gönnt  er  ihm ,  in  einem  zimmer  lagen  sie ;  Tristrem  schlich  sich  eines  nachts 
zu  Ysonde,  um  sich  mit  ihr  zu  vergnügen;  als  ein  mann,  der  viel  versteht, 
nahm  er  ein  brett  weg  von  ihrem  gemache  ;  ehe  er  ging,  wahrhaftig,  war  ein 
schneeschauer  gefallen. 

CLXXVII.  Ein  schauer  war  gefallen,  dass  der  ganze  weg  weiss  war; 
Tristrem  war  weh  dabei,  vor  schmerz,  sorge  und  kummer.  Zwischen  dem 
gemach  und  der  halle  war  der  weg  eng  und  schmal;  eine  solche  sache  pas- 
sirte  ihm,  wie  wir  in  der  handschrift  finden :  alsbald  fand  er  eine  kornschwinge 
und  band  sie  sich  unter  die  füsse. 

CLXXVIII.  Meriadok  erhob  sich  mit  macht  alsbald ;  den  weg  ging  er 
richtig,  bis  er  zu  der  königin  kam ;  das  brett  fand  er  abgerissen,  sicherlich  und 
nicht  zu  bezweifeln ;  von  Tristrem's  rock  fand  der  ritter  ein  grünes  stück  ab- 
gerissen :  der  kluge  Meriadok  wunderte  sich  darüber. 

CLXXIX.  Am  morgen  sagte  er  dem  könig  alles  was  er  mit  äugen  ge- 
sehen:  »Herr,  ohne  zweifei,  bei  Ysonde  lag  Tristrem  heut  nacht;  du  sollst 
folgendes  thun  :  frage ,  wer  sie  beschützen  sollte !  Das  kreuz  nach  Jerusalem 
zu  tragen,  sage,  hättest  du  gelobt,  wenn  du  es  vermögest!«  »»Tristrem,  der 
edle  ritter!««  wird  die  königin  selbst  sagen.« 

CLXXX.  Der  könig  sprach  zu  der  königin,  als  sie  im  bette  lagen:  »Dame, 
ohne  zweifei ,  nach  Jerusalem  muss  ich  ziehen :  prüfe  nun  mit  mir :  wer  mag 
dich  vor  kummer  beschützen?«  »Vor  allen  anderen  zusammen  Tristrem!«  sprach 
sie  da,  »desshalb  liebe  ich  ihn  wohl  um  so  mehr:  er  ist  dein  naher  verwandter!« 

CLXXXI.  Alles  was  Marke  zu  ihr  gesagt  hatte ,  sagte  sie  am  morgen 
Brengwain :  » Aus  dem  lande  weg  will  dieser  muthige ,  nun  können  wir  sehr 
vergnügt  sein !  Tristrem  soll  den  hof  in  seiner  obhut  haben ,  bis  er  wieder- 
kommt!« Brengwain  versetzte :  »Eure  thaten  sind  mit  äugen  gesehen  worden: 
Marke  selbst  wird  dich  noch  auf  ganz  andere  art  heute  nacht  fragen ! 

CLXXXII.  Suche  wohl  seine  absieht  zu  erfahren ,  sage ,  du  wollest  mit 
ihm  gehen ;  und  wenn  er  da  in  der  stille  zärtlich  gegen  dich  ist ,  so  sage  dich 
von  Tristrem  los !  Bitte  ihn,  er  möge  darauf  rücksicht  nehmen,  dein  feind  sei 
Tristrem  durchaus ;  du  fürchtest ,  er  wird  dich  umbringen ,  wenn  er  die  gewalt 
hat  darüber :  du  liebtest  ihn  zu  keiner  zeit,  ausser  aus  liebe  zu  seinem  oheim.« 

CLXXXIII.  Ysonde  rief  die  nächste  nacht :  » Marke,  deine  gnade !  Meinem 
feinde  hast  du  mich  anvertraut ,  an  mir  versündigst  du  dich  schwer :  Gott 
gebe,  du  hättest  mir  versprochen,  mit  dir  ausser  landes  zu  ziehen  und  Tristrem, 
den  ritter,  zu  erschlagen,  wenn  die  liebe  zu  dir  nicht  wäre,  heute  noch; 
denn  manche  leute   sagen  überall ,    Tristrem  habe  bei  mir  gelegen ! « 

CLXXXIV.  Marke  ist  heiter  und  fioh,  denn  alles  das  glaubte  er ;  er,  der 
ihm  anderes  berichtet  hatte,  ihm  wusste  er  nur  undank.  Meriadok  entgegnete 
ihm:  »Lasse  ihn  in  der  stadt  wohnen  ;  sieh  ihr  liebesspiel  mit  an  um  der  liebe 
zu  mir  willen;  halte  es  nicht  für  wahn  :  du  wirst  gründlich  sehen,  dass  liebe 
zwischen  ihnen  besteht !  « 

CLXXXV.  Marke  trennte  sie  beide  und  verbannte  Tristrem ;  noch  nie 
war  Ysonde  so  weh ,  noch  Tristrem ,  die  Wahrheit  zu  sagen.  Ysonde  wollte 
sich  selbst  tödten ;  vor  kummer  lag  Tristrem  darnieder ;  Ysonde  trauerte  so  und 


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Tristrem  nacht  und  tag  wegen  dieser  that.  Jedermann  kann  es  sehen,  was  für 
ein  leben  wegen  der  liebe  sie  führen. 

CLXXXVI.  Meriadok  sprach:  »Ich  rathe,  lass  deine  Jäger  wegreiten  auf 
vierzehn  tage  in  dieser  nothlage,  um  deine' weiten  wälder  zu  besuchen:  Tristrem 
fordere  auf,  mit  ihnen  zu  gehen  (?) ,  du  selbst  bleibe  hier ;  und  gerade  bei  ihrer 
that  wirst  du  sie  da  ertappen,  auf  dem  bäume  :  hier  sollst  du  bleiben ;  ihr  ver- 
halten wirst  du  sehen.« 

CLXXXVH.  Tristrem  war  in  der  Stadt,  in  ihr  gemach  wurde  Ysonde  ge- 
bracht; auf  dem  wasser  sandte  er  abwärts  leichte  lindenspäne.  Er  beschrieb 
sie  ganz  mit  runen ;  Ysonde  erkannte  sie  gar  bald  ;  wenn  Tristrem  fertig  war, 
wusste  Ysonde  seine  bitte,  auf  ihn  zu  warten ;  vor  drei  uhr  des  morgens  waren 
sie  beide  beisammen. 

CLXXXVIII.  Im  baumgarten  trafen  sie  sich,  Tristrem  und  die  edle  Ysonde; 
so  oft  sie  dazu  gelangen  konnten,  vergnügten  sich  da  Ysonde  und  er ;  der  zwerg 
sah  ihr  heimliches  beginnen,  wo  er  auf  dem  bäume  sass.  Mark,  von  vor- 
nehmem geschlechte,  versprach  er,  es  ihn  mit  eignen  äugen  sehen  zu  lassen, 
und  sprach :    » Herr,  ihr  mögt  sicher  sein ,    du   selbst  wirst  das  genau  sehen ! « 

CLXXXIX.  Das  mass  seiner  falschheit  voll  zu  machen,  ging  er  da  fort ;  zu 
Tristrem  kam  er  in  böser  absieht  von  der  edlen  Ysonde:  »Meine  herrin  sandte 
mich  zu  dir,  denn  ich  bin  (ihr)  vertrauter,  und  bittet  dich  ausdrücklich ,  du 
mögest  sie  besuchen ;  Marke  ist  in  einer  anderen  gegend,  heimlich  soll  es  vor- 
bereitet werden.« 

CXC.  Tristrem  überlegte  es  sich:  »Herr,  habt  dank!  Dafür  dass  du  mir 
diese  botschaft  gebracht ,  gebe  ich  dir  mein  gewand ;  dass  du  es  nicht  unter- 
lassen hast ,  sage  der  edlen  dame !  Ihre  botschaft  habe  ich  theuer  erkauft, 
gegen  Marke  verläumdete  sie  mich ,  die  dame ;  morgen  werde  ich  sie  in  der 
kirche  treffen,   ganz  gewiss!« 

CXCI.  Der  zwerg  entfernte  sich  und  zu  Marke  sagte  er  sofort:  »An 
diesem  gewande  weiss  ich  es ,  dass  er  die  königin  sehr  liebt ;  wir  vertrugen 
uns  nicht  gut  zusammen ,  er  fürchtet  mich  als  mittelsperson ;  es  scheint  nach 
seinem  benehmen  so,  als  habe  er  sie  nie  mit  äugen  gesehen:  ich  weiss,  ohne 
zweifei,   er  kommt  heut  nacht  zu  ihr.« 

CXCII.  Herr  Mark  sass  auf  dem  bäum ;  da  trafen  sich  die  beiden ;  den 
schatten  sah  Tristrem  und  laut  sprach  er  da,  damit  Ysonde  Mark  sehen  und 
Tristrem  ihren  feind  nennen  möchte:  »Du  dürftest  nicht  hier  sein,  du  hast 
nicht  hier  zu  gehen,  gar  nicht ;  mit  recht  sollte  man  dich  tödten ,  wagte  ich 
es  vor  dem  könige ! 

CXCIII.  Ysonde,  du  bist  mein  feind,  du  sündigst,  dame,  gegen  mich; 
du  spottest  so  über  mich,  mein  oheim  will  mich  nicht  sehen ;  er  droht,  mich 
zu  erschlagen.  Ehrenvoller  wäre  es  von  dir,  besser  zu  handeln,  bei  gott  in  der 
dreieinigkeit ,  unter  diesen  umständen  ;  oder  ich  werde  aus  diesem  lande  ent- 
fliehen, weit  weg  nach  Wales!« 

CXCIV.  »Tristrem,  die  Wahrheit  zu  sagen,  ich  wünschte  dir  wenig  gutes; 
aber  ich  verläumdete  dich  niemals,  ich  schwöre  es  bei  gottes  kreuz.  Die  leute 
sagten,  du  lägest  bei  mir,  dein  oheim  ist  überzeugt  davon.  Gehe  deines  weges, 
es  scheint,  als  ob  du  toll  wärest  in  deiner  wuth ;  ich  liebte  niemals  einen  mann 
leidenschaftlich,  ausser  dem,    welcher  meine  jungfrauschaft  besass ! « 


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CXCV.  »Liebe  Ysonde,  deine  gnade,  bitte  den  könig  für  mich,  wenn  es 
dein  wille  wäre,  er  möge  mich  von  schulden  (?)  frei  machen ;  ausser  landes  will 
ich  wo  anders  hin  ziehen ,  er  soll  mich  nimmer  sehen ! «  Marke's  herz  war 
schmerzbewegt,  wo  er  auf  dem  bäume  sass,  und  er  gedachte  :  »Unschuldig  seid 
ihr  in  eine  solche  üble  nachrede  gebracht !  « 

CXCVI.  »Du  sagst,  ich  hätte  dich  verläumdet,  die  leute  sagen,  du  lägest 
bei  mir ;  aber  wenn  ich  auch  zu  sterben  fürchtete ,  so  will  ich  doch  dein  an- 
liegen vortragen.  Marke ,  dein  oheim ,  ist  mächtig ,  genug  vermag  er  dir  zu 
geben.  Ich  frage  nicht  danach,  was  ich  lüge,  wenn  du  dich  nur  freiwillig 
entfernt  hast!«     Marke  dachte  da:    »Doch  soll  er  ruhig  bleiben!« 

CXC  VII.  Tristrem  ging  so  weg ,  Ysonde  in  ihr  gemach  gewiss ;  niemals 
war  Marke  so  weh ,  er  hörte  selbst  alles  das ;  ganz  betrübt  ging  Marke  weg, 
bis  er  Tristrem  küssen  konnte,  und  tödtlich  hasste  er  doch  den,  welcher  ihn 
verkehrt  berichtet  hatte.  Ganz  aufs  neue  war  da  freude  und  wonne,  und  will- 
kommen der  treue  Tristrem. 

CXCVIII.  Nun  hat  Ysonde  ihren  willen ,  Tristrem  ist  hoher  marschall ; 
drei  jähre  vergnügte  er  sich  in  der  stille  mit  Ysonde ,  strahlend  wie  ein  ring ; 
ihre  liebe  konnte  niemand  vernichten,  so  schlau  waren  sie  beide;  Meriadok, 
in  böser  absieht ,  belauerte  sie  von  nächster  nähe  aus  sehr  in  bezug  auf  ihr 
thun;  wenn  er  sie  verderben  könnte,  so  würde  er  sich  in  fröhlicher  Stimmung 
befinden. 

CXCIX.  Meriadok  verläumdet  stets,  zum  könig  sagte  er  so:  »Ihre  thor- 
heiten  treiben  sie  stets,  ganz  genau  sagte  ich  es  dir.  Achte  nun  darauf  eines 
tages,  und  zur  ader  lasst  euch  drei;  thue  wie  ich  dir  sage,  und  ein  kennzeichen 
sollst  du  sehr  bald  sehen :  ihr  bett  wird  blutig  sein,  ehe  er  seinen  wünsch  voll- 
bracht hat.« 

CC.  Zur  ader  gelassen  wurde  dem  könig,  Tristrem  und  der  königin ;  bei 
ihrem  aderlasse  wurde  der  fussboden  rein  gefegt;  Meriadok  brachte  feines  mehl 
und  streute  es  dazwischen,  damit  kein  wesen  gehen  könnte,  ohne  dass  es  mit 
äugen  gesehen  würde ;  dreissig  fuss  zusammen  sprang  Tristrem  diese  nacht. 

CCI.  Nun  ist  Tristrem  willens ,  sich  mit  Ysonde  zu  vergnügen ;  er  kann 
nicht  dazu  kommen,  sie  zu  küssen,  so  voll  lag  es  von  mehl.  Tristrem  sprang 
gewiss  dreissig  fuss,  die  Wahrheit  zu  sagen.  Als  Tristrem  dies  that,  sprang 
seine  blutbinde  entzwei  und  blutete ;  und  dann  gegen  tag  sprang  er  von  ihrem 
bette  weg. 

CCII.  Dreissig  fuss  dazwischen  sprang  er,  ohne  zweifei ;  sehr  schmerzte 
ihn  seine  ader,  wie  nicht  zu  verwundern  war.  Mark  hatte  ihr  bett  gesehen 
und  es  war  ganz  blutig.  Er  sagte  da  zu  Brengwain,  Tristrem  hätte  seinen 
frieden  gebrochen  zwischen  (ihm  und  dem  könig).  Sofort  begab  er  sich 
ausser  landes  aus  Marke's  äugen. 

CCIII.  Tristrem  war  entflohen,  gewiss  und  ohne  zweifei.  In  London  eines 
tages  wollte  Marke  die  königin  reinigen.  Die  leute  sagten,  sie  habe  das  gesetz 
gebrochen;  ein  bischof  machte  die  mittelsperson ;  mit  heissem  eissen,  in  der 
that,  gedachte  sie  sich  rein  zu  machen  von  schuld.  Ysonde  sagte  sogleich, 
das  urtheil  wollte  sie  auf  sich  nehmen. 

CCIV.  Man  befestigte  dort  die  absteckstangen  bei  Westminster  in  ganz 
gesetzmässiger  weise,  damit  (sie)  heisses  eisen  tragen  sollte  um  herrn  Tristrems, 


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des  ritters,  willen.  In  armseligem  gewande  kam  Tristrem  diese  nacht  —  von  allen 
rittern  hier  konnte  ihn  keiner  von  ansehen  —  zur  lieblichen  Ysonde,  der  strah- 
lenden,  wie  zwischen  ihnen  abgemacht  war. 

CCV.  Ueber  die  Temse  sollte  sie  setzen,  das  ist  ein  arm  der  see:  »Zu 
dem  schiffe  hin  soll  dieser  mann  mich  tragen  ! «  Tristrem  trug  sie  da  und  fiel 
auf  die  königin,  unmittelbar  an  ihre  nackte  seite,  so  dass  mancher  mann  sie 
sehen  konnte ,  ohne  dass  man  es  ihm  zeigte ;  ihre  schäm  oberhalb  ihres  knies 
erblickten  nackt  die  ritter. 

CCVI.  Im  wasser  wollten  sie  ihn  ertränken,  und  schlimmer  noch  (behan- 
deln), wenn  sie  es  können;  »Ihr  vergeltet  ihm  übel  seine  anstrengung,«  sagte 
die  königin  zu  wiederholten  malen  zu  ihnen.  »Es  scheint,  weder  speise  noch 
trank  hatte  er  manchen  tag.  Vor  armuth,  dünkt  mich,  fiel  er,  die  Wahrheit 
zu  sagen,  und  vor  mangel ;  gebt  ihm  gold,  bitte,  er  mag  gott  anflehen,  mir 
glück  zu  verleihen  !  « 

CCVII.  Gold  gaben  sie  ihm  da ;  die  Versammlung  des  gerichtshofes  be- 
gannen sie ;  die  liebliche  Ysonde  beeidigte  es ,  sie  wäre  eine  schuldlose  frau  : 
»Nur  trug  mich  einer  zum  schiff,  die  ritter  sahen  es  wohl  da;  was  immer  seine 
absieht  gewesen  ist,  sehr  nahe  wagte  er  sich  in  Wahrheit;  so  nahe  kam  (mir) 
nie  ein  mann,   ausser  mein  herr,  der  könig!« 

CCYIII.  Die  liebliche  Ysonde  hat  ihre  reinheit  beschworen ,  die  muntere 
frau ;  für  sie  hatten  sie  das  heisse  eisen  bestimmt  in  der  that.  Die  ritter  waren 
anwesend  ;  für  sie  baten  sie  da.  Das  eisen  hatte  sie  getragen,  aber  Marke  ver- 
gab ihr  an  dem  tage ,  und  that  so :  Meriadok  hielten  sie  für  einen  narren  in 
seiner  falschheit. 

CCIX.  Ysonde  ist  für  rein  erklärt  trotz  Meriadok's ;  nie  vorher  war  die 
königin  in  so  gutem  einverständniss  mit  Marke ,  gewiss ;  Tristrem  ist  sicher- 
lich nach  Wales  (gegangen)  ;  in  kämpfen  ist  er  gewesen,  und  eilig  erkundet  er 
solche  gerade  auch  dort :  weil  er  Ysonde  nicht  küssen  kann,  suchte  er  überall 
kämpf. 

CCX.  In  Wales  war  da  ein  könig,  der  hiess  Triamour;  er  hatte  eine  junge 
tochter,  die  war  Blancheflour  geheissen ;  Urgan  mit  grosser  Widerstandskraft 
belagerte  ihn  in  seinem  thurm,  um  für  sich  das  liebliche  wesen  zu  gewinnen 
und  sie  in  sein  schlafgemach  zu  bringen  durch  kämpf.  Tristrem  wurde  mit 
grosser  ehre  des  königs  ritter. 

CCXI.  Urgan  behauptete  Wales  mit  unrecht,  die  Wahrheit  zu  sagen;  oft 
und  nicht  selten  beraubte  er  Triamour;  Triamour  sagte  zu  Tristrem  an  einem 
sommertage,  Wales  wollte  er  ihm  überlassen,  wenn  er  es  jetzt  gewinnen  könne. 
Tristrem,  ohne  Widerspruch,   gewann  Wales  durch  kämpf. 

CCXII.  Tristrem  traf  Urgan  auf  dem  felde  zum  gefechte;  zu  ihm  sagte 
er  da  als  ein  tüchtiger  ritter:  »Du  erschlugst  meinen  bruder  Morgan  gerade 
beim  essen  ;  so  wahr  ich  ein  tüchtiger  mann  bin ,  seinen  tod  büssest  du  heut 
abend,  als  mein  feind  !  «  Tristrem  sprach:  »Wahrhaftig,  so  finde  ich  gefallen 
daran,  dich  zu  erschlagen  !  « 

CCXIII.  Zwölf  fuss  (lang)  war  der  stock ,  welchen  Urgan  beim  kämpfe 
gebrauchen  wollte ;  seinem  hiebe  vermag  niemand  stand  zu  halten  :  Ein  wunder, 
wenn  Tristrem   es  vermag !     Tristrem   gewann  einen  vortheil ,    seine   keule   fiel 


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herunter,  und  ab  hieb  des  riesen  hand  Tristrem ,  an  jenem  tage;  Tristrem, 
die  Wahrheit  zu  sagen,   machte  den  riesen  bluten. 

CCXIV.  Urgan  ganz  in  zorn  focht  mit  seiner  linken  hand  gegen  den 
klugen  Tristrem ;  einen  starken  hieb  führte  er  auf  seinen  so  schönen  heim,  dass 
er  auf  die  erde  taumelte ;  aber  er  sprang  sogleich  wieder  auf  und  pries  gottes 
barmherzigkeit ,  des  allmächtigen ;  Tristrem  mit  seinen  seh  wert  begann  kräftig 
zu  fechten. 

CCXV.  Der  riese  stand  in  entfernung ,  seine  hand  verlor  er  gewisslich ; 
er  floh,  als  ob  er  toll  wäre,  dorthin  wo  seine  bürg  liegt ;  Tristrem  trat  in  das 
blut  und  fand  die  hand,  die  jenem  gehörte;  weg  ging  herr  Tristrem;  der 
riese  kam  überdem  und  suchte ;  um  seine  hand  zu  heilen,  hatte  er  salben  mit- 
gebracht. 

CCXVI.  Urgan,  der  ungeschlachte  riese,  eilte  herrn  Tristrem  nach;  die 
gegend  von  nah  und  fern  war  da  versammelt ;  Tristrem  dachte  da :  »Ich  nehme, 
was  mir  gott  gönnt ! «  Auf  einer  brücke  wartete  er  ;  es  sah  da  mancher  mann 
zu ;  sie  trafen  sich ;  Urgan  lief  auf  Tristrem  zu  und  grimmig  forderten  sie 
sich  da  heraus. 

CCXVII.  Streiche  von  grosser  gewalt  theilten  sie  gegenseitig  aus,  so  dass 
durch  ihre  strahlenden  brünnen  ihrer  beider  blut  sichtbar  wurde ;  Tristrem  focht 
als  ein  ritter,  und  Urgan  ganz  in  zorn,  gab  ihm  einen  wuchtigen  schlag,  seinen 
schild  spaltete  er  in  der  mitte  entzwei.  Tristrem,  ohne  zweifei,  war  es  nie 
vorher  so  weh  (zu  muthe). 

CCXVIII.  Wieder  schlug  Urgan  mit  gewalt,  und  mit  diesem  hiebe  ver- 
fehlte er  das  ziel;  Tristrem  gab  einen  gegenschlag  und  stiess  (das  schwert) 
durch  seinen  leib;  Urgan  sprang  unfroh  weg,  er  stürzte  über  die  brücke. 
Tristrem  hat  Urgan  erschlagen,  so  dass  es  die  ganze  gegend  wusste,  nach 
wünsch ;    der  könig  küsste  da  Tristrem  und  überliess  ihm  Wales. 

CCXIX.  Der  könig  brachte  einen  hund  vor  Tristrem ,  den  treuen ;  mit 
welcher  färbe  er  geschaffen  war,  will  ich  euch  jetzt  zeigen.  Seide  war  nicht 
so  weich,  er  war  roth,  grün  und  blau;  die  welche  ihn  oft  sahen,  hatten  von 
ihm  gewiss  lust  und  freude ;  sein  name  war  Peticrewe,  von  ihm  erscholl  viel  lob. 

CCXX.  Der  könig  Triamour  gab  ihn  Tristrem,  dem  höfischen,  weil  er 
ihn  und  sein  ganzes  geschlecht  von  der  plage  befreit  hatte.  Tristrem  zeigte 
mit  grosser  ehrerbietung ,  dass  er  höfische  sitte  kannte ;  er  gab  an  Blaunche- 
flour  Wales  für  alle  zeiten,  sofort,  und  Peticrowe  sandte  er  an  dame  Ysonde, 
die  königin. 

CCXXI.  Ysonde,  ohne  zweifei,  als  sie  den  hund  gesehen  hatte,  sandte 
sie  ihm  eine  rückbotschaft ,  sie  habe  für  ihm  den  frieden  hergestellt ;  Mark 
hörte,  wie  es  stand,  dass  er  Urgan  erschlagen  hätte;  boten  wählte  er,  Tristrem 
zu  erkunden  (?),  den  edlen;   Marke  war  sehr  froh  und  küsste  Tristrem. 

CCXXII.  Marke  rief  Tristrem  und  übergab  ihm  alles  zusammen ,  Städte 
und  alle  kastelle  ,  als  ob  er  truchsess  gewesen  wäre.  Wer  war  heiter  in  der 
halle,  wenn  nicht  die  königin  Ysonde?  Wie  es  auch  ablaufen  möchte,  sie  ver- 
gnügten sich  stets  zusammen ,  die  zwei ;  so  lange  sinnen  sie  auf  liebe ,  dass 
Marke  sah,   es  stünde  so. 

CCXXIII.  Marke  sah,  wie  es  steht,  was  für  liebe  zwischen  ihnen  bestand  ; 
sicherlich  war  dies  sein  wünsch,    vollauf  gerächt  zu  werden ;    er    rief  Tristrem 


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sofort  und  übergab  ihn  die  königin,  und  trieb  sie  beide  gewiss  weg  aus  seinen 
äugen;  froher  waren  sie  ohne  zweifei  vorher  nie. 

CCXXIV.  Nach  einem  walde  flohen  sie  hin ,  Tristrem  und  die  schöne 
Ysonde ;  sie  hatten  keine  wohnung  nach  wünsch,  ausser  den  gar  grünen  wald ; 
neben  gehölz  und  hügel  hin  zogen  Tristrem  und  die  königin ;  Ysonde  hat  an 
freude  ihr  reiches  mass  und  Tristrem,  ohne  zweifei,  dort;  so  heiter  waren  sie 
zusammen  nie  vorher. 

CCXXV.  Tristrem  und  die  dame  wurden  weggejagt  für  ihre  that;  Hodain, 
die  Wahrheit  zu  sagen ,  und  Peticrowe  gingen  mit  ihnen.  In  einem  erdhause 
lagen  sie,  die  Jagdhunde  führten  sie  mit  sich;  Tristrem  lehrte  sie  bei  tage, 
thiere  zu  jagen  nach  bedürfniss,  in  eile ;  in  dem  grossen  walde  richtete  Tristrem 
Hodain  ab. 

CCXXVI.  Tristrem  mit  Hodain  tödtete  ein  wildes  thier;  in  einem  erd- 
hause lagen  sie ,  da  hatten  sie  freude  genug.  Riesen  ,  in  alten  tagen ,  hatten 
es  ohne  zweifei  gefertigt;  jede  nacht,  die  Wahrheit  zu  sagen,  zogen  sie  dahin 
beide  mit  macht;  zwischen  dem  gezweige  des  waldes  durch  unterschieden  sie 
tag  und  nacht. 

CCXXVII.  Im  winter  war  es  warm,  im  sommer  war  es  kühl;  sie  hatten 
einen  geheimen  weg,  welchen  sie  niemandem  sagten ;  sie  hatten  keinen  wein 
noch  altes  bier,  noch  assen  sie  gute  speise:  sie  hatten  alles,  was  sie  wollten 
nach  wünsch;  aus  liebe  schaute  eines  das  andere  an,  keines  von  ihnen  konnte 
sich  am  anderen  sättigen. 

CCXXVIII.  Tristrem  stand  auf  einem  hügel,  wie  er  ihn  vorher  angetroffen 
hatte  (?) ;  er  fand  eine  sehr  gute  quelle,  ganz  weiss  war  sie,  die  grosse ;  dorthin 
ging  Tristrem  und  die  schöne  Ysonde,  die  liebliche;  das  war  ihre  ganze  nah- 
rung  ,  und  wildfleisch  assen  sie  und  kraut;  solche  freude  hatten  sie  noch  nie- 
mals, zwölf  monate  weniger  drei  wochen  lang. 

CCXXIX.  Tristrem  nahm  eines  tages  Hodain  sehr  früh  mit;  ein  thier  er- 
beutete er  bei  einem  geheimen  Stege ;  er  richtete  es  zu ,  ohne  zweifei ,  und 
brachte  es  eilig  nach  hause ;  Ysonde  lag  im  schlafe ,  Tristrem  legte  sich  zu 
ihr,  der  königin;    sein  schwert  zog  er  rasch  und  legte  es  zwischen  sie. 

CCXXX.  Ein  hirsch  entrann  Marke  an  demselben  tage;  seine  Jäger  ver- 
folgten es,  einen  pfad  fanden  sie  da.  Tristrem  sahen  sie  da  und  Ysonde,  die 
Wahrheit  zu  sagen.  Nie  sahen  sie  einen  solchen  mann  noch  eine  so  schöne 
frau  mit  äugen ;   zwischen  ihnen  lag  da  ein  sehr  strahlendes,  gezogenes  schwert. 

CCXXXI.  Die  Jäger  gingen  direkt  und  erzählten  es  alsbald  Marke;  die 
dame  und  den  ritter,  beide  hat  Marke  gesehen ;  er  kannte  sie  wohl  von  an- 
sehen, das  schwert  lag  zwischen  ihnen.  Ein  sehr  glänzender  Sonnenstrahl 
schien  auf  die  königin  durch  eine  Öffnung,  auf  ihr  so  schönes  antlitz ,  und 
Marke  that  das  leid. 

CCXXXII.  Seinen  handschuh  legte  er  darauf,  um  die  sonne  abzuwehren ; 
der  zorn  überkam  Marke,  dann  sprach  er  :  »O  weh  (?)!  Wenn  sie  in  sünde  wären, 
würden  sie  nicht  so  da  liegen  !  Sie,  wie  sie  getrennt  leben,  sie  kümmern  sich 
gewiss  nicht  um  solches  liebesspiel !  «  Die  ritter  sagten  zu  wiederholten  malen : 
«Aus  treuer  liebe  geschieht  das!« 

CCXXXIII.  Da  erwachte  Tristrem,  der  treue,  und  die  liebliche  Ysonde, 
die  schöne ;    den    handschuh    zogen    sie  weg    und    sagten    unter    sich ,   für    den 


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Marke's  erkennten  sie  ihn  ;  sie  wüssten ,  er  wäre  da  gewesen.  Da  war  ihre 
freude  ganz  neu  darüber,  dass  er  sie  mit  äugen  gesehen  hätte ;  darüber  kamen 
tapfere  ritter,   um  sie  beide  gerade  zu  holen. 

CCXXXIV.  An  den  hof  waren  die  beiden  gekommen,  welche  in  dem 
walde  gewesen  waren ;  Mark  küsste  Ysonde  da  und  Tristrem ,  den  treuen  ge- 
nossen; vergeben  war  ihnen  ihr  leid;  noch  nie  waren  sie  so  beliebt.  Tristrem 
übernahm  das  amt  eines  landvogtes  rasch,  es  zu  versehen,  eine  kurze  zeit  lang. 
Wer  etwas  von  liebe  lernen  will,  höre  es  jetzt  bis  auf  den  grund(?)! 

CCXXXV.  So  geschah  es  an  einem  sommertage,  Tristrem  und  die  königin 
schlichen  sich  leise  zu  ihrem  liebesspiele ;  der  zwerg  hat  sie  gesehen,  zu  Mark 
sprach  er :  »Herr  könig,  ohne  zweifei,  dein  weib  ist  jetzt  weg  und  dein  ritter; 
eile  so  rasch  du  kannst,   und  ergreife  sie,  wenn  du  es  vermagst ! « 

CCXXXVI.  Der  könig  Marke  lief  nach ;  das  sehen  sie  beide.  Tristrem 
sagte  da:  »Ysonde,  wir  sind  in  schände  gebracht;  trotz  aller  plane,  die  wir 
fassen  können,  kann  es  nicht  verheimlicht  bleiben.«  Noch  nie  gab  es  einen 
so  betrübten  mann,  als  Tristrem  war,  der  höfische:  »Aus  todesfurcht  fliehe  ich, 
in  kummer  und  weh  begebe  ich  mich ! 

CCXXXVII.  Ich  fliehe  aus  todesfurcht,  —  ich  wage  nicht  länger  zu  ver- 
weilen —  in  leid  mein  leben  hinzubringen  in  diesem  walde ! «  Einen  ring  bot 
Ysonde  ihm  da  zum  erinner ungszeichen.  Er  floh  in  grosser  furcht  davon ,  im 
walde  sich  zu  verbergen ,  sofort ;  ihn  zu  suchen  ritten  sie  schnell ,  sie  fanden 
nur  die  königin. 

CCXXXVIII.  Tristrem  ist  fortgegangen,  als  ob  es  nicht  geschehen  wäre; 
desshalb  sagten  die  ritter,  Marke  habe  unrichtig  gesehen ;  für  sie  baten  sie  da, 
so  dass  Marke  der  königin  vergab.  Tristrem  lag  bei  Ysonde  diese  nacht,  ohne 
zweifei,  und  wachte,  und  sie  vergnügten  sich  stets  zusammen,  er  nahm  ab- 
schied von  ihr. 

CCXXXIX.  Tristrem  ist  weggegangen,  ohne  wiederzukommen,  und  seufzt, 
die  Wahrheit  zu  sagen,  mit  sorge  und  grossem  leide.  Tristrem  zieht  stets  herum 
als  ein  mann,  welcher  getödtet  zu  werden  wünschte,  sowol  nacht  wie  tag,  um 
sich  kämpfe  zu  erfragen,  der  edle ;  Spanien  hat  er  durchsucht,  drei  riesen  er- 
schlug er. 

CCXL.  Aus  Spanien  zog  er  weg,  um  Rohand's  söhne  zu  besuchen;  lust 
und  freude  zeigten  die,  willkommen  war  er  ihnen.  Als  herr  verweilte  er  dort, 
wozu  guter  grund  vorhanden  war ;  sie  boten  ihm  weite  ländereien  an ,  die  er 
für  sie  frei  gemacht  hatte;  er  bedachte  sich;  er  sprach:  »Habet  dank,  eure 
ländereien  nehme  ich  nicht ! « 

CCXLI.  Nach  Bretein  wandte  er  sich,  wurde  des  herzogs  ritter;  er  gab 
seinem  lande  den  frieden  wieder,  das  vorher  voll  von  kämpf  war.  Alles  was 
dem  herzog  gehörte,  eroberte  er  mit  recht  zurück ;  er  bot  ihm  ,  ohne  zweifei, 
seine  tochter,  die  strahlend  war ;  das  mädchen  hiess  Ysonde  mit  der  weissen 
hand. 

CCXLII.  Tristrems  liebe  war  heftig  zu  der  lieblichen  Ysonde,  der  königin. 
Auf  Ysonde  dichtete  er  ein  lied,  das  sang  Ysonde.  Die  Jungfrau  wähnte 
ganz  unrichtig,  von  ihr  habe  es  gehandelt.  Ihr  wähnen  dauerte  so  lange, 
zu  ihrem  vater  äusserte  sie  sich  darüber  aus  noth ;  Ysonde  mit  der  schönen 
hand  boten  sie  Tristrem  zum  weibe  an. 


—     273     — 

CCXLIII.  In  Tristrem  lebt  ein  wünsch,  den  er  in  seinem  sinne  erkannte : 
» Mark  ,  mein  oheim ,  ist  in  sünde ,  unrecht  hat  er  uns  angethan ;  ich  bin  in 
sorge  und  quäl,  dazu  hat  sie  mich  gebracht;  ihre  liebe,  behaupte' ich,  gehört 
mir,  das  buch  sagt,  es  geschieht  nicht  mit  recht ! «  Dem  mädchen  ging  er  um 
so  mehr  nach,  weil  sie  Ysonde  hiess. 

CCXLIV.  Das  erkannte  er  in  seinem  herzen  und  treulich  dachte  er  immer 
daran;  dass  bündniss  schloss  er  fest  mit  Ysonde,  der  Jungfrau  mit  der  weissen 
hand,  er  vermählte  sich  (mit  ihr)  an  dem  tage.  Bei  nacht,  das  weiss  ich, 
gingen  sie  in  das  brautgemach  zu  bette.  Tristrem's  ring  fiel  herunter,  als  man 
ihn  zum  brautgemach  leitete. 

CCXLV.  Tristrem  schaute  den  ring  an,  da  war  sein  herz  gar  weh :  »Gegen 
mich  beging  niemals  Ysonde  so  etwas;  Mark,  ihr  herr,  der  könig,  mag  sie 
mit  verrath  nehmen,  mein  herz  vermag  niemand,  um  keinen  preis,  von  ihr  loszu- 
reissen,   der  edlen;  ich  habe  uns  beide  getrennt,   das  unrecht  liegt  ganz  bei  mir!« 

CCXLVI.  Tristrem  ging  zu  bette  mit  sorgenvollem  herzen ;  er  sprach : 
»Die  geheime  that  wage  ich  nicht  zu  thun!«  Der  Jungfrau  verwehrte  er  es, 
wenn  es  etwa  ihr  wille  wäre  (?).  Die  Jungfrau  antwortete:  »Darüber  habe  du 
keine  sorge !  Ganz  in  der  stille  will  ich  nichts  mehr  wünschen,  als  nach 
deinem  eigenen  willen ! « 

CCXLVIL  Ihr  vater  gab  ihuen  eines  tages  weite  ländereien ;  fern  in  dieser 
gegend  waren  nahe  dabei  grenzpfähle  gesetzt.  Zwischen  dem  herzog  und  einem 
ungeschlachten  riesen  hatten  sie  immer  gestanden.  Dort  durfte  niemand  sich 
vergnügen,  ohne  dass  er  ihm  aufgelauert  und  mit  ihm  gekämpft  hätte ;  verlieren 
sollte  er  seinen  übermuth,  wäre  er  könig  oder  ritter. 

CCXLVIII.  »Tristrem,  ich  verbiete  es  dir  um  der  liebe  zu  mir  willen, 
jage  du  aus  keinem  gründe  jenseits  des  armes  der  see;  Beliagog  ist  ungeschlacht, 
ein  starker  riese  ist  er ;  vor  ihm  sollst  du  dich  fürchten ,  du  erschlugst  seine 
drei  brüder  im  kämpfe :  Urgan,  und  den  unedlen  Morgan,  und  Moraunt,  den 
edlen  ritter ! 

CCXLIX.  Wenn  deine  hunde  wol  auf  den  hasen  losgehen^)  und  kommen 
frei  zu  dir  zurück,  so  sei  du  auch  freundlich,  wenn  seine  hunde  zu  dir  kommen !  « 
Der  wald  war  sehr  schön,  mit  manchem  seltenen  bäume;  Tristrem  gedachte 
zurückzukehren,  wie  es  auch  stehe,  um  (auf  ihn)  zu  warten:  »Diese  gegend 
will  ich  sehen,   was  für  ein  abenteuer  sich  auch  ereignen  möge ! « 

CCL.  Tristrem  ritt  auf  die  jagd ,  einen  hirsch  jagte  er ;  wo  die  grenz- 
pfähle angebracht  waren,  liefen  seine  hunde  herüber.  Das  wasser  war  dunkel 
und  breit ,  Tristrem  kam  als  (muthiger)  mann ;  wo  der  herzog  es  verboten 
hatte  (?),  folgte  er  (ihnen)  rasch,  gerade  dort;  er  blies  tusch,  so  laut  er  kann, 
drei  mal  oder  mehr. 

CCLI.  Beliagog  kam  da,  und  fragte,  wer  er  sei.  »Auf  die  jagd  reite  ich 
hier,  Tristrem  heisse  ich  sicherlich ! «  »  O  du  erschlugest  Moraunt  im  übermuth ; 
Tristrem,  bist  du  der?  Und  dann  den  ungeschlachten  Urgan,  unnatürlich  wäre 
es ,  wollten  wir  uns  küssen  als  verwandte.  Bussen  musst  du  den  frevel ,  jetzt 
da  du  in  meinem  lande  bist !  « 

CCLII.     »Ich  erschlug  Urgan,    das  sage  ich  dir,  ebenso  hoffe  ich  dich  zu 
erschlagen ;    deinen  wald  will  ich   fällen  und  eine   bürg  will   ich  bauen.     Hier 
ist   es    lustig,    zu    verweilen,    desshalb    eigne    ich   mir    dies   gebiet    an!«     Der 
Kölbing,  Sir  Tristrem.  jg 


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riese  hörte  diese  rede,  desshalb  war  ihm  sehr  weh,  thörichter  weise.    So  zwischen 
ihnen  zwei  hob  der  streit  anr 

CCLIII.  Ungeheure  Wurfspeere  schleuderte  Beliagog ;  Tristrem  hätte  er  da 
fast  das  leben  genommen ;  zwischen  panzer  und  seite  drang  der  speer  durch ; 
Tristrem  wich  seitwärts  aus,  gott  dankte  er  da,  dem  allmächtigen.  Tristrem 
begann  da  mit  macht  zu  fechten  als  ein  (tapferer)   mann. 

CCLIV.  Beliagog  der  muthige,  focht  wie  ein  teufel;  Tristrem's  leben  hätte 
er  beinahe  hingeopfert,  wie  Tomas  uns  erzählt  hat;  Tristrem  hieb,  wie  gott 
wollte,  seinen  fuss  ab,  auf  einen  streich ;  nieder  fiel  er  in  das  feld,  der  mann 
von  grosser  kraft,  und  rief:  »Tristrem,  seien  wir  versöhnt,  und  nimm  meine 
weiten  ländereien! 

CCLV.  Ueberwunden  hast  du  mich  in  schlacht  und  kämpf;  gegen  dich 
zu  kämpfen  will  ich  niemals  mehr  das  recht  beanspruchen.«  Seinen  schätz 
Hess  er  Tristrem,  den  edlen  ritter,  sehen ;  Tristrem  erkannte  ihn  als  freien  mann 
an;  Beliagog  versprach  ihm,  unbestreitbarer  massen,  ihm  eine  strahlende  halle 
zu  bauen  für  Ysonde    und  Brengwain. 

CCLVI.  Der  riese  geleitete  ihn ,  bis  er  eine  bürg  fand ;  das  wasser  ging 
rings  herum ,  es  war  seiner  vorfahren  bürg.  Der  riese  forderte  Tristrem  auf, 
mit  maurern  zu  bauen,  welche  tüchtig  wären.  Beliagog  lieferte  ihm  für  diesen 
zweck  fruchtbaren  waldgrund,  um  (sein  werk)  zu  ende  zu  führen ;  Ysonde  wollte 
er  dort  haben,  lieblich  unter  dem  gewande. 

CCLVII.  Der  riese  zeigte  ihm  da  eine  fürt,  die  geeignet  war,  wo  er  wol 
durchreiten  konnte,  wenn  es  sein  wünsch  wäre.  In  der  bürg  hielt  er  sich 
heimlich  auf,  er  sagte  nicht,  dass  er  dort  wäre ;  er  wollte  nicht  lange  bleiben, 
er  kehrte  da  zurück,  der  edle.  Bei  dem  schlösse  pflegte  er  fürderhin  seine 
arbeiter  zu  besuchen. 

CCLVIII.  Zurück  kehrte  Tristrem  dann,  Beliagog  hatte  maurer  zusammen- 
gesucht ;  Tristrem,  der  viel  versteht,  hat  sie  zur  arbeit  angeleitet ;  da  war  noch, 
niemals  ein  mann,  welcher  wusste,  was  der  andere  arbeitete :  als  sie  es  aufzu- 
richten begannen ,  da  war  ein  solches  werk  noch  nie  (gesehen  worden) ,  (so 
seinem)  zwecke  entsprechend ;  obwol  alle  leute  es  gedacht  hätten,  es  war  weder 
zu  gross  noch  zu  eng. 

CCLIX.  Auf  seinem  sitz  in  der  halle  war  die  liebliche  Ysonde  gefertigt, 
Hodain  und  Peticru,  so  zu  sagen,  wie  Brengwain  den  trunk  brachte;  Mark  in 
seide  gekleidet,  und  Meriadok  voll  von  arglist;  so  lebensgetreu  waren  sie  alle, 
wie  figuren  sahen  sie  nicht  aus;  und  Tristrem,  wie  er  kämpfte  mit  dem  un- 
geschlachten Beliagog. 

CCLX.  So  fand  ein  ereigniss  statt  in  der  Stadt  des  heiligen  Matheus,  dass 
ein  schönes  fest  bei  vornehmen  herren  war;  ein  baron,  der  Bonifas  hiess, 
vermählte  sich  mit  einer  dame  aus  Lyoun ;  da  war  viel  Unterhaltung  von  aller 
art  gesang  und  musik,  von  minstrels  überall  vor  den  vornehmen  leuten. 

CCLXI.  Der  mächtige  herzog  Florentin  reiste  zu  diesem  feste,  und  sein 
söhn  Ganh ardin,  mit  ihnen  ritt  Ysonde  dorthin.  Ihr  pferd  trat  in  einen  sumpf, 
das  wasser  bespritzte  sie  überall;  es  war  ein  seltsamer  streich,  so  hoch  unter 
ihr  kleid  flog  es.    Die  dame  lachte  sehr  spöttisch,   und  Ganhardin  sah  es. 

CCLXII.  Ganhardin  rief  da  unfroh  seine  Schwester  herbei :  »Warte  nun, 
dame,   und  höre:  was  ist  dir  passirt?    Sage  mir  nun  rasch,  so  wahr  als  du  mich 


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liebst:  warum  lachtest  du  da,  weshalb  mag  das  sein?  Ohne  eid,  deiner  freund- 
schaft  werde  ich  absagen,  bis  ich  die  Wahrheit  weiss!« 

CCLXIII.  »Bruder,  erzürne  dich  nicht:  ich  will  dir  die  Wahrheit  sagen. 
Mein  pferd  machte  das  wasser  eines  sumpfes  auf  dem  wege  aufspritzen ;  so 
hoch  flog  es,  däuchte  mich,  dass  es  an  meinem  sattel  haften  blieb.  So  nahe 
hat  noch  nie  ein  mann  getastet,  die  Wahrheit  zu  sagen.  Bruder,  wisse  du 
genau,   dass  ich  wegen  dieses  ereignisses  lachte  !« 

CCLXIV.  Ganhardin  sprach :  »Ich  finde,  dass  wir  schmählich  in  schände 
gebracht  sind ;  eine  von  (?)  unserer  familie  behandelt  er  verächtlich  als  sein  weib  ! 
Als  er  (ihr)  seine  treue  verpfändete  ,  so  sah  ich  das  gern.  Für  alles  gold  von 
Indien  soll  dieselbe  nicht  so  gebrochen  sein ,  dass  es  gesühnt  werden  könnte. 
Seiner  freundschaft  will  ich  absagen ,  einer  von  uns  soll  seinen  schweiss  ver- 
lieren !  « 

CCLXV.  Zornig  ist  Ganhardin,  und  das  sieht  Tristrem ;  von  was  für  einem 
gedanken  er  erfüllt  ist,  fragt  er  gewiss  rasch:  »Du  hast  bei  Ysonde  gelegen, 
so  lange  als  dein  wille  ist :  warum  war  sie  nie  die  deinige  ?  Tristrem ,  sage 
mir  dies :  Was  hat  sie  unrechtes  gethan?   Was  für  eine  that  wirfst  du  ihr  vor?« 

CCLXVI.  »Wenn  es  ihr  wille  gewesen  wäre,  verschwiegen  hätte  es  bleiben 
können  :  sie  hat  es  euch  genau  erzählt,  meiner  ist  sie  quitt !  An  ihr  finde  ich 
keinen  gefallen  mehr,  die  Versicherung  gebe  ich  dir!  Zu  einer  dame  will  ich 
ziehen ,  welche  schöner  ist  als  solcher  drei ,  wenn  man  es  erkundet ! «  Gan- 
hardin sehnt  sich  danach,   die  dame  zu  sehen,  ohne  zweifei. 

CCLXVII.  Ganhardin  nimmt  nicht  theil  an  dem  feste,  er  wurde  Tristrem's 
freund.  Er  sagte,  er  verlöre  sein  leben,  wenn  er  nicht  Tristrem  begleite. 
Tristrem  sprach:  »Wenn  es  so  geschieht,  dass  wir  in  England  ankommen,  sprich 
nicht  von  dem,  was  du  siehst,  sondern  behalte  es  für  dich,  so  wahr  du  ein 
höfischer  mann  bist,  und  verschweige  es-:  lege  deine  hand  darauf,  wenn  man 
es  dir  durch  worte  ablocken  will!«  (?). 

CCLXVIII.  Ganhardin  gab  sein  wort,  er  erbot  sich,  sein  bruder  zu  sein, 
ein  treuer  ritter  zu  sein  in  jeder  nothlage  Tristrem's.  Beide  machten  sich  diese 
nacht  auf,  zu  Beliagog  (zu  gehen).  Ganhardin  sah  den  anblick  und  fürchtete 
sich  sehr:  »Zum  ufer  willst  du  mich  führen,  um  mich  zu  erschlagen,  zu  Beliagog, 
vermuthe  ich !  « 

CCLXIX.  »Ganhardin,  ganz  unrecht  sollst  du  haben:  ach,  warum  sagst 
du  so?  Unglück  möge  über  mich  kommen,  wenn  ich  dich  erschlagen  wollte!« 
Da  rief  ihn  Tristrem:  auf  einem  stelzfuss  kam  er  da  sehr  rasch:  »Herr,  deinen 
willen  zu  thun,   dazu  sind  wir  freudig  bereit!« 

CCLXX.  »Beliagog,  geh  dorthin,  und  sorge  dafür,  dass  alles  bereit  sei: 
Ganhardin  und  ich  will  gehen,  die  dame  zu  sehen  !  «  Eine  solche  bürg  fand 
er  da,  die  von  stein  und  holz  gemacht  war.  Ganhardin  wusste  es  nun  zuvor, 
dort  würden  Tristrem  und  er  verweilen,  um  zu  lauschen,  Ysonde  zu  sehen,  in 
der  strahlenden  und  hübschen  halle. 

CCLXXI.  Zu  Ysonde,  strahlend  wie  der  tag,  gingen  sie  zur  halle ;  Ysonde 
sahen  sie  da  und  Brengwain,  die  zwei  beide,  Tristrem,  die  Wahrheit  zu  sagen, 
und  Beliagog ,  den  ganz  schwarzen ;  als  Ganhardin  zurückprallte ,  als  ob  er 
flöge,  verletzte  er  sich  den  köpf.  Ganhardin  that  es  sehr  leid,  dass  er  Ysonde 
so  nahe  kam. 

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CCLXXII.  Ganhardin  schämte  sich  sehr,  sein  haupt  triefte  von  blut. 
Ysonde  sah  er  da  und  die  schöne  und  gute  Brengwain ;  Brengwain  trug  den 
becher,  ihm  that  das  edle  wesen  leid ,  so  schwor  er  bei  gottes  gnade.  In  ihrer 
hand  klebte  er  ganz  ruhig  fest:  »Tristrem,  wir  sind  toll,  gegen  deinen  willen 
zu  reden.« 

CCLXXIII.  »Es  würde  nichts  anderes  als  herzbrechendes  leid  sein,  das 
sehen  wir  sehr  wol  ein ,  und  eine  thorheit  für  uns ,  ein  wort  gegen  dich  zu 
sprechen :  wenn  ich  meinen  wünsch  erreichen  könnte,  so  möchte  ich  die  dame 
sehen;  mein  herz  hat  sie  durchbohrt,  die  strahlende  und  schöne  Brengwain, 
die  freundin  (?) ;   ich  vermag  nicht  heiter  zu  werden,  bis  ich  die  anmuthige  sehe !  « 

CCLXXIV.  Tristrem  und  Ganhardin,  ihr  wort  gaben  sie  darauf,  bei  ge- 
winn und  verlust  immer  treu  zu  sein,  in  freude  und  in  schmerz,  in  jeder  be- 
ziehung,  so  zu  sagen,  bis  er  bei  Brengwain  gelegen  habe,  wenn  das  Tristrem 
(bewirken)  kann.    Nach  England  nahmen  sie  ihren  weg,  die  ritter  tapfer  zu  rosse. 

CCLXXV.  Herr  Canados  war  da  marschall,  viel  in  der  nähe  der  königin; 
weil  Tristrem  sich  Ysonde  genommen  hatte,  so  glaubt  er  schlau  genug  zu  sein, 
um  sie  mit  einer  Spange  und  einem  kostbaren  ringe  zu  seiner  geliebten  zu 
machen.  Trotz  allem,  was  er  zu  thun  vermag,  war  ihr  herz  immer  hochge- 
sinnt, dass  sie  daran  festhielt,  dass  sie  nie  einem  mann  gesehen  habe,  den  sie 
Tristrem  vorziehen  wollte. 

CCLXXVI.  Tristrem  hatte  ein  lied  gedichtet,  das  sang  Ysonde,  die  kluge, 
und  harfte  immer  zugleich  ;  herr  Canados  war  dabei;  er  sprach  :  »Dame,  du  hast 
unrecht,  in  Wahrheit,  wer  es  gesehen  hat !  Wie  eine  eule  und  gewaltige  stürme, 
so  schreist  du  laut  öffentlich  (?).  Du  liebst  Tristrem  heftig,  unrechtes  hat  man 
dich  gelehrt ! 

CCLXXVII.  Tristrem,  um  deinetwillen,  in  Wahrheit,  hat  er  sich  beweibt; 
das  wird  dich  zur  räche  veranlassen,  von  Breteyne  soll  er  herzog  werden;  eine 
andere  miene  möchtest  du  machen,  wenn  du  sie  selbst  sähest ;  die  liebe  zu  dir 
Hess  ihn  sie  nehmen ,  weil  sie  hiess  so  wie  ihr ;  Ysonde  nennt  man  die  edle, 
mit  der  weissen  hand.« 

CCLXXVIII.  »Herr  Canados,  hüte  dich,  immer  bist  du  mein  feind;  du 
verstehst  nur  in  schändlicher  weise  zu  verfolgen (?),  wo  man  ehre  erweisen 
sollte;  wer  lügen  suchen  will,  braucht  nicht  weiter  zu  gehen.  Unwahres  ver- 
stehst du  vorzubringen,  so  dass  dir  immer  leid  widerfahren  möge  dafür  !  Fluch 
werde  dir  auch  zu  theil  von  gott  und  unserer  (lieben)  frau  !  « 

CCLXXIX.  »Ich  gebe  dir  eine  Versicherung:  dein  glück  sollst  du  ver- 
lieren !  Was  du  von  mir  erbeten  hast,  soll  dir  niemals  zu  theil  werden ;  gehasst 
mögest  du  auch  sein  von  allen ,  welche  wein  trinken !  Fliehe  du  rasch  von 
hinnen  aus  meinen  äugen !  Ich  bete  zur  heiligen  Katharine ,  dass  du  schlecht 
fahren  mögest ! « 

CCLXXX.  Die  königin  war  sehr  erzürnt ;  zornig  ging  sie  ins  zimmer : 
»Wer  mag  einem  manne  fürderhin  vertrauen,  wenn  er  diese  that  gethan  hat?« 
Ein  sattelpferd  forderte  sie  da,  die  wol  im  volke  beliebt  war;  sie  war  sehr 
rasch  mit  ihren  Vorbereitungen  fertig,  ihre  zelte  führten  sie  mit  sich,  die  sehr 
vortrefflichen.  Früher  schon  waren  da  gerade  auf  dem  rosse  Tristrem  und 
Ganhardin. 

CCLXXXI.    Ganz   nahe    an   der    Strasse  warteten    sie  unter  einem   feigen- 


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bäume;  sie  sahen,  wo  Ysonde  ritt,  und  Brengwain,  beide  sah  er,  mit  zwei 
reizenden  hunden,  schönere  konnte  es  nicht  geben.  Ihre  freude  war  sehr  gross, 
einen  befehl  gab  die  edle  Ysonde,  sie  bleiben  stehen.  Tristrem  hörte  das  und 
sprach  so  in  seiner  rede  : 

CCLXXXII.  »Ganhardin,  reite  du  gerade  fort,  meinen  ring  ziehe  vom 
finger ;  gehe  fort  auf  deinem  wege ,  und  grüsse  sie  alle  der  reihe  nach ;  ihre 
hunde  lobe  du  wiederholt,  zeige  deinen  finger  her!  Die  königin,  die  Wahr- 
heit zu  sagen,  wird  den  ring  bald  erkennen,  die  edle  ;  fragen  wird  sie  in  freund- 
licher weise,  und  sage,   du  kommest  von  mir ! « 

CCLXXXIII.  Da  ritt  der  kluge  Ganhardin  fort  und  überholte  sie  nun; 
zuerst  grüsst  er  die  königin  und  dann  Brengwain,  glaube  ich.  Der  ritter  selbst 
streichelte  alsbald  den  hund  Peticru.  Die  königin  hat  den  ring  gesehen,  und 
erkannte  ihn  ganz  zur  genüge,  die  edle.  Sie  sprach:  »Sage  mir,  wie  kam  dieser 
ring  zu  dir?« 

CCLXXXIY.  »Er,  welcher  diesen  ring  hatte,  sandte  ihn  dir  als  erkennungs- 
zeichen!«  Da  sprach  das  liebliche  wesen:  »Tristrem,  das  ist  er ! «  »Dame,  ohne 
lüge,  er  sandte  es  euch  durch  mich!«  Sie  sprach:  »Beim  himmelskönig, 
voll  Sehnsucht  sind  wir  gewesen,  ohne  zweifei :  die  ganze  nacht  verweilen  wir 
(hier) ! «    sprach  Ysonde  zu  Bringwain. 

CCLXXXV.  Sie  wähnten,  die  königin  würde  sterben,  so  krank  war  sie 
ihrem  aussehen  nach  ;  sie  schlugen  in  eile  zelte  auf  und  blieben  da ,  gelehrte 
und  ritter;  Ysonde  sah  die  an,  welche  unter  leichten  blättern  liegen (?).  Tristrem 
erblickte  sie  da,  und  ebenso  Brengwain  in  jener  nacht,  auf  der  haide.  Gan- 
hardin gab  sein  wort,    Brengwain  zu  seiner  gemahlin  zu  machen. 

CCLXXXVI.  Zwei  nachte  liegen  sie  da  in  dem  schönen  walde  ;  Canados 
hatte  einen  spion,  ihre  zelte  zerstörte  er;  da  kam  zu  Canados,  um  laut  zu  er- 
zählen ,  die  gegend  von  ost  und  west ;  Governayl  war  deshalb  da  draussen, 
wie  es  das  beste  war,  um  aufzupassen ;  er  sprach  zu  Tristrem  eilig :  >>  Nun 
wäre  es  zeit,  fortzureiten  !  « 

CCLXXXVII.  Gouernayl,  sein  dienstmann  war  er,  und  Ganhardin  sein 
ritter ;  bewaffnete  ritter  sehen  sie,  um  sie  im  gefechte  niederzuwerfen  ;  Gouer- 
nayl floh ,  er  lief  weg ;  da  folgte  höriger  und  freier,  und  (sie)  Hessen  da  das 
schwere  zeit  (liegen).  Weg  ritt  Tristrem  diese  nacht,  und  Ganhardin  an  sei- 
ner seite. 

CCLXXXVIII.  Herr  Canados,  der  hochmüthige,  führte  die  königin  weg; 
Tristrem,  gar  klug  in  seiner  liebe,  hielt  ihm  an  jenem  tage  nicht  stand  ;  Breng- 
wain strahlend  wie  ein  ring,  weh  war  ihr  da  stets ;  Canados  schrie  sie  da  an 
und  machte  grossen  tumult  und  sprach :  » Dies  land  ist  nicht  ein  ei  werth, 
wenn  du  es  wagst ,  eine  solche  that  zu  thun  ! « 

CCLXXXIX.  Ganhardin  zog  nach  Bretaine  weg,  und  Tristrem  blieb  da, 
um  zu  erfahren,  was  die  leute  sagen  möchten ;  becher  und  klapper  trug  er  bis 
zum  fünfzehnten  tage ,  als  ob  er  ein  aussätziger  wäre ;  unter  den  mauern  lag 
er,  um  zu  lauschen ;  so  weh  war  frau  Ysonde ,  dass  sie  sich  ganz  zerreissen 
möchte. 

CCXC.  Tristrem  lag  im  kummer  da,  desshalb  wollte  Ysonde  toll  werden, 
und  Brengwain  drohte  wiederholt,  sie  auf  der  that  zu  ertappen ;  Brengwain  ging 
weg,  zu  dem  könig  Marke  begab  sie  sich,   und  bereitwillig  sagte  sie,  wie  sie  es 


—     278     — 

treiben  :  »Ohne  zweifei,  einen  solchen  ritter  hast  du  unterhalt  zu  geben,  deine 
schände  möchte  er  sehr  gern! 

CCXCI.  Herr  könig,  trage  sorge  dafür,  herr  Canados  will  deine  königin 
haben !  Wenn  du  die  zwei  nicht  trennst,  da  wird  eine  schände  offenbar.  Sie 
fürchtet  sich  so  vor  ihm ,  dass  es  wunderbar  zu  glauben  ist ;  seinen  willen  zu 
thun,  weigert  sie  sich  jetzt  noch  im  gegenüber  sehr  bald.  Noch  sind  sie  ganz 
rein,  sie  haben  keine  that  gethan  ! « 

CCXCII.  Marke  dankte  Brengwain  in  jeder  beziehung.  Nach  ihm  sandte 
er  in  eile,  er  entfernte  ihn  vom  hofe :  »Du  verdienst  zu  hängen;  das  sehe  ich 
selbst  wol ! «  So  vermochte  Brengwain  Canados  dazu  bringen ,  sich  rasch  zu 
entfernen,  den  hochmüthigen.  Froh  war  die  edle  Ysonde  ,  dass  Brengwain  so 
zu  lügen  verstand. 

CCXCIII.  Dann  sprach  die  königin  zu  ihr:  »Liebe  Brengwain,  du  strah- 
lende, die  du  schön  anzuschauen  bist,  du  weisst  augenscheinlich  (?)  unseren 
wünsch;  wo  ist  Tristrem  hingekommen?  Ist  er  kein  tüchtiger  ritter?  Die  logen 
alle  zusammen,  welche  sagen,  er  wage  nicht  zu  kämpfen  mit  seinem  feinde !  « 
Brengwain  sah  das  richtige  ein,    sie  Hess  Tristrem  in  das  gemach  gehen. 

CCXCIV.  Tristrem  ist  froh  im  gemache,  mit  Ysonde  vergnügte  er  sich  da; 
Brengwain  bat  er  (ihn?)  zuzuhören:  »Wer  dort  waffen  trug,  Ganhardin  und  du, 
habt  euch  damals  rasch  davon  gemacht!«  Tristrem  sprach:  »Rufet  sehr 
rasch  ein  turnier  aus;  keiner  von  uns  will  jarl,  baron  oder  ritter  schonen!« 

CCXCV.  Ein  turnier  Hessen  sie  ausrufen ;  Canados  trat  als  gegenpart  auf, 
und  Meriadok ,  sicherlich ,  stand  auf  seiner  seite.  Tristrem  sandte  sehr  eilig 
nach  Ganhardin,  dem  edlen ;  Ganhardin  kam  rasch ,  das  turnier  mit  äugen  zu 
sehen.  Aus  dem  turnier  wollten  sie  nicht  fliehen ,  bis  ihre  feinde  völlig  zu 
boden  geworfen  wären. 

CCXCVI.  Sie  kamen  auf  das  Schlachtfeld  und  fanden  da  tapfere  ritter ; 
ihre  alten  thaten  vergalten  sie  mit  kämpf  allen  zusammen.  Tristrem  blickte 
auf  Meriadok  hin :  für  die  verläumdungen ,  die  er  erzählt  hatte ,  rächte  er  an 
ihm  da  seinen  verdruss ;  er  gab  ihm  eine  schmerzhafte  wunde  durch  beide  Seiten. 

CCXCVII.  Zwischen  Canados  und  Ganhardin  war  der  kämpf  sehr  heftig; 
Tristrem  dünkte  es  eine  quäl ,  dass  er  so  lange  dauerte ;  er  machte  ihn  seine 
Steigbügel  verlieren ,  zu  boden  warf  er  ihn ;  Sir  Canados  lag  dort ,  das  blut 
drang  durch  die  brünne  zu  seinem  schmerze :  an  ihm  rächte  er  das  ihm  an- 
gethane  unrecht,  so  dass  er  nicht  wieder  aufstand. 

CCXCVIII.  Ihre  feinde  warfen  sie  rasch  nieder,  und  erschlugen  manchen 
von  ihnen ;  die  gegend  Hess  sich  mit  ihnen  in  ein  handgemenge  ein,  sie  thaten 
ihnen  übles  genug;  Tristrem  hat  ihnen  erzählt,  was  jenem  zur  schände  an- 
schlug ;  sie  nahmen  den  hohen  hügel  ein ,  und  schritten  ihn  geschickt  genug 
hinunter  und  legten  sich  in  einen  hinterhalt(?).  Unter  dem  gezweig  des  waldes 
verfolgten  sie  ihre  feinde. 

CCXCIX.  Da  wendete  Tristrem  sich  rückwärts  und  Ganhardin,  ausdauernd 
und  ruhig;  manchen  haben  sie  erschlagen,  und  manchen  nach  wünsch  über- 
wunden ;  das  volk  floh  unfroh  und  sie  riefen  laut  um  hülfe  ;  im  volke  ist  es  nicht 
zu  verhehlen,  sie  hatten  schlimme  wunden  zum  Schlüsse.  Die  verläumder,  die 
in  der  halle  waren,   schmachvoll  waren  sie  in  schände  gebracht. 


—     279     — 

CCC.  Als  das  turnier  vorüber  war,  lag  da  mancher  erschlagen :  Ganhardin 
zog  bald  nach  Bretaine  zurück.  Brengwain  hat  ihren  wünsch  erfüllt:  ganz  ge- 
hörig gerächt  sind  sie.  Ein  ritter,  der  (noch)  keine  schuhe  trug,  hiess  Tristrem, 
die  Wahrheit  zu  sagen ;  sehr  weit  umher  suchte  er  Tristrem  stets ,  und  er 
fand  ihn  da. 

CCCI.  Er  fiel  Tristrem  zu  füssen  und  rief  ihn  um  barmherzigkeit  an : 
» Mein  schönes  und  anmuthiges  liebchen  hat  ein  ritter  mir  geraubt,  sie,  die  von 
liebe  wol  zu  reden  versteht,  eine  solche  möge  Christus  dir  senden !  Versuche 
meine  schmach  zu  lindern  um  der  liebe  zu  der  edlen  Ysonde  willen ;  ohne 
zweifei,  sieben  brüder  hat  er,  der  gegen  mich  kämpfen !  « 

CCCII.  Noch  an  diesem  tage  ziehen  sie  weg  und  kommen  hier  ganz  nahe 
vorbei;  ich  erlange  sie  nie  mehr  wieder,  wenn  ich  sie  diesmal  verliere;  fünf- 
zehn ritter  sind  es,  und  wir  nur  zwei,  um  sie  zu  bestehen !  «  »Wehe  dem,  der 
sie  schont,«  sprach  Tristrem  da,  »heut  nacht  haben  sie  ihren  übermuth  verloren 
durch  die  gnade  des  allmächtigen  gottes ! « 

CCCm.  Sie  waffneten  sich  da  beide  in  eisen  und  stahl;  sie  trafen  sie  an 
einem  steige  bei  einem  walde;  da  entstand  ein  gewaltiges  geschrei,  als  sie  zu- 
sammenrannten. Der  junge  Tristrem,  dabei  wurde  gerade  da  bald  sein  stolz  zu 
schänden  gemacht ;   er  hatte  grosse  wunden,  so  dass  er  nicht  wieder  aufstand. 

CCCIV.  So  wurde  der  junge  ritter  wahrhaftig  dort  erschlagen  :  Tristrem, 
der  der  treue  hiess ,  rächte  ihn  ganz  zu  seinem  eigenen  unheil ;  er  erschlug 
dort  im  kämpfe  fünfzehn  ritter  und  mehr;  sehr  tief  Hess  er  elend  sie  herunter- 
fallen mit  schmerzlichen  schlimmen  wunden ;  aber  einen  pfeil  trug  er  davon 
in  seiner  alten  wunde. 


Personenregister. 


Beliagog  2722.  2751.  2774.  2784.  2802. 
2812.  2829,  2849.  2943«  294-8.  2960. 
2976. 

Blauncheflour  [die  Schwester  Marke's] 
(r.  m.  tour)  *77.  98.  *i62.  215.  756. 
(Blaunche). 

Blauncheflour  [die  tochter  Triamour's] 
(r.  m.  Triamour  —  tour  —  bour  — 
honour)   *2303.  *24i6. 

Bonifas  (r.  m.  cas  —  was  —  solas) 
*2854. 

Brengwain  (r.  m.  slain  —  drain  —  ogain 
—  fain)  *i8o3.  1647.  1661  (Bring- 
wain).* 1666.  *i  676  (Bringwain).  1691. 
1708.  1713.  1716.  1738.  1755 
(Bringwain).  1772.  ^1903  (Bringwain). 
*I982.  (Bringwain).  1987.  *22i8. 
*28o5  (Bringwain).  2842. 2974  (Bring- 
wain) 2985.  2986.  3000.  3010.  3084 
(Bringwain) .  3 106.  *3 1 24  (Bringwain). 
3!32-  3135.  3162.  3182.  3184.  3203. 
3208.  3212  (Bringwain).  3214.  3222. 
3226.  3294. 

Canados  3015..  3029.  3048.  3138.  3140. 
3158.  3264.  3192.  3209.  3236.  3257. 
3263. 

Katerine  (seyn)  (r.  m.  tine  —  hine  — 
wine  —  mine)  *3o68. 

Crist  (r.  m.  trist)  *25i.  390.  3306.  gen. 
Cristes  1766. 


Florentin  (r.  m.  Ganhardin  —  in  — 
gin)   *286i. 

Ganhardin  (r.  m.  Florentin  —  in  — 
gin)  *2863.  2871.  2872.  2894.  *2905. 
2925.  2927.  2938.  2944.  2949.  2962. 
2966.2977.  2980.  2982.*3004.  *3o8o 
(Ganhardine  r.  m.  fine).  3092.  3103. 
3134  (Ganhardine).  3148  (Ganhar- 
dine). 3157  (Ganhardine).  3169  (Gan- 
hardine). 3228.  3240.  3241.  *3257. 
3280.  3292. 

Gouernail  (r.  m.  fail)  *I298.  1122 
(Gouernayl).  11 55  (Gouernayle).ii78. 
3142  (Gouernayl).  3147  (Gouernayl). 
3 151   (Gouernaile). 

Ysonde  1256.  1265.  1266.  1283.  1295. 
1328.  1339.  1353.  1372.  1400.  1419. 
1495.  1498.  1501.  1509.  1537.  1547. 

155°.  J563-  !572.  1574.  1597.  1617. 
1620.  1636.  1651.  1660.  1668.  1685. 
1704.  1712.  1718.  1734.  1737.  1770. 
1785.  1792.  1794.  1801.  1816.  1834. 
1841.  1843.  1848.  1859.  1869.  1892. 
1903.  1915.  1930.  1962.  2003.  2027. 
2029.  2031.  2048.  2052.  2054.  2059. 
2061.2072.  2106.  2113.  2135.  2158. 
2168.  2171.  2202.  2232.  2243.  2269. 
2278.  2289.  2298.  2420.  2421.  2437. 
2455.  2460.  2503.  2515.  2525.  2554. 
2566.  2589.  2601.  2614.  2653.  2654. 


281  — 


2655-  2688.  2805.  2815.  2840.  2969. 

297L  2973-  2981.  2984.  3027.  3°83- 

3088.  3124.  3129.  3178.  3181.  3211. 

3225.  3308. 
Ysonde  wib  be  white  band  2650  f. 

2661  (Ys.  wib  hand  schene).  2673. 

(Ysonde).  2677  f.  2864  (Ysonde). 

2909   (Ysonde).   3017   (Ysonde). 

3046  f. 
Manerious  (r.  m.  bus)  ^297. 
Mark  54  (Markes).  56  (Marke).  123 

(Markes).  227  (Markes).  516  (Marke). 

538.  566.  574  (Marke).  667.  672. 

717.  733  (Marke).  771.  858  (Marke). 

921.  936  (Marke).  958.  962  (Marke). 

980  (Marke).  1077  (Marke).  1100. 

1135.  1140  (Marke).  1151  (Marke). 

1313.1332.  161 1  (Marke).  1622. 1650. 

1705.  1715.  1717.  1778.  1789.  1827. 

1838.  1842.  1981.  1990.  2004.  2014. 

2025.  2064.  2078.  2087  (Marke). 

2092.  2102.  2106.  2150  (Marke). 

2155  (Marke).  2159.  2161.  2216. 

2226.  2285.  2292.  2425.  2430.  2432. 

2442.  2443.  2520.  2532.  2534.  2541. 

2544.  2566.  2580.  2586.  261 1  (Markes). 

2613.2665.2689.  2843.  3185  (Marke). 

3202  (Mark^).  gen.  Markes  991. 

1103.  im.  2141.  2222.  2557. 
Matheus  (seyn)  2851. 
Meriadok  1926.  1948.  1957.  2018.  2036. 

2174.  2179.  2194.  2287.  2290.  2844. 

3237.  3251. 
Moraunt  948.  978.  1001.  1003.  1006. 

1015.  1017.  1026.  1035.  1044.  1068. 

1075.  io79-  io97'  x576.  1601.  2728. 

2755.  Sen-  Morauntes  1055.  1085. 

1194.  Moraunt  1324. 
Morgan  (r.  m.  bigan  —  lan  —  man) 

^36.  24.  30.  *43.  *i  1 3.  167.  186.  254. 

*266.  728.  758.  766.  775.  809.  811. 

820.  868.  ^893.  *2326.  2727.  gen. 

Morganes   188.  Morgan   178.   883. 
Patrike    'seyn)    (r.    m.   like   —  sellike) 

'1228. 
Rohand  115.  149  (RohantJ.    154.   155. 

223.  245.  270.  276.  288.    305.    331. 


534-  539-  575-  585-  607.  615.  628. 
637.  649.  656.  660.  683.  689.  695. 
710.  716.  729.  742.  749.  780.  797. 
.  826.  877.  909.  912.  927.  gen.  Ro- 
handes  299.  2631.  Rohand  652. 

Rouland  riis  (r.  m.  wise  —  his  — 
priisj  *49.  23  (Rouland).  37  (Rou- 
land) *44  (Rouland  rise,  r.  m.  prise). 
94.  117  (Rouland).  122.  157.  179 
(Rouland].  183  (Rouland).  189.  194 
(Rouland).  200.  230  (Rouland).  234 
255.  (Rouland).  727.  755  (Rouland). 

Tomas  2.  10.   397.  412.  2787.. 

Tramtris  (r.   m.  priis  —  is  —  ywis  — 


grns) 


1216.     iil 


I259.      *I272. 


1275.  1277.  1289.  J564.  IS99-  1607. 

Vgl.  auch  v.  253  :  be  »tram«  bifor  be 

»trist«. 
Triamour  (r.  m.  Blauncheflour  —  tour 

—   bour    —   honour)    *23oi.    2314. 

2315.  *24IO. 
Tristrem   4.    110.    219.  277.  302.  325. 

334-  340.  342.  352.  362.  398.    408. 

445.  456.  464.  474.  531.    552.   561. 

566.    573-  S8°-  594-  601.   616.    617. 

645.   648.  650.  672.  696.  709.  718. 

736.   742.  760.  773.  777.  784.    791. 

810.  815.  830.  835.  837.    865.    869. 

892.  923.  953.  959.  964/967.  970. 
•  976.  984.  989.  993.  995.  1000. 

1002.   1012.   1016.  1018.  1027. 

1033.  I037'  1041.  1050.  1058.  1061. 

1066.  1069.  1072.  1081.  1083.  1089. 

1091.  1099.  1104.  1112.  1119.  1124. 

1143.  1152.  1182.  1187.  1205.  1213. 

1242.  1250.  1303.  1319.  1327.  1332. 

1349.  1352.  1357.  1358.  1420.  1427. 

1443-  H53-  1459-  H79-  J52i.  1534- 

1573-  1574.  1585-  1592.  1596.  1618. 

1630.  1635.  1656.  1669.  1684.  1724. 

1735.  1743-  1807.  1844.  1847.  1849. 

1855.  1858.  1874.  1876.  1886.  1898. 

1904.  1908.  1915.  1924.  1927.  1930. 

1939.  1962.  1968.  1977.  1985.  1995. 

1997.  2009.  2013.  2026.  2028.  2030. 

2032.  2040.  2047.  2053.  2059.  2071. 

2080.  2104.  2107.  2124.  2157.  2162. 


__  282  — 

2l67.  2169.  2191.  2200.  2201.  2205-  293©«  293I.  2955.  2967.  2975.  2991. 

2207.  2219.  2223.  2237.  2239.  2249.  3OO4.  30II.  3OI7.  3025.  3026.  3035. 

2293.  2309.  2315.  2320.  2322.  2331.  3037.  3080.  3090.  3H7.  3131.  3145. 

2336.  2337-  2340.  2342.  2346.  2353.  3156.  3160.  3171.  3180.  3217.  3223. 

2359.  2361.  2367.  2370.  2375.  2381.  3224.  3230.  3239.  3250.  3259.  3272. 

2386.2390.2394.  2397.  2400.2411.  3279.  3299.  3319.  3336.  gen.  Tri- 

2414.  2428.  2431.  2432.  2447.2455.  stremes  1156.  1345.  2652.  2775. 

2459.  2461.  2465.  2471.  2475.  2476.  2928.  2941.  3301.  Tristrem  872. 

2498.  2502.  2509.  2516.  2524.  2553.  1954.  2683.  2786. 

2567.  2570.  2577.  2588.  2593.  2608.  Tristrem  (pe  ^ong)  3297.  3329. 

2614.  2619.  2623.  2662.  2685.  2696.  Vrgan  (r.  m.  pan  —  Morgan  —  man) 

27i8.2735.274O.2745.2754.2756.  *2322.   2304.   23II.   2334.   2344. 

2779.  2782.  2788.  2793.  2800.  28oi.  2366.  2375.  2382.  2388.  2392.  2394. 

28lO.  2828.  2830.  2848.  2906.  29I2.  2426.  2727.  2757.  2762. 


Ortsregister. 


Almain  906. 

Bretein    2641.    3040   (Breteyne).    3170 

(Bretaine).  3293  (Bretaine). 
Carlioun   (r.  m.  benisoun  —  doun  — 

boun  —  toun)  *H59.  1302.  ^1389. 

Deuelin   (r.   m.   line    —    medicine   — 

pine)  *i200.  1165.  1180.  1393.  1409. 

Erceldoun    (r.    m.   roune  —  croun  — 


baroun 


toun) 


1. 


Ermonie  (r.  m.  crie  —  lye  —  maistrie) 
*74-  *532  (Hermonie).  *7Ö2.  *8o7. 
*849   (Hermonie).  *9o6. 

Ynde  (r.  m.  finde  —  kinde  —  binde) 

*2900. 

Inglond  (r.  m.  bond  —  stond  —  hond 
—  fond)  *52.  *429  (Yngland).  *770 
(Ingland  r.  m.  hand).  774.  920.  924. 


930.  *io34  (Ingland).    1343.    *i625 

(Ingeland).  *i697.   2932.  3013. 
Yrlond  (r.  m.  bond  —  ystond  —  hond) 

♦969.   *935     (Yrland    r.    m.   hand). 

1068  (Yrland).  1092  (Yrland).  *n66 

(Irland).  1264.  ^1277  (Mond).   1353. 

1386.     1711.    1719.     1803    (Irlond). 

1900. 
Jerusalem  1965.  1973. 
Londen  2225. 
Lyoun   (r.  m.  toun  —  renoun  —  soun 

—  doun)  *28 55. 
Norway  (r.  m.  grey  —  say  —  lay)  *298. 
Spaine  2628.   2630. 
Temes  2245. 
Wales  2123.   2294.  2300.  2311.   2317. 

2321.  2398.  2417. 
Westeminster  2235. 


283 


Namen  von  thieren. 


Hodain  (r.  m.  Bringwain  —  fain  — 
pain  —  sain)  *i674.  1694.  2467. 
2475.  *2476.  2510.  2841. 

Petricrewe  (r.  m.  trewe  —  schewe  - 


blewe  —  glewe)  *24<o8.  2419.  2468 
(Peticrowe).  2841  (Peticru).  *3io8 
(Peticru) . 


NB.  Die  in  den  anmerkungen  gebrauchten  abkürzungen  sind  im  wesent- 
lichen dieselben,  wie  bei  Stratmann  und  Mätzner,  so  dass  eine  besondere  er- 
klärung  derselben  nicht  erforderlich  sein  dürfte. 


Nachträge  und  besserungen. 


Zur   einleitung. 

Von  weiterer,  seit  herausgäbe  der  Tristrams  saga  über  den  Stoff  und  seine 
bearbeitungen  erschienenen  litteratur  ist  mir  noch  folgendes  bekannt  geworden. 

Carl  Lüth  :  Der  ausdruck  dichterischer  Individualität  in  Gottfried's  Tristan. 
Programm  des  gymnasiums  zu  Parchim.    1881.    Progr,  no.   561.    33  ss.  40. 

Da  der  Verfasser  dieser  fliessend  und  gewandt  geschriebenen  abhandlung 
weder  von  der  saga  noch  von  dem  englischen  gedichte  notiz  genommen  hat, 
so  entbehren  seine  ausführungen  jeder  festen  grundlage.  Bei  berücksichtigung 
der  saga  würde  er  z.  b.  gewusst  haben,  dass  gerade  die  erzählung  von  der 
erwachenden  neigung  zwischen  Riwalin  und  Blancheflur,  die  Lüth  p.  10  als 
beleg  anführt  für  Gottfried's  kunst,  zustände  der  seele  zu  zeichnen,  von  ihm 
fast  wortgetreu  aus  seiner  franz.  vorläge  herübergenommen  ist  (vgl.  meine  ab- 
handlung I  p.  XVII  ff.)  Am  annehmbarsten  ist  noch,  was  p.  18  ff.  über  den 
redeschmuck  in  Gottfried's  werk  zusammengestellt  ist. 

Die  erste  nummer  der  neuen  Zeitschrift :  Strassburger  Studien,  herausg.  von 
Martin  und  Wiegand ,  enthält  einen  lesenswerthen  aufsatz  von  Preuss :  Stili- 
stische Untersuchungen  über  Gottfr.  von  Strassburg.  Vgl.  Deutsche  litteraturz. 
1882,  p.  640  f. 

Endlich  führt  der  »Jahresbericht  über  die  erscheinungen  auf  dem  gebiete 
der  germanischen  philologie  von   1881«  als  no.    1069  auf: 

E.  P.  Leith,   On  the  Legend  of  Tristan.     London,  Trübner  1  sh.  6  d. 

Da  dort  nicht  mehr  als  der  titel  der  schrift  erwähnt  wird,  so  scheint  der 
betr.  referent  dieselbe  selbst  nicht  gesehen  zu  haben.  Bartsch  erwähnt  sie  in 
seiner  Bibliographie  unter  no.  550.  Da  dieselbe  weder  auf  der  hiesigen  noch 
auf  der  Berliner  bibliothek  vorhanden  ist,  suchte  ich  sie  auf  buchhändlerischem 
wege  zu  erlangen,  bekam  aber  statt  dessen  folgendes  heftchen  zugesandt :  On 
The  Legend  of  Tristan  :  its  origin  in  myth  and  its  development  in  romance, 
by  Edward  Tyrrell  Leith.  Read  before  the  Bombay  Branch  of  the  Royal 
Asiatic  Society,  April  9th  1868.  Bombay  1868,  welches  in  bezug  auf  die  er- 
klärung  der  Tristan-sage  als  mythus  verdienstlich  sein  mag,  die  litterargeschicht- 
liche  forschung  jedoch  nicht  wesentlich  fördert.      Ich  muss  es  somit  dahin  ge- 


—     2S5     — 

stellt  sein  lassen,   ob  die  1 88 1   erschienene  Schrift  blos  ein  Wiederabdruck  jenes 
Vortrages  oder  eine  ganz  andere  arbeit  ist. 

Zu  p.  LXVIIL  Eine  durch  den  reim  ganz  sicher  gestellte  flexionslose  form 
der  2.  pers.  sing.  ind.  prät.  eines  schwachen  verbums  ist  v.  2082  brouzJ,  r.  m. 
bipouzJk —  Houxt  —  boi/zf.  Hieher  gehören  ferner  die  entsprechenden  formen 
der  verba  prät.  präs.,  z.  b.  v.  2585  mizJ,  r.  m.  knizt ;  v.  469  wold,  r.  m.  bold 
—  cid — told.  Wir  gewinnen  durch  diese  formen  ein  weiteres  wichtiges  zeug- 
niss  für  den  norde.  Ursprung  des  Sir  Tristrem. 

Zum   texte. 

Ich  bitte ,  in  meine  ausgäbe  folgende  kleine  besserungen  einzutragen. 
v.  60  soll  das  komma  nicht  nach  frende,  sondern  nach  hem  stehen,  v.  107 
two]  1.  tvo.  v.  253  bi  for]  1.  bifor.  v.  300  gray]  1.  grey.  v.  346  playd]  1. 
pleyd.  v.  388  te]  1.  to.  XXXIII]  1.  XXXVIII.  v.  606  wil]  1.  will.  v.  660 
kist]  1.  kisst.  v.  682  fand.]  1.  fand.«  v.  707  Wit]  1.  Wip.  v.  775  wikk]  1. 
wick.  v.  789  understand]  1.  vnderstand.  v.  821.  Das  comma  soll  nicht  nach 
si^t,  sondern  nach  po  stehen,  v.  850  o^ain]  1.  ogain.  v.  866  pow]  1.  pou. 
v.  892  Tristrem  pe  swete]  1.  Tristrem,  pe  swete,  v.  928  al]  1.  all.  v.  1015 
bond]  1.  band.  v.  1258  romance]  1.  romaunce.  v.  142 1  clepep]  1.  cleped. 
v.  1472  brend:]  1.  brend  p.  45  XLIX]  1.  CXLIX.  v.  1586.  Nach  be  ein 
comma  zu  setzen,  v.  2150  Marke  pi  nem  his]  1.  Marke,  pi  nem,  his.  v.  2188 
bene]  So  ms.  v.  1901  fain;]  1.  fain,  1.  be.  v.  2288  falshede]  1.  falshede.  v.  2232 
Dazu  ist  die  note  zu  fügen:  »kepe]  kepie  ms.  v.  2357  were]  1.  wer.  v.  2592 
sory]  1.  sori.  v.  2621  sain]  So  ms.  Es  ist  say  zu  lesen,  v.  2972  So]  1.  To. 
v.  3050  pon]  1.  pou.  v.  3067  lede :]  1.  lede !  v.  3212  Brengwain]  1.  Bring- 
wain.     v.   3232]  Das  komma  zustreichen. 

Zu  den  anmerkungen. 

Zu  v.  73  ff.  vgl.  Amis  and  Amil.   v.    1522  ff.  : 

Ouer  al  pat  lond,  est  and  west, 
Than  was  sir  Amis  helden  pe  best 
And  chosen  for  priis  in  tour. 
Diese  stelle  sieht  wie  eine  nachahmung  der  obigen  verse  des  Sir  Tristrem 
aus;  vgl.  o.  p.  XXXI.     In   diesem    falle   würde   man   geneigt  sein,    im  gegen- 
satz  zu  meiner  auffassung  v.  75  nicht  zum  vorigen,  sondern  zum  folgenden  zu 
nehmen. 

v.  322.  In  der  Archaeologia,  Vol.  XXIV  p.  286,  wird  über  pe  long  asise 
folgende  erklärung  gegeben1)  : 

It  would  appear  from  this  (sc.  str.  XXVIII  ff.)  not  to  have  been  an  unusual 
practice  at  that  time  to  play  for  money ;  a  custom  which  in  modern  times 
has  almost  universally  at  this  game  been  abolished.  The  particular  game 
played  by  the  Norwegian  and  Sir  Tristrem,  here  called  the  long  assise,  appears 


1)  Da  mir  das  werk  hier  nicht  zugänglich  war,  so  hat  mein  freund  J.  II. 
Hesseis  in  Cambridge  die  gute  gehabt,  die  betr.  stelle  für  mich  zu  copiren,  wo- 
für ich  ihm  hiermit  bestens  danke. 


—     286     — 

in  the  old  Anglo-Norman  treatises  on  the  game,  under  the  title  of  Covenant 
lei  veint,  and  is  played  with  the  condition  annexed,  that  mate  is  to  be  given 
in  a  certain  number  of  moves,  provided  the  red  king  is  not  moved  unless 
forced  by  check,  and  none  of  the  red  pieces,  unless  they  are  in  danger  of 
being  taken. 

»De  le  long  asise  ceste  guy  est, 

Sy  pust  estre  jue  de  quel  part  ke  wus  plest. « 

(Ms.  Reg.  13  A.  XVIII.  f.   190  b.  Ms.  Cott.  Cleop.  B.  IX.  f.  5.) 

It  is  one  of  those  numerous  fictitious  positions,  which  in  the  I3th  Century 
were  so  much  in  vogue,  but  which,  at  present,  afford  but  little  interest  to  the 
chess-player. 

Ich  überlasse  unseren  culturhistorikern  die  entscheidung  darüber,  ob  diese 
erklärung  für  die  vorliegende  stelle  des  Sir  Tristrem  zu  acceptiren  ist. 

v.  474.  Der  in  der  note  zu  diesem  verse  mitgetheilte  abschnitt  aus  dem 
buche  von  St.  Albans  ist  nach  meiner  copie  eines  exemplars  im  Brit.  Museum 
gegeben.  Ich  trage  hier  noch  nach,  dass  1880  eine  facsimilirte  ausgäbe  dieses 
druckes  erschienen  ist  (vgl.  Bartsch's  Bibliographie  von  1880,  no.  1252).  Doch 
ist  diese  ausgäbe  sicherlich  nicht  verbreitet  genug,  um  meinen  auszug  über- 
flüssig zu  machen. 

v.  824.  In  der  note  zu  diesem  verse  habe  ich  in  folge  eines  sehr  ärger- 
lichen lapsus  calami  von  bärenköpfen,  anstatt  von  eb  er  köpfen  gesprochen. 
Glossar  und  Übersetzung  bieten  das  richtige. 

v.  934.     Statt  man  ist  wol  men  zu  lesen. 
Für  hir  ist  wol  his  zu  lesen. 
Der  sinn   dieses   verses   findet   sich  Beöw.  v.   676  so  wiederge- 


V. 

971. 

V. 

1090. 

geben : 

V. 

1150. 

V. 

1866. 

Gespräc  pä  se  goda  gylp-worda  sum. 
Für  foou  ist  wol  pou  zu  lesen. 
Vgl.  Amis  and  Amil.  v.   11 68: 

Sir,  sehe  seyd,  whi  farstow  so? 
v.  1908.    Der  dichter  drückt  sich  hier  nicht  genau  aus,  denn  Tristrem  thut 
nicht,  um  was  sie  ihn  gebeten  hat,  er  geleitet  sie  nicht  zum  schiffe,  sondern  in 
den   wald.     Allerdings   war   das   der    geheime    sinn   ihrer   bitte,   und  so  dürfte 
sich  der  dichter  das  verhältniss  auch  zurechtgelegt  haben. 

v.  1928.  Ist  vielleicht  nach  analogie  von  v.  719  auch  hier  nach  he,  wold 
einzuschieben?    Dann  würde  an  natürlich  nicht  zu  unne  gehören. 

v.  1954 f.  Woher  der  englische  dichter  den  zug  hat,  dass  Meriadok  ein 
abgerissenes  stück  von  Tristrem' s  grünem  rocke  findet,  vermag  ich  nicht  zu 
sagen.  Von  einem  ritter  in  grünem  kleide  wird  bekanntlich  erzählt  in  Sir 
Gawayne  and  The  Green  Knight,  v.   151  ff.: 

Ande  al  grayped  in  grene  bis  gome  and  his  wedes, 
A  strayteote  ful  strebt,  bat  stek  on  his  sides, 
A  mere  mantile  abof,  mensked  with-inne. 
v.   2007  ff.    Die  anmerkung  zu  dieser  stelle  muss  ich  zurücknehmen.     Man 
vgl.  vielmehr  Ywaine  and  Gaw.  v.    1907  f.  : 

Madame,  god  gif,  his  wil  wer, 
To  wed  yow  and  be  loverd  here. 


—     287     — 

=  Frau,  gott  gebe,  dass  es  sein  wille  wäre,  sich  mit  euch  zu  vermählen  und 
hier  herr  zu  werden.  Ebenso  ist  Sir  Tr.  v.  2007  nach  zz/"ein  komma  zu  machen 
und  zu  übersetzen :  Gott  gebe,  du  hättest  mir  versprochen  etc.  An  god  ist  auch 
v.   2371   das  befremdliche  e  angehängt. 

v,   2289.     clene]  1.   clene. 

v.  2477.  Der  unbestimmte  artikel  in  A  wilde  best  ist  auffällig  und  nur  so 
zu  erklären,  dass  der  dichter  uns  Tristrem's  beschäftigung  im  walde  an  der 
handlung  eines  tages  hat  exemplificiren  wollen.  Freilich  wäre  er  mit  dem  aus- 
druck  Ich  nizt,  v.  2482,  von  diesem  plane  wieder  abgegangen. 

v.  2851.  Welcher  ort  ist  unter  sein  Matheus  toun  zu  verstehen?  Wenn 
ich  I  p.  CXXVIII  vermutungsweise  Salerno  nannte,  so  stützte  sich  dieser  ein- 
fall  darauf,  dass  dort  sich  eine  kathedrale  San  Matteo  befindet  (von  Robert 
Guiscard  1076  begonnen,  1084  eingeweiht).  Aber  es  kann  sich  doch  schwer- 
lich um  eine  ausserhalb  Grossbritanniens  liegende  Stadt  handeln,  trotz  der  er- 
wähnung  von  Lyoun  (v.  2855).  Vielleicht  weiss  jemand  unter  den  fachgenossen 
bessere  auskunft  zu  geben. 

v.  2970.  Die  adjectiva  brizt  und  blipe  könnten  ebenso  gut  auf  Ysonde 
wie  auf  die  halle  bezogen  werden. 

v.  2979.  In  der  Übersetzung  habe  ich,  um  den  sinn  klarer  zu  stellen, 
diesen  vers  grammatisch  zu  v.  2977  genommen;  die  Überlieferung  berechtigt 
dazu  an  sich  nicht. 

v.   3077.     Für  hir  ist  gewiss  hem  zu  lesen. 

Glossar  s.  v.  forleine.  v.  1586.  forlain  ist  nicht  partpr.,  sondern  in/.  — 
s.v.care  3)  fehlt  der  beleg:  *io98. 

Endlich  bemerke  ich  noch,  dass,  wenn  hie  und  da  kleine  differenzen  in 
der  fixirung  der  Wortbedeutungen  zwischen  dem  glossar  und  der  Übersetzung 
zu  tage  treten  sollten,  dies  durch  die  erst  nachträgliche  hinzufügung  der  letz- 
teren verschuldet  ist.  Doch  wird  es  sich  nirgends  um  wichtigere,  sachliche 
abweichungen  handeln. 


Inhalt. 


Seite 

Vorwort VII 

Einleitung. 

I.  Die  handschrift  und  die  ausgaben XIII 

II.  Litteraturgeschichtliches. 

A)  Zur  Überlieferung  der  sage     .....  XVIII 

B)  Zum  englischen  gedichte XXVI 

III.  Die  dichterische  form  des  Sir  Tristrem. 

A)  Die  strophe  und  der  reim XXXII 

B)  Die  alliteration XXXVII 

C)  Der  vers LH 

IV.  Die  sprachliche  form  des  Sir  Tristrem. 

A)  Der  dialekt LX 

B)  Stilistische  eigenthümlichkeiten    ....  LXXIX 

C)  Die  einrichtung  der  ausgäbe XC 

Sir  Tristrem i 

v.  i — 22.  Einleitung.  Der  dichter  hat  in  Erceldoun  von  dem 
Jongleur  Thomas  die  geschichte  Tristrem's  erzählen  hören.  Da 
die  gegenwart  solche  helden  nicht  mehr  hervorbringt,  will  er 
dessen  Schicksale  mittheilen.  v.  23 — 49.  Rouland,  fürst  von 
Ermonie,  bekriegt  Morgan  und  zwingt  diesen  schliesslich  zum 
frieden,  der  auf  sieben  jähre  geschlossen  wird.  v.  50 — 110.  Rou- 
land zieht  mit  seinen  rittern  zu  könig  Marke  von  England,  der 
ihnen  zu  ehren  ein  turnier  arrangirt,  in  dem  sich  Rouland  be- 
sonders auszeichnet ;  Blauncheflour  entbrennt  in  liebe  zu  ihm.  Er 
wird  in  einer  schlacht  verwundet,  Bl.  besucht  ihn  und  in  ihrer 
Umarmung  wird  Tristrem  erzeugt,  v.  in — 242.  Morgan  bricht 
den  frieden;  Rouland,  durch  Rohand  davon  benachrichtigt,  kehrt 
nach  Ermonie  zurück,  nimmt  Bl.  auf  ihre  bitte  mit  sich  und  ver- 
mählt sich  mit  ihr.     Es  folgt  eine  schlacht  zwischen  Morgan  und 


—     289     — 

Seite 
Rouland ,  in  welcher  letzterer  durch  verrath  fällt.  Bl.  bringt 
Tristrem  zur  weit,  übergibt  Rohand  einen  ring  für  ihn  und  stirbt, 
v.  243 — 297.  Rohand  gibt  Tristrem  für  sein  eigenes  kind  aus. 
Morgan  bemächtigt  sich  des  landes.  Tristrem  eignet  sich  alle 
gelehrten  und  ritterlichen  künste  an ,  besonders  erfahren  ist  er 
auch  in  allen  Jagdgebräuchen.  v.  298 — 396.  Tristrem  spielt, 
15  jähr  alt,  mit  dem  kapitän  eines  norwegischen  schiffes  schach, 
gewinnt  ihm  habichte  und  geld  ab,  wird  aber  von  den  Schiffern  ent- 
führt. Es  überfällt  sie  ein  stürm  und  sie  setzen  Tristrem  an  einer 
küste  aus.  v.  397 — 517.  Der  dichter  fordert  seine  zuhörer  auf,  sei- 
nem vortrage  weiter  zu  lauschen.  Tristrem  findet  einen  geebneten 
weg,  trifft  zuerst  zwei  pilger,  die  er  bittet,  ihm  den  weg  nach 
dem  hofe  zu  weisen,  und  dann  die  Jäger  des  königs  Marke,  denen 
er  zeigt ,  wie  ein  hirsch  kunstgerecht  zerlegt  werden  müsse. 
v.  518 — 572.  Der  könig  Marke  freut  sich  über  diese  kunstfertig- 
keit  des  Jünglings,  und  ernennt  ihn,  nachdem  dieser  noch  einen 
harfner  im  spiel  übertroffen  hat,  zu  seinem  leibpagen.  v.  573  — 
704.  Rohand  sucht  seinen  pflegesohn  in  vielen  ländern ,  wird 
endlich  durch  die  vorhin  erwähnten  pilger  auf  die  richtige  spur 
gebracht,  und  kommt  an  Markes  hof,  wird  aber  wegen  seiner 
zerlumpten  kleidung  von  Tristrem  zuerst  nicht  erkannt ,  dann 
jedoch  standesgemäss  gekleidet  und  vor  den  könig  geführt,  v.  705 
—  803.  Nach  der  mahlzeit  übergibt  Rohand  Marke  den  ring  und 
dieser  begrüsst  Tristrem  als  seinen  neffen.  Rohand  erzählt  letz- 
terem von  dem  Schicksal  seiner  eitern,  und  dieser  beschliesst  so- 
fort, trotz  Markes  abmahnung,  seinen  vater  an  Morgan  zu  rächen. 
Der  könig  schlägt  ihn  und  sein  gefolge  zu  rittern,  sie  gehen  in 
see  und  langen  in  Hermonie  an.  v.  804—903.  Tristrem  begibt 
sich  mit  seinen  15  rittern  an  Morgans  hof  und  macht  hier  seine 
ansprüche  auf  Ermonie  geltend,  wird  aber  von  ihm  höhnisch  ab- 
gewiesen und  mit  einem  laib  brod  geworfen.  Tristrem  tödtet 
Morgan,  besiegt  mit  Rohand's  hülfe  sein  heer,  und  macht  sich 
zum  herrn  des  landes.  v.  904 — 1012.  Nach  zwei  jähren  setzt 
er  Rohand  zum  herrn  des  landes  ein,  verabschiedet  sich  von  ihm 
und  reist  nach  England,  wo  eben  Moraunt  angelangt  ist,  um  den 
Irenzins  zu  fordern.  Marke  setzt  Tristrem  die  Verhältnisse  aus- 
einander und  dieser  räth,  die  Zahlung  des  tributes  zu  verweigern, 
und  übernimmt  selbst  den  Zweikampf  gegen  Moraunt.  v.  1013 — 
im.  Nach  längerem  heftigen  kämpfe,  erst  zu  ross,  dann  zu 
fuss,  wird  Moraunt  getödtet,  jedoch  Tristrem's  schwert  zerbricht 
und  ein  stück  bleibt  in  Moraunt's  gehirn  stecken,  Tristrem  aber 
erhält  eine  schwere  Verwundung  in  die  rechte  hüfte.  Die  Iren 
segeln  mit  der  leiche  ab,  Tristrem  begibt  sich  zu  Marke,  der  ihn 
zu  seinem  nachfolger  ernennt,  v.  1112 — 1188.  Tristrem's  wunde 
erweist  sich  als  unheilbar,  und  nach  drei  jähren  verlässt  er  dess- 
halb,  nur  von  Governail  begleitet,  das  land.  Nach  neun  wochen 
Kölbing,  Sir  Tristrem.  ig 


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Seite 
durch  den  wind  nach  Develin  verschlagen,  verwandelt  er  seinen 
namen  in  Tramtris.  v.  1189 — 1275.  Die  königin  Ysonde  heilt 
seine  wunde  und  er  unterrichtet  dann  die  prinzessin  Ysonde  im 
harfenspiel.  v.  1276 — 1397.  Nach  Jahresfrist  völlig  hergestellt, 
verlässt  er  Irland  und  kehrt  zu  Marke  zurück,  dem  er  soviel  von 
dem  liebreiz  Ysonde's  erzählt,  dass  jener  darauf  begierig  wird, 
sie  zu  sehen.  Die  englischen  barone  verlangen  von  Tristrem,  er 
solle  Marke  Ysonde  als  braut  zuführen,  v.  1398 — 1491.  In  der 
nähe  von  Develin  haust  ein  drache ;  wer  ihn  tödtet,  soll  die  hand 
der  prinzessin  Ysonde  erhalten.  Tristrem  gelingt  es  nach  vieler 
mühe,  ihn  zu  erlegen ;  als  zeichen  seines  sieges  schneidet  er  ihm 
die  zunge  aus,  deren  gift  ihm  eine  ohnmacht  zuzieht,  v.  1492 — 
1558.  Der  truchsesse  nimmt  das  haupt  des  drachen  und  gibt 
sich  für  den  sieger  aus.  Die  königin  und  Ysonde  finden  Tristrem 
und  heilen  ihn ;  zum  dank  verspricht  er,  Ysonde  vor  dem  truch- 
sessen  zu  schützen,  v.  1559 — 1628.  Ysonde  erkennt,  dass  sie 
es  mit  dem  mörder  ihres  oheims  zu  thun  hat  und  will  ihn  er- 
schlagen. Er  besänftigt  sie  dadurch,  dass  er  verspricht,  ihre  Ver- 
mählung mit  Marke  zu  vermitteln,  v.  1629 — 1694.  Der  truch- 
sesse weigert  sich,  mit  Tristrem,  zu  kämpfen,  und  wird  ins 
gefängniss  geworfen;  die  königin  übergibt  Brengwain  den  minne- 
trank und  sie  segeln  nach  England  ab.  Unterwegens  gemessen 
Tristrem ,  Ysonde  und  der  hund  Hodain  davon.  Ysonde  wird 
Tristrem's  geliebte,  v.  1695 — 1736.  Nach  ihrer  ankunft  in  Eng- 
land vermählt  sich  Marke  mit  Ysonde;  in  der  brautnacht  tritt 
Brengwain  an  ihre  stelle.  Ysonde  lehnt  es  ab,  von  dem  minne- 
trank zu  geniessen.  Das  glück  der  liebenden  ist  nicht  ungetrübt. 
v»  1 737 — 1808.  Ysonde  verspricht  zwei  arbeitern  reichen  lohn, 
wenn  sie  Brengwain  tödten,  da  sie  von  jener  verrathen  zu  wer- 
den fürchtet.  Diese  schonen  sie,  da  sie  behauptet,  unschuldig 
zu  sein,  zur  grossen  freude  Ysonde's,  die  an  ihrer  letzten  bot- 
schaft  an  sie  ihre  treue  erkannt  hat.  v.  1809 — 1925.  Ein  iri- 
scher harfner  fordert  Ysonde  als  lohn  für  sein  spiel  und  Marke 
liefert  sie  ihm  aus.  Tristrem  veranlasst  sie  durch  sein  harfenspiel, 
länger  am  strande  zu  verweilen,  bringt  sie  dann,  statt  auf  das 
schiff,  in  den  wald  und  führt  sie  nach  einer  woche  Marke  wieder 
zu.  v.  1926 — 1969.  Meriadok  entdeckt,  dass  Tristrem  eine  nacht 
bei  Ysonde  zugebracht  hat,  und  verräth  es  dem  könig.  v.  1970 
— 2013.  Marke  prüft  Ysonde  betreffs  ihrer  neigung  zu  Tristrem, 
sie  verräth  sich,  wird  aber  durch  einen  guten  rath  Brengwain's 
in  den  stand  gesetzt,  ihre  Unvorsichtigkeit  wieder  gut  zu  machen. 
v.  2014 — 2101.  Auf  Meriadok's  rath  trennt  der  könig  die  lieben- 
den, die  sich  nun  durch  ihre  trauer  verrathen.  Während  der 
könig  angeblich  auf  der  jagd  abwesend  ist,  geben  sie  sich  täg- 
lich rendez-vous  im  Obstgarten.  Der  zwerg  verspricht  dem  könig, 
er  werde  ihn  dazu  verhelfen,  sie  zu  belauschen.    Vergeblich  sucht 


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Seite 
der  zwerg  als  vermeintlicher  böte  Ysonde's  Tristrem's  vertrauen 
zu  gewinnen,  v.  2102 — 2167.  Die  belauschung  des  liebespaares 
durch  Marke  vom  bäume  aus  missglückt,  da  sie  seine  anwesen- 
heit  bemerkt  haben  und  danach  ihr  gespräch  einrichten,  v.  2168 
—  2222.  Wieder  auf  Meriadok's  rath  befiehlt  der  könig,  ihm, 
Tristrem  und  der  königin  zur  ader  zu  lassen.  Das  blut  in  Ysonde's 
bette  verräth  Tristrem  und  er  geht  ausser  landes.  v.  2223  —  2289. 
Bei  Westminster  in  London  muss  Ysonde  zu  ihrer  rechtfertigung 
das  heisse  eisen  tragen.  Tristrem,  als  pilger  verkleidet,  fällt  hin, 
als  er  sie  vom  schiffe  trägt,  und  so  ist  ihr  schwur,  dass  niemand 
ihrem  leibe  mit  ausnähme  ihres  gemahls  noch  so  nahe  gekommen 
sei  wie  dieser  pilger,  gerechtfertigt,  v.  2289 — 2420.  Tristrem 
hält  sich  in  Wales  bei  dem  könig  Triamour  auf.  Ein  riese,  na- 
mens Urgan,  will  mit  gewalt  in  den  besitz  von  dessen  tochter 
Blauncheflour  kommen.  Tristrem  nimmt  es  auf  sich,  mit  ihm  zu 
kämpfen,  haut  ihm  zuerst  eine  hand  ab  und  besiegt  und  tödtet  ihn 
schliesslich.  Der  könig  besitzt  einen  prachtvollen  hund,  namens 
Peticru,  den  er  Tristrem  zum  lohne  für  seine  that  schenkt,  ebenso 
wie  die  herrschaft  über  Wales ;  diese  tritt  er  an  Blauncheflour 
ab,  den  hund  schickt  er  Ysonde.  v.  2421  —  2508.  Marke  ruft 
Tristrem  zurück,  da  er  aber  das  liebesverhältniss  zwischen  Tristrem 
und  Ys.  aufs  neue  entdeckt,  jagt  er  beide  vom  hofe  weg  ;  sie 
fliehen  mit  Hodain  und  Peticru  in  einen  wald,  wo  sie  fast  ein 
jähr  lang  ein  sehr  glückliches  leben  führen,  v.  2509 — 2574.  Der 
könig  findet  sie  auf  einer  jagd  schlafend  ;  da  ein  schwert  zwischen 
ihnen  liegt,  so  hält  er  sie  für  schuldlos  und  ruft  sie  wieder  an 
seinen  hof.  v.  2575 — 2619.  Durch  den  zwerg  aufmerksam  ge- 
macht, überrascht  der  könig  das  paar  in  einer  zärtlichen  Umar- 
mung. Tristrem  flieht  und  Ysonde  wird  verziehen,  v.  2620 — 
2706.  Tristrem  geht  zuerst  nach  Spanien,  besucht  dann  die  söhne 
Rohand*s  und  tritt  endlich  in  die  dienste  des  herzogs  Florentin 
von  Bretein;  nach  langen  erwägungen  vermählt  er  sich  mit  der 
tochter  des  herzogs,  Ysonde  Weisshand,  kann  sich  aber,  in  er- 
innerung  an  die  andere  Ysonde,  nicht  entschliessen,  die  ehe  mit 
ihr  zu  vollziehen.  v.  2707  —  2805.  Tristrem  erfährt  von  dem 
riesen  Beliagog,  betritt  sein  gebiet,  kämpft  mit  ihm  und  haut  ihm 
einen  fuss  ab,  begnadigt  ihn  aber  dann  auf  das  versprechen  hin, 
ihm  eine  prächtige  halle  zu  bauen,  v.  2806 — 2849.  Mit  hülfe 
des  riesen  wird  die  halle  gebaut,  und  figuren  darin  aufgestellt, 
welche  Ysonde,  Brengwain,  Marke,  Meriadok,  Tristrem,  Beliagog 
und  die  hunde  Hodain  und  Peticru  darstellen,  v.  2850 — 2937. 
Ysonde  wird  auf  einer  reise  von  ihrem  bruder  Ganhardin  ge- 
zwungen, zu  gestehen,  dass  sie  noch  Jungfrau  ist.  Dieser  ist 
darüber  sehr  erzürnt  und  stellt  Tristrem  zur  rede,  der  ihn  dadurch 
besänftigt,  dass  er  ihm  verspricht,  ihm  eine  viel  schönere  dame 
zu  zeigen,      v.    2938 — 3014.     Tristrem  zeigt  Ganhardin  die  halle, 

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Seite 
der  erst  allmälich  erkennt,  dass  er  es  nicht  mit  lebenden  wesen 
zu  thun  hat.  Er  verliebt  sich  in  Brengwain  und  Tristrem  reist 
mit  ihm  nach  England,  v.  3015  —  3073.  Canados,  der  Ysonde 
gern  für  sich  gewinnen  möchte,  theilt  ihr  mit,  dass  Tristrem  sich 
vermählt  hat.  Diese  weist  ihn  mit  harten  Worten  ab,  ist  aber 
im  geheimen  sehr  erzürnt  über  Tristrem's  untreue,  v.  3074 — 
3168.  Sie  unternimmt  mit  ihrem  gefolge  eine  reise  zu  pferde. 
Ganhardin  zeigt  ihr  unterwegs  Tristrem's  ring.  In  der  folgenden 
nacht  kommen  beide  in  den  besitz  ihrer  geliebten.  Canados  stört 
das  Zusammensein  und  die  ritter  fliehen;  Brengwain  ist  sehr  er- 
zürnt über  ihre  feigheit.  v.  3169 — 3224.  Tristrem  hält  sich,  als 
aussätziger  verkleidet,  am  hofe  auf.  Brengwain  erlangt  durch  eine 
listige  verläumdung,  dass  Canados  vom  hofe  verbannt  wird,  und 
versöhnt  sich  mit  Tristrem,  da  er  ihr  verspricht,  ein  turnier  gegen 
seine  feinde  zu  veranstalten,  v.  3235 — 3295.  Bei  diesem  turnier 
tödtet  Tristrem  Meriadok  und  hilft  dann  Ganhardin  bei  der  tödtung 
des  Canados;  die  übrigen  feinde  verfolgen  sie  weithin.1  v.  3296  — 
3344.  Der  junge  Tristrem  bittet  Tristrem  um  hülfe  gegen  einen 
ritter,  der  mit  hülfe  seiner  sieben  brüder  ihm  seine  geliebte  ge- 
raubt hat.  Tristrem  verspricht)  ihm  zu  helfen.  Bei  dem  kämpfe 
wird  der  junge  Tristrem  getödtet,  während  Tristrem  alle  gegner 
erschlägt,  selbst  aber  durch  einen  pfeil  in  seine  alte  wunde  ge- 
getroffen  wird. 

Anmerkungen    . 91 

Glossar 183 

Beilage.     Uebersetzung  des  englischen  textes 247 

Personenregister 280 

Ortsregister 282 

Namen  von  thieren 283 

Nachträge  und  besserungen 284 


Druck  von  Breitkopf  &  Härtel  in  Leipzig. 


C  »-3 

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O  CO  cf 


Tristrams  saga 


Sir  Tristram 


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